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Personalmangel sorgt beim tierärztlichen Notdienst für Probleme

19.01.2023

Der massive Personalmangel sowie die wachsende Zahl der Hausiere haben zu einer hohen Arbeitsbelastung der TierärztInnen in Deutschland geführt. Hinzu kommt der aktuell hohe Krankheitsstand. Besonders die notdienstliche Versorgung der Tiere wird immer schwieriger, da die wenigsten niedergelassenen PraktikerInnen die Notdienst-Bereitschaft gewährleisten können. Das hat zur Folge, dass viele TierbesitzerInnen auf Kliniken ausweichen, die jedoch auch zunehmend Probleme haben, die steigenden Patientenzahlen zu bewältigen. „Die Notdienstversorgung ist überall in Deutschland ein großes Problem“, weiß auch Prof. Sabine Tacke, die seit November letzten Jahres Präsidentin der Landestierärztekammer Hessen ist. Ein zusätzliches Problem ist, dass Kliniken nachts und am Wochenende aufgesucht werden, obwohl es sich eigentlich nicht um einen Notfall handelt. Die richtige telefonische Einschätzung der Patienten würde nach Meinung der Fachtierärztin an der Veterinärklinik der Universität die Lage etwas entschärfen. Das Hauptproblem sei jedoch die dramatische Personalentwicklung der Praxen und Kliniken. Dazu gehören neben dem Wunsch nach einer Work-Life-Balance
auch die zunehmende Feminisierung des veterinärmedizinschen Berufes, so Tacke. Gemäß der Berufsordnungen einiger Landestierärztekammern sind TierärztInnen verpflichtet, einen Notdienst nachts und an Feiertagen/Wochenenden sicherzustellen. In vielen Regionen haben sich die Praxen über einen Notdienstring zusammengeschlossen, der gut funktioniert, so lange keine Lücken entstehen, weil TierärztInnen aus dem Modell wegen Überlastung aussteigen. Im Gegensatz zu Praxen müssen tierärztliche Kliniken jederzeit, also 24 Stunden an 7 Tagen die Woche, für einen Notdienst sorgen. Immer weniger MitarbeiterInnen sind jedoch bereit, nachts und an Wochenenden zu arbeiten. Da auch die Kliniken aufgrund des dramatischen Mangels an Fachpersonal an ihre Grenzen kommen können, geben immer mehr ihren Status auf. Zudem habe die idealistische Vorstellung vieler junger Leute nichts mit dem anstrengenden Job in Praxis oder im Stall zu tun, sodass viele dem Beruf nicht treu blieben. Eine Herausforderung der Zukunft müsse es daher sein, mehr TiermedizinerInnen durch gute Rahmenbedingungen und angemessene Bezahlung dazu zu motivieren, im Job zu bleiben, so Tacke.

Weitere News

01.02.2023: Präziserer Einsatz von Pflanzenschutzmittel mittels KI

Die Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin ist vergangenen Sonntag zu Ende gegangen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) zeigt sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Neben Themen wie Tierwohl in der Milchviehhaltung und der Ernährungssicherheit ging es in den zahlreichen Gesprächen mit den BesucherInnen auch um einen nachhaltigen Pflanzenschutz. Der sei möglich und auch mit mehr Biodiversität vereinbar, lautete das Fazit einer der vielen Podiumsdiskussionen des DBV. Auch wenn ein kompletter Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zu Ertragsverlusten führen könnte, seien Biostimulanzien laut Professor Joseph- Alexander Verreet von der Uni Kiel, durchaus in der Lage, die Pflanzen widerstandsfähiger zu machen und auf diese Weise zur Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln beizutragen. Professor
Joachim Hertzberg von der Universität Osnabrück brachte auch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) ins Spiel, von der in den nächsten Jahren erhebliche Fortschritte zu erwarten seien. Der integrierte Pflanzenschutz der Zukunft werde nach Auffassung des DBV-Vizepräsidenten Detlef Kurreck wesentlich smarter und könne daher immer präziser eingesetzt werden, der Devise folgend: „So viel wie nötig und so wenig wie möglich.“ Auch bei der am 16. Februar 2023 erstmals stattfindenden Futura.VET geht es u.a. um die Ernährungssicherheit und die Landwirtschaft sowie um die Nutztierhaltung der Zukunft. Das neue zukunftsweisende Fortbildungsformat schaut über den Tellerand hinaus in die Zukunft, wobei der Schwerpunkt die Entwicklungen und ihre Bedeutung für die Tiermedizin sind. Die Teilnahme wird TierärztInnen daher auch mit 5 ATF-Stunden anerkannt.

01.02.2023: Tierversuchsfreie Testung ab sofort in den USA erlaubt

Gemäß einem neuen Gesetz dürfen in den USA ab sofort Arzneimittel an Menschen erprobt werden, ohne vorher in Tierversuchen getestet worden zu sein. Bislang war gesetzlich vorgeschrieben, dass Pharmaunternehmen die Sicherheit und Wirksamkeit ihrer Medikamentenkandidaten in mehreren Versuchsreihen an mindestens zwei Tierarten testen, bevor sie in den sogenannten klinischen Studien an menschlichen Probanden und Patienten erprobt werden durften. Der amerikanische Präsident Joe Biden hat mit der Unterzeichnung des neuen Gesetzes im Dezember 2022 den Weg für Alternativen zu Tierversuchen wie Organoide (menschliche Miniorgane), Multiorganchips oder computerbasierte Verfahren frei gemacht. Von Tierschutzorganisationenn wird die Gesetzes-Novelle als ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen Tierversuche angesehen, auch wenn diese im neuen Gesetz nicht verboten werden und weiterhin als ein mögliches Testsystem erlaubt bleiben. Die für Europa zuständige Arzneimittelbehörde EMA befindet sich derweil noch in der Phase der Überprüfung alternativer Methoden auf ihre Verlässlichkeit. Noch könne nicht vollständig auf Tierversuche verzichtet werden, teilte die EMA der Deutschen Presse-Agentur mit. Was von dem
bundesweiten Verein Ärzte gegen Tierversuche heftig kritisiert wird. „Eine große Menge Daten stellt das Versagen des veralteten, auf Tierversuchen basierten Systems deutlich dar. Denn durchschnittlich 92% der Medikamentenkandidaten, die alle Tierversuche erfolgreich durchlaufen haben, werden später während der klinischen Studien an Menschen aussortiert, vor allem, weil sie nicht wirken oder erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen“, sagt Dr. Dilyana Filipova, Wissenschaftlerin bei Ärzte gegen Tierversuche. Der Verein fordert daher, dass die EU und Deutschland sich dies zum Vorbild nehmen und eine Strategie für eine menschenrelevante Medikamentenentwicklung ohne Tierversuche ausarbeiten und umsetzen. Vom 9.-11.2.2023 findet der Kurs 1 der Online-Fortbildung für TierärztInnen zur Qualifikation als Tierschutzbeauftragte:r auf Myvetlearn.de statt. Diese Fortbildung hat das Ziel, Tierärztinnen und Tierärzte für eine Tätigkeit als Tierschutzbeauftragte zu qualifizieren. In zwei dreitägigen Kursen werden Kenntnisse vermittelt, die der Tierschutz-Versuchstierverordnung für die Pflege oder das Töten von Tieren oder die Planung oder die Durchführung von Tierversuchen erforderlich sind. Der Kurs 2 wird vom 19.-21.10.2023 als Präsenzveranstaltung stattfinden.

01.02.2023: Özdemir für einheitliche Tiertransportregelungen und Großvieheinheiten

Beim EU-Agrarministertreffen in Brüssel hat sich der Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir für einheitliche europäische Regeln beim Schutz von Tieren bei Transporten eingesetzt. „Wir müssen Lücken beim Tierschutz nach und nach schließen, dies gilt insbesondere für Tiertransporte. Denn wir können nicht länger zusehen, wie Tiere auf langen Transporten leiden oder qualvoll sterben. Deshalb haben wir die Transporte aus Deutschland in Länder außerhalb der EU bereits begrenzt. Damit nationale Beschränkungen nicht umgangen werden, brauchen wir aber dringend gemeinsame Regeln in Europa. Denn es ist keinem Tier geholfen, wenn es zunächst in einen anderen Mitgliedstaat gebracht wird, um von dort aus in ein Drittland exportiert zu werden." Ein weiteres Diskussionsthema der EU-Agrarminister war der Vorschlag
der EU-Kommission zur Überarbeitung der EU-Industrieemissionsrichtlinie. Der Entwurf der Kommission sieht u.a. die erstmalige Einbeziehung der Rinderhaltung und die Absenkung von Tierplatzzahlen vor, ab denen Geflügel- und Schweinehaltungsbetriebe der immissionsschutzrechtlichen Genehmigungspflicht unterliegen sollen. Grundsätzlich stehen Özdemir und seine Kollegin Steffi Lempke aus dem Bundesumweltminsterium hinter diesem Vorschlag und unterstützen die Einführung eines Schwellenwertes von 300 Großvieheinheiten in der Rinderhaltung ein. „Damit verhindern wir zusätzliche Belastungen insbesondere für kleinere landwirtschaftliche Betriebe, die den Umbau der Tierhaltung beeinträchtigen und negative Folgen für den ländlichen Raum haben könnten", so Özdemir.

31.01.2023: Prof. Wieler wird Sprecher des Digital Health Clusters

Professor Dr. Lothar H. Wieler wird der Sprecher des neuen Digital Health Clusters am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam. Wieler verfügt über eine wertvolle wissenschaftliche Expertise im Bereich Medizin und Public Health sowie praktische Erfahrung mit digitaler Transformation. Er wird wie der Digital Health Cluster am 1.4.2023 seine Arbeit beginnen. Neben seiner wissenschaftlichen Expertise hat er sich als Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) konsequent für eine datengestützte Wissenschaft eingesetzt und die digitale Transformation des Instituts beschleunigt. Das HPI ist wiederum international bekannt für hervorragende Digital-Forschung, insbesondere in Bereichen, in denen das Verständnis komplexer Zusammenhänge in großen Datenmengen durch moderne Informatik verbessert werden soll. Einer dieser Bereiche ist Digital Health, der bereits 2017 mit dem Aufbau des Digital Health Centers (DHC) etabliert wurde, um Forschung und Lehre zu bündeln und Wissenschaftler:innen und Akteur:innen aus den Bereichen Medizin und IT interdisziplinäre Forschung zu ermöglichen.
"Wir sind sehr erfreut, dass wir mit Professor Lothar Wieler einen so renommierten Experten im Bereich Public Health für das HPI gewinnen konnten", sagte Professor Dr. Tobias Friedrich, Geschäftsführer und Dekan des HPI. "Er wird unser vorhandenes Know-how im Bereich der digitalen Technologien durch seine wissenschaftliche Expertise und Erfahrung im Bereich Public Health optimal ergänzen. Als Sprecher des Clusters Digital Health wird er unsere Aktivitäten konzentrieren und weiter vorantreiben." Auch Wieler freut sich auf seine neuen Aufgaben, in denen er Medizin, Wissenschaft und IT zusammenbringen kann. "Nach acht Jahren als Wissenschaftler an der Spitze des RKI, freue ich mich auf die Möglichkeit, meine Erfahrungen aus dem Public Health Sektor und der Bekämpfung von Pandemien nun im HPI, einem der führenden Forschungsinstitute in der digitalen Welt, einzubringen. Diese Pandemie wird nicht die letzte gewesen sein, aber wir können uns besser auf die nächste vorbereiten, indem wir jetzt die richtigen Schlüsse ziehen und in die Forschung investieren."

31.01.2023: Neues Referenzzentrum zur Stärkung gefährdeter Nutztierrassen

Schwarzes Bergschaf, Wollschwein, Warzenente oder Brillenschaf – das sind alles alte Nutztierrassen, die in Europa auf der sogenannten Roten Liste stehen. Weltweit ist die Vielfalt der Nutztierrassen bedroht. In Deutschland betrifft das schon mehr als 70 Prozent. Das EU-Referenzzentrum für gefährdete Nutztierrassen ist zu Anfang des Jahres gegründet worden, um diese Vielfalt wieder zu stärken. „Mit dem neuen European Union Reference Centre for Endangered Animal Breeds, kurz EURC-EAB, stärken wir die Zusammenarbeit zwischen den Behörden und Zuchtverbänden der EU-Mitgliedstaaten," fasst Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der BLE, die Arbeit des Referenzenzentrums zusammen. „Es geht um den Austausch von Erfahrungen und Lösungsansätzen, was wir gemeinsam und konkret für gefährdete Nutztierrassen tun können." Die Leitung des Zentrums haben gleichermaßen das niederländische Institut Wageningen Livestock Research (WLR),
das Institut de l’Élevage (IDELE) aus Frankreich sowie das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) übernommen. Ein besonderer Fokus des Konsortiums wird in der Umsetzung der in der Tierzuchtverordnung verankerten Sonderregelungen für bedrohte Nutztierrassen liegen. Hierzu zählen beispielsweise die vereinfachte Aufnahme von Tieren in Zuchtbücher, um die Nutztierrassenvielfalt und die genetische Diversität innerhalb einer Rasse zu erhalten. Dazu müssen unter anderem Definitionen und Kriterien für den Gefährdungsstatus einer Rasse EU-weit harmonisiert werden – diese werden zunächst in einer europaweiten Umfrage erfasst. Zudem soll eine enge Zusammenarbeit mit dem Europäischen Netzwerk für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung tiergenetischer Ressourcen zu einem umfangreichen Wissensaustausch führen.

30.01.2023: Forschungstierhaltung am UKE für mehr Tierwohl

Auch wenn viele Menschen in Europa sich gegen Tierversuche aussprechen, kommt die Forschung noch nicht ganz ohne Tiermodelle aus. Die Entwicklung von neuen Therapien bei Herz- Kreislauf- und Stoffwechselstörungen, immunologischen oder neurobiologischen Erkrankungen, Infektionen oder Krebs kann nicht ohne Tierversuche von statten gehen. Um eine moderne Tierhaltung und zeitgemäße Arbeitsplätze zu gewährleisten, wurde in dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine neue Forschungstierhaltung erstellt, die am 20. Januar 2023 eingeweiht wurde. „Das neue Gebäude vereint Tierschutz und moderne Arbeitsprozesse auf bestmögliche Weise“, sagt Prof. Dr. Christian Gerloff, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE. Alle Tiere werden artgerecht gehalten und von 45 ausgebildeten TierpflegerInnen versorgt. In der tierexperimentellen Forschung des UKE wird durchgängig das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine) angewandt, um unnötiges Leiden von
Versuchstieren zu verhindern und so wenig Tiere wie möglich für die Forschung einzusetzen. „Solange wir Tierversuche in der Medizin nicht vollständig durch Alternativen ersetzen können, muss es unser Anspruch sein, Forschung mit höchsten Standards beim Tierschutz zu betreiben. Mit dem Neubau der Forschungstierhaltung auf dem UKE-Gelände haben wir einen Ort geschaffen, der zeitgemäße Forschungstierhaltung garantiert“, betonte Katharina Fegebank, Senatorin der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke bei der Einweihung des Gebäudes. Um solche Einrichtungen betreiben zu können, bedarf es auch eines/einer Tierschutzbeauftragten. Diese Qualifikation können Tierärztinnen und Tierärzte auf Myvetlearn.de erlangen. Kurs 1 "Fortbildung für Tierärzte zur Qualifikation als Tierschutzbeauftragte" findet vom 9.-11. Februar 2023 als Online-Veranstaltung statt, Kurs 2 folgt im Oktober 2023, voraussichtlich als Präsenzveranstaltung in Berlin.

