Menü ≡

News

Sie können maximal 2 Stichwörter eingeben, die mit einem Leerzeichen getrennt sein müssen. Es werden dann nur Nachrichten angezeigt welche beide Begriffe enthalten.

Weiterbildungsstudiengang für Tiermedizinstudierende

22.07.2022

Der Masterstudiengang Tiergesundheitsmanagement an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) mit den Vertiefungsrichtungen Rind, Schwein und Geflügel ermöglicht den Studierenden einen hohen Spezialisierungsgrad. Zudem lernen die AbsolventInnen durch die Verzahnung von landwirtschaftlichem und tierärztlichem Fachwissen, das genetische Leistungspotenzial von Nutztieren einzuschätzen, ohne dabei das Wohlergehen und die Gesundheit der Tiere zu vernachlässigen. Das aus vier Semestern bestehende Masterstudium vermittelt neben ökonomischen Aspekten auch Managementkompetenzen im Bereich konventioneller und ökologischer landwirtschaftlicher Tierhaltungssysteme sowie
Softskills im Hinblick auf Kommunikations- und Beratungstätigkeiten. Voraussetzung ist ein vorangegangenes Studium der Veterinärmedizin bzw. eine veterinärmedizinische Tätigkeit in der Nutztierbranche, wobei die Berufsausübung kein Muss für die Aufnahme des Studiums ist. Der Abschluss ist sowohl berufs- als auch forschungsqualifizierend. Die Bewerbungsfrist für den Masterstudiengang ist bis zum 31. Juli 2022 verlängert worden. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz unterstützt die künftigen Studierenden auch in Form von Stipendien, die die anfallenden Semestergebühren weitgehend decken. Der Stipendiumsantrag muss bis zum 22.08.2022 (Datum des Posteingangsstempels) eingegangen sein.

Weitere News

05.08.2022: Zweinutzungshühner als Alternative zum Kükentöten

Seit Beginn des Jahres 2022 ist das Töten männlicher Küken gesetzlich verboten. Bis dahin wurden rund 45 Millionen dieser Tiere direkt nach dem Schlüpfen getötet, weil sich ihre Mast wirtschaftlich nicht lohnt. Denn die Hähne der sogenannten Legehybriden wachsen nur langsam und setzen schlecht Fleisch an. Das Foschungsprojekt „Eignungsprüfung von Zweinutzungshühnern für den ökologischen Landbau“ untersucht derzeit die Zucht von Zweinutzungshühnern als Alternative zum Kükentöten. Die weiblichen Tiere dieser Zucht legen Eier, während die männlichen Tiere zur Mast verwendet werden. Bei einem höheren Futterverbrauch werden jedoch, verglichen mit Hochleistungsrassen,
weniger Eier gelegt und weniger Fleisch produziert. Das von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) durchgeführte Projekt untersucht drei Jahre lang die Leistungsfähigkeit verschiedener Zweinutzungslinien auf deren Eignung für den ökologischen Landbau. Das Ergebnis dieser Studie wird zeigen, ob und unter welchen Rahmenbedingungen die Nutzung von Zweinutzungshühnern eine Alternative zum Kükentöten darstellt und somit für die landwirtschaftliche Praxis geeignet sein kann. Bislang konnten die Forschenden belegen, dass es erhebliche Unterschiede zwischen der Mastleistung bei den Hähnen auf der einen und der Legeleistung bei den Hennen auf der anderen Seite gibt.

05.08.2022: Punktmutationen machen Rinder für Dermatitis digitalis empfänglich

Dermatitis Digitalis (DD) ist eine gefürchtete Klauenerkrankung. Ein internationales Forschungsteam hat nun zwei Punktmutationen im Erbgut von Rindern identifiziert, die die Tiere offenbar deutlich anfälliger für die Erkrankung machen. Dafür wurden von den Forschenden die Daten von mehr als 5.000 Milchkühen aus 13 ostdeutschen Großbetrieben ausgewertet und als potenzielle Kandidatengene CMPK2 und ASB16 identifiziert. Beide spielen eine wichtige Rolle in Signalwegen immunologischer zellulärer Prozesse. Durch weitere Sequenzanalysen der Kandidatengenregionen fand das Team an zwei Stellen Punktmutationen, sogenannte SNP, die beide einen signifikanten Einfluss auf die Erkrankungsanfälligkeit und die Ausbildung eines chronischen Krankheitsverlaufs zeigten. Ziel ist die Züchtung von Tieren, die gegen diese Erkrankung resistent sind. Dermatitis Digitalis
ist eine bakterielle Infektion der Klaue in der Region des Kronsaums über dem Weichballen. „Obwohl die Krankheit erst 1974 in Italien erstmalig beschrieben wurde, hat sie sich derart verbreitet, dass sie heute weltweit in nahezu jedem Rinderstall in unterschiedlichem Ausmaß anzutreffen ist“, sagt Prof. Dr. Hermann Swalve vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU. Er leitete die Arbeit gemeinsam mit Prof. Dr. Bertram Brenig von der Universität Göttingen. Unterstützung erhielten sie von Prof. Dr. Dörte Döpfer aus den USA. Das Team plant, seine Arbeit mit Untersuchungen mit Zellkulturen fortzusetzen, um die bisherigen Ergebnisse zu untermauern und womöglich auch den Mechanismus zu klären, den die gefundenen Punktmutationen beeinflussen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Frontiers in Genetics veröffentlicht.

05.08.2022: Permethrin verursacht Vergiftungen bei Katzen

Sommerzeit ist leider auch Hochzeit für Parasiten wie Flöhe und Zecken. Doch müssen vor allem Katzenhalter bei der Behandlung ihrer Haustiere gegen Parasiten auf das richtige Antiparasitikum achten. Denn Permethrin-haltige Zeckenmittel können bei Katzen zu schweren, sogar lebensbedrohlichen Vergiftungen führen, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilt. „Nicht jedem ist bekannt, dass Katzen ein Enzym fehlt, das für den Abbau dieses Wirkstoffstoffs sorgt“, erklärt Tierärztin Dr. Katrin Kirsch. Tierarzneimittel mit dem Wirkstoff Permethrin werden bei Hunden gegen Ektoparasiten wie Flöhe und Zecken eingesetzt. „Insbesondere in Haushalten mit Hunden und Katzen besteht jedoch die erhöhte Gefahr, dass es durch den Kontakt der Tiere untereinander zu Vergiftungen kommt“,
betont Dr. Katrin Kirsch. Katzen, die einen unbeabsichtigten Kontakt mit dem Wirkstoff hatten bzw. die ein Permethrin-haltige Mittel erhalten haben, zeigen Symptome wie Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhter Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall sowie Atembeschwerden. In diesem Fall sollten die BesitzerInnen umgehend eine Tierärztin/einen Tierarzt aufsuchen. Im schlimmsten Fall kann eine Permethrin- Vergiftung zum Tod der Katze führen. Das BVL bittet, betroffene TierhalterInnen und behandelnde TierärztInnen, solche unerwünschten Arzneimittelreaktionen zu melden. Diese Informationen helfen dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dabei, im Rahmen der Pharmakovigilanz – der Überwachung der Sicherheit von Arzneimitteln – geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung einzuleiten.

05.08.2022: Maus-Embryo aus Stammzellen gezüchtet

Forschenden des Weitzmann Institute of Science in Israel ist es gelungen, Maus-Embryos nur aus Stammzellen zu züchten. Bei dieser Methode wurden weder Eizellen, Sperma sowie eine Gebärmutter des Tieres verwendet. Bereits im Jahr 2012 hatten die Wissenschaftler John Gurdon und Shinya Yamanaka mit ihrer Forschung gezeigt, dass reife Körperzellen reprogrammiert – also in Stammzellen zurück verwandelt – werden können. Die beiden Zellforscher wurden für ihre Entdeckung mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet. „Bisher waren die spezialisierten Zellen schwer herzustellen und sie neigten dazu, einen Mischmasch anstelle von gut strukturiertem Gewebe zu bilden, das für eine Transplantation geeignet wäre. Wir haben es geschafft, diese Hürden zu überwinden, indem wir das in den Stammzellen
kodierte Selbstorganisationspotenzial freigesetzt haben", erklärt Forschungsleiter Jacob Hanna. Der Forscher betont jedoch, dass das Ziel nicht sei, Tiere oder gar Menschen mit dieser Methode, sondern Gewebe und Organe für Transplantationen in synthetischen Embryomodellen zu züchten. Mit Hannas Methode entstanden Embryonen, die sich 8,5 Tage lang normal entwickelten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich alle frühen Organvorläufer gebildet, darunter ein schlagendes Herz, eine Blutstammzellzirkulation, ein Gehirn mit wohlgeformten Falten, ein Neuralrohr und ein Darmtrakt. Wie der Forscher erklärt, sollen nun Untersuchungen folgen, wie sich Stammzellen in Organen selbst organisieren und in Zukunft dazu beitragen könnten, transplantierbares Gewebe zu produzieren.

05.08.2022: Guardian-System erleichtert Arbeit von NaturschützerInnen

Italien, das Land mit der höchsten tierischen und pflanzlichen Vielfalt in der EU, beklagt immer häufiger den menschlichen Einfluss auf die Artenvielfalt. Neben dem anhaltenden Städtewachstum und der illegalen Abholzung machen den NaturschützerInnen des WWF besonders die Wilderei große Sorgen. In den drei am meisten gefährdeten Gebieten haben die Ranger nun technologische Unterstützung erhalten. Der chinesische Telekommunikationsausrüster und Hardwarehersteller Huawei hilft mit seinem Guardian-System, den wichtigem Lebensraum zu schützen. Die sogenannten Guardian Devices, solarbetriebene, akustische Aufnahmegeräte, die direkt über das Mobilfunknetz verbunden sind, werden in zu schützenden Gebiet installiert. Wird ein Geräusch erfasst, wird dieses direkt durch ein KI-gestütztes Programm von Huawei analysiert. Die zuständigen Ranger werden in Echtzeit
informiert und notwendige Maßnahmen können sofort eingeleitet werden. „Die Aufgabe von uns WWF-Rangern besteht hauptsächlich in der Bekämpfung der Wilderei, was bedeutet, dass sie große Gebiete zu Fuß und mit dem Auto abdecken müssen. Die Möglichkeit, diese Technologie zu nutzen, ist daher eine große Unterstützung bei der Bekämpfung illegaler Aktivitäten und spart uns viel Zeit“, erklärt Piernazario Antelmi, Ranger-Koordinator von WWF Italien, die Vorteile der Huawei-Technologie. Seit der Inbetriebnahme vor einem Jahr hat das Guardian-System bereits fünfzehn Warnungen vor illegalen Aktivitäten abgegeben. Die informierten Ranger konnten schnell die Vorfälle in Echtzeit untersuchen. In Astroni führte ein Alarm dazu, dass die Polizei von Neapel die WWF-Ranger begleitete, um die Ausrüstung zu beschlagnahmen, die zum illegalen Fangen von Tieren verwendet wurde, so Antelmi.

04.08.2022: Starker Einbruch bei Verkauf von Bio-Produkten

Der Krieg in der Ukraine hat zu enormen Preissteigerungen für die gesamte Weltbevölkerung geführt. In Deutschland zeichnet sich nach und nach ein verändertes Kaufverhalten ab. So werde zunehmend bei Lebensmitteln gespart, wie aus einem Bericht des NDR hervorgeht. Da der Absatz von Bio-Eiern stark gesunken ist, müssen HalterInnen von Legehennen ihre Tiere früher schlachten als vorgesehen, da auch die Kosten für das Futter um ein Vielfaches gestiegen sind. Bio-Bauer Everhard Hüseman aus Nordhorn rechnet mit einem Umsatzverlust von bis zu 50 Prozent. Der Landwirt zieht nun Konsequenzen: Er will von seinen
1.400 Hühnern demnächst 400 vorzeitig schlachten lassen. „Das sind die ältesten Tiere, die würden normalerweise bis Weihnachten Eier legen", erklärte Hüsemann dem NDR in Niedersachsen. Früher hätte er die geschlachteten Tiere als Suppenhühner vermarkten können, aber auch dort gebe es einen Absatzrückgang. Der Landwirt befürchtet nun, dass er dafür bezahlen muss, dass jemand die Suppenhühner abnimmt. Wie der Sender mitteilt, sei der Absatz von Bio-Produkten auch in konventionellen Lebensmittelgeschäften gesunken. Dafür steige die Nachfrage nach Eiern aus konventioneller Haltung. Die seien schließlich auch günstiger.

