Besonders in ländlichen Regionen siedeln sich immer weniger Tierärzt:innen an, was die tierärztliche Versorgung von Nutztieren gefährdet. Um Studierenden der Veterinärmedizin die Nutztiermedizin näherzubringen, plant die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) gemeinsam mit dem Land Oberösterreich eine neue Außenstelle für Nutztiermedizin. Hier sollen künftig zehn bis zwanzig Studierende pro Semester sowie wissenschaftliches Personal, Ausbildende und Tierärzt:innen in die Arbeit der Außenstelle eingebunden werden.
Die gemeinsame Ausbildungsinitiative soll dem wachsenden Nutztierärztemangel entgegenwirken. Geplant ist die Einrichtung einer Außenstelle im Zentralraum, die künftig als Ausbildungs- und Forschungsstandort für Wiederkäuer-, Schweine- und Geflügelmedizin dienen soll. Neben klinischen Ausbildungsmodulen in Kooperation mit regionalen Tierarztpraxen sind Bereiche der angewandten Forschung sowie Weiterbildungsangebote geplant. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Höheren landwirtschaftlichen Schulen intensiviert werden, um frühzeitig Interesse an der Nutztiermedizin zu wecken.
„Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen eine verlässliche tierärztliche Versorgung direkt in den Regionen. Die neue Außenstelle ist ein Meilenstein für unsere heimische Landwirtschaft“, erklärt Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger. „Wir investieren gezielt in die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte und stärken damit unseren ländlichen Raum“, ergänzt Landeshauptmann Thomas Stelzer.
„Mit der neuen Außenstelle in Oberösterreich schaffen wir einen wichtigen Ausbildungsstandort für die Nutztiermedizin und stärken gleichzeitig die Praxisnähe im Studium. Unser Ziel ist es, Studierende frühzeitig mit den vielfältigen beruflichen Perspektiven in der Großtierpraxis und den Chancen des ländlichen Raums vertraut zu machen. Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit dem Land Oberösterreich, den Schulen sowie allen Partnern, um gemeinsam die tierärztliche Versorgung der Zukunft zu sichern“, sagt Vetmeduni-Rektor Matthias Gauly abschließend.
Vetmeduni Wien
Der Bayerische Landtag hat am 12.12.2024 grünes Licht für die Landtierarztquote im Freistaat gegeben, in dem er eine entsprechende Änderung des Gesetzes über den gesundheitlichen Verbraucherschutz und das Veterinärwesen (GVVG) billigt. Mit der Einführung einer Landtierarztquote für das Studium der Tiermedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität ab dem Wintersemester 2025/2026, geht der Freistaat einen bedeutenden Schritt zur Sicherung der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum und reagiert damit auf den Personalbedarf bei der tierärztlichen Versorgung von Nutztieren.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu in München: „Heute ist ein guter Tag für die Zukunft der tierärztlichen Versorgung im Freistaat: Die Landtierarztquote kommt. Wir brauchen mehr Tierärzte auf dem Land. Wir brauchen Landtierärzte für die Nutztierhaltung in allen bayerischen Regionen. Sie bedeuten mehr Tierschutz in der Fläche und mehr Lebensmittelsicherheit. Mit der Landtierarztquote stärken wir den Verbraucherschutz in Bayern und setzen gleichzeitig ein starkes Signal für künftige Tierärzte und Tierärztinnen sowie für die Nutztierhalter. Die Landtierarztquote ist ein entscheidender Baustein, um eine flächendeckende tierärztliche Versorgung in ganz Bayern sicherzustellen. Ich freue mich, dass der Bayerische Landtag jetzt den Weg für die Landtierarztquote frei gemacht hat. Tierärztliche Versorgung ist existenziell für die Tiere und für die Menschen. Bayern geht hier als Vorreiter voran.“
Wissenschaftsminister Markus Blume erklärte: „Optimaler Tierschutz, bestmögliche Tiergesundheit und höchste Lebensmittelsicherheit: Eine gute, sichere und flächendeckende tiermedizinische Versorgung gerade bei Nutztieren ist für uns alle wichtig – es geht um mehr als den ‚Hausarzt‘ für den Hamster: Ausreichend viele Tierärzte sind gerade für die Landwirtschaft in Bayern extrem wichtig und ein zentraler Standortfaktor. Deshalb setzen wir uns für mehr Tierärzte in allen Regionen Bayerns ein. Mit der Landtierarztquote schaffen wir einen Weg ins Tiermedizinstudium, der die optimale tierärztliche Versorgung im ganzen Land schon bei der Ausbildung im Blick hat. Das ist ein wertvoller Baustein im Maßnahmenpaket. Die Quote startet zum Wintersemester 2025/2026.“
Im Rahmen der Landtierarztquote werden bei der Studienplatzvergabe in Bayern gezielt Plätze für Bewerber:innen reserviert, die sich verpflichten, nach Abschluss ihrer Ausbildung für zehn Jahre in einem bayerischen Bedarfsgebiet als Nutztierärzt:in mit Schwerpunkt Rind oder Schwein zu arbeiten. Diese Studienplätze werden unabhängig von der Abiturnote im Rahmen eines zweistufigen Auswahlverfahrens vergeben. Es werden Bewerber:innen bevorzugt, die aufgrund ihrer Vorerfahrungen – zum Beispiel Ausbildung und Praktika – eine Eignung für die Nutztiermedizin erwarten lassen. Auch ein erfolgreich abgelegter Test für medizinische Studiengänge erhöht die Chancen für einen Studienplatz. Die endgültige Vergabe der Studienplätze erfolgt im Rahmen eines Auswahlgesprächs.
Das Bewerbungsfenster für einen Studienplatz im Rahmen der Landtierarztquote öffnet sich erstmalig vom 1. bis zum 28. Februar 2025. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich elektronisch über das Bewerberportal unter www.landtierarztquote.bayern.de. Auf der Internetseite finden Bewerber:innen außerdem alle erforderlichen Informationen und Hintergründe rund um die Landtierarztquote.