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22.06.2022: Schweinekrise hält an

Der Schweinebestand in Deutschland ist weiter rückläufig. Neben Baden-Württemberg setzt sich auch in Thüringen und Niedersachsen ein seit längerem anhaltender Trend fort. Gemäß den gerade veröffentlichten Zahlen des Landesstatistikamtes in Thüringen ist die Zahl der gehaltenen Schweine in dem Land in den letzten sechs Monaten von 617.700 auf 596.100 gesunken. Dies ist der zweitniedrigste gemessene Bestand seit mehr als 30 Jahren. Nur im Mai 2021 wurden weniger Schweine gezählt. Grund für den massiven Rückgang seien die dauerhaft geringen Preise für Schweinefleisch, aber auch die höheren Kosten für Futtermittel und Energie, erklärte
der Sprecher des Thüringer Bauernverbandes, Axel Horn. Einen dramatischen Rückgang bei den Schweinen meldete auch Niedersachsen. Nach der Zählung am 3. Mai 2022 sank die Zahl der Schweine innerhalb eines Jahres um mehr als 10 Prozent. 7,3 Mio. Schweine markieren den niedrigsten Schweinebestand der vergangenen zehn Jahre. Dabei stachen besonders der auf mehr als die Hälfte reduzierte Bestand der Eber (-53,1%) sowie der Zuchtsauen (-13,5 %) im Vergleich zum Vorjahresmonat hervor. Auch die Anzahl an Ferkeln reduzierte sich im Vergleich zum Mai 2021 um 12,6 % auf rund 1,9 Mio. Tiere. Etwa 550 Betriebe stellten die Haltung von Schweinen in dem Land ein.

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07.07.2022: Ökologische Vorrangflächen für Futtermittelerzeugung freigegeben

Der durch die russische Militärinvasion entfachte Krieg in der Ukraine hat zu massiven Preiserhöhungen im Futtermittelsektor geführt. Um die Ernährung der Nutztiere in Deutschland zu sichern, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beschlossen, die Nutzung des Aufwuchses auf bestimmten Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) zuzulassen. Seit dem 1. Juli 2022 dürfen LandwirtInnen in ganz Deutschland die freigegebenen Brachflächen für den Anbau von Futterpflanzen nutzen. Zudem kann der Aufwuchs auf Flächen mit Zwischenfruchtanbau oder Untersaat, welche als ÖVF ausgewiesen sind, ebenfalls für Futterzwecke in der
Tierhaltung verwendet werden. Für die Nutzung der Flächen ist keine Genehmigung notwendig. Auch müsse die Nutzung nicht angezeigt werden, wie das Bayerische Landwirtschaftsministerium mitteilt. Jedoch hat das BMEL mit diesem Beschluss nicht alle von der EU erlaubten Möglichkeiten genutzt. Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten auch erlaubt, die ÖVF-Brachen für die Lebensmittelerzeugung zu nutzen. Die meisten EU-Staaten haben diesen Spielraum auch genutzt, um beispielsweise den drohenden Hungersnöten in Nordafrika und Teilen Asiens zu begegnen. Auch der Freistaat Bayern hatte eine vollständige Übernahme der Möglichkeiten der EU gefordert.

07.07.2022: Hessischer Tierschutzpreis 2022 verliehen

Mit dem diesjährigen Hessischen Tierschutzpreis ist der Tierhilfeverein Kellerranch aus Weiterstadt für seinen herausragenden Einsatz im Tierschutz ausgezeichnet worden. Die Preisübergabe erfolgte persönlich durch Umweltministerin Priska Hinz. „Mit unglaublichem persönlichem Einsatz haben Familie Keller und das ganze Team des Tierhilfevereins Kellerranch auf der Keller- Ranch ein neues Zuhause für ausrangierte und misshandelte Tiere geschaffen. Sie leisten damit großartige Arbeit für unsere Gesellschaft,
für die ich mich herzlich bedanken möchte“, sagte die Umweltministerin bei der Preisverleihung. Die preisgekrönte Kellerranch versorgt mehr als 350 Tiere, die aus Privathaltungen oder Zirkussen stammen bzw. vom Veterinäramt vermittelt wurden. Zudem kümmert sich der Tierhilfeverein um Tiere aus zoologischen Einrichtungen oder von Geflüchteten aus der Ukraine, die aktuell die Versorgung nicht leisten können. „Die Keller-Ranch ist damit ein ganz besonderer Ort des Tierschutzes und des sozialen Miteinanders“, so die Ministerin.

07.07.2022: ASP: Biosicherheit muss höchste Priorität haben

Nach den Nachweisen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen in Niedersachsen und Brandenburg sind die Ursachen des Seucheneintrags noch nicht geklärt. Da in der umliegenden Region der betroffenen Betriebe keine infizierten Wildschweine ausgemacht werden konnten, liegt die Vermutung nahe, dass Menschen das Virus eingetragen haben. Mecklenburg- Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus mahnt daher die dringende Einhaltung der notwendigen Hygiene- sowie
Biosicherheitsmaßnahmen an, um eine weitere Verbreitung der ASP zu vermeiden. „Die Biosicherheit muss höchste Priorität haben. Alle Versuche, die ASP in den Wildschweinbeständen zum Stehen zu bringen, nützen wenig, wenn nicht konsequent die Hygienemaßnahmen in den Betrieben eingehalten werden. In diesem Zusammenhang bitte ich auch die Jägerschaft, weiterhin engagiert das Schwarzwild zu bejagen. Nur so besteht die Chance, das aktive Seuchengeschehen in den Beständen einzudämmen“, so der Minister Backhaus.

07.07.2022: Tierschutzbund rät von Insektennahrung ab

Mit der stetig wachsenden Weltbevölkerung rückt auch die Ernährungssicherheit in den Fokus. Als alternative Proteinquelle für Tiere und Menschen werden Insekten in immer mehr Ländern zugelassen. Der Deutsche Tierschutzbund jedoch rät von der sogenannten „entomophagen Ernährungsweise“ dringend ab. Eine artgerechte Haltung von Insekten wie Mehlwürmern und Grillen als Nutztiere sei aus tierschutzrechtlicher Sicht nahezu unmöglich, da sich bei der enorm großen Zahl der Insekten in industriellen Produktionen Verletzungen, Quetschungen und Amputationen beim Umlagern und Aussieben nicht vermeiden ließen, so die TierschützerInnen. „Es gibt keinen Grund, am Schmerzempfinden der Insekten zu zweifeln. Vor allem im Wirkbereich des Menschen
müssen sie daher vor Willkür und unnötigen, schmerzhaften Handlungen bewahrt werden“, betont Nina Brakebusch, Fachreferentin für interdisziplinäre Themen beim Deutschen Tierschutzbund. Auch mangele es an genügend Forschungsergebnissen hinsichtlich der gesundheitlichen Risiken für Mensch und Tier. Zudem sollte der Aspekt der Ökobilanz nicht vergessen werden: laut Informationen des Tierschutzbundes entsprechen die bisher veröffentlichten Zahlen dazu nicht der Realität. Denn der Energieaufwand während der Aufzucht sei sehr viel höher als bislang kommuniziert. Der Tierschutzbund appelliert daher an die BürgerInnen, auf Insektennahrung zu verzichten und stattdessen auf eine pflanzliche Ernährungsweise umzusteigen.

06.07.2022: Forschende klonen gefriergetrocknete Mäuse

Das Artensterben schreitet weltweit voran. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte muss mit dem Verschwinden von mehr als einer Million Arten gerechnet werden, wie aus dem letzten Artenschutzbericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) hervorgeht. Eine Möglichkeit gegen das Aussterben von Tieren ist das Konservieren von Spermien oder Eizellen bedrohter Tiere, die dann zu einem späteren Zeitpunkt geklont werden können. Bei alten oder unfruchtbaren Tieren ist dieses Verfahren jedoch nur selten möglich. Einem japanischen Forscherteam der Universität Yamanashi ist es nun gelungen, eine Technik zu entwickeln, um mit Hilfe gefriergetrockneter Zellen geklonte Mäuse zu erzeugen. Dafür werden somatische Zellen gefriergetrocknet, aus denen dann geklonte Blastozysten hergestellt werden. Den WissenschaftlerInnen gelang auch die Paarung geklonter Mäuse mit natürlich geborenen
Tieren, aus denen normale Nachkommen entstanden. „Wir glauben, dass wir in Zukunft in der Lage sein werden, Anomalien zu reduzieren und die Geburtenrate zu erhöhen, indem wir nach Schutzmitteln für die Gefriertrocknung suchen und die Trocknungsmethoden verbessern“, erklärte Forschungsleiter Teruhiko Wakayama. Noch liegt die Erfolgsquote beim Klonen von Mäusen aus Zellen, die in flüssigem Stickstoff oder bei extrem niedrigen Temperaturen gelagert wurden, zwischen zwei und fünf Prozent, während die gefriergetrocknete Methode nur auf 0,02 Prozent kommt. Wakayama betont jedoch, dass die Technik noch in den Kinderschuhen stecken würde. Die Forschenden sind sich sicher, künftig zur Arterhaltung beitragen und Herausforderungen derzeitiger Biobankmethoden überwinden zu können. Die Ergebnisse wurde in "Nature Communications" publiziert.

06.07.2022: Förderpreis für mehr Tierwohl in der Legehennenhaltung

Für das Projekt „HenTrack“ erhält der Tierschutzforscher Michael Toscano von der Universität Bern den Förderpreis der US-amerikanischen Stiftung Open Philanthropy in Höhe von 2,7 Mio. US-Dollar. Zusammen mit führenden Anbietern von Zuchthennen in Deutschland und den Niederlanden wird der Berner Wissenschaftler in den kommenden fünf Jahren an der Verbesserung der Zucht von Legehennen arbeiten. „Wir wollen im Rahmen des Projekts herausfinden, welche Merkmale Rückschlüsse auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere geben, um robustere und widerstandsfähigere Hühner für käfigfreie Haltungen zu züchten und gleichzeitig eine hohe Leistung in der Schweiz und weltweit zu erhalten“, erklärt Toscano. Im Versuchsstall des
Zentrums für tiergerechte Haltung von Geflügel und Kaninchen (ZTHZ) in Zollikofen werden die Beteiligten an vier der weltweit am häufigsten verbreiteten sogenannten Hochleistungshybride neue Zuchtprogramme für eine käfigfreie Haltung entwickeln. „Dass das gemeinsame Projekt HenTrack nun von Open Philanthropy gefördert wird, kommt einer internationalen Auszeichnung gleich“, sagt David Spreng, Dekan der Vetsuisse- Fakultät Bern. „Die Züchtung von robusteren Rassen ist unerlässlich zur nachhaltigen Verbesserung des Tierwohls bei Legehennen. Hier zeigt sich, dass das ZTHZ für die Verbesserung des Tierwohls in der Schweiz, aber auch international eine herausragende Bedeutung hat“, ergänzt Hans Wyss, Direktor des BLV.

Mehr Antibiotika ausschließlich für Humanmedizin

05.07.2022

Weltweit nehmen Resistenzen gegen Antibiotika zu. Um dem entgegenzuwirken, sind bestimmte antimikrobielle Mittel ausschließlich für die Behandlung von Menschen vorgesehen. In einer aktuell von den EU-Mitgliedstaaten beschlossenen Liste werden die Antibiotika aufgeführt, die nicht mehr für den Einsatz bei Tieren zur Verfügung stehen sollen. Mit dem heutigen Rechtsakt wurde zudem verfügt, dass Anträge zur Zulassung von Tierarzneimitteln, die humanmedizinische antimikrobielle Mittel enthalten, ausnahmslos abgelehnt werden. „Die Antibiotikaresistenz ist eine stille Pandemie, und ihre Bekämpfung ist seit Beginn meiner Amtszeit eine Priorität. Die Liste ist ein Meilenstein auf der ganzen Welt und ein großer Schritt zur Eindämmung der Antibiotikaresistenz.
Die heute von den Mitgliedstaaten erhaltene Unterstützung zeigt, dass die EU entschlossen ist, die Antibiotikaresistenz zu bekämpfen“, erklärt Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Auswahl der Mittel wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Beratung und Bewertung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in Zusammenarbeit mit Experten aus den EU-Mitgliedstaaten, dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestimmt. Sie wird nun in den kommenden Wochen von der Kommission förmlich angenommen. Sechs Monate nach Veröffentlichung, die voraussichtlich im Laufe des Sommers erfolgen wird, tritt sie dann in Kraft.

05.07.2022: Algen im Futter soll Methanausstoß bei Rindern senken

Ein Futterzusatz auf Basis der Rotalgenart Asparagopsis soll den Methanausstoß bei Rindern um durchschnittlich 80 Prozent senken können. Das zumindest verspricht das schwedische Biotechnologieunternehmen Volta Greentech, das das Futterergänzungsmittel entwickelt und getestet hat. Im Rahmen eines Pilotprojektes verkauft die schwedische Supermarktkette Coop seit Ende Juni 2022 unter der Marke „Lome“ (Low on methane) das Fleisch von Bullen,
die die getrockneten Algen drei Monate lang als Ergänzung (etwa 0,6 %) in das Raufutter oder Kraftfutter erhalten haben. Nach Angaben des schwedischen Start Ups seien während der Produktion bis zu 90 % weniger Methan produziert worden. Rindfleisch könne somit die Klimaziele für Methan erreichen, so das Unternehmen. Die Rinder im Pilotprojekt folgten laut Volta Greentech einer normalen Wachstumskurve und fraßen und verhielten sich normal.

