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ZDG fordert schnelle Impfstoffentwicklung gegen Geflügelpest

26.09.2022

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) hat die EU-Kommission aufgefordert, die Entwicklung einer Impfung gegen die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) voranzutreiben. Schon vor Beginn der Vogelzüge wurden so viele Geflügelpest-Ausbrüche wie nie zuvor gemeldet, sodass befürchtet werden muss, dass die HPAI endemisch geworden ist. Während in Ländern außerhalb Europas bereits gegen die Geflügelpest geimpft wird, steht eine solche aktuell in Europa nicht zur Verfügung, was die Existenz der GeflügelhalterInnen noch mehr gefährdet. Die EU-Kommission hat den Ernst der Lage inzwischen auch erfasst und will Impfungen gegen die Geflügelpest ermöglichen. Die Tierseuchengesetzgebung wird dahingehend bereits überarbeitet. „Das ist ein gutes Zeichen für unsere Tierhalter, die mit massiven Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen heute bereits alles dafür tun, ihre Bestände zu schützen.
Die veränderte endemische Lage zeigt, dass wir zusätzlich schnellstmöglich eine Impfung brauchen! Das gebietet auch der Tierschutz, weil sonst tausende Tiere zwangsweise getötet werden müssen", fordert Friedrich-Otto Ripke. Der ZDG-Präsident mahnt zudem die Prüfung der Möglichkeit an, Impfstoffe zu importieren. „Bei all unseren Anstrengungen, der Aviären Influenza mit wirksamen Maßnahmen zu begegnen, dürfen wir eines nicht vergessen: Es geht am Ende auch um den Erhalt der Versorgungssicherheit der deutschen Bevölkerung mit gesunden, preiswerten und stark nachgefragten Lebensmitteln wie Eiern und Geflügelfleisch. Wenn infolge einer Mangellage die Importe von Eiern und Geflügelfleisch aus Ländern mit deutlich niedrigen Tierwohl- und Nachhaltigkeitsstandards zunehmen, kann das nicht im gemeinsamen Interesse von Verbrauchern, Politik und Geflügelwirtschaft sein", betont Ripke abschließend.

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02.12.2022: TeilnehmerInnen für Studie zu Influenzaviren gesucht

Für eine Studie zum Vorkommen von Influenza A Viren bei Menschen und Hausschweinen sucht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) TeilnehmerInnen. Gesucht werden Personen, die regelmäßig Kontakt zu Hausschweinen haben bzw. Schweinebetriebe, die ihre Schweine auf Influenzaviren untersuchen lassen möchten. Influenza A Viren zirkulieren sowohl in Schweinebeständen als auch in der menschlichen Bevölkerung und verursachen respiratorische Symptome. Das FLI analysiert in einer Studie, wie häufig Grippeviren zwischen
Mensch und Schwein hin und herspringen. Interessierte TeilnehmerInnen sollten sich möglichst ein Jahr lang monatlich oder vierteljährlich selbst und den Schweinen, mit denen sie Kontakt haben, Tupferproben aus der Nase entnehmen, die sie anschließend zur Untersuchung auf Influenzaviren zur Verfügung stellen. Eine regelmäßige Probenentnahme wird mit einer Aufwandsentschädigung von 20 Euro anerkannt. Bei Interesse oder weiteren Fragen kontaktieren Sie bitte diese Adresse: flu-selbsttest@fli.de

02.12.2022: Umbau der Fischereiwirtschaft statt Aquakultur

Laut einer vor kurzem veröffentlichten Studie sind die Wachstumsraten auch bei der Aquakultur-Produktion begrenzt. Die Produktion sei bereits jetzt an ihre ökologischen Grenzen gestoßen, so das Fazit des Forscherteams, an dem auch WissenschaftlerInnen des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel beteiligt waren. Um der globalen Überfischung entgegenzuwirken, sei die Fisch- und Meeresfrüchteproduktion in Aquakulturen keine Lösung. „Der globale Hunger nach Fisch und Meeresfrüchten kann nicht hauptsächlich durch Aquakultur gesättigt werden“, bestätigt Dr. Rainer Froese, mariner Evolutionsökologe am GEOMAR und deutscher Fachexperte für die Studie. „Selbst technologische Fortschritte würden nach derzeitigem Stand nicht dazu führen, dass der Fischbedarf
durch Aquakultur gedeckt werden könnte. Ein Umbau der Fischereiwirtschaft zu einer ökologisch verträglichen Fischerei böte ein deutlich höheres Zukunftspotential.“ Neben verheerenden sozioökonomischen Folgen für Küstenländer mit niedrigem Einkommen könnte ein verstärkter Fokus auf Aquakultur auch dazu führen, dass bereits im Jahr 2030 weltweit mit einem jährlichen Mangel an Fischnahrung von etwa 71 Millionen Tonnen zu rechnen sei. Gemäß der Studie könnten aber die Fangmengen in europäischen Gewässern um etwa fünf Millionen Tonnen steigen, wenn Europa seine Fischerei wieder aufbauen und ordnungsgemäß bewirtschaften würde. Das sei mehr als die derzeitige jährliche europäische Aquakulturproduktion, so die WissenschaftlerInnen.

02.12.2022: Berliner Zoo bleibt nach Geflügelpest-Ausbruch geschlossen

Nach einem Ausbruch der Aviären Influenza (AI) im Berliner Zoo musste das gesamte Gelände für Gäste geschlossen werden. Die Betreiber haben die Maßnahme ergriffen, um die anderen Vogelbestände des Zoologischen Gartens auf mögliche Infektionen mit dem Erreger zu testen. Der Berliner Zoo verfügt über einen der größten Vogelbestände Europas. Am 18. November 2022 wurde die Erkrankung bei einem Hammerkopf nachgewiesen. Danach wurden Proben der Vögel genommen, die im direktem (86 Tiere) oder indirektem (235 Tiere) Kontakt zu dem infizierten Vogel hatten. Eine Probenentnahme aller Vögel im Bestand des Zoo Berlin wurde zudem in die Wege geleitet Die erste Testrunde ergab glücklicherweise keine weiteren positiven AI-Nachweise. Allerdings stehen derzeit noch Ergebnisse aus. „Wir sind zunächst erst einmal froh, dass es sich bei dem infizierten Hammerkopf bislang um einen Einzelfall handelt. Dennoch sind wir uns bewusst, dass die aktuelle EU-weite Rechtslage nur wenig Handlungsspielraum lässt“, beschreibt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem den Ernst der Lage. „Bevor wir uns über das Thema Öffnung des Zoo Berlin Gedanken machen können, gilt es also zunächst, eine Katastrophe für unsere
Vögel und den Zoo abzuwenden. Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, eine Ausnahmegenehmigung für unseren einzigartigen Vogelbestand zu bekommen“, ergänzt Knieriem. Die EU-Verordnung sieht vor, dass beim Auftritt eines positiven Falles der aviären Influenza die Tötung des gesamten Vogelbestandes erfolgen muss. Das beträfe nicht nur Hühner, Gänse und Enten, sondern auch alle übrigen Vogelarten wie Brillenpinguine, James-Flamingos und Hyazinth-Aras. Veterinärreferent Dr. Torsten Nöldner von der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz ergänzt: „Es gab im Februar und März 2022 bereits 26 Fälle von Aviärer Influenza bei verendeten Wildvögeln in Berlin. In diesem Winter ist dies der erste bekannte Fall Berlin und Brandenburg. Unser oberstes Ziel muss weiterhin sein, eine Ausbreitung und die Einschleppung in andere Vogelbestände zu verhindern.“ Auch in Mecklenburg-Vorpommern macht die AI den Haltern seltener Geflügelrassen zu schaffen. Auch sie müssen ihre Tiere im Falle eines Ausbruchs töten lassen. In Großbritannien sind laut einem Branchenverband bereits mehr als die Hälfte der im Freien gehaltenen Truthähne verendet oder mussten gekeult werden.

01.12.2022: Preis der Tiergesundheit für Geflügelhof in Bayern

Zum dritten Mal hat die MSD Tiergesundheit in diesem Jahr den Preis der Tiergesundheit verliehen. In der Kategorie „Tiergesundheit in der Legehennenhaltung“ konnte Gerhard Aigner aus Hebertsfelden in Bayern die Jury mit seinem durchdachten Gesamtkonzept überzeugen und gewann den 1. Preis. Der Geflügelhof Thanninger Freiheit setzte sich mit seinem eigenen Futteranbau inkl. Biogasanlage, der Kükenaufzucht sowie der Haltung von Bruderhähnen, bis hin zum Stallaufbau mit Wintergarten, Sandkästen sowie Tageslicht- und Frischluftzugang gegen seine MitbewerberInnen durch. Darüber hinaus gewährt Gerhard Aigner, der den Hof bereits in dritter Generation führt, während des Lebensmitteleinkaufs
mithilfe von Live-Kameras Einblick in das tägliche Stallleben. „Auf dem Betrieb von Herrn Aigner haben wir ein zukunftsweisendes Konzept vorgefunden, das aus allen Einreichungen herausgestochen ist. Überzeugt hat uns seine gesamtheitliche Auseinandersetzung mit dem Zusammenspiel aus Haltung und Tierbeobachtung. Herr Aigner trifft Entscheidungen in engmaschiger Zusammenarbeit mit dem Tierarzt auf Basis von Daten, nicht aus dem Bauch heraus. Tierwohl basiert wesentlich auf Tiergesundheit. Das ist ein Konzept für die Zukunft, das tragfähig ist“, betont die Jury. Der Preisträger wird sein Preisgeld in weiteres Beschäftigungsmaterial investieren und das Tierwohl seiner Hühner somit weiter steigern.

TAMG: Ablehnung des Änderungsantrags erneut gefordert

01.12.2022

Anlässlich der für heute (01.12.2022) geplanten Abstimmung des Deutschen Bundestages über die erste Novelle des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG), hat der Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt), Dr. Siegfried Moder, in einem Schreiben noch einmal an die FDP-Bundestagsfraktion appelliert, den Änderungsantrag der Ampelkoalition abzulehnen. Dieser führe wissenschaftlich und wirtschaftspolitisch in die falsche Richtung, so Moder. Wie der bpt-Präsident ausführt, könne der eklatante Fachkräftemangel in der Nutztiermedizin durch die Zuwanderung von Fachkräften nicht langfristig behoben werden. Auch die Pläne der Koalition, die von einem Tierarzt erstellten Maßnahmenpläne durch einen unabhängigen zweiten Tierarzt überprüfen zu lassen, seien durch die zusätzliche Bürokratie kaum umsetzbar.
„Um Tiergesundheit und daraus abgeleitet Tierschutz, Zoonosenprävention und einen weiterhin minimalen Antibiotikaeinsatz sicherzustellen, bedarf es dringend kurzfristiger Maßnahmen. Dazu gehört neben der Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes v.a. der Abbau von Bürokratie“, erklärt Moder. Die im Änderungsantrag vorgesehenen Verbote von antibiotischen Wirkstoffen, die über EU- Recht hinaus gehen und fachlich nicht begründbar sind, werden von Moder aufs Schärfste kritisiert. „Deutschland sollte sich deshalb bei der AMR-Bekämpfung an der wissenschaftlich validen Risikoeinschätzung der EU-Behörden orientieren und keine Alleingänge machen“, so der Präsident abschließend. Um Zoonosen und Nutztierhaltung geht es auch am 16.2.2023 in der Futura.VET, dem neuen Fortbildungsformat für alle, die über den Tellerrand hinaus blicken wollen.

01.12.2022: Novellierung des Baugesetzbuch führt zu Verringerung der Schweinebestände

Die Ampelkoalition plant, das Baugesetzbuch (BauGB) zu novellieren. Die Änderungen sehen unter anderem vor, dass der Umbau von Schweineställen zu Tierwohlzwecken baurechtlich erleichtert werden. Für vor 2013 errichtete gewerbliche Ställe ist jedoch eine Erweiterung der Grundfläche oder der Stallhöhe nicht vorgesehen, was der Deutsche Bauernverband (DBV) besonders kritisiert. Auch darf laut Regierungsplänen die Zahl der gehaltenen Tiere durch den Umbau nicht steigen. Zudem darf die Tierart nicht gewechselt werden, was auch einen Wechsel von Mastschweinen zu Sauen einschließen würde. In der Praxis würde das bedeuten, dass die Tierbestandszahlen bei gleichzeitig steigenden Stückkosten deutlich verringert werden. Der DBV begrüßte in einer Stellungnahme das ursprüngliche Ziel, die baurechtlichen Hindernisse für den Tierwohlstallbau zu beseitigen. Allerdings werde der Entwurf nach Auffassung des Verbandes diesem Anspruch nicht gerecht und würde in Teilen sogar kontraproduktiv wirken. Die Novellierung des Baugesetzbuches soll nach Plänen der Koalition auf Regelungen im neuen Tierhaltungskennzeichnungsgesetz gestützt werden. Sollte das Gesetz zur Einführung einer Haltungskennzeichnung scheitern, wird
es demnach auch nicht zu einem Beschluss zur Änderung des Baurechts in dieser Form kommen. „Hier wird das Baurecht zum Stallbauverhinderungsrecht umfunktioniert. Nach den Unzulänglichkeiten der Haltungsformkennzeichnung ist das nun ein weiterer Beleg für den Unwillen der Bundesregierung, den Umbau der Tierhaltung zu höheren Tierwohlstandards ernsthaft anzugehen“, kritisiert DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken die Regierungspläne. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) bemängelt die fehlende Berücksichtigung der Haltungskennzeichnung in der Sauenhaltung und der Ferkelaufzucht im Gesetz, sodass durch die Kopplung zum Baurecht auch dort eine Regelungslücke bestehen bliebe. Besonders kritisch bewertet der Verband, dass die Schweinehalter höhere Investitions- und laufende Kosten bei einem niedrigeren Tierbestand schultern sollen. Die Bereitschaft der Schweinehalter zur Teilnahme an Tierwohlprogrammen und höheren Haltungsstufen dürfte hierdurch deutlich abgebremst werden, warnt die ISN abschließend. Die Futura.VET, die am 16. Februar 2023 stattfindet, wird sich u.a. auch mit zukunftsweisenden und die Tiermedizin verändernden Themen befassen.

30.11.2022: Ringvorlesung zum Tier-Mensch-Verhältnis

Die Hochschule Darmstadt (h_da) befasst sich in der öffentlichen Ringvorlesung „Tier-Mensch-Verhältnis“ mit den aktuellen Herausforderungen des gesellschaftlichen und menschlichen Umgangs mit Tieren. Die Vorlesungen finden immer donnerstags um 14.15 Uhr am Campus Haardtring der h_da statt. In der kommenden Woche referiert Dr. Susanne Hiekel vom Institut für Philosophie an der Universität Duisburg-Essen über die „Philosophischen Perspektiven auf Freundschaft und Arbeit in Mensch-Tier- Beziehungen“. Die erste Ringvorlesung nach dem Jahreswechsel thematisiert dann das „Mensch-Tier-Verhältnis im Tier- und Artenschutz“. Referent am 26.1.2023 wird Prof.
Dr. Peter Kappeler vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen, Leiter der Abteilung Verhaltensökologie und Soziobiologie, sein. Die Vorlesungen haben das Ziel, dass Studierende ihren Horizont über das eigene Studienfach hinaus erweitern. Andere Interessierte aus Darmstadt und der Region sind ebenfalls zu der Veranstaltung willkommen. Um die Mensch-Tier-Beziehung als Leitthema geht es auch bei der Futura.VET 2023, die am 16. Februar 2023 als reine Online- Veranstaltung stattfinden wird. Die Futura.VET ist ein zukunftsweisendes Fortbildungsformat für alle, denen das Wohle der Tiermedizin und ihr Standing in der Gesellschaft am Herzen liegen!