04.08.2022: Experten empfehlen Zahnpflege bei Hund und Katze

Regelmäßige Zahnpflege bei Hunden und Katzen kann zahlreiche Erkrankungen verhindern. Auch ein unangenehmer Geruch aus dem Maul, der häufig durch Zahnbeläge oder Erkrankungen von Zahnfleisch und Zähnen verursacht wird, kann dadurch vermieden werden. Die Uelzener Versicherung rät TierhalterInnen, die Vierbeiner nach Möglichkeit bereits in jungem Alter an die Putzroutine zu gewöhnen. Denn eine mangelnde Zahnhygiene kann neben Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates auch zu Organschäden führen. „Zudem können die Tiere Schmerzen bekommen und fressen dann nicht mehr richtig. Schlimmstenfalls drohen sogar Organschäden, wenn Bakterien aus der Maulhöhle durch Wunden in den Blutkreislauf gelangen“,
sagt Dorothea Spitzer, Tierärztin bei der Uelzener Versicherung, dem Spezialversicherer für Tiere. Besondere Beachtung sollten die HalterInnen Tieren mit Zahnfehlstellungen und eng stehenden Zähnen schenken. Bei ihnen bleiben Futterreste leichter in Zahnzwischenräumen oder am Zahn selbst hängen und bilden dort einen willkommenen Nährboden für Bakterien. Im Handel sind spezielle Zahnbürsten und Zahnpasta für Hunde und Katzen, die den Vierbeinern die Zahnpflege schmackhaft machen. Bei hartnäckigen Beläge an den Zähnen wird jedoch der Besuch in der Tierarztpraxis notwendig, wo eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt wird. Die zusätzliche Gabe von Trockenfutter und speziellen Snacks kann die Zahnpflege unterstützen.

04.08.2022: Protest gegen geplante Erweiterung einer Schweineanlage

In Deutschland regt sich immer mehr Widerstand gegen Massentierhaltungen. So plant die Tierschutzorganisation PROVIEH einen Protest gegen die angekündigte Erweiterung einer Schweineanlage bei Petersdorf auf Fehmarn. Die Tierschutzorganisation tritt der geplanten Verdopplung der jetzigen 900 Sauenplätze sowie der Erhöhung der Mastplätze auf bis zu 13.000 mit einer offiziellen Einwendung entgegen, eine Klage behält sich ROVIEH vor. „Die Gründe gegen den Bauantrag zur Erweiterung der Schweinefabrik sind zahlreich: Tausende Tiere verbringen schon heute ihr Leben auf Vollspaltenböden, ohne Kontakt zum Außenklima, in trostlosen Buchten aus Beton oder Plastik, auch in den zahlreichen vorhandenen Kastenständen. Es dürfen nicht noch mehr Schweine leiden. Dieses Leid muss ein Ende haben! Zunächst gilt es, die Erweiterung der
Schweinefabrik auf Fehmarn zu stoppen. Grundsätzlich muss jedoch ein bundesweiter Umbauerfolgen. Solche Anlagen haben keine Zukunft, statt sie zu erweitern, sollten sie zurückgebaut und durch tiergerechte Haltungssysteme ersetzt werden“, erklärt Patrick Müller, Hauptstadtreferent bei PROVIEH. Der öffentliche Erörterungstermin der Einwände gegen das Vorhaben findet am 23. August 2022 im Kursaal Heiligenhafen statt. Die TierschützerInnen rufen zudem die Bevölkerung auf, gemeinsam an diesem Tag mit ihnen bei einer Kundgebung gegen die Vergrößerung der Schweineanlage zu protestieren. Die Forderung der Protestaktion richtet sich insbesondere an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume Schleswig-Holstein, den Antrag auf Erweiterung abzulehnen und damit ein deutliches Zeichen gegen ein unzeitgemäßes Geschäftsmodell zu setzen.

03.08.2022: BfR warnt vor Krankheitserregern in aufbereitetem Abwasser

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, Obst und Gemüse, das bodennah wächst bzw. roh verzehrt wird, nicht mit aufbereitetem Abwasser zu bewässern. Besonders bei Salat, Erdbeeren oder Kräutern besteht die Gefahr, dass die Pflanzen durch krankmachende Viren und Parasiten kontaminiert werden. Das gesundheitliche Risiko sei je Krankheitserreger und Gesundheitszustand der betroffenen Person groß, warnt das BfR. In Folge der Wasserverknappung in großen Teilen Europas regelt eine ab Juni 2023 gültige EU-Verordnung die Mindestanforderungen an die Wasserqualität, das Risikomanagement und die Überwachung von aufbereitetem Abwasser. Die Leitlinien zur Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft wurden am
03.08.2022 veröffentlicht. Hinsichtlich einer Bewertung krankmachender Viren und Protozoen in dem wiederverwertenden Wasser durch das BfR, rät das Institut, auf die Bewässerung von roh zu verzehrenden Pflanzen mit aufbereitetem Abwasser zu verzichten. Diese gilt solange, bis geeignete Aufbereitungsverfahren und Kontrollen sicherstellen können, dass im Bewässerungswasser keine Krankheitserreger enthalten sind, insbesondere humanpathogene Viren oder Protozoen. „Aufbereitetes Abwasser in der Landwirtschaft stellt die Lebensmittelsicherheit vor eine neue Herausforderung“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Um Krankheitserreger bestmöglich zu reduzieren, benötigen wir sehr gute Aufbereitungs- und Nachweisverfahren.“

BbT weist auf dramatische Personalsituation hin

03.08.2022

Dem Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT) bereitet die aktuelle Personalsituation akute Sorgen. Der durch den Strukturwandel in den Landkreisen verursachte Weggang von zahlreichen NutztierpraktikerInnen hat auch einen starken Einfluss auf die Arbeit der AmtstierärztInnen. Denn auch in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung mangelt es an Fachpersonal. Als Folge des Personalmangels müssen die beamteten Tierärzte immer längere Anfahrtszeiten in Kauf nehmen, die nicht vergütet werden. Auch Nachwuchs-TierärztInnen schreckt ab, dass die Vergütung häufig weit unter dem Niveau des Mindestlohnes liege. „Gerade in Zeiten, in denen Tierwohl und regionale Wertschöpfung durch die Gesellschaft gefordert, politisch gestärkt und unterstützt werden sollen, müssen die passenden
Rahmenbedingungen für den Erhalt der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung in der Fläche geschaffen werden“, erklärt BbT-Präsident Dr. Holger Vogel. Neben dem Tierwohl in Schlachtbetrieben sorgt die dramatische Personalsituation auch für die Gefährdung der regionalen Lebensmittelproduktion. Der BbT fordert daher Änderungen des Tarifvertrags-Fleischuntersuchung 2, um Anreize für TierärztInnen zu schaffen, eine amtliche Tätigkeit der Schlachttier- und Fleischuntersuchung zu übernehmen. Aus Sicht des Verbandes sind Anpassungen dringend erforderlich, um auch in Zukunft ein hohes Niveau an gesundheitlichem Verbraucherschutz und Tierschutz in einer regionalen und kleinteiligen Lebensmittelproduktion in Deutschland zu gewährleisten.

03.08.2022: Resistenzentwicklung bei pathogenen Pilzen entschlüsselt

Ähnlich wie bei Antibiotika können sich auch bei Arzneimitteln gegen pathogene Pilze Resistenzen entwickeln. Bisher war jedoch unklar, welche zellulären und genetischen Mechanismen zu diesen Resistenzen führen. Einem internationalen Forscherteam unter der Beteiligung der Ruhr Universität Bochum (RUB) ist es nun mit genetischen, bioinformatorischen und mikrobiologischen Techniken gelungen, den Mechanismus eines hefeähnlichen Pilzes zu entschlüsseln, der resistent gegen verschiedene Antimykotika ist. „Die Ergebnisse sind von hoher Relevanz für die Bekämpfung von pilzlichen Infektionen in der klinischen Praxis, in der Veterinärmedizin und der Agrarwirtschaft“,
so Prof. Dr. Ulrich Kück, Seniorprofessor in der Allgemeinen und Molekularen Botanik der RUB. „In der westlichen Hemisphäre steigt die Zahl der Menschen mit einer verminderten Immunabwehr, weil die Lebenserwartungen stark steigen oder die Behandlung mit Immunsuppressiva nach Organtransplantationen zunimmt. Damit verbunden steigen pilzliche Infektionen.“ So führt der Cryptococcus neoformans, ein die Kryptokokkose verursachender humanpathogener Pilz, bei bis zu 70 Prozent der Infizierten zum Tod, weil sich häufig resistente Pilzstämme entwickelt haben. Die Aufklärung der Resistenzmechanismen kann in Zukunft für die Behandlung von Mykosen beim Menschen genutzt werden.

02.08.2022: Hämorrhagische Septikämie in Mecklenburg-Vorpommern

Die Hämorrhagische Septikämie (HS), auch als Wild- und Rinderseuche bezeichnet, ist in den vergangenen Wochen wiederholt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte aufgetreten. Seit der Feststellung der Erkrankung bei einem fünf Monate altem Rind in 2014 gab es positive Nachweise bei 14 weiteren Rindern und fünf Hausschweinen, bei Schwarz- und Damwild sowie einem Wasserbüffel. Die HS ist eine bakterielle Infektion, die durch bestimmte Typen des Bakteriums Pasteurella multocida hervorgerufen wird und in Regionen Südostasiens, des Nahen und Mittleren Ostens sowie Afrikas inzwischen endemisch ist. Die Erkrankung tritt typischerweise in den Sommermonaten bei hoher
Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit auf, denn der Erreger kann in feuchtem Erdreich und Wasser mehrere Tage überleben. Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie plötzliche Niedergeschlagenheit, Bewegungs- und Fressunlust, hohes Fieber und starkes Speicheln. Es können auch Unterhautödeme, blutiger Durchfall, blutiger Nasenausfluss, Husten und Atemnot hinzukommen. In der Regel versterben die Tiere innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Stallspezifische Impfstoffe können vor der Erkrankung schützen. Bei gehaltenen Tieren kann einer Ausbreitung der Erkrankung nach Erreger- und Resistenzbestimmung durch die Gabe geeigneter Antibiotika entgegengewirkt werden.

02.08.2022: Test bewertet Lebensqualität von Hunden

Forschenden des Unternehmens Mars Petcare sowie des Waltham Petcare Science Institute und des Banfield Pet Hospital® ist es gelungen, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Hunden anhand eines Fragebogens zu beurteilen. Die HundehalterInnen beantworten zunächst 32 Fragen, die sich auf das Verhalten und die Aktivität ihres Vierbeiners beziehen. Nach Auswertung des Fragebogens können sich TierärztInnen und HalterInnen ein umfassendes Bild über den gesundheitlichen Zustand des Vierbeiners machen. Auch Energielevel, Zufriedenheit, Mobilität, Kontaktfreudigkeit und Appetit des Hundes werden dabei Bedeutung beigemessen. „Das Wohlbefinden steht für Hundebesitzer und Tierärzte gleichermaßen im Mittelpunkt", erklärt Nefertiti Greene, Präsident, Science & Diagnostics, Mars Petcare. „Diese Bewertung wird es uns ermöglichen, konsequent Daten über die Gesundheit und das Wohlbefinden von Hunden zu erfassen, die nachweislich wissenschaftlich gesicherte
Erkenntnisse über die Gesundheit von Haustieren liefern.“ Eine neue Studie untersuchte jüngst die Validität der Bewertung und untermauerte ihre Gültigkeit. Die Ergebnisse der Studie deuten auch darauf hin, dass anhand des Fragebogens ein allgemeines Unwohlsein erkannt werden kann, das andernfalls unentdeckt geblieben wäre, wenn ein Hund an zugrundeliegenden Schmerzen leidet, die möglicherweise nicht leicht zu erkennen sind. „Aus der Sicht eines Tierarztes wird die Bewertung der Lebensqualität wertvolle Informationen darüber liefern, wie die tierärztliche Versorgung dazu beitragen kann, die Lebensqualität von Haustieren zu verbessern", sagte Jennifer Welser, DVM, DACVO, Chief Medical Officer, Mars Veterinary Health. „Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse können wir verstehen, welche Behandlungen und Maßnahmen sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Haustieren auswirken und die Kommunikation mit den Tierhaltern über die Gesundheit ihrer Tiere verbessern."

02.08.2022: Hunde bei Hitze niemals im Auto zurücklassen

Eine Hitzewelle jagt aktuell die nächste in Deutschland. Für die nächsten Tage werden wieder Temperaturen bis zu 40 Grad erwartet. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. nimmt dies zum Anlass, ein weiteres Mal an TierhalterInnen zu appellieren, ihre Hunde auf keinen Fall, und auch nicht nur für ein paar Minuten, allein im Auto zurückzulassen. Die Innenräume der Fahrzeuge entwickeln sich in kürzester Zeit zu einem "Backofen", denn schon Außentemperaturen ab 20 Grad reichen aus, um das Auto zur tödlichen Falle werden zu lassen. „Das Autoinnere kann sich bei steigenden Temperaturen schnell auf über 50 Grad Celsius aufheizen. Es ist auch keine Lösung, das Autofenster einen Spalt offen zu lassen, denn auch diese Maßnahme kann keine ausreichende Luftzirkulation gewährleisten“, warnt
TASSO-Leiter Philip McCreight. In den vergangenen Wochen starben bereits zwei Hunde, weil ihre HalterInnen verantwortungslos handelten. Mindestens 50 Vierbeiner mussten schon aus einem überhitzten Auto befreit werden, wie TASSO mitteilt. Wer an einem warmen Tag einen Hund im Auto entdeckt und eine Notsituation für das Tier erkennt, sollte nicht wegsehen, sondern reagieren. Wenn sich der Besitzer/die Besitzerin nicht ausfindig machen lässt und sich der Zustand des Hundes dramatisch verschlechtert, kann es notwendig sein, den Hund selbst aus dem überhitzten Fahrzeug zu retten, so der Rat von Tasso. In diesem Fall ist es jedoch besonders wichtig, Zeugen für den Vorfall zu haben, da die HalterInnen unter Umständen eine Strafanzeige stellen.

