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BfT sieht viele Missverständnisse beim Thema Tiergesundheit
06.06.2019
Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) ist im Rahmen einer Vortragsveranstaltung verschiedenen Fragen u.a. zu der Wahrnehmung und dem Nutzen der Tiergesundheitsindustrie nachgegangen. BfT-Geschäftsführerin Sabine Schüller forderte zunächst faktenorientierte Rahmenbedingungen und eine offene Innovationskultur. Dies sei notwendig, damit die Industrie auch weiterhin zum Schutz der Gesundheit von Tieren beitragen kann. Zudem verwies sie darauf, dass in der Gesellschaft viele Missverständnisse bestünden und untermauerte dies u.a. durch das Beispiel des Antibiotikaeinsatzes im Nutztierbereich. Hier sei öffentlich die Meinung verbreitet, dass Tierärzte bei Nutztieren ausschließlich Antibiotika einsetzen würden. Allerdings entspreche dies nicht den Tatsachen, denn Antibiotika machen nur ein Sechstel des gesamten Tierarzneimittelmarktes aus. Dagegen betrug der Anteil von Impfstoffen ein Viertel. Grundsätzlich müsse die Kontrolle von Antibiotikaresistenzen ein
gemeinsames Ziel von Human- und Veterinärmedizin sein. Allerdings verwahrte Schüller sich dagegen, dass Tiermedizin hier die Hauptverantwortung trage und verwies auf das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Dieses bestätigt, dass man als Hauptursache für Resistenzen in der Humanmedizin als erstes auch dort suchen müsse. Zudem seien antibiotische Leistungsförderer in der EU bereits seit 2006 verboten. Der BfT- Vorsitzende Jörg Hahnemann hat zu Beginn betont, dass die Tiergesundheit, die Gesundheit der Menschen und ein intakter Planet eng miteinander verbunden sind. Der Journalist Thomas Heyer, der die Veranstaltung moderierte, nahm auch die Medien in die Pflicht, die Fakten besser darzustellen. Aber auch die Tiergesundheitsbranche müsse ihre Hausaufgaben machen. So sollten Medienanfragen als Chance genutzt und grundsätzlich proaktiv kommuniziert werden. Auch müsse die Branche eng im Dialog mit Gesellschaft und Medien stehen.
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