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Trump erklärt Treibhausgase für ungefährlich

US-Präsident Donald Trump hat am vergangenen Donnerstag eine der wichtigsten Vorgaben für den Klimaschutz in den USA gekippt, indem er die sogenannte Gefährdungsfeststellung von 2009 für ungültig erklärt hat. Laut der Gefährdungsfeststellung, die von Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführt worden ist, werden Treibhausgase als gesundheitsschädlich eingestuft. Darauf basieren auch die Regeln für den CO₂-Ausstoß von Fahrzeugen sowie von Gas- und Kohlekraftwerken in den USA. Der Verkehr ist der größte CO₂-Verursacher in den USA.

Während Trump seinen Schritt als größte als größte Deregulierungsmaßnahme in der Geschichte des Landes bezeichnete und damit vor allem der Autoindustrie und den Ölkonzernen zu gefallen hofft, kritisieren ihn Umweltschützer und Demokraten wie Obama und John Kerrey, der ehemalige Außenminister und Klimabotschafter, für den Schritt scharf.

Kerry nannte die Entscheidung „unamerikanisch“ und sagte: „Wer Warnzeichen ignoriert, hält den Sturm nicht auf. Mehr Amerikaner geraten nun direkt in den Pfad des Sturms.“

Die demokratischen Gouverneure Gavin Newsom aus Kalifornien und Tony Evers aus Wisconsin sagten in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Diese Maßnahme ist rechtswidrig, ignoriert grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse und leugnet die Realität. Wir wissen, dass Treibhausgase den Klimawandel verursachen und unsere Gemeinden und unsere Gesundheit gefährden – und wir werden nicht aufhören, für den Schutz der amerikanischen Bevölkerung vor Umweltverschmutzung zu kämpfen.“ 
Newsom ergänzte: „Falls diese halsbrecherische Entscheidung vor Gericht bestehen sollte, wären mehr Waldbrände, mehr Überschwemmungen und Dürren die Folge.“

Einige Umweltgruppen haben bereits Klagen gegen das Energieministerium eingereicht. Weitere werden voraussichtlich nachziehen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warf Trump „ständige Lügen“ über den Klimawandel vor. „»“Während dieser Schritt die Taschen der großen Ölkonzerne füllt, müssen alle anderen den Preis bezahlen“, erklärte der Forschungsdirektor der US-Sektion von Greenpeace, Tim Donaghy.

Der Fall könnte letztlich vor dem Obersten Gerichtshof der USA landen. Sollte die Regierung hier Rückendeckung bekommen, wäre das eine Kehrtwende in der US-Rechtsprechung.

Der von der Trump-Regierung zur angeblichen Harmlosigkeit von Treibhausgasen vorgelegte Bericht, ist von Forschern bereits in wichtigen Punkten verrissen worden. Sie bemängelten zahlreiche Fehler und eine falsche Interpretation der zitierten Studien. Im Januar 2026 waren die Vereinigten Staaten zudem offiziell aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten.

Spiegel

Begriff Klimawandel nach Trumps Anweisung eliminiert

Der wiedergewählte US-Präsident Donald Trump lässt keine Gelegenheit aus, um weltweit für ungläubiges Kopfschütteln zu sorgen. Während auf der ganzen Welt zahlreiche Wissenschaftler:innen daran arbeiten, Möglichkeiten zu finden, den Klimawandel die stoppen und die Auswirkungen zu begrenzen, hat Trump nun verkündet, die Umwelt- und Klimapolitik der USA abzuschaffen. Statt Forschungen zum Thema Erderwärmung zu unterstützen, sollen stattdessen wieder vermehrt fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle gefördert werden.

Zudem hat er beschlossen, den Begriff Klimawandel und Klimakrise aus öffentlichen Dokumenten streichen zu lassen. Er hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) angewiesen, alle Erwähnungen des Klimawandels von ihren öffentlichen Webseiten zu entfernen. Als weitere Maßnahme sind Kürzungen bei der US-Wetterbehörde NOAA geplant. Vor ein paar Tagen hat Trump dann auch, wie schon erwartet, den erneuten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen angeordnet. Die Kündigung reichte seine Administration bei den Vereinten Nationen ein. Sie wird nach einem Jahr wirksam.

Diese Entscheidungen haben jedoch einen weitreichenden Einfluss auf die globale Klimapolitik, wie einer Studie der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zu entnehmen ist. Umso mehr sei jetzt die Europäische Union gefordert, mit ihrem Green Deal und ambitionierten Klimaschutzinitiativen gegenzusteuern, so Studienautorin Franziska Holz.

Die drastischen Maßnahmen Trumps haben jedoch keinen Einfluss auf die fortschreitenden Auswirkungen des nicht zu leugnenden Klimawandels, der sich mit heißeren und trockeneren Bedingungen im Westen sowie mehr Stürmen und Starkregen im Osten der USA zeigt. Auch die Brände in Kalifornien der letzten Wochen wären ohne den Klimawandel nicht so verheerend gewesen. In Anbetracht der nicht zu übersehenden Wetterveränderungen stellt sich die Frage, wie lange die Landwirt:innen noch auf Trumps Seite stehen werden.

Agrarheute