02.08.2022: Kongress zu alten heimischen Nutztierrassen in Bonn

Alte heimische Nutztierrassen gehen nach und nach verloren und sind teilweise vom Aussterben bedroht. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Haltung keinen großen wirtschaftlichen Erfolg hat. Dabei haben diese Rassen oft besondere Eigenschaften, die bei modernen Züchtungen verloren gegangen sind. Um dem Prozess der Rassengefährdung entgegenzuwirken, findet vom 26. bis 28. September 2022 unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) der Kongress zur Zucht und Erhaltung alter und bedrohter heimischer Nutztierrassen 2022 im World Conference Center Bonn statt.
Neben einem umfangreichen tierartenübergreifenden Themenspektrum erhalten die Teilnehmenden Informationen über den aktuellen Stand und können sich mit VertreterInnen aus Praxis, Wissenschaft und Politik austauschen. Zudem möchten das BMEL und seine Projektpartner gemeinsam mit den Kongressteilnehmenden Vorschläge und Konzepte für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung dieser genetischen Ressourcen entwickeln. Der Kongress ist Teil der Reihe des BMEL-Referates 715 „Praxis trifft Wissenschaft“. Eine Anmeldung ist bis zum 16. September 2022 möglich.

01.08.2022: Hessen erteilt bundesweit erste Zulassung für Schlachtmobil

Das hessische Regierungspräsidium hat bundesweit erstmals die EU- Zulassung für eine mobile Geflügelschlachtanlage erteilt. Ein Erlass des Landes im Dezember vergangenen Jahres hatte die Voraussetzungen für die Zulassung einer solchen Anlage geregelt. Das Pilotprojekt werde von vielen Ländern aufmerksam beobachtet, schreibt das Agrarministerium. Die gerade zugelassene Anlage eines Biobetriebs im Odenwaldkreis kann vollmobil bis zu 600 Masthähnchen/Legehennen, 250 Gänse/Enten oder 25 Puten am Tag direkt im landwirtschaftlichen Betrieb schlachten. „Diese mobile Schlachtung ist vor allem wichtig, um artgerechte Haltungen in Mobilställen und kleinere Betriebe mit Freilaufgeflügel dabei zu
unterstützen, ihr Geflügel auch vermarkten zu können“, erklärte der hessische Landwirtschaftsstaatssekretär Oliver Conz. Hessen fördert die Anschaffung des Schlachtmobils mit rund 25.000 Euro. Die nun erteilte Zulassung ist zunächst auf drei Monate befristet. Nach einer weiteren Kontrolle innerhalb dieses Zeitraumes wird das Regierungspräsidium Darmstadt über eine Verlängerung der Anlagenzulassung entscheiden. Für eine tierschutzgerechte und antibiotikaarme Geflügelhaltung bietet das Fortbildungsportal VetMAB TierärztInnen und LandwirtInnen zahlreiche Online-Kurse. Auf Myvetlearn.de können sich TierärztInnen zudem in verschiedenen Geflügelmodulen online fortbilden.

01.08.2022: Hilfen zum tierschutzgerechten Umgang mit erkrankten und verletzten Tieren

Für NutztierhalterInnen und Mitarbeitende von Veterinärbehörden hat die Projektgruppe „Schlachten und Töten“ der „Niedersächsischen Nutztierstrategie – Tierschutzplan 4.0“ ein Merkblatt für den tierschutzgerechten Umgang mit erkrankten und verletzten Tieren entwickelt. Das Merkblatt richtet sich auch an Hoftierärzte und landwirtschaftliche Berater. Der Fokus liegt auf der Nottötung von verendenden Tieren in landwirtschaftlichen Betrieben und den Rechtsgrundlagen sowie der tierartübergreifenden und tierartspezifischen Ruhigstellung und Betäubung von Rindern, Schweinen und Geflügel. Ein zusätzlicher Leitfaden der „Arbeitsgruppe Schwein“ bietet sowohl SchweinehalterInnen als auch
zuständigen Behörden eine Hilfestellung, indem er Mindestanforderungen, zum Beispiel an die Tierbeobachtung und Tierbetreuung, aber auch an die Ausgestaltung und das Management von Krankenbuchten formuliert. Der Leitfaden enthält einen Entscheidungswegweiser, anhand dessen entschieden wird, ob und wann die Unterbringung des Tieres in einer Krankenbucht, die medizinische Behandlung oder ggf. die unverzügliche Tötung des Tieres erforderlich ist. Darüber hinaus wird anhand von Bildern im Rahmen einer Ampeltabelle beispielhaft gezeigt, welche Maßnahmen der Tierhalter im konkreten Einzelfall zu ergreifen hat. Beide Dokumente stehen auf der Seite des niedersächsischen Landwirtschaftsministerium zum Download bereit.

01.08.2022: Hessen erhält Seuchenfrei für BTV und BVD

Nach Baden-Württemberg hat auch das Land Hessen den Status „Frei von der Blauzungenkrankheit“ erlangt. Der Status der Seuchenfreiheit gilt seit dem 14. Juli 2022 auch für die Bovine Virusdiarrhoe (BVD). Aufgrund der Anerkennung durch die EU-Kommission fallen in den hessischen Betrieben weniger Kosten für Probenentnahmen und Untersuchungen an. Entsprechend dem neuen EU- Tiergesundheitsrecht, das am 21. April 2022 in Kraft getreten ist, dürfen nur noch Tiere mit
einem amtlichen Gesundheitszertifikat aus anderen Mitgliedstaaten in hessische Betriebe verbracht werden. Tiere aus nicht-BTV- oder nicht-BVD-freien Regionen müssen negative Untersuchungsergebnisse vorweisen. Diese Maßnahmen sollen die langfristige Seuchenfreiheit sichern. Abhängig vom Alter der Tiere ist sogar eine Impfung gegen die Blauzungenkrankheit (BTV) vorgeschrieben. Gegen BVD geimpfte Rinder dürfen dagegen nicht mehr nach Hessen verbracht werden.

Änderung des Tierarzneimittelgesetzes beschlossen

31.07.2022

Die Bundesregierung hat den Gesetzesentwurf des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zur Änderung des am 28. Januar 2022 in Kraft getretenen Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) beschlossen. Ziel der Änderung ist die bessere Erfassung sowie dauerhafte Senkung des Antibiotikaeinsatzes in landwirtschaftlichen Betrieben. Dafür soll das nationale Antibiotika-Minimierungskonzept um den wirkstoff- und anwendungsbezogenen Einsatz von Antibiotika aktualisiert und erweitert werden. Die Änderung schließt künftig auch Betriebe mit Milchkühen, Jung- und Legehennen, Sauen mit Saugferkeln und mit Kälbern, die im Haltungsbetrieb geboren sind, ein. Die Antibiotika- Anwendung soll bei Betrieben mit diesen Nutzungsarten erfasst und systematisch reduziert werden. Neben der Stärkung der zuständigen Überwachungsbehörden wird zudem für Colistin, Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. und 4. Generation ein Wichtungsfaktor in das Antibiotika-Minimierungskonzept aufgenommen. Für
Tierärzte und Tierhalter wird damit das Signal gesetzt, die Anwendung dieser Antibiotika mit kritischer Bedeutung auf das unvermeidbare Minimum zu reduzieren. Das BMEL weist weiter darauf hin, dass angesichts der grenzüberschreitenden Problematik neben nationalen auch europäische Vorschriften dringend notwendig seien, um Antibiotikaresistenzen zu reduzieren. Das Ministerium setzt sich deshalb aktuell auf EU-Ebene dafür ein, dass ausstehende Regelungen schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden, die weitere europaweite Restriktionen für die Antibiotika-Anwendung bei Tieren vorsehen. VetMAB, die Fortbildungsplattform für TierärztInnen und LandwirtInnen, hat auch das Ziel, zur Antibiotikaminimierung im Stall beizutragen. VetMAB bietet eine Vielzahl anerkannter Online- Fortbildungskurse, in denen es in erster Linie um eine Verbesserung der Haltungsbedingungen sowie des Managements geht, um die Nutztiere vor Erkrankungen zu schützen und so den Einsatz von Antibiotika dauerhaft reduzieren zu können.

29.07.2022: Verbände kritisieren Gesetzesentwurf zur Tierhaltungskennzeichnung

Der Gesetzentwurf des Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir zu ab 2023 geplanten Tierhaltungskennzeichnung stößt bei verschiedenen Verbänden auf scharfe Kritik. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) kritisieren den Entwurf aufgrund zu geringer Transparenz und zu vieler Schlupflöcher für Preisdrücker aus dem Lebensmittelhandel. Die ISN fordert, dass alle Absatzkanäle einbezogen werden müssten. „Wenn das Kennzeichen wie angekündigt kommt, bleibt es eine abgespeckte Light-Version, die zentrale Bereiche wie den Außer-Haus-Verzehr ausspart" so die Stellungnahme des ISN. „Die Schlupflöcher, die Großhandel, Außer-Haus-Verzehr, Verarbeitungsprodukte und auch Importware über zu lange Zeit gewährt werden, unterwandern die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Schweinehalter." Kritik kommt auch von Seiten des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG). Auch dessen Präsident Friedrich-Otto Ripke weist auf die fehlende Erwähnung des Außer-Haus-Verzehrs hin. „Unser Bundesminister vergisst damit wissentlich, über die Hälfte des Marktes zu regeln. Mehr als 50% des Fleischabsatzes fließt in diesen Bereich. Gerade hier wäre mehr Transparenz zu
Haltung und Herkunft von Tieren besonders wichtig. Dort auf die verpflichtende Kennzeichnung zu verzichten, ist auf Sicht tödlich für die heimische Wertschöpfung“, erklärt Ripke. „Zusätzlich zu diesen enormen finanziellen Belastungen ist eine obligatorische Herkunftskennzeichnung auf allen Vermarktungswegen als klare Auszeichnung und Wertschätzung der deutschen Ware nach wie vor nicht vorgesehen“, kritisiert der ZDG-Präsident. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt zwar die Verbindlichkeit, jedoch mahnen die TierschützerInnen die fehlenden Kriterien für alle Stufen sowie für Transport und Schlachtung an. „Aus einem geplanten Tierwohlkennzeichen ist ein Tierhaltungskennzeichen geworden. Statt dem Verbraucher Transparenz über die gesamte Lebensspanne des Tieres zu bieten und aus Tierschutzsicht zu bewerten, wird nur die Form der Haltung dargestellt. Ein Anreiz zur Verbesserung der Haltung ist nicht vorgesehen. So wird die Verantwortung für mehr Tierschutz wieder auf den Verbraucher abgeschoben, das Ordnungsrecht bleibt unverändert. Damit wird eine Chance vertan“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbunds, den Gesetzentwurf des Bundeslandwirtschaftsministers.

29.07.2022: Bakteriophagen im Einsatz gegen antibiotikaresistente Bakterien

Antibiotikaresistenzen entwickeln sich immer mehr zu einer ernsten gesundheitlichen Bedrohung der Weltbevölkerung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet dies inzwischen als „Stille Pandemie“, denn die Zahl der weltweiten Todesfälle im Zusammenhang mit antibiotikaresistenten Bakterien geht jedes Jahr in die Hunderttausende. Helfen könnten sogenannte Bakteriophagen – Viren, die sehr spezifisch bestimmte Bakterien befallen. Die Viren schleusen ihre DNA in die Bakterien ein, vermehren sich dort und töten sie ab. Einem Forschungsteam um Prof. Gil Westmeyer von der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, ein neues Verfahren zur kontrollierten Herstellung von Bakteriophagen zu entwickeln. Die notwendige biotechnologische Plattform-Technologie für bakteriophagen-basierte Medikamente liefert Invitris, ein Start- up, das aus einer Gruppe Studierender der TUM und der Ludwig- Maximilians-Universität (LMU) München
entstanden ist. Dreh- und Angelpunkt der neuen Technik ist eine spezielle Nährlösung, in der sich Bakteriophagen bilden und vermehren. Diese besteht aus einem E. coli-Extrakt und enthält keine lebensfähigen Zellen. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von bisherigen Methoden zur Bakteriophagen-Gewinnung: Traditionell wurden Zellkulturen mit potenziell infektiösen Bakterienstämmen verwendet. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass es möglich ist, zellfrei wirksame Bakteriophagen für eine personalisierte Medizin herzustellen, mit der sich auch Infektionen mit multiresistenten Keimen therapieren lassen“, so Westmeyer. Für die neuen Forschungen an der TUM wird nun diese Nährlösung genutzt. „Die Herstellung ist nicht nur schnell und effizient, sondern auch sehr sauber – Kontaminationen durch bakterielle Toxine oder andere Bakteriophagen, die in Zellkulturen möglich waren, sind in diesem Verfahren ausgeschlossen“, betont der Münchener Forscher abschließend.

