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West-Nil-Virus

Verbreitung

Das West-Nil-Virus (WNV) wurde 1937 erstmalig im West Nile District des nördlichen Uganda bei einem Menschen beschrieben.
Größere Epidemien wurden 1952 in Israel, 1962 in Frankreich, 1973 in Südafrika, 1980 in Indien, 1996 in Rumänien und seit 1999 in Russland, Israel sowie in den USA registriert. Auch in 2004 in Ungarn, 2008 in Österreich und 2010 in Griechenland wurden Infektionen sowie Todesfälle bei älteren Menschen dokumentiert.

Im Spätsommer 2018 kam es zu einer erneuten Ausbreitung des West-Nil-Virus bei Vögeln, Pferden und Menschen in den Europäischen Mitgliedsstaaten; zwischen dem 31. August und 06. September 2018 wurden allein 86 Infektionen bei Menschen gemeldet.

Das West-Nil-Virus ist seit 1999 auf allen Kontinenten nachgewiesen. Seit Ende 2009 zählt das Virus in Deutschland zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen und wurde als solche erstmals 2018 an einem Bartkauz in Halle nachgewiesen.

Seit dem ersten Auftreten 1999 in den USA (New York) hat der Bekanntheitsgrad des West-Nile-Virus stark zugenommen, da Tausende Menschen an dem Virus erkrankten und es sich rasant von Ost nach West ausbreitete. Allein 2002 wurde in den USA 4.156 West-Nil-Infektionen bei Menschen mit 284 Todesfällen gezählt.

Bei Pferden, die ebenfalls zu den Endwirten des Virus zählen, wurden in dem Jahr 14.717 West-Nil-Infektionen in den USA festgestellt. Erste Untersuchungen aus Großbritannien weisen auf ein endemisches Vorkommen des WNV in der Vogelpopulation Großbritanniens hin. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) beobachtet die Verbreitung des WNV in Europa und informiert auf ihrer Webseite wöchentlich über die Anzahl der gemeldeten Fälle.