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57 Milliarden Fadenwürmer pro Erdbewohner
19.08.2019
Nach einer Bestandsaufnahme von verschiedenen Vertretern der auch Nematoden genannten Fadenwürmer haben WissenschaftlerInnen in einer internationalen Studie unter der Leitung der ETH Zürich insgesamt 6759 Bodenproben aus allen Regionen und von allen Kontinenten der Erde unter dem Mikroskop untersucht, analysiert und hochgerechnet. Demnach kommen auf jeden Menschen etwa 57 Milliarden Fadenwürmer, wie Wissenschaft.de zu berichten weiß. „Nematoden übernehmen wichtige Funktionen für den Nährstoffkreislauf im Boden und damit für das Pflanzenwachstum und die Bodenfruchtbarkeit. Dennoch lagen bisher der zahlenmäßigen Verbreitung dieser Bodenlebewesen auf unserer Erde nur grobe Schätzungen zugrunde“, erklärt Karin Hohberg vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz, die an der Studie mitgewirkt hat. „Obwohl wir wussten, dass Nematoden in sehr hoher Anzahl auftreten – oft mehr als eine Million pro Quadratmeter Boden in unseren Breiten – sind die Ergebnisse verblüffend“, berichtet die Görlitzer
Wissenschaftlerin weiter. Die gesamte Biomasse der winzigen Bodenbewohner entspricht damit etwa 300 Millionen Tonnen, was die Fadenwürmer zu Giganten im Kohlenstoffkreislauf der Erde und damit vermutlich auch zu Global Playern im Rahmen des Klimawandels macht, so die Forscher. Besonders in den tauenden Permafrostböden des Nordens könnten die winzigen Tierchen eine ausgesprochen entscheidende Rolle spielen. „Da Nematoden und auch alle anderen Bodentiere bei höheren Temperaturen aktiver sind, setzen sie mit zunehmender Wärme in diesen Regionen möglicherweise auch immer mehr Kohlenstoff frei, der dann in der Form des Treibhausgases Kohlendioxid wiederum erneut zu einem Temperaturanstieg führen kann“, sagt Hohberg. „Unsere Studie soll dabei helfen, die Rolle der Bodenorganismen im globalen Stoffkreislauf besser zu verstehen und so unter anderem auch die Auswirkungen im und auf den Klimawandel besser einzuschätzen“, erklärt Hohberg abschließend.
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