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West-Nil-Virus

WNV beim Vogel

Vögel sind unter den Vertebraten die Hauptwirte des West-Nil-Virus. Seit 1999 wurde das West-Nil-Virus aus mehr als 70 Vogelarten auf dem nordamerikanischen Kontinent isoliert.

Es scheint jedoch, als besäße das Virus eine besonders große Affinität zu Krähenvögeln, zu denen beispielsweise auch Elstern und Eichelhäher zählen, sowie einigen Greifvogel- und Eulenarten. Zumindest zeigen diese Vögel am häufigsten klinische Symptome einer Infektion, weshalb sie in den USA auch der WNV-Überwachung dienen.
Bei anderen Vogelarten verläuft die WNV-Infektion vielfach inapparent. Auch Wirtschaftsgeflügel kann von einer Infektion betroffen sein.

Insbesondere Zugvögel spielen für die Ausbreitung des West-Nil-Virus eine wichtige Rolle, da sie das Virus über weite Strecken hinweg in nicht endemische Gebiete tragen können. Die Infektionsgefahr ist in Feuchtgebieten mit hoher Mückendichte besonders hoch.

In infizierten Vögeln sind die Virustiter jedoch mit > 105/ml Blut besonders hoch, sodass eine Infektion von Mücken in anderen Gebieten über Zugvögel möglich ist.

Bei infizierten Vögeln kann nach der Inkubationszeit eine Enzephalitis, Pneumonitis, Nephritis und Myokarditis beobachtet werden. Darüber hinaus sind die Vögel häufig kachektisch und zeigen neurologische Störungen. Aufgrund einer Infektion scheinen die Vögel auch anfällig für Unfälle zu sein, sodass ein offensichtliches tödliches Trauma auch häufig indirekt auf eine West-Nil-Virusinfektion zurückzuführen ist.