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Prof. Holger Volk erhält International Award 2022

04.05.2022

Das Royal College of Veterinary Surgeons (RCVS) hat den Leiter der Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Stiftung Hannover, Prof. Dr. Holger Volk, mit dem International Award 2022 ausgezeichnet. Das RCVS ist Großbritanniens Tierärztekammer und zeichnet jedes Jahr herausragende Persönlichkeiten der Tiermedizin aus. Die Auszeichnung wird Volk auf der Jahresversammlung des RCVS am 8. Juli 2022 in London überreicht. „Durch seine Fähigkeit, die Kluft zwischen Grundlagenforschung und klinischer Wissenschaft zu überbrücken, hat er für die Gesellschaft, den Tierschutz und die klinische Praxis außerordentlich viel bewirkt. Besonders das Gebiet der Neurologie und Neurochirurgie hat er prägend beeinflusst. Seine Arbeitsgruppe war zudem die erste, die den Nachweis veröffentlichte, dass Spürhunde am Geruch unterscheiden können, ob eine Person mit SARS-CoV-2 infiziert ist oder nicht. Diese Arbeiten verfolgt er derzeit gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
weiter, um die Möglichkeit, Spürhunde im Kampf gegen Infektionskrankheiten einzusetzen, zu evaluieren“, sagt Prof. Richard Meeson, Leiter der orthopädischen Chirurgie am Royal Veterinary College,über die Wahl von Volk. Außerdem sei Volk eine hervorragende Führungspersönlichkeit, Mentor, Förderer und nahbarer Teamplayer. Volk sagte: „Ich fühle mich sehr geehrt, diese prestigeträchtige Auszeichnung zu erhalten. Ohne die Unterstützung der Menschen, mit denen ich das Glück hatte, zusammenzuarbeiten und ohne ihren Willen, etwas zu bewirken, wären unsere Forschungsleistungen und klinischen Arbeiten nicht möglich gewesen. Die Auszeichnung spiegelt dies wider. Wir werden unsere gemeinsamen Arbeiten fortsetzen, um das Wohlergehen von Hunden und Katzen mit Epilepsie und kognitiven Dysfunktionen zu verbessern und um mehr über den Einsatz von Spürhunden im medizinischen Bereich zu erforschen."

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Neue Virusvariante bedroht Bienen weltweit

20.05.2022

Weltweit sind die Populationen der Bienen gefährdet. ExpertInnen betrachten den Verlust der Bienenvölker mit großer Sorge. Neben dem immer geringer werdenden Lebensraum durch intensivierte, monokulturlastige Landwirtschaft und die zunehmende Urbanisierung sowie den Einsatz von Pestiziden sorgen verschiedene Viren für die Reduzierung der Bienenstämme. Eine neue Variante des Krüppelflügelvirus (Deformed Wing Virus, DVW), das Honigbienen befällt und ganze Bienenvölker kollabieren lässt, breitet sich aktuell auf der ganzen Welt aus. Ein internationales Forschungsteams unter Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) konnte belegen, dass diese gefährliche Virusvariante den ursprünglichen Virenstamm in Europa bereits abgelöst hat. Für ihre Untersuchungen haben die Forschenden Daten zur Verbreitung der Virenvarianten aus den vergangenen 20 Jahren analysiert. „Das Krüppelflügelvirus ist definitiv die größte Bedrohung für Honigbienen", sagt der Bienenforscher Prof. Dr. Robert Paxton von der MLU. Besonders bedenklich sei, dass die neue Variante Bienen schneller tötet
und dass sie gleichzeitig besser übertragen wird, so der Bienenforscher weiter. Nach der Analyse von mehr als 3.000 Datensätzen von Honigbienen, Erdhummeln und Varroamilben aus der US-Biodatenbank NCBI, kamen die WissenschaftlerInnen zu dem Ergebnis, dass die in Europa bereits vorherrschende Variante schon bald auf der ganzen Welt verbreitet sein dürfte. Australien ist inzwischen der einzige Kontinent, auf dem die Virusvariante noch nicht nachgewiesen worden ist. Das könnte den Forschenden zufolge daran liegen, dass sich die Varroamilbe in Australien bislang nicht weiträumig ansiedeln konnte. Auch in den Proben von Erdhummeln ließen sich Hinweise auf das Virus finden. Um Bienenvölker vor dem gefährlichen Virus zu schützen, stehen verschiedene Methoden und Mittel zur Verfügung. „Das Wichtigste ist es, auf die Hygiene im Bienenstock zu achten. Hier können einfache Maßnahmen helfen, nicht nur das eigene Volk vor Varroa zu schützen, sondern auch Wildbienen, um die sich sonst niemand kümmert", so Paxton abschließend.

20.05.2022: Schweiz schafft digitales Kompetenzzentrum Landwirtschaft

In der Landwirtschaft schreitet die Digitalisierung rasch voran. Dennoch besteht weiterhin großer Handlungsbedarf, denn der administrative Aufwand für die LandwirtInnen sei noch viel zu groß, so der Schweizer Bundesrat. Die Informationssysteme von Bund, Kantonen sowie Label- und Kontrollorganisationen benötigen dringend eine Interoperabilität, um den LandwirtInnen die Eingabe der Daten zu erleichtern. Daher hat der Bundesrat beschlossen, ein digitales Kompetenzzentrum beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zu schaffen. Ziel sei, dass Daten stets nur einmal eingegeben werden müssen. Die zweijährige Pilotphase, in der die Grundlagen für das Kompetenzzentrum erarbeitet sowie erste Pilotprojekte zur Datenstandardisierung durchgeführt werden sollen,
startet laut Angaben des BWL im kommenden Jahr. „Der Aufbau soll schrittweise und in enger Abstimmung zu bestehenden Initiativen und Maßnahmen des Bundes wie die "Digitale Verwaltung Schweiz“, das Programm Nationale Datenbewirtschaftung NaDB, die Digitalisierungsstrategie oder die gemeinsame Stammdatenverwaltung erfolgen", schreibt die Landesregierung. In dieser ersten Phase sollen neben den zu erwartenden Kosten zudem Fragen zur zukünftigen Organisationsform, zur Einbindung der verschiedenen bundesinternen und externen Akteure und zum Datenschutz beantwortet werden. Über das Umsetzungsprogramm wird der Bundesrat im Jahr 2025 entscheiden.

19.05.2022: Anteil der Fleischersatzprodukte nimmt weiter zu

Der Boom bei der Herstellung von alternativen Fleischprodukten hat auch im vergangenen Jahr unvermindert angehalten. Laut Informationen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wuchs die Produktion in Deutschland um 17 Prozent (97.900 t) im Vergleich zum Vorjahr. Zudem ist die Zahl der Unternehmen, die in Deutschland produzieren, von 34 in den Jahren 2019 und 2020 auf 44 im Jahr 2021 gestiegen. Auch wenn
hierzulande die Fleischproduktion in den letzten Jahren zurückgegangen ist (-12% gegenüber 2011), beträgt der Wert jedoch noch immer das 80-fache des Wertes der Fleischersatzprodukte. Dennoch scheinen sich alternative Fleischprodukte immer mehr durchzusetzen. Im Vetion-Fokusthema „Fleischlos glücklich“ finden Sie eine umfassende Übersicht über Ersatzprodukte sowie alternative Methoden der Fleischherstellung.

19.05.2022: Pestizide lassen Zierpflanzen zu Giftfallen werden

Anlässlich des Weltbienentages, der am 20. Mai 2022 bereits zum 5. Mal gefeiert wird, weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die starke Pestizidbelastung von vielen Zierpflanzen hin. Das hat ein Pflanzentest ergeben, bei dem in nahezu allen der 44 Proben Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden worden sind. Im Durchschnitt konnten 7,7 unterschiedliche Wirkstoffe pro Probe nachgewiesen werden. Besonders bedenklich ist der Nachweis von elf Pestiziden, die für Bienen hoch giftig sind. „Der Zierpflanzenanbau hat katastrophale Auswirkungen auf Bienen und andere Insekten", sagt BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. „Verbraucherinnen und Verbraucher wollen Bienen retten und das Insektensterben stoppen. Sie kaufen Blühpflanzen, die vom Handel als bienenfreundlich angepriesen werden. Pflanzen wie Sonnenblumen, Lavendel oder Hyazinthen können jedoch Rückstände bienengefährlicher Pestizide enthalten. Bienen nehmen diese schädlichen Insektengifte über Nektar und Pollen auf. So wird die gewünschte Bienenrettung
zur Giftfalle." Da in Europa nicht zugelassene Pestizide jedoch in andere Länder verkauft werden, belasten diese dort durch ihren Einsatz beim Zierpflanzenbau die Umwelt. Zudem werden anschließend diese Pflanzen wieder nach Europa importiert. Daher müsse der Export von nicht zugelassenen Pestiziden umgehend verboten werden, fordert der BUND. Um die Gesundheit der Bienen nicht weiter zu gefährden, sollten VerbraucherInnen Bio-Pflanzen kaufen bzw. Zierpflanzen, die nachweislich regional gezogen wurden. Mit der vierteiligen E- Learning-Reihe Bienen auf Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte zu Themen wie Anatomie, Biologie, Fortpflanzung und Zucht von Bienen sowie den Grundlagen des Bienenrechts und Aspekten des Tierschutzes online fortbilden. Zudem erfahren die KursteilnehmerInnen in den einzeln buchbaren Modulen zudem mehr über Bienenkrankheiten und -produkte. Die Kursreihe ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen/den Fachtierarzt für Bienen.

19.05.2022: Warnung vor Infektionen mit Affenpocken

Nach inzwischen sieben Fällen von nachgewiesenen Affenpocken in Großbritannien appelliert das Robert-Koch-Institut (RKI) an Ärzte, wachsam zu sein. Die Pocken gelten zwar bereits seit mehr als 40 Jahren als ausgerottet, doch der weltweit nachlassende Impfschutz sorgte in der Vergangenheit für zahlreiche Infektionen. Die meisten Erkrankungen wurden bislang in Nigeria festgestellt. Die erste Infektion, die Anfang Mai 2022 in Großbritannien bekannt geworden war, soll auch auf eine Ansteckung in dem afrikanischen Land zurückgehen. Expertenmeinungen zufolge wird der Erreger der Affenpocken meist von Nagetieren übertragen, wobei Affen als sogenannte Fehlwirte betrachtet werden. „Infektionen können durch Kontakt mit Sekreten infizierter Tiere übertragen werden", erklärte das RKI in einem gerade veröffentlichten Beitrag. Übertragungen von Mensch zu Mensch
durch Kontakte mit Körperflüssigkeiten oder Krusten seien mit Infektionsketten von bis zu sechs Menschen beschrieben. „Auch die sexuelle Übertragung von Pockenviren ist möglich", hieß es weiter. Die Virus-Erkrankung ruft nach Angaben der Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) meist nur milde Symptome hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Ansteckend seien nur symptomatisch Erkrankte bei engem Kontakt. Eine Infektion mit Affenpocken macht sich durch Symptome wie Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Schüttelfrost und Erschöpfung bemerkbar. Es könne sich auch ein Ausschlag entwickeln, der sich häufig ausgehend vom Gesicht auf andere Körperteile ausbreite. Der Ausschlag sehe je nach Phase unterschiedlich aus und könne dem bei Windpocken und Syphilis ähneln.

18.05.2022: Hunde für Studie zu chronischen Schmerzen gesucht

Die moderne Medizin macht es möglich, dass unsere Hunde immer älter werden. Doch mit dem wachsenden Durchschnittsalter der Vierbeiner leiden viele Tiere auch häufig an chronischen Schmerzen, wie beispielsweise Gelenk- oder Rückenschmerzen. Um eine frühzeitige Schmerztherapie einleiten zu können, arbeitet das Team der Abteilung Anästhesie und Schmerztherapie in der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) an klar strukturierten Tests. Dafür bedient sich das Team in der Humanmedizin, wo es seit Jahren eine Reihe klar definierter Tests gibt, um chronische Schmerzen erkennen, einteilen und bewerten zu können. Für die Studie, die unter der Leitung von Dr. Alexandra Schütter und Lena Maria Bennmann durchgeführt wird, werden gesunde Hunde im Alter von 1 bis 10 Jahren, die keine bekannten orthopädischen Erkrankungen haben, als Studienteilnehmer gesucht. Für
die Entwicklung der Tests lehnen sich die TiHo-Forscherinnen an humanmedizinische Testverfahren an, die sie dann entsprechend anpassen werden. Die Tests werden in Anwesenheit der HalterInnen in einem separaten Raum der Klinik durchgeführt. Dafür messen die Forscherinnen mit sogenannten von-Frey-Filamenten die Hautsensibilität des Hundes an geschorenen sowie nicht- geschorenen Stellen. In der Regel ist die Untersuchung nicht schmerzhaft für die Vierbeiner, sehr empfindsame Tiere können die Tests eventuell aber als unangenehm wahrnehmen. Insgesamt besteht die Teilnahme an der Studie aus vier Terminen, verteilt über einen Zeitraum von vier Monaten. Zum Thema Chronische Schmerzen findet am 19. Mai 2022 ein Live-Webinar von der Firma Elanco für Tierärztinnen und Tierärzte statt. Eine Anmeldung ist möglich unter www.webinare-elanco.de.

Klage gegen Tierversuchspraxis sorgt für Unruhe

18.05.2022

Laut offiziellen Zahlen sind im Jahr 2017 rund 3,9 Millionen Versuchstiere getötet worden, die gar nicht erst für Experimente eingesetzt worden sind, da diese nicht die für die Versuche passenden Gene oder das notwendige Geschlecht hatten. Beim Großteil dieser Tiere handelte es sich um Mäuse, der überwiegende Rest war kleine Fische, aber auch einige Schweine, Kaninchen oder Ratten waren unter den nicht genutzt, aber getöteten Versuchstieren. Den Forschungsinstituten fehlen in der Regel einfach die Ressourcen, um die Tiere am Leben zu lassen. TierschützerInnen haben gegen diese Praxis nun Strafanzeige gestellt, mit dem Hinweis auf das Verbot des Tötens männlicher Eintagsküken, das Anfang Januar 2022 in Kraft getreten ist. In der Rechtsprechung würden rein wirtschaftliche Gründe keinen „vernünftigen Grund“ zur Tötung von Tieren darstellen, und das grundlose Töten von Wirbeltieren stehe in
Deutschland unter Strafe, lautet die Argumentation der beiden klagenden Tierschutzvereine. Bereits seit Juni 2021 ermitteln mehrere Staatsanwaltschaften in Hessen gegen Universitäten in Frankfurt und Marburg sowie gegen Max-Planck-Institute, das Paul-Ehrlich-Institut sowie verschiedene Unternehmen. Die Strafanzeigen sowie die Ermittlungen tragen zu starken Unruhen in der Community bei, wie mehrere Forschende berichteten. Als Reaktionen auf die Klagen werden aktuell Routinen geprüft und Tötungen zeitweise eingestellt. Noch ist nicht abzusehen, wo die Ermittlungen hinführen. Für Bettina Kränzlin, Präsidentin der Gesellschaft für Versuchstierkunde, würde ein Verbot gleichzeitig das Ende der biomedizinischen Forschung bedeuten. Die Kapazitäten von Tierställen müssten verdoppelt oder verdreifacht werden. Doch die Mittel dafür stehen laut Kränzlin „nicht ansatzweise zur Verfügung“.

18.05.2022: Hasenpest bei Sigmaringen

Die Tularämie, auch Hasenpest genannt, breitet sich in Deutschland immer mehr aus. Die bakterielle Infektionskrankheit kommt sporadisch bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren wie Mäusen, Ratten oder Eichhörnchen vor. Es können sich aber auch Menschen und Haustiere bei direktem Kontakt anstecken, daher sei eine gewisse Vorsicht geboten, wie das Landratsamt Sigmaringen mitteilt. Erst Ende April 2022 wurde der hochansteckende Erreger bei einem tot aufgefundenen Feldhasen nachgewiesen. Da eine
Ansteckungsgefahr auch von infizierten Kadavern ausgehen kann, sollten Spaziergänger tote Fundtiere auf keinen Fall anfassen und Hunde fernhalten. Das Landratsamt appelliert besonders an Jäger, die nötigen Hygienemaßnahmen wie das Tragen von Schutzhandschuhen bzw. -masken beim Aufnehmen der Tiere zu beachten. In sehr seltenen Fällen kann es beim Menschen zu schweren Infektionen kommen, da es sich bei dem Erreger Francisella (F.) tularensis um einen Zoonose-Erreger handelt.

18.05.2022: Grundlegende Novellierung des Tierschutzgesetzes gefordert

Am 24. Juni vor genau 50 Jahren ist das Tierschutzgesetz in Deutschland in Kraft getreten. Knapp 30 Jahre später wurde der Tierschutz als Staatsziel in das Grundgesetz aufgenommen. Bis heute jedoch findet dieser nicht genügend Berücksichtigung, mahnt der Deutsche Tierschutzbund an. „Der Tierschutz als Staatsziel eröffnete erstmals die