30.01.2023: Mehr als 1,2 Mio. europäische Stimmen gegen Tierversuche

Die Europäische Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics – Für ein Europa ohne Tierversuche“ hat nach der finalen Auszählung über 1,2 Millionen validierte Stimmen erhalten. Der Deutsche Tierschutzbund als einer der Unterstützer der Initiative fordert ein umgehendes Handeln der Europäischen Kommission. „Die europäischen Bürgerinnen und Bürger haben mit ihren Stimmen deutlich gemacht, dass die leidvolle und fragwürdige Methode des Tierversuches in Europa ein Ende haben muss“, sagt Biologin Jessica Rosolowski, Fachreferentin für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund. „Die EU-Kommission ist aufgefordert, das Tierversuchsverbot für Kosmetik zu gewährleisten und zu stärken, die EU-Chemikaliengesetzgebung umzugestalten und eine Strategie für die schrittweise Abschaffung aller Tierversuche zu erarbeiten.“ Als nächsten Schritt ist eine Anhörung vor dem EU- Parlament vorgesehen. Innerhalb von sechs Monaten muss dann die EU-Kommission schließlich darlegen, ob und welche Maßnahmen sie als Reaktion auf
die Bürgerinitiative ergreifen wird. Mit rund 20 Prozent haben sich zahlreiche BürgerInnen auch aus Deutschland an der Aktion beteiligt. „Die große Unterstützung aus Deutschland sollte der Bundesregierung zu denken geben“, meint Rosolowski. „Auch national muss sich endlich etwas bewegen. Wir brauchen eine Gesamtstrategie für den Ausstieg aus Tierversuchen.“ Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist es unabdingbar, humanbasierte und tierfreie Methoden stärker zu fördern, um Tierversuche zu ersetzen. Vom 9.-11.2.2023 findet der Kurs 1 der Online-Fortbildung für TierärztInnen zur Qualifikation als Tierschutzbeauftragte:r auf Myvetlearn.de statt. Diese Fortbildung hat das Ziel, Tierärztinnen und Tierärzte für eine Tätigkeit als Tierschutzbeauftragte zu qualifizieren. In zwei dreitägigen Kursen werden Kenntnisse vermittelt, die der Tierschutz-Versuchstierverordnung für die Pflege oder das Töten von Tieren oder die Planung oder die Durchführung von Tierversuchen erforderlich sind. Der Kurs 2 wird vom 19.-21.10.2023 als Präsenzveranstaltung stattfinden.

30.01.2023: Dürre bedroht Tausende Rinder in Argentinien

Argentinien wird derzeit von einer extremen Trockenheit heimgesucht. In dem südamerikanischen Land sprechen ExpertInnen von der schwersten Dürre seit mindestens 60 Jahren. In einigen Regionen hat es in den letzten drei Jahren kaum geregnet. Der regional dramatische Wassermangel hat bereits zu hohen Ernteverlusten geführt, Tausende Rinder sind bereits verhungert. Rund 26 Millionen weitere Rinder seien gefährdet, berichten Behörden.
Das wäre rund die Hälfte des gesamten argentinischen Rinderbestands. Der argentinische Wirtschaftsminister Sergio Massa sucht derweil zusammen mit Agrarexporteuren nach Lösungen. Zudem trägt die anhaltende Trockenheit zu einer allgemeinen Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land bei, die durch eine besonders hohe Inflation und eine schwächelnde Landeswährung gekennzeichnet ist.

30.01.2023: Fördermaßnahmen für Mobile Schlachtung

Nach der Ankündigung der Bundesregierung wird auch das Land Mecklenburg- Vorpommern kleinere landwirtschaftliche Betriebe unterstützen, die in mobile Schlachtungseinheiten investieren wollen. Die Förderung kann jedoch nur in Anspruch genommen werden, wenn der Betrieb Lieferverträge mit mindestens drei Erzeugern geschlossen hat. „In Deutschland werden jährlich ca. 60 Millionen Huftiere geschlachtet, ein Drittel davon von einem Konzern. Bei der Schlachtung außerhalb eines Schlachbetriebes handelt es sich derzeit noch um eine kleine Nische. Die Diskussion über die Form der Schlachtung
und die Anstrengungen, das Tierwohl bis hin zur Schlachtung zu verbessern, sind aber unter Tier- und Umweltschutzaspekten völlig berechtigt. Tiertransporte zu vermeiden hilft dem Klimaschutz und bedeutet für die Tiere weniger Stress. Beides ist auch im Sinne der Verbraucher“, betonte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Für das Förderprojekt des Bundeslandwirtschaftsministeriums können noch bis zum 6. April 2023 Projektideen rund um die mobile Schlachtung, einschließlich der Weideschlachtung, bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträger eingereicht werden.

27.01.2023: GOT-Reform war längst überfällig

Seit dem November 2022 gilt die neue Gebührenordnung für TierärztInnen (GOT). Die Preiserhöhungen waren längst überfällig, wie Prof. Sabine Tacke, Präsidentin der Landestierärztekammer (LTK) Hessen, betont. Für die zuletzt im Jahr 1999 geänderte Gebührenordnung hatte die Bundestierärztekammer (BTK) bereits vor zehn Jahren eine strukturelle Reform gefordert, in der z. B. moderne bildgebende Verfahren wie MRT und CT oder die komplexe Narkoseüberwachung stärkere Berücksichtigung finden. Doch war der Zeitpunkt für das jetzige In-Krafttreten der GOT alles andere als günstig, denn die steigenden Energiepreise und die Inflationsentwicklung belasten die Haushalte in Deutschland ohnehin schon stark. Die gestiegenen Kosten der tierärztlichen Versorgung können einige TierhalterInnen in finanzielle Nöte bringen. Dies sei zweifellos ein Problem, aber nicht den Tierärzten anzulasten, sagt Tacke. Für die erbrachten Leistungen müssen TierärztInnen dementsprechend auch entlohnt werden. Die LTK-Präsidentin wehrt sich dagegen,
dass die Kollegen in Kliniken und Praxen sich rechtfertigen müssen, dass sie ihre Praxis wirtschaftlich führen, Mitarbeiter bezahlen und ihren Lebensunterhalt verdienen wollen. „Es ist keineswegs so, dass die niedergelassenen Kollegen sich auf Kosten ihrer Patienten eine goldene Nase verdienen“, betont die Oberärztin am Gießener Klinikum für Veterinärmedizin. Tacke versteht die Sorgen der LandwirtInnen und TierbesitzerInnen durchaus, jedoch sollten die TierärztInnen nicht das Ziel der Kritik sein. Sie wünscht sich stattdessen, dass sich mehr TierhalterInnen vor der Anschaffung eines Tieres über die Kosten Gedanken machen. Wie Tacke erklärt, sei die Zahl der Tierhalter, die ihre Rechnung nicht oder nur nach Mahnung zahlen, bei Tierärzten schon immer hoch gewesen, sie wird aber in Zukunft möglicherweise weiter steigen. „Wir erwarten, dass auch der Wunsch nach Ratenzahlungen häufiger geäußert wird“, so Tacke. Zu den Änderungen der GOT sowie Tipps zur Kommunikation der angehobenen Gebühren gibt TierärztInnen eine kostenfreie Online-Fortbildung auf Myvetlearn.de.

27.01.2023: Konsequenzen für Exotenhaltung aus EXOPET-Studie gefordert

Nach Hunden und Katzen rangieren Papageien und Wellensittiche auf den Plätzen drei und vier der beliebtesten Heimtiere in Deutschland. Doch leider werden diese und andere sogenannte Exoten häufig nicht artgerecht gehalten, wie die Landestierschutz-Beauftragte Dr. Madeleine Martin erklärt. „Umfangreiche wissenschaftliche Arbeiten im Rahmen der sog. EXOPET-Studie im Auftrag früherer Bundesregierungen belegen zweifelsfrei, dass selbst die angeblich leicht zu haltenden Exoten in Privathand und häuslichen Wohnzimmern oft unter Bedingungen leben müssen, die sie letztlich krank machen und leiden lassen. Das Wissen über Verhalten, die Haltungsbedingungen, aber auch über die Kosten für Futter, Energie, Sachkunde, tierärztliche Behandlung solcher Tiere fehlt oft", so Martin. Die Machbarkeitsstudie zum EXOPET-Projekt, die exemplarisch für die Spezies Graupapagei (Psittacus erithacus) durchgeführt wurde, verdeutlicht, dass neben einer artgleichen Vergesellschaftung harmonierender Individuen das „Environmental
enrichment“ bei Papageien besonders wichtig ist, wobei die angebotenen Reize möglichst den natürlichen Verhaltensweisen der Papageien nachempfunden werden sollten. Das wird in Privathaltungen nur selten erfüllt. Die Tiere entwickeln in Einzelhaltung, aber auch in Haltung von lediglich zwei harmonierenden Individuen, häufig Verhaltensstörungen. Daher fordert die Landestierbeauftragte Martin strengere gesetzliche Vorgaben für die Haltung von exotischen Tieren. „Die Bundesregierung sollte unbedingt diese Erkenntnisse, für die in einzigartiger Weise Praktiker und Universitäten über Jahre zusammengearbeitet haben, endlich aus der Schublade holen, in die man sie versenkte, und umsetzen! Die Fakten liegen also seit nunmehr fünf Jahren auf dem Tisch. In anderen europäischen Ländern gibt es längst Vorgaben!" so Martin. „Die Bundesregierung will das Tierschutzgesetz zeitgemäß novellieren. In diesem Rahmen wäre eine gute Gelegenheit, sich endlich auch dieser Tiere anzunehmen!", lautet Martins Appell.

27.01.2023: Darstellung von CO2-Angaben auf Lebensmitteln essentiell

Die Darstellung der CO2-Angaben auf Lebensmitteln hat einen Einfluss auf das Konsumverhalten der VerbraucherInnen. Ein internationales Forscherteam hat in einem Feldexperiment belegen können, dass eine Visualisierung in Ampelfarben sowie die grafische Darlegung der Umweltkosten das Essverhalten am meisten beeinflussen. Das Experiment wurde über zehn Tage in einer der größten Mensen des Studentenwerks München mit mehr als 8.000 BesucherInnen durchgeführt. Die Darstellung der CO2-Angaben wurde einmal täglich geändert. Das Ergebnis hat verdeutlicht, dass die Informationen, wie viel Euro an Umweltschäden das Mittagessen jeweils verursacht, den größten Effekt hatten. Diese Form der Informationen sorgte dafür, dass bis zu knapp zehn Prozent weniger CO2 durch die Mahlzeiten verursacht wurden als ohne die Informationen. „Unser Experiment macht
deutlich, dass Informationen zum CO2- Fußabdruck zu einer Verhaltensänderung bei Konsumenten führen können. Diese Erkenntnis kann Politik und Wirtschaft dabei helfen, geeignete Maßnahmen für eine nachhaltigere Zukunft zu ergreifen", sagt Thorsten Sellhorn, Professor für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der LMU. „Unternehmen könnten sich beispielsweise freiwillig dazu entscheiden, CO2-Angaben für Lebensmittel oder andere Produkte und Dienstleistungen auszuweisen." Wie aber ist der CO2-Abdruck für Laborfleisch, das in Kürze konventionelles Fleisch verdrängen wird, so die Überzeugung von Prof. Nick Lin-Hi. Der Professor für Wirtschaft und Ethik an der Universität Vechta wird sich am 16. Februar 2023 in seinem Online-Vortrag auf der Futura.VET intensiv mit der Zukunft der Ernährung und somit auch der landwirtschaftlichen Tierhaltung und die der NutztierärztInnen befassen.

27.01.2023: Stichtagsmeldungen nur noch an die Tierseuchenkasse

Um den Ablauf für die Stichtagsmeldungen einfacher zu gestalten, fordert Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, dass diese künftig nur noch an die Tierseuchenkasse übermittelt werden müssen. Dazu wurde am 26.01.2023 ein entsprechender Gesetzesentwurf vorgelegt. „Ziel der Gesetzesänderung ist die Erweiterung der Aufgaben der Tierseuchenkasse von Mecklenburg-Vorpommern im Hinblick auf die Zusammenführung von Stichtagsmeldungen. Sie dient außerdem der Einführung des zentralen Betriebsregisters (zBR). Das bietet die Möglichkeit der Speicherung und der elektronischen Übermittlung der Betriebs-Stammdaten
zwischen den verschiedenen Fachanwendungen der Veterinärverwaltung“, erklärt Backhaus. Mit der Änderung entfalle die Pflicht für die TierhalterInnen, ihre Meldungen auch bei der HIT-Regionalstelle vorzunehmen, so der Minister. Auch die jährliche Aktualisierung der Tierzahlen soll über die Tierseuchenkasse stattfinden. Diese soll die Zahlen sowie Halteränderungen dann den zuständigen Stellen elektronisch übermitteln. „Denn ein regelmäßiger Stammdatenaustausch zwischen den verschiedenen Veterinärbehörden des Landes und des Bundes, verbunden mit einem aktuellen Bestands- und Tierzahlregister, sind für die Tierseuchenbekämpfung unverzichtbar“, betont der Minister abschließend.

26.01.2023: Pferdebesitzer müssen Hausbesuchsgebühr zahlen

Gemäß der im November 2022 in Kraft getretenen neuen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ist fortan eine Hausbesuchsgebühr für HalterInnen von Haustieren und Pferden zu erheben. Verschiedene Reitsportverbände hatten jüngst Zweifel an der Verpflichtung einer Hausbesuchsgebühr für Pferdehalter gestreut. Die Bundesierärztekammer (BTK) weist auf ihrer Internetseite darauf hin, dass Pferde nicht in die Kategorie „landwirtschaftlich genutzte Tiere“ fallen und die Gebühr bei einem Haus- bzw. Stallbesuch fällig wird. Für PferdehalterInnen bedeutet die neue Regelung eine finanzielle Mehrbelastung, denn die Behandlung eines Pferdes im heimischen Stall ist eher die Regel als die Ausnahme. Anders als beim Wegegeld ist auch keine anteilige Berechnung möglich, wenn sich beispielsweise mehrere Pferdebesitzer zu einem Termin zusammenschließen. Nach Auffassung der von BTK und dem
Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) gegründeten "AG GOT" könne nur bei drei Ausnahmen ein Pferd als landwirtschaftlich gehaltenes Tier eingestuft werden: bei Stutenhaltung zur Milchgewinnung, der Pferdehaltung zur Fleischgewinnung (ist nicht identisch mit Eintragung als Lebensmittel lieferndes Tier im Equidenpass) sowie als Zuchtstute im landwirtschaftlichen Betrieb. Auch ein LM-Status eines Pferdes heiße nicht, das dieses landwirtschaftlich gehalten wird. Falls die Zuchtstuten als landwirtschaftliche Nutztiere einzustufen sind, gelten auch deren Fohlen (Nachzucht) für die Dauer des Verbleibs in diesem Betrieb als landwirtschaftlich gehaltene Tiere. TierärztInnen haben noch bis zum 26. März 2023 die Möglichkeit, sich mit Hilfe der kostenfreien Online-Fortbildung von ATF und Vetion.de die Anwendungshinweise und Kommunikationtipps zur neuen GOT erklären zu lassen.