30.11.2022: Gericht nimmt fristlose Kündigung eines Tierarztes zurück

Der Kreis Gütersloh hatte zwei Amtsveterinären wegen Tierquälerei fristlos gekündigt. Durch ein Handy-Video war bekannt geworden, dass drei überraschend im Warteraum des Schlachthofes geborene Ferkel nach der Geburt ertränkt worden waren. Die beiden Tierärzte klagten daraufhin gegen die Kündigung vor dem Arbeitsgericht Bielefeld, wie der WDR berichtete. Am 24.11.2022 entschied das Gericht, dass die Kündigung des einen Veterinärs, der nur zugeschaut hatte, nicht rechtens war. Er darf seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Der Tierarzt, der die Ferkel in einem Wassereimer ertränkte,
muss auf sein Urteil noch warten. Seine Klage wird am 22. Februar 2023 weiterverhandelt. Da der Transport von trächtigen Schweinen europaweit verboten ist, hätte es gar nicht erst zu der Geburt der Ferkel im Schlachthof kommen dürfen. Laut Tierschutzgesetz hätte ein triftiger Grund für die Tötung bestehen müssen. Außerdem hätte in jedem Fall zunächst eine Betäubung der Tiere erfolgen müssen, um sie dann ohne Leiden und Schmerzen zu töten. Das Ertränken soll fast zwei Minuten gedauert haben. Das Schlachtunternehmen Tönnies hatte den Fall an die Behörden gemeldet.

30.11.2022: Schlanke Hunde leben länger

Etwa jeder zweite Hund in Deutschland ist zu dick! Dieses Übergewicht entsteht in der Mehrzahl der Fälle durch eine falsche Fütterung. Die zu vielen Kilos sind für die Tiere gesundheitlich problematisch, weil damit das Risiko von Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauferkrankungen ansteigt. Dicke Hunde leiden auch häufig unter orthopädischen Erkrankungen wie Gelenkbeschwerden. Laut aktuellen Studien kann Übergewicht zudem die Lebenszeit des Vierbeiners verkürzen. Daher empfiehlt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) dringend eine Gewichtsreduktion, egal wie alt das Tier ist. Diese beginnt allerdings im Kopf des Tierhalters und mit der Erkenntnis, dass Füttern nicht gleich Liebe ist. Da eine eigenständig durchgeführte Diät schon dazu führen kann, dass der Hund mit lebenswichtigen Nährstoffen, Proteinen, Mineralien oder
Vitaminen nicht ausreichend versorgt wird, sollte diese unbedingt von einem Tierarzt begleitet werden. Der kann auch helfen, ein an den körperlichen Zustand des Hundes angepasstes Bewegungsprogramm zu erstellen und die Erfolge der Abnehm-Bemühungen mit regelmäßigen Wiegekontrollen zu dokumentieren. Wichtig sei aber, dass die HalterInnen sich bewusst sind, dass eine gute Portion Ausdauer und Geduld benötigt werden, um beim Hund eine dauerhaft Gewichtsreduktion zu erreichen. Heute Abend um 19.30 Uhr findet bei Myvetlearn.de auch ein Live-Webinar zum Thema Fehler in der Hunde- u. Katzenfütterung im Rahmen der Dahlemer Diätetikseminare für TierärztInnen statt. Das Webinar wird außerdem aufgezeichnet. Diese sowie weitere Aufzeichnungen zu Ernährungsfragen von Hund und Katze stehen dann anschließend ebenfalls als Fortbildung zur Verfügung.

30.11.2022: 3R-Prinzip auch für landwirtschaftliche Tiernutzung

Das sogenannte 3R-Prinzip hat das Ziel, Tierversuche zu vermeiden (Replacement), die Zahl der Versuchstiere zu limitieren (Reduction) und das Tierleid (Refinement) in Tierversuchen auf das unerlässliche Maß zu beschränken. Zu Forschungszwecken ist dieses Prinzip inzwischen in vielen Ländern der Welt selbstverständlich. WissenschaftlerInnen sind verpflichtet, Tierversuche nach dem 3R- Prinzip durchzufürhen. Nach Meinung eines Forscherteams der Veterinärmedizinischen Universität Wien sollte dieses Prinzip auch bei der landwirtschaftlichen Tiernutzung angewendet werden. „Das
3R- Prinzip könnte ähnlich effektiv sein, wenn es auf die Nutztierproduktion angewendet wird“, so die WissenschaftlerInnen. Die Auswirkungen wären gewaltig, heißt es in dem gerade veröffentlichten Artikel der Forschenden. Darin schlagen sie vor, tierisches Eiweiß durch pflanzliche Proteine zu ersetzen, die Zahl der gehaltenen Nutztiere zu reduzieren und den Konsum von Fleischprodukten generell zu verringern. Jährlich werden weltweit 70 Milliarden Land- sowie 129 Milliarden Wassertiere überwiegend zur Produktion von tierischem Eiweiß genutzt. Dem stehen 192 Millionen Versuchstiere gegenüber.

29.11.2022: Digitales Frühwarnsystem im Schweinestall zweimal ausgezeichnet

Im Rahmen der diesjährigen EuroTier ist das digitale Monitoring- System SoundTalks® von Boehringer Ingelheim gleich mit 2 besonderen Preisen ausgezeichnet worden. Neben dem Innovation Award EuroTier in Gold wurde das mit Künstlicher Intelligenz (KI) betriebene Frühwarnsystem im Schweinestall auch mit dem Animal Welfare Award gewürdigt. „Wir freuen uns sehr und sind stolz auf die beiden Auszeichnungen. Sie unterstreichen nicht nur die Praxisrelevanz unseres SoundTalks® Systems, sondern stellen auch eine wichtige Anerkennung seines Beitrages zur Gesunderhaltung des Schweinebestands dar“, freut sich Betina
Prestel, Leiterin der von Boehringer Ingelheim in Deutschland. Das SoundTalks® System analysiert rund um die Uhr den respiratorischen Gesundheitsstatus von Schweinen in Aufzucht und Mast. Mittels eines KI-gestützten Algorithmus können Hustengeräusche frühzeitig identifiziert werden. So kann eine respiratorische Erkrankung viel früher erkannt werden, als der Halter dies kann. Dieser erhält über ein Ampelsystem Meldungen entweder direkt im Stall oder über eine App auf das Smartphone. So können frühzeitig eventuelle Lüftungsfehler korrigiert, Infektionserreger identifizieren und angemessene Maßnahmen eingeleitet werden.

29.11.2022: Wasserdampf beschädigt Proteine in Pferdefutter

Um Heu von Pilzsporen, Staub und schädlichen Mikroorganismen zu befreien, wird es mit heißem Wasserdampf behandelt. Damit werden allerdings auch wichtige Proteine beschädigt, was sie damit für Pferden schwer verdaulich macht. Wie eine Studie der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg (MLU) belegt, gehen durch die Dampfbehandlung auch wichtige Aminosäuren verloren, da diese dann nicht mehr im Dünndarm verdaut werden. Das kann bei den Tieren zu Mangelerscheinungen führen und unter anderem das Wachstum oder den Muskelaufbau beeinträchtigen. „Viele Pferde leiden unter Lungenproblemen wie Asthma. Durch die Bedampfung ist das Heu quasi frei von lebenden Mikroorganismen und Partikeln, die beim Fressen eingeatmet werden und in der Lunge Schaden anrichten können. Damit ist es theoretisch ein sehr gutes
Futter", sagt Prof. Dr. Annette Zeyner vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU. Die durch den Wasserdampf zerstörten Proteinbestandteile jedoch sind für Pferde essenziell und sie können auch nicht über den Dickdarm aufgenommen werden, so Zeyner weiter. Durch die Behandlung reduzierte sich den Analysen der Forschenden zufolge der Anteil an für den Dünndarm verfügbarem Protein um fast die Hälfte. Besonders für heranwachsende Pferde oder säugende Stuten kann ein Mangel an Proteinen zu Problemen führen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, empfiehlt die Wissenschaftlerin PferdehalterInnen, die Nahrung der Tiere zum Beispiel mit proteinreichem Futter wie Bierhefe und Sojaschrot oder aber hochwertigen proteinreichen Ergänzungsmitteln für Pferde anzureichern.

29.11.2022: Kälbergrippe vorbeugen

Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) weist angesichts des feucht-kalten Klimas auf die Problematik von Atemwegserkrankungen bei Kälbern hin. Denn neben Durchfall stellen Atemwegserkrankungen das größte Problem in der Kälberaufzucht dar. Um so wichtiger sind ein guter Immunstatus, ausreichend hochwertiges Futter, Platz, Luft und Licht sowie gute Betreuung. Zudem wird in den frühen Phasen der Grundstein für späteres Wachstum und Leistung gelegt. Die sogenannte Kälbergrippe tritt insbesondere bei Tieren im Alter zwischen drei und sechs Monaten auf, kann aber auch schon bei jüngeren Kälbern zu erheblichen Problemen
führen. Desweiteren kann durch die Kälbergrippe die Lunge der Tiere nachhaltig geschädigt werden. Außerdem können kranke Kälber große wirtschaftliche Verluste nach sich ziehen, da neben den Tierarztkosten und den höheren Aufwendungen für den Tierarzt auch ein erhöhter zeitlicher Betreuungsaufwand sowie Tierverluste zu berücksichtigen sind. Tiere mit geschädigter Lunge zeigen außerdem häufig verringerte Tageszunahmen und schlechtere Milchleistung. Sie sind zudem anfällig für erneute Erkrankungen. Der BfT gibt auf seiner Webseite Tipps, wie Erkrankungen vermieden werden können durch die Optimierung der Haltungsbedingungen.

28.11.2022: Bundesrat winkt Özdemirs Kennzeichnungspläne durch

Der Weg für eine staatliche Tierhaltungskennzeichnung nach den Plänen von Bundeslandwirtschftsminister Cem Özdemir (Die Grünen) scheint frei zu sein. Am vergangenen Freitag (25.11.)
hat der Bundesrat dem zugestimmt. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt, um den Umbau hin zu einer zukunftsfesten Tierhaltung in Deutschland voranzutreiben“, teilte das BMEL im Anschluss an die Bundesratssitzung mit.

28.11.2022: BVL warnt vor versehentlicher Einnahme von Tierarzneimitteln

Aufgrund von Verwechselungen und der versehentlichen Einnahme von Tierarzneimitteln durch Menschen weist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) insbesondere Pferdehalter auf Vorsichtsmaßnahmen hin. So gab es seit März 2022 in Deutschland bereits vier Fälle einer Einnahme Pergolid-haltiger Tiermedikamente. Durch die Einnahme kann es zu erheblichen gesundheitlichen Beschwerden wie Schwindel, Lethargie, Erbrechen, Blutdruckabfall und auch Bewusstlosigkeit kommen. Das BVL rät dringend dazu, Tierarzneimittel immer getrennt von Humanarzneimitteln und außerhalb der Reichweite von Kindern zu lagern. Mit dem Wirkstoff Pergolid wird bei Pferden das Equine-Cushing-Syndrom behandelt. Ursachen für eine orale Aufnahme von Tierarzneimitteln sind oft die Verwechselung mit eigenen Medikamenten sowie die versehentliche Einnahme von Lebensmitteln,
die für die Medikation von Pferden zubereitet wurden, weiß Dr. Ann Neubert vom BVL. Denn Tabletten für Pferde werden häufig in Lebensmitteln wie Brot, Möhren oder Äpfeln versteckt. Auch in Pensionspferdeställen sollte sichergestellt werden, dass alle Personen, die Pferden Medikamente verabreichen, ausreichend über die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen informiert sind. Tierarzneimittel sollten deshalb immer nur in der Originalverpackung zusammen mit der Gebrauchsinformation des Herstellers aufbewahrt werden. Sollte es doch zu einer Verwechselung oder versehentlichen Einnahme von Pergolid kommen, rät Dr. Ann Neubert: „Setzen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs und bedienen Sie keine Maschinen. Ein Arzt sollte unverzüglich zu Rate gezogen werden.“ Beim Auftreten von Symptomen bitte dieses Unerwünschte Ereignis (UE) auch an das BVL unter www.vet-uaw.de melden!

28.11.2022: Neue Tierheim-Förderrichtlinie in Bayern

Die finanzielle Förderung von Tierheimen in Bayern wird über 2022 hinaus verstetigt. Im Jahr 2023 sollen dafür bayernweit rund 2 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Das sieht die neue Tierheim-Förderrichtlinie des Landes vor, die zum 1. Januar 2023 in Kraft treten soll. „Die Unterstützung von Tierheimen ist ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz. Tierheime helfen Tieren in Not jeden Tag schnell und unbürokratisch. Mit der Fortsetzung des Förderprogramms schaffen wir eine nachhaltige Verbesserung für die Unterbringung von Heimtieren in bayerischen Tierheimen. Mit dem Förderprogramm können die Tierheime langfristig planen und wichtige Projekte zum Schutz der Tiere umsetzen. Mein Dank gilt besonders den ehrenamtlichen Helfern
vor Ort, die sich mit großem Engagement für den Tierschutz in Bayern einsetzen", sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber. Der Freistaat bezuschusst im Rahmen des Förderprogramms Zuwendungen für Bau- und Sanierungsvorhaben in und an Tierheimen, für Ausgaben im Zusammenhang mit der Vermittlung von Heimtieren an Privathaushalte durch Tierheime und zur Eindämmung der Anzahl herrenloser Hauskatzen. Die neue Förderrichtlinie sieht deutlich höhere Pauschalen für Vermittlungsaktivitäten sowie für Vorhaben zur Eindämmung der Anzahl herrenloser Hauskatzen vor. Zudem wurde der Stichtag für die Antragstellung auf den 30. April des jeweiligen Jahres festgesetzt.

25.11.2022: Maßnahmen zur weiteren Senkung von Antibiotikagaben

Antibiotikaresistenzen nehmen zu und stellen weltweit ein ernst zu nehmendes gesundheitsgefährdendes Risiko dar. Auch wenn in den letzten zehn Jahren die Antibiotikagaben erfreulicherweise um 65 Prozent gesunken sind, fordert der Grünen-Agrarsprecher im EU-Parlament, Martin Häusling, angesichts des „Europäischen Antibiotikatages“ weiteren Handlungsbedarf wegen zunehmender Resistenzen an. „Eine bedeutende Stellschraube ist die Einschränkung der Antibiotikagaben in der Tierhaltung, insbesondere der Tiermast“, fordert Häusling trotz der großen zu verzeichnenden Rückgänge in diesem Bereich. Der Grünen-Agrarsprecher insistiert stattdessen, Alternativen zur Antibiotikagabe stärker in den Fokus zu nehmen. „Durch verbesserte Haltungsbedingungen, durch Zucht und Fütterung können wir sehr viel für die Gesundheit unserer Nutztiere tun“, so Häusling. Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Prof. Andrew Ullmann, sieht die Politik in der Pflicht, dringend finanzielle Anreize für die Pharmaforschung zu schaffen, um Antibiotikaresistenzen zu begegnen. Gleichzeitig mahnte Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen die Möglichkeit einer antibiotischen Behandlung kranker Tiere auch in Zukunft an. Denn es gebe trotz der Antibiotikareduzierung weiter Infektionskrankheiten bei Tieren. Für die gezielte Anwendung würden strenge tierarzneimittelrechtliche Vorgaben
gelten, weshalb die Entwicklung resistenter Keime als Gefahr für die menschliche Gesundheit „maximal reduziert wird". Schaut man bei der Debatte auf die Humanmedizin, zeigten jüngst veröffentlichte Studienergebnisse, dass mehr als die Hälfte der Patienten mit "einfachen" Halsschmerzen antibiotisch behandelt wird, obgleich diese Therapie in 9 von 10 Fällen unwirksam ist, da Halsschmerzen meist einen viralen Ursprung haben und keinen bakteriellen. Im Sinne des One-Health-Ansatzes ist der verantwortliche Umgang und damit die zurückhaltende und streng indikationsgerechte Verschreibung von Antibiotika zwingend auch Aufgabe der Humanmediziner, da hier der Rückgang der eingesetzten Antibiotika verglichen mit der Veterinärmedizin in den vergangenen Jahren deutlich geringer ausfällt. Ein breiter und nicht indikationsgerechter Antibiotikaeinsatz ist ein wichtiger Treiber für die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen auf Individual- und Bevölkerungsebene. Um auch den Antibiotikaeinsatz in der veterinärmedizin weiter zu verringern, wurde das Fortbildungsportal VetMAB-Antibiotikaminimierung im Stall ins Leben gerufen. Es vermittelt TierärztInnen und LandwirtInnen ein umfassendes Wissen zur Vermeidung bzw. Reduzierung von Antibiotikagaben und somit zur Bekämpfung von Resistenzen. Hier geben anerkannte ReferentInnen bewährte Management-Tipps, die sich einfach in den Stallalltag mit Rind, Schwein und Geflügel integrieren lassen.