28.07.2022: Hitze bedeutet zusätzliche Belastung für herzkranke Hunde

Die teils extremen Sommertemperaturen belasten viele Menschen und Tiere. Besonders für ältere und herzkranke Hunde stellt die Hitze eine Gefahr dar. Auch wenn eine Herzerkrankung bereits feststeht und sich die HundebesitzerInnen auf die Veränderungen im Alltag eingestellt haben, sollte den Vierbeinern eine besondere Beachtung geschenkt werden. Denn die hohen Temperaturen belasten das Hundeherz sehr, und die reduzierte Durchblutung von Gehirn und anderen Organen kann zu Ohnmachtsanfällen, Kollaps oder der Entstehung eines Lungenödems führen. Symptome für eine eventuelle Herzerkrankung können vermehrtes Hecheln, Husten, Müdigkeit sowie Appetitlosigkeit sein. Stellt die Tierärztin/der
Tierarzt bei dem Vierbeiner eine Erkrankung des Herzens fest, können eine moderate Bewegung, eine angepasste Ernährung sowie entsprechende Arzneimittel das Herz entlasten bzw. stärken. Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) empfiehlt zusätzlich ein Atemtagebuch, das das Fortschreiten der Krankheit kontrollieren kann und dem behandelnden Tierarzt hilft, den Verlauf der Krankheit einzuschätzen und die Therapie, wenn nötig, anzupassen. Grundsätzlich sollten herzkranke Tiere bei hoher Hitze in den frühen Morgen- sowie den kühlen Abendstunden spazieren gehen und sich nach Belieben in einem Gewässer abkühlen. Zudem sollte immer ein kühler Liegeplatz im Schatten verfügbar sein, ebenso ausreichend Trinkwasser.

28.07.2022: Tierschutzbund fordert drastische Reduzierung der Tierversuche

Im Jahr 2019 sind in Deutschland mehr als 1,85 Millionen Tiere zu Versuchszwecken eingesetzt worden. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission hervor. Zum ersten Mal belegt Deutschland damit den 1. Platz vor Frankreich und Großbritannien. Neben Primaten, Hunden und Katzen kamen am häufigsten Mäuse und Fische in den wissenschaftlichen Versuchen zum Einsatz. Fast jedes zehnte eingesetzte Tier musste dabei den höchsten Grad an Schmerzen, Leiden, Ängsten und Schäden erleiden, wie der Deutsche Tierschutzbund betont. Die TierschützerInnen fordern von der Regierung, die Förderung von Alternativmethoden zu Tierversuchen zu verstärken. „Die Statistik belegt die erschreckende Wahrheit schwarz auf weiß: Obwohl die Verantwortlichen in Deutschland immer wieder betonen, dass man bereits genug unternehme,
um Tierversuche zu reduzieren, hat es unser Land geschafft, sich beim grausamen Tierverbrauch an die Spitze zu katapultieren“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Bundesregierung muss das EU-Ziel zur Reduktion von Tierversuchen endlich ernsthaft angehen. Wir fordern seit Jahren eine Gesamtstrategie für einen Ausstieg, hierzu müssen konkrete Schritte formuliert werden.“ Bis zu einem solchen Komplettausstieg fordert der Tierschutzbund, zumindest schwerbelastende Tierversuche und Versuche an nichtmenschlichen Primaten sofort zu verbieten. Um die „Aktuellen Probleme des Tierschutzes“ geht es auch in der traditionell jährlich stattfindenden, gleichnamigen Tagung, die am 1. und 2. September 2022, wie auch in den letzten beiden Jahren, auf Myvetlearn.de als Live-Online- Seminar angeboten wird.

28.07.2022: BMEL fördert Drohnen für die Rehkitzrettung

Bei der Mahd von Grünland- und Ackerfutterflächen werden jedes Jahr tausende junge Wildtiere sowie Bodenbrüter durch Mähwerke getötet. Besonders häufig betroffen sind Rehkitze während der ersten Lebenswochen, die von ihren Mütter im hohen Gras zum Schutz vor Räubern versteckt werden und noch keinen Fluchtinstinkt besitzen. In den letzten Jahren haben sich Drohnen mit Wärmebildkameras bei der Suche nach versteckten Rehkitzen bewährt. Diese können große Flächen zeitsparend und effektiv absuchen und Wildtiere orten, um sie vor Verletzungen oder dem Mähtod zu bewahren. Die Anschaffungskosten sind jedoch relativ hoch, sodass diese
noch nicht flächendeckend eingesetzt werden können. Daher stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im laufenden Jahr erneut Fördermittel von insgesamt drei Millionen Euro zur Anschaffung von Drohnen bereit. Antragsberechtigt sind eingetragene Kreisjagdvereine, Jägervereinigungen auf Kreisebene in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins oder in der Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts oder andere eingetragene Vereine auf regionaler oder lokaler Ebene, zu deren Aufgaben die Pflege und Förderung des Jagdwesens oder die Rettung von Wildtieren, vorrangig von Rehkitzen, bei der Wiesenmahd (sog. Kitzrettungsvereine) gehören.

28.07.2022: Mehr Großanlagen für Schweine in China geplant

In China wird weltweit am meisten Schweinefleisch konsumiert. Um den Bedarf zu decken und die Importe zu reduzieren, entstehen in der Volksrepublik immer mehr sogenannte Schweinehochhäuser, nicht selten unter der Beteiligung deutscher Stallbaufirmen. Die gigantischen Anlagen mit bis zu 13 Etagen beherbergen viele 10.000 Schweine. Bei der Realisierung der Bauten würden Hygiene, Tiergesundheit und Tierwohl vermehrt berücksichtigt, auch wenn die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehe, wie Franz-Bernd Kempkes von der Tewe Elektronic GmbH in einem Interview mit Agrarheute erklärt. Das Futter für die Schweine in den großen Stallanlagen wird in dazugehörigen Kraftfutterwerken produziert, die Übergabe
in den Stall findet meist mechanisch-automatisiert statt. Besonders auf das klimatische Wohl werde, unabhängig der Haltungsformen, geachtet, so Kempkes. In den XXL-Schweinehaltungen leben die MitarbeiterInnen aus Gründen der Hygiene, Tiergesundheit und professioneller Betriebsabläufe auf dem Gelände. Anders als in Europa bewertet die chinesische Bevölkerung grundsätzlich die konventionelle Schweinehaltung, auch in mehrstöckigen Anlagen, eher unkritisch, da bei ihnen die Nahrungsmittelversorgung und die Qualität des Nahrungsmittels im Fokus stehen. Wie Kempkes abschließend mitteilt, sollen in den kommenden Jahren mehr Großanlagen in China und in ganz Südostasien gebaut werden.

28.07.2022: Basstölpel auf Helgoland durch Geflügelpest bedroht

Die einzige Basstölpel-Kolonie in Deutschland ist derzeit von der Geflügelpest bedroht. Seit Anfang der 1990er Jahren brüten die Hochseevögel auf dem Helgoländer Lummenfelsen, während sie im Winter dann mildere Gefilde aufsuchen. Die aviäre Influenza hat die Kolonie in diesem Jahr mitten in der Brutzeit erreicht und scheint sich schnell auszubreiten. Wie Elmar Ballstaedt, Stationsleiter des Vogelschutzvereins Jordsand, erklärt, wurden die ersten toten Basstölpel bereits Anfang Juni 2022 auf der Insel entdeckt. Insgesamt wurden bereits 170 tote Jungvögel gezählt. Da viele Elternvögel verenden, werden die Küken nicht mehr gefüttert und verhungern. Der Vogelschützer fürchtet um das Überleben der Arten in der Region, da ungefähr jedes dritte Nest inzwischen leer ist. „Wir gehen davon aus, dass auch insgesamt mindestens ein Drittel aller Paare ihre Nester aufgegeben haben.
Es ist aber schwierig einzugrenzen, aus welchen Gründen das geschehen ist. Denn es gibt auch unter normalen Umständen Paare, die ihre Brut aufgeben. Vor allem junge Vögel, die zum ersten oder zweiten Mal brüten und noch unerfahren sind, haben oft nicht im ersten Anlauf gleich Bruterfolg. Es ist aber einfach auch viel zu früh in der Saison, um sagen zu können, wie die Bilanz der ganzen Kolonie am Ende aussehen wird. Wir sind ja gerade erst mitten in der Brutzeit – viele Jungvögel sind noch sehr klein und brauchen noch einige Wochen bis zum Ausfliegen“, beschreibt Ballstaedt die Situation. Da zu viele Brutplätze in den Klippen nicht zugänglich sind bzw. die brütenden Tölpel nicht gestört werden sollten, ist es den Vogelschützern aktuell nicht möglich, einen genauen Überblick zu erhalten. Sie können im Moment lediglich die toten Vögel einsammeln und die Brutzeit abwarten.

27.07.2022: Anmeldung für Initiative Tierwohl ab September

Im September 2022 haben Ferkelaufzuchtbetriebe in Deutschland erneut die Möglichkeit, sich für die Initiative Tierwohl (ITW) anzumelden. Die Registrierungsphase startet am 1. September 2022. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Vermarktung der Ferkel an ITW-Mäster. Nur diese Ferkel dürfen in der Datenbank gemeldet werden, anderenfalls kann die Auszahlung des Tierwohlentgeltes in Höhe von 3,57 Euro pro Tier nicht erfolgen. Mit diesem
Schritt möchte die ITW die Kette zwischen der Mast und der Ferkelaufzucht schließen. Im Falle, dass das verbliebene Budget nicht ausreicht, entscheidet ein Losverfahren über die Teilnahme. Die Ferkelaufzüchter erhalten bis spätestens Ende Oktober 2022 eine Rückmeldung. Für die Registrierung müssen Ferkelaufzuchtbetriebe die neue Teilnahmeerklärung und das neue Datenblatt verwenden, die auf der Internetseite des ITW zum Download bereit stehen.

Baden-Württemberg wieder frei von BTV - Infektionsdruck bleibt

27.07.2022

Baden-Württemberg gilt wieder als frei von der Blauzungenkrankheit (BTV). „Die Kommission der Europäischen Union (EU) hat für das gesamte Land Baden-Württemberg den Status ‚seuchenfrei‘ in Bezug auf die Blauzungenkrankheit anerkannt. Der Freiheitsstatus für den bisher noch einem Tilgungsprogramm unterliegenden Landesteil gilt seit dem 18. Juli dieses Jahres“, zeigte sich Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, zufrieden. Hinsichtlich des weiter bestehenden
Infektionsdrucks appelliert der Minister erneut an alle LandwirtInnen, das Risiko eines erneuten Seucheneintrags ernst zu nehmen, und ruft zur freiwilligen BTV-Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen auf. „Das Land und die Tierseuchenkasse Baden-Württemberg unterstützen auch weiterhin finanziell die Schutzimpfung gegen die Blauzungenkrankheit“, betonte Hauk. Ein erneuter Ausbruch der Blauzungenkrankheit in Baden-Württemberg hätte schwerwiegende Folgen für die tierhaltenden Landwirtschaftsbetriebe im Land.

27.07.2022: Deutlicher Anstieg der Schweinefleischproduktion in China

Die gestiegenen Erzeugerpreise für Schweinefleisch in China haben zu einer stark gestiegenen Produktion im ersten Halbjahr 2022 geführt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzeugte das Land 29,39 Mio. Tonnen (+8,2 %) mehr Schweinefleisch. Laut Informationen des nationalen Statistikamts in Peking nahm auch die Zahl der Schlachtschweine in den ersten Monaten des laufenden Jahres zu (+8,4 %), was wiederum zu einem Bestandsabbau in der Volksrepublik geführt hat. Ende Juni 2022 wurden rund 430 Millionen weniger Schweine
gezählt, 1,9 % weniger als vor einem Jahr. Die Ferkelpreise sind in den vergangenen vier Monaten um bis zu 80 % gestiegen, während sich der durchschnittliche Erzeugerpreis für Mastschweine annähernd verdoppelt hat. Die inzwischen wieder lukrative Produktionsausdehnung bereitet der chinesischen Regierung jedoch Sorge. So sei eine stabile Erzeugung ohne große Schwankungen das Ziel, was durch Überwachungsmaßnahmen sichergestellt werde solle, hieß es bei einem Treffen der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC).

27.07.2022: Ausbruch Pasteurellose des Rindes in Sachsen

Die sogenannte Pasteurellose des Rindes ist in mehreren Betrieben im sächsischen Vogtland ausgebrochen. Wie das Landratsamt in Plauen mitteilt, sei noch ist nicht klar, wie viele Tiere bereits verendet sind, es ist jedoch von erhöhten Verlusten die Rede. Die Rinder der betroffenen Betriebe standen zum Zeitpunkt der Infektion auf der Weide. Die Pasteurellose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist Rinder unter zwei Jahren, in selteneren Fällen aber auch Schweine, Schafe und Ziegen sowie Wildtiere befällt. Nach dem ersten Auftreten der Symptome wie plötzlich einsetzende Niedergeschlagenheit, Bewegungs-
und Fressunlust sowie hohes Fieber und starkes Speicheln, verenden die Tiere meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Da zuvor Ausbrüche im westlichen Erzgebirgskreis festgestellt worden waren, sind die Mitarbeitenden beider Landkreise sowie die bestandsbetreuenden Tierärzte der beiden Landkreise im engen Austausch. Vermutet wird eine Verbreitung des Erregers durch Stechinsekten. Laut Informationen des Vogtlandkreises seien daher Insekten zwecks Nachweises des Erregers an die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen eingeschickt worden.