26.01.2023: ASP dominiert Tierseuchengeschehen in Europa

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) führte auch im vergangenen Jahr die Liste der in Europa nachgewiesenen Tierseuchen an. Das geht aus den Jahresdaten 2022 des europäischen Tierseuchenmeldesystems (ADIS) hervor. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr knapp 8.000 ASP-Fälle gemeldet, doch sank die Zahl um rund 40 Prozent gegenüber 2021. Erfreulicherweise haben die Einschleppungen in Hausschweinebestände um mehr als 70 % auf 537 abgenommen. Nach Polen kam es in Deutschland zu den meisten ASP-Vorkommen im Schwarzwildbestand. Besonders in den östlichen europäischen Ländern wie Rumänien, Bulgarien und Nordmazedonien scheinen die Ausbrüche allerdings wieder zuzunehmen. Erst am 24.02.2023 teilte die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mit, dass ein verendetes Wildschwein im Norden Griechenlands positiv auf das Virus getestet wurde. Damit wurde die ASP hier erstmalig wieder nach drei Jahren nachgewiesen. Auch in Tschechien gab es vor wenigen Wochen einen neuen Ausbruch. Zum ersten Mal nach fünf Jahren bestätigte das
Staatliche Veterinärinstitut in Prag die Infektion bei einem tot aufgefundenen Wildschwein. Es wurde in der Nähe der Grenze zu Polen in Frýdlant in der Region Liberec gefunden. Aktuell bereitet den Behörden jedoch die Geflügelpest noch größere Sorgen. Die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) war 2022 gemessen an den absoluten Zahlen die Tierseuche mit dem stärksten Zuwachs. Von den europaweit insgesamt rund 5.880 Nachweisen ist der Anteil der Einschleppungen in Hausgeflügelbestände um rund ein Drittel auf 2.322 Betriebe angestiegen. Hinter Frankreich mit 1.594 Fällen und Ungarn (294 Fälle) lag Deutschland mit 97 infizierten Nutzgeflügel-Beständen auf dem dritten Platz. Auch die Zahl der gemeldeten Nachweise mit dem West-Nil-Virus (WNV) ist im Vergleich zu 2021 stark angestiegen. Insgesamt wurden 364 Fälle registriert; ein Jahr zuvor waren es nur 53 Nachweise. Vor allem in Italien und Deutschland mit 247 beziehungsweisen 67 Fällen gab es deutlich mehr Infektionen. Das WNV kann auch auf den Menschen übertragen werden und hier Grippe-ähnliche Symptome hervorrufen.

Tierärztliche Notversorgung in Sachsen nicht mehr gewährleistet

26.01.2023

Anlässlich der Ankündigung der Kleintierklinik an der Universität Leipzig, ab dem 1. Februar 2023 keinen Wochenend- und Nacht-Notdienst mehr anbieten zu können, wächst die Sorge in Sachsen vor einer Notlage in der tierärztlichen Betreuung. Die Parteichefin der Linken, Susanne Schaper, sieht die tierärztliche Notversorgung in dem Bundesland als gefährdet an. Grund dafür sei in erster Linie der dramatische Personalmangel, der schon seit längerer Zeit in der Veterinärmedizin zu verzeichnen sei, so Schaper. Die Politikerin fordert daher neben einem leichteren Zugang zum Studium, die Anerkennung von Ausbildungen in Landwirtschaftsberufen bei der Vergabe von
Studienplätzen und eine Erhöhung ihrer Anzahl. Weiterhin bedarf es auch einer zentralen, vom Land geförderten Rufnummer für den Tiernotdienst. Lösungen müssten schnell gefunden werden, erklärte die Parteichefin. Nach den angekündigten Einschränkungen im Notdienst blieben nach Ansicht Schapers lediglich die Tierkliniken in Panitzsch (Landkreis Leipzig) sowie Crimmitschau (Landkreis Zwickau), die eine 24-Stunden-Notversorgung anbieten können und aktuell noch anbieten. Diese beiden Kliniken könnten aber anders als die Kleintierklinik der Universität Leipzig kein Maximalversorger auch für Thüringen und Sachsen-Anhalt sein, so Schaper abschließend.

25.01.2023: Human-Medikamente nicht ohne Rücksprache an Tiere verabreichen

Im November 2022 ist die neue Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) in Kraft getreten, die auch die Kosten für Tierarztbesuche erhöht haben. Um diese Preissteigerung zu umgehen, nehmen TierbesitzerInnen leider häufig die Behandlung ihrer Vierbeiner in die eigene Hand und verabreichen ihnen Medikamente, die für Menschen hergestellt wurden. Diese können jedoch bei Haustieren zu starken Nebenwirkungen führen, schlimmstenfalls den Tod herbeiführen. „So löst bereits eine kleine Dosis Ibuprofen oder Paracetamol bei Katzen schwere Vergiftungen aus“, erklärt Stephanie Ohm, Tierärztin bei der R+V Versicherung. Eine Überdosierung kann bei Hunden Magenblutungen oder Erbrechen verursachen. Die Reaktionen hängen mit
dem Stoffwechsel der Tiere zusammen, der anders als bei Menschen ist. „Manche Substanzen in schmerz- und fiebersenkenden Medikamenten oder Naturheilmitteln können Tiere nicht oder nur sehr langsam abbauen. Das führt unter Umständen zu lebensbedrohlichen Vergiftungen", so Ohm. Daher weist die Tierärztin HalterInnen eindringlich darauf hin, ihren Tieren niemals eigenmächtig Human-Medikamente ohne tierärztliche Beratung zu verabreichen. Stephanie Ohm rät auch davon ab, Tiere mit vermeintlich harmlosen Mitteln selbst zu behandeln. „Die Tierärztin oder der Tierarzt entscheidet, ob ein Medikament für Menschen eingesetzt werden kann und wie es dosiert sein muss.“ Zudem gibt es Krankheiten, bei denen ein spezielles Tier-Präparat die bestmögliche Behandlung darstellt.

24.01.2023: EU erteilt Zulassung für Hausgrillen in Lebensmitteln

Um den Bedarf an Proteinen der wachsenden Weltbevölkerung zu decken, werden in vielen Ländern der Welt Insekten als Nahrungsmittel geschätzt. Denn sie gelten als nahrhaft und reich an Proteinen. Im Jahr 2021 hat die Europäische Union die Genehmigung erteilt, den getrockneten gelben Mehlwurm in Lebensmitteln zu verwenden. Die Zulassung für die Europäische Wanderheuschrecke folgte danach. Mit dem heutigen Dienstag (24.01.2023) ist die Liste um Hausgrillen ergänzt worden. Ausgewählte Unternehmen dürfen zunächst für fünf Jahre bestimmte neue Produkte in Lebensmitteln verarbeiten. Laut EU-Verordnung können die genannten Insekten gefroren, getrocknet oder als Pulver verwendet werden. „Die Lebensmittelsicherheit
hat für die Kommission oberste Priorität“, erklärt eine Sprecherin der EU-Kommission. So müsse für jedes Insekt, das für die Lebensmitteproduktion verwendet wird, eine Zulassung beantragt werden. In der Zutatenliste muss zudem der Artname aufgeführt werden. So könne die Behörde bestätigen, dass diese sicher seien. In der Schweiz ist es bereits seit 2017 gesetzlich erlaubt, Heimchen, Mehlwürmer im Larvenstadium sowie Europäische Wanderheuschrecken zum menschlichen Verzehr anzubieten. Auch in Deutschland und Österreich werden Snacks und Nudeln mit Insekten schon länger verkauft. Wie es von Seiten der EU-Kommission heißt, gibt es aktuell acht weitere Anträge auf die Zulassung von Insekten als Lebensmittel.

24.01.2023: Pläne für Tierhaltungs-Umbau unzureichend

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus hat im Rahmen der Internationen Grünen Woche (IGW) das Bundesprogramm zum Umbau der Tierhaltung kritisiert. Den rasanten Rückgang der Schweinehaltung in Deutschland sowie die zunehmende Verlagerung der Produktion ins Ausland hob der Minister dabei besonders hervor. „Ich bin mit den vorgelegten Eckpunktepapieren und Gesetzentwürfen der Bundesregierung nicht einverstanden. Anstatt den allgemein anerkannten Borchert-Plan komplett umzusetzen, wird nur ein Teil des ursprünglichen Konzeptes angegangen. So wird ein Ansatz, der viel Zuspruch erfahren hat wirkungslos. Es erzeugt keinerlei Aufbruchstimmung, sondern eher das Gegenteil – Frust und Perspektivlosigkeit bei den Tierhaltern“, so die Kritik von Backhaus. Der Minister
fordert eine Anhebung der Tierbestandszahlen für die Förderung, da die Wirtschaftlichkeit bei kleineren Größenordnungen für Schweine zumindest im konventionellen Bereich infrage gestellt sei. Auch die Borchert- Kommission nutzte die durch die IGW allgemein gestiegene Aufmerksamkeit und erneuerte ihre Kritik an Özdemirs Plänen zur Tierhaltung. In einer Stellungnahme fordert die Kommission den Einstieg in eine überzeugende Transformationsstrategie. Das Borchert-Papier nennt die im Bundesprogramm zur Förderung des Umbaus der Tierhaltung vorgesehene Tierwohl-Prämie „unzureichend“ und schlägt stattdessen eine Förderung in Höhe von 80-90 Prozent der Mehrkosten vor. Zudem sollten LandwirtInnen Verträge über 20 Jahre erhalten, um Abschreibungen für Stallbauten voll berücksichtigen zu können.

24.01.2023: Kritische Stimmen gegen Positivliste exotischer Tiere

Rund 35 Millionen Heimtiere leben in Haushalten in Deutschland. Den größten Teil machen zwar Hunde und Katzen aus, doch finden sich auch Tausende exotische Tiere darunter. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir möchte die Privathaltung exotischer Tiere nun verbieten. „Warum braucht jemand etwa anspruchsvoll zu haltende, exotische Tiere wie Schlangen oder ein Chamäleon zu Hause? Das habe ich nie verstanden", erklärt Özdemir. Schon länger drängt der Minister darauf, bestimmte Tierarten in privatem Besitz über eine Positivliste verbieten zu lassen. In zahlreichen Fällen landen Schlangen, Warane und Spinnen in den Tierheimen, die ohnehin schon an ihre Grenzen geraten sind. Diese gelte es vor dem hohen Aufwand und den zusätzlichen Kosten, die die Haltung exotischer Tiere verursache, zu schützen, so Özdemir. Als „reinen Populismus“ bezeichnet der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde, Axel Kwet, die Pläne des Grünen-Politikers: „Mit seiner geforderten Positivliste will er zwar den Tier- und Artenschutz stärken, aber er erreicht das Gegenteil.“ Scharfe Kritik erntet Özdemir für seine Pläne auch vom Zentralverband
Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF). „Trotz des harmlos klingenden Namens wäre eine Positivliste nichts anderes als ein grundsätzliches Verbot der Heimtierhaltung“, mahnt Norbert Holthenrich. Der ZZF-Präsident ist der Meinung, dass eine Positiv- bzw. Erlaubnisliste die Heimtier-Vielfalt in den Haushalten behindern und einen radikalen Bruch mit dem bisherigen Verständnis des Zusammenlebens von Menschen mit Heimtieren in Deutschland darstellen würde. „Ob Tiere für das Zusammenleben mit Menschen in normalen Privathaushalten geeignet sind, hängt davon ab, ob sie ihrer Biologie und ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden können“, so der ZZF-Präsident. Der Verband nennt weitere Argumente gegen die Einführung einer Positivliste, wie dem Fehlen von sinnvollen und objektivierbaren Kriterien für die Aufnahme von Tierarten in diese oder dem Risiko, dass Tiere dann am Zoofachhandel vorbei und über unprofessionelle Kurierdienste erworben würden. Thomas Kölpin, Direktor des Stuttgarter Zoos, schlägt hingegen einen verpflichtenden Sachkundenachweis beim Erwerb eines Tieres vor, der zudem Spontankäufen oder Mode- Haltungen vorbeugen könnte.

23.01.2023: Kampf gegen multiresistente Erreger muss fortgesetzt werden

Die Zunahme antimikrobieller Resistenzen (AMR) ist hauptsächlich auf den inflationären und unsachgemäßen Gebrauch von Antibiotika, Virostatika oder Antimykotika zurückzuführen. Immer häufiger treten Erreger auf, die sich resistent gegenüber den bekannten Wirkstoffen zeigen. Pharma- und Forschungsunternehmen sind auf der Suche nach effizienten Gegenmaßnahmen, was sich jedoch alles andere als einfach gestaltet. Eine neue Research-Publikation der VDI Technologiezentrum GmbH, bietet einen Überblick zu Hintergründen, dem aktuellen Stand und Ansätzen im Kampf gegen multiresistente Erreger. Neben neuen wirksamen Antibiotika forschen WissenschaftlerInnen beispielsweise an Impfstoffen gegen antibiotikaresistente Bakterien. Nach dem Scheitern einiger Projekte zielt ein neuer, vielversprechender Ansatz auf den Stoffwechsel der Bakterien ab. Da die Entwicklung von entsprechenden Antibiotika sowie von Impfstoffen einerseits sehr kostenintensiv, andererseits wenig erfolgversprechend ist, ist die Pharmaindustrie
kaum noch bereit, in die Forschung zu investieren. Der Einsatz von Bakteriophagen, der sowohl als Option für die Therapie als auch die Prävention von Erkrankungen mit resistenten Bakterien gilt, scheint mehr Erfolg zu versprechen. Auch in der Tiermedizin wird die Phagentherapie als Ansatzpunkt im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen diskutiert. Problematisch wird auch die stetige Zunahme von resistenzen bei anderen Mikroorganismen wie Pilzen gesehen. Im vergangenen Jahr berichtete die US- amerikanische Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) über Ausbrüche von Candida-auris- Infektionen in Pflegeeinrichtungen, bei denen Fälle von Panresistenz auftraten und demnach sämtliche Antimykotika wirkungslos waren. Um die Entwicklung weiterer Resistenzen im Stall zu verhindern, ist die Online- Plattform VetMAB.de geschaffen worden. Denn durch eine Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren und dem Betriebsmanagement können weniger Antibiotika in der Nutztierhaltung eingesetzt werden.

23.01.2023: BMEL fördert klima- und umweltschonende Aquakulturen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ruft zur Einreichung von Forschungsprojekten für eine klima- und umweltschonende Aquakultur auf. Gefördert werden Projekte von Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die den nachhaltigen Konsum und die gesellschaftliche Anerkennung stärken. Zudem können Projektideen eingereicht werden, die ein Bestands- und Produktionssystemmanagement
entwickeln, Nährstoffkreisläufe optimieren und Anpassungen an klimatische Veränderungen umsetzen. Projekte zu Tiergesundheit und -monitoring, zur Zucht und Reproduktion sowie zur Förderung der Algenaquakultur sind ausdrücklich erwünscht. Bis zum 20. April 2023 können Projektskizzen bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträger eingereicht werden.

Politische Anklage auf dem bpt-Neujahrsempfang

23.01.2023

Die Internationale Grüne Woche ist am vergangenen Donnerstag eröffnet worden und präsentiert noch bis zum 29.1.2023 die Neuigkeiten rund um die Landwirtschaft. Traditionell hat auch der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) im Rahmen der Veranstaltung seinen Neujahrsempfang abgehalten. bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder nutzte den Moment und lenkte seine Kritik hinsichtlich der Novelle des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) in Richtung der Ampel-Koalition. „Wenn Sie, sehr geehrte Bundestagsabgeordnete, meinen, Sie wissen es besser, als diejenigen, die bereits zu einer Reduktion des Antibiotikaverbrauchs von über 60 % beigetragen haben, dann sparen Sie sich und uns die Zeit für Alibiveranstaltungen!“, so Moder. Der Präsident zeigte so seinen Unmut darüber, dass die Regierung das TAMG über EU- Vorgaben
hinaus weiter verschärft hat, ohne die fachliche Tierarzt-Expertise mit in die Entscheidung einfließen zu lassen. Sämtliche Fachverbände hätten im Vorfeld darauf hingewiesen, dass das Vorhaben mit Blick auf die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen nicht zielführend sei, so Moder. Der bpt-Präsident kritisierte zudem, dass stattdessen ein immenser bürokratischer Mehraufwand durch die Meldepflicht in den Praxen und Kliniken entstehe, obwohl der Tierärztemangel schon jetzt für enorme Probleme sorge. Die dramatische Personalsituation im veterinärmedizinischen Bereich hat weitreichende Konsequenzen. „Die anfänglich vorhandene Begeisterung für die Arbeit an und mit den Tieren geht immer mehr über in Frust, weil die Wertschätzung der Politik fehlt und die Bürokratie immer mehr Zeit frisst, die man eigentlich lieber am Patienten/Tier verbringen würde“, betonte Moder.

