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Kaukasischer Luchs: Hohe genetische Vielfalt und wenig Inzucht trotz räumlicher Isolation
19.06.2019
Im Gegensatz zum Eurasischen Luchs wissen ForscherInnen über den Kaukasischen Luchs, der neben dem Kaukasus und Iran auch in der Türkei angesiedelt ist, noch sehr wenig. Eine Studie des Leibniz- Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat sich mit der in Anatolien beheimateten Luchs-Art beschäftigt. „Wissenschaftler wissen noch erstaunlich wenig über deren ökologische Ansprüche, territoriales Verhalten und genetische Variabilität“, sagt Deniz Mengüllüoğlu, Wissenschaftler in der Leibniz- IZW-Abteilung für Evolutionäre Ökologie. „Mit unserer Studie wollten wir eine Datengrundlage für Untersuchungen zur Genetik, Ökologie und Verhalten einer Luchspopulation in Anatolien schaffen, die als Referenz für weiterführende Studien fungieren soll.“ Dafür haben die ForscherInnen über mehrere Jahre Proben von Luchsen in Anatolien gesammelt und untersucht. Darüber hinaus wurden Individuen fast zehn Jahre lang mithilfe von Kamerafallen fotografiert, die an 54 verschiedenen Örtlichkeiten
installiert waren. Trotzdem die Tiere räumlich doch sehr isoliert leben, zeigten die ausgewerteten Daten eine unerwartet hohe genetische Vielfalt, gaben jedoch wenig Hinweise auf Inzucht. Einen Grund dafür sehen die WissenschaftlerInnen in der geschlechtsspezifisch räumlichen Familienstruktur. Während die Weibchen sich nicht aus ihrem Geburtsterritorium wegbewegen, wandern die Männchen nach der Trennung von ihren Müttern weiträumig ab. „Die Isolation von Populationen kann für den Fortbestand einer Art schädlich sein, wenn sie die genetische Variabilität mindert“, sagt Daniel Förster, Wissenschaftler der Leibniz-IZW-Abteilung für Evolutionäre Genetik und Senior-Autor der Studie. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist die genetische Variabilität der untersuchten Population jedoch hoch und entspricht jener anderer Populationen des Eurasischen Luchses. Der Schutz der Unterart sollte daher auf das Ziel ausgerichtet sein, diese Variabilität zu erhalten.“ Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PLoS ONE publiziert.
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