26.07.2022: Milcherzeugung in Deutschland erstmals fast kostendeckend

Im April diesen Jahres konnte bei der Milcherzeugung in Deutschland erstmals seit vielen Jahren annähernd eine Kostendeckung erreicht werden. Wie aus der aktuellen Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) hervorgeht, hielten sich die Produktionskosten (47,60 ct/kg) sowie der durchschnittliche Auszahlungspreis (47,20 ct/kg) fast die Waage. Als einer der Gründe führt der Dachverband European Milk Board (EMB) die Aufgabe zahlreicher Milcherzeuger in den vergangenen Jahren an, was eine Verknappung des Milchangebots sowie den Anstieg des
Milchpreises zur Folge hatte. Für die Gewährleistung einer langfristigen Stabilität der Produzentenstruktur bedarf es jedoch nicht nur einer kurzzeitigen Kostendeckung, so das EMB. Dafür müsste die EU die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, die neben ausreichend starken molkereiübergreifenden Erzeugerorganisationen, und Kriseninstrumenten eine sozial nachhaltige GAP sowie eine faire Vertragsgestaltung beinhalten, um den ErzeugerInnen ein angemessenes Einkommen zu garantieren. Zudem fordert der Verband eine Orientierung der Milchpreise an den Kosten der Produktion.

26.07.2022: Schweiz: Antibiotikavertrieb in der Veterinärmedizin weiter gesunken

In der Schweiz ist die Menge der in der Veterinärmedizin vertriebenen Antibiotika im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Das geht aus dem jährlichen Bericht des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hervor. Demnach wurden im Jahr 2021 knapp 28.400 kg Antibiotika in zugelassenen Tierarzneimitteln verkauft. Gegenüber dem Vorjahr sank die Gesamtmenge von Antibiotika um rund zwei Prozent, jene von kritischen Antibiotikaklassen um rund sieben Prozent. Die am häufigsten verkauften Wirkstoffe sind Penicilline, gefolgt von Sulfonamiden und Tetracyclinen. Bei Nutztieren nahmen die Verkäufe der drei in der Schweiz als kritische Antibiotika definierten Wirkstoffklassen 2021 im Vergleich zum Vorjahr weiterhin ab. Makrolide stellen den mengenmäßig höchsten Anteil dar, da
Tylosin auch in Arzneimittelvormischungen für Schweine enthalten ist. Den BVL-Auswertungen zufolge hat die verkaufte Menge von Colistin, welches laut WHO auch zu den kritischen Antibiotika gerechnet wird, in den letzten zehn Jahren um 92 Prozent abgenommen. Der gesamte Rückgang der verkauften Antibiotika in Tierarzneimitteln beträgt seit dem Jahr 2012 48 Prozent. Zur Antibiotikaminimierung im Stall möchte auch das Projekt VetMAB beitragen. Dabei handelt es sich um eine Fortbildungsplattform für TierärztInnen und LandwirtInnen. Sie bietet eine Vielzahl anerkannter Online-Fortbildungskurse, in denen es in erster Linie um eine Verbesserung der Haltungsbedingungen sowie des Managements geht, um die Nutztiere vor Erkrankungen zu schützen und so entsprechend weniger Antibiotika einsetzen zu müssen.

25.07.2022: Tierheime brauchen schnellen Rettungsplan

Die Tierheime in Deutschland platzen aus allen Nähten, zahlreiche haben bereits einen Aufnahmestopp verkündet. Zu viele während des Corona-Lockdown unüberlegt angeschaffte Tiere landen aktuell wieder in den Heimen. Auch die durch den Krieg in der Ukraine verursachten massiven Kostensteigerungen bei Strom und Gas sowie höhere Kosten für das Tierfutter bringen die Tierschutzorganisationen an ihr Limit. Hinzu kommen ab Oktober 2022 noch die Anhebung des Mindestlohnes, steigende Kosten bei der Tierarztbehandlung und die reduzierte Spendenbereitschaft, die die ohnehin schwierige finanzielle Lage der Tierheime noch verschärfen wird. Um einem drohenden Kollaps entgegenzuwirken, fordert der Deutsche Tierschutzbund eine schnelle finanzielle Unterstützung durch die Kommunen. „Die Zahlungen der Kommunen stehen oft in keiner Relation zu den tatsächlichen Kosten für die Fundtierbetreuung“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen
Tierschutzbundes. „Wir fordern die Kommunen auf, jetzt endlich aktiv zu werden und sich mit den örtlichen Tierheimen schnell und unbürokratisch über Kostenübernahmen zu einigen. Notwendig sind eine Erhöhung der Fundtierkostenerstattung um mindestens 40 Prozent und weitere Investitionshilfen. Auch sehen wir die Bundesregierung in der Pflicht: Sie muss die im Koalitionsvertrag vereinbarte Verbrauchsstiftung für Tierheime großzügig ausstatten und unverzüglich auf den Weg bringen, bevor es zu spät ist“, so Schröder. Dabei sei es dringend notwendig, die Mittel nicht nur für Investitionen, sondern auch als Ausgleich der drastischen Mehrkosten zu gewähren. „Wir brauchen eine konzertierte Aktion für die Tierheime: Bund, Länder und Kommunen müssen schnellstens mit dem Tierschutz an einen Tisch und mit einem gemeinsamen Rettungsplan verhindern, dass der praktische Tierschutz in Deutschland zusammenbricht“, mahnt Schröder.

25.07.2022: Maßnahmen gegen Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) scheint sich in Deutschland immer weiter auszubreiten. Noch ist die ursprünglich aus den Tropen und Subtropen stammende Stechmücke nur lästig, und der Stich intensiver, doch das Insekt kann auch das gefährliche Dengue-Fieber übertragen. Zudem scheint sich die Asiatische Tigermücke an die veränderte klimatische Situation in Europa angepasst zu haben: Im Herbst gelegte Eier überwintern, die Larven schlüpfen dann im Frühjahr. „Die Eier können bis zu zehn Grad minus überstehen“, erklärt Jens Gerhardt vom Gesundheitsschutz am Gesundheitsreferat München. Um eine weitere Ausbreitung zu unterbinden, hat das Land Bayern eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilt. Dafür hat das Gesundheitsreferat München (GSR) ein Tigermücken-Monitoring entwickelt. Ende der vergangenen Woche hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) die erste Mückenfalle aufgestellt. Der Freistaat will so die Ausbreitung "fremder" Stechmücken möglichst flächendeckend beobachten. „Wir müssen jetzt handeln,
um die Folgen des Klimawandels für die Bürger so gering wie möglich zu halten“, betonte Holetschek. Mit dem Aufstellen von Duftstoff-Fallen auf Friedhöfen sowie Hinweisschildern zur Aufklärung der Bevölkerung geht die Landeshauptstadt München gegen die Plagegeister vor. „Die Tigermücke legt ihre Eier in Untersetzer - überall, wo es so ein bisschen nass ist. An den Rändern der Wasseroberfläche setzten sich dann diese Eier ab“, so Gerhardt. Auch in der Bundeshauptstadt scheint die Tigermücke bereits heimisch geworden zu sein. In einer Berliner Kleingartenanlage im Bezirk Treptow-Köpenick wurden mit Hilfe eines umfassenden Monitorings nach 2021 erneut mehrere erwachsene Exemplare der Asiatischen Tigermücke nachgewiesen. Eine erfolgreiche Überwinterung ist damit belegt und eine dauerhafte Ansiedlung zu befürchten. Berlin ist damit bislang der in Deutschland nördlichste Punkt, an dem Asiatische Tigermücken und ihre Vermehrung vor Ort nachgewiesen werden konnten. Zur Vermeidung einer langfristigen Ansiedlung der lästigen Stechmücken arbeitet die Stadt zur Zeit an einer Bekämpfungsstrategie.

25.07.2022: WHO stuft Affenpocken-Ausbruch als Notlage ein

Die Zahl der weltweiten Affenpocken-Ausbrüche ist seit dem ersten gemeldeten Fall Anfang Mai 2022 auf inzwischen 16.000 bestätigte Fälle gestiegen. 80 Prozent der weltweiten Betroffenen finden sich in Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die Viruserkrankung wurde weltweit in mehr als 60 Ländern nachgewiesen, auch in Ländern, in denen vorher keine Affenpocken-Fälle bekannt waren. Daher hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am vergangenen Samstag (23.07.2022) den Affenpocken- Ausbruch zu einer „Notlage von internationaler
Tragweite“ in 50 Ländern, darunter Deutschland, erklärt. Hierzulande sind seit dem ersten Auftreten am 19. Mai 2022 rund 2.350 Fälle aus allen 16 Bundesländern an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt worden. Die Einstufung der WHO dient lediglich als Appell an die betroffenen Länder, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden sowie Ärzte und Bevölkerung zu sensibilisieren. Nach derzeitigem Wissensstand wird das Affenpocken-Virus durch engen Körperkontakt übertragen. In den überwiegenden Fällen waren bisher vorwiegend homosexuelle Männer betroffen.

25.07.2022: Anpassung des EU-Tiertransportrechts gefordert

Zusammen mit seinen AmtskollegInnen aus Dänemark und Schweden sowie Belgien und den Niederlanden (Vught-Gruppe) hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir seine Forderung nach einer Änderung des EU-Tierschutztransportrechts erneuert. Ein an die EU-Kommissarin für Gesundheit, Stella Kyriakides, gerichtetes Positionspapier fordert bessere europaweite Regeln für den wirksamen Schutz von Millionen Nutztieren, die täglich durch die Mitgliedstaaten der EU transportiert werden. Neben einer Revision und Konkretisierung des EU-Rechtsrahmens fordern die Unterzeichner besonders das Verbot bestimmter Langstreckentransporte. „Tiere sind fühlende Wesen – dass immer noch so viele von ihnen auf langen Transporten leiden, können wir nicht länger hinnehmen. Die Bilder von toten und verletzten Tieren sind unerträglich. Der europäische Weg muss
wirksam zu mehr Tierschutz führen – und dafür braucht es bessere gemeinsame Regeln. Es ist keinem Tier geholfen, wenn nationale Verbote umgangen werden, indem Tiere zunächst in einen anderen Mitgliedstaat gebracht werden, um sie von dort aus in Drittländer zu exportieren. Die Europäische Kommission sollte nun zügig handeln", mahnt Özdemir. Das Positionspapier beinhaltet sowohl Punkte, die nach aktuellem EU-Tierschutztransportrecht nicht vorgesehen sind als auch solche, die zu einer deutlichen Verbesserung des bestehenden EU-Tierschutztransportrechts führen. Die Initiative der Vught-Gruppe geht deutlich über die durch den Untersuchungsausschuss im Zusammenhang mit dem Schutz von Tieren beim Transport (ANIT-Untersuchungsausschuss) erarbeiteten und durch das Europäische Parlament verabschiedeten Empfehlungen hinaus.

22.07.2022: Wolfsschutz durch Hunde positiv beurteilt

Die wachsende Zahl der Wolfsrudel und die Zunahme der Risse von Weidetieren sorgt für hitzige Diskussionen zwischen TierschützerInnen und TierhalterInnen. Gemäß einer aktuellen Studie der Schweizer Landwirtschaftszentrale Agridea funktioniert der Schutz der Herden durch Hunde jedoch gut. Die Untersuchung ergab, dass bei Rissen von mehr als drei oder mehr Weidetieren meist die Vorgaben nicht eingehalten wurden. So waren die Herden entweder zu weiträumig verteilt, die Zahl der Hunde zu gering oder die Arbeit der Hirten nicht professionell genug. Auch schlechtes Wetter, etwa Nebel, könnten sich negativ auf die Arbeit der Herdenschutzhunde ausgewirkt haben, so die Einschätzung von Agridea. Allerdings waren nur auf jeder dritten untersuchten Alp die Voraussetzungen für einen effizienten Einsatz der Hunde gegeben. Die Studie belegte auch, dass sich die Zahl der Wolfsrisse durch die Anschaffung von mehr Hunden oder eine konsequentere Herdenführung stark
verringert hatten. Auf den Schweizer Alpen hat sich die Zahl der eingesetzten Herdenschutzhunde in den vergangenen 20 Jahren versiebenfacht. Obwohl die Anzahl Wölfe letztes Jahr um gut die Hälfte auf 140 bis 150 zunahm, blieb die Zahl der vom Großraubtier gerissenen Nutztiere (867) in etwa stabil. Erbeutet wurden zum größten Teil Schafe und Ziegen, zudem auch vier Kälber und 17 Rinder. Auch in Niedersachsen wird heftig über Wolfsmaßnahmen diskutiert. Laut einer vom Land in Auftrag gegebenen Studie des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ Wien) ist die biologisch erforderliche Mindestanzahl an Wölfen erreicht. Nach Meinung des niedersächsischen Umweltministeriums würde eine kontrollierte Entnahme keine Gefährdung des Bestandes mit sich bringen. Das Bundesumweltministerium (BMU) sieht jedoch keine Grundlage für eine gezielte Bejagung und sucht daher nach anderen vernünftigen Lösungen, um der Weidetierhaltung und dem Schutz der Natur gerecht zu werden.

