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West-Nil-Virus

WNV bei Pferden

In Pferden führt das West-Nil-Virus mit etwa 10% Erkrankungswahrscheinlichkeit nach Infektion zu den anfälligeren Fehlwirten des Virus unter den Vertebraten.

Nach der Infektion durch eine infizierte Mücke kommt es bei Pferden häufig zu Fieber (> 40°C), ataktischen Bewegungsstörungen und schließlich zu einer Hinterhandsschwäche, die fast immer mit dem Festliegen der Pferde endet. 45 Prozent der festliegenden Pferde verenden trotz einhergehender symptomatischer Behandlung.

Nach Übertragung des Virus durch eine Mücke erfolgt die erste Virusvermehrung wahrscheinlich in der Haut und in den regionären Lymphknoten. Anschließend kommt es zur primären Virämie und zum Übertritt in das retikuloendotheliale System. Hier kann sich eine sekundäre Virämie anschließen, die zum Durchbruch der Blut-Hirn-Schranke (Neurovirulenz) führen kann.

Die Pathogenese der Enzephalomyelitis beruht auf der Virusreplikation in Neuronen und Gliazellen, zytotoxischer Immunabwehr und perivaskulären Entzündungen, speziell im Thalamus, Medulla, Hirnstamm und oberes Rückenmark.

Als Differenzialdiagnose kommen andere Arbovirusinfektionen wie western equine encephalitis (WEE) und eastern equine encephalitis (EEE) in Frage.

Bei einer WNV-Infektion ist nur eine symptomatische Behandlung möglich. Entsprechend dem klinischen Bild ist die Behandlung der zerebralen Ödeme, Respirationshilfen, Vermeidung bakterieller Infektionen, Kreislaufstabilisierung und weiche Lagerung der betroffenen Pferde angezeigt.

Prophylaktisch steht zum Schutz vor einer West-Nil-Virusinfektion von Pferden ein Impfstoff zur Verfügung, der zu 95 % Schutz bietet.