25.11.2022: Tierschutzforschungspreis verliehen

Zwei Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover sowie der Universitätsmedizin Göttingen sind für ihre Arbeit mit dem diesjährigen Tierschutzforschungspreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ausgezeichnet worden. Das BMEL würdigt die Preisträger Leon Budde und Dr. Tim Meyer für die Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von künstlichem menschlichen Herzmuskelgewebe (EHM), mit dem künftig deutlich weniger Tiere im Rahmen von Tierversuchen in diesem Forschungsbereich erforderlich sein könnten. „Weitestgehender Verzicht auf Tierversuche, wo immer möglich - das ist unser Ziel. Alternativmethoden statt Tierqualen - das treiben wir voran, auch mit unserem Tierschutzforschungspreis.
Denn innovative Verfahren wie die von Leon Budde und Dr. Tim Meyer zeigen: Fortschritt in der Medizin und besserer Schutz von Versuchstieren sind auch gemeinsam möglich. Ein großartiger Erfolg für Mensch und Tier!", erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick. Neben der Förderung des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren, der Forschungsförderung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung sowie der Unterstützung der Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden schreibt das BMEL jedes Jahr den Tierschutzforschungspreis aus, um die Entwicklung und Erforschung von Alternativmethoden zu Tierversuchen voranzubringen.

25.11.2022: Thünen-Steckbriefe zur Nutztierhaltung

Die Steckbriefe des Thünen-Instituts geben umfassend Auskunft über die Haltung und Produktion von Schweinen, Rindern und Geflügel sowie Tieren aus Aquakultur in Deutschland. Die jeweilige Entwicklung auch hinsichtlich des Verbrauchs und des Exports wird durch die seit 2017 jährlich durchgeführte Aktualisierung ersichtlich. Die aktuellen Thünen-Steckbriefe lassen eine sehr unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Tierkategorien erkennen. Laut der gesammelten Daten verzeichnete Geflügelfleischproduktion eine dynamische Entwicklung, während sich der Abstiegstrend bei Schweinefleisch fortsetzt. Von Mai 2020 bis Mai 2022 sanken die Bestände um mehr als 12 %. Neben dem veränderten Konsumverhalten
und der Corona-Pandemie lässt sich diese Abwärtsspirale auch mit der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sowie den gestiegenen Energie- und Futterkosten erklären. Bei der Produktion von Rindfleisch wurde ein geringer Rückgang von knapp 3 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Die Steckbriefe sollen einen fachlichen Beitrag über den Status quo und die Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland liefern. Um die Zukunft der Nutztierhaltung geht es u.a. auch in der Futura.VET am 16.2.2023. Prof. Dr. Nick Lin-Hi von der Universität Fechta wird über Fleisch und Milch aus dem Labor als Gamechanger berichten und wie sich die Nutztierhaltung in den kommenden 10 Jahren drastisch verändern wird.

Politik sorgt für Notstand bei den Tierärzten

25.11.2022

Die Ampelkoalition hat am 22.02.2022 den Entwurf des Änderungsgesetzes zum Tierarzneimittelgesetz (TAMG) im Agrarausschuss angenommen. Die darin enthaltenen Auflagen für NutztierpraktikerInnen beinhalten einen immensen Dokumentationsaufwand sowie eine Meldepflicht für TierärztInnen. Beides sei für eine Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierschutzes in landwirtschaftlichen Tierhaltungen kontraproduktiv und koste wertvolle Zeit am Patienten, warnt die Bundestierärztekammer (BTK). „Wir weisen die Regierenden darauf hin, dass eine Verbesserung der Tiergesundheit, des Tierschutzes sowie eine Produktion hochwertiger Lebensmittel tierischer Herkunft nur mit der Tierärzteschaft gelingen kann“, sagt BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. Bereits anlässlich des Deutschen Tierärztetags im September 2022 haben die vier großen Verbände BTK, Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt), Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) und Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) in einer Resolution eine erhebliche Verringerung
des administrativen Aufwands für TierärztInnen und keine Übernahme der jetzigen Meldeverpflichtung der TierhalterInnen gefordert. Stattdessen ignoriert die Politik geflissentlich die fachlichen Forderungen der TierärztInnen wie die Umsetzung der von der EU geforderten Tierärztlichen Bestandsbetreuung in nationales Recht, das Festlegen von eindeutige Vorgaben für den Stallbau in der Tierschutznutztierhaltungsverordnung und die Schaffung einer einheitlichen Tiergesundheitsdatenbank zur Früherkennung von Krankheitsursachen. Auch der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) ist empört über das plötzlich durchgedrückte Änderungsgesetz, ohne mit den TierärztInnen Rücksprache zu halten und die Forderungen auf Machbarkeit zu prüfen, da inzwischen auch bei den TierärztInnen in der Praxis sowie im Öffentlichen Dienst ein großer Fachkräftemangel herrscht. „Mit diesem Änderungsantrag wird der Tiergesundheit ein Bärendienst erwiesen, weil damit die Therapie kranker Tiere nicht nur erschwert, sondern unmöglich gemacht wird“, unterstreicht bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder.

24.11.2022: 116 Millionen Investment für Tierarztkette in Spanien und Portugal

Nicht nur in Deutschland gewinnen die tierärztlichen Ketten oder Unternehmensgruppen immer mehr an Popularität und Mitgliederpraxen. Diese Entwicklung lässt sich in ganz Europa beobachten. So auch in Spanien und Portugal. Hier ist mit mehr als 90 angeschlossenen Tierarztpraxen und rund 900 MitarbeiterInnen die vor etwa drei Jahren gegründete Unternehmensgruppe UNAVETS führend. Diese konnte sich jüngst über ein Investment von 116 Millionen Euro vom Geldgeber Ares Management Credit freuen. Ein Teil des Kapitals diene der Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten, während der überwiegende Teil für künftige Akquisitions- und Investitionsfinanzierungen zum Erwerb von Tierkliniken und Tierarztpraxen sowie für weitere Akquisitionen und Investitionen in sinnvolle benachbarte Gebiete vorgesehen sei. „Während wir UNAVETS weiterentwickeln, gibt uns diese Finanzierung zusätzliche Kapazitäten, um strategisch in den gesamten Veterinärsektor
zu investieren – d. h. in Menschen, Einrichtungen, Ausrüstung und Innovation – um unseren Haustieren die beste Pflege und unseren Tierärzten eine kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und eine strahlende Zukunft zu bieten", lobt Junko Sheehan, CEO und Chairman von UNAVETS die Entscheidung. Alonso Torre de Silva, Managing Director bei der Ares Credit Group in Madrid, kommentiert: „Der veterinärmedizinische Gesundheitssektor weist trotz des allgemeinen wirtschaftlichen Gegenwinds weiterhin ein starkes Wachstum auf und beweist, dass die Grundlagen für die Prognosen solide und rezessionsresistent sind. Ares freut sich, UNAVETS Kapital zur Verfügung zu stellen, da das Unternehmen weiterhin auf seinem schnellen Wachstum und seiner disziplinierten Leistung aufbaut." UNAVETS befindet sich derzeit mehrheitlich im Besitz von Fonds, die von Oaktree Capital Management L.P. („Oaktree") verwaltet werden.

24.11.2022: Swissmedic übernimmt Kontrolle und Zulassung von Tierimpfstoffen

Ab dem kommenden Jahr wird das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic die Aufgabe übernehmen, Impfungen für Tiere zuzulassen sowie Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit von immunologischen Tierarzneimitteln zu kontrollieren. In seiner Sitzung am 23.11.2022 hat der Schweizer Bundesrat die für eine Änderung des Heilmittelgesetzes (HMG) notwendigen Voraussetzungen verabschiedet.
Wie der Bundesrat mitteilt, werde für diese wichtigen Tierarzneimittel eine nachhaltige Lösung geschaffen und die Effizienz gesteigert. Das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) ist noch bis Ende 2022 zuständig. Neben neuen Prüfmethoden in der Impfstoffkontrolle seien neue Anwendungen und Wirkstoffe in der Veterinärmedizin der Grund für den Zuständigkeitswechsel.

24.11.2022: Neue Broschüren für eine zukunftsfähige Nutztierhaltung

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hat gemeinsam mit ExpertInnen Broschüren entwickelt, die Lösungsansätze für gesamtbetriebliche Haltungskonzepte (GHK) für Nutztiere aufzeigen. Unter der Berücksichtigung der drei Säulen der Nachhaltigkeit – gesellschaftliche Ansprüche, Umweltwirkungen und Wirtschaftlichkeit – geben die vier Broschüren einen Überblick über eine zukunftsfähige Haltung von Milchkühen, Legehennen sowie Mastschweinen, Sauen und Ferkeln. „Auf Grundlage dieser Broschüren kann mit
Institutionen, gesellschaftlichen Gruppen und der Politik die Diskussion über Ställe der Zukunft geführt werden", betont Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). „Ziel ist es, Innovationen in die Praxis zu tragen und Betrieben Orientierung zu geben, wie eine zukunftsfähige Tierhaltung gestaltet werden kann." Das BZL erarbeitet derzeit zusammen mit der Fachgruppe eine Neuauflage des GHK Mastschweine. Die Broschüren stehen auf der Internetseite des BLE zum Download zur Verfügung.

23.11.2022: Wachsende Wolfspopulation in Mecklenburg-Vorpommern

Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ist die Wolfspopulation leicht angestiegen. Wie den Zahlen des Wolfsmonitorings zu entnehmen ist, haben sich im Monitoringjahr 2021/22 18 Wolfsrudel mit insgesamt 67 Welpen, 6 Wolfspaare sowie 4 territoriale Einzelwölfe in dem Bundesland fest angesiedelt. Im Vorjahr lag die Zahl der Rudel noch bei 15. Wie Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus mitteilte, lag die Zuwachsrate innerhalb der Erwartungen. „Trotz der äußeren Einflüsse auf den Bestand, zeigt die Wachstumsrate weiter nach oben. Das ist zum einen ein Beleg für einen gelungenen
Artenschutz, zeigt aber andererseits, dass wir weiter zunehmenden Herausforderungen hinsichtlich des Konfliktmanagements gegenüberstehen. In unseren diesbezüglichen Bemühungen hinsichtlich tragfähiger und nachhaltiger Lösungen dürfen wir daher nicht nachlassen. Ich habe das Thema auf die Tagesordnung der in der nächsten Woche stattfindenden Umweltministerkonferenz gesetzt. Das sind wir den Weidetierhaltern schuldig ebenso wie den Menschen in Wolfsschwerpunktgebieten, die sich inzwischen klar herauskristallisieren“, erklärt Backhaus.

Gesetzentwurf zum TAMG angenommen

23.11.2022

Der von der Tierärzteschaft scharf kritisierte Entwurf zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) ist am gestrigen Dienstag (22.11.2022) in einer Sondersitzung des Landwirtschaftsausschusses angenommen worden. Der von der Ampelkoalition im Eilverfahren eingebrachte Entwurf beinhaltet die Übermittlung der Daten über die Vergabe von antibiotisch wirksamen Arzneimitteln an Nutztiere an die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Trotz einer von der Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) vorgelegten Resolution und des Widerstandes der Oppositionsparteien sollen die Änderungen mit in die TAMG- Neufassung aufgenommen werden. Damit käme auch ein immenser
bürokratischer Aufwand auf die TierärztInnen zu, lautet die Kritik der Oppositionsfraktionen. Zudem sehe das Gesetz nicht nur eine Eins- zu-eins-Übernahme der von der EU geforderten Maßnahmen vor, sondern mache weitere Vorgaben. Auch die geforderte Reduzierung der Antibiotikaabgabe an Nutztiere wird scharf kritisiert, die bereits seit zehn Jahren um 65 Prozent zurückgegangen ist. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) unter Cem Özdemir plant, die Wirksamkeit der Maßnahmen alle drei Jahre zu überprüfen. Im Laufe des Tages soll entschieden werden, wann der Tagesordnungspunkt im Plenum diskutiert wird, ein genauer Termin dazu stand bis Dienstagmittag noch nicht fest.

23.11.2022: Leichtfertige Verschreibung von Antibiotika bei Halsschmerzen stoppen

Noch bis zum 24. November 2022 findet die diesjährige World Antimicrobial Awareness Week (WAAW) statt, die sich für eine breitere Aufklärung und Sichtbarkeit von Antibiotikaresistenzen (AMR) einsetzt. Im Rahmen dieser Initiative wurde die globale Studie Sore Throat & Antibiotic Resistance (STAR) gestartet. Die Ergebnisse der Studie zeigten einen hohen Grad an Nichtwissen in Bezug auf die Behandlung von gewöhnlichen Halsschmerzen. 45 Prozent der unter 35-Jährigen kennt keine alternative Behandlung zu Antibiotika bei Atemwegserkrankungen. Mehr als die Hälfte der befragten Erwachsenen hatten angegeben, während des vergangenen halben Jahres Antibiotika gegen Atemwegserkrankungen eingenommen zu haben, obwohl Antibiotika in 9 von 10 Fällen von Halsschmerzen nicht wirksam sind. Fast alle Arten von Halsschmerzen benötigen keine Antibiotika, da sie i.d.R. durch Viren verursacht werden und nicht durch bakterielle Infektionen. „Die Ergebnisse dieser Studie sind besorgniserregend, da die unter 35- Jährigen – unsere zukünftigen Führungs-und Arbeitskräfte – fälschlicherweise glauben, dass Antibiotika bei allen Halsschmerzen
und Erkältungen helfen, und sich möglicherweise der Folgen einer unangemessenen Verwendung von Antibiotika auf persönlicher und öffentlicher Gesundheitsebene nicht bewusst sind. GRIP ruft zur Sensibilisierung und Aufklärung über den angemessenen Einsatz von Antibiotika auf und fordert junge Menschen auf, Fragen zu stellen, um zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen beizutragen", betonte GRIP Chair Professor Sabiha Essack. Aktuell stehen weltweit 4,95 Millionen Todesfälle pro Jahr im Zusammenhang mit Antibiotikaresistenzen. Während der WAAW fordert GRIP – eine von Experten geleitete Initiative zur Aufklärung medizinischer Fachkreise über den Missbrauch von Antibiotika bei Atemwegserkrankungen – die Öffentlichkeit auf, den Missbrauch zu bekämpfen, indem Betroffene einen Gesundheitsexperten fragen, ob Antibiotika angemessen sind und alternative Behandlungen sowie eine symptomatische Linderung in Betracht ziehen. Da Antibiotika verschreibungspflichtig sind, obliegt es auch der Verantwortung der Humanmedizinier, hier Antibiotika sehr viel restriktiver zu verschreiben und nur bei eindeutiger medizinischer Indikation bzw. nach Auswertung eines Antibiogramms.