22.07.2022: TiHo-Projekt beleuchtet Zusammenleben zwischen Mensch und Wildtieren

Die Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel und das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) lädt am 4. August 2022 Interessierte zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Interaktion zwischen Menschen und heimischen Wildtieren ein. Die Hybrid-Veranstaltung ist der Auftakt zu dem neuen Projekt der TiHo „Der Ruf der Wildnis? Mensch und Wildtier in urbaner Umgebung – Interaktionen und (un)gewünschte Folgen“, das eine gesellschaftliche Debatte über sinnvolle oder schädliche Interaktionen mit Wildtieren anstoßen und für
den Umgang mit der heimischen Fauna sensibilisieren soll. Denn die fortschreitende Ausbreitung des Menschen und die damit einhergehende Reduzierung der Rückzugsmöglichkeiten von Wildtieren verursachen immer mehr Konflikte und häufig unnötige Interaktionen. Die teilnehmenden WissenschaftlerInnen wollen mit dem Projekt für Aufklärung zum Umgang mit Wildtieren sorgen und Handlungsempfehlungen für BürgerInnen und Fachleute entwickeln. Die Inhalte können im Anschluss an das Projekt die Grundlage für bürgergestützte Forschungsprojekte (Citizen Science) bilden.

21.07.2022: Hitze birgt versteckte Gefahren für Hunde

Die Hitzewelle hat Europa fest im Griff. Mensch und Tier suchen derzeit nach Möglichkeiten der Abkühlung. Doch für Hunde lauern versteckte Gefahren, denen TierhalterInnen ihre Vierbeiner unwissentlich aussetzen können, wie der Tierschutz Wien mitteilt. „Eine gut gemeinte Abkühlung im Fluss oder eine vermeintlich angenehmere Nylonschlaufe fürs Maul statt sperrigem Maulkorb können in diesen Tagen lebensbedrohlich für Hunde werden“, warnt die Wiener Tierschützerin Eva Persy. So sollten HundebesitzerInnen unbedingt darauf achten, dass ihre Tiere nicht überhitzt in einen kalten Badesee springen oder gar geworfen werden. „Hierbei kann die Aorta reißen, was innerhalb weniger Momente zum Tod des Hundes führt“, warnt Persy. Stattdessen empfiehlt die Tierschützerin, einen flachen Zugang zum Gewässer aufzusuchen, über den der Vierbeiner das kühle Nass jederzeit selbständig betreten und verlassen kann. Besondere Vorsicht ist bei
kurzschnäuzigen Rassen wie Mops oder Bulldogge geboten, denn die haben bei diesen Temperaturen nicht nur enorme Probleme mit der Atmung, sondern meist auch Schwierigkeiten mit dem Schwimmen, weiß Persy. Auch die vermeintlich angenehmeren Maulschlaufen, die statt eines Maulkorbes verwendet werden, können bei den Hunden zur Hitzefalle werden, da die Tiere damit nicht ode rnur ungenügend hecheln können, was für ihre Temperaturregelung jedoch lebensnotwendig ist. Bei Transporten mit dem Auto appelliert sie an die HalterInnen, auf längere Fahrten während der hohen Temperaturen zu verzichten, da der Kofferraum oft auch bei eingeschalteter Klimaanlage schnell erhitzt. Als Erste-Hilfe-Maßnahme können auch Sonnenschutzgitter, die mit Saugnäpfen an der Scheibe befestigt werden, Erleichterung bringen. Ein spezieller, auslaufsicherer Reisenapf sorgt zudem dafür, dass die Hunde auch während der Fahrt jederzeit Wasser trinken können.

21.07.2022: SchülerInnen-Beiträge für den Tierschutz ausgezeichnet

Im Rahmen des diesjährigen Landeswettbewerbs Tierschutz hat das Land Baden-Württemberg zehn Schülerinnen und Schüler für ihr Engagement ausgezeichnet. „Ob als Haustier oder Nutztier: In unserem Leben und in unserer Gesellschaft haben Tiere als Mitgeschöpfe einen wichtigen Platz. Unter dem Motto ‚Schülerinnen und Schüler machen sich für Tiere stark‘ bot der Landeswettbewerb Tierschutz unseren Kindern und Jugendlichen eine hervorragende Gelegenheit, sich mit dem Tierschutz und dem Wohlergehen von Tieren auseinanderzusetzen. Viele Schülerinnen und Schüler haben sich mit
großem Engagement, teilweise über das gesamte Schuljahr hinweg, mit den unterschiedlichsten Tierschutzthemen beschäftigt“, betont Minister Peter Hauk. „Beim Tierschutzwettbewerb haben die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Projekten Verantwortung für Tiere übernommen. Sie haben dabei gelernt, dass Tiere Teil einer bewussten und nachhaltigen Lebensweise sind und wir achtsam sein müssen. Das große Engagement und Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler für die Tiere hat mich sehr beeindruckt“, sagt die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Theresa Schopper.

21.07.2022: EFSA verlängert Kampagne gegen ASP

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Europa immer weiter aus. Auch wenn die Tierseuche in Ländern wie Belgien und Tschechien schon ausgerottet ist, gab es in den letzten Wochen auch vermehrt Ausbrüche in Schweinehaltungen, unter anderem in Deutschland und Italien. Um das Bewusstsein bei Landwirten, Tierärzten und Jägern für die ASP zu schärfen, haben die Europäische Kommission und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gemeinsam mit anderen internationalen Gremien im Jahr 2020 die Kampagne „Stop African Swine Fever“ ins Leben gerufen. Diese Initiative mit dem Motto „Erkennen, verhindern, melden“, die in 18 Ländern in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden durchgeführt wird, wird nun um ein weiteres Jahr verlängert. „Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest setzt sich
in alarmierender Geschwindigkeit fort, wobei die jüngsten Ausbrüche in Italien und zwei sporadische Ausbrüche in Deutschland nahe den Grenzen Frankreichs bzw. der Niederlande zu verzeichnen sind. Die Afrikanische Schweinepest ist in Ost- und Mitteleuropa nicht auf Wildschweine beschränkt. Es ist ein globales Problem, das eine erhebliche Bedrohung für Schweine, Landwirte und die Schweinefleischindustrie darstellt und von uns allen gemeinsam angegangen werden muss“, erklärt Bernhard Url, Exekutivdirektor der EFSA. „Die Stärkung der Akteure und der Wirtschaftsakteure durch Informationen ist von größter Bedeutung, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest auf dem Kontinent zu stoppen", ergänzt Bernard Van Goethem, Direktor für Krisenvorsorge in Lebensmitteln, Tieren und Pflanzen der GD SANTE.

20.07.2022: Haus- und Nutztiere vor Hitze schützen

Der Sommer hat ganz Deutschland mit teils neuen Rekordtemperaturen im Griff. Meteorologen haben eine neue Hitzewelle als Folge der weltweiten Klimaerwärmung vorausgesagt. Nicht nur die Menschen leiden unter den hohen Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke, auch für Nutz- und Haustiere stellt die Wetterlage eine Gefahr dar, wie das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium betont. So sollten TierhalterInnen unbedingt für ausreichend Schatten, Kühlung und Wasser sorgen. „Hühner und Puten können nicht schwitzen. Starke Hitze in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit stellt deshalb vor allem in der Geflügelhaltung die Gefahr für eine extreme Wärmebelastung dar", teilt das Ministerium mit. Angesichts der hohen Temperaturen sei besonders eine regelmäßige Überwachung der Stalltechnik wichtig. Weidetiere sollten unbedingt einen ständigen Zugang zu einem Unterstand und Wasser haben. Da die Futtergrundlage mit
der anhaltenden Trockenheit immer mehr schwindet, müsse unter Umständen zugefüttert werden. Wie wir Menschen, können auch Hunde oder Katzen einen Hitzschlag erleiden. Dieser macht sich durch ein übermäßiges Hecheln bzw. eine Maulatmung sowie Taumeln oder sogar Bewusstlosigkeit bemerkbar. ExpertInnen empfehlen TierhalterInnen daher, ihre Vierbeiner während der heißen Tagestemperaturen an schattigen, kühlen Plätzen oder in der Nähe zu Wasser zu halten und unbedingt vor der prallen Sonne zu schützen. HundehalterInnen wird geraten, die täglichen Gassirunden in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu legen. Auch ist es wichtig, dass die Tiere immer genügend Wasser zum Trinken haben. Sollte das Tier einen Hitzschlag erleiden, muss es so schnell wie möglich einen kühlen, gut belüfteten Ort gebracht werden, um die Körpertemperatur zu senken. Im Zweifel sollten die HalterInnen eine Tierärztin/einen Tierarzt aufsuchen.

20.07.2022: Geflügelpestausbruch in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein ist in der vergangenen Woche ein weiterer Ausbruch der Geflügelpest festgestellt worden. Betroffen ist ein Betrieb in Husby im Kreis Schleswig-Flensburg mit 12.500 Gänsen und Masthähnchen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat eine Infektion mit dem Geflügelpestvirus vom Typ H5N1 bestätigt. Die Veterinärbehörden haben die Tötung aller Tiere angeordnet. Zudem wurde um die betroffene Haltung eine Schutzzone von drei Kilometern sowie eine
Überwachungszone von weiteren sieben Kilometern eingerichtet. Wie das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein (MLLEV) mitteilt, sind alle Geflügelbetriebe aufgerufen, die geltenden Biosicherheitsmaßnahmen mit aller Konsequenz einzuhalten sowie wachsam zu sein und im Falle von Krankheitssymptomen oder vermehrter Sterblichkeit unverzüglich das zuständige Veterinäramt bzw. den Haustierarzt zu informieren.

20.07.2022: Erster Katzenzüchtertag der Laboklin Akademie

Am Samstag (23.07.2022) veranstaltet die Laboklin Akademie ihren ersten Online-Katzenzüchtertag. KatzenzüchterInnen und interessierte KatzenbesitzerInnen erwartet ein vielfältiges Programm, das die genetische und serologische Blutgruppe, FIP und Katzenleukose sowie die aktuellen Empfehlungen zur Impfung umfasst. Referentin Dr. Anna Laukner wird sich zudem in einem Vortrag mit der
Fellfarbvererbung befassen. Während der Live- Veranstaltung können die Teilnehmenden Fragen an die entsprechenden ReferentInnen stellen. Für diejenigen, die an dem Katzenzüchtertag nicht live teilnehmen können, wird drei Wochen lang eine Aufzeichnung zur Verfügung stehen. Alle Live-Teilnehmer erhalten ebenfalls den Link zur Aufzeichnung. Eine Teilnahmebescheinigung erhalten alle Teilnehmenden im Anschluss.

19.07.2022: Dokumentationspflicht für Nutztierhalter ausgeweitet

Das EU-Tiergesundheitsrecht ist um Anforderungen für HalterInnen von Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen hinsichtlich der Identifizierung, Registrierung und Rückverfolgbarkeit erweitert worden. Die neuen Vorschriften sind Teil des im April 2021 in Kraft getretenen EU-Tiergesundheitsrechts. Demnach müssen TierhalterInnen ab sofort auch die Ergebnisse von Tiergesundheitsbesuchen durch Tierärzte sowie Testergebnisse von untersuchten Tieren dokumentieren. Die erweiterten Anforderungen wirken
sich auch auf die Cross Compliance-Verpflichtungen im Rahmen der EU-Agrarförderung aus, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) betont. Verletzungen der Aufzeichnungspflichten können dazu führen, dass Zahlungen von EU-Fördergeldern gekürzt werden. Lediglich Betriebe, die unter die Kleinerzeugerregelung fallen, sind davon ausgenommen. Die Änderungen im EU-Tiergesundheitsrecht sind bereits in Kraft, die neuen Anforderungen gelten somit bereits.

19.07.2022: Hund und Katze immer nach Grannen absuchen

Mit dem Hochsommer hat auch die für Haustiere unliebsame Zeit der Grannen begonnen. Diese kleinen, borstigen Pflanzenteile setzen sich gern im Fell von Hund und Katze fest. Schlimmer wird es jedoch, wenn die Grannen tief in Ohren, Nase oder Augen der Vierbeiner eindringen. Die kleinen Pflanzenteilchen können unter anderem das Trommelfell verletzen und so schlimme Entzündungen verursachen, so Tierärztin Dr. Bettina Schmidt. „Auch Grannen, die beispielsweise beim Schnüffeln in die Nase eingeatmet werden, können großen Schaden anrichten. Durch die Atemwege können sie bis zur Lunge wandern und dort Lungengewebe zerstören“, betont die Tierärztin weiter. Zudem wandern Grannen immer weiter, dringen an versteckten Stellen in die Haut ein und können dort eitrige Abszesse bilden. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. empfiehlt TierhalterInnen daher dringend, ihre Vierbeiner nach jedem Spaziergang
auf Wiesen und Feldern nach eventuellen Grannen abzusuchen und diese zügig zu entfernen. Dabei sollten immer auch die Pfoten und Achseln sowie der Leistenbereich kontrolliert werden. Sollte eine Granne bereits tiefer in den Körper des Tieres eingedrungen sein, ist ein fachgerechtes Entfernen durch eine Tierärztin/einen Tierarzt notwendig. Um einen starken Grannenbefall zu vermeiden, sollte das Fell der Hunde am besten so kurz wie möglich gehalten werden. „Das Kürzen kann dabei helfen, dass sich weniger Grannen im Fell verfangen. Sollte sich ein Hundehalter das Kürzen des Fells an den Pfotenballen nicht selbst zutrauen, kann dies ein Tierarzt übernehmen“, erklärt Schmidt. Hundehalter können zudem das Grannen-Risiko minimieren, indem sie ihre Vierbeiner nicht durch hohe Wiesen oder Getreidefelder rennen lassen – das sollte ohnehin aus Rücksicht auf Wildtiere und die Erntezeit vermieden werden.

