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West-Nil-Virus

Das 1937 erstmalig beschriebene West-Nil-Virus (WNV) ist Auslöser der als West-Nil-Fieber bekannten Infektionskrankheit. Namensgebend ist die Region des West Nile Districts in Uganda, in der das Virus bei einer erkrankten Frau isoliert werden konnte.

Obwohl Vögel die natürlichen Wirte des West-Nil-Virus sind, kommt es durch den Stich infizierter Mücken auch zur Übertragung auf Pferde und Menschen. Infizierte Säugetiere stellen jedoch keine direkte Infektionsquelle für den Menschen dar.

Das West-Nil-Virus führt in infizierten Menschen zu 80% nicht zur Ausbildung klinischer Symptome. In manchen Fällen kommt es jedoch zu einer Grippe ähnlichen Erkrankung und im Fall einer Infektion des zentralen Nervensystems zu Enzephalitis und Meningitis, welche einen tödlichen Verlauf nehmen können.
Bei Pferden zeigt sich in etwa 10% der Fälle die Erkrankung in Form von hohem Fieber, Ataxien und Lähmungen, die zum Festliegen und zum Tod der Tiere führen können. Zudem können bleibende Schäden mit Bewegungsstörungen auftreten.

Seit 2009 muss das West-Nil-Virus als anzeigepflichtige Tierseuche bei Pferden und Vögeln gemeldet werden.

In Deutschland wurde das Virus Ende August 2018 erstmals bei einem Bartkauz aus dem Weltvogelpark Walsrode festgestellt sowie bei zwei Pferden. Inzwischen ist die Anzahl nachgewiesener Infektionen sowohl bei Vögeln als auch bei Pferden in Deutschland deutlich gestiegen. Das Virus wurde außerdem inzwischen auch bei Pferden in Österreich nachgewiesen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) rät daher Pferdehaltern in den betroffenen Regionen zur Impfung gegen das WNV.