05.07.2022: Über 5.300 Geflügelpest-Nachweise in Europa

Die Saison ist noch nicht einmal beendet, und schon jetzt sind der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) mehr Tiere zum Opfer gefallen als in den vorhergehenden Jahren. Laut Angaben der EFSA (European Food Safety Authority) wurden in der Geflügelpestsaison 2021/2022 in 37 europäischen Staaten mehr als 5.300 Nachweise bei Hausgeflügel und Wildvögeln gemeldet. Angesichts des Seuchengeschehens bezeichnet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Erreger HPAIV H5 als besonders aggressiv und umweltstabil. Zudem sei damit zu rechnen, dass das Virus bei Wildvogelpopulationen in Europa endemisch geworden sein könnte. Entsprechend ist zu befürchten,
dass HPAIV ein beständiges Gesundheitsrisiko für Geflügel, Mensch und Wildvögel darstellt, wobei das Risiko der Infektion in den Herbst- und Wintermonaten am höchsten ist. Europaweit mussten 46 Millionen Stück Hausgeflügel aufgrund der Geflügelpest in den Betrieben gekeult werden. Allein zwischen dem 16. März und dem 10. Juni 2022 wurden knapp 1.200 Ausbrüche gemeldet, wobei Frankreich mit 68 Prozent am häufigsten betroffen war. In Deutschland wurden in diesem Zeitraum die meisten Vogelgrippe-Fälle bei Wildvögeln nachgewiesen. Mehr als die Hälfte der Ausbrüche bei Geflügel in Europa waren auf sekundäre Ausbreitung von infiziertem Geflügel auf andere Geflügelbetriebe zurückzuführen.

05.07.2022: Immer weniger Milchviehbetriebe

Ein trauriger Trend setzt sich fort: innerhalb von 12 Monaten haben in Deutschland mehr als 2.150 Milchviehbetriebe aufgegeben. Im Mai 2022 wurden nur noch gut 53.600 Betriebe gezählt. In den vergangenen zehn Jahren haben mehr als ein Drittel aller Milchbauern kapituliert. Obwohl die Milchpreise in den letzten Monaten gestiegen sind, haben die explodierenden Produktionskosten zahlreiche Milcherzeuger zur Aufgabe gezwungen. Die beiden größten Erzeugerländer Bayern und Niedersachsen verzeichneten die größte Zahl der Betriebsaufgaben. Allein im Freistaat stiegen 1.104 Betriebe
aus der Milchproduktion aus – das sind mehr als die Hälfte aller deutschen Milchbauern, die überhaupt aufgegeben haben. Die noch verbliebenen knapp 7.980 niedersächsischen Milcherzeuger produzieren nun etwa 23 Prozent der gesamten deutschen Milch. Betroffen von Aufgaben sind vor allem kleinere Betriebe, die nicht die notwendigen Mittel für Investitionen haben. Im Gegensatz dazu erweitern Großbetriebe ihre Bestände. So ist die Anzahl der Milchkühe von Mai 2021 bis Mai 2022 lediglich um 74.000 oder 2,0 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang ist wohl auch den weiter steigenden Milchleistung geschuldet.

04.07.2022: Lockdown für von ASP betroffene Betriebe gefordert

Angesichts des ersten Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Niedersachsen fordert der Deutsche Tierschutzbund einen Lockdown für alle Personen auf den betroffenen Betrieben. „Wir setzen darauf, dass jetzt ein absoluter, weiträumiger „Stand Still“ eingerichtet und strengstens kontrolliert wird. Niemand darf den Hof betreten oder verlassen. Das muss für alle Tiertransporte, alle Lieferantenbeziehungen und auch für die Landwirte, deren Familien und Mitarbeiter gelten, bis das Geschehen unter Kontrolle ist. Vorrang muss jetzt der Schutz der Tiere haben. Darüber hinaus verlangen wir eine intensive Ursachenforschung, um mögliche Verbreitungswege zu kennen und weitere präventive Maßnahmen erlassen zu können. Dazu gehört auch die Klärung, inwieweit externe Personen wie Jäger, Tierärzte oder Futterlieferanten
Kontakt zu dem betroffenen Hof hatten“, lautet die Forderung von Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Der jüngste ASP- Nachweis bei Hausschweinen im Kreis Emsland sorgt bei den etwa 300 SchweinehalterInnen in der ganzen Region für große Sorge und Unsicherheit. Zu Recht, denn der Viehbestand in dem Gebiet beläuft sich auf mehr als 200.000 Schweine. Erneut mahnt Schröder einen Systemwechsel an, weg von der Intensivhaltung. „Je mehr Tiere auf engem Raum gehalten werden, umso weniger gelingt es, Seuchenfälle auf ein Minimum zu reduzieren und möglichst eng regional zu begrenzen. Die Ampelkoalition auf Bundesebene ist gefordert, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Überarbeitung des Baugesetzbuches rasch anzugehen und die Nutztierhaltung mit Blick auf das Tierwohl umzubauen“, so Schröder.

04.07.2022: Hunde vor Leishmaniose in Mittelmeergebieten schützen

Die große Reisewelle hat begonnen und viele Familien zieht es bevorzugt in die südlichen Mittelmeerländer. Besonders für mitreisende Hunde besteht jedoch die Gefahr, sich in den Urlaubsländern gefährliche Krankheiten zu zuziehen, die hierzulande noch weitgehend unbekannt sind. Laut Informationen des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) besteht für Hunde unter anderem das Risiko, an der Leishmaniose zu erkranken. Über den Stich von Sandmücken werden die Leishmanien, winzige Einzeller, übertragen. Besonders in den beliebten Urlaubsländern Süditalien, Griechenland oder Spanien ist der Parasit inzwischen sehr verbreitet. Der Erreger breitet sich nach der Infektion im gesamten Körper des Hundes aus und kann bis zu 8 Jahre unentdeckt bleiben. Ein mit Leishmanien infizierter Hund zeigt auch zunächst nur schwache Symptome wie Haarausfall, Geschwüre oder Ekzeme sowie im
weiteren Verlauf Lymphknotenschwellung, Schwäche, mangelnder Appetit und Gewichtsverlust. Der Hund sollte bereits beim kleinsten Verdacht einer Tierärztin/ einem Tierarzt vorgestellt werden, denn nur bei schneller Behandlung kann verhindert werden, dass weitere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Der BfT rät daher von der Mitnahme eines Hundes in die betroffenen Regionen ab. Sollten HundebesitzerInnen auf keinen Fall auf ihren Vierbeiner im Urlaub verzichten wollen, wird eine Kombination aus Impfung und einem Präparat zur Abwehr der Sandmücken dringend empfohlen. Vor der Impfung muss ein Bluttest durchgeführt werden, da nur gesunde Hunde geimpft werden dürfen. In den Abendstunden und in der Dämmerung sollte sich das Tier trotzdem möglichst nicht im Freien aufhalten. Feinmaschige Mückennetze an Fenstern und Türen helfen, die nachtaktiven Mücken fernzuhalten und das Tier zu schützen.

04.07.2022: ASP in Niedersachsen und der Uckermark

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Deutschland trotz aller Gegenmaßnahmen weiter aus. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat die ASP sowohl bei Hausschweinen in Niedersachsen als auch im brandenburgischen Landkreis Uckermark nachgewiesen. In Niedersachsen ist ein Betrieb in der Gemeinde Emsbüren im südlichen Emsland mit 280
Sauen und 1.500 Ferkelaufzuchtplätzen betroffen. In der nun eingerichteten Sperrzone liegen alleine 296 Betriebe mit 195.000 Schweinen. Diese werden jetzt mit Unterstützung von Mitarbeitern des LAVES klinisch untersucht. In der Uckermark in Brandenburg ist ein Mastbebetrieb mit 1.300 Schweinen betroffen, die nun ebenfalls alle gekeult werden.

01.07.2022: Gasversorgungslage bereitet Geflügelwirtschaft Sorgen

Seit dem 15. Juni 2022 hat Russland die Gasflüsse auf noch etwa 40 Prozent der Maximalkapazität gedrosselt. Die sehr unsichere Lage bereitet der deutschen Geflügelwirtschaft große Sorgen. „Die nationale Ernährungssicherheit steht auf dem Spiel, wenn es im Energiebereich tatsächlich zu Ausfällen kommen sollte. Unsere Branche trägt seit Jahren einen wesentlichen Teil dazu bei, dass die Bevölkerung mit Fleisch und Eiern versorgt wird. Das können wir dann nicht mehr garantieren“, warnt Stefan Teepker, Vorsitzender des Bundesverbandes bäuerlicher Hähnchenerzeuger e.V. (BVH) und Vize-Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG). Ein Gasengpass würde zudem das Wohl der Tiere massiv gefährden. Schon vereinzelte Störungen könnten einen negativen Einfluss
auf die gesamte Produktionskette haben. Besorgt, aber auch verärgert sei man besonders hinsichtlich des fehlenden Informationsflusses seitens der Bundesregierung. „Unsere Branche hat zuletzt auf Wunsch der Bundesregierung umfassendes Zahlenmaterial geliefert, was den notwendigen Energiebedarf über unsere gesamte Wertschöpfungskette angeht. Das liegt alles transparent auf dem Tisch. Jetzt ist es dringend geboten, dass unsere Halter und Vermarkter umgekehrt ebenfalls verlässliche Aussagen seitens des BMEL bekommen, wie diese Notsituation bewältigt werden kann“, so Teepker. Eine drohende Zwangsabschaltung der Produktionsprozesse würde neben den massiven Tierschutzverletzungen kurzfristig auch zu gestörten Lieferketten und leeren Regalen bei Eiern, Fleisch sowie verarbeiteten Produkten im Supermarkt führen.

01.07.2022: Smart Rescue rettet immer mehr Rehkitze vor dem Mähtod

In der Schweiz werden verstärkt Drohnen und Wärmebildkameras vor der Mahd zur Rettung von Rehkitzen vor dem grausamen Mähtod eingesetzt. Mit Beginn der Heuernte am 15. Juni sind die digitalen Suchhilfen im Dauereinsatz. Immer mehr und größere Flächen werden inzwischen in dem Alpenstaat abgesucht. Im vergangenen Jahr konnten mehr als 2.500 Rehkitze in den Feldern geortet und eingesammelt werden. Mit dem Voranschreiten der Digitalisierung ist die Suche um einiges effektiver geworden. „Letztes Jahr wurden 2569 Rehkitze geortet und gerettet – wahrscheinlich wären diese Rehkitze nicht alle vermäht worden und trotzdem
haben unsere Maßnahmen also einem sehr großen Teil das Leben gerettet“, erklärt Jon Cantieni, Präsident der Rehkitzrettung Schweiz. Doch auch die herkömmlichen Methoden der Vergrämung sind seiner Ansicht nach weiter notwendig. „Insbesondere wenn wir viel zu tun haben – beispielsweise um den 15. Juni, wenn das Ökoheu gemäht werden darf – und nicht überall gleichzeitig unsere Einsätze leisten können, sind wir froh, wenn die Landwirtinnen und Landwirte eng mit der örtlichen Jägerschaft zusammenarbeiten und zusätzlich auch verblenden", sagt er. Drohnenfliegen mache die Rehkitzrettung zwar effizienter und sicherer, ersetze das Verblenden aber nicht.

01.07.2022: Graslandbasierte Mutterkuhhaltung wirtschaftlich optimieren

Die Mutterkuhhaltung hat sich in der Schweiz in den vergangenen 20 Jahren knapp verdreifacht. Auch wenn die Stallhaltung noch immer dominiert, gewinnt die graslandbasierte Mutterkuhhaltung immer mehr an Bedeutung. Das Ergebnis einer Studie zeigt jedoch, dass gerade kleinere Betriebe in Talregionen nur selten ein zufrieden stellendes Einkommen erwirtschaften. Um die Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung zu optimieren, hatte Agroscope 42 Mutterkuhbetriebe im Tal- und Berggebiet analysiert und fünf standardisierte und standortangepasste Produktionssysteme miteinander verglichen. Die Studie ergab,
dass nur eine Effizienzsteigerung oder eine Kostensenkung die Wirtschaftlichkeit verbessern können. Die Produktivität der Mutterkuh könnte beispielsweise durch Zukaufskälber erhöht werden. Oder die Landwirtinnen und Landwirte versuchen, die Kosten zu senken und gemeinwirtschaftliche Leistungen für die Biodiversität zu erbringen, die mit Direktzahlungen entschädigt werden. In beiden Strategien gilt es, den Wettbewerbsvorteil einer graslandbasierten, standortangepassten Fleischproduktion zu erhalten. Das heißt unter anderem auch, den Import von Kraftfutter zu minimieren.

01.07.2022: 50.000 Kühe seit Kriegsbeginn in der Ukraine verendet

Als Folge des Krieges in der Ukraine sind in den vergangenen Monaten bis zu 50.000 Kühe verendet. Das geht aus Meldungen des Ukrainischen Milcherzeugerverbandes (AVM) hervor. Der Tod der Tiere sei auf mangelnde Futterversorgung oder Ausfälle bei den Haltungssystemen sowie fehlende tierärztliche Betreuung zurückzuführen, wie AVM-Generaldirektorin Anna Lavrenyuk berichtete. Der Verband befürchtet einen Milcheinbruch in
der Ukraine. Denn zehn der insgesamt 24 Regionen befinden sich derzeit ganz oder größtenteils in der Kampf- und Besatzungszone. Mehr als 40 Prozent der gesamten Milchmenge kam bis Kriegseinbruch aus den besetzten Gebieten. Insgesamt sind im ganzen Land ungefähr 800 Milcherzeugungsbetriebe vom Krieg betroffen. Nach Einschätzungen des AVM könnte sich die Zahl der toten Kühe bis Jahresende sogar noch verdoppeln.