22.11.2022: Nutzhanf-Silage eignet sich nicht zur Milchkuh-Fütterung

Aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten erfährt Nutzhanf derzeit eine regelrechte Renaissance. Nutzhanf-Sorten enthalten nur geringe Mengen an psychoaktiven Cannabinoiden, zu denen vor allem das Δ9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) gehört. Ob sich Nutzhanf-Silage auch für die Fütterung von Milchkühen eignet, hat ein Forscherteam unter Leitung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) untersucht. Bei den Kühen führte die Verfütterung einer vergleichsweise hohen
Konzentration an Cannabinoiden zu Verhaltensänderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die Kühe wurden schläfrig, bewegungsunsicher, fraßen weniger und gaben weniger Milch. Außerdem verringerten sich Atmung und Herzfrequenz. Zudem konnte selbst ein geringer Zusatz an Nutzhanf-Silage zur Tagesration für Milchkühe dazu führen, dass Cannabinoide in der Milch nachgewiesen werden konnten, erklärt BfR-Futtermittelexperte Dr. Robert Pieper die Ergebnisse.

22.11.2022: Nutria-Population in Niedersachsen verdoppelt

In den vergangenen sechs Jahren hat sich die Population der Nutrias in Niedersachsen verdoppelt. Wie der Deutsche Jagdverband (DJV) mitteilt, wurden im Jahr 2021 in mehr als der Hälfte aller niedersächsischen Jagdbezirke in Niedersachsen Nutria-Vorkommen gesichtet. Die invasiven Biberratten, die ursprünglich aus Südamerika stammen, scheinen sich aber auch in städtischen Regionen sehr wohl zu fühlen. Laut der aktuellen Zählung haben sich die Nutrias in Bremen (+89 %) und in Hamburg (+77 %) stark vermehrt, insbesondere entlang der Flüsse Ems, Weser und Elbe scheinen sich die
Nagetiere wohl zu fühlen. Grundsätzlich wurde in den vergangenen Jahren aber nahezu überall in Deutschland ein Anstieg der Population festgestellt. Vom 1. April 2020 bis 31. März 2021 fingen Jägerinnen und Jäger in Deutschland 101.500 Nutrias. Problematisch sind die Biberratten, da sie die heimischen Arten verdrängen, aber auch weil sie sich unter anderem durch Deiche graben und diese dadurch teilweise destabilisieren. Wegen der steigenden Zahlen forderte der DJV ein Bekenntnis der Politik zur sogenannten Fangjagd für invasive Arten. Dabei werden die Tiere lebend gefangen.

22.11.2022: Imkerei ist wichtiger Beitrag für Gesellschaft

Mecklenburg-Vorpommern wird die Imkerei ab dem nächsten Jahr mit weiteren Mitteln fördern. „Auch für die kommenden Jahre werden wieder Förderrichtlinien aus der zweiten Säule aufgelegt, die direkt oder indirekt auf die Bienenhaltung wirken. Zum einen durch Einschränkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Einschränkungen bei der Bewirtschaftung, zum anderen durch ein entsprechendes Trachtangebot“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die EU sieht der GAP-Strategieplan neben einer dauerhaften Umwandlung von Ackerland in Grünland, Gewässerschutzstreifen unter anderem auch Pufferstreifen an gesetzlich geschützten Biotopen, Alleen und Waldrändern sowie die Einführung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus vor. „Die Imkerschaft ist ein unverzichtbarer Partner der Landwirtschaft und des Naturschutzes. Sie zu stärken ist mir ein besonderes Anliegen. Ich freue mich, dass die positive Entwicklung der vergangenen Jahre anhält.
Aktuell haben wir rund 3.200 Imker im Land, die mittlerweile 30.000 Bienenvölker halten. Das sind rund 25 Prozent mehr Imker als noch vor fünf Jahren und 18 Prozent mehr Bienenvölker. Dieser Trend ist Beleg für die gute Nachwuchsarbeit. Allein in MV werden jährlich schätzungsweise 1.000 Tonnen Honig erzeugt, am meisten Rapshonig. Nach zwei Jahren mit überdurchschnittlichen Erträgen war dieses Bienenjahr mit ca. 35 Kilo Honig je Bienenvolk eher durchschnittlich“, so der Minister. Gerade in Hinblick auf die Bestäubungsleistung der Honigbienen leiste die Imkerei einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. So sollen auch Blühflächen zukünftig weiterhin gefördert werden, allerdings nur mehrjährige, da diese einen größeren Nutzen zur Erhaltung bzw. Verbesserung der Biodiversität bringen als einjährige Blühflächen. Auf Myvetlearn.de können sich TierärztInnen mit dem Grundkurs Bienen online fortbilden. Die vier Module, die auch einzeln buchbar sind, befassen sich neben den Grundlagen der Bienenhaltung auch mit Bienenkrankheiten und - produkten.

22.11.2022: ASP und Geflügelpest im Fokus der Riemser Diagnostiktage

Am 24. und 25. November 2022 finden die 10. Riemser Diagnostiktage in Greifswald statt. Die Veranstaltung bietet die Teilnehmenden eine Plattform für den fachlichen Austausch und informiert über den neuesten Stand in der Tierseuchendiagnostik. In diesem Jahr stehen mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der Aviären Influenza (AI) zwei Tiersuchen im Fokus, die Deutschland seit vielen Monaten fest im Griff haben. Das Geflügelpestvirus hat bereits zu Keulungen von Millionen Tieren in Geflügelhaltungen geführt. Auch zahlreiche Wildvögel, die an den Küsten in Kolonien brüten, fielen dem hochpathogenen Virus zum Opfer. Zu Ausbrüchen der ASP kam es bisher in Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen und Baden- Württemberg. Die angrenzenden Bundesländer wappnen sich bereits für mögliche Ausbrüche, denn mit der Tierseuche scheint man jederzeit und überall rechnen zu müssen. Auf den Riemser Diagnostiktagen werden sich mehr als 200 Fachleute unter anderem darüber austauschen, welche Bedeutung Diagnostik, Bekämpfung und Prävention in der Veterinärmedizin und der Tierseuchenbekämpfung haben. Weitere Themen der Veranstaltung sind die neuesten
Nachweismethoden und Zoonosen wie SARS-CoV-2, das West-Nil-Virus, die Affenpocken sowie Bornaviren. „Wenn es die Riemser Diagnostiktage nicht schon gäbe, dann müsste man sie spätestens jetzt ins Leben rufen. Denn bedeutende Tierseuchen und Zoonosen spielen weltweit, aber eben auch in Deutschland eine zunehmende Rolle, und ihre Diagnostik ist die zentrale Komponente bei allen Bekämpfungsmaßnahmen“, so Tagungsleiter Martin Beer. Auch in Hessen hat man Tierseuchen als ernsthaftes und teures Problem erkannt und möchte sie künftig schneller bekämpfen. Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat in der vergangenen Woche einen entsprechenden Entwurf zu einer Gesetzesänderung im hessischen Landtag eingebracht hat. „Gerade bei einer effektiven Tierseuchenbekämpfung brauchen wir eine schnelle und reibungslose Zusammenarbeit zwischen den Kreisen, aber auch mit dem jeweils zuständigen Regierungspräsidium und dem Land“, so die Ministerin. Geplant sind unter anderem gebündelte Maßnahmen im Fall eines kreisübergreifenden Tierseuchenausbruchs, damit nicht jeder Kreis für sich alleine die Maßnahmen gegen die Seuche entscheiden muss.

Änderungsantrag zum Tierarzneimittelgesetz zurückziehen

21.11.2022

Die regierende Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP hat in der vergangenen Woche einen Antrag zum Entwurf für ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) vorgelegt. Dieser enthält weitere Verschärfungen der bereits geplanten Änderungen. Die Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) hat daher im Rahmen des gerade zu Ende gegangenen bpt Kongresses eine Resolution verabschiedet, mit der der Bund aufgefordert wird, diesen kurzfristig vorgelegten Änderungsantrag zurückzuziehen. Neben einem Einsatzverbot von bestimmten Wirkstoffgruppen in der Tiermedizin schließt der Gesetzesentwurf zudem eine Überprüfung von Maßnahmenplänen durch andere Tierärzte ein. „Mit diesem Änderungsantrag wird der
Tiergesundheit ein Bärendienst erwiesen, weil damit die Therapie kranker Tiere nicht nur erschwert, sondern unmöglich gemacht wird“, stellt Dr. Siegfried Moder fest. Der bpt-Präsident zeigte sich fassungslos darüber, dass ein solcher Antrag kurz vor Verabschiedung des Gesetzes übernächste Woche im Bundestag jetzt im Eiltempo durchgedrückt werden soll, ohne auch nur die Ergebnisse der Sachverständigenanhörung von vor vier Wochen zu berücksichtigen. „Das ist ein Änderungsantrag, der auf Ideologie statt auf Vernunft basiert. Wir Tierärzte fordern deshalb die Regierungsfraktionen auf, den jetzt vorliegenden Änderungsantrag zum Tierarzneimittelgesetz zurückzuziehen“, unterstreicht Moder die Resolution der Delegiertenversammlung.

21.11.2022: Marburger Bund warnt vor falschem Umgang mit Antibiotika

Gemäß einer aktuellen Studie sterben in Deutschland jedes Jahr trotz des reduzierten Pro-Kopf-Verbrauchs ca. 9.600 Menschen an den Folgen von Antibiotikaresistenzen. Der Marburger Bund warnt daher vor einem falschen Umgang mit Antibiotika. „Antibiotika- Resistenzen sind eine der größten Gesundheitsgefahren unserer Zeit. Alle bisherigen Aktionspläne auf europäischer Ebene haben eine weitere Ausbreitung nicht verhindern können. Die Bundesregierung sollte sich deshalb noch intensiver dafür einsetzen, dass der falsche, unsachgemäße Einsatz dieser lebenswichtigen Arzneimittel endlich minimiert wird", fordert die 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Susanne Johna, anlässlich des Europäischen Antibiotikatages, der am 18. November 2022 begangen wurde. Johna fordert die Entwicklung einer kohärenten Reduktionsstrategie, auch im Hinblick auf die Massentierhaltung. „Resistente Bakterien, die in der Massentierhaltung
entstehen, werden früher oder später die Menschen treffen. Wir brauchen Reserveantibiotika, die ausschließlich der Humanmedizin vorbehalten bleiben", bekräftigte die Verbandsvorsitzende. Antibiotika-Resistenzen führen dazu, dass bisher leicht behandelbare Infektionen nur noch schwer oder überhaupt nicht mehr therapiert werden können. „Die meisten Erkältungen und auch die Grippe werden durch Viren hervorgerufen, gegen die Antibiotika grundsätzlich unwirksam sind. Durch den falschen Umgang mit Antibiotika werden multiresistente Bakterien herangezüchtet, gegen die es dann kein wirksames Mittel mehr gibt. Aufklärung und konsequente Einhaltung der Rezeptpflicht, die es aus guten Gründen gibt, müssen in ganz Europa gestärkt werden", so Johna. Um Antibiotika, ihren Einsatz bei Nutztieren sowie die Resistenzvermeidung geht es bei "VetMAB - Antibiotikaminimierung im Stall" für TierärztInnen und LandwirtInnen.

21.11.2022: Medienpreis Tiergesundheit vergeben

Im Rahmen des „International Animal Health Events“ haben der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) gemeinsam mit dem Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) drei JournalistInnen für ihre herausragenden Medienbeiträge mit dem diesjährigen Medienpreis Tiergesundheit ausgezeichnet. Der Wissenschaftsjournalist Markus Meyer-Gehlen wurde für den WDR-Podcast “Tierische Doku – Die Maus zum Hören“ mit der Auszeichnung in Gold gewürdigt. Für seine regelmäßig publizierte Seite “Tierisch gesund“
erhielt der Journalist Rainer Schmitt den Medienpreis in Silber. Die Auszeichnung in Bronze wurde der aus Zürich stammenden Reporterin und Dokumentarfilmerin Karin Bauer für ihren Fernsehbeitrag „Auf der Spur der Hunde-Dealer“ verliehen. Die Bewerbungsphase für den Medienpreis Tiergesundheit 2023 ist bereits gestartet und läuft noch bis zum 31.08.2023. Details zu den Teilnahmevoraussetzungen, zur Einreichung und dem Wettbewerbsverlauf sind auf der Webseite www.impf-dein-tier.de zu finden.

18.11.2022: Richtige Stallbeleuchtung fördert Leistungsfähigkeit von Milchkühen

Das richtige Lichtprogramm im Stall verbessert die Fruchtbarkeit der Milchkühen und hat einen positiven Einfluss auf die Brunst. Die richtige Stallbeleuchtung hat auch Auswirkungen auf die Milchleistung. Diese kann um bis zu 15 Prozent zunehmen, denn laut Informationen des niederländischen Unternehmen Agrilight steuert den Hormonhaushalt der Kühe. „Laut der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (D) steigt die tägliche Milchleistung bei 150 Lux um 2kg. Und unsere LED-Lampen erreichen einen gleichflächigen Luxwert von 180 bis 200 auch bei Montagehöhen von 5 bis 8m“, erklärt Urs Schmid von DeLaval. Bei einer richtigen Beleuchtungsstärke werden zudem
Krankheiten eher sichtbar. „LEDs haben einen sehr niedrigen Stromverbrauch, sind dimmbar, werden elektronisch über eine Zeitschaltuhr gesteuert und geben für Mensch und Tier ein angenehmes Lichtspektrum bei ausreichender Beleuchtungsstärke ab. Dazu sind sie noch sehr langlebig und verlieren mit dem Alter keine Lichtqualität“, sagt Matthias Schick, Bereichsleiter Tierhaltung und Milchwirtschaft bei Agrovet-Strickhof. „Ideal sind LED-Lampen mit 5000 bis 6500 Kelvin, das ist Taglichtweiss», sagt Urs Schmid. „Vorzugsweise wird dieses kombiniert mit Weiß- und Blaulichtanteil“, ergänzt er. Denn Kühe nehmen Licht im Blaubereich als am hellsten wahr.

Tierärztemangel gefährdet Gesundheit und Schutz von Tieren

17.11.2022

Der Tierärztemangel nimmt ein immer größeres Ausmaß in Deutschland an, wobei es besonders an Fachpersonal in der Nutztiermedizin mangelt. Wie der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) mitteilt, arbeiten aktuell von den derzeit rund 22.000 praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten in Deutschland nur noch etwa 3.500 in der tierärztlichen Versorgung der landwirtschaftlichen Nutztiere. Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben den schwierigen Arbeitsbedingungen und -zeiten ist die Work-Life-Balance gerade für die jüngeren Generation ein Kriterium für die Berufswahl. Dieser eklatante Mangel gefährdet die Tiergesundheit sowie den Tierschutz. Und in besonderem Maße hängt auch die Gesundheit des Menschen von der Leistungsfähigkeit und Gesundheit der lebensmittelliefernden Tiere ab. „Das alles ist ein großes Dilemma, denn nicht nur die zum Teil erfolglose Suche nach angestellten Tierärzten/-innen macht Probleme. Erschwerend hinzu kommt die Altersstruktur in den Praxen mit nicht mehr zu realisierenden Nachfolgeregelungen. Die flächendeckende tierärztliche Versorgung wird, wenn das alles so bleibt, schon bald nicht mehr gewährleistet werden können. Wenn aber kranke oder verletzte Tiere wegen mangelnder tierärztlicher Kapazitäten nicht mehr adäquat behandelt werden können, ist das eindeutig tierschutzrelevant“, erklärt bpt-Geschäftsführer Heiko Färber weiter. Um dieser für den Tierschutz gefährlichen Entwicklung in Deutschland entgegenzusteuern, sind aus Sicht der Tierärzteschaft die von der Bundesregierung
mit ihrer Fachkräftestrategie vorgesehenen erleichterten Rahmenbedingungen für die Einwanderung von Fachkräften allein nicht ausreichend. Vielmehr braucht es eine zügige Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, um die immer größer werdende Gruppe von angestellten Tierärzten/-innen flexibler einsetzten zu können, und einen massiven Bürokratieabbau, damit die immer weniger zur Verfügung stehende Arbeitszeit auch tatsächlich für die Arbeit am Tier und damit die Tiergesundheit verwendet werden kann. Aber auch Fachkräfte aus dem Ausland können ein Weg sein, dem Tierärztemangel entgegenzuwirken. Der Deutschkurs für Tierärzte wurde von Vetion.de entwickelt, damit potenzielle KollegInnen aus dem Ausland die notwendige Fachsprache erlernen können. Der für TierärztInnen maßgeschneiderte Online-Sprachkurs hilft VeterinärmedizinerInnen aus aller Welt, fachspezifisches Vokabular und gängige Ausdrucksweisen zu erlernen, die notwendig sind, um mit TierhalterInnen und KollegInnen zielgerichtet kommunizieren zu können. Auch der Dessauer Zukunftskreis (DZK) sieht in dem sich immer weiter zuspitzenden Tierärztemangel die Versorgungssicherheit von Nutztieren, aber auch von Haustieren sowie Pferden in vielen Regionen Deutschlands nicht mehr gewährleistet oder zumindest gefährdet. Deshalb wurde ein 14-Punkte Consenspapier entwickelt, das die Ursachen und die Abhilfeoptionen benennt. In jedem Falle scheint klar: Aussitzen ist keine Option mehr, es muss gehandelt werden und zwar jetzt!