20.01.2023: Tierschutz: Tierärztliche Expertise besser nutzen

Die tierärztliche Expertise muss im Bereich Tierschutz mehr genutzt werden. Doch der bestehende rechtliche Rahmen führt häufig dazu, dass den VeterinärInnen die Hände gebunden sind. Auf der Pressekonferenz, zu der die Bundestierärztekammer (BTK) anlässlich der Internationalen Grünen Woche eingeladen hatte, referierten drei ExperteInnen über die fehlende Unterstützung seitens der Politik. Am Beispiel aktueller Tierschutzprobleme in der Nutztierhaltung forderte Dr. Sylvia Heesen, 2. stellvertretende Vorsitzende der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT), Verbesserungen beim Umgang mit verletzten oder schwer erkrankten Tieren. Damit die TierärztInnen ihrer Aufgabe nachkommen können, um Tierleid durch mangelhaften Umgang, mangelhafte Versorgung, leistungsüberfordernde Zucht und nicht
bedürfnisgerechte Haltung zu verhindern, bedarf es der Schaffung neuer Gesetzesgrundlagen. Dr. Iris Fuchs, 1. Vizepräsidentin der BTK, verwies auf die Bedeutung der Tierärzteschaft als integraler Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge in der Nutztierhaltung. Die intensive Einbindung der Tierärzteschaft sei essenziell, um Tierschutzverstöße in landwirtschaftlichen Betrieben zu vermeiden, so Fuchs. Auch Prof. Dr. Achim Gruber, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Tierpathologie der Freien Universität Berlin, machte in seinem Vortrag deutlich, dass die bestehenden Gesetze sowohl präzisiert als auch geschärft werden müsse. Gruber kritisierte auch die fehlende Umsetztung des geltenden Rechts in Bezug auf Defektzuchten (sog. Qualzuchten) und Inzucht bei Hunden, Katzen und anderen Klein- und Heimtieren.

20.01.2023: Neue Erkenntnisse zu Mikroben und dem Wiederkäuerstoffwechsel

Mikroorganismen im Pansen versorgen Wiederkäuer mit hochwertigem Eiweiß und wichtigen Stoffwechselprodukten, welche die Hauptenergie- und Proteinquelle für die Tiere bilden. Bislang war jedoch kaum erforscht, welchen Einfluss die Mikroben auf die Verstoffwechselung der Futtermittel von Wiederkäuer haben. In einer aktuellen Studie haben Forschende der Vetmeduni Wien, des Österreichischen Kompetenzzentrums für Futter- und Lebensmittelsicherheit sowie der Universität Wien, nun erstmals dominante als auch aktive mikrobielle Populationen an der Pansenwand identifizieren können. So fanden die WissenschaftlerInnen heraus, dass die kurzkettige Fettsäure Acetat den Wiederkäuer mit dem für den Fettaufbau so wichtigen Kohlenstoff versorgt. Neben einer bereits seit langem bekannten dosisabhängigen Beziehung zwischen Acetat und Milchfett, ist Acetat auch Substrat für andere, sehr wichtige Stoffwechselprozesse im Körper. „Eine Gruppe
von Mikroben, die sich dabei als besonders häufig und aktiv herausstellte, waren zuvor unkultivierbare Campylobacteraceae“, berichtet Cameron Strachan, Erstautor der Studie. „Diese sind hoch spezifisch an das Rind angepasst, und haben nichts mit lebensmittelassoziierten Erkrankungen beim Menschen, wie zum Beispiel durch Campylobacter jejuni hervorgerufen, zu tun“, ergänzt er. Auch fanden die AutorInnen einen so genannten metabolischen „trade-off“, bei dem eine Population unter Acetat besser wachsen kann, aber durch eine andere kurzkettige Fettsäure, Propionat, gehemmt wird, während die andere Population ohne das jeweilige Substrate einen nachweisbaren Wachstumsvorteil oder -nachteil zeigte. Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse, wie metabolische Unterschiede, die aus mikroevolutionären Prozessen entstehen, mikrobiologische Populationen formen können, die wiederum die Verfügbarkeit von kurzkettigen Fettsäuren für Wiederkäuer erheblich beeinflussen.

20.01.2023: Verbot der Kükentötung führt zu Wettbewerbsverzerrung

Bis Ende 2021 wurden pro Jahr annähernd 45 Millionen männliche Nachkommen von Legehennen direkt nach dem Schlüpfen getötet, weil sich die Aufzucht wirtschaftlich nicht rechnet. Seit Anfang 2022 ist dieses Kükentöten verboten. TierschützerInnen und auch die Geflügelbranche zeigen sich mit der aktuellen Entwicklung jedoch noch unzufrieden und weisen auf die wettbewerbsverzerrenden Effekte der uneinheitlichen Gesetzeslage hin. Denn das Verbot gilt nicht für alle EU-Länder. Sowohl die Einfuhr von Legehennen als auch von Eiern aus dem Ausland ist noch immer erlaubt. Dadurch können Eierproduzenten das deutsche Kükentötungsverbot umgehen. „Insbesondere in verarbeiteten Produkten werden sowohl viele Eier aus einer Produktion mit Kükentöten als auch Eier aus Käfighaltung eingesetzt“, kritisiert Dietmar Tepe vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) in Bonn. Aus Sicht der Geflügelwirtschaft lohne sich die so genannte Bruderhahnhaltung überhaupt nicht, wie
Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), erklärt. Zudem fehlen spezielle Regelungen zur Aufzucht der männlichen Tiere, die sich körperlich und mit Blick auf ihr Verhalten deutlich von den Masthähnchen unterscheiden. Die Bruderhähne würden so kostengünstig wie möglich aufgezogen, ohne dass man dabei ihren Bedürfnissen gerecht werde, wie eine Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes betont. Neben der Bruderhahnhaltung stellt die Geschlechtsbestimmung im Ei eine weitere Möglichkeit dar. Die bislang zur Verfügung stehenden Methoden liefern jedoch erst Ergebnisse ab dem 9. oder 13. Tag des Brütens. Verfahren, die schon früher Ergebnisse liefern, sind noch in der Entwicklung und bislang nicht marktreif. Ein Ei muss vom Legen bis zum Schlüpfen des Kükens 21 Tage lang bebrütet werden. Im nächsten Jahr soll jedoch eine Verschärfung in Kraft treten, die die Eierselektion ab dem 7. Tag des Brütens verbietet.

20.01.2023: WNV breitet sich weiter aus

Das West-Nil-Virus (WNV) hat sich im vergangenen Jahr weiter ausgebreitet. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilt, wurden insgesamt 17 WNV-Infektionen bei Pferden sowie 54 bei Wild- und Zoovögeln nachgewiesen. Neben Fällen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen wurden erstmals auch aus dem Großraum Hamburg Infektionen mit dem WNV gemeldet. Betroffen waren ein Pferd sowie zwei Wildvögel. Eine weitere Erkrankung wurde bei einem Pferd in Südwest-Mecklenburg (Landkreis LUP) festgestellt, das Tier hatte ebenfalls keine Reiseanamnese. Erstmalig waren zudem im Bundesland Sachsen der Landkreis Görlitz, im Bundesland Sachsen-Anhalt der Landkreis Altmarkkreis Salzwedel und im Bundesland
Thüringen der Landkreis Kyffhäuserkreis betroffen. In Berlin wurde eine WNV-Infektion zudem bei einem Seehund (Phoca vitulina) festgestellt, der infolge zentralnervöser Symptomatik verstarb. Das FLI weist auf das Infektionsrisiko bei Pferden und Vögeln mit Beginn der Stechmückensaison hin. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt die WNV-Impfung von Pferden in den bereits betroffenen Gebieten und auch von Pferden, die in solche Gebiete verbracht werden. Zur Anwendung an Vögeln sind derzeit keine Impfstoffe zugelassen, jedoch ist es laut der EU- Tierarzneimittel-Verordnung möglich, Pferdeimpfstoffe umzuwidmen. Das FLI führt erste Pilotstudien durch, die aufzeigen sollen, wie wertvolle Zoovögel vor einer Erkrankung geschützt werden können.

19.01.2023: BTK mit neuen Erkenntnissen über Qualzuchten und Tierschutz

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) lädt die Bundestierärztekammer (BTK) am morgigen Freitag (20.01.2023) um 11.30 Uhr zu einem Pressegespräch ein. Unter dem Motto „TierärztInnen im Tierschutz: Expertise, die genutzt werden muss!“ werden BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann, BTK-Vizepräsidentin Dr. Iris Fuchs, Dr. Sylvia Heesen sowie Prof. Achim Gruber vom Institut für Tierpathologie der FU Berlin über die Rolle der
TierärztInnen im Tierschutz sowie Prävention und Ahndung von Tierschutzverstößen diskutieren. Ein weiterer Fokus des Pressegesprächs wird auf dem Thema Defektzucht (sog. Qualzucht) bei Klein- und Heimtieren liegen. Hier gibt es neue Erkenntnisse zur Inzuchtproblematik, die aus der Perspektive der Pathologie das Tierleid besonders deutlich machen. Die Pressekonferenz findet im Pressezentrum (Halle 6.3), Raum B, der Messe Berlin GmbH statt.

19.01.2023: Schönheit vor Gesundheit - Deutsche stehen auf Extremrassen

Unter den zehn beliebtesten Hunderassen in Deutschland finden sich leider auch einige Rassen, die zuchtbedingte Merkmale aufweisen, die zu gesundheitlichen Problemen und Leiden führen. Daher werden sie auch als Qualzuchten bezeichnet. Laut Informationen des Haustierzentralregisters TASSO belegt der Deutsche Schäferhund nach Mischlingshunden und Labradoren den dritten Platz. Die Französische Bulldogge landete auf dem 4. Platz der beliebtesten Rassen. Das Ranking der beliebtesten Hunderassen basiert auf den Daten der im Jahr 2022 geborenen
und bei der AGILA Haustierversicherung AG angemeldeten Tiere. Die neue 7-teilige Online-Seminarreihe „Tierärztliche Gesundheitsbescheinigung für Hunde“ auf Myvetlearn.de startet bereits am 2. Februar 2023 mit dem ersten Live-Webinar zum Thema „Hinweise zu Gesundheitsbescheinigungen aus amtlicher Sicht“. In dieser mehrteiligen Online-Fortbildungsreihe für TierärztInnen wird auf häufige Qualzucht- bzw. Defektzuchtmerkmale bei Hunden eingegangen. Die Fortbildungsreihe richtet sich gleichermaßen an AmtstierärztInnen als auch an kurativ tätige KollegInnen.

19.01.2023: Neues Zentrum der JLU entwickelt nachhaltige Ernährungssysteme

Um der stetig wachsenden Weltbevölkerung und dem Klimawandel entgegen zu treten, müssen nachhaltige Ernährungssysteme entwickelt werden. Dieser Aufgabe wird sich das Zentrum für Nachhaltige Ernährungssysteme (ZNE) stellen, das im vergangenen Jahr an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) gegründet wurde. Das ZNE richtet sich an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) aus und wird sowohl den Wissenstransfer in die Praxis begleiten als auch die Forschungsergebnisse in die Lehre integrieren. „Ein nachhaltiges Ernährungssystem ist umweltfreundlich, gesundheitsfördernd, ethisch verantwortlich, alltagsangepasst,
ermöglicht soziokulturelle Vielfalt, ist sozialverträglich in allen Schichten der Gesellschaft umsetzbar und ökonomisch tragfähig“, erklärt Prof. Dr. Ramona Teuber, Inhaberin der Professur für Marktlehre der Agrar- und Ernährungswirtschaft und wissenschaftliche Leiterin des ZNE. „Das neu gegründete Zentrum für Nachhaltige Ernährungssysteme wird einen bedeutenden Beitrag zu existentiell wichtigen gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Fragestellungen leisten“, betont JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. Seinen Sitz hat das Zentrum im Zeughaus in Gießen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU).

18.01.2023: Baldiger Start der Internationalen Grünen Woche

Nach der digitalen Ausgabe in 2021 und der Komplettabsage im vergangenen Jahr findet nun die 87. Ausgabe der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin statt. Vom 20. - 29. Januar 2023 werden sich wieder Tausende BesucherInnen in der Hauptstadt über die Neuigkeiten im Bereich Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau informieren. Der Deutsche Bauernverband (DBV) als ideeller Träger der IGW wird während der Messe auf den intensiven Dialog mit den KundInnen setzen, um für mehr Tierwohl in den Ställen zu werben. „Unsere Bauern sind bereit, ihre Ställe umzubauen. Aber da müssen die Verbraucher mitmachen. Wer noch mehr Tierwohl in den Ställen will, muss auch bereit sein, im Supermarkt gezielt nach Tierwohl- Produkten zu greifen und einen etwas höheren Preis zu bezahlen. Sonst kann das nicht funktionieren“, erklärt DBV-Präsident Joachim Rukwied.
Der Bauernpräsident zeigt sich anlässlich der unzureichenden Gesetzentwürfe zum Umbau der Tierhaltung besorgt. „Das ist kein Programm zum Umbau, sondern zum Abbau der Tierhaltung. Wir sind dabei, den Tierhaltungs-Standort Deutschland zu gefährden!“, kritisiert Rukwied. Unter dem Motto „Klima schützen, Artenvielfalt erhalten, Ernährung sichern“ will der Verband verdeutlichen, dass er bei der Weiterentwicklung der Landwirtschaft auf Zukunftsthemen setzt. Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird mit verschiedenen Themeninseln auf der IGW vertreten sein. Diese reichen von zukunftsfester Tierhaltung über Artenvielfalt bis hin zu nachhaltiger Ernährung. An der Themeninsel „Zukunftsfeste Tierhaltung“ werden Ansätze für mehr Tierwohl in der landwirtschaftlichen Tierhaltung präsentiert – vom Stall über den Transport bis zur Schlachtung.

18.01.2023: CattleHub bewertet digitale Assistenzsysteme

Die Digitalisierung hält immer öfter Einzug in den Rinderstall. So werden mehr und mehr digitale Assistenzsysteme eingesetzt, die die LandwirtInnen durch verbesserte Entscheidungsempfehlungen unterstützen. Das Experimentierfeld CattleHub bewertet unterschiedliche Systeme besonders in den Bereichen Tracking, Sensorik, Funkvernetzung sowie Energieversorgung. Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz soll geprüft werden und zu höherer Prognosesicherheit in der Datenanalyse beitragen. Aufgeteilt in sieben verschiedene Experimentierbereiche, zielt CattleHub darauf ab, neue Erkenntnisse zu
gewinnen, die in der Praxis Anwendung finden. Neben Verbesserungen für die energetische Versorgung der Systeme und der Schaffung einheitlicher Testmethoden erhalten die NutztierhalterInnen objektive Empfehlungen für die Praxis, die sowohl wirtschaftliche Vorteile bieten, aber auch das Tierwohl steigern können. Auch soll die Bedienerfreundlichkeit der Assistenzsysteme verbessert werden. In allen sieben Experimentierbereichen ist der Wissenstransfer das übergeordnete Ziel. Die gewonnenen Ergebnisse sollen in die Praxis eingearbeitet und den LandwirtInnen zur Verfügung gestellt werden.