30.06.2022: Kollaps voraus - Überfischung erreicht neuen Rekordwert

Der gerade von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) veröffentlichte Fischerei-Bericht macht die dramatische Entwicklung der weltweiten Fischbestände deutlich. Die überfischten Bestände erreichten im Jahr 2020 einen neuen Rekordwert. Inzwischen gelten mehr als 34 Prozent aller Fischbestände als überfischt. „Weltweit gibt es keine Entwarnung für den Zustand der Fischbestände. Tatsächlich werden so viele Bestände außerhalb ihrer sicheren biologischen Grenzen befischt wie noch nie. Die steigende Nachfrage einer wachsenden Weltbevölkerung trifft auf überfischte und schrumpfende Fischbestände. Diese Entwicklung ist fatal für die Ernährungssicherheit von mehreren Milliarden Menschen und muss als schrilles Warnsignal verstanden werden. In diesem Jahrzehnt müssen wir mit einer klugen Meeres- und Fischereipolitik den Weg in die Zukunft ebnen. Ohne Richtungswechsel
steuern wir weiter auf eine ökologische Katastrophe zu“, warnt Karoline Schacht, Fischereiexpertin beim WWF Deutschland. Der WWF fordert dringend wirksame Fischerei-Kontrollen, nachhaltige Fangmengen, ein Verbot zerstörerischer Fangpraktiken sowie ein ökosystembasiertes Fischereimanagement. Aufgrund der steigenden Zahl der Aquakulturen, um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung zu sichern, droht den Ökosystemen der baldige Kollaps, so der WWF. Auch FAO-Generalsekretär Qu Dongyu sieht die Notwendigkeit einer Umgestaltung des Sektors. In der Woche der UN-Ozeankonferenz fordert der WWF die reichen Industrieländer auf, mehr für den Schutz und die Bewahrung von Meereslebensräumen zu tun. „Unsere Verantwortung ist riesig und die Politik darf nicht zulassen, dass für immer mehr Menschen das Sattwerden zur Glückssache wird“, fordert Karoline Schacht.

30.06.2022: Hamstermodell eignet sich zur Bestimmung neuer Coronavirus-Varianten

Die Zahl der mit SARS-CoV-2 infizierten Personen steigt aktuell wieder sprunghaft an und die Corona-Pandemie scheint nach wie vor nicht unter Kontrolle zu sein. Zudem wachsen die Befürchtungen vor weiteren, noch ansteckenderen Varianten des Virus. In einer Studie hat ein Forscherteam der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) gemeinsam mit WissenschaftlerInnen der Erasmus Universität Rotterdam sowie dem Unternehmen Viroclinics erstmals eine umfassende Bewertung der Pathogenität verschiedener SARS-CoV-2-Varianten im Tiermodell vorgenommen. Diese kann bei Auftreten weiterer, noch unbekannter Varianten helfen, die Auswirkungen einer Covid-19-Erkrankung zu einzuschätzen. In vergangenen Covid-Versuchen haben sich bereits Hamster bewährt, die auch in der aktuellen Studie eingesetzt wurden. „Als in Südafrika gerade die Omikron-Variante aufkam, bot sich uns die Gelegenheit, Tiere zu untersuchen, die bereits im Rahmen einer anderen Studie mit der Omikron-, Gamma-, Delta- oder einer ursprünglichen Corona- Variante infiziert worden waren“, sagt Dr. Georg Beythien, einer der Autoren der Studie.
„An ihnen konnten wir detailliert analysieren, wie sich Infektionen mit verschiedenen Varianten auf die oberen Atemwege und die Lunge auswirken.“ Nach Untersuchungen von Gewebeschädigungen in Nase, Luftröhre, Bronchien und Lunge kamen die Forschenden zu dem Ergebnis, dass die Schäden bei allen mit der Omikron-Variante infizierten Tieren geringer waren als bei solchen, die mit früheren Varianten des Virus infiziert worden waren. Auch scheint sich das Virus weiter an den Menschen als Wirt angepasst zu haben, wie Professor Dr. Wolfgang Baumgärtner, Direktor des Instituts für Pathologie der TiHo und Leiter der Studie erklärt. „Es fügt ihm weniger Schaden zu, um sich effizienter zu verbreiten.“ Wenn künftig Varianten des Coronavirus auftreten, kann die gründliche pathologische Untersuchung im Hamstermodell aussagekräftige Hinweise zur Schwere der Krankheitsverläufe geben. „In Kombination mit geeigneten Studien zur Verbreitung der jeweiligen Variante könnte es sogar eine Art Kompass dafür bieten, welche gesellschaftlich relevanten Auswirkungen neue Coronavirus-Varianten mit sich bringen werden“, meinen die Forschenden.

30.06.2022: Ausbildung von NutztierärztInnen in Innsbruck ab 2023

Um dem wachsenden Mangel an NutztierärztInnen auf dem Land entgegenzuwirken, hat die Veterinärmedizinische Universität Wien das Modul „Wiederkäuermedizin im Alpenraum“ eingeführt. An dem Vetmeduni-Standort in Innsbruck werden ab März 2023 20 Studierende über einen Zeitraum von 2 Semestern ausgebildet. Die Dezentralisierung des Studienangebots und eine starke Praxisorientierung in der Ausbildung vor Ort sind wichtige Bausteine der Initiative VetmedRegio, die die Vetmeduni ins Leben gerufen hat, um die
veterinärmedizinische Versorgung von ländlichen Regionen im Nutztierbereich zu verbessern. Die Studierenden sollen praxisnah unterrichtet und gleichzeitig mit zukünftigen Stakeholdern in der Region vernetzt werden. „Durch unsere Kooperation mit dem Land Tirol und die nun fix in die Ausbildung eingebaute Außenstelle in Innsbruck leisten wir einen wertvollen und innovativen Beitrag zur Stärkung der tierärztlichen Versorgung im alpinen Raum und forcieren die Wiederkäuermedizin in Forschung und Lehre“, sagt Petra Winter, Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität.

29.06.2022: Renaturierung zur Verhinderung künftiger Pandemien

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass mehr unternommen werden muss, um zukünftig Krankheitsausbrüche durch zoonotische und vektorübertragene Erreger zu verhindern. Das EU finanzierte Projekt "BEPREP", an dem das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) durch zwei seiner Fachinstitute beteiligt ist, hat das Ziel, praktische Anleitungen für die Renaturierung zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt zu liefern. „Es gibt zwar weltweit Tausende von laufenden und geplanten Projekten zur Renaturierung, aber es ist ungewiss, ob diese Maßnahmen tatsächlich das Krankheitsrisiko verringern. Bisher gibt es nur wenige dokumentierte Erfolgsfaktoren für die Renaturierung, die solch eine Verringerung direkt belegen", sagt Professor Frauke Ecke, Projekt-Koordinatorin von der Universität Helsinki. In räumlich und zeitlich replizierten Feldstudien und Experimenten in Europa und den Tropen möchte das Projekt die kausalen Mechanismen der Infektionsdynamik und Möglichkeiten zur
Unterbrechung von Infektionswegen aufdecken. Das FLI unterstützt das Projekt durch sein Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT) sowie dem Institut für internationale Tiergesundheit/One Health (IITG). Das INNT wird hier die umfangreiche Expertise von Prof. Rainer G. Ulrich beim Nachweis von Nagetier-assoziierten Krankheitserregern einbringen, während PD Dr. Sascha Knauf das Projekt im Bereich von Krankheitsreservoirsystemen an der Schnittstelle von Wildtier, Nutztier und Mensch unterstützt. Um Zoonosen dreht es sich auch in der im September startenden, gleichnamigen Online-Seminarreihe auf Myvetlearn.de. Da die Beziehung zu unseren Haustieren immer enger und intensiver wird, auch was den Körperkontakt betrifft, wird Prof. Dr. Stephan Neumann die wichtigsten Zoonosen, die in der Tierarztpraxis sowie der Arztpraxis am häufigsten vorkommen, in zwei Live-Online-Seminaren näher vorstellen. Das erste Seminar findet am 14.9.2022 statt, das zweite am 27.10.2022.

29.06.2022: Mehr Tierwohl durch Verzicht auf Schwanzkupieren

Am 1. Juli 2019 ist der Nationale Aktionsplan Kupierverzicht in Kraft getreten. Doch noch immer kupieren zahlreiche SchweinehalterInnen die Schwänze ihrer Tiere. Wer auf das Kupieren nicht verzichten möchte, muss seitdem eine jährliche Risikoanalyse in seinem Betrieb durchführen, die Stallklima, Beschäftigungsmaterial, Gesundheit und Fitness der Tiere sowie Futter- und Wasserversorgung bewertet. Zudem müssen die LandwirtInnen Schwanz- und Ohrverletzungen dokumentieren. Zum Nachweis der Unerlässlichkeit des Kupierens ist außerdem eine Tierhaltererklärung verpflichtend. Nach und nach entscheiden sich die LandwirtInnen daher für die Haltung unkupierter Schweine, die höhere Anforderungen an die Haltungsbedingungen stellt. Neben mehr Platz für die Schweine, müssen die Buchten und Liegeflächen umgestaltet werden. Um Stress bei
den Tieren zu vermeiden, sollten die LandwirtInnen mit kleineren Gruppen unkupierter Schweine anfangen, denn mit zunehmender Gruppengröße steigt auch die Anzahl der für die Tiere zu klärenden Rangordnungsverhältnisse. Empfohlen wird auch, sowohl die Fütterung als auch das Fütterungssystem auf Schwachstellen zu untersuchen. Zudem spielen das Angebot von Außenklimareizen, der Wärmebedarf, das Aktivitätsverhalten oder auch die Art der Entmistung eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, bei möglichst vielen Tieren einen intakten Ringelschwanz zu erhalten. Die Haltung unkupierter Schweine beinhaltet ebenfalls eine regelmäßige Risikoanalyse. Unterstützung erhalten die Schweine haltenden Betriebe vom „Nationalen Wissensnetzwerk Kupierverzicht“, das auch regelmäßige Informationsveranstaltungen zum Thema veranstaltet.

29.06.2022: Vorsicht vor dem Biss der Hirschlausfliege

Mit den sommerlichen Temperaturen steigt auch die Aktivität der Zecken. Gefahr droht Mensch und Tier nicht nur in Wiesen, Hecken und Sträuchern, sondern auch aus der Luft. Die auch als „fliegende Zecke“ bekannte Hirschlausfliege ist bei der Wahl ihres Wirtes nicht sehr wählerisch. Neben Hunden und Menschen greift der lästige Parasit auch Katzen, Pferde und Rinder an. Hunde sind dabei besonders gefährdet. Neben eitrigen Hauterkrankungen, die mit Fieber einhergehen können, kann die Hirschlausfliege den Erreger „Bartonella schoenbuchensis“ auf den Vierbeiner übertragen. Daher sollte das Fell des Hundes nach jedem Spaziergang auf eventuellen
Befall untersucht werden. Das Insekt lässt sich mit dem Flohkamm einfach herauskämmen, solange es sich noch nicht festgebissen hat. Falls dies nicht möglich ist oder sich Hautstellen entzünden, sollten die HalterInnen einen Tierarzt aufsuchen. Die Hirschlausfliege, die vor allem von Juli bis November aktiv ist, breitet sich immer mehr in Deutschland aus. Und leider überleben die Larven der Hirschlaus, wie auch die der Zecken, problemloser die immer wärmer werdenden Winter. Im Gegensatz zu den Zecken gibt es bei der Hirschlausfliege bislang nachweislich keine Mittel, die einem Biss vorbeugen können, wie die Akademie für Tiernaturheilkunde (AKM) mitteilt.

29.06.2022: Sachsen-Anhalt sagt Tierschutzvereinen weitere Unterstützung zu

Aufgrund der Corona-Pandemie und der nun wieder beginnenden Urlaubszeit sind die meisten Tierheime überfüllt. Steigende Energiekosten und Personalmangel, aber auch die sinkende Spendenbereitschaft erschweren zusätzlich die wichtige Arbeit der Tierschutzvereine. Diese dringenden Themen standen im Fokus der Diskussionen beim Runden Tisch "Tierschutz" in Sachsen-Anhalt, der nach mehr als zwei Jahren wieder tagen konnte. „Tierschutzvereine erfüllen wichtige Aufgaben wie die Pflege und Unterbringung von Fundtieren. Um sie dabei finanziell zu unterstützen, fördert
das Land notwendige Investitionen der Tierheime", betonte Landwirtschaftsminister Sven Schulze, der Experten des Deutschen Tierschutzbundes, Vertreter der zuständigen Ministerien sowie den Tierschutzbeauftragten des Landes zu dem gemeinsamen Austausch eingeladen hatte. Ein weiterer Diskussionspunkt war die Problematik freilebender Katzen in dem Land. Sachsen-Anhalt fördert seit 2 Jahren die Kastration der Streunerkatzen. Staatssekretär Gert Zender wies jedoch auch erneut auf die besondere Verantwortung der Besitzer von Freigängerkatzen hin.