17.11.2022: Richtiger Schutz vor Ratten und Mäusen

Mit zunehmender Kälte zieht es auch Mäuse und Ratten an wärmere Orte. Leider machen es sich die ungeliebten Schadnager auch gern in Häusern, Wohnungen und Kellern gemütlich. Ihr Nagetrieb verursacht zahlreiche Schäden an Rohren, Kabeln und Möbeln. Zudem sind Mäuse und Ratten auch Überträger von gefährlichen Erregern wie etwa Salmonellen oder Typhus. Um die Nager fernzuhalten, empfiehlt es sich dringend, rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Daher sollten mögliche Futterquellen wie Speisereste und Küchenabfälle sicher weggeräumt werden. Ein penibles Verschließen von Kellertüren und sonstigen Hauseingängen sowie das Abdichten von eventuellen Löchern und Rissen in Hauswänden, Tür- und Fensterrahmen helfen zusätzlich, die unliebsamen Vierbeiner draußen zu lassen. Kotspuren, ein unangenehmer Uringeruch oder Kratz- und Scharrgeräusche sind klare Anzeichen für eine Befall. Der Industrieverband
Agrar e. V. rät, bei einem Rattenbefall umgehend das örtliche Ordnungsamt zu informieren, da ihr Befall meldepflichtig ist. Bei nur wenigen Tieren können Schlag- oder Lebendfallen mit Ködern an den Laufwegen aufgestellt werden. Die gefangenen Tiere sollten jedoch mindestens 500 m vom eigenen Grundstück entfernt wieder ausgesetzt werden, um eine schnelle Rückkehr zu verhindern. Eine weitere Maßnahme kann der Einsatz von Ratten- und Mausködern sein, sogenannte Rodentizide. Ihre tödliche Wirkung tritt verzögert ein, so dass die Tiere keine Verbindung zum Köder herstellen. Der IVA rät jedoch dazu, einen professionellen Schädlingsbekämpfer heranzuziehen. Denn die giftigen Köder stellen auch eine Gefahr für Menschen und andere Wildtiere, aber auch für Hund und Katze dar. Ulltraschallgeräte, ätherische Öle oder Katzenstreu schrecken die unliebsamen Besucher wenn überhaupt meist nur für kurze Zeit ab.

16.11.2022: Weidetiere wichtig für biologische Vielfalt

Die Weidehaltung ist nicht nur für das Grünland- und Berggebiet von großer Bedeutung, auch erhalten und pflegen Weidetiere die Kulturlandschaft. Die Beweidung von gedüngten Flächen sichert zudem die Artenvielfalt, wie Freilandexperimente nun belegen konnten. Denn Pflanzen brauchen Licht für ihr Wachstum. Durch überschüssige Nährstoffe und/oder das Fehlen von Pflanzenfressern gelangt jedoch weniger Licht in die untere Vegetationsschicht des Grünlands. WissenschaftlerInnen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) haben für ihr Experiment niedrigwüchsige Pflanzen im Grasland mit LED-Lampen beleuchtet und so für eine Zunahme der Lichtmenge gesorgt. Diese Behandlung wurde durch die Zugabe von Düngemitteln auf einigen Parzellen und die Beweidung durch Schafe auf anderen ergänzt. „Die Ergebnisse deuten darauf hin,
dass Pflanzenfraß ein dominanter Faktor ist, der den Wettbewerb um Licht und Pflanzenvielfalt steuert“, erklärt Studienleiterin Prof. Anu Eskelinen von der Universität Oulu (Finnland). Die Ergebnisse zeigten, dass eine Nicht-Beweidung die biologische Vielfalt aufgrund der durch das Düngen zugeführten Nährstoffe stark reduziert. „Diese Studie unterstreicht den Wert sorgfältig konzipierter, manipulativer Freilandexperimente. Wir brauchen sie, um die Ursachen für den Verlust der Artenvielfalt genau zu untersuchen“, betont Mitautor Prof. Dr. Stan Harpole. Die Forschenden befürworten zudem den Erhalt einheimischer Pflanzenfresser sowie eine nachhaltige Weidehaltung als Managementmaßnahme. Um eine nachhaltige Lebensmittelversorgung und Naturschutz geht es auch in dem Vortrag, den Guido Puhlmann, Leiter des Biosphärenreservats Mittelelbe, auf der Futura.VET am 16. Februar 2023 halten wird.

16.11.2022: Kalifornisches Tierschutzgesetz vor dem Obersten Gerichtshof

Ein seit vier Jahren andauernder Rechtsstreit zwischen US-amerikanischen Schweinehaltern und dem Bundesstaat Kalifornien geht in die nächste Runde. Das National Porc Producer Council (NPPC) und der American Farm Bureau Federation (AFBF) haben beim Obersten Gerichtshof Klage eingereicht. Die Schweinehalter klagen gegen ein am 1. Januar 2022 in Kraft getretenes Gesetz der Kalifornier, dass nur den Verkauf von Schweinen zulässt, die nach kalifornischen Standards gehalten wurden. Das Gesetz verstoße unter anderem gegen die Handelsfreiheit – sowohl zwischenstaatlich als auch international, lautet das Argument der Schweinehalter. Zudem seien die festgelegten Tierhaltungsstandards willkürlich, denn sie würden jeglicher wissenschaftlicher, technischer oder landwirtschaftlicher Grundlage
entbehren, argumentiert das NPPC. Laut Angaben des Councils ist Kalifornien der größte Verbraucher von Schweinefleisch in den USA. Ein erheblicher Teil des Schweinefleisches stammt aus Schweinefarmen außerhalb des Bundesstaates. Nachdem der 9. US-Berufungsgerichtshof in San Francisco die Entscheidung eines Bezirksgerichts bestätigt hatte, die Klage abzuweisen, befasste sich der Oberste Gerichtshof mit dem Fall. Es bleibt abzuwarten, wie das Urteil ausfällt. Die RichterInnen sind unschlüssig. Unterstützung erhielten die Schweinehalter von Präsident Joe Bidens Regierung, die erklärte, dass die Bundesstaaten Produkte, die keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit oder Sicherheit darstellen, nicht aufgrund philosophischer Einwände verbieten können.

16.11.2022: H7N9-Infektion trifft Männer häufiger als Frauen

Die aviäre Influenza (AI) stellt weltweit ein wachsendes Problem dar. Allein während der Saison 2021/2022 wurden europaweit mehr als 2.500 Ausbrüche der Geflügelpest bei Nutzgeflügel gemeldet. Mehr als 48 Millionen Tiere mussten gekeult werden. Auch wenn sich bislang nur wenige Menschen mit den aviären Influenzaviren vom Typ A(H5N1) infiziert haben, besteht doch die Befürchtung, dass das Virus Speziesbarrieren überspringt, wie es im Jahr 2013 in China der Fall war. Seitdem haben sich mehr als 1.500 Menschen mit Influenza A(H7N9), einem damals neuen Vogelgrippevirus, infiziert, mit mehreren hundert Todesfällen. Da Männer häufiger von den Infektionen betroffen waren als Frauen, hat ein interdisziplinäres Team des Leibniz-Instituts für Virologie (LIV) und des CDC China PatientInnen mit einer im Labor bestätigten
H7N9-Infektion analysiert. Die WissenschaftlerInnen konnten belegen, dass eine H7N9-Infektion bei Männern zu einem niedrigen Testosteronspiegel führt, der mit einem schweren und sogar tödlichen Ausgang korreliert. Auch in Mausmodellen bestätigen die AutorInnen den kausalen Zusammenhang zwischen H7N9-Infektion und Testosteronmangel bei Männern. Das Ergebnis ihrer Untersuchung zeigte auch, dass sich das Influenzavirus H7N9 in den Hoden von Mäusen repliziert und eine lokale und systemische Entzündung auslöst, die wahrscheinlich die Testosteronproduktion beeinträchtigt. Diese Studie könnte als Blaupause für die Untersuchung von Geschlechtsunterschieden bei anderen Atemwegsinfektionen dienen, einschließlich SARS-CoV-2, wie es bei der aktuellen Pandemie beobachtet wurde.

15.11.2022: Qualität der Zwischendesinfektion nicht immer zufriedenstellend

Mastitisvorbeugung bedeutet vor allem eine korrekte Melkhygiene. Um die Gefahr der Erregerübertragung von Euter zu Euter zu verringern, wird nach jedem Melken eine Zwischendesinfektion mit Peressigsäure oder Heißwasserdampf dringend empfohlen. Wie ein Versuch nun zeigte, funktioniert die Desinfektion, ob nun manuell durchgeführt oder durch automatische Melksysteme, nicht immer zuverlässig. An dem Projekt nahmen 34 Betriebe teil, aus denen 180 Proben gezogen wurden. Laut dem vorläufigen Ergebnis lagen etwa 30 % der Tupferproben in einem sehr guten Bereich, sowohl mit Peressigsäure als auch mit Dampf. Etwa 22 Prozent der Tupferproben lagen im mangelhaften Bereich wegen Dosierungs- oder Einstellungsfehlern oder wegen Funktionsstörungen beim Heißdampf. Insgesamt
zogen die Beteiligten das Fazit, dass die Tupferprobe mit einer entsprechenden Standardisierung eine praxistaugliche und kostengünstige Methode werden kann, um die Qualität der Zwischendesinfektion des Melkzeugs zu überprüfen. An einem solchen Verfahren arbeiten derzeit WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen. Daran beteiligt sind der Eutergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sowie die Milchtierherden-Betreuungs- und Forschungsgesellschaft mbH MBFG in Wunstorf. Um Mastitisprophylaxe und Antibiotikaminimierung geht es auch in dem E-Learningkurs Mastitis unter Myvetlearn.de. Weitere Fortbildungen zum Thema Antibiotikaminimierung im Stall finden Sie unter VetMAB.de.

15.11.2022: ASP-Situation in MVP weiter angespannt

Auf den Tag genau vor einem Jahr ist in Mecklenburg- Vorpommern erstmals in einem Schweinebestand die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Seit dem 15. November 2021 wurden 47 ASP-Nachweise bei Wildschweinen amtlich bestätigt. Den letzten positiven Befund gab es am 13. Oktober 2022 bei einem Totfund in der Nähe von Karrenzin bei Parchim. Alle Nachweise lagen jedoch innerhalb der bereits gezäunten Bereiche, sodass sich für das Land keine veränderte ASP-Lage ergibt, erklärte Dr. Till Backhaus, Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Agrarminister. „Im Vergleich zu Brandenburg mit über 2.600 ASP-Nachweisen und Sachsen mit etwa 1.700 Feststellungsmeldungen haben wir damit sehr geringe Fallzahlen und ein stabiles Gebiet mit aktivem ASP- Geschehen“,
erklärt Backhaus. Der Minister bezeichnet die aktuelle Lage jedoch als „trügerischen Ruhe“, da aufgrund der milden Temperaturen, der üppigen Vegetation und einem ausreichenden Nahrungsangebot nur sehr wenige Wildschweine erlegt werden. Die Tiere sind nicht auf Lockmittel wie Mais angewiesen und verstecken sich. „Die ASP-Lage in unserem Nachbarbundesland Brandenburg und auch in Sachsen ist weiterhin unübersichtlich. Auch der Infektionsdruck aus Westpolen ist nicht gebannt. Deshalb appelliere ich erneut an alle schweinehaltenden Betriebe, sich penibel an die Biosicherheitsmaßnahmen zu halten, um der ohnehin krisengebeutelten Branche nicht zusätzlichen Schaden zuzufügen“, so der Minister. Man könne sich zu keinem Zeitpunkt in Sicherheit wiegen und auf Erreichtem ausruhen.

15.11.2022: Kampagne mit Fokus auf One-Health

Menschen, Tiere und Pflanzen müssen gesamt betrachtet werden, wenn es um den Klimawandel, die Umweltverschmutzung sowie die industrielle Landwirtschaft und die Lebensmittelverarbeitung geht. Das One-Health Konzept geht weg von einer isolierten Betrachtungsweise und hat das Ziel, das gesamte organische Leben als ein Ganzes zu sehen. Die Kampagne #ONEHEALTH365, die die European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) ins Leben gerufen hat, appelliert an alle, sich mit bereits kleinen täglichen Taten, die sich am One-Health Konzept orientieren, für die Gesundheit der gemeinsamen Umwelt einzusetzen. Isabella Pali- Schöll vom interuniversitären Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni und MedUni Wien, die die Arbeitsgruppe One-Health leitet, lädt Jede/n ein, sich an der neuen Initiative zu beteiligen. „Das Gesundheitssystem und die Versorgung unserer PatientInnen trägt mit über 4 % zu den globalen Emissionen bei, und wäre als Land damit an fünfter Stelle der Verursacher. Damit tragen wir mit der Art und Weise, wie wir unsere Forschung und Versorgung für die Gesundheit durchführen, massiv zu
Klimawandel, Umweltverschmutzung, Verlust der Biodiversität und damit zur Entstehung von Krankheiten, wie Zoonosen und immunologischen Erkrankungen, bei. Unser tägliches Tun hat daher direkte und indirekte Auswirkungen auf das Wohl der Menschen und Tiere. Als GesundheitsexpertInnen ist es also auch unsere Aufgabe, im Sinne des Wohlergehens aller unserer PatientInnen auch die Umwelt und den Lebensstil einzubeziehen. Dazu gehört auch unser eigenes Verhalten: Als GesundheitsexpertInnen und WissenschafterInnen obliegt uns eine große Vorbildwirkung. Es gibt viele Möglichkeiten, auch mit kleinen Taten Nachhaltigkeit zu schaffen“, so Isabella Pali- Schöll. Bereits kleine Taten, wie der Umstieg auf nachhaltige Reinigungsmittel, die Pflanzung einer kleinen „grünen Ecke“ mit insektenfreundlichen Blumen auf dem Balkon oder der Terrasse, oder grüne Innenraumwände bieten einen einfachen aber effektiven Zugang zum aktiven Beitrag im Sinne von One-Health. Um den Aspekt One-Health geht es u.a. auch auf der Futura.VET, die am 16. Februar 2023 erstmals stattfindet. Das Leitthema des neuen Kongressformats ist die Mensch-Tier-Beziehung.