Hightech-Bienenkorb soll Bienensterblichkeit verringern

19.07.2022

Ein israelisches Start Up hat einen Bienenstock entwickelt, der mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik dem Bienensterben entgegenwirken soll. Der smarte Bienenkorb "Beehome" ist mit Kameras, Sensoren und Roboterarmen ausgestattet und überwacht, pflegt und unterstützt die Honigbienen. Die Sensoren können laut der Entwickler einen Befall der Bienen mit der Varroa-Milbe frühzeitig erkennen, sodass die ImkerInnen schnell handeln können. Zudem wird der gesundheitliche Zustand der Bienen ständig automatisch kontrolliert. Meldet das Programm einen Bedarf, erhalten die Bienen aus der Hand des Bordroboters Medikamente, Zucker oder Wasser. Die für die Beehomes nötige Software basiert auf KI, die die Jungunternehmerinnen selber entwickelt haben. „Dank KI weiß unsere Software ganz genau, was die Bienen brauchen", sagt Netaly Harari, Director of Operations bei Beewise. „Manchmal braucht ein Imker mehrere Monate, um zu erkennen,
dass es ein Problem gibt", erklärt Entomologie-Professor Sharoni Shafir, Leiter des Bienenforschungszentrums auf dem Rehovot-Campus der Hebräischen Universität Jerusalem. Schon jetzt sind 24 automatisierte Bienenstöcke im Kibbuz "Beit HaEmek" installiert, die zwei Millionen Bienen überwachen. Neben der Nutzung in Israel wurden bereits einige der Hightech-Bienenkörbe ins Ausland exportiert. Wie der Professor weiter erklärt, sei jede sechste Bienenart regional bereits ausgestorben. Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzten die Online-Fortbildungsreihe Bienen zur Weiterbildung an. Die vier, auch einzeln buchbaren Module, befassen sich mit Biologie, Anatomie und Haltung von Bienen, infektiösen und nicht-infektiösen Bienenkrankheiten inkl. Vergiftungen, Bienenprodukten sowie Recht und Tierschutz. Die Kursreihe ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen/den Fachtierarzt für Bienen.

19.07.2022: Weniger Aquakulturen in Deutschland

Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Aquakulturbetriebe in Deutschland weiter verringert. Das Statistische Bundesamt (Destatis) zählte in 2021 rund 2.200 Betriebe, die etwas mehr als 18.300 Tonnen Fisch erzeugt haben (-330 Tonnen). Im Vergleich zu 2020 waren das 73 Betriebe weniger und 727 weniger als noch vor fünf Jahren. Etwas mehr als die Hälfte der Fischproduktion ging auf
forellenartige Fische zurück, wobei die Erzeugung von Regenbogenforellen im Vorjahresvergleich erneut um 250 Tonnen oder 4,1 % zurückgegangen ist. Die Produktion von Lachsforellen, Elsässer Saiblingen und Aalen belief sich auf 1.900 t beziehungsweise 1.700 t und 1.200 t. In geringerem Umfang produzierte die Teichwirtschaft weitere Fischarten wie Welse, Schleien, Zander und Hechte.

18.07.2022: TiHo koordiniert internationale Walzählung

In der bereits vierten Bestandserfassung werden sechs Wochen lang Schweinswale, Delfine und Wale in der Nordsee sowie den angrenzenden europäischen atlantischen Gewässern gezählt. Beteiligt sind acht internationale Forscherteams. Koordiniert wird die Kampagne von dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). „Es ist entscheidend, dass die internationalen Teams identisch geschult und abgestimmt sind, damit die Tiere im gesamten Gebiet repräsentativ erfasst werden und wir am Ende länderübergreifende Aussagen zu den Populationen treffen können. Die aktuelle SCANS-Kampagne leistet einen wichtigen Beitrag für die Erhaltung der Biodiversität in Europa: Sie wird es den Mitgliedsstaaten
ermöglichen, das Wissen über den ökologischen Zustand ihrer Meeresgewässer zu aktualisieren und neu zu bewerten", erklärt Dr. Anita Gilles, die die Beobachtungseinsätze und Datenanalysen aller acht Teams koordiniert. Mit Hilfe von Flugzeugen und Schiffen werden die beteiligten WissenschaftlerInnen auf einem 1,4 Millionen Quadratkilometer großen Forschungsgebiet die Kleinwale zählen. Das Projekt „Small Cetaceans in European Atlantic waters and the North Sea (SCANS-IV)“ zielt darauf ab, die Walpopulationen in regelmäßigen Abständen zur Dichte und Anzahl der Gesamtpopulationen in den untersuchten Gewässern zu erfassen, um diese vor bestehenden Gefahren wie Unterwasserlärm, Beifang, Verschmutzung, Schifffahrt und dem Verlust von Lebensräumen besser schützen zu können.

18.07.2022: Erste Verhandlungsrunde zu TFA-Tarif gestartet

Die vorgezogenen Tarifverhandlungen für die etwa 19.000 Tiermedizinischen Fachangestellten und Auszubildenden in Deutschland haben begonnen. Am 13. Juli 2022 fand die erste Verhandlungsrunde zwischen dem Verband medizinischer Fachberufe (VMF) und dem Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) in Frankfurt statt. Die Tarifpartner hatten sich bereits Anfang Juni
diesen Jahres auf ein Vorziehen der Verhandlungen geeinigt. In einem vierstündigen Gespräch wurden bereits mögliche Lösungen abgesteckt, die in der nächsten Runde am 16. August 2022 weiter diskutiert werden sollen. Beide Parteien sind sich einig, dass ein neuer Tarifvertrag am 1. Oktober 2022 in Kraft treten soll, drei Monate vor dem eigentlichen Auslaufen des aktuellen Tarifvertrages.

Zoonoserisiko in Afrika im letzten Jahrzehnt stark gestiegen

15.07.2022

Auf dem afrikanischen Kontinent hat die Zahl der Tier-Mensch-Infektionen, den sogenannten Zoonosen, in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt dies unter anderem darauf zurück, dass Afrika der Erdteil mit der aktuell weltweit am schnellsten wachsenden Bevölkerung ist und damit auch der Konsum von tierischen Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern stark angestiegen ist. Zudem rücken die immer größer werdenden Städten näher an Wildtiergebiete heran. So steige das Risiko der Menschen in Afrika rasant, sich mit tierischen Krankheitserregern zu infizieren, so die WHO. Aktuelle Analysen der Organisation in ergaben, dass die Infektionen mit Affenpocken, Ebola sowie dem Dengue-Fieber zwischen 2011 und 2021 um 63 Prozent zugenommen haben. Am Beispiel
des Ebola-Ausbruchs in Westafrika, der zwischen 2014 und 2016 mehr als 11.300 Todesopfer forderte, könne man sehen, was passiert, wenn eine Infektionskrankheit mit ursprünglich in Tieren beheimateten Erregern in einer Stadt ausbricht, so WHO-Afrikadirektorin Matshidiso Moeti. Um zu verhindern, dass Afrika zu einem Hotspot für Tier-Mensch- Übertragungen von Krankheiten wird, müssten dringend geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden, fordert Moeti. Im September 2022 startet auf Myvetlearn.de die Online-Seminarreihe Zoonosen für Tierärztinnen und Tierärzte. Prof. Dr. Stephan Neumann wird an zwei Live-Online-Terminen die wichtigsten Zoonosen näher vorstellen, die in der Tierarztpraxis sowie der Arztpraxis am häufigsten vorkommen. Das erste Seminar findet am 14. September statt, das zweite am 27. Oktober.

15.07.2022: Heimtierbranche bittet um Priorisierung bei Gasmangel

In einer gemeinsamen Stellungnahme des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF) und verschiedener Verbände sowie Unternehmensgruppen hat sich die Heimtierbranche besorgt über den drohenden Engpass in der Gasversorgung geäußert. Da sich die Branche ihrer Aufgabe, annähernd 35 Millionen in Deutschland lebende Heimtieren mit artgerechtem Futter zu versorgen, bewusst ist, bitten die Unterschreibenden um eine Priorisierung im Falle eines Gasmangels. Denn die Produktion der Heimtiernahrung sei abhängig vom Energieträger Gas, betonen die Verfasser. Im Falle eines Gasmangels seien
Einschränkungen bzw. Stilllegungen von Futtermittelproduktionen kaum zu umgehen, heißt es weiter in der Stellungnahme. Auch appellieren die Verfasser an die HalterInnen von Hunden, Katzen und weiteren Heimtieren, keinesfalls auf Lebensmittel, die ausschließlich für den menschlichen Verzehr vorgesehen sind, bzw. Speisereste umzusteigen, da eine artgerechte Ernährung der Tiere so nicht gegeben sei. Besonders Tiere, die aufgrund von Allergien, Alter oder Erkrankungen auf Spezialfutter angewiesen sind, könnten bei einer nicht artgerechten Fütterung gesundheitlichen Schaden nehmen.

15.07.2022: Dialognetzwerk für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Das Dialognetzwerk zukunftsfähige Landwirtschaft ist eine Kooperation von Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und Bundesumweltministerium (BMUV) und hat das Ziel, mit den Erfahrungen der LandwirtInnen das Agrar- und Ernährungssystem zu transformieren, um den Umstieg auf nachhaltige Wirtschaftsformen in der Landwirtschaft optimal zu gestalten. PraktikerInnen aus dem landwirtschaftlichen Bereich sowie NaturschützerInnen sind aufgerufen, aktiv mitzuarbeiten und diese Transformation zu
begleiten. Bis zum 14. August können sich Interessierte für eine Mitarbeit bewerben und ihre Erfahrungen und Ideen einbringen. Zudem haben die Beteiligten die Möglichkeit, wichtige Zukunftsfragen zu diskutieren und bei Weichenstellungen für Rechtsetzungsvorhaben mitzuwirken. Im Rahmen von ein- bis zweitägigen (Präsenz-)Treffen im Jahr sowie digitalen Austauschformaten möchten BMEL und BMUV auf unterschiedlichen Ebenen mit Ihnen ins Gespräch kommen. Die Auftaktveranstaltung des neuen Dialognetzwerkes ist für Herbst 2022 geplant.

15.07.2022: Erhöhte Wachsamkeit nach ASP-Ausbruch in Niedersachsen

Der erste Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einem Schweinebetrieb in Niedersachsen sorgt für Verunsicherung bei den Nachbarländern. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die Ursache für den Seucheneintrag noch immer nicht geklärt worden ist. Naheliegend jedoch ist, dass der Erreger durch menschliches Fehlverhalten in den betroffenen Betrieb eingetragen wurde, da das Virus bei Wildschweinen in der Nähe nicht habe nachgewiesen werden können. Um weitere ASP-Ausbrüche zu vermeiden, hatte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast die vorsorgliche Keulung von 1.800 Schweinen eines Betriebes in Freren angeordnet, die nur wenige Tage vor dem Ausbruch von dem betroffenen Betrieb übernommen worden waren. Seitens des deutschen Tierschutzbundes wurde die Anordnung scharf kritisiert. „Dass alle Sauen und Ferkel des von der ASP betroffenen Betriebs gekeult werden mussten,
ist schlimm genug. Weitere 1.800 Tiere trotz fehlender Hinweise auf ein Infektionsgeschehen vorsorglich in den Tod zu schicken, ist jedoch tierschutzwidrig und unverhältnismäßig. Tötungen dürfen erst dann die Ultima Ratio sein, wenn der ASP- Ausbruch auf einem Betrieb tatsächlich bestätigt ist“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Während Dänemark und die Niederlanden als direkte Nachbarländer zwar wachsamer bei Schweineimporten aus Deutschland sein wollen, aber das Risiko der ASP-Einschleppung als eher gering einstufen, forderte der Vorsitzende des britischen Schweineerzeugerverbandes (NPA), Rob Mutimer, Premierminister Boris Johnson auf, Maßnahmen zur Verbesserung der Grenzkontrollen zu ergreifen. Die Sorge vor einer Einschleppung der Tierseuche unter den britischen Schweineerzeugern sei deutlich gestiegen, so Mutimer.