18.01.2023: Sterile Insekten statt Pestizide

Am heutigen Mittwoch (18.01.2023) kommen im Rahmen des EU- Verbundprojekts REACT in Gießen 50 Wissenschaftlerinnen aus 15 europäischen Ländern zusammen, um sich über die neuesten Entwicklungen rund um die so genannte Sterile-Insekten-Technik (SIT) auszutauschen. Das Forschungsprojekt hat das Ziel, die Obst- und Gemüseproduktion langfristig und ohne den Einsatz von Pestiziden vor Schädlingen zu schützen, und wird von der Justus- Liebig-Universität Gießen (JLU) koordiniert. Das Ziel der SIT ist es, die Fortpflanzungskapazität einer bestimmten Spezies von schädlichen Fruchtfliegen durch die Freilassung von sterilen, also unfruchtbaren, Artgenossen zu minimieren. Dafür wird das Schadinsekt in großen Mengen gezüchtet, sterilisiert und anschließend in den betroffenen Gebieten freigelassen. Paaren sich die Weibchen
im Feld dann mit einem unfruchtbaren Männchen, bleibt der Nachwuchs aus und die Population verkleinert sich. „Als Vorlage für die neue Bactrocera-Bekämpfungsstrategie dient uns die Mittelmeerfruchtfliege“, erläutert Koordinator Prof. Dr. Marc Schetelig, Leiter der Abteilung Insektenbiotechnologie im Pflanzenschutz an der JLU. Mit dieser Art wurde die SIT-Technik seit langem etabliert und findet breite Anwendung im Feld. Das Projekt will ganzheitlich vorgehen, um die Kapazitäten zur Vorbeugung, Identifizierung, Überwachung und Bekämpfung der Schädlinge zu verbessern. In den kommenden drei Tagen werden die Forschenden einen Leitfaden für die Schädlingsbekämpfung entwickeln, der in der Lage ist, Ökosysteme und biologische Vielfalt zu schützen und gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit zu verbessern.

17.01.2023: Neues TAMG bereitet Fischtierärzten Sorge

Das Wimpertierchen Ichthyophthirius multifiliis ist ein Parasit, das erhebliche Schäden in Aquarien und Aquakulturen anrichten kann. Unter anderem kann der Parasit bei Fischen die Weißpünktchenkrankheit verursachen. Die Präparate zur Behandlung dieser Krankheit werden laut des vor knapp zwei Monaten in Kraft getretenen Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) spätestens ab 2027 verschreibungspflichtig sein. Diese Regelung gilt für alle antimikrobiell wirksamen Arzneimittel. „Ihre Anwendung ist also nur noch nach einer Untersuchung und Verschreibung durch den Tierarzt erlaubt“, erklärt Fischtierärztin Sandra Lechleiter. In Deutschland gibt es jedoch nur wenige Fachtierärzte für Fische mit eigener Praxis sowie andere spezialisierte
Untersuchungsstellen. Die Gesetzesnovelle könnte demnach einen Notstand in der Aquakultur hervorrufen. Die Behandlung von Millionen von Tieren sei dadurch gefährdet, so Lechleiter. Werde die Weißpünktchenkrankheit nicht innerhalb weniger Tage behandelt, könnte ein Großteil der Fische in einem betroffenen Aquarium sterben. Die Fachtierärztin plädiert schon aus Tierschutzgründen für Ausnahmen, um ein paar dieser Arzneimittel trotzdem weiter nutzen zu können. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) verweist allerdings auf eine EU- Verordnung, die dem neuen Tierarzneimittelgesetz zugrunde liegt. Diese ziele unter anderem darauf ab, dass antimikrobiell wirksame Tierarzneimittel umsichtiger eingesetzt werden.

17.01.2023: SPD fordert einheitliche Regelungen für Online-Tierhandel

Der illegale Handel von Hundewelpen über das Internet boomt weiterhin. Auf zahlreichen unregulierten Online-Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen oder Quoka bieten unseriörse Händler junge Hunde an, die meist aus dem Ausland stammen. Um diesen Machenschaften endlich einen Riegel vorzuschieben, hat Sandra Redmann, Tierschutzpolitikerin der SPD-Fraktion in Schleswig-Holstein, nun in einem Antrag die Landesregierung aufgefordert, sich auf Bundesebene für zügige Einschränkungen des Online-Tierhandels einzusetzen. Bislang können die Welpenhändler, geschützt durch die
Anonymität des Internets, die Tiere, die häufig in einem sehr schlechten Gesundheitszustand sind und viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden, verkaufen. Zudem ist die Gefahr groß, dass die Hundewelpen unüberlegt und spontan gekauft werden, was zur Folge hat, dass viele Tiere über kurz oder lang im Tierheim abgegeben oder ausgesetzt werden. Zum Schutz der Tiere fordert Redmann eine zügige Einschränkung des Handels über das Internet. Bisher gebe es kaum Regelungen, die die Tiere vor Missachtung der Tierschutzstandards und des Tierwohls seitens der Händler schützen, so Redmann.

16.01.2023: Strengere Regelung für Haltung giftiger Tiere gefordert

Die private Haltung von giftigen Tieren ist in den einzelnen Bundesländer sehr unterschiedlich geregelt. Während Nordrhein-Westfalen ein eigenes Gifttiergesetz im vergangenen Jahr verabschiedet hat, das die Neuanschaffung verbietet und bestehende Haltungen regelt, haben Hessen, Bayern, Thüringen, Berlin und Hamburg unterschiedliche Regelungen, die teilweise ebenfalls Verbote, aber auch Erlaubnispflicht mit entsprechendem strengen Sachkundenachweis beinhalten. Der aktuelle Fall in einem Mehrfamilienhaus im saarländischen Landsweiler-Reden hat jedoch erneut die Diskussion um eine bundesweit einheitliche Regelung entfacht. In dem Haus hatten Polizeibeamte mehrere tote Schlangen, unter anderem Kobras und eine Schwarze Mamba, sowie giftige Spinnen gefunden, nachdem Passanten vor dem Haus
eine halb erstarrte, hochgiftige Hornviper entdeckt hatten. Das Mehrfamilienhaus musste daraufhin evakuiert sowie Fugen und Schächte abgeklebt werden. „Es gibt im Saarland kein spezifisches Gefahrtiergesetz", erklärt Markus Monzel, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde sowie im Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz zuständig für den Artenschutz. Monzel bemängelt die Regelung in seinem Bundesland, denn hier gelten zwar die allgemeinen Regeln des Tierschutzgesetzes, aber die für die Privathaltung eines Tieres erforderlichen Kenntnisse seien nicht besonders genau definiert, so der Experte. Auch wenn der oben beschriebene Fall eher eine Ausnahme darstelle, fordert Monzel die Verpflichtung zur Vorlegung eines Sachkundenachweis für die Haltung von giftigen Tieren.

16.01.2023: Milder Winter bringt Wildtiere aus dem Takt

Die außergewöhnlich milden Temperaturen im gerade begonnenen neuen Jahr haben die Natur aus dem Rhythmus gebracht. Auch wenn sich für die nächsten Tage wieder niedrigere Temperaturen angekündigt haben, sind teilweise schon Igel aus dem Winterschlaf erwacht. Das eher herbstliche Klima in Kombination mit der Extremwetterlage im vergangenen Sommer hat dazu geführt, dass Wildtiere geschwächt sind. Eine innere Uhr bestimme den Zeitpunkt, an dem die Stacheltiere aus dem Winterschlaf erwachen, so Derk Ehlert, Wildtierexperte der Berliner Umwelt-Senatsverwaltung. „Aber wenn es lange sehr mild ist, dann funktioniert die Feinsteuerung nicht. Das kann dazu führen, dass die Tiere, obwohl es noch zu früh ist, schon aktiv werden“, erklärt der Experte. Bei einem zu frühen Ende des Winterschlafs braucht der Igel auch früher Energie. Dafür verbrauche er das sogenannte braune Fett, so Ehlert. Denn das könne schnell in Energie umgewandelt werden. „Wenn es wieder
kälter wird, fehlt den Tieren dann diese Energie für den eigentlichen Frühjahrsstart“, betont der Wildtierexperte weiter. Von der milden Wetterlage profitieren jedoch Wildschweine sowie Vögel aus Nord- und Osteuropa, die in dem lockeren Boden einfacher Nahrung finden können. Das eigentliche Problem sind weniger die milden Temperaturen, sondern mögliche Kälteeinbrüche, wie auch jetzt vorhergesagt. Um für den Patienten Igel in der Tierarztpraxis gewappnet zu sein, bietet Myvetlearn.de den Einsteigerkurs Igel zur tierärztlichen Online-Fortbildung an. TierärztInnen lernen in diesem Kurs die Besonderheiten des vermutlich am häufigsten in der Praxis vorgestellten Wildsäugers kennen, um ihm in Behandlung und Diagnostik gerecht werden zu können. In der neuen Online- Seminarreihe „Wildtiere in der Praxis“ geht es um rechtliche Grundlagen sowie um die Untersuchung und Aufzucht von in die Praxis gebrachter Wildtiere.

Zukunft der Nutztierhaltung in der Diskussion

16.01.2023

Anstatt die Nutztierhaltung stark zu reduzieren, sollte diese klimafreundlich und auf der Grundlage höchster wissenschaftlicher Standards weiterentwickelt werden. Das fordern WissenschaftlerInnen in der Dublin Declaration of Scientists on the Social Role of Meat. Insgesamt sei die Nutztierhaltung viel zu wertvoll für die Gesellschaft, als dass sie das Opfer von Vereinfachung, Reduzierung oder Fanatismus werde, so heißt es in der Eröffnung der Dubliner Erklärung. Bereits mehr als 650 Forschende haben die Erklärung unterschrieben, die den Wissenschaftlern eine Stimme verleihen soll, die einen ausgewogenen Ansatz für die Zukunft der Tierhaltung erreichen wollen. Dafür sei eine sachliche Debatte von Nöten, die sowohl die Ernährungssicherung als auch Biodiversität, Klimawandel und Nährstoffflüsse, sowie Tiergesundheit und Tierschutz im Rahmen eines umfassenden One-Health-Ansatzes
berücksichtigt. Nach bislang 1.000 begutachteten wissenschaftlichen Arbeiten zur Nutztierhaltung kommen die WissenschaftlerInnen zum Ergebnis, dass die Nutztierhaltung schon hinsichtlich des starken globalen Bevölkerungswachstums weiterhin in der Gesellschaft verankert bleiben müsse. Deshalb wachsen die Herausforderungen in Bezug auf Versorgung und Nachhaltigkeit exponentiell und die Entwicklung evidenzbasierter Lösungen werde immer dringlicher. Schon in einem Monat findet erstmals die Futura.VET 2023 als Online-Veranstaltung statt. Am 16. Februar wird sich auch Prof. Dr. Nick Lin-Hi von der Universität Vechta in seinem Vortrag mit der Zukunft der Ernährung befassen. Dabei geht der Experte auf die in-vitro Erzeugung von tierischen Proteinen ein, die aus seiner Sicht die Nutztierhaltung zum Zwecke der menschlichen Ernährung überflüssig machen könnte.

13.01.2023: Tauender Permafrost setzt Krankheitserreger frei

Mit Sorge betrachten KlimaforscherInnen die stetig steigenden Temperaturen, die nach und nach auch Permafrostböden auftauen lassen. Permafrost bedeckt rund ein Viertel der nördlichen Hemisphere. Die wachsende Instabilität hat zur Folge, dass neben Unmengen an CO2 und Methan auch Krankheitserreger freigesetzt werden. Denn in den Erdschichten haben sich viele Pflanzenreste, aber auch Kadaver sehr gut gehalten. Ob die Viren und Bakterien, die nach und nach aus ihrem Kälteschlaf erwachen, auch für Menschen und
Tiere gefährlich sind, müssen weitere Untersuchungen klären. WissenschaftlerInnen haben 13 bislang unbekannte Viren aus geschmolzenen Permafrostböden analysiert und ihre Ergebnisse veröffentlicht. Die aufgetauten Viren waren nach Jahrtausenden noch infektiös und konnten im Labor zumindest Amöben infizieren. Die Forschenden vermuten zumindest, dass wieder zum Leben erwachte Milzbrand-Bakterien in Sibirien 2016 einen Milzbrand-Ausbruch verursacht haben. Diese Bakterien könnten auch der Grund für das lokale Sterben von Rentieren sein.

13.01.2023: Niedersachsen fördert Beratung landwirtschaftlicher Betriebe

Das Land Niedersachsen wird die Beratung landwirtchaftlicher Betriebe mehr fördern. In den nächsten drei Jahren stellt das Land sechs Millionen Euro für die Beratung in den Bereichen Biodiversität, Klimaresilienz und Tierwohl zur Verfügung. „Die Landwirtschaft steht in Zeiten des Klimawandels vor tiefgreifenden Transformationsprozessen. Mit dieser Förderung wollen wir die Landwirtinnen und Landwirte unterstützen und begleiten, um die großen Herausforderungen zielgerichteter und schneller meistern zu können“, erklärt die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte. Bis zum 2. Februar 2023 können sich neutrale BeratungsanbieterInnen an der Ausschreibung beteiligen. Das Vergabeverfahren wird im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums
durch das Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN) durchgeführt. Die geförderten Beratungen können bei erfolgreicher Teilnahme voraussichtlich ab Mai 2023 umgesetzt werden. Mit dem Zusammenspiel von Landwirtschaft, Veterinär- und Humanmedizin für eine bessere Gesundheit von Mensch und Tier befasst sich auch die Futura.VET, die am 16. Februar 2023 erstmalig als Online- Veranstaltung stattfinden wird. Die Kongress-TeilnehmerInnen dürfen gespannt sein auf den Vortrag „Moralische Herausforderungen der Veterinärmedizin in der Nutztierhaltung“ mit Dr. Joachim Lübbo Kleen und Dr. Christian Nürnberger. Guido Pullmann wird sich anschließend in seinem Vortrag mit dem Thema „Nachhaltige Lebensmittelversorgung und Naturschutz“ befassen.

13.01.2023: Feste Zuschüsse für Tierheime gefordert

Die Tierheime in Deutschland sind an ihre finanziellen Grenzen gekommen. Eine beständig hohe Zahl an ankommenden Fundtieren sowie die gestiegenen Kosten für Energie, Futter und tierärztliche Betreuung haben dazu geführt, dass die Not der Tierschutzeinrichtungen groß sei, wie Michaela Dämmrich erklärt. Die Tierschutzbeauftragte des Landes Niedersachsen fordert daher regelmäßige Zuschüsse von Land und Bund für den Betrieb der Tierheime. „Gedacht werden kann auch an eine Investitionshilfe zur
Energieeinsparung“, so Dämmrich. Laut Informationen des Deutschen Tierschutzbundes hätten die Kommunen deutlich mehr Geld durch die Hundesteuer eingenommen. Dieses Geld sollte nach Meinung der Tierschutzbeauftragten den Tierheimen zu Gute kommen, damit eine ausreichende Unterbringung von Fundtieren gewährleistet werde. „Dazu müssen vielerorts vor allem die Fundtierverträge zwischen Kommune und Tierheim kostendeckend und an die tatsächliche Zahl der Fundtiere angepasst werden“, so Dämmrich.