14.11.2022: Özdemirs Gesetzesentwurf zu Tierhaltungs-Label abgelehnt

Der federführende Agrarausschuss des Bundesrates hat den Gesetzesentwurf für ein fünfstufiges staatliches Tierhaltungs-Label abgelehnt. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir konnte die Länder mit seinen Plänen für die verbindliche staatliche Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch nicht überzeugen. Kritik erntete der Entwurf für die geplante Beschränkung der verpflichtenden Kennzeichnung auf „frisches Schweinefleisch“. Die Länder argumentieren, dass damit der weitaus größere Marktanteil ungeregelt sowie wichtige Absatzwege wie Gastronomie und Außer- Haus-Verpflegung unberücksichtigt blieben. Die Mehrheit der LandwirtschaftsministerInnen fordert eine Verknüpfung der Haltungskennzeichnung mit einer Herkunftskennzeichnung sowie die Vorlage einer langfristig wirksamen Finanzierungsstrategie zur Verbesserung des Tierwohls. Es besteht zudem Zweifel daran, ob sich die vorgesehenen Kennzeichnungsanforderungen für die Haltung von Tieren mit dem europäischen Recht vereinbaren lassen. Schon Mitte September hatte Özdemirs Entwurf scharfe Kritik aus Nordrhein-Westfalen erhalten. Das Konzept entspreche „weder den breit
abgestimmten Beschlüssen der Borchert-Kommission und auch nicht der Beschlusslage vergangener Agrarministerkonferenzen“, sagte die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Silkje Gorißen. „Es ist sinnvoll, eine Kennzeichnung auch auf verarbeitete Fleischwaren, auf Rindfleisch und Geflügel auszuweiten.“ So stellten die VertreterInnen aus Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein gemeinsam mit NRW bereits Anfang vergangener Woche den Antrag, den Gesetzentwurf der Bundesregierung abzulehnen. Diese fünf unionsgeführten LandesagrarministerInnen wandten sich zudem in einem Protestschreiben an den Bundeslandwirtschaftsminister, in dem sie das geplante Finanzierungsmodell für den Umbau der Tierhaltung ablehnen. Insgesamt legte der Agrarausschuss eine Liste von 65 Nachbesserungen, an dem Gesetzentwurf vor. Nach der ablehnenden Stellungnahme im Agrarausschuss wird der Gesetzentwurf zur Kennzeichnung der Haltungsform von Tieren nun am 25. November 2022 erstmals im Plenum des Bundesrates beraten werden. Das Gesetz ist allerdings nicht zustimmungspflichtig durch die Länderkammer.

14.11.2022: Erster grüner Wildkorridor für Wildkatzen in Sachsen

Laut Informationen der Umwelt- und Naturschutzorganisation BUND leben in Deutschland zwischen 6000 bis 8000 Europäische Wildkatzen. Die Tiere leben vorwiegend in Wäldern. Um die Ausbreitung der Wildkatzen weiter zu fördern, wird östlich von Leipzig in Sachsen ein erster grüner Wildkorridor gebaut. Denn es gibt hierzulande nur wenige geschützte Räume, die oftmals wie Inseln voneinander getrennt sind, wie der BUND-Bundesvorsitzende Olaf Bandt erklärt. Dazu wurden am 13.11.2022 bei Heyda im Lossatal (Landkreis Leipzig) mit der Unterstützung von 120 HelferInnen bereits fast 1300 heimische Bäume und Büsche gepflanzt, wie der BUND mitteilt. „Die Europäische Wildkatze ist das Symboltier für unser Rettungsnetz an Wäldern, das wir hier weiter ausbauen, damit sie und viele andere Arten sich wieder ausbreiten können“, betont Bandt. Bei der Erstellung des Korridors
wurde zudem ein Gewässer in die Vernetzung von Wäldern mit einbezogen. Da sich Wildkatzen bei ihren Wanderungen häufig an Gewässern orientieren, wurde in diesem sächsischen Projekt ‚Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen‘ die Waldverbindung gezielt entlang eines Bachs geplant. „Ich sehe für mich als Landwirt auch die Aufgabe, der Natur wieder etwas zurückzugeben. Zusammen mit dem BUND haben wir mit der Pflanzung und Renaturierung des Bachs einiges auf die Beine gestellt. Von den Insekten bis zur Vogelwelt ist es für die gesamte Biologische Vielfalt vor Ort ein Gewinn“, sagt Landwirt Johannes von Carlowitz. „Dass sich hier so viele Menschen als Helferinnen und Helfer angemeldet haben, ist ein wunderbares Signal. Gemeinsam können und wollen wir etwas für unsere Region bewegen. Und dazu gehört auch der Naturschutz“, freut sich auch Uwe Weigelt, Bürgermeister im Lossatal.

14.11.2022: Studie bescheinigt Corona-Spürhunden Alltagstauglichkeit

Bereits im Sommer des ersten Jahres der Corona-Pandemie veröffentlichten Forschende aus der Klinik für Kleintiere und des Research Center for Emerging Infections and Zoonoses der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) als Erste eine Studie, in der sie zeigten, dass trainierte Spürhunde in der Lage sind, anhand von Speichelproben Infektionen mit SARS-CoV-2 beim Menschen zu identifizieren. Die Studie „Back to Culture“, die die TiHo mit weiteren Projektpartnern nun durchgeführt hat, bescheinigt den Spürhunden eine allgemeine Alltagstauglichkeit. Im Dezember des vergangenen Jahres wurden acht ausgebildete Hunde auf vier Konzerten eingesetzt, um Corona-Infektionen anhand von Schweißproben der KonzertbesucherInnen zu entdecken. Die Trefferquote lag bei knapp 100 Prozent. Dabei hatten
unterschiedliche Impfstoffe und -schemata, sowie medikamentös behandelte chronische Krankheiten keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Corona-Spürhunde. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass SARS-CoV-2-Spürhunde in einem realen Szenario eine hohe diagnostische Genauigkeit erreichen können. Impfstatus, frühere SARS-CoV-2-Infektion, chronische Erkrankung und Medikation der Teilnehmenden hatten keinen Einfluss auf die Leistung der Hunde, eine akute Infektion zu erkennen. Außerdem zeigt die Studie, wie es organisatorisch gut möglich ist, Corona-Spürhunde im Alltag einzusetzen“, erklärt Professor Dr. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere der TiHo. In einem Interview, das Vetion.de mit Holger Volk geführt hat, können Sie mehr über die Einsatzmöglichkeiten von Corona-Spürhunden lesen.

Antibiotikaeinsatz in der Schweiz gesunken

11.11.2022

Der neue Bericht "Swiss Antibiotic Resistance Report 2022" vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) der Schweiz zeigt: Ärzte- und Tierärzteschaft haben in den vergangenen Jahren in der Schweiz immer weniger Antibiotika verschrieben. Auch sind die Resistenzraten in der Schweiz nicht weiter angestiegen, während sie jedoch global weiter zunehmen. Somit zeigen die Maßnahmen der nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR), die 2015 in der Schweiz eingeführt wurde, Wirkung. In der Humanmedizin sank der Gesamtverbrauch an Antibiotika von 2019 bis 2021 um 19 Prozent. Eine bessere Hygiene wie beispielsweise vermehrtes Händewaschen, Desinfizieren und das Tragen eines Mundschutzes sowie die Reduktion von Kontakten während der Covid-19 Pandemie dürften hierbei eine wichtige Rolle gespielt haben, da diese generell zu einer Abnahme von Infektionszahlen geführt haben. Tierärztinnen und Tierärzte haben 2021 rund 6 Prozent weniger Antibiotika verschrieben als 2019. Seit 2012 konnten die Antibiotikaverschreibungen im Veterinärbereich sogar um etwa die Hälfte reduziert werden. Der Verbrauch von sogenannten kritischen
Antibiotika, die für die Humanmedizin besonders wichtig sind, ging zwischen 2019 und 2021 weiter zurück; seit 2016 ist ein Rückgang um fast die Hälfte erreicht worden. TierärztInnen müssen seit Oktober 2019 alle Verschreibungen mit Antibiotika im "Informationssystem Antibiotika in der Veterinärmedizin" (IS ABV) eingeben. Die Ergebnisse helfen bei der Beurteilung der bereits umgesetzten Maßnahmen zum umsichtigen Einsatz von Antibiotika. Als Ergänzung zur Strategie Antibiotikaresistenzen hat der Bundesrat 2015 ein nationales Forschungsprojekt (NFP 72) lanciert. Das NFP 72 "Antimikrobielle Resistenz – ein One-Health-Ansatz" wurde nun abgeschlossen und zeigt neue Lösungswege, um die Verbreitung antibiotikaresistenter Krankheitserreger einzudämmen, Antibiotika verantwortungsvoller einzusetzen sowie Infektionen mit antibiotikaresistenten Erregern besser behandeln zu können. Um One-Health geht es auch bei der Futura.VET am 16.2.2023, bei der TierärztInnen und HumanärztInnen ebenso wie LandwirtInnen einmal gemeinsam über den Tellerand hinaus in die Zukunft gucken können, um diese anschließend gemeinsam zu gestalten. Wege zur Antibiotikaminimierung im Stall zeigt zudem die Initiative VetMAB auf.

11.11.2022: Australien wappnet sich vor Tierseuchen

Australien hat die im Juli 2022 eingeführten Biosicherheitsmaßnahmen an internationalen Flughäfen gegen die Einschleppung von Tierseuchen bis Ende Juni 2023 verlängert. Damit will das Land besonders das Eintragsrisiko der Maul- und Klauenseuche (MKS) sowie der Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) vermeiden. Mit den verschärften Regelungen wurden die Befugnisse der Biosicherheitsbeauftragten erweitertet. Zudem müssen Passagiere seitdem über desinfizierende Fußmatten laufen, um ihre Schuhe zu reinigen. Da sich verschiedene Tiersuchen in Indonesien aktuell auszubreiten scheinen, wurden speziell die Kontrollen bei Einreisenden aus dem Nachbarland intensiviert, wie der Direktor für Biosicherheit im
Agrarressort, Andrew Metcalfe, erklärt. Das Mitbringen von Fleisch sei generell untersagt, so Metcalfe. Auch in den Häfen Australiens wurden die Biosicherheitskontrollen und - maßnahmen verschärft. Zudem wurden strengere Gesetze eingeführt, um Fleischprodukte für den persönlichen Gebrauch aus Ländern mit MKS zu verbieten. „Die strikte Durchsetzung unserer Gesetze an den Grenzen gewährleistet ein starkes Biosicherheitssystem, das unseren Ruf als führender Anbieter von sicheren, gesunden und hochwertigen Lebensmitteln im internationalen Handel schützt“, so Agrarminister Murray Watt. Wer sich nicht daran halte, müsse mit den härtesten zur Verfügung stehenden Strafen rechnen.

11.11.2022: Ohne drastischen Naturschutz keine Artenvielfalt mehr

Die Umwandlung von naturnahen Wäldern und Grünland in landwirtschaftliche Flächen ist hauptverantwortlich für den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt. Die ausbeuterische Nutzung wildlebender Tiere und Pflanzen ist zweitwichtigste Ursache, gefolgt von Umweltverschmutzung. Der Klimawandel ist bislang nur der viertstärkste Treiber. Dies zeigt eine internationale Studie, an der u.a. auch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und das Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) beteiligt waren. Die Studie macht deutlich, dass der Kampf gegen den Klimawandel allein nicht ausreicht, um den weiteren Verlust der biologischen Vielfalt zu verhindern. „Die für den Artenschwund verantwortlichen direkten Treiber sollten mit ähnlichem Ehrgeiz wie der Klimawandel und als Ganzes bekämpft werden“, sagte Dr. Nicolas Titeux, einer der beiden Erstautoren der im Science Advances veröffentlichten Studie. Eine Million
Tier- und Pflanzenarten seien in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht, wenn nicht drastisch gegensteuert werde. Zudem gehen die Wissenschaftler aufgrund der aktuellen Entwicklungen davon aus, dass die Bedeutung des Klimawandels für den Artenschwund und den Rückgang der Ökosystemleistungen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zunehmen und in der Rangliste der direkten Treiber nach oben rücken wird. Die derzeitigen globalen Vereinbarungen wie das Übereinkommen über die biologische Vielfalt – CBD - und das UN-Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen – UNFCCC - konzentrieren sich zu sehr auf einzelne Faktoren und übersehen dabei Lösungen, die eng mit anderen Faktoren zusammenhängen. Die großflächige Wiederherstellung naturnaher Wälder und der wirksame Schutz von Feuchtgebieten an der Küste seien wichtige und wesentliche Schritte im Kampf gegen den Verlust der Artenvielfalt und für den Klimaschutz.

11.11.2022: Risiko der Geflügelpest-Ausbreitung weiter hoch

Die Geflügelpest hat sich inzwischen in alle Regionen der Welt ausgebreitet. Für Deutschland hatte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im Juli 2022 lediglich für die Küstengebiete das Risiko einer Ausbreitung als hoch eingestuft. In seiner aktuellen Risikoeinschätzung hat das FLI diese Einstufung nun auf ganz Deutschland erweitert. Besonders im Herbst ist das Eintragsrisiko von aviären Influenzaviren (AI) des Subtyps H5 nach Deutschland sehr groß. In nahezu allen europäischen Ländern wurden in den vergangenen Monaten mehr Ausbrüche bei
Geflügel und gehaltenen Vögeln nachgewiesen. Wie das FLI mitteilt, sei aktuell von einem hohen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Haltungen (Sekundärausbrüche) innerhalb Deutschlands und Europas auszugehen. Da der Verlauf und die Ausbreitung in Wildvogelpopulationen kaum zu beeinflussen sind, sollte die oberste Priorität sein, den Eintrag der HPAI-Viren in Geflügelhaltungen dringlichst zu vermeiden. Die Risikoeinschätzung des FLI wird ab jetzt monatlich aktualisiert und online veröffentlicht.

10.11.2022: Initiative zur Förderung der Gesundheit von Kälbern und Milchvieh

Die Initiative „Gesundes Kalb | Gesunde Kuh – gut versorgt in die Zukunft“ hat das Ziel, HalterInnen von Milchvieh und Kälbern zu helfen, ein hohes gesundheitliches Niveau in ihrem Tierbestand zu erreichen. Wie der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) sowie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) als Initiatoren betonen, ist die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere die Basis für den Erfolg aller weiteren betrieblichen Maßnahmen. „Um die Eutergesundheit auf einem hohen Niveau zu halten, reicht es nicht, sich auf die Wirksamkeit von Medikamenten zu verlassen. Vielmehr gilt es, den Milchviehbetrieb ganzheitlich zu betrachten, Vorbeugemaßnahmen auszubauen und Tiergesundheitsprodukte strategisch einzusetzen“, erklärt Dr. Sabine Schüller, Tierärztin und Geschäftsführerin des BfT. Ein hohes gesundheitliches Niveau im Bestand minimiert auch den Antibiotikaeinsatz und reduziert die Entwicklung von Resistenzen. „Wir
wollen einen gesunden Tierbestand aufbauen und erhalten,“ ergänzt Dr. Jens Baltissen, Tierarzt und stellvertretender Geschäftsführer des BRS. „Dafür liefern wir Hilfestellung mit Tipps für ein betriebsspezifisches Tiergesundheits-, Fütterungs- und Haltungsmanagement“. Mit ihrer Initiative wollen BRS und BfT aktiv zur Sicherung der Tiergesundheit beitragen, die Eckpunkte eines der Gesundheit der Milchviehbestände dienenden Managements vermitteln und für eine intensivierte Vorbeugung in der Kälberhaltung werben. Interessierte LandwirtInnen und TierärztInnen können sich auf der EuroTier am BRS-Stand in Halle 11, Stand-Nummer 13 über die neue Initiative informieren. Am 16. und 17.11.2022 stellen die international anerkannten Experten Prof. Volker Krömker, Kopenhagen, und Prof. Martin Kaske, Zürich, Faktoren und Bausteine für gesunde Kälber und Milchkühe mit Vorträgen in dem DLG-Forum Halle 12, Stand 23 vor.