28.06.2022: Künstliche Intelligenz für die Bienenzählung

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) könnten schon in naher Zukunft verlässliche Zählungen von Bienen vorgenommen werden. Um diese gesammelten Daten mit Umweltfaktoren abzugleichen und entsprechende Zusammenhänge zu erkennen, haben Forschende der Hochschule München (HM) ein kamerabasiertes KI-System für das Projekt „Environment and Bee Monitor“ (EnBeeMo) entwickelt. „In EnBeeMo wollen wir statistisch belastbare Korrelationen von Bienenpopulationen und ihren Umwelteinflüssen herstellen – in einem ersten Schritt den natürlichen und in einem späteren Forschungsstadium den von Menschen gemachten“, erklärt Prof. Dr. Herbert Palm, Leiter des Masterstudiengangs Systems Engineering.
Das System besteht aus einem Vorbau für Bienenstöcke, der mithilfe Künstlicher Intelligenz die Bienen mit großer Genauigkeit zählt, ohne die Insekten in ihrem natürlichen Verhalten zu stören. Grundlage für die KI ist ein umfassendes Bildmaterial, das in einer Erprobungsphase im Laufe des vergangenen Jahres gesammelt wurde. Der zweite Prototyp „EnBeeMo v2“ sorgt durch seine Infrarotbeleuchtung für ein homogen ausgeleuchtetes und scharfes Kamerabild. In der aktuellen Versuchsphase beobachten beide Prototypen jeweils ein Bienenvolk des Imkers Matthias Wick, der Mit- Initiator des Projekts ist. Ziel ist es, zukünftig die Zusammenhänge zwischen Standortfaktoren und Veränderungen in Bienenpopulationen erkennen zu können.

28.06.2022: Ukraine-Krieg verursacht Tod von Tausenden Delfinen

Die widerrechtliche Invasion Russlands in die Ukraine hat bereits viele Todesopfer gefordert. Indirekt ist sie auch für den Tod von Tausenden Delfinen im Schwarzen Meer verantwortlich. Nach Informationen von NaturschützerInnen hat die vom russischen Militär eingesetzte Sonar-Technik sowie Explosionen zum Tod von mindestens 3.000 Delfinen geführt. Durch die Zerstörung ihres empfindlichen Navigationssystems konnten die Tiere nicht genügend Nahrung fangen und seien verhungert. Zudem sind
die Delfine einer höheren Anfälligkeit für Infektionskrankheiten ausgesetzt gewesen, wie Iwan Rusew, Forschungsleiter im Lagunen- Nationalpark Tuzlivski lymany bei Odessa, erklärt. „Die Körper der meisten toten Delfine tragen jetzt entweder Brandwunden, die auf Explosionen von Bomben oder Minen zurückzuführen sind, oder sie weisen gar keine äußerlichen Verletzungen auf“, so der Forscher. Bereits vor dem Krieg verendeten jedes Jahr 1.500 Delfine, die meist in Fischernetzen hängen bleiben, wie Rusew erklärt.

Kleintierklinik der Vetmeduni Wien feierlich eröffnet

27.06.2022

In der vergangenen Woche ist die neue Kleintierklinik auf dem Campus der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Floridsdorf eingeweiht worden. Das 6.700 m² große Gebäude beherbergt Operationssäle, Ambulanz- und Serviceräume auf höchstem technischen Niveau und ermöglicht die medizinische Versorgung von bis zu 35.000 Tierpatienten jährlich. „Mit der neuen Universitätsklinik für Kleintiere wird an der veterinärmedizinischen Universität Wien ein neuer Maßstab im Bereich der Ausbildung von künftigen Tierärztinnen und - ärzten gesetzt. Studierende können hier in einem bestens ausgestatteten Umfeld praktische Erfahrungen sammeln. Die moderne Universitätsklinik bietet Raum für Spitzenmedizin sowie qualitativ hochwertiger Ausbildung und ist damit eine wertvolle Bereicherung für die
Veterinärmedizinische Universität und den Hochschulstandort Wien“, so Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsminister Martin Polaschek. Als Besonderheit kann die neue Klinik aufgrund der Raumanordnung eine absolute Trennung von nicht-infektiösen und infektiösen Patienten gewährleisten. „Die neue Kleintierklinik an der Vetmeduni setzt nicht nur national, sondern auch international Maßstäbe. Insbesondere die patientenorientierte Ausbildung der Studierenden wird durch die architektonischen und organisatorischen Besonderheiten des Gebäudes auf ein neues Niveau gehoben. Gleichzeitig wird erstmals eine interdisziplinäre Versorgung unserer Kleintierpatienten an einem einzigen Standort auf unserem Campus sichergestellt,“ freute sich auch Petra Winter, Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

27.06.2022: Waldbrände wirken sich negativ auf die Kuhgesundheit aus

Bereits im Juni ist die Waldbrandgefahr vielerorts in Brandenburg und Sachsen enorm groß, wie bereits mehrere schwere Waldbrände gezeigt haben. Und so wird es wohl auch den gesamten Sommer über bleiben. Das geht aus der Auswertung von Satellitendaten hervor. Grund für das hohe Brandrisiko sind die Auswirkungen der Klimakrise - Dürre und starke Stürme, die wiederum den Befall vor allem durch Borkenkäfer stark begünstigen. Besonders die Wälder im Osten Deutschlands haben in den vergangenen Jahren erheblich leiden müssen. „Die Satellitendaten zeigen ein schonungsloses Bild vom Zustand unserer Wälder. Wer sich offenen Auges durch das Land bewegt, kann die stark geschädigten Flächen nicht übersehen. Die Satellitenbilder geben uns jedoch einen flächendeckenden Eindruck vom Ausmaß der Schäden. Der enorme Borkenkäferbefall ist eine Folge der Klimakrise. Höhere Temperaturen, Dürren oder auch Stürme schwächen die Bäume. Das macht sie anfällig für die Schadinsekten. Wald geht großflächig verloren. Das hat Folgen für den Wasserhaushalt und die Talsperren, aber auch
für die Funktion des Waldes als Kohlenstoffsenke, als Lebensraum für viele Arten, als Quelle für den Rohstoff Holz und als Erholungsort. Umso wichtiger wird da der ökologische Waldumbau hin zu klimastabilen, arten- und strukturreichen sowie leistungsfähigen Mischwäldern“, mahnt Sachsens Forstminister Wolfram Günther. Aufgrund der etwas feuchteren Witterung im vergangenen Jahr ist zwar der Anteil der Waldflächen mit mittlerer Schädigung etwas gesunken, jedoch ist der Anteil von Freiflächen bzw. Waldflächen, auf denen die älteren Bäume schon abgestorben sind, weiter angestiegen. Für die Waldbesitzer bedeutet die Wiederbewaldung der Schadflächen eine große Herausforderung. Auch auf Kühe haben Waldbrände starke, negative Auswirkungen. Die Feinstaubbelastung, die durch die Rauchentwicklung erhöht wird, schlägt sich auf die Gesundheit der Tiere nieder. Neben einer reduzierten Milchleistung und einem veränderten Immunsystem verlieren die Kühe als Folge der Waldbrände auch an Gewicht. Das geht aus einer Untersuchung eines Forscherteams der University of Idaho hervor.

27.06.2022: LMU weiht neue Pferdeklinik ein

Nach fünfjähriger Bauzeit ist es endlich so weit: am 11. Juli 2022 findet die feierliche Schlüsselübergabe der neuen Pferdeklinik in Oberschleißheim an die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) statt. Die moderne und in Süddeutschland größte Pferdeklinik bietet Platz für 800 stationär zu betreuende Pferde sowie 400 Pferde, die ambulant behandelt werden können.
Neben den Fachgebieten Chirurgie, Innere Medizin, Reproduktion und Fohlenintensivmedizin liegt ein besonderer Fokus auf der Behandlung von Spitzensport- Pferden. Die Fertigstellung der Klinik ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Ausbau des Tierärztlichen Campus der LMU in Oberschleißheim. Die Gesamtkosten betrugen 39,5 Millionen Euro.

27.06.2022: Wildtiersuche vor der Mahd - Schweiz diskutiert Suchpflicht

Noch bis Ende Juni werden Rehkitze geboren. Doch sterben jedes Jahr hunderte der jungen Wildtiere durch landwirtschaftliche Maschinen oder werden schwer verletzt, da die Tiere in Starre verharren. Erst ab der dritten Lebenswoche versuchen sie zu flüchten. Um den grausamen Mähtod zu verhindern, fordert der Schweizer Tierschutz (STS) Landwirtinnen und Landwirte auf, ihre Wiesen direkt vor Mähbeginn nach Rehkitzen abzusuchen. Als geeignete Maßnahme wird das Absuchen der Wiesen mit Menschenketten und Hunden sowie mit Infrarotdetektoren oder ferngesteuerten Drohnen empfohlen. Laut Aussagen des Schweizerischen Bauernverbandes werde alles Mögliche unternommen, um den Mähtod von Rehkitzen und anderen Tieren zu vermeiden. Der Verband hat sich jedoch gegen eine generelle Suchpflicht
ausgesprochen und setzt eher auf eine enge Zusammenarbeit mit JägerInnen und DrohnenpilotInnen. Es bestehe aber noch Entwicklungs- und Optimierungspotential. So fehle zum Teil etwa noch Personal und Infrastruktur, erklärte der Schweizer Verband. Der Tierschutz warnt vor dem Berühren der Fundtiere, da der Menschengeruch die Mutter stören und den Schutz vor Feinden zerstören könnte. Stattdessen sollten die Kitze vor dem Grünschnitt in einer Holzkiste an den Wiesenrand getragen und nach dem Mähen wieder freigelassen werden. Auch in Deutschland kommen jedes Jahr viele Rehkitze um, da die Zusammenarbeit der Landwirte mit Freiwilligen und Jägern eben nicht so klappt, wie zuvor abgesprochen. Daher würde die Einführung einer Suchpflicht sicherlich viele Leben junger Wildtiere retten.

Österreich beklagt Tierarzt-Mangel

24.06.2022

Außer in Deutschland gibt es aktuell auch in Österreich einen spürbaren Mangel an TierärztInnen. Laut einer aktuellen Studie des Simulationsforschers Dr. Niki Popper könnte sich der Mangel innerhalb von 10 Jahren (2027 bis 2037) besonders im Nutztierbereich noch deutlich verschlechtern. „Obwohl die Anzahl an TierärztInnen steigt, bleibt bei erhöhter Nachfrage das Tätigkeitsausmaß gleich“, sagt Popper und erklärt weiter: „Im Nutztierbereich sinken sowohl die Personenzahlen als auch die Summe des Tätigkeitsausmaßes. Selbst wenn man von einem fallenden Bedarf ausgeht, droht ein TierärztInnen-Mangel.“ Laut Analysen des Forschers sei im Kleintierbereich zwar mit keinem Versorgungsmangel zu rechnen, doch könnte sich das noch ändern, da auch hier viele zusätzliche Einflussfaktoren (Not- und Bereitschaftsdienste, Wochenenddienste) nicht genau zu beziffern seien, so Popper. Die Berechnung
zeigt auch, dass der Frauenanteil in den nächsten 15 Jahren von 60 Prozent auf 78 Prozent steigen und der Anteil an selbstständigen Personen sich von 70,5 Prozent auf 61,5 Prozent reduzieren wird. Der Präsident der Österreichischen Tierärztekammer, Mag. Kurt Frühwirth, fordert daher dringend Gegenmaßnahmen seitens der Politik. „Es muss Geld in die Hand genommen werden, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken“, so Frühwirth. Es gehe schließlich auch um den gesetzlich verankerten Tierschutz und ganz besonders um die Lebensmittelsicherheit, die die Gesamtbevölkerung betreffe. Die ÖTK fordert neben einer finanziellen Unterstützung unter anderem auch einen Paradigmenwechsel in der tierärztlichen Ausbildung. Der Tierarzt-Mangel ist auch Thema beim nächsten Treffen des Dessauer Zukunftskreises sowie auf dem Deutschen Tierärztetag Mitte September 2022 in Berlin.

24.06.2022: Brandenburg fördert Weidehaltung von Rindern

Mit einer neuen Förderrichtlinie unterstützt das Land Brandenburg die Rinder haltenden Betriebe bei der Umstellung ihrer Tierhaltung und setzt so eine weitere Maßnahme aus dem Landestierschutzplan und eine Empfehlung der Borchert-Kommission um. Das Agrarministerium fördert damit die tägliche Weidehaltung in den Monaten Mai bis November – und für das aktuelle Jahr Juli bis November. Gefördert werden HalterInnen von Milchrindern sowie Mastrindern, die einen täglichen Weidegang mit freiem Zugang zu einer Tränkevorrichtung erhalten. Zum Melken dürfen die Milchrinder in den Stall geholt werden. „Mit der neuen Richtlinie unterstützen wir die rinderhaltenen Betrieben dabei, sich für eine Weidetierhaltung zu
entscheiden, fördern so das Tierwohl und gehen damit einen weiteren Schritt, um die gesellschaftlichen Ansprüche an eine moderne Nutztierhaltung zu erfüllen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher achten immer stärker beim Kauf von tierischen Produkten auf die Haltungsform, sodass eine Weidetierhaltung von Rindern auch als Kaufkriterium gilt. Den Mehraufwand, der für die Betriebe dadurch entsteht, wollen wir über die Förderrichtlinie ausgleichen und so die Tierhalterinnen und Tierhalter dazu bewegen, Weidetierhaltung in den Sommermonaten möglich zu machen“, erklärt Agrarminister Axel Vogel. Anträge auf Förderung für 2022 können noch bis spätestens 30. Juni 2022 gestellt werden.