12.01.2023: Tierbestände bis Ende Januar melden

TierhalterInnen in Nordrhein-Westfalen müssen bis spätestens Ende Januar 2023 ihren Tierbestand melden. Die Tierseuchenkasse Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass auch HobbyhalterInnen und gewerbliche TierhalterInnen von Pferden, Schweinen, Schafen, Ziegen, Gehegewild, Geflügel oder Bienen eine Meldung abgeben müssen. Das gilt auch, wenn sich der Tierbestand gegenüber dem Vorjahr nicht verändert hat. Für HalterInnen von Rindern entfällt die Meldepflicht, da die Tierseuchenkasse auf eine zentrale Datenbank zurückgreifen kann, in der alle in Deutschland
lebenden Rinder gemeldet sind. Eine weitere Ausnahme gilt für HalterInnen von Lege- und Junghennen, Masthähnchen, Elterntieren, Puten, Enten oder Gänsen. Sie geben den Jahreshöchstbesatz an. Auch Imkerinnen und Imker müssen die Zahl der Völker angeben, die maximal im Beitragsjahr gehalten werden. Neu gegründete Tierbestände müssen jederzeit bei der Tierseuchenkasse angemeldet werden. Die Meldung über den Tierbestand kann online über www.tierzahlenmeldung-nrw.de erfolgen. Wer erstmals Tiere anmelden will, kann sich unter nw.agrodata.de/login/newreg registrieren.

12.01.2023: Özdemir: Keine Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel

Der Krieg in der Ukraine wütet bereits seit mehr als 10 Monaten und ein Ende ist nicht in Sicht. Der widerrechtliche Einmarsch der Russen hatte jedoch auf die Ernährungssituation der ganzen Welt großen Einfluss. Getreide wurde knapp, und die Preise für Lebensmittel sind in die Höhe geschnellt. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir rechnet damit, dass das aktuell hohe Preisniveau bei Lebensmitteln so bleiben wird. Um die VerbraucherInnen in Deutschland zu entlasten und gleichzeitig zu motivieren, weniger Fleischprodukte zu konsumieren, schlägt der Minister eine Abschaffung der Mehrwertsteuer für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte vor. Wie Özdemir in einem Interview mit der Funke Mediengruppe auch erklärt, sollte Getreide besonders in Zeiten des Mangels in erster Linie für die menschliche Ernährung genutzt werden. „Die Herstellung von Biosprit aus Nahrungspflanzen hat keine Zukunft – vor allem nicht, wenn wir das Thema Ernährungssicherheit und bezahlbare Lebensmittel ernst nehmen“, so der Agrarminister. „Wir brauchen in der
Bundesregierung eine vernünftige Einigung, dass wir schrittweise runtergehen vom Biosprit aus Nahrungspflanzen, um diese für die menschliche Ernährung nutzen können. Ich würde es befürworten, wenn wir ab 2030 im Verkehrssektor auf Kraftstoff aus Anbaubiomasse verzichten würden“, lautet Özdemirs Vorschlag. Abschließend fordert Özdemir die drastische Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln, um dem Artensterben entgegen zu treten. „Wir brauchen integrierten Pflanzenschutz, bei dem der Einsatz von Pestiziden nur das letzte Mittel ist, wenn alle anderen Maßnahmen – angefangen bei der Fruchtfolge bis hin zu alternativen Pflanzenschutzmethoden – nicht greifen“, betont der Grünen- Politiker. „Pflanzenschutzmittel und auch Dünger können inzwischen viel gezielter eingesetzt werden, die Forschung dazu treiben wir massiv voran. Ich bekenne mich ganz klar zum Ziel der EU, 50 Prozent der Pflanzenschutzmittel bis 2030 einzusparen – über den Weg dahin müssen wir sprechen“, so Özdemir abschließend.

12.01.2023: Artensterben in Madagaskar muss gestoppt werden

Auf Madagaskar leben neben Chamäleons, Geckos und Schildkröten auch zahlreiche Papageienarten sowie Schleichkatzen und Lemuren. Doch die einzigartige Tierwelt des afrikanischen Inselstaates, der vor rund 80 Millionen Jahren durch das Loslösen vom Festland entstand, ist bedroht. 128 Säugetierarten sind gefährdet, heißt es in einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift «Nature Communications» veröffentlicht wurde. Nach Meinung der beteiligten WissenschaftlerInnen aus Madagaskar, Europa und den USA, würde es 23 Millionen Jahre bis zur Regeneration der Artenvielfalt dauern, wenn das Artensterben jetzt
nicht gestoppt werde. „Wenn die endemische Fauna und Flora von Madagaskar ausstirbt, wird es zu einem Zusammenbruch der Ökosysteme auf der Insel kommen“, erklärt Luis Lima Valente, einer der Ko-Autoren der Studie. „Dies wird dramatische Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen der Menschen in der Region haben und zu Hungersnöten und Massenauswanderungen führen.“ Mit mehr als 100 Unterarten sind besonders die Lemuren vom Aussterben bedroht. Wenn jetzt gehandelt werde, um Arten zu schützen, bestehe aber die Chance, „Millionen von Jahren der Evolution zu retten“, lautet das Fazit der WissenschaftlerInnen.

12.01.2023: Rückläufige Zahl der ASP-Fälle in Europa

Im Jahr 2022 wurden in den europäischen Ländern weniger Virusnachweise der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gemeldet, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilt. Während die Zahl der ASP-Ausbrüche in 2021 noch bei knapp 14.000 lag, gab es im vergangenen Jahr noch rund 6.200 ASP-Nachweise. Lediglich in Lettland und Litauen gab es im vergangenen Jahr mehr ASP- Infektionen als im Vorjahr. Insgesamt wurden in 533 Haltungen in Europa Ausbrüche verzeichnet. Von den 15 Ländern, in denen in 2022 die Seuche nachgewiesen wurde, war Polen mit rund 2.100 Fällen am meisten betroffen, direkt gefolgt von Deutschland, das rund 1.600 positive Fälle meldete, was ein Minus von 41,3 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Fast zwei Drittel aller Virusfunde fanden bei Wildschweinen in Sachsen
statt, dahinter folgte Brandenburg mit 533 Nachweisen. Um die Verbreitung der ASP weiter zu verhindern, wird in Brandenburg die Bachenprämie für ein weiteres Jagdjahr verlängert. Der Erlegung von sogenannten Zuwachsträgern, also dem weiblichen, geschlechtsreifen Schwarzwild, komme eine besondere Bedeutung zu, um das Ausbreitungsrisiko zu senken, hieß es seitens des Landwirtschaftsministeriums. Die Bachenprämie in Höhe von 80 Euro pro Tier wird künftig jedoch nur noch in den regional sensiblen Bereichen des ASP-Geschehens respektive in den Sperrzonen gewährt. Zudem zahlt das Land weiterhin Prämiengelder für die Abgabe von erlegtem, nicht vermarktungsfähigem Schwarzwild jeden Geschlechts und Alters aus den Sperrzonen I und II ohne weiße Zonen aus.

Prof. Wieler verlässt das RKI

11.01.2023

Nach acht Dienstjahren wird Prof. Lothar H. Wieler auf eigenen Wunsch seinen Posten als Präsindet des Robert Koch-Instituts (RKI) zum 1. April 2023 aufgeben. Der Schritt erfolge im Einvernehmen, erklärt Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach. Für eine Übergangszeit wird Wielers Aufgabe durch seinen Stellvertreter Prof. Lars Schaade übernommen. Lauterbach sagt zu Wielers Entscheidung: „Prof. Lothar H. Wieler hat sich als Präsident des Robert Koch-Instituts bei der Bewältigung der Pandemie für das Land bleibende und herausragende Verdienste erworben. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit
mit ihm habe ich über all die Jahre sehr geschätzt. Umso mehr bedauere ich, dass er das RKI verlassen wird, um sich jetzt wieder verstärkt Forschung und Lehre widmen zu können. Ohne Prof. Wieler wäre Deutschland deutlich schlechter durch diese Pandemie gekommen. Dafür möchte ich mich auch im Namen der gesamten Bundesregierung ganz herzlich bedanken." Wieler bedankte sich bei seinem motivierten Team für den außergewöhnlichen Einsatz und betonte: „Die Unabhängigkeit der Forschung muss auch zukünftig akzeptiert werden, denn sie ist unabdingbar, damit das RKI seine Aufgaben erfüllen kann."

11.01.2023: Magengeschwüre bei Schweinen häufig fütterungsbedingt

In den letzten Jahren konnte bei Schlachtschweinen ein Anstieg der Magenschleimhautveränderungen nachgewiesen werden. Magengeschwüre beim Schwein entstehen im Eingangsbereich der Speiseröhre des Tieres und haben verschiedene Ursachen, sehr häufig stehen sie jedoch im Zusammenhang mit Fütterungsfehlern. Grundsätzlich sind Schweine jeden Alters von Magengeschwüren betroffen. Neben Infektionen und Erkrankungen bedingt die Futterzusammensetzung die Entwicklung von Magengeschwüren. Während fein zerkleinertes Futter die Nährstoffaufnahme zwar erleichtert, kommt es hier zu einer Verflüssigung des Mageninhalts. Die Senkung des pH-Wertes im Mageneingangsbereich führt zu einer
Reizung der Schleimhaut und letztendlich zu Magengeschwüren. Grobes Futter hat dagegen den Nachteil, dass ein Teil der Nährstoffe nicht aufgenommen wird, dafür aber besser für den Magen ist. Zudem wird ein großer Teil des Futters unverdaut ausgeschieden, was eine unerwünschte Umweltbelastung mit sich bringt. Agrarheute berichtet über einen Schweinemastbetrieb mit etwa 2.500 Mastplätzen, in dem nach der Diagnose Magengeschwür die Fütterung der eingestallten Mastläufer unter die Lupe genommen wurden. Hier zeigte sich, dass es sinnvoll ist, die Tiere nach der Ankunft zunächst noch mit einem Standardferkelfutter zu füttern und erst dann langsam zum im Betrieb üblichen Feuchtfutter überzugehen.

11.01.2023: CNE bei Katzen entwickelt sich schleichend

Die chronische Nierenerkrankung (CNE) bei Katzen ist eine Erkrankung, die sich schleichend entwickelt und daher oft unbemerkt bleibt. Besonders betroffen sind Katzen ab einem Alter von fünf Jahren, wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) auf seiner Internetseite erklärt. Da die typischen Symptome für die CNE wie vermehrtes Trinken, häufigeres Harnausscheiden oder Gewichtsverlust zunächst oft nicht erkannt werden, empfehlen TierärztInnen, bei Katzen ab einem Alter von sieben Jahren regelmäßig eine Vorsorge-Untersuchung durchführen und den Gesundheitszustand des Vierbeiners überprüfen zu lassen. Somit können chronische Erkrankungen frühzeitig erkannt werden, da Katzen sehr lange die fehlende Nierenfunktion
kompensieren können. In der Tierarztpraxis wird unter anderem der Blutdruck gemessen, denn die chronische Nierenerkrankung geht oftmals mit einem erhöhten Blutdruck einher. Rechtzeitig behandelt, verliert die tückische Krankheit viel von ihrem Schrecken. Mit entsprechenden Medikamenten lassen sich sowohl die CNE als auch der Bluthochdruck behandeln. Zur weiteren Therapie gehört die dringende Umstellung auf eine spezielle Nierendiät sowie eine ausreichende Wasseraufnahme. Sofern die Katze es toleriert, kann auch Wasser unter das Futter gemischt werden. Um die Behandlung der CNE geht es auch in Kurs 4 der Online-Fortbildungsreihe Consensus Statements in der Kleintierpraxis für TierärztInnen mit Prof. Dr. Stephan Neumann auf Myvetlearn.de.

11.01.2023: Vorhersage-Tool prognostiziert Wirksamkeit von PCV2-Impfstoffen

Das Porcine Circovirus (PCV2) Typ 2 ist ein Krankheitserreger, der bei heranwachsenden Schweinen subklinische Infektionen und bei Sauen ein Reproduktionsversagen verursachen kann. Verschiedene wirksame Impfstoffe stehen zur Verfügung, um mögliche Produktionsprobleme und damit wirtschaftliche Verluste zu vermeiden. Das Bioinformatik-Tool CircoMatch™ wird von dem Biotechnologieunternehmen EpiVax gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Zoetis entwickelt. Das Vorhersage-Tool für T- Zell-Epitope bei Schweinen zielt darauf ab, die Abdeckung der Impfstoffe gegen PCV2 im Vergleich zu isolierten Stämmen
des Virus zu prognostizieren. Das neue Tool bietet eine schnelle und leistungsstarke Möglichkeit, Daten zur Vorhersage der Wirksamkeit fast in Echtzeit bereitzustellen, damit Tierärzte und Produzenten fundierte Entscheidungen in Impfprogrammen treffen können. Die bestehenden Impfstoffe haben aufgrund der kontinuierlichen Entwicklung neuer Virusstämme eine unterschiedliche Wirksamkeit. CircoMatch™ ermöglicht eine praktische Prognose im Hinblick auf die Wirksamkeit bestehender kommerzieller Impfstoffe und kann zudem bei der Entwicklung von Impfstoffen behilflich sein, die über verschiedene virale Varianten hinweg wirksamer sind.

NRW verlängert Förderprogramm für Umbau der Tierhaltung

10.01.2023

Nach Thüringen hat auch Nordrhein-Westfalen sein Förderprogramm für Investitionen zur Verbesserung des Tierwohls bis zum 31.12.2024 verlängert. Das hat die Landwirtschaftskammer NRW in der vergangenen Woche mitgeteilt. Der Grund für die Verlängerung der eigenen Förderprogramme ist, dass die Bundesregierung noch immer kein Finanzierungskonzept für den Umbau der Tierhaltung vorgelegt hat. „Wir wollen nicht mehr auf den Bund warten. Das Thema Tierwohl ist zu wichtig, um weiter Zeit zu verlieren. Deshalb gehen wir mit unserer neuen Tierwohlförderung einen wichtigen Schritt voran“,
hatte die Landwirtschaftsministerin des Landes Thüringen, Susanna Karawanskij bereits erklärt. Für Investitionen in eine tierwohlgerechtere Nutztierhaltung zahlt NRW einen Zuschuss von 40 Prozent der förderfähigen Nettoausgaben. Der Zuschuss zählt als De-minimis-Beihilfe und beträgt deshalb maximal 20.000 Euro pro Betrieb in einem Zeitraum von drei Steuerjahren. In dem Fall, dass die Fördermittel nicht ausreichen, entscheidet gegebenenfalls das Datum des Antragseingangs über eine Förderbewilligung. Daher wird den TierhalterInnen empfohlen, den Antrag schnellstmöglich einzureichen.

10.01.2023: BewerberInnen für Herdenmanagement-Programm gesucht

DairyQ ist ein Zusammenschluss von sieben Milchkuhbetrieb in Schleswig-Holstein, die in der Kuh eine Zukunft sehen. Daher haben sie die kostenfreie Fortbildung zum/zur Herdenmanager/Herdenmanagerin ins Leben gerufen. Die zweijährige Fortbildung richtet sich an BerufseinsteigerInnen, die ihre Kenntnisse im Herdenmanagement vertiefen sowie ihr Netzwerk im Bereich der Landwirtschaft und Milchkuhhaltung erweitern möchten. Zudem wird
praxisorientiertes Managementwissen durch Experten vermittelt. Die TeilnehmerInnen erhalten während der zwei Ausbildungsjahre von den ArbeitgeberInnen ein volles Gehalt gezahlt. Bewerben können sich auch Quereinsteiger, wobei Erfahrungen mit Kühen vorteilhaft sind. Im August 2023 startet der nächste Durchgang des Traineeprogramms – aktuell sind auch noch Plätze für das Programm des Jahrgangs 2022/23 frei, auf die sich beworben werden kann.