10.11.2022: Erstmals Blut aus Stammzellen erfolgreich verabreicht

Natürliches Spenderblut ist nicht immer ausreichend vorhanden, sodass aus diesem Grund auch geplante Operationen verschoben werden müssen. In Großbritannien müssen beispielsweise nicht selten OPs abgesagt werden, weil keine Blutkonserven zur Verfügung stehen. Ein neues Verfahren, bei dem Blut aus gespendeten Stammzellen kultiviert wird, könnte die Behandlung von PatientInnen mit seltenen Blutgruppen oder von denen, die auf regelmäßige Transfusionen angewiesen sind, revolutionieren. Zwei Patienten in Großbritannien konnte nun erstmals erfolgreich im Labor gezüchtetes Blut verabreicht werden. Die Freiwilligen wiesen nach der Behandlung keine Nebenwirkungen oder Anzeichen einer Abstoßung auf. Im Rahmen des gemeinsamen Projektes von Blood and Transplant
des National Health Service (NHS), der University of Bristol und der University of Cambridge erhalten nun zehn Personen als nächsten Schritt zwei Transfusionen im Abstand von vier Monaten, eine mit Standard-Erythrozyten und eine mit im Labor gezüchteten Zellen, um zu sehen, welche länger halten. Sollten sich die Berechnungen der ForscherInnen bestätigen und das aus Stammzellen kultivierte Blut länger halten als gespendetes Blut, müssten diejenigen, die regelmäßig auf Bluttransfusionen angewiesen sind, möglicherweise nicht mehr so häufig Blut erhalten, wie Cedric Ghevaert von der Universität Cambridge erklärt. Im Labor gezüchtetes Blut sei zu 100 Prozent "frisch", sodass es zuverlässig 120 Tage halten sollte, so Ash Toye von der University of Bristol.

10.11.2022: Engpässe bei Tierarzneimittel nehmen zu

Laut einer aktuellen Umfrage des Europäischen Tierärzteverbandes (FVE) unter 22 nationalen Tierärzteverbänden/-kammern sind Engpässe bei der Versorgung mit Tierarzneimitteln und Impfstoffen in allen Ländern ein Problem. Zudem bemängelte ein Großteil der Befragten, dass der Informationsfluss über die Dauer und die Gründe des Mangels sowie über Alternativen nicht ausreichend sei. Neben wirtschaftlichen sowie Herstellungs- und Qualitätsproblemen benennt die FVE auch regulatorische Probleme und Probleme in der Lieferkette als Ursachen für den Mangel. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA)
und die Leiter der Arzneimittelbehörden in der EU versuchen, diese Probleme anzugehen und eine Verbesserung der Kommunikation herbeizuführen. Dennoch müssen die zuständigen Behörden die Entwicklung eines Informationsmechanismus beschleunigen, um Engpässe zu erkennen und als zentrale Anlaufstelle für die einfache Benachrichtigung der Praktiker über diese Engpässe, ihre Dauer und ihr Ausmaß zu fungieren. Die FVE verfolgt die Situation aufmerksam und sensibilisiert die Regulierungsbehörden und relevanten Interessengruppen, wie der Bundesverband der praktizierenden Tierärzte a(bpt) schreibt.

10.11.2022: Stammzellentechnologie ist Beitrag zum Artenschutz

Seit dem Jahr 2019 gilt das Sumatra-Nashorn, das einzige behaarte Nashorn, in Malaysia als ausgestorben. Nur wenige Monate nach dem Tod des letzten Nashornbullen Kertam starb auch die letzte in Malaysia verbliebene Kuh Iman. Die ForscherInnen um Dr. Vera Zywitza und Dr. Sebastian Diecke, Leiter der Technologieplattform „Pluripotente Stammzellen“ am Berliner Max Delbrück Center, verfolgen mit ihrer Arbeit das Ziel, aus Hautzellen verstorbener Nashörner Ei- und Samenzellen zu züchten, die sich für die Befruchtung im Labor eignen. Mit der Generierung von induzierten pluripotenten Stammzellen, kurz iPS-Zellen, aus Hautproben des Bullen Kertram konnten die ForscherInnen einen ersten Erfolg vermelden. „Anhand von iPS-Zellen exotischer Tiere können wir einzigartige Einblicke in die Evolution der Organentwicklung gewinnen“, sagt Zywitza. Um das zu zeigen, hat Dr. Silke Frahm- Barske, die ebenfalls zur Arbeitsgruppe von Diecke gehört, aus den Zellen Hirn-Organoide gezüchtet. Diese Zellen haben neben der
Fähigkeit, sich immer wieder aufs Neue teilen zu können, auch den Vorteil, dass sie sich in jede beliebige Zellart des Körpers verwandeln können. Mini-Gehirne (Hirn-Organoide) hat die Gruppe für ihre jetzt publizierte Studie bereits aus ihnen gezüchtet. „Soweit wir wissen, wurden solche Mini-Gehirne bisher nur aus iPS-Zellen von Mäusen, Menschen und nicht-menschlichen Primaten gewonnen“, sagt Frahm- Barske. „Daher waren wir sehr froh, dass sich aus den von uns erzeugten Stammzellen eines Sumatra-Nashorns Organoide bildeten, die denen des Menschen recht ähnlich sind.“ Zywitza weist eindringlich darauf hin, dass ihre Arbeit nicht ausreiche, um einen ausreichenden Artenschutz zu leisten und nicht zur Regel werden dürfe. „Trotz aller Begeisterung: Was wir im Labor tun, kann allenfalls ein kleines Stück weit dazu beitragen, die Nashörner vor dem Aussterben zu retten“, betont die Forscherin und verweist auf die Notwendigkeit, die noch vorhandenen Lebensräume der Tiere zu schützen und zu bewahren.

09.11.2022: ASP-Nachweis bei Wildschwein im Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Ein nachweislich mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziertes Wildschwein ist im brandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz aufgefunden worden. Die Bache wurde nördlich von Neupetershain an der Kreisgrenze nach Spree-Neiße erlegt. In dem Landkreis ist das der erste ASP-Nachweis bei Schwarzwild. Die Behörden haben die notwendigen
Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Neben einer großflächigen Fallwildsuche rund um den Erlegungsort wurde bereits mit der Errichtung eines mobilen Wildschweinzauns begonnen. Die Bevölkerung wird zudem gebeten, Funde von Wildschweinkadavern unverzüglich unter Angabe der Koordinaten an das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu melden.

09.11.2022: Klimawandel ist echte Gesundheitskrise

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen warnt vor zukünftigen Pandemien. Ein Grund dafür ist das zunehmende Eindringen des Menschen in die Lebensräume der Tiere. Da wegen der Corona- Pandemie zahlreiche Impfprogramme vernachlässigt worden sind, könnten Krankheiten leichter auf den Menschen überspringen, wie die internationale medizinische Leiterin von Ärzte ohne Grenzen, Maria Guevara, betont. Zugleich suchten sich viele Tierarten wegen der Erderhitzung neue Lebensräume. „Rund 75 Prozent der in den vergangenen 30 Jahren aufgetretenen Infektionskrankheiten gehen auf Zoonosen zurück. Wenn der Klimawandel nicht angegangen wird und die Landverödung voranschreitet, werden wir sicherlich weitere Pandemien erleben", erklärt Guevara. Überschwemmungen und Insektenplagen, die durch den Klimawandel weltweit vermehrt auftreten, begünstigen zusätzlich die Zunahme von Krankheiten, die die Gesundheit der Menschen auf der ganzen Welt bedrohen. Besonders in den Entwicklungsländern des globalen Südens sind die Folgen der Erderwärmung
stark zu spüren. Die Menschen leiden sehr unter den bereits erlittenen Klimaschäden. Daher fordert Guevara auch, den Klimawandel als "echte Gesundheitskrise" wahrzunehmen und drängt auf ein unverzügliches Handeln. Die Zeit dränge, denn die vergangenen acht Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, so Guevara weiter. Auch die Europäische Umweltagentur (EEA) prognostiziert rund 90.000 Menschen, die jährlich durch Hitzewellen sterben könnten, falls nicht schnellstens wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel durchgeführt werden. Dieses Szenario für das Jahr 2100 ergebe sich bei einer Erwärmung der Erde um drei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, meldete die EEA. Um die Kenntnis klinischer Symptome von Zoonosen bei Mensch und Tier sowie die Übertragungswege geht es in dem 2-teiligen Webinar mit Prof. Dr. Stephan Neumann von der Universität Göttingen. TierärztInnen und HumanmedizinerInnen stehen die Webinaraufzeichnungen auf Myvetlearn.de zur Verfügung. One-Health ist außerdem Thema auf der Futura.VET am 16.2.2022.

09.11.2022: Klimaziele im Nutztierbereich in greifbarer Nähe

Bis zum Jahr 2030 hat Deutschland das Ziel, die Methanausstöße auf 853.000 Tonnen zu senken. Ein erheblicher Teil der Emissionen entsteht durch die Landwirtschaft und besonders die Nutztierhaltung. Verglichen mit gemessenen Methanausstößen im Jahr 1892 sind die durch Nutztiere entstandenen Emissionen seit 2003 jedoch bereits merklich gesunken. Zu diesem Ergebnis kamen Dr. Björn Kuhla und Gunther Viereck vom Forschungsinstitut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN). Anhand von Daten deutschlandweiter Viehzählungen der Jahre 1872, 1883 und 1892, der berechneten Futteraufnahmen sowie weiteren Angaben zur Fütterung bzw. zur Fleisch- und Milchproduktion konnten die FBN-Forscher die Methanausstöße in der damaligen Zeit berechnen. Die jährlichen Methanemissionen aus der Viehhaltung betrugen 1883 rund 898.000 Tonnen und 1892 ganze 1.060.000 Tonnen. Das Emissionsziel für 2030 liegt damit mit 207.000 Tonnen deutlich unter dem Emissionsniveau von 1892. „Unsere Studie zeigt, dass die von der Regierung angestrebten
Klimaziele im Nutztierbereich in greifbarer Nähe sind“, erklärt Kuhla. Die beiden Wissenschaftler sehen in der Abnahme der Tierzahlen bei Rindern, Schafen und Ziegen einen Grund für die geringeren Ausstöße. Trotz der fast verdreifachten Bevölkerungszahl in Deutschland konnte ihre Versorgung dank der höheren Leistung der Tiere und einer hohen Effizienz in der Tierhaltung mit einer geringeren Anzahl an Tieren gewährleistet werden. Als Maßnahme für eine weitere Emissionsreduzierung sehen Kuhla und Viereck eine Verringerung der Schweinebestände um 20 Prozent, was mit einer jährlichen Einsparung von 5.000 Tonnen Methan einherginge. Zudem könnten die Rinderbestände reduziert werden, ohne dass der Selbstversorgungsgrad mit Milch gefährdet wäre, so die Meinung der Wissenschaftler. Kuhla arbeit auch mit im Projekt MethAnLand, das die Methan-Emissionen aus der Nutztierhaltung in die Umwelt durch deren energetische Nutzung mit Hilfe von Extraktion am Entstehungsort für den Betrieb von Landmaschinen reduzieren soll.

08.11.2022: Geflügelpest-Hochsaison hat begonnen

Mit dem Herbst hat die Hochsaison der Aviären Influenza (AI) begonnen. Anlässlich des jüngsten Geflügelpest-Ausbruchs in einem Kleinstbetrieb in Schleswig-Holstein appelliert Mecklenburg- Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus dringend an alle GeflügelhalterInnen, die Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten. „Der Herbst hat begonnen und damit steigt die Gefahr neuer Einträge der Geflügelpest. Jetzt haben wir den ersten landesübergreifenden Fall im Nachbarland Schleswig-Holstein. Auch wurde in dieser Woche bei Monitoringmaßnahmen das Influenza A-Virus bei Wildenten in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen. Es besteht kein Anlass zur Panik, aber ein Grund zur Sorge,“ so Backhaus. Der Minister bittet die GeflügelhalterInnen auch um besondere Wachsamkeit in Bezug auf die eigenen
Bestände. Um die Tierseuche in den Griff zu bekommen, sollte das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt über unklare Krankheits- bzw. Todesfälle bei Geflügel unverzüglich informiert werden. Auch sollten die HalterInnen strengstens darauf achten, Wildvögeln keinen Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen, die in Kontakt mit dem Hausgeflügel kommen, zu gewähren sowie Hausgeflügel nicht mit Oberflächenwasser zu tränken, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben. „Im letzten Winter hat die Seuche große wirtschaftliche Schäden in den Betrieben angerichtet. Nur durch die Einhaltung konsequenter Biosicherheitsmaßnahmen können Infektionen des Hausgeflügels vorgebeugt und somit Tierleid und drohende finanzielle Einbußen abgewendet werden,“ erklärt Backhaus weiter.

08.11.2022: Naturnahe Gärten sind aktiver Igelschutz

Noch immer sind Igel unterwegs, um sich für den baldigen Winterschlaf genügend Gewicht anzufressen. Und einige der putzigen Wildtiere sind auch noch auf der Suche nach dem passenden Winterquartier. GartenbesitzerInnen können die Igel ohne viel Aufwand unterstützen. Manche Arbeiten können sie sich sogar komplett sparen. Die Stacheltiere bevorzugen einen eher unordentlichen Garten mit Laub- oder Reisighaufen, unter denen sie sich verstecken können. Auch werden gerne Hohlräume unter Holzstapeln oder Schuppen als Winterquartier genutzt. „Bitte verschließen Sie diese nicht ausgerechnet jetzt und dünnen Sie ganzjährig grüne Hecken nicht gerade vor dem Winter aus“, appelliert Denise Ritter, Referentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund, an alle Gartenbesitzer. "Für die Igel ist es optimal, wenn aufgehäufte Gartenabfälle wie Laub und Reisig bis mindestens März liegenbleiben.“ Eine für den Igel nahezu perfekte Umgebung ist ein naturnah gestalteter und chemiefreier
Garten mit heimischen Gehölzen und Pflanzen. „Wenn die Zäune nicht bis zum Boden reichen, können die Tiere sich frei bewegen. Optimal sind Hecken oder Lattenzäune, durch deren Lücken sie schlüpfen können“, erklärt Ritter. Igel mögen es auch, wenn Teile des Rasens länger wachsen dürfen. Wer den Igeln und anderen tierischen Gästen ein geeignetes Umfeld schaffen möchte, kann sich also so manchen Arbeitsschritt sparen. Leider werden die stacheligen Wildsäuger auch häufig in der Praxis vorgestellt. Daher sollten den TierärztInnen die Basics sowie die häufigsten Erkrankungen, deren Diagnostik und Behandlung bekannt sein. All dies vermittelt der E-Learningkurs Igel als Patient auf Myvetlearn.de. Aber auch Nicht-TierärztInnen, sollten über ausreichend großes Fachwissen und Sachkunde verfügen. Auch peronen, die sich um Igel kümmern und sie pflegen, sollten Bescheid wissen. Hierzu vermittelt eine Webinar-Aufzeichnung auf Tierhalter- Wissen.de das notwendige Wissen an Nicht-TierärztInnen.

08.11.2022: Betriebsgröße für Beurteilung durch Verbraucher entscheidend

Ein Großteil der Bevölkerung beurteilt kleinere tierhaltende Betriebe hinsichtlich des Wohlergehens der Tiere, des Umweltschutzes sowie der Produktqualität verglichen mit Großbetrieben als besser. Das hat eine aktuelle Studie der Universität Göttingen unter 985 Teilnehmenden in Deutschland ergeben. Gerade in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft wird die Größe eines Nutztierbetriebs als besonders wichtig eingeschätzt. „Es fällt vielen Menschen schwer, die Nachhaltigkeit von landwirtschaftlichen Betrieben einzuschätzen“, kommentiert Erstautorin Prof. Dr. Gesa Busch. „Daher wird die Betriebsgröße wohl als Ersatzindikator herangezogen – auch wenn dies aus fachlicher Sicht zu Fehleinschätzungen führen kann.“ Die ForscherInnen untersuchten Assoziationen der Bevölkerung zur Betriebsgröße, Wahrnehmungen der Medienberichterstattung über Betriebe
unterschiedlicher Größe, Einstellungen zu gesetzlichen Regelungen zu Betriebs- und Herdengrößen sowie die Überzeugungskraft von wissenschaftlichen Ergebnissen. Dabei zeigte sich, dass es bei der Mehrheit der Befragten eine starke Erinnerung an negative Berichte im Zusammenhang mit großen Tierhaltungsbetrieben gab. Mehr als die Hälfte der Befragten hingegen erinnerte sich an positive Medienberichterstattung über kleine Betrieben. Da zukünftig die Betriebsgrößen voraussichtlich weiter zunehmen werden und sich aus wissenschaftlicher Sicht keine eindeutigen Zusammenhänge zwischen Betriebsgröße und Nachhaltigkeit zeigen, müsse mehr Aufklärungsarbeit stattfinden, meint Co-Autor Prof. Dr. Achim Spiller. „Entscheidender als die Betriebsgröße sind das Haltungssystem sowie die Kompetenzen und das Engagement der Mitarbeitenden. Beides kann in großen wie in kleinen Betrieben gegeben sein“, so Spiller.

