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Praktikumsberichte

Schnupperpraktikum in Büren (12/2015)

Als Nachrückerin habe ich erst von meinem Gewinn bei vets4vieh erfahren als ich schon nicht mehr damit gerechnet hatte. Umso mehr habe ich mich gefreut als Frau Dr. Henning mir schrieb ich hätte die Möglichkeit das Schnupperpraktikum bei der Tierärztlichen Gemeinschaftspraxis Büren FGS-GmbH zu machen.

Meine Praktikumszeit lag in der ersten Dezemberwoche. Das gesamte Praxisteam hat mich sehr nett aufgenommen. Während der Zeit hatte ich ein Zimmer in den Praxisgebäuden, in dem ich mich absolut wohl gefühlt habe.

In der Praxis arbeiten 18 Tierärzte. Es gibt die Bereiche Kleintier, Pferd, Rind und Schwein. Die meisten Tierärzte haben ein Schwerpunktgebiet, helfen aber, wenn es um Vertretungen und Wochenend- oder Nachtdienste geht, auch in anderen Bereichen aus. 
Den größten Anteil macht die Schweinepraxis aus, was für mich ideal war, da ich mir von dem Schnupperpraktikum vor allem Einblicke in diesen Praxisbereich erhofft habe. Außerhalb der Uni hatte ich noch keine Erfahrungen mit Schweinen und war neugierig wie der Arbeitsalltag eines Schweinetierarztes aussehen mag.

Der Arbeitstag in Büren beginnt um 8 Uhr mit der morgendlichen Besprechung. Dabei tauschen sich die Tierärzte untereinander über ihre Fälle aus, besprechen Testergebnisse und planen den Ablauf des Tages. Dabei kann man bereits viel über Diagnostik erfahren und erhält einige Hintergrundinformationen über die Betriebe, welche man im Verlauf des Tages besucht. 

Nach der Besprechung werden die Außentermine gefahren. Im Schweinebereich waren das in der Regel Bestandsbesuche, welche meist in regelmäßigen Abständen bei den Betrieben vorgenommen werden. Zu den typischen Aufgaben zählen dabei die Operationen von Binnenebern und Bruchferkeln, das Scannen, also die ultrasonografische Trächtigkeitsuntersuchung der Sauen, das Impfen der Tiere und die Probenentnahme (dabei spielen routinemäßige Blutuntersuchungen ebenso eine Rolle wie gezielte Blut-, Kot-, Futter- oder Wasserproben). All diese Tätigkeiten wurden mir genau gezeigt und erklärt sodass ich sie selbst unter Anleitung durchführen konnte.
Neben der handwerklichen Arbeit ist die Beratung der Landwirte ein wichtiger wenn nicht der wichtigste Aspekt der Besuche. In den Gesprächen werden Sorgen und Probleme erörtert und Maßnahmen bezüglich gezielter Diagnostik, Behandlungsmöglichkeiten sowie Managementveränderungen besprochen. Für mich waren diese Beratungen sehr lehrreich und haben mir immer wieder die Weitläufigkeit dieser Themengebiete aufgezeigt.

Während meines Praktikums konnte ich bei verschiedenen Tierärzten mitfahren und hatte so auch die Gelegenheit viele unterschiedliche Betriebe zu sehen.
Während der Autofahrten konnte ich dabei eine Menge über die verschiedenen Haltungsformen und Systeme lernen. In der Zeit hatte ich auch ausreichend Gelegenheit alle Fragen zu stellen die noch aufkamen, diese wurden mir von allen immer gerne und ausführlich beantwortet.

Nach der Mittagspause folgt für die meisten Kollegen die zweite Runde der Außentermine. Daneben werden aber auch für jeden Tag Tierärzte eingeteilt, die bei Bedarf Sektionen in der praxiseigenen Sektionshalle für Schweine durchführen können.