10.01.2023: Hypokalzämie bei der Milchkuh rechtzeitig erkennen

Milchfieber (Hypokalzämie, Hypocalcämie) ist eine Stoffwechselerkrankung der Milchkuh, die durch einen Kalziummangel im Blut hervorgerufen wird. Dieser Mangel entsteht, wenn die Milchkuh ihren Stoffwechsel am Ende der Trockenstehzeit nicht rechtzeitig umstellen kann. Wird das Milchfieber nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann eine gesund erscheinende Kuh innerhalb weniger Stunden plötzlich versterben. Die Hypokalzämie wird in drei verschiedene Stadien unterteilt. Das erste Stadium, auch subklinische Hypokalzämie genannt, zeigt sich durch Symptome wie Appetitlosigkeit, Überempfindlichkeit, Schwäche, Gewichtsverlagerung sowie Schlurfen der Hinterhand und ist aufgrund der kurzen Dauer und des breiten Spektrums von Symptomen häufig schwer zu erkennen.
Das Stadium II des Milchfiebers kann sich über einen Zeitraum von 1-12 Stunden entwickeln. Dabei zeigt die erkrankte Kuh Anzeichen von stumpfen Augen, kalten Ohren, Muskelzittern, Koordinationsstörungen beim Gehen und einen inaktiven Verdauungstrakt. Beobachtet wurde zudem ein Absinken der Körpertemperatur auf einen Bereich von 35,5 bis 37,8 °C. Im dritten Stadium der Hypokalzämie kann die Kuh nicht mehr stehen und weist zudem einen fortschreitenden Bewusstseinsverlust auf, der zum Koma führt. Symptomatisch ist in diesem Stadium auch ein Ansteigen der Herzfrequenz auf 120 und mehr Schläge pro Minute. Unbehandelt überleben Kühe im Stadium III nicht länger als ein paar Stunden. Die Behandlung besteht u.a. durch die intravenöse Gabe von Kalzium.

09.01.2023: Kühe weniger klimaschädlich als angenommen

Weidende Kühe stoßen viel weniger Lachgas aus, als bislang geschätzt. Das ergab eine Studie, die Forschende der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope im Kanton Thurgau durchgeführt haben. Dazu haben die WissenschaftlerInnen über einen Zeitraum von zwei Jahren die Konzentration von Lachgas und anderen Treibhausgasen in der Luft und am Boden gemessen.
Die Resultate zeigen, dass lediglich etwa fünf Prozent der Lachgas-Emissionen der Landwirtschaft von weidenden Kühen stammen. Das sind gute Neuigkeiten, da Lachgas einen rund 265 mal so starken Effekt auf das Klima hat wie Kohlendioxid (CO2). Die neuen Richtwerte sollen nun in Emissionsinventare einfließen – etwa in das Treibhausgas-Inventar des Bundesamtes für Umwelt.

09.01.2023: Forschungsideen zur mobilen Schlachtung gesucht

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) will tierschutzgerechte Schlachtungen im Herkunftsbetrieb fördern. Um die mobile Schlachtung auszuweiten, sollen wirtschaftliche Anreize für landwirtschaftliche Betriebe und regionale, handwerkliche Schlachthöfe geschaffen werden. Der Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), die zur Einreichung von Forschungsvorhaben und -lösungen aufruft. Bis zum 6. April 2023 können LandwirtInnen ihre Ideen zum mobilen Schlachten für die Förderung über das Bundes-Förderportal easy-Online einreichen. Zusätzlich muss eine vollständige und unterschriebene Projektskizze per Post bis zum 20. April 2023 bei der BLE in
Bonn eingegangen sein. Die gesetzliche Grundlage für die mobile Schlachtung wurde im September 2022 gelegt, als die EU die lebensmittelrechtlichen Vorschriften entsprechend geändert hat. Mit der Ausweitung der Schlachtungen im Herkunftsbetrieb soll zudem die Wertschöpfung im ländlichen Raum gestärkt werden. Zur Förderhöhe hat das BMEL bislang keine Angaben gemacht. Unternehmen –insbesondere kleine und mittlere Unternehmen– können am Förderprogramm teilnehmen. Der Unternehmenssitz muss in Deutschland sein. Anträge von Start-up-Unternehmen sind besonders willkommen. Außerdem können sich Hochschulen und weitere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen bewerben.

06.01.2023: Thüringen bringt erweiterte Tierwohlförderung auf den Weg

Gestiegene Futter- und Energiekosten sowie das weiterhin geringe Preisniveau stellen für NutztierhalterInnen ein großes Problem dar. Besonders betroffen sind die Schweine haltenden Betriebe. Die fehlende Planungssicherheit und mangelndes Kapital behindern vielerorts Investitonen in eine tierwohlgerechtere Haltung. Obwohl die Bundesregierung einen Transformationsprozess angekündigt hat, sorgt die bislang schleppende Umsetzung für viel Kritik. Daher hat das Land Thüringen beschlossen, voranzugehen und die erweiterte Tierwohlförderung „T(h)ür Tierwohl“ auf den Weg gebracht. „Von 2023 bis 2027 fördern wir die tierwohlgerechtere Haltung von Rindern und Schweinen mit 30 Millionen Euro. Damit fördern wir bessere Haltungsbedingungen
in der Nutztierhaltung und gezielt die Landwirtinnen und Landwirte, die ihren Tieren mehr Wohlbefinden in den Ställen bieten“, so Thüringens Agrarministerin Susanna Karawanskij.„Wir geben den tierhaltenden Betrieben Planungssicherheit. Die Agrarbetriebe wollen die steigenden gesellschaftlichen Erwartungen erfüllen und die Nutztierhaltung tierwohlgerechter weiterentwickeln. Mit unserer Förderung unterstützen wir sie dabei, in tierwohlgerechtere Ställe zu investieren. So wollen wir auch Betriebsaufgaben und eine Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland verhindern, da dort die Tierwohlstandards oft niedriger sind als in Deutschland. Nur so können wir die Grundlage lokaler Stoffkreisläufe und regionaler Vermarktung heimisch produzierter Nahrungsmittel erhalten“, sagt die Ministerin.

06.01.2023: Nutztierhaltung braucht mehr Prävention und Prophylaxe

Wie der Präsident des Bundesverbands praktizierender Tierärzte (bpt), Dr. Siegfried Moder, in der Winter-Ausgabe der qualitas erklärt, könnte ein Mehr an Prävention und Prophylaxe sowohl die LandwirtInnen als auch die TierärztInnen unterstützen. Moders Ziel ist es, die Tiermedizin in Deutschland von Grund auf zu erneuern. Die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung, so Moder. „Deutschland ist im Vergleich zu Europa, was die Tiermedizin angeht, ein absolutes Billigland. Dies führt auch dazu, dass wir in der Tiermedizin einen absoluten Nachwuchsmangel haben. Wir können die flächendeckende Versorgung und den Notdienst nur noch schwer sicherstellen. Und damit bewegen wir uns durchaus auf tierschutzrelevante Szenarien zu, wenn wir hier nicht auch
durch eine angepasste Preispolitik gegensteuern", erklärt der bpt-Präsident in der neuen Ausgabe des QS Magazins. Außerdem sei die neue GOT um viele Leistungen ergänzt worden, wie beispielsweise MRT oder CT, die inzwischen auch längst in der Tiermedizin eingesetzt werden. Moder sieht den Nutztierarzt/die Nutztierärztin als die Schnittstelle zwischen Tiergesundheit und Ökonomie. Für ihn ist eine abgestimmte Bestandsbetreuung der Weg der Zukunft, da so Prävention und Prophylaxe überwiegen. „Wir brauchen das Zusammenwirken der Landwirte, Tierärzte, aber auch der Kontrollen. Denn dort, wo die Betriebsbesuche zum Wohl der Tiergesundheit effektiv praktiziert werden, können Kontrollen zurückgefahren werden, weil man davon ausgehen kann, das hier ordnungsgemäß gearbeitet wird", so Moder.

06.01.2023: Datenverknüpfung im QS-System verspricht bessere Bewertung

Die im QS-System gesammelten Daten liefern aussagekräftige Ergebnisse, wenn diese vergleichend betrachtet werden. Wie ein Projekt der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) gezeigt hat, kann die deskriptive Betrachtung nur einzelner Daten zu Fehleinschätzungen führen. Erst die systematische Analyse und Auswertung normalisierter Daten zeigten aussagekräftige Ergebnisse und ließen Vergleiche zu, heißt es in dem Abschlussbericht. Das Forscherteam der TiHo um Prof. Dr. Lothar Kreienbrock hatte QS- Daten rund um die Gesundheit und Haltung von Mastschweinen näher beleuchtet.
Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Verknüpfung sowie Vernetzung der im QS-System erhobenen Daten eine wertvolle Grundlage zur Bewertung der Tiergesundheit bieten. Beispielsweise bietet sich die Verknüpfung der gesammelten Daten zu Antibiotikaeinsatz, Salmonellenstatus und Schlachtbefunde in der Schweinemast an. Für eine aussagekräftige Tiergesundheitsdatenbank, so die Forscher, seien allerdings weitere Informationen hilfreich, wie bspw. zur Mortalität in den einzelnen Betrieben. Sie empfehlen eine entsprechende Ausweitung der Datenerhebung im QS-System.

05.01.2023: Özdemir für mehr Platz und bessere Haltungsbedingungen von Mastputen

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat in den vergangenen Wochen Eckpunktepapiere zum Umbau der Tierhaltung vorgelegt. Für die Putenmast plant der Minister eine Verkleinerung der Besatzdichte. Zudem enthält das Papier neue Regeln für einen Sachkundenachweis, für die Versorgung der Tiere mit Futter und Wasser, das Stallklima, die Besatzdichte und Mindestkontrollen. So sollen PutenhalterInnen nach Özdemirs Plänen ihre Tiere zweimal täglich kontrollieren und zudem verpflichtet werden, ein Krankenabteil mit reduzierter Besatzdichte für kranke Puten einzurichten. Zudem muss der Halter die Mortalitätsrate täglich erfassen und bei der Schlachtung übermitteln. Besonders scharfe Kritik ernteten die Pläne des Ministers, die maximale Besatzdichte auf 40 kg Lebendgewicht und 1,9 Puten pro Quadratmeter zu begrenzen. Für Putenhennen sollen höchstens 35 kg Lebendgewicht und 3,1 Tiere pro Quadratmeter zulässig sein, was bedeuten würde, dass HalterInnen der Initiative Tierwohl (ITW) ihre Bestände bei gleichbleibender Stallgröße um ca. ein Viertel reduzieren müssten. Ulrich Löhr, Vorsitzender Fachausschusses Eier und Geflügel beim Deutschen
Bauernverband (DBV), zeigt sich angesichts des vom BMEL vorgelegten Eckpunktepapiers zur Geflügelhaltung sehr besorgt: „Die in diesem Entwurf enthaltenen Platzvorgaben katapultieren vor allem die deutschen Putenhalter aus dem Wettbewerb im EU-Binnenmarkt und führen die heimische Putenhaltung ins Aus. Statt mehr Tierwohl in Deutschland würde mehr Geflügelfleisch importiert. Die deutschen Geflügelhalter stehen zum Umbau der Tierhaltung, aber das geht nur mit einem ganzheitlichen Konzept“, so Löhr. Auch der Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Wolfgang Schleicher, befürchtet, dass die Putenhaltung wegen der geplanten neuen Vorschriften aus Deutschland abwandern wird. Der ZDG fordert darum EU-weit einheitliche Standards für die Putenhaltung und eine Herkunftskennzeichnung für Putenfleisch. Bis zum 13. Januar 2023 sind die Verbände angehalten, Stellung zu dem von Özdemir vorgelegten Papier zu nehmen. Erwartet wird, dass die Bundesregierung im kommenden Jahr einen Entwurf zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorlegen wird.

05.01.2023: Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren weiter rückläufig

Der aktuelle Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) lässt einen rückläufigen Trend beim Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren erkennen. Dieser Trend ist bei allen Nutzungsarten zu erkennen, wenn auch nicht immer gleichmäßig über den Zeitraum 2017 bis 2021 verteilt. Das BfR hat die in den Jahren 2018-2021 gesammelten Daten zur Therapiehäufigkeit und zum Antibiotikaverbrauch ausgewertet. „Die erfreuliche Botschaft ist, dass bei den erfassten Nutztierarten ein rückläufiger Antibiotika- Gesamtverbrauch zu sehen ist, wenn auch mit Schwankungen“, so Professorin Dr. Annemarie Käsbohrer, Leiterin der Fachgruppe Epidemiologie, Zoonosen und Antibiotikaresistenz, die den Bericht erstellte. Die größten Antibiotikamengen wurden nach wie vor bei Mastschweinen eingesetzt, gefolgt von -ferkeln, -puten, -hühnern und -kälbern. Käsbohrer betont auch, dass das Vorkommen von antibiotikaresistenten Keimen in Schlachttieren eher rückläufig sei. „Allerdings ist dieser Rückgang bei den Nutzungsarten unterschiedlich und spiegelt nicht den
beobachteten Rückgang des Verbrauchs wieder. Wir müssen das Resistenzverhalten von Keimen noch besser verstehen lernen und die Anstrengungen zur Reduktion intensivieren, um langfristig einen Abfall der Resistenzrate erreichen zu können“, so die Wissenschaftlerin. Besonders erfreulich ist, dass auch ein Rückgang für die zur Behandlung des Menschen besonders wichtigen Antibiotikagruppen bei allen Nutzungsarten zu beobachten war. Zukünftig wird das BfR jährlich untersuchen, wie sich die Therapiehäufigkeit und der Antibiotikaverbrauch über die Zeit entwickeln. Die Ausbildung von Resistenzen soll auch die Online- Plattform VetMAB.de verhindern, in dem durch eine Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren weniger Antibiotika in der Nutztierhaltung eingesetzt werden müssen. Mit dem One-Health- Ansatz und dem Zusammenspiel von Landwirtschaft, Veterinär- und Humanmedizin für eine bessere Gesundheit von Mensch und Tier befasst sich auch die Futura.VET, die am 16. Februar 2023 erstmalig als Online-Veranstaltung stattfinden wird.

Sachsen erfolgreich bei ASP-Eindämmung

05.01.2023

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) grassiert bereits seit mehr als zwei Jahren in Deutschland. Sachsen ist mit rund 1.800 ASP-Fällen neben Brandenburg das am meisten von der Seuche betroffene Bundesland. Seit Sommer 2022 konnte die weitere ASP- Ausbreitung jedoch gebremst werden, wie das sächsische Ministerium mitteilt. „Wir unternehmen gemeinsam mit den betroffenen Landkreisen enorme Anstrengungen und investieren Millionen, um die Schweinepest einzudämmen und zu tilgen. Es ist uns bisher in Sachsen gelungen, einen Eintrag dieser Tierseuche in eine Schweinehaltung zu verhindern. Trotzdem haben die landwirtschaftlichen Tierhalter große Absatzprobleme für Schweinefleisch. Das wird sich erst ändern, wenn ein Jahr lang kein ASP-Fall festgestellt wurde und die Restriktionszonen aufgehoben
werden können. Bis dahin dürfen wir mit der ASP- Bekämpfung nicht nachlassen. Aktuell gibt das reduzierte Seuchengeschehen Anlass zur Hoffnung, dass wir die Seuche eingedämmt halten. Für eine belastbare Prognose ist es aber noch deutlich zu früh“, erklärt Sebastian Vogel, Staatssekretär im Sozialministerium und Leiter des ASP-Krisenstabs. Das Land hat seit 2020 umfangreiche Seuchenbekämpfungsmaßnahmen umgesetzt, allein in 2022 flossen rund 18 Millionen Euro in die ASP-Bekämpfung. Dazu gehörten neben dem Bau eines Wildabwehrzauns auch der Einsatz von Drohnen sowie die Ausbildung von Hunden zur Fallwildsuche. Das Ministerium stellt zudem 1,5 Millionen Euro für ein gemeinsames Projekt mit dem Landesjagdverband zur verstärkten Bejagung von Schwarzwild in den Restriktionszonen zur Verfügung.