07.11.2022: Waschbären können Staupe oder Tollwut übertragen

Der Waschbär gehört zu den invasiven Arten in Deutschland. In immer mehr Parks, Kleingartenanlagen und sogar mitten in Großstädten sind die Wildtiere inzwischen zu finden. Waschbären können jedoch auch gefährliche Krankheiten wie Staupe oder Tollwut auf Haustiere und Menschen übertragen. Daher ist besondere Vorsicht und Abstand geboten, wenn die eigentlich nachtaktiven Tiere tagsüber angetroffen werden. Wie das Landratsamt Greiz (Thüringen) rät, sollte im Fall des Fundes eines offenbar kranken
Waschbären umgehend ein Jäger oder das zuständige Veterinäramt kontaktiert werden. Zudem sollten HundebesitzerInnen den Staupe- Impfschutz ihres Tieres überprüfen und gegebenenfalls erneuern lassen. Um zu verhindern, dass sich eine Waschbärfamilie im eigenen Keller ansiedelt, sollten Kellerfenster geschlossen sowie eventuelle Katzenklappen gesichert werden. Eine Lösung können chipgesteuerte Zugänge sein. Sie schützen besser vor ungebetenen Gästen als herkömmliche Katzenklappen.

07.11.2022: Projekte zur Kastration von Straßenkatzen gehen weiter

Das Land Niedersachsen führt ab dem 7. November 2022 bereits zum sechsten Mal in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund und Landestierschutzbeauftragten sowie der Tierärzteschaft die landesweite Kastration von Straßenkatzen durch. Katzen, denen kein Besitzer zugeordnet werden kann, können kostenlos von einem Tierarzt kastriert werden. „Wir freuen uns, dass sich das Land Niedersachsen dieser Verantwortung wieder annimmt und trotz der schwierigen Situation angesichts des Ukrainekriegs und der noch andauernden Coronakrise 150.000 Euro für das Kastrationsprojekt bereitstellt“, sagt Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen. Ein dringender Appell der TierschützerInnen richtet sich auch an HalterInnen von Freigängerkatzen, ihre Tiere ebenfalls kastrieren zu lassen. „Um Schmerzen, Leiden und Schäden in erheblichem Ausmaß von den Tieren abzuwenden, braucht es eine möglichst flächendeckende Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen mit Freigang aus Privathaushalten“, sagt Thomas
Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Noch bis zum 14. November 2022 können auch in Schleswig-Holstein Straßenkatzen in teilnehmenden Kommunen wieder kostenfrei kastriert werden. Der Landesverband und der Deutsche Tierschutzbund unterstützen die Aktion finanziell. „Die Herbstaktion war noch nie so wichtig, wie in diesem Jahr“, sagt Ellen Kloth, Vorsitzende des Landesverbands Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Tierheime in Schleswig-Holstein haben über den Sommer so viele Fundkatzen - auch mit Katzenbabys und Jungtieren - aufgenommen, wie schon seit Jahren nicht mehr. Die Tierheime sind mit Jungkatzen überfüllt. Offenbar sind viele Freigängerkatzen nicht kastriert worden und haben sich mit frei lebenden Straßenkatzen vermehrt. Wir appellieren deshalb an alle Katzenhalter, ihre Tiere kastrieren sowie kennzeichnen und registrieren zu lassen. Nur so besteht eine Chance, die Katzenschwemme und das Katzenelend in den Griff zu bekommen.“ Das Angebot in dem Bundesland richtet sich vor allem an Tierschutzvereine, aber auch an andere Überbringer aufgefundener Katzen.

04.11.2022: Antibiotikaeinsatz bei Tieren an die EU melden

Mit Beginn des kommenden Jahres muss gemäß europäischer Gesetzgebung der Einsatz von antimikrobiellen Arzneimitteln in der Nutztierhaltung auch an die EU gemeldet werden. Die erfassten Daten werden dann im darauffolgenden Jahr an die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) weitergegeben. Für jedes Arzneimittel muss unterschieden werden, ob es sich um eine Verschreibung, Abgabe oder Anwendung handelt. Auch die Mengen, die verschrieben werden, müssen entsprechend erfasst werden. Der Grund dafür ist die stetige Zunahme von Antibiotikaresistenzen. Immer mehr Erreger sind gegen antimikrobielle Stoffe resistent und stellen dadurch für Menschen und Tiere ein erhebliches gesundheitliches Risiko dar. Zur Vergleichbarkeit der Daten unter den einzelnen Mitgliedstaaten wurde eine Meldung
auf Packungsebene festgelegt und daher muss unter anderem die Packungsgröße mit der jeweiligen Einheit bei der Verbrauchsmengenerfassung angegeben werden. Die Datenbank, die für die Verbrauchsmengenerfassung vorgesehen ist, kann jedoch erst nach abgeschlossener nationaler Gesetzgebung final angepasst und für die Datenerfassung verwendet werden. Eine Aufzeichnung der Verwendungsdaten muss jedoch ab dem 1. Januar 2023 erfolgen, da die gesetzliche Verpflichtung durch die europäische Gesetzgebung besteht. Mit der Antibiotikaminimierung im Stall befasst sich auch das Online-Portal VetMAB. In zahlreichen Kursen zu Kälbern, Rindern, Schweinen und Geflügel können sich TierärztInnen und LandwirtInnen hier online zum Thema Resistenzen und ihre Vermeidung fortbilden.

04.11.2022: Überzählige Tiere in Zoos werden verfüttert

Zoos auf der ganzen Welt züchten Tiere, um Arten zu bewahren. Viele Tiere in den Anlagen leben jedoch deutlich länger als ihre Artgenossen in freier Natur. Das hat zur Folge, dass den Tierparks in Deutschland mehr und mehr der Platz ausgeht. Da Auswilderung in den seltensten Fälle eine Option ist, verfüttern die Zoos Jungtiere, die keinen Platz in der Zucht finden, an ihre Raubtiere. „Aus unserer Sicht und aus Tierwohlgründen ist es sinnvoller, qualitativ hochwertiges Fleisch von Zootieren zu verfüttern, das nachhaltig und mit hohem Tierschutzanspruch produziert wurde, als Fleisch aus Massentierhaltung einzukaufen“, verteidigt der Deutsche Zooverband (VdZ) die Strategie des sogenannten "Breed and Feed". „Verfüttert werden bisher hauptsächlich überzählige Huftiere, wie Ziegen, Antilopen,
Zebras oder Hirsche." Eine Alternative wäre ein Zuchtstopp für bestimmte Tierarten. Der könnte zwar verhindern, dass die Zoos zu voll werden, würde jedoch auch natürliche Verhaltensweisen weiter einschränken. Neben den fehlenden Jagd- oder Wandermöglichkeiten würde dann zusätzlich die Chance auf Partnerwahl, Paarung und die Aufzucht von Jungtieren wegfallen. „Wenn wir nicht mehr weiter züchten, weil wir so viele alte Tiere haben, dann geht die Alterspyramide nach oben, wird blattförmig“, argumentiert auch Dag Encke, Direktor des Nürnberger Tiergartens, gegen Zuchtstopps. Rein rechtlich können in Deutschland alle Wirbeltierarten zum Zwecke des Verfütterns getötet werden. Auf das Verfüttern von Gorillas, Eisbären oder Elefanten werde man jedoch verzichten, da das wahrscheinlich von der Öffentlichkeit nicht akzeptiert werden würde.

04.11.2022: Forschungsprojekt untersucht Stabilität von ASP-Viren

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) grassiert weltweit und wird daher als Panzootie bezeichnet. Unklarheiten bestehen aufgrund fehlender wissenschaftlicher Daten jedoch noch immer bezüglich der Übertragbarkeit des ASP-Virus über das Futter. Eine Wissenslücke, die durch ein Forschungsprojekt unter Beteiligung des Friedrich-Loeffler- Instituts (FLI) sowie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) geschlossen werden soll. Gemeinsam mit der schwedischen Statens Veterinärmedicinska Anstalt (SVA) werden die Institutionen die Stabilität von ASP-Viren auf verschiedenen Futtermitteln und Einstreumaterialien unter praxisnahen Lagerbedingungen untersuchen.
Nach bisherigen Literaturstudien kamen das FLI und das BfR zu dem Schluss, dass bei verarbeiteten Nebenprodukten, Getreide, Extraktionsschroten sowie Mischfuttermitteln durch die Produktionsschritte eventuell eingebrachte ASP-Viren weitestgehend inaktiviert werden. Allerdings kann durch eine unsachgemäße Handhabung der Produkte nach der Herstellung eine erneute Kontamination mit ASP-Viren erfolgen. Kritisch seien unbehandelte Futtermittel, die direkt verfüttert werden. Hier sei eine Erregerübertragung nicht ganz auszuschließen, so das FLI. Das von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geförderte Forschungsprojekt soll die noch fehlenden wissenschaftlichen Daten liefern.

One Health-Ansatz gewinnt immer mehr an Bedeutung

03.11.2022

Am 3. November wird der Internationale „One Health-Day“ gefeiert. Diesen Tag nimmt die Bundestierärztekammer (BTK) zum Anlass, auf die Bedeutung des One-Health-Ansatzes hinzuweisen. Um gemeinsame gesundheitliche Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Mensch, Tier und Umwelt anzugehen, beschäftigen sich Ausschüsse und Arbeitsgruppen der BTK bereits seit Jahrzehnten mit dem Thema, das spätestens mit Beginn der Corona-Pandemie eine neue Bedeutung erhalten hat. Die den Gruppen angehörigen ausgewiesenen Expert:innen erarbeiten Lösungsvorschläge und informieren die zuständigen Bundesministerien darüber. „Da sich die BTK über die Wichtigkeit der One Health-Thematik bewusst ist, fand auch der diesjährige 29. Deutsche Tierärztetag unter dem Generalthema „One Health – gemeinsam für die Gesundheit von Tier und Mensch“ statt“, erklärt BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. So fordert die Tierärzteschaft die Bundesregierung auf, die deutsche G7-Präsidentschaft zu nutzen, um Pandemieprävention im Sinne echter Vorbeugung von zoonotischen Infektionskrankheiten voranzubringen. Neben einer verstärkten Biosicherheit und mehr Tierwohl müssten auch Impfungen und Hygiene im Umgang mit Tieren mehr Aufmerksamkeit erlangen. Um Austausch, Abstimmung und gemeinsame Strategieentwicklung zwischen den
Ressorts im Bereich One-Health zu fördern, schlägt die BTK zudem die Einrichtung einer Koordinierungsstelle in der Bundesregierung vor. Anlässlich des One Health Day 2022 laden Tierärzte ohne Grenzen und Malteser International gemeinsam zu einer Veranstaltung am 7. November 2022 ein, die sich mit Antimikrobiellen Resistenzen (AMR) als zentrales Thema befasst. Denn auch die AMR ist ein prototypisches One Health- Problem, da Menschen, Tiere und die Umwelt durch die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen beeinflusst werden. Pro Jahr verursachen therapieresistente Infektionserreger weltweit ca. 1,3 Millionen Todesfälle. FachexpertInnen aus Human- und Tiermedizin sowie Politik und Wissenschaft werden sich über diese globale Herausforderung austauschen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um den One-Health-Ansatz geht es unter anderem auch auf der Futura.VET, die am 16. Februar 2023 erstmals stattfindet. So befasst sich u.a. Prof. Jakob Zinsstag in seinem Vortrag mit dem Mehrwert einer engeren Zusammenarbeit von Human- und Tiermedizin in der Praxis, möglichen Überschneidungen und einer sinnvollen Ergänzung der Berufsgruppen. Dr. Kim Grützmacher von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) geht der Frage nach, ob der interdisziplinäre Austausch ausreichend ist oder was benötigt wird für eine Welt, die immer mehr zusammenrückt.

03.11.2022: Australien tritt globalem Methanabkommen bei

Gemäß dem globalen Methan-Abkommen, dem „Global Methan Pledge“ (GMP), sollen Methanemissionen bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent gesenkt werden. Der GMP sind bereits 129 Länder, darunter auch die Europäische Union, beigetreten. Mit Australien hat sich nun das nächste Land zur Reduzierung des Methanausstoßes verpflichtet. „Die Regierung wird weiterhin mit der Industrie zusammenarbeiten, um die Wirtschaft zu dekarbonisieren und Initiativen zur Emissionsreduzierung voranzubringen“, erklärte Australiens Klimaschutzminister Chris Bowen. Weder die landwirtschaftliche Produktion noch der Viehbestand sollen dafür verringert werden. Auch seien keine Steuern oder Abgaben für TierhalterInnen geplant, versprach Bowen. Stattdessen will das Land in klimaschonende
Technologien, wie die Herstellung von emissionssenkenden Futterzusatzstoffen, umfangreich investieren. „Mit dem Beitritt zur Vereinbarung stellen wir den australischen Agrarsektor auf eine Stufe mit unseren Wettbewerbern im Export. Unsere Handelspartner wollen zunehmend Geschäfte mit Ländern machen, die sich stärker für Nachhaltigkeit einsetzen“, betonte Australiens Landwirtschaftsminister Murray Watt. Der nationale Bauernverband (NFF) begrüßte die Zusage der Regierung, dass der Beitritt zum Abkommen keine negativen Auswirkungen auf die Landwirte oder den Agrarsektor haben wird. „Wir werden keine Eingriffe wie in Neuseeland oder in den Niederlanden tolerieren, die auf die Produktivität der Landwirtschaft abzielen und diese untergraben“, erklärte NFF-Geschäftsführer Tony Maher.

03.11.2022: EU will Zuschüsse für Tierseuchenbekämpfung kürzen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Aviäre Influenza (AI) grassieren seit vielen Monaten in verschiedenen europäischen Staaten. Millionen Tiere mussten aufgrund des Seuchenausbruchs bereits gekeult werden; ein Ende scheint aktuell nicht in Sicht. Doch gerade bei der Seuchenbekämpfung hat die EU-Kommission nun Sparpläne verkündet. Die entsprechenden Zuschüsse, die die EU für den Bereich der Lebensmittelsicherheit zahlt, sollen um 40 Prozent gekürzt werden. Auf TierhalterInnen kommen zudem möglicherweise höhere Kosten für die Bekämpfung von Tierseuchen zu. Die vorgeschlagenen Kürzungen betreffen auch Notfallmaßnahmen zur
Seuchenbekämpfung. Die Sparpläne stoßen beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf Kritik. Laut Aussage der Staatssekretärin Silvia Bender entstünden dadurch steigende Belastungen für Landwirte und ein Vertrauensverlust. Zudem warnte sie vor negativen Effekten für die Tiergesundheit. „Dieser Plan kommt ohne Vorwarnung und völlig zur Unzeit“, kritisierte auch Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast die Sparpläne. Deutschen TierhalterInnen entstünde ein erheblicher Wettbewerbsnachteil, da in vielen anderen EU-Staaten die Kosten für Tierseuchenbekämpfung von staatlicher Seite getragen würden, so die Ministerin.

Fachkräftemangel

Was muss aus Ihrer Sicht geschehen, damit der Fachkräftemangel nicht zu einer Versorgungskrise bei Haus- und Nutztieren in einigen Regionen führt?