Immer mehr Bakterien entwickeln Resistenzen gegen Antibiotika. Infektionen lassen sich dadurch schwerer behandeln. Die Resistenz vieler Krankheitserreger nimmt weltweit zu und stellt eine globale Gesundheitskrise dar. Denn selbst einfache Infektionen können lebensbedrohlich werden. Einige Bakterien, insbesondere aus der Gruppe der Enterobakterien, können ihre Widerstandsfähigkeit gegen Medikamente durch den Austausch von Erbmaterial weitergeben.
Das vom Institut für Medizinische Informatik der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) Projekt GUARDIAN hat das Ziel, Resistenzen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Unter der Leitung von des Gießener Wissenschaftlers Prof. Dr. Keywan Sohrabi sollen im Rahmen des Projektes in den kommenden zwei Jahren umfassende Daten aus der Humanmedizin, der Tiermedizin, dem Lebensmittelbereich sowie aus Umweltuntersuchungen gesammelt, zusammengeführt und systematisch ausgewertet werden.
Unter Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) wollen die Forschenden Vorhersagen über die voraussichtliche Erregerausbreitung treffen. Im Fokus der Untersuchungen stehen besonders problematische Bakterienarten wie Citrobacter, Escherichia coli, Klebsiella und Enterobacter, die bereits in Kliniken, Abwässern oder auf landwirtschaftlichen Flächen nachgewiesen wurden und häufig eine Unempfindlichkeit gegenüber wichtigen Reserveantibiotika aufweisen.
Eine Vernetzung unterschiedlicher Fachkompetenzen aus zahlreichen Bereichen, unter anderem der Mikrobiologie, Epidemiologie, und öffentlichem Gesundheitswesen, trägt maßgeblich zur Erforschung, Vorhersage und Prävention der Ausbreitung antibiotikaresistenter Erreger. Sowie einem ganzheitlichen One-Health-Ansatz bei.
Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse sollen wirksamere Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle antibiotikaresistenter Keime im Gesundheitswesen und darüber hinaus entwickelt werden.