24.06.2022: Lebensmittel nicht in der Natur entsorgen

Mit dem nahenden Beginn der Sommerferien beginnt auch die Urlaubszeit in Deutschland. Außerdem laden die sommerlichen Temperaturen zu Ausflügen in das Umland und zum Picknick in der freien Natur ein. Der Landesbauernverband Niedersachsen appelliert daher erneut an die BürgerInnen, beim Umgang mit Lebensmitteln in der Natur besonders vorsichtig zu sein und diese nicht achtlos zu entsorgen. Auch wenn das Land noch von Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben ist, bergen Lebensmittel, die Fleisch von betroffenen Schweinen aus von ASP betroffenen Ländern enthalten, eine große Gefahr, dass die Schweinepest ins Land eingeschleppt wird. Besonders nicht ausreichend erhitzte Fleischwaren wie Rohwurst und Schinken stellen hierbei ein erhebliches Gefahrenpotential dar. „Wir können wirklich froh sein, dass es noch keinen Ausbruch gegeben hat“, sagt Landvolk-
Vizepräsident Jörn Ehlers. „Umso mehr sollten nun alle darauf achten, keine Lebensmittel unachtsam zu entsorgen.“ Der im Mai nachgewiesene ASP-Ausbruch in Baden-Württemberg ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf menschliches Handeln zurückzuführen. Weder wurden infizierte Wildschweine gefunden, noch waren andere Schweinebestände betroffen, wie das Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg mitteilte. Auch wenn die Ursache für den ASP- Eintrag noch immer nicht geklärt ist, vermutet auch das Friedrich- Loeffler-Institut (FLI), dass das Virus durch kontaminierte Produkte eingeschleppt worden ist, die an die Schweine verfüttert wurden. Das Landvolk appelliert daher eindringlich an Erntehelfer, die aus Ländern kommen, in denen die ASP bereits in der Haus- und Wildschweinepopulation verbreitet ist, aber auch an alle Reisenden, keine fleischhaltigen Lebensmittel mit nach Deutschland zu bringen.

ENVI-Einwand erneut abgelehnt

23.06.2022

Das Europäische Parlament (EP) hat dem Umwelt- und Gesundheitsausschuss (ENVI), der in der vergangenen Woche einen Einwand gegen den Durchführungsrechtsakt (Implementing Act) zu Reserveantibiotika eingebracht hatte, heute eine erneute Absage erteilt. Eine große Mehrheit der Parlamentsmitglieder lehnten den Einwand ab und bestätigt gleichzeitig das eigene Votum aus dem vergangenen Herbst. Der Durchführungsrechtsakt war von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) erarbeitet worden. Die Ablehnung des Einwands des ENVI basiert auf den gleichen Argumenten, die bereits im vergangenen Herbst mit
übergroßer Mehrheit vom EP abgelehnt wurden. „Wir begrüßen deshalb diese Ablehnung des ENVI-Einwands, denn eine Zustimmung hätte aus unserer Sicht in inhaltlichem Widerspruch zum letzten Votum gestanden, ja diese Entscheidung sogar konterkariert“, erklärt Dr. Siegfried Moder, Präsident der Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt). „Der Durchführungsrechtsakt macht die Europäische Union zum weltweiten Vorreiter in Sachen Antibiotikaresistenzbekämpfung und sichert gleichzeitig die notwendigen Behandlungsmöglichkeiten für kranke Tiere“, so Moder weiter. Da auch eine Mehrheit der Mitgliedsstaaten bereits Zustimmung signalisiert hat, dürfte nun einer baldigen Veröffentlichung des Durchführungsrechtsakts nicht mehr im Wege stehen.

23.06.2022: Verlängerte Übergangsfrist bei Kälbertransporten abgelehnt

Ab Januar 2023 dürfen Kälber innerhalb Deutschlands erst ab einem Mindestalter von 28 Tagen transportiert werden. Kälber nicht vor der 5. Lebenswoche zu transportieren, ist aus Tierschutzsicht notwendig, da das Immunsystem der Jungtiere frühestens in einem Alter von etwa vier Wochen hinreichend belastbar ist. In der immunologischen Lücke (3. bis 4. Lebenswoche) ist kein ausreichender Immunschutz gegeben. Den Milcherzeugern wurde im Januar 2022 per Gesetz
eine Übergangsfrist von einem Jahr zugesagt, um unter anderem bauliche Maßnahmen zur Einrichtung zusätzlicher Haltungssysteme durchzuführen und entsprechendes Personal für den erhöhten Betreuungsaufwand zu finden. Das Land Niedersachsen hat Anfang diesen Jahres einen Antrag im Bundestag eingebracht, die Frist bis zum 1. Januar 2025 zu verlängern. Dieser Antrag ist nun im Agrarausschuss des Bundesrates zu Gunsten der Kälber abgelehnt worden.

23.06.2022: Fortbildung über epidemische Viruserkrankungen bei Tier und Mensch

Die bereits seit mehr als zwei Jahren anhaltende Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, welche verheerenden Auswirkungen Viren, die vom Tier auf den Menschen springen, haben können. Die Zahl der Infektionskrankheiten, die sowohl beim Menschen als auch beim Tier vorkommen (Zoonosen), nimmt weltweit zu, denn zahllose Viren schlummern in Tieren, die bei engerem Kontakt auch den Menschen infizieren können. Neben Corona sei als Beispiel auch die Aviäre Influenza genannt. Impfungen sind sowohl in der Humanmedizin als auch der Veterinärmedizin von wesentlicher Bedeutung für den Schutz solcher Erkrankungen. Zu der gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung „Epidemische Viruserkrankungen bei Tier und Mensch - Gemeinsamkeiten und Unterschiede“ laden die Kaiserin-Friedrich-Stiftung und der Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität (FU) Berlin
am kommenden Samstag (25.06.2022) interessierte Veterinär- und HumanmedizinerInnen ein. Das Symposium findet im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin statt. Zudem besteht die Möglichkeit, digital an der Veranstaltung teilzunehmen. Eine Anmeldung per Email ist noch möglich. Auf Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte mit der Seminar-Reihe Zoonosen online fortbilden. Da die Beziehung zu unseren Haustieren immer enger und intensiver wird, auch was den Körperkontakt betrifft, wird Prof. Dr. Stephan Neumann die wichtigsten Zoonosen, die in der Tierarztpraxis sowie der Arztpraxis am häufigsten vorkommen, in zwei Live-Online-Seminaren näher vorstellen. Er geht dabei sowohl auf den Erreger, seine Übertragung als auch auf das Krankheitsbild bei Mensch und Tier ein. Das erste Seminar findet am 14.9.2022 statt, das zweite am 27.10.2022.

22.06.2022: Hessen fördert bienenfreundliche Projekte

Im vergangenen Jahr hat das Land Hessen 95 kleinere, bienenfreundliche Projekte mit insgesamt 50.000 Euro unterstützt. „Wir schützen die Artenvielfalt und damit auch unser Leben und unsere Zukunft. Ohne die Unterstützung von Ehrenamtlichen vor Ort geht das nicht“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz beim Besuch des Lehr- und Kräutergarten Dreieich. „Der Einsatz für Wildbienen ist besonders wichtig, denn 43 Prozent der hessischen Wildbienenarten sind gefährdet oder bereits ausgestorben. Hier müssen wir gegensteuern“, erklärte Hinz weiter. Die Ministerin lobte auch das Engagement vieler hessischer LandwirtInnen, die auf ihren Feldern, häufig in Kooperation mit Imkervereinen, Blühstreifen
anlegen, um Wildbienen, Honigbienen und anderen bestäubenden Insekten Futter zu bieten. Im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative von Landwirtschaft und Imkerei wurden so 2022 insgesamt 1.300 Hektar Blühflächen angelegt. Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzten die Online- Fortbildungsreihe Bienen zur Weiterbildung an. Die vier, auch einzeln buchbaren Module, befassen sich mit Biologie, Anatomie und Haltung von Bienen, infektiösen und nicht-infektiösen Bienenkrankheiten inkl. Vergiftungen, Bienenprodukten sowie Recht und Tierschutz. Die Kursreihe ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen/den Fachtierarzt für Bienen.

22.06.2022: Kritische Situation für ukrainische Schweinehalter

Seit knapp vier Monaten hält der Krieg in der Ukraine bereits an. Die russischen Invasoren haben nicht nur einen Großteil der Ukrainerinnen und Ukrainer aus dem Land vertrieben, sondern auch für großes Leid bei Mensch und Tier gesorgt. Die Schweinebranche in dem schwer umkämpften Land und damit die Ernährungssicherheit sind laut Informationen von Pig Progress in Gefahr, da sich einige der Schweine haltenden und verarbeitenden Unternehmen in kritischen Gebieten befinden. Teilweise seien die Betriebe logistisch isoliert und der Verkauf der Schlachtschweine ist dadurch blockiert. Durch die fehlenden Einnahmen können dementsprechend weder Futtermittel
noch Tierarzneimittel gekauft werden. Viele der größeren Schweine haltenden Betriebe liegen im umkämpften und besetzten Osten der Ukraine. Nach Angaben des Verbandes der ukrainischen Schweineproduzenten AUPP (Association of Ukrainian Pig Producers) wurden in der Vorkriegszeit 23% des kommerziellen Schweinefleischs in den Regionen Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson und Saporischschja produziert, also in den Regionen, die aktuell von den Russen besetzt sind. Die Schweinebranche befürchtet eine weitere Eskalation des Konflikts sowie die Abwanderung von Verbrauchern und Arbeitskräften, was die jetzige Krise noch verstärken würde.

21.06.2022: Elektro-Halsband für Schafe zur Wolfsvergrämung

Die steigende Zahl von Nutztierrissen durch Wölfe sorgt bei den Weidetierhaltern für große Verunsicherung und Verzweiflung. Neben Ponys und Rindern fallen die Raubtiere am häufigsten über Schafe her, aller Herdenschutzmaßnahmen zum Trotz. Ein neu entwickeltes Elektro-Halsband für Schafe soll beim Herdenschutz helfen und Wölfe vergrämen. Wie der Erfinder Michael Eder aus Lienz erklärt, hat der Stromstoß für den Wolf die Stärke eines Elektrozauns. Die Stromschläge sollen dem Wolf grundsätzlich
den Appetit auf Schafe nehmen. Schafe sollen sich jedoch gegenseitig kaum elektrisieren. Ob das Halsband den gewünschten Effekt hat, wird demnächst auf der Hochalm in Osttirol getestet. Dort gab es in den vergangenen zwei Jahren vermehrte Wolfsrisse. Der Praxiseinsatz des Elektro- Halsbands wird von einer Projektgruppe der HAK Lienz betreut. Dabei werden Akkus getauscht und Daten ausgelesen. Wenn alles nach Plan verläuft, dann soll das Gerät zum Schutz vor Wölfen im kommenden Jahr erhältlich sein.

21.06.2022: Polen meldet ASP in mehreren Schweinehaltungen

Nach einer knapp sechsmonatigen Ruhepause ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Polen wieder in Schweinebetrieben ausgebrochen. Betroffen sind Hausschweinebestände in den Wojewodschaften Großpolen und Ermland-Masuren sowie im Kreis Sagan der Wojewodschaft Lebus. Mit dem erst am vergangenen Wochenende bestätigten Ausbruch im Kreis Sagan rückt die ASP auch näher an die deutsche Grenze heran,
da der betroffene Hof in der Gemeinde Niegosławice nur etwa 50 Kilometer von Deutschland entfernt liegt. Da der Seuchenherd am äußersten Rand einer bestehenden Roten Zone liegt, muss laut Medieninformationen mit einer Ausweitung des Restriktionsgebietes gerechnet werden. ExpertInnen befürchten eine neue ASP-Welle im Nachbarland, da die vier gemeldeten Ausbrüche innerhalb weniger Wochen aufgetreten sind.

21.06.2022: ISN empört über Äußerung von Staatssekretärin Bender

Die Forderung der Staatssekretärin Silvia Bender (BMEL) nach einer Halbierung des Fleischkonsums in Deutschland hat auf der Jahresversammlung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) für große Empörung gesorgt. „Das Paradoxe ist, dass die Politik mit aller Gewalt die Tierbestände reduzieren will. Dabei treibt sie genau jene Familienbetriebe unwiederbringlich zum Ausstieg, die sie eigentlich für die Weiterentwicklung der Tierhaltung behalten will“, lautete die Kritik des ISN-Vorsitzenden Heinrich Dierkes. ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack wies auf den schon jetzt historisch niedrigen
Schweinebestand in Deutschland sowie die hohe Zahl an Betriebsaufgaben hin. „Von ca. 30.900 schweinehaltenden Betrieben im Jahr 2011 sind nur noch 18.800 Betriebe im November 2021 übrig geblieben“, erklärte Staack. Mit weiteren massiven Rückgängen hierzulande sei zu rechnen, während andere Länder in der EU die Bestände aufstocken. Die Staatssekretärin machte den Erzeugern zudem wenig Hoffnung auf eine ausreichende Finanzierung der Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch. Aufgrund knapper Staatskassen sollten die Landwirte ihre Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, so Bender.

20.06.2022: NRW bringt Maßnahmen zur BHV-Eindämmung auf den Weg

Seit rund fünf Jahren gilt Deutschland als frei von BHV1 (Bovines Herpesvirus Typ 1). Lediglich in einzelnen Gebieten traten seitdem ab und an unentdeckte Virusträger auf, die den Erreger in die Bestände eingetragen haben. Im Regierungsbezirk Düsseldorf sowie im Kreis Borken ist die Zahl der Betriebe, bei denen die Rinderseuche nachgewiesen wurde, in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Die bestätigten BHV1-Ausbrüche traten alle in der Nähe zur niederländischen Grenze auf. Das Nachbarland hat noch keinen BHV1-Freiheitsstatus. Um eine Ausbreitung zu vermeiden, müssen im Fall eines Erregernachweises alle Rinder des
betroffenen Bestandes getötet werden. Zudem droht dem Land Nordrhein-Westfalen der Verlust des Status „Frei von BHV1“. Daher haben das Landwirtschaftsministerium und alle rinderhaltenden Betriebe in den Bezirken einen verbindlich anzuwendenden Leitfaden entwickelt, in dem etwa die Einhaltung zusätzlicher Biosicherheitsmaßnahmen vereinbart wurde. Zudem soll durch ein verstärktes Frühwarnsystem in Form erweiterter Untersuchungspflichten die möglichst schnelle Identifikation der virustragenden Tiere gewährleistet werden, um eine unerkannte Durchseuchung von Rinderbeständen und die Weiterverbreitung des Virus zu unterbinden.