14.07.2022: Österreich beschließt Tierwohl-Paket

Am 7. Juli 2022 hat der österreichische Nationalrat das mit der Bundesregierung erarbeitete Tierwohl-Paket beschlossen. Neben dem Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern und des Kükentötens sind Einschränkungen bei den Tiertransporten vorgesehen. Ein bedeutsamer Punkt des Pakets ist das endgültige Verbot der Vollspaltenbuchten in der Schweinehaltung ab dem Jahr 2040. Vorgesehen ist, dass bis Ende 2039 alle bestehenden Ställe auf eine neue Haltungsform umgebaut werden müssen. Für Neu- und Umbauten gilt das Verbot von Vollspaltböden bereits ab dem kommenden Jahr. Bis zum Jahr 2026 sollen zudem Vorschläge für einen neuen gesetzlichen Mindeststandard in der Schweinehaltung erarbeitet werden. Um den Tierwohlstandard zu verbessern, soll laut Plänen des österreichischen Landwirtschaftsministeriums außerdem das AMA-Gütesiegel ausgebaut werden. Über eine Million Schweine sollen so bereits bis 2030 bessere Haltungsbedingungen erhalten. „Tierwohl ist uns allen wichtig – genauso, wie die verlässliche
Versorgung mit heimischen Lebensmitteln. Das Tierwohl-Paket der Bundesregierung wurde daher lange, intensiv und in Abstimmung mit den betroffenen Brachen verhandelt. Damit wird es sowohl den Interessen des Tierschutzes, der Bäuerinnen und Bauern als auch der Verbraucherinnen und Verbraucher gerecht. Gerade in Zeiten der Teuerung müssen Schritte der Weiterentwicklung behutsam gesetzt werden, um heimische Produktionsketten nicht zu gefährden und keinen weiteren Teuerungsschub auszulösen. Auch wenn einzelne Punkte des Pakets durchaus fordernd sind, wird damit den tierhaltenden Bäuerinnen und Bauern Planungssicherheit für die Ausrichtung der Betriebe gegeben“, betont Bundeslandwirtschaftsminister Norbert Totschnig. „Wir läuten das Ende der Vollspaltenbuchten ein. Im Um- und Neubau sind sie bereits ab 2023 verboten. Das ist für viele Bäuerinnen und Bauern eine große Herausforderung. Aber es ist der richtige Weg. Darum tragen sie diesen Paradigmenwechsel mit und wir unterstützen sie dabei, etwa mit Investitionsunterstützungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik“, so der Minister.

14.07.2022: FLI für herausragende Forschungsleistungen gewürdigt

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ist eine Bundesforschungseinrichtung mit mehr als 80 Nationalen Referenzlaboren. Neben dem Schutz des Menschen vor Zoonosen sowie der Vermeidung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten und Tierseuchen liegt der Fokus des FLI auf der Verbesserung des Tierwohls. Der Wissenschaftsrat hat das Bundesinstitut nun als eine Forschungseinrichtung von internationaler Strahlkraft gewürdigt und bescheinigt dem FLI herausragende Leistungen. Als besonders positiv betrachtet der Rat die stetige Verbesserung des Forschungsniveaus sowie die Erweiterung des Forschungskonzepts um den One-Health-Ansatz, der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt integriert betrachtet. „Mit seiner
Forschung zu Zoonosen, also vom Tier auf den Menschen übertragenen Krankheiten, trägt das FLI maßgeblich zur Prävention künftiger Pandemien bei“, erläutert die Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Dorothea Wagner. „Außerdem ist das Institut auch ein wichtiger Ansprechpartner für Fragen der Tierhaltung und des Tierwohls und leistet mit seiner Politikberatung einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Landwirtschaftspolitik“, so Wagner weiter. Um die Forschungsbedarfe noch schneller und wirksamer zu adressieren und die Ressortforschung missionsorientiert weiterzuentwickeln, empfiehlt der Rat eine noch stärkere Vernetzung sowohl zwischen den Ressortforschungseinrichtungen des BMEL als auch ressortübergreifend.

14.07.2022: Anhebung der Entschädigung für seuchenbedingt getötete Gänse

Die Geflügelpest hat zu einem großen wirtschaftlichen Schaden in Deutschland geführt. Besonders in Niedersachsen waren zahlreiche Nutzgeflügelhaltungen von Ausbrüchen betroffen. Seit dem Herbst 2020 wurde hier der Geflügelpesterreger in 100 Betrieben nachgewiesen. Bislang erhalten betroffene Halter von Geflügel eine Ausgleichszahlung in Höhe von maximal 50 Euro pro Tier, das wegen der Tierseuche getötet werden muss. Besonders für HalterInnen von Zuchtgänsen ist das viel zu wenig, um den finanziellen Verlust auszugleichen. Aus diesem Grund setzt sich
Niedersachsen im Bundesrat nun für eine Anhebung der Entschädigung auf maximal 110 Euro ein. Die Einbringung einer entsprechenden Bundesratsinitiative zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes durch Niedersachsen wurde am 12. Juli 2022 vom Kabinett beschlossen. Die Initiative soll zur Existenzsicherung der ZuchtgänsehalterInnen sowie Stützung der Gänsehaltung in Deutschland beitragen. Gäben Betriebe mit Zuchtgänsen ihre Haltung auf, wären die Ausfälle kaum zu kompensieren, argumentiert die Niedersächsische Staatskanzlei.

13.07.2022: Vorsicht bei der Vermittlung von Tieren aus dem Ausland

Die Hochreisezeit hat begonnen. Und besonders während einer Reise in andere Länder wächst der Wunsch vieler Menschen, einem der vielen herrenlosen Hunde ein neues Zuhause zu geben. Die Vermittlung solcher Tiere aus dem Ausland übernehmen verschiedene Tierschutzvereine, die nicht alle seriös sind. Im schlimmsten Fall stecken sogar illegale Welpenhändler dahinter. VIER PFOTEN gibt Tipps, woran man vertrauenswürdige Vereine und Organisationen erkennen kann. „Es ist lobenswert, dass man einem Tier, egal wo es herkommt, ein Zuhause geben möchte. Aber leider lauern ein paar Gefahren, wenn man sich für einen Hund aus dem Ausland entscheidet. Das Erste, worauf man achten sollte, ist Transparenz. Wie laufen die Arbeitsprozesse ab? Wie finanziert sich der Verein? Woher kommen die Tiere? Die Antworten auf solche Fragen sollten offen dargelegt werden“, betont Sarah Ross, Heimtierexpertin bei der Tierschutzorganisation.
So weist die Expertin darauf hin, dass eine gültige Tollwutimpfung in jedem Fall vorhanden sein muss. Zudem muss das Tier gechippt sein und einen Heimtierausweis besitzen. Im günstigsten Fall besteht eine Kooperation zwischen dem Tierschutzverein im Ausland und einer Institution in Deutschland, die als Erstaufnahmestelle für das Tier fungieren kann. „Diese Kontaktpunkte sind sehr wichtig, denn so haben Mensch und Tier die Möglichkeit, sich kennenzulernen und herauszufinden, ob die Chemie stimmt. Organisationen, die einem das Tier direkt nach Hause liefern, sollte man unbedingt umgehen“, sagt Sarah Ross. „Das wäre eine sehr stressige Situation für den Hund und könnte ein Indikator dafür sein, dass für die Vermittlung das Tierwohl nicht an erster Stelle steht.“ Da der illegale Welpenhandel nur sehr schwer zu stoppen ist, sollten potentielle Neu-HundebesitzerInnen bei der Vermittlung ihres neuen Vierbeiners aufmerksam sein und sich nicht ausnutzen lassen.

12.07.2022: Österreich kämpft gegen Abgabewelle von Haustieren

Die steigenden Lebenshaltungs- und Energiekosten sind auch in Österreich spürbar. Leider können sich zahlreiche HalterInnen von Haus- und Heimtieren die Versorgung ihrer tierischen Familienmitglieder nicht mehr leisten. Denn auch die Futterkosten haben sich laut Informationen von Statistik Austria innerhalb kürzester Zeit mehr als verdoppelt. Die enormen Mehrbelastungen haben zu einer großen Abgabewelle geführt. Die Tierheime in Österreich, die schon während der Corona- Pandemie überlastet waren, platzen nun aus allen Nähten. „Viele Personen, die sich während der Pandemie einen Hund gekauft haben, merken nun,
dass sie keinen Hund mehr brauchen bzw. keine Zeit mehr für ihn haben", erklärt Matthias Leinich vom Tierschutzverein. Zu befürchten sei auch, dass viele Tiere einfach ausgesetzt werden. „Viele Menschen binden ihren Hund lieber an einer Raststätte an und fahren davon oder bringen die Katze in den Wald, bevor sie bei den überfüllten Tierheimen anrufen", zeigt sich Leinich bestürzt. Für die Zukunft würde sich die TierschützerInnen wünschen, dass die Bürgerinnen und Bürger umfassend Gedanken machen und sich gegebenenfalls beraten lassen, bevor ein neues Haustier in die Familie kommt. Darüber hinaus sollte auch Tierschutz mit Bedacht gewählt sein.

11.07.2022: Delfin-Treibjagd wird auf 500 Tiere jährlich begrenzt

Jedes Jahr im September findet vor der Küste der Färöer-Inseln die als „Grindadrap“ bezeichnete traditionelle Jagd auf Kleinwale statt. Dabei werden Hunderte Delfine von Motorbooten in eine Bucht getrieben und dort grausam mit Messern und Lanzen getötet. Im vergangenen Jahr wurden an einem einzigen Tag mehr als 1.400 Kleinwale abgeschlachtet, was zu massiven Protesten auf der ganzen Welt führte. Auf Druck von Meeresschutzorganisationen und
einer Petition mit mehr als 1,3 Mio. Unterschriften hat die autonome Regierung der zu Dänemark gehörenden Inseln nun die jährliche Quote der gejagten Kleinwale auf 500 begrenzt. Die Meeressäuger werden jedes Jahr gemäß einer 1000-jährigen Tradition wegen ihres Fleisches und ihrer Speckschicht getötet. TierschützerInnen jedoch mahnen an, dass die brutale Jagd auch einen negativen Einfluss auf die Population der Weißseitendelfine hat.

11.07.2022: Über 5 Mio. Euro Ausgleichszahlungen wegen ASP in Brandenburg

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat in Brandenburg für eine Vervielfachung der Entschädigungszahlungen durch die Landesregierung gesorgt. Im Jahr 2021 wurden Ausgleichszahlungen in Höhe von 5,18 Mio. an die betroffenen LandwirtInnen bewilligt. Das entspricht einem Plus von 4,11 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Anträge für Entschädigungen stieg laut Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam im
gleichen Zeitraum von 28 auf 238. Nach dem ersten ASP-Nachweis bei einem Wildschwein in Brandenburg im September 2020 folgten die ersten Ausbrüche in Hausschweinebetrieben im Juli 2021. Zuletzt wurde die Tierseuche bei einem Schweinemastbetrieb mit 1.300 Tieren in der Uckermark festgestellt. In dem gesamten Bundesland wurde bislang bei insgesamt 2.567 Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest festgestellt.

11.07.2022: Diskussion um Wolfsmanagement wird heftiger

Im schweizerischen Konton Graubünden hat der erstmalige Riss einer Mutterkuh durch Wölfe für großes Entsetzen gesorgt. Das getötete Tier hatte sich zum Zeitpunkt der Wolfsattacke in einem eingezäunten Areal umgeben von weiteren Rindern befunden. Der Fundort des toten Nutztieres liegt im Streifgebiet des Beverinrudels, wo bereits vor dem aktuellen Rissvorfall bereits die vorgegebene Schwelle der Anzahl gerissener Nutztiere erreicht worden war. Da laut Gesetzgebung jedoch nur Regulationsabschüsse erlaubt sind, sofern die Bestätigung von Nachwuchs des Rudels erfolgt ist, versuche die zuständige Wildhut nun einen Wolf zu narkotisieren und mit einem GPS-Sender auszurüsten, wie auf der Internetseite des Kantons zu lesen ist. Neben dem Sammeln von Informationen über das Raumverhalten der Tiere durch die Besenderung erhoffen sich die Behörden eine Vergrämungswirkung auf die Tiere, da das Beverinrudel bereits seit mehreren Jahren für Probleme sorgt. Auch in Deutschland wächst die Angst, dass der Wolf im Alpenraum sesshaft wird. Bei einem Treffen von mehr als 600 Almbauern, Landwirten, Natur- und Tierschützern sowie Politikern und Behörden- und Verbandsvertretern in Miesbach wurde die wachsende Population und die damit entstandene Situation diskutiert. Dabei
waren sich fast alle TeilnehmerInnen einig, dass die Bundesregierung auf die EU-Politik einwirken müsse, um weiteren Schaden abzuwenden. „Wir brauchen die Herabstufung des europäischen Schutzstatus sowie Abschussgenehmigungen, ein europarechtskonformes regional differenziertes Bestandsmanagement und wolfsrudelfreie Gebiete“, lautete die eindeutige Botschaft eines Landwirtes. Der Schweizer Wolfsexperte, Tier- und Naturschützer sowie Landschaftspfleger Marcel Züger aus Salouf in Graubünden erklärte zudem, warum eine zunehmende Wolfspopulation und der Erhalt der Biodiversität nicht vereinbar seien. „Ein Rudel Wölfe frisst pro Jahr 250 Hirsche“, machte der Experte deutlich. Dazu werden immer mehr Schafe, Ziegen und Kälber gerissen. Auch vor Herdenschutzhunden machen die lernfähigen Wölfe keinen Halt. „Wir haben ein falsches, veraltetes Bild vom Wolf“, erklärte Züger. „Der wilde Wolf im Osten war selten und scheu, aber er hat zwischenzeitlich gelernt, dass vom Menschen keine Gefahr ausgeht. Wir produzieren einen neuen Wolf, den Kulturwolf.“ Und mit diesem könne man nicht leben – weder die Landwirtschaft noch der Naturschutz. Laut Züger ist mit den 17.000 Wölfen in Festlandeuropa der günstige Erhaltungszustand erfüllt.

Außendarstellung Ihrer Praxis/Klinik

Wie gut sind Sie in der Außendarstellung Ihrer Praxis/Klinik?

Meine Praxis/Klinik verfügt über