Bei der Sektion die ich mitmachen durfte, wurden drei Schweine untersucht. Bei zwei Ferkeln wurde aufgrund des Verdachtes auf eine Streptokokken-Meningitis Hirnhautabstriche genommen. Bei dem dritten Schwein wurde, aufgrund des makroskopischen Verdachtes auf eine Infektion mit Lawsonia intracellularis, Probenmaterial aus dem Darm zur nähren Untersuchung eingeschickt.
Für mich war es sehr interessant etwas über die wichtigsten Anzeichen, die in einer Sektion auf bestimmte Krankheiten hindeuten, zu lernen und ich fand es spannend, dass die Möglichkeit besteht bei plötzlichen oder immer wiederkehrenden Todesfällen sich direkt vor Ort ein Bild machen zu können und so noch gezielter Probenmaterial zu entnehmen um im Anschluss die entsprechenden Maßnahmen zur Behandlung optimieren zu können.
Mein Tag endete spätestens um 19Uhr. Oft waren wir aber auch früher zurück in der Praxis wo die Tierärzte dann bis zum Feierabend noch Büroarbeiten wie zum Beispiel das Schreiben von Maßnahmenplänen erledigt haben.

Meine persönlichen Highlights des Schnupperpraktikums waren zum einen natürlich die Operationstechniken die ich erlernen konnte, andererseits war es für mich aber auch toll zu sehen wie viel hinter der Betreuung von Schweinebeständen steckt. Die Praxis in Büren hat mir gezeigt, dass die Gesamtheit aller Faktoren ( Fütterung, Haltung, Hygiene, usw.) entscheidend ist. Ich fand es sehr interessant welche Herangehensweisen es praktisch gibt um alle denkbaren Aspekte erfassen zu können um am Ende eine erfolgreiche Ursachenforschung zu betreiben.

Mein Eindruck von der Schweinepraxis allgemein hat sich durch diese Erfahrungen in positiver Hinsicht verändert.
Ein großer Vorteil dieses Berufsfeldes sind sicherlich die vergleichsweise geregelten Arbeitszeiten und guten Verdienstmöglichkeiten. Daneben ist aber auch die Art der Arbeit attraktiv, vor allem wenn man sich für die beratenden Tätigkeiten der Bestandsbetreuung interessiert. Ich kann mir vorstellen, dass wenn man sich in die Materie eingearbeitet hat, es sehr spannend sein kann, sich immer wieder neuen Herausforderungen und Problemen, die in Schweinebeständen auftreten können, zu stellen und Lösungsstrategien zu entwickeln.
Außerdem habe ich auch die Arbeit in einer Gemeinschaftspraxis als sehr positiv empfunden da so immer die Möglichkeit besteht sich noch mit anderen Kollegen über Probleme und Ideen auszutauschen.
Nicht zuletzt habe ich auch die Zusammenarbeit der Tierärzte mit den Landwirten als einen Vorteil der Arbeit empfunden. Denn auch wenn es, wie überall, auch da Meinungsverschiedenenheiten gibt, so ist es doch schön mit den Landwirten zusammen einen Beitrag zu einer nicht ganz so unwichtigen Sache, nämlich der Ernährung der Bevölkerung mit gesunden Lebensmitteln, zu leisten.

Ich bin der Meinung dass es für die Universitäten vor allem auch im Schweinebereich schwierig ist den Studierenden ein Bild von der tatsächlichen Arbeit zu vermitteln. Umso wichtiger sind da Praktika um sich selbst ein Bild machen zu können.
Das gilt natürlich auch für andere Bereiche. Ich kann daher jedem der sich noch nicht absolut sicher ist, was er nach dem Studium machen will, nur empfehlen sich auch Berufssparten anzusehen die zunächst einmal weniger interessant erscheinen. Denn nur dann lernt man alle Möglichkeiten, die sich einem nach dem Studium bieten, kennen und entdeckt vielleicht noch ungeahnte Leidenschaften für den einen oder anderen Bereich.

Mein Fazit nach einer Woche in Büren ist, dass es mir so gut gefallen hat, dass ich meine Zeit in der Praxis verlängert habe und auch mein kleines kuratives Praktikum dort absolviere.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei dem gesamten Praxisteam für die schöne Zeit im Schnupperpraktikum bedanken und freue mich auf die Erfahrungen die ich hier noch sammeln darf.



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Praktikant:

Julia Römer

aus 6. Semester

Praxis:


FGS – Veterinär GmbH
Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
Bruchberg 24
33142 Büren
T: 02951 - 98750
fgs-vet@t-online.de
www.fgs-bueren.de

Pate:


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