20.06.2022: Corona-Spürhunde erkennen auch Post-Covid-19-Patienten

Bereits im Jahr 2020 konnten Forschende unter der Leitung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) mit einer ersten Studie belegen, dass Hunde in der Lage sind, Menschen mit akuten SARS-CoV-2-Infektion zu erschnüffeln. In einer zweiten Pilotstudie zeigte sich nun, dass die feinen Spürnasen der ausgebildeten Vierbeiner auch Long-Covid-Patienten erkennen können. Für ihre Untersuchungen setzen die Forschenden Hunde ein, die zuvor darauf trainiert wurden, Proben von akuten COVID-19-Patienten zu erkennen. Die WissenschaftlerInnen fanden heraus, dass Hunde nicht die Viren selbst, sondern flüchtige organische
Verbindungen riechen, die bei einer Virusinfektion durch Stoffwechselvorgänge entstehen und bei Post-COVID-19-Patienten vorhanden sind. „Diese Studie ist ein weiterer Beweis für das Potenzial, dass Spürhunde bei der Untersuchung der Pathophysiologie von COVID-19 Patienten haben könnten. Es ist schwer vorstellbar, aber die Geruchserkennung von Hunden ist um drei Größenordnungen empfindlicher als die derzeit verfügbaren Geräte“, betont Friederike Twele, PhD, Tierärztin und Neurowissenschaftlerin an der TiHo. Die Studie wurde erst kürzlich in der Fachzeitschrift Frontiers in Medicine veröffentlicht.

20.06.2022: Vietnam stellt ASP-Impfstoff in Aussicht

Bereits seit Jahrzehnten wird weltweit an einem Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) geforscht. Noch ist allerdings kein zugelassener Impfstoff verfügbar. Das könnte sich bald ändern, denn das Landwirtschaftsministerium in Vietnam hat verkündet, schon bald einen wirksamen ASP-Impfstoff produzieren und auch exportieren zu können. Zusammen mit dem zum amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) gehörenden Agricultural Research Service (ARS) haben vietnamesische Forschende einen Impfstoff mit der Bezeichnung NAVET-ASFVAC entwickelt. „Die Produktion und kommerzielle Registrierung des Impfstoffs ist ein historisches Ereignis“, erklärte Vietnams stellvertretender Landwirtschaftsminister Phung Duc Tien Anfang des Monats. Eine konkrete Datumsangabe für die Einführung des Vakzins wurde jedoch nicht gemacht. Das Ministerium hat laut Presseberichten eine Vertriebsgenehmigung für den Impfstoff erteilt.
Für eine Zulassung in anderen Ländern ist eine Genehmigung durch die dortigen Behörden notwendig. Auch in Europa, wo sich die hoch ansteckende Tierseuche weiter ausbreitet, hoffen Schweinehalter auf einen bald zur Verfügung stehenden Impfstoff. Aktuell hat Italien den ersten Ausbruch in einer Hausschweinehaltung auf dem Festland gemeldet. Vorherige Fälle waren auf die Insel Sardinien beschränkt, wo die ASP längst endemisch ist. Das Virus war in einer Kleinsthaltung mit acht Schweinen in der Nähe der Hauptstadt Rom nachgewiesen worden. Der Kleinstbetrieb befindet sich innerhalb der roten Zone im Naturpark Insugherata, die nach den ersten ASP-Ausbrüchen Anfang Mai 2022 eingerichtet worden war. Der mitgliedsstärkste Landwirtschaftsverband Coldiretti warnte, dass nun rund 50.000 Schweine im Latium akut von der Tierseuche bedroht seien. Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, fordert der Verband erneut eine rasche Verringerung der Wildschweinpopulation.

17.06.2022: Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte auf Rekordniveau

Laut aktuellen Auswertungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte im April 2022 um knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Seit Erhebungsbeginn im Jahr 1961 ist das der höchste Preisanstieg gegenüber einem Vorjahresmonat. Sowohl die Preise für pflanzliche (+45,7 %) als auch
für tierische Erzeugnisse (+35,8 %) stiegen deutlich gegenüber April 2021. Die Gründe für die enormen Preisanstiege sind erhöhte Kosten für Energie, Transport und Weizen sowie die knappe Versorgungslage, die der Ukraine-Krieg ausgelöst hat. Die Preise für Rinder lagen im April 2022 um 48,5 %, die der Schlachtschweine um 32,8 % sowie von Geflügel um 27,0 % über denen des Vorjahresmonats.

17.06.2022: Population der Menschenaffen stark gefährdet

Die Lage der Menschenaffen hat sich in letzten beiden Jahrzehnten dramatisch verschlechtert. „Wenn sich nicht bald etwas Entscheidendes ändert, wird die Lage speziell der Menschenaffen in der Wildnis dramatisch", warnt Jörg Junhold, Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) und Direktor des Leipziger Zoos. „Alle wild lebenden Populationen haben in den vergangenen 20 Jahren mindestens 35 Prozent eingebüßt, am härtesten traf es die Bonobos mit einem Verlust von bis zu 50 Prozent." Nach Einschätzungen des Verbandes gibt es aktuell wahrscheinlich insgesamt noch jeweils 300.000 Gorillas und Schimpansen, 150.000 Orang-Utans und nur noch etwa 20.000 Bonobos. Da die bestehenden Schutzgebiete nicht ausreichen, um die Population der Menschenaffen zu stabilisieren, und zusätzlich der
Klimawandel sowie die intensive Landnutzung für den Populationsrückgang sorgten, steige die Bedeutung der Zoos in Zukunft, so Junhold. „Bei unserer Kernaufgabe, der Pflege und Zucht bedrohter Arten, hat es gerade bei Menschenaffen enorme Fortschritte gegeben", sagt Junhold einschätzend. Der VdZ-Präsident appelliert an die PolitikerInnen, die Bildungsarbeit in Zoos zu unterstützen: „Nutzen Sie unsere Möglichkeiten! Jedes Jahr begeistern wir Millionen Kinder und Erwachsene für den Schutz unter anderem der Menschenaffen. Wir als Zoogemeinschaft wissen, dass die Haltung von bedrohten Arten in menschlicher Obhut Teil der Lösung der aktuellen Krise ist. Deswegen gehen wir davon aus, dass diesem Umstand in der kommenden nationalen Biodiversitätsstrategie Rechnung getragen wird."

17.06.2022: Innovative Forschungsprojekte zur Ernährungssicherung gesucht

Zur Sicherung der Ernährung im globalen Süden fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Forschungsprojekte für innovative nachhaltige Produktionssysteme. Der besondere Fokus der Förderung liegt auf landwirtschaftlichen Produktionssystemen in Subsahara-Afrika sowie Süd- und Südostasien. Die Länder in diesen Regionen leiden vermehrt unter den Auswirkungen des Klimawandels, des Artensterbens und des Ukraine-Krieges sowie
den damit einhergehenden Preissteigerungen und Importeinbrüchen. Mit der Förderung möchte das BMEL dazu beitragen, weltweit Impulse für nachhaltige Ernährungssicherung zu setzen. Kooperationen, in denen Forschende aus Deutschland und den Zielregionen zusammenarbeiten, können ihre Projektskizzen bis zum 31. August 2022 beim Projektträger, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), einreichen.

Hitze ist Herausforderung für Tier, Mensch und Natur

16.06.2022

Für die kommenden Tage werden in ganz Deutschland Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet. Darunter leiden Mensch und Tier. Der Deutsche Tierschutzbund rät Tierhaltern, stets für frisches Trinkwasser und kühle Plätze zu sorgen. Der tägliche Spaziergang mit Hunden sollte besser in die kühleren Morgen- und Abendstunden gelegt werden. Katzen bevorzugen ein schattiges Plätzchen im Garten oder ziehen sich gern ins kühlere Badezimmer oder den Keller zurück. Zudem sollten HalterInnen von Kaninchen oder Meerschweinchen im Außengehege stets prüfen, ob sich ein großer Teil des Geheges den ganzen Tag über im Schatten befindet. Vor dem Zurücklassen des Hundes im geparkten Auto warnt der Tierschutzbund eindringlich, denn auch bei geöffneten Fenstern kann das Auto schnell zur tödlichen Falle werden. Die Temperatur im Inneren kann innerhalb kürzester Zeit auf 50 Grad
und mehr ansteigen. Wildtiere wie Vögel und Igel können bei Hitze schnell dehydrieren. Die Tierschützer bitten daher Garten- und Balkonbesitzern, flache Wassertränken aufzustellen, damit die Tiere ihren Durst stillen und sich abkühlen können. Auch Tiere im Stall sowie Weidetiere müssen IMMER Zugang zu ausreichend Tränkwasser haben und möglichst auch Schatten aufsuchen können. Zudem besteht aufgrund der anhaltenden Trockenheit in zahlreichen Regionen sehr hohe Waldbrandgefahr. Da die meisten Brände auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sind, weist das nordrhein-westfälische Umweltministerium auf das Rauchverbot von März bis Ende Oktober sowie das dringende Unterlassen von illegalen Feuerstellen im Wald hin. Bei Zuwiderhandlungen drohen Anzeigen und hohe Bußgelder. Zudem sollten Waldwege und Zufahrten unbedingt für Rettungsfahrzeuge freigehalten werden.

16.06.2022: Niedersächsischer Tierschutzpreis erstmals ausgeschrieben

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat erstmals in diesem Jahr den Niedersächsischen Tierschutzpreis ausgeschrieben. „Mit dem Niedersächsischen Tierschutzpreis möchte ich mich bei denen bedanken, die zu einer stetigen Verbesserung des Tierschutzes in Niedersachsen beitragen. Die Leistungen auf diesem Gebiet verdienen unsere Anerkennung!“, erklärte
Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast bei der Verkündung. Noch bis zum 31. August 2022 können Einzelpersonen, Tierschutzvereine, Nicht- Regierungsorganisationen, Stiftungen, Einrichtungen aus Forschung und Lehre sowie alle anderen Akteure vorgeschlagen werden, die sich in Niedersachsen besonders stark für den Tierschutz einsetzen. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und soll künftig jährlich in wechselnden Kategorien vergeben werden.

16.06.2022: ASP-Bekämpfung mittels länderübergreifender Teamarbeit

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist deutschlandweit bislang in vier Bundesländern aufgetreten. Besonders Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind von der Tierseuche betroffen. Die drei Länder haben gemeinsame Maßnahmen ergriffen, wie den Bau eines Schutzzaunes entlang der deutsch-polnischen Grenze und die Einrichtung von gemeinsamen Restriktionszonen, um weitere
Einträge aus dem Nachbarland zu vermeiden. Auch die Fallwildsuche und Wildschweinentnahme wurden in enger Abstimmung durchgeführt. Am 21. Juni 2022 werden die zuständigen Staatssekretärinnen und die Landräte aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in Muggerkuhl (Brandenburg) zusammenkommen, um sich über die getroffenen Maßnahmen sowie die weitere Zusammenarbeit zu informieren.

16.06.2022: Tierhaltungskennzeichnung setzt Herkunftskennzeichnung voraus

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber zeigte sich angesichts der geplanten Einführung einer verpflichtenden staatlichen Tierhaltungskennzeichnung enttäuscht. Kaniber kritisierte, dass eine Verpflichtung nur mit einer einhergehenden obligatorischen Herkunftskennzeichnung funktionieren könne. Mit dem vorgestellten Entwurf werden die deutschen Nutztierhalter maximal diskriminiert und im europäischen Wettbewerb benachteiligt, so Kaniber. Durch die verpflichtende Kennzeichnung erhielten sie neue Auflagen, die aber für den Import von Schweinefleisch aus dem europäischen Binnenland eben nicht gelten würden. Die Bundesregierung nehme sehenden Auges in Kauf, dass dadurch für Ware, die nicht
nach den deutschen Standards erzeugt wird, Tür und Tor geöffnet werde. Das bringt auch den Schweinemarkt, der eh schon unter Druck ist, weiter in Bedrängnis. Weiterhin kritisierte sie, dass zuerst die Grundlagen für neue Tierwohlställe geschaffen werden müssten. Dafür brauche es erst mal Änderungen im Bau- und Immissionsschutzrecht. Die deutsche Bundesregierung habe jedoch offenbar kein Herz für die Nutztierhaltung, so ihr abschließendes Fazit. Zudem mahnte sie die noch ungeklärte Finanzierung an. Der von der Bundesregierung geplanten Anschubfinanzierung in Höhe von einer Milliarde Euro ständen rund vier Milliarden Euro gegenüber, die die Borchert-Kommission für den Umbau der Nutztierhaltung zu mehr Tierwohl errechnet habe.

