www.tierhalter-wissen.de

Weiterempfehlen

Aktuelle Meldungen

Forscher diagnostizieren Knochenkrebs bei Schildkröte aus der Trias-Zeit
08.02.2019
Bei ihren gemeinsamen Forschungen an einer Schildkröte aus der Trias-Zeit haben Paläontologen und Mediziner aus Deutschland, Kanada und den USA unter Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin eine Krebserkrankung festgestellt. “Untersuchungen der äußeren Morphologie sowie mikro-CT Aufnahmen des erkrankten Knochens ergaben, dass das Tier unter Knochenkrebs gelitten hat”, erklärt Yara Haridy vom Museum für Naturkunde Berlin und Leiterin dieser Studie. „Dies ist einer der ältesten Fälle von Krebs im Fossilbericht, und sein ältestes bekanntes Auftreten bei Amnioten überhaupt, also der Gruppe von Tieren, zu denen die Reptilien, Vögel und Säugetiere gehören”, sagt Florian Witzmann, Mitautor und Haridys Kollege am Museum für Naturkunde in Berlin. Dieser Fund bei dieser weltweit ältesten bekannten Schildkröte sei besonders
bedeutend, denn bösartige Tumore seien eher rar in der Paläopathologie, einer Wissenschaft, die sich mit Krankheiten und Fehlbildungen bei Lebewesen der Vorzeit beschäftigt. Entdeckt wurde die Krebserkrankung, als das Team an einem isolierten Oberschenkelknochen der Urschildkröte arbeitete, das einen auffälligen, zunächst rätselhaften Auswuchs aufwies, welches später als sogenanntes periosteales Osteosarkom diagnostiziert werden konnte, einer bestimmten Form von bösartigem Knochenkrebs, die es auch beim Menschen gibt. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Krebs nicht auf den modernen Menschen beschränkt ist. Stattdessen reicht die Anfälligkeit für diese Krankheit weit zurück in der evolutionären Geschichte der Wirbeltiere, hunderte von Millionen Jahren vor der Entstehung des Menschen“, folgert Yara Haridy.
Weitere Nachrichten