04.01.2023: Illegaler Welpenhandel blühte auch in 2022

Auch im Jahr 2022 scheint der illegale Welpenhandel ungebrochen gewesen zu sein. Wie die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN mitteilt, wurden annähernd 1.000 Tiere aus illegalen Transporten, Zuchten oder bei illegalen Verkäufen beschlagnahmt. Die Hauptverkaufskanäle der illegal gehandelten Hundewelpen waren nach wie vor Kleinanzeigen-Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen, Quoka und Deine Tierwelt sowie soziale Medien. Die Anonymität macht das illegale Geschäft mit den Welpen extrem lukrativ, denn die kriminellen HändlerInnen müssen nur in den seltensten Fällen mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen. Trotzdem die Tierheime voll mit Hunden sind, entscheiden sich noch immer viele potenzielle NeubesitzerInnen für den Kauf eines Welpen über das Internet. Und das trotz der konstant hohen Preise – in 2022 wurden häufig Preise zwischen 2.000 und 5.500 Euro pro Tier verlangt. Laut Informationen von Vier Pfoten lag der Spitzenpreis
für eine Französische Bulldogge bei 10.000 Euro. Die meisten Tiere wurden in Nordrhein- Westfalen und in Bayern beschlagnahmt. Dabei wurden besonders Hunderassen wie Französische Bulldogge, Chihuahua und Pomeranian sowie Labrador häufig entdeckt. Die Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei VIER PFOTEN, Karina Omelyanovskaya, fordert von der Politik: „Die Ampel-Koalition muss die im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben dringend umsetzen. Nur durch die Einführung einer verpflichtenden, bundesweiten Kennzeichnung und Registrierung sowie einer lückenlosen Identitätsprüfung auf allen Online-Plattformen kann Tierleid verhindert werden.“ Die kriminellen HändlerInnen nutzen das große Interesse an Hundewelpen und die Ahnungslosigkeit einiger KäuferInnen, um mit Hilfe von niedlichen Bildern und falschen Informationen zu junge und teilweise todkranke Tiere aus dem Ausland über unregulierte Online-Plattformen anzubieten.

04.01.2023: Igelstationen sind am Limit

Eigentlich sollten Igel momentan Winterschlaf halten. Doch viele der stacheligen Tiere konnten sich in den Sommer- und Herbstmonaten nicht genügend Gewicht anfuttern, sodass diese völlig unterernährt oder verletzt bei Igelstationen abgegeben wurden und werden. Diese platzen aktuell aus allen Nähten. Denn neben Rasenmähern, Autos und anderen Tieren ist es häufig auch die Unwissenheit der Menschen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der Igel gefährden. Es sei verrückt zur Zeit, erklärt Sandra Kühnert von der Igelauffangstation in Zwickau. In Spitzenzeiten erreichten den Verein, der sich hauptsächlich durch Spenden finanziert, zehn Anrufe pro Tag - manche davon spät in der Nacht. „Wir werden quasi überrannt“, so Kühnert. Dass so viele Igeljunge in Not seien, habe unterschiedliche Gründe, so die Igelschützerin: „Die Mütter laufen mehr und finden weniger. Im Zweifel lassen sie ihre Jungen zurück oder sterben auf der Suche nach etwas Essbarem.“ Auch die wohlmeinende, aber falsche Hilfe von Privatleuten führe nicht selten dazu, dass Jungigel versterben oder krank werden. „Wir hatten es zum Beispiel auch schon, dass Tiere mit Schokolade oder Cola gefüttert wurden“,
so Kühnert. Da der Verein nicht alle Tiere aufnehmen kann, unterstützen Kühnert und ihr Team auch mit Beratung und Untersuchung bei der Pflege zuhause. Das Fortbildungsportal Tierhalter-Wissen.de vermittelt in einem Webinar die wichtigsten Aspekte für den Betrieb einer Igelstation. Neben Informationen zum Artenschutz und rechtlichen Aspekten werden den KursteilnehmerInnen die Voraussetzung zum Betrieb einer Igelstation als tierheimähnliche Einrichtung vorgestellt. Weiter werden die biologischen Grundlagen und Besonderheiten des Europäischen Braunbrustigels präsentiert und was für die ordentliche Unterbringung des Igels notwendig ist. Um den Igel als Patient in der Kleintierpraxis geht es in der gleichnamigen Online-Fortbildung auf Myvetlearn.de. Die Referenten Dr. Florian Brandes, Karolin Schütte und Dana Ströse informieren über die Besonderheiten des vermutlich am häufigsten in der Praxis vorgestellten Wildsäugers, damit TierärztInnen ihm in Behandlung und Diagnostik gerecht werden können. Die Fortbildung ist mit 5 ATF-Stunden anerkannt. Zudem startet zum Frühjahr eine Kursreihe Wildtiere, die sich an TierärztInnen und TFAs in der Praxis richtet.

04.01.2023: Schweden gibt Wölfe zum Abschuss frei

Um die stetige wachsende Wolfspopulation im Land zu kontrollieren, hat Schweden beschlossen, dass 75 Wölfe bei einer großen Jagd getötet werden dürfen. „Die Jagd ist absolut notwendig, um den Zuwachs an Wölfen zu verlangsamen", erklärte Gunnar Glöersen vom schwedischen Jagdverband. „Die Wolfspopulation ist die größte, die wir in moderner Zeit gehabt haben." Im Rahmen der sogenannten Lizenzjagden wurden in den vergangenen 12 Jahren insgesamt 203 Wölfe getötet. ExpertInnen schätzen, dass aktuell mehr als 460 Wölfe in dem skandinavischen Land leben. Jedoch ist die Sorge groß, dass die Population immer größer wird. TierschützerInnen versuchten am vergangenen Montag, die JägerInnen zu stören. Auch in Brandenburg scheint sich der Wolf sehr wohl zu fühlen. Im Beobachtungsjahr 2021/2022 wurden 47 Rudel
und 14 Wolfspaare gezählt. Damit ist Brandenburg das Bundesland mit der größten Wolfspopulation. Seit dem Jahr 2010 wurden mehr als 200 Wölfe Opfer eines Verkehrsunfalls, rund 26 Tiere wurden zudem illegal getötet. Trotz eindeutiger Gesetzeslage habe es bislang lediglich vier Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit getöteten Wölfen mit insgesamt zwei Verdächtigen gegeben. Nach Informationen des Umweltministeriums wurde jedoch in keinem Fall bisher eine Strafe verhängt. Ein Verfahren wurde laut Ministerium mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt, zwei Verfahren stellten die Ermittlungsbehörden gegen Zahlung einer Geldauflage ein. In einem weiteren Strafverfahren wurde der Angeklagte in erster Instanz freigesprochen. Dagegen habe die zuständige Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.

03.01.2023: Nähr- und Inhaltsstoffe mit in Nachhaltigkeitsbewertung einbinden

Um die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln bewerten zu können, bedarf es neben dem CO2-Fußabdruck auch noch weiterer Faktoren wie die Bewertung der enthaltenen Nähr- und Inhaltsstoffe. Wie der niederländische Forscher Dr. Peter de Jong von der Van Hall Larenstein Universität in Leeuwarden (NL) erklärt, führe die alleinige Bestimmung des CO2-Fußabdrucks je Kilogramm Lebensmittel in die Irre. Für einen aussagekräftigen Vergleich müsse die sogenannte Nutrient Rich Food (NRF)-Bewertung von Lebensmitteln hinzugezogen werden, erklärt der Wissenschaftler. Bei tierischen Nahrungsmitteln zeige sich meist ein höherer CO2-Fußabdruck als bei pflanzlichen Produkten, wodurch diese als schlechter für das Klima eingestuft würden als rein pflanzliche Lebensmittel. Jedoch haben die tierischen Produkte aber oft einen deutlich höheren Nährwert oder beinhalten wertvolle Proteine, was bei einem alleinigen Bezug von Emissionen auf das Kilogramm unberücksichtigt bleibe. Da nährstoffreiche
Lebensmittel in der Summe weniger als nährstoffarme benötigt werden, führe dies zu einer geringeren CO2- Belastung von tierischen Erzeugnissen. Während es in den Industriestaaten keine Kalorien-Knappheit gäbe, müssen weltweit jedoch laut den Vereinten Nationen (UN) jedes Jahr rund 3 Mio t Eiweiß zusätzlich produziert werden, um den zunehmenden Bedarf zu decken. Auch die Verdaulichkeit beziehungsweise Bioverfügbarkeit der Nährstoffe spielen laut de Jong eine wichtige Rolle. Pflanzliche Proteine seien oft weniger verdaulich als diejenigen in tierischen Lebensmitteln. Auch bei der am 16. Februar 2023 stattfindenden Futura.VET geht es u.a. um die nahrungsmittelsicherheit und die Landwirtschaft sowie die Nutztierhaltung der Zukunft. Das neue zukunftsweisende Fortbildungsformat schaut über den Tellerand hinaus in die Zukunft, wobei der Schwerpunkt die Entwicklungen und ihre Bedeutung für die Tiermedizin sind. Die Teilnahme wird mit 5 ATF-Stunden anerkannt.

03.01.2023: Wieder mehr Greifvogelarten in der Schweiz

Es gibt auch mal wieder Positives zu berichten: in den vergangegen Jahren sind zahlreiche Greifvogelarten in die Schweiz zurückgekehrt. „Fast alle Arten von Tag- und Nachtgreifvögeln haben wieder relativ hohe Bestände und manchmal sogar Rekordbestände, wie beim Rotmilan“, wird die Schweizerische Vogelwarte Sempach in Le Matin Dimanche zitiert. Sie spricht von einem möglichen „goldenen Zeitalter der Greifvögel“. Ein Grund, dass die Bestände der Bartgeier, Steinadler,
Schlangenadler, Zwergohreulen, Mäusebussards und Turmfalken wieder gesunden, sei der Verzicht auf den Einsatz des Insektizids Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT), wie der Schweizer Ornithologe Lionel Maumary erklärt. Die Verwendung von DDT wurde in den 1970er-Jahren in meisten westlichen Industrieländern verboten, nachdem bekannt geworden war, dass das Insektizid unter anderem zu hohen Bestandseinbrüchen bei Greifvögeln geführt hatte.

03.01.2023: Digitale Technologien sollen NutztierpraktikerInnen entlasten

Der Mangel an NutztierpraktikerInnen könnte die Gesundheit von Nutztieren in Österreich gefährden. Um dem entgegen zu wirken, fördert das Land Niederösterreich den Einsatz digitaler Technologien für die kommenden drei Jahre. Das Projekt „HOLSTEIN“ der Veterinärmedizinischen Universität Wien zielt mit einem innovativen Ansatz darauf ab, mit Sensoren und permanentem Monitoring akute Krankheitsfälle bei Nutztieren sehr früh zu erkennen und damit die Tiergesundheit langfristig zu verbessern. Zudem soll es bei Akutfällen auch möglich sein, auf eine breite Datenbasis vor und während der Behandlung am Tier zurückzugreifen. „Mit HOLSTEIN wollen wir das Potenzial der Digitalisierung auch in der Landwirtschaft nutzen. Wir stellen in dem innovativen Projekt gemeinsam mit Niederösterreich moderne Technologien auf die Beine, die gerade bei
Notfällen in der Nutztiermedizin die Arbeit erleichtern soll“, erklärt Petra Winter, Rektorin der Vetmeduni Wien. Das Projekt, das hauptsächlich an der VetFarm der Veterinärmedizinischen Universität Wien im niederösterreichischen Kremesberg umgesetzt wird, soll auch den Beruf der Nutztiermedizinerin und des Nutztiermediziners attraktiver machen. „Das Projekt HOLSTEIN zeigt, wie wichtig Wissenschaft, Forschung und Technologie für unsere Gesellschaft sind, auch in Bereichen, wo man es vielleicht nicht auf den ersten Blick erwarten würde. Durch den Einsatz digitaler Technologien wird die Arbeit von Tierärztinnen und Tierärzten aber auch von Landwirtinnen und Landwirten massiv erleichtert“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Das Land Niederösterreich stellt für dieses Projekt knapp 407.000 Euro für die Dauer von drei Jahren zur Verfügung.

03.01.2023: Niedersachsen schreibt erneut Digitalisierungspreis aus

Das Landwirtschaftsministerium des Landes Niedersachsen hat zum zweiten Mal den Digitalisierungspreis Agrar und Ernährung ausgeschrieben. Gesucht werden innovative und kreative Ideen rund um die Digitalisierung landwirtschaftlicher Betriebe und Unternehmen mit niedersächsischer Beteiligung und Bezug zur Ernährungs- und Agrarwirtschaft. „Wir haben großartige Projekte und innovative Köpfe in Niedersachsen, die den digitalen Wandel vorantreiben und gestalten. Ich möchte das
Engagement dieser Menschen weiterhin fördern, ihre Projekte der Öffentlichkeit vorstellen – und nicht zuletzt die Akteurinnen und Akteure vernetzen. Die Digitalisierung ist eine Riesenchance für die Landwirtschafts- und Ernährungsbranche. Lasst sie uns sinnvoll nutzen!“, betont die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Die Bewerbungsfrist für den mit 10.000 Euro dotierten Digitalisierungspreis wurde bis zum 24. Februar 2023 verlängert.

02.01.2023: Milchpreis wieder stark gefallen

Nachdem der Milchpreis in der ersten Jahreshälfte 2022 deutlich gestiegen ist, hat sich der Rohstoffwert nun innerhalb eines Monats um 6,1 Cent verringert. Noch drastischer hat sich der Preisfall bei der Spotmilch verändert: im Dezember 2022 sank der Preis für ein Kilogramm Milch unter 40 Cent. Im Oktober 2022 lag dieser noch bei 59,33 Cent je kg Milch. Der Preistrend fiel damit weitaus schärfer aus als
vorhergesehen und noch ist nicht absehbar, wie sich der Milchpreis in den kommenden Wochen entwickeln wird. Das ife-Institut hat für Januar 2023 einen Börsenmilchwert (bzw. einen theoretischen Milchpreis) von 41,9 Cent und für den Februar von 41,5 Cent ermittelt. Die Richtung ist eindeutig, auch wenn die ermittelten Preise mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ganz so niedrig ausfallen werden.

02.01.2023: Wildvögel richtig füttern

Das Füttern von Wildvögeln im Winter trägt zur Sicherung der Wildvogelpopulationen bei und ist in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Vögel zu erhalten, kommt es jedoch auf die richtige Fütterung an. Da viele Vögel immer wieder zu den selben Futterstellen zurückkommen, ist es besonders wichtig, dass die Tiere täglich ausreichend Futter vorfinden. Dieses sollte aus Streufutter wie Sonnenblumenkernen, Hanf, Erdnüssen, etwas Getreide,
Hafer- und Weizenflocken sowie Meisenknödeln bestehen. Vögel freuen sich auch über die gelegentliche Gabe von Apfelstücken und getrockneten Mehlwürmern. Die Fütterung von Brot, Kuchen, gekochten Kartoffeln oder Essensresten jedoch kann zu Erkrankungen der Tiere führen und sollte unbedingt unterlassen werden. Zudem sollten VogelfreundInnen nicht vergessen, die Vögel regelmäßig mit frischem Wasser zu versorgen sowie die Futterhäuschen und Tränkschalen regelmäßig zu reinigen.

Frohes Neues Jahr

01.01.2023

Vetion.de wünscht allen Kolleginnen und Kollegen ein frohes und gesundes neues Jahr! Gerne unterstützen wir Sie auch in 2023 bei Ihrer tierärztlichen Arbeit und
Ihrer persönlichen Fort- und Weiterbildung, wann immer es uns möglich ist. Sollten Sie spezielle Fotbildungswünsche haben - lassen Sie sie uns wissen!

Änderung des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG)

Am 01.01.2023 ist die Änderung des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) in Kraft getreten. Fühlen Sie sich ausreichend über die Änderungen, die Ihren täglichen Praxisalltag betreffen informiert?