15.06.2022: Verhaltenstests könnten Schwanzbeißer im Vorfeld identifizieren

Schwanzbeißen ist eine weitverbreitete Verhaltensstörung bei Schweinen, welche trotz intensiver Forschung in den letzten Jahren nach wie vor nicht effektiv vermieden werden kann. In bisherigen Studien lag der Fokus auf den Opfertieren. Ein vom QS- Wissenschaftsfonds gefördertes Forschungsprojekt hat sich nun mit den sogenannten Tätertieren bzw. einem möglichen Zusammenhang zwischen ihnen und ihrem Gesundheitsstatus befasst. Der gerade veröffentlichte Abschlussbericht zeigt auf, dass die Tätertiere sich in der Allgemeinuntersuchung häufiger auffällig aufgeregt zeigten, während mehr Kontrolltiere besonders ruhig waren. Die beteiligten Forschenden der Christian-
Albrechts-Universität in Kiel haben daher die Hoffnung, dass standardisierte Verhaltenstests zur Identifizierung potentieller Schwanzbeißer entwickelt werden können. Die Untersuchung der dreißig zuvor als potenzielle Schwanzbeißer identifizierten Tiere ergab zudem, dass sie ein geringeres Gewicht als die Tiere der Kontrollgruppe aufwiesen. Zusätzlich zeigte eine Untersuchung der Tierkörper ein vermehrtes Auftreten von Veränderungen im Magen-Darm-Trakt und einen Magnesium-Mangel im Blut der Tätertiere auf. Um die Ergebnisse weiter zu festigen und aussagekräftige Empfehlungen treffen zu können, führt die Forschungsgruppe bereits Folgeprojekte durch.

15.06.2022: Laborfleischtrend in Europa nicht verschlafen

Nachdem das US-amerikanische Unternehmen GOOD Meat den Bau einer Großanlage für die Produktion von Laborfleisch angekündigt hat, fordert das Geflügelfleischunternehmen Wiesenhof eine EU- weite Freigabe für kultiviertes Fleisch. „Wenn da nicht etwas mehr Tempo gemacht wird in Brüssel, wird es am Ende so sein, dass die Genehmigung in den USA und in Asien vorliegt zum Verkauf und wir hier in Europa mal wieder zu spät dran sind", sagte Wiesenhof-Chef Peter Wesjohann gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Bereits im Jahr
2018 hatte die Wiesenhof-Mutter PHW an dem israelischen Start-up Supermeat eine Minderheitsbeteiligung erworben. Der größte deutsche Geflügelzüchter und -verarbeiter kann sich den Bau einer Fabrik auch hierzulande durchaus vorstellen. „Wir sind in Israel auch an einem Unternehmen beteiligt, das im 3-D-Druck aktiv ist. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass in der Fleischproduktion der Zukunft das Steak von so einem Gerät quasi ausgedruckt wird", so Wesjohann, der die Bundesregierung in der Pflicht sieht, mehr Druck auf EU-Ebene zu machen.

14.06.2022: Schweinebranche in Frankreich in tiefer Krise

Viele Landwirte geraten durch die einerseits steigenden Produktionskosten und die andererseits niedrigen Erzeugerpreise immer mehr unter Druck. So auch die "Schweinebauern" in Frankreich. Die Interprofession für Schweinefleisch (Inaporc) geht davon aus, dass jeder zehnte französische Schweinehalter in den nächsten Monaten aufgeben wird. Insgesamt gibt es aktuell noch
rund 10.000 Schweine haltende Betriebe in Frankreich. Abhilfe könnte nur eine deutliche Anhebung der Schlachtschweine- und Ferkelpreise schaffen, denn in den vergangenen zwölf Monaten sei nicht ein einziges Mal die Rentabilitätsschwelle erreicht worden. Während der Erzeugerpreis für Schweinefleisch seit Mitte April 2022 bei 1,85 €/kg liege, seien die Produktionskosten auf mehr als 2 €/kg gestiegen.

14.06.2022: Erneut Tiertransportverbot in Nicht-EU-Länder gefordert

Anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Tiertransporte haben Tierschützer mit einer Aktion vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin auf das Leid der Tiere bei Transporten aufmerksam gemacht. Die Tierschützer forderten ein bundes- und EU-weites Verbot von Tiertransporten in Drittstaaten. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wurde aufgefordert, endlich ein bundesweites Verbot auf den Weg zu bringen und sich im bevorstehenden Revisionsverfahren der EU-Tierschutzgesetzgebung für starke Verbesserungen im Tierschutz zu engagieren.
"Er hat es in der Hand, das grausame Leiden der Tiere durch Erlass einer Verordnung nach § 12 des Tierschutzgesetz zu beenden", sagte Patrick Müller, Hauptstadtreferent von PROVIEH und Sprecher vom Bündnis für Tierschutzpolitik. Laut den Tierschützern gehört Deutschland auf EU-Ebene zu den größten Exporteuren von Rindern zu angeblichen Zuchtzwecken in Drittstaaten. Häufig werden sie auch über andere EU-Länder in Drittstaaten transportiert. Allein 2020 exportierte Deutschland über 41.000 trächtige Rinder in Länder wie Russland, Marokko, Algerien und Ägypten.

14.06.2022: Katze steckt Tierärztin in Thailand mit Corona an

Offenbar kann das Coronavirus von Katzen auf Menschen übertragen werden. So geschehen in Thailand, wo sich eine Tierärztin bei der Behandlung einer Katze mit dem Virus infiziert haben soll. Das berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf eine Studie von Wissenschaftlern der Prince of Songkla University in Songkhla. Wie sie im Fachblatt
„Emerging Infectious Diseases“ schreiben, habe sich die Katze zuvor vermutlich bei ihren beiden Haltern angesteckt. Das hätten Genomsequenzierungen ergeben. Dieser Fall zeigt, dass SARS-CoV immer noch zwischen Arten wechseln kann. Sehr viel häufiger stecken sich Katzen jedoch bei Menschen an, weshalb die Tiere im Falle einer Corona-Infektion ihrer Halter isoliert werden sollten.

13.06.2022: Aujeszkysche Krankheit im Landkreis Lüneburg

Nach dem bereits dritten Nachweis der Aujeszkyschen Krankheit (AK) bei Wildschweinen im Landkreis Lüneburg rät der Veterinärdienst des benachbarten Landkreises Harburg TierhalterInnen zur Vorsicht. „Insbesondere Hundehalter sollten ihre Tiere auch außerhalb der in der Brut- und Setzzeit von 1. April bis 15. Juli geltenden Leinenpflicht in der freien Landschaft an der Leine führen“, so Thorsten Völker, Leiter der Abteilung Ordnung und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung. Völker empfiehlt zudem Hausschweinebetrieben, die geltenden Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten, um ihre Bestände vor einem Erregereintrag zu
schützen. Die Aujeszkysche Krankheit ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die viele Säugetierarten befällt, für Menschen jedoch ungefährlich ist. Hauptwirt und Überträger des Erregers sind in der Regel Schweine. Da es weder eine Impfung noch Behandlungsmöglichkeiten gegen das Virus gibt, sollten Hunde und Katzen dringend vor einer Ansteckung geschützt werden. Während infizierte Wildschweine die Krankheit meist überstehen, verläuft die AK bei Haustieren immer tödlich. JägerInnen wird zudem geraten, keinen Wildschweinaufbruch an ihre Hunde oder andere Tiere zu verfüttern, da das AK-Virus sehr überlebensfähig ist.

13.06.2022: Ursache für ASP-Ausbruch in Baden-Württemberg noch unklar

Nach dem ersten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einem Mastschweinebetrieb im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg, ist die Ursache für den Eintrag des Erregers noch immer unklar. Die Veterinärbehörden schließen eine Infektion durch erkrankte Wildschweine jedoch nach wie vor aus. Auch die untersuchten Futtermittelproben aus dem Forchheimer Betrieb waren negativ, wie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg (CVUA) mitteilt. Am
7. Juni 2022 ist die Dekontamination des betroffenen Betriebes beendet worden. An den vergangenen beiden Wochenenden waren zudem Einsatzteams mit Suchhunden in den Wäldern rund um Forchheim unterwegs, um nach kranken oder verendeten Wildschweinen zu suchen. Das örtliche Landratsamt bittet LandwirtInnen um ihre Mithilfe. Sie werden gebeten, wenn sie bei ihrer Arbeit im Gelände Kadavergeruch oder sonstige Auffälligkeiten wahrnehmen, dies umgehend dem Veterinär- oder Landwirtschaftsamt mitzuteilen.

10.06.2022: Zahlreiche Aktionen am Tag des Hundes

Der Tag des Hundes wurde im Jahr 2010 vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V. ins Leben gerufen und stellt die besondere Rolle sowie soziale Bedeutung des Hundes in den Mittelpunkt. Am kommenden Sonntag (12.06.2022) wird dieser Tag erneut im ganzen Bundesgebiet mit zahlreichen Aktionen rund um den beliebten Vierbeiner gefeiert. Hunde unterstützen den Menschen unter anderem als Blinden-, Rettungs- und Spürhunde, aber auch als Diensthunde und Jagdgehilfen. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der Hunde in den Haushalten stark angewachsen. Inzwischen leben 10 Millionen Deutsche
mit einem Hund im Haushalt. Er zählt damit zu den beliebtesten Heimtieren, denn der Vierbeiner schafft Vertrautheit und Geborgenheit, ist emotionale Stütze und sorgt für Bewegung an der frischen Luft. Die diesjährige Botschafterin des Hundes und Schirmherrin ist die Schauspielerin Sanna Englund. Bundesweit werden am kommenden Aktionswochenende vielfältige Aktivitäten rund um den Hund durchgeführt. Neben organisierten Spaziergängen, Tagen der offenen Tür und Sportturnieren, können sich HundeliebhaberInnen auch auf Vorführungen von Diensthunden freuen.

10.06.2022: Anteil der nicht verwertbaren Masthühner gestiegen

Nach Auswertung der aktuellen Fleischuntersuchungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist im vergangenen Jahr der Anteil der nicht zum Verzehr geeigneten Masthühner von 1,7 % im Vorjahr auf nun 2,1 % angestiegen. Mehr als 13 Millionen geschlachtete Hähnchen waren somit ungenießbar. Bei den Mastschweinen blieb der Anteil der nicht verwertbaren Tiere im Vergleich zu 2020 unverändert (0,2 %). Wie das Statistikamt mitteilt, sei bei den untersuchten
Masthühnern die tiefe Dermatitis, eine Hautentzündung im Bereich des Unterbauches und des Darmausgangs, mit rund 30 %, der häufigste Grund der Beanstandungen. Der Hauptgrund für die Untauglichkeitserklärung bei Mastschweinen waren festgestellte multiple Abszesse (36,2 %), gefolgt von Geruch, Konsistenz oder Farbe (15 %) und nicht näher spezifizierten Allgemeinerkrankungen (12 %). Bei 10,4 % der untersuchten Mastschweine war die Leber mit Parasiten befallen.

10.06.2022: StiKo empfiehlt Impfung gegen Affenpocken

Nach den ersten Nachweisen von Affenpocken bei Menschen in Europa im Mai 2022 nimmt auch in Deutschland die Zahl der Fälle zu. Bislang wurden hierzulande 130 Affenpocken-Fälle registriert. Die Ständige Impfkommission (StiKo) weist in einem Beschlussentwurf auf die Möglichkeit der Impfung mit dem in der EU zugelassenen Vakzin Imvanex hin, das auch zum Schutz vor Affenpocken eingesetzt werden kann. Die Impfung ist indiziert bei Personen ab 18 Jahren mit einem erhöhten Expositions- und/oder Infektionsrisiko. Empfohlen wird eine Grundimmunisierung mit 2 Impfstoffdosen in einem Abstand von ≥28 Tagen (subkutane
Applikation). Bei Personen, die in der Vergangenheit bereits gegen Pocken geimpft wurden, reiche eine 1- malige Impfstoffgabe aus, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Da bislang ausschließlich Fälle in Deutschland bei Männern der MSM- Community aufgetreten sind und zum Schutz dieser Gruppe, ist eine Postexpositionsprophylaxe besonders indiziert bei Männern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Die Affenpocken-Impfempfehlung der StiKo und die wissenschaftliche Begründung wird nach Abschluss des Stellungnahmeverfahrens zeitnah im Epidemiologischen Bulletin erscheinen.

09.06.2022: Roggen hat positiven Einfluss auf Schweinegesundheit

Ein hoher Roggenanteil im Schweinefutter verbessert die Darmgesundheit der Tiere, reduziert die Gefahr von Salmonellen in den Ställen und führt letztendlich zu einem höherem Wohlbefinden der Tiere und zu mehr Tierwohl. Zu diesen Ergebnissen kommen WissenschaftlerInnen, die an dem Forschungsprojekt "6-R-Konzept" beteiligt waren. Mit ihren aktuellen Untersuchungen konnten die Forschenden die Ergebnisse der ersten Feldstudie belegen. „Roggen wird von den Tieren auch bei hohem Leistungsniveau in größeren Mengen akzeptiert. Ein hoher Anteil an Hybridroggen im Mischfutter kann dabei eine Salmonellenbelastung im Stall
deutlich reduzieren", erläutert Dr. Andreas von Felde, Leiter Produktmanagement Fütterung der KWS Lochow GmbH. Durch Hybridroggen, eine Züchtung, die sehr viel resistenter gegen Krankheiten und Trockenheit ist als andere Sorten, ließe sich auch die CO2-Bilanz der Schweinehaltung verbessern. „Roggenbetonte Futtermischungen können die CO2-Bilanz der Schweinehaltung verbessern. Hybridroggen verbraucht im Anbau gegenüber anderen Getreidearten weniger Dünger, Pflanzenschutz und Wasser und bietet so eine attraktive Alternative in der Fruchtfolge", erklärt Dr. Henning Ehlers Hauptgeschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV).

