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Niedersachsen startet Katzenkastrationsprojekt
11.01.2018
Das Land Niedersachsen will dem Problem der verwilderten Hauskatzen begegnen und hat dazu ein Katzenkastrationsprojekt in Zusammenarbeit mit der Landestierärztekammer, dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte und zwei Tierschutzorganisationen ins Leben gerufen. In Deutschland leben geschätzt rund zwei Millionen verwilderte Hauskatzen, davon alleine 200.000 in Niedersachsen. "Die Katzen sind oftmals abgemagert und scheu, leiden unter Wurmbefall, Parasiten und Verletzungen durch Rangkämpfe. Infektionskrankheiten können sich bei den geschwächten Tieren schnell ausbreiten", so die Landestierschutzbeauftragte Michaela Dämmrich. Die Aktion startet am 15. Januar und geht bis zum 15. März diesen Jahres. Während dieses Zeitraums können Tierschutzvereine, Tierheime und Betreuer von kontrollierten Katzenfutterstellen Katzen, die keinem Besitzer oder Halter zugeordnet werden können, kostenlos in einer teilnehmenden Tierarztpraxis kastrieren lassen. Die Tierarztpraxis kann sich die Kosten dann erstatten lassen. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium stellt für diese Aktion 200.000 Euro zur Verfügung.
Die Abwicklung des Projektes und die Abrechnung mit den Tierarztpraxen wird von der Landestierärztekammer Niedersachsen übernommen. Tierärztekammer-Präsident Dr. Uwe Tiedemann verweist darauf, dass Katzen zweimal pro Jahr bis zu sieben Junge bekommen können und bei unkontrollierter Vermehrung schnell Populationen mit mehreren hundert Katzen heranwachsen können. Die Kastration ist hier das einzige Mittel zur Begrenzung der Populationen und damit dem Tierleid. Aber auch die teilnehmenden praktizierenden Tierärzte beteiligen sich an den Kosten. Denn nach Angaben des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt) verzichten die Tierärzte auf 25 Euro des anfallenden Honorars. Im Rahmen der Aktion werden die Tiere aber nicht nur kastriert, sondern auch mittels Mikrochip gekennzeichnet und in das Haustierregister eingetragen. Ziel ist es, dass im Rahmen des Aktionszeitraums in Niedersachsen 2.600 Katzen kastriert werden. Im Ausland hat sich inzwischen eine offensichtlichere Kennzeichnung kastrierter Katzen durchgesetzt. Den Tieren wird im Rahmen der Kastration eine, meist die linke Ohrspitze abgeschnitten.
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