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Kükentötung bleibt übergangsweise erlaubt
13.06.2019
Die Tötung männlicher Eintagsküken im Rahmen der Legehennenhaltung bleibt übergangsweise nun doch erlaubt. Dieses Urteil sprach das Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag in Leipzig aus. Hintergrund der Entscheidung ist, dass einer nordrhein-westfälischen Brüterei im Herbst 2013 die Tötung männlicher Eintagsküken von den zuständigen Behörden zum 1. Januar 2015 untersagt worden war. Die Behörden waren damit einem Erlass des zuständigen Landesministeriums gefolgt. Der Betrieb hatte dagegen geklagt und in den Vorinstanzen Recht bekommen. Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Entscheidungen im Grunde nun bestätigt. Gleichzeitig bestätigt es aber auch die Auffassung, dass die Tötung männlicher Eintagsküken grundsätzlich nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Denn der Zweck der Erzeugung sowohl männlicher als auch weiblicher Küken aus Zuchtlinien mit hoher Zuchtleistung sei einzig die Erzeugung weiblicher Tiere.
Damit wird dem Leben eines männlichen Kükens jeder Eigenwert abgesprochen, was mit dem Gedanken des Tierschutzgesetzes nicht vereinbar ist. Das Gericht führte allerdings auch an, dass die bisherige Praxis jahrzehntelang hingenommen wurde, da zu früheren Zeiten die Gewichtung des Tierschutzgesetzes geringer war. Deshalb kann von den Brütereien eine sofortige Beendigung ihrer Praxis ohne Übergangsfrist nicht verlangt werden. Ohne diese Übergangsfrist wären die Betriebe gezwungen, zunächst die Aufzucht männlicher Küken zu ermöglichen und später ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zu implementieren. Das Gericht sieht in Anbetracht der Umstände die Vermeidung einer solchen doppelten Umstellung als vernünftigen Grund an, dass die Praxis des Tötens männlicher Küken übergangsweise fortgesetzt werden darf. Dieser dürfte entfallen, sobald die Verfahren zur Geschlechtsbestimmung marktreif sind.
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