09.06.2022: Bornasche Krankheit bei Mensch in Bayern nachgewiesen

Im bayerischen Landkreis Mühldorf ist eine Person an Borna erkrankt. Eine Infektion mit dem seltenen Borna-Virus (BoDV-1 - Borna Disease Virus 1) kann lebensbedrohlich werden. Pferde und Schafe sind für die Bornasche Krankheit besonders empfänglich, bei Menschen wurde eine Infektion mit dem Erreger erstmals im Jahr 2018 festgestellt. Seit dem ersten Nachweis wurden bislang 40 weitere Fälle diagnostiziert. Typisch für eine Infektion ist eine in der regel fatal endende Hirnentzündung. Nach aktuellem Forschungsstand wird die Bornasche Krankheit durch Kontakt zu Feldspitzmäusen (Crocidura leucodon) bzw. deren Ausscheidungen übertragen.
Infizierte Feldspitzmäuse scheiden die Viren unter anderem über Speichel, Urin und Kot aus. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) warnt daher vor dem direkten Kontakt mit Feldmäusen sowie deren Ausscheidungen. Generell sollten Orte mit Kontakt zu Ausscheidungen von Spitzmäusen möglichst gemieden werden bzw. Arbeiten dort sollten nur unter den entsprechenden Hygiene- bzw. Vorsichtsmaßnahmen erfolgen. Spitzmäuse sind sehr gut an ihren deutlich spitzeren Nasen, ihrem stechenden Geruch sowie der zweifarbigen Färbung mit deutlicher Grenze zwischen Ober- und Unterseite zu erkennen.

09.06.2022: Spanien stellt Lebensmittelverschwendung unter Strafe

Nach Frankreich und Italien will auch Spanien mit drastischen Mitteln gegen das unnötige Wegwerfen und Verschwenden von Lebensmitteln vorgehen. Ein bereits vom Kabinett gebilligter Gesetzentwurf sieht vor, dass Unternehmen, die vermeidbare Lebensmittelabfälle produzieren, mit Bußgeldern bis zu 60.000 Euro bestraft werden könnten. Geplant ist, dass gastronomische Betriebe, aber auch Lebensmitteproduzenten sowie
-händler Lösungen erarbeiten, um Verschwendung zu vermeiden. So sollen Restaurantgästen nicht verzehrte Speisen in sogenannten Doggy Bags mitgegeben, und Supermärkte verpflichtet werden, die Preise für abgelaufene Lebensmittel zu senken. Weiterhin zielt das Gesetz darauf ab, dass Lebensmittel-Spenden an Tafeln und andere Hilfsgruppen besser organisiert werden. Das Gesetz soll bereits Anfang 2023 in Kraft treten.

09.06.2022: Pläne zur Tierhaltungskennzeichnung nicht ausreichend

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat die Eckpunkte zur geplanten Tierhaltungskennzeichnung vorgestellt. Aktuell müssen jedoch noch die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. „Wir sind auf dem Weg, die rechtlichen Grundlagen auszugestalten, um Transparenz und Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen“, so der Minister. Dieser Schritt solle aber noch in diesem Jahr gegangen werden. Geplant ist, dass die verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung zunächst für frisches unverarbeitetes Fleisch von Schweinen gelten soll. Weitere Tierarten und Produkte sollen folgen. Um die LandwirtInnen bei den zusätzlichen Kosten für Investitionen und Mehraufwand zu unterstützen, muss zudem eine entsprechende Finanzierung gesichert sein. Zur Diskussion stehen aktuell ein höherer Mehrwertsteuersatz oder eine Tierwohlabgabe auf tierische Produkte. Der Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG), Friedrich-Otto Ripke, kritisiert die Eckpunkte für staatliche Tierhaltungskennzeichnung: „Solange die deutschen Nutztierhalter keine Klarheit haben, wie sie den Umbau finanzieren können, bleibt das Haltungskennzeichen ein leeres Versprechen und kann in der Praxis keine Umsetzung finden." „Dieses Konzept erfordert noch deutliche Nachbesserungen. Ausdrücklich begrüßen wir die zusätzliche
Kennzeichnungsstufe für einen ‚strukturierten Stall‘, mit der höhere Standards für die Stallhaltung in die Fläche gebracht werden können. Trotzdem müssen die Lücken zügig und verbindlich geschlossen werden“, betont der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, der noch erhebliche Lücken in dem Konzept sieht, insbesondere in der Begrenzung auf Schweinefleisch: „Wenn für verarbeitete Fleischprodukte, für andere Absatzkanäle als den LEH oder für die Bereiche Rind und Geflügel kein verbindlicher Zeitplan vorgegeben ist, dann wird es keinerlei Lenkungswirkung geben und das Konzept droht im Markt unterlaufen zu werden“, warnt Rukwied. Darüber hinaus sei ausgerechnet der am stärksten von der Schweinepreiskrise betroffene Bereich der Ferkelerzeugung nicht mit einbezogen worden. „Betäubungslos kastrierte Ferkel aus anderen EU-Mitgliedstaaten mit höheren Haltungsstufen auszuzeichnen, geht gar nicht!“, kritisiert der Bauernpräsident. Dr. Till Backhaus, Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister, begrüßte hingegen die Pläne der Regierung: „Die Ankündigungen des Bundesministers sind ein erster Schritt in die richtige Richtung, wenngleich ich sie mir schon vor Monaten gewünscht hätte. Hoffentlich sehr viel schneller folgen jetzt die nächsten Schritte, um das Tierwohllabel auch mit Leben zu füllen.“

08.06.2022: Geflügelpest in Aurich nachgewiesen

Ende der vergangenen Woche ist in einem Legehennenbetrieb mit 15.000 Tieren im Landkreis Aurich die Geflügelpest festgestellt worden. Nachdem zahlreiche Tiere eines Bestandes in der Gemeinde Ihlow verendet waren, wurde der Verdacht durch das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg und das Friedrich-Loeffler-Institut
(FLI) bestätigt. Wie der Landkreis mitteilt, wurde der komplette Bestand bereits am Freitag (03.06.22) von einer Fachfirma geräumt. Zudem hat der Landkreis Sperr- und Beobachtungsbezirk um den betroffenen Betrieb eingerichtet. Die Behörden raten Tierhaltern von Nutzgeflügel, die Hygienevorkehrungen strikt einzuhalten sowie aufmerksam ihre Tierbestände zu beobachten.

08.06.2022: KI ersetzt Übungstiere in der Ausbildung

Der diesjährige Forster-Steinberg Tierschutzpreis ist an Silvio Kau (Institut für Morphologie, Vetmeduni Wien) und Anna May (LMU München) verliehen worden. Die WissenschaftlerInnen erhielten die Auszeichnung für ihr Forschungsprojekt „Entwicklung einer durch künstliche Intelligenz gestützten Ultraschall-Lernumgebung für Studierende zur Reduktion des Einsatzes von Pferden in der tiermedizinischen Lehre (3R’s – Reduce, Refine, Replace)“. Die beiden Forschenden arbeiten gemeinsam an einer neuartigen
Lernumgebung, in der dynamische Ultraschalluntersuchungen in der pferdemedizinischen Ausbildung simuliert werden können. Technologien der Kinematik, Sensorik und Machine Learning sollen so den großen Bedarf an Übungstieren decken. In der frühklinischen Ausbildung wird sogar ein vollständiger Ersatz angestrebt. Die Möglichkeit zum repetitiven Training soll zudem die methodische Effizienz der Studierenden steigern, was spätere Interventionen am lebenden Tier verbessert – ein wichtiger Schritt zur allgemeinen Verbesserung des Tierwohls.

08.06.2022: Fledermaus in Halle mit Tollwut infiziert

Erstmals nach 2003 ist in Halle/Saale die Tollwut bei einer Fledermaus festgestellt worden. Das verletzte Tier war in den Zoo gebracht und vom Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt vorsorglich auf das Tollwut-Virus untersucht worden, wie die Stadt Halle mitteilte. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, mit tollwütigen Fledermäusen in Kontakt zu kommen, für die Bevölkerung sehr gering ist, raten die Behörden, Fundtiere nur mit dicken Handschuhen anzufassen.
Die Tiere könnten mit den Zähnen ihres Insektenfresser-Gebisses tief beißen und so den gefährlichen Tollwut-Erreger auch auf Menschen und andere Tiere übertragen. Die Fledermaus-Tollwut tritt in vereinzelten Regionen Deutschlands immer mal wieder auf. Der Fund oder Kontakt mit einer verletzten Fledermaus sollte unmittelbar dem Fachbereich Gesundheit, Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung der Stadt Halle, mitgeteilt werden.

07.06.2022: Glyphosat beeinträchtigt Temperaturregulation von Hummeln

Weltweit gehen die Insektenbestände zurück. Wie aus einer aktuellen Studie der Biologin Dr. Anja Weidenmüller von der Universität Konstanz hervorgeht, hat Glyphosat einen größeren Einfluss auf die Gesundheit von Bienen und Hummeln als bislang vermutet. So führt der Einsatz des Herbizids zu Veränderungen der Darmflora von Insekten und lässt sie so anfälliger für Krankheitserreger werden. Zudem konnte die Forscherin belegen, dass Glyphosat das kollektive Wärmeverhalten von Hummeln beeinträchtigen kann. Das gefährdet den Bruterfolg der Kolonien. „So wie wir Menschen unsere Körpertemperatur konstant halten, so zeigen die Tiere einer Kolonie kollektiv Homöostase in der Temperaturregulation ihrer Brut“, erklärt Weidenmüller. Anhand von Untersuchungen von
Dunklen Erdhummeln (Bombus terrestris) fanden die WissenschaftlerInnen heraus, dass die Insekten Probleme haben, ihr Nest gleichmäßig und ausreichend warm zu halten, wenn sie mit Glyphosat in Kontakt gekommen sind und gleichzeitig nur wenig Nektar und Pollen in Nähe der Nester vorhanden waren. „Wenn die Ressourcen knapp werden, sieht man sehr deutlich, dass Kolonien, die chronisch Glyphosat ausgesetzt waren, eine Beeinträchtigung im kollektiven Wärmeverhalten zeigen“, erklärt Weidenmüller. „Sie sind weniger lang in der Lage, ihre Brut warm zu halten.“ Laut den Angaben der Forscherin ist dieser Forschungsansatz grundsätzlich auf alle Pestizide übertragbar. Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzten die vierteilige E- Learningreihe Bienen zur Online-Fortbildung an.

07.06.2022: Weltweit erste Großanlage für Laborfleisch in den USA

In den USA wird die Produktion von Laborfleisch intensiviert. Das Unternehmen GOOD Meat, das weltweit bislang als einziger Hersteller von sogenanntem Kunstfleisch eine behördliche Zulassung erhalten hat, plant eine Großanlage mit zehn Bioreaktoren mit einem Fassungsvermögen von 250.000 l. Nach Fertigstellung sollen dort pro Jahr umgerechnet etwa 13 Mio. kg Kunstfleisch produziert werden, zunächst nur Hühner- und Rindfleisch.
Für die Herstellung von Laborfleisch wird einem Tier Muskelgewebe entnommen, aus dem dann Stammzellen gewonnen werden. Anschließend erfolgt unter Zugabe von speziellen Nährmedien die Vermehrung im Bioreaktor unter optimalen Bedingungen. Dafür unterzeichnete GOOD Meat, der Geschäftsbereich für kultiviertes Fleisch von Eat Just Inc., jetzt eine mehrjährige Exklusivvereinbarung mit der Firma ABEC Inc., die die Bioreaktoren bauen soll.

07.06.2022: Ausgangssperre für Katzen stößt auf scharfe Kritik

Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in der Stadt Walldorf hat eine Allgemeinverfügung erlassen, die es KatzenbesitzerInnen untersagt, ihre Tiere nach draußen zu lassen. Nicht nur die HalterInnen sind entsetzt, auch der Deutsche Tierschutzbund kritisiert die Verordnung heftig. Die bis Ende August 2022 verhängte Ausgangssperre für Freigängerkatzen verstoße gegen das Tierschutzrecht, so die TierschützerInnen. „Katzen, die es gewohnt sind, nach draußen zu gehen, plötzlich daran zu hindern, bedeutet immense Einschränkungen und Stress für die Tiere", heißt es auf Seiten des Deutschen Tierschutzbundes. Die Behörden in Walldorf wollen mit der Verfügung den Bestand der seltenen Haubenlerche schützen, die ihr Nest auf dem Boden baut und daher eine leichte Beute für Katzen auf der Jagd sei. „Aufgrund der Seltenheit der Art und des ungünstig-schlechten Erhaltungszustandes im Land ist bereits bei Verlust eines Revieres oder eines Tieres
von einer weiteren Verschlechterung des Erhaltungszustandes auszugehen. Unter anderem kommt es daher für den Fortbestand der Art auf das Überleben jedes einzelnen Jungvogels an", lautet die Erklärung der Walldorfer Behörden. „Die Walldorfer Verfügung verursacht eindeutig tierquälerisches Leiden. Dies kann sich in aggressivem, aber auch depressivem Verhalten äußern - die Tiere zerkratzen Möbel, werden unsauber, miauen ständig oder verweigern das Fressen“, sagt Dalia Zohni, Fachreferentin für Katzen beim Deutschen Tierschutzbund. Betroffene Katzenhalter können noch bis zum 13. Juni 2022 Widerspruch einlegen, wenn sie verhindern möchten, dass die Verfügung rechtskräftig wird. Die Regelung gilt für alle Katzen im südlichen Teil der Stadt und soll jeweils in den kommenden drei Jahren von April bis August gelten. Verstöße können mit einem Bußgeld bis zu 500 Euro geahndet werden.

Burn-out Prävention, Depressionen und Stärkung der Stressresilienz

Burn-out Prävention, Depressionen und Stärkung der Stressresilienz sind auch in den Tierarztpraxen und -kliniken immer mehr ein Thema. Haben auch Sie sich bereits mit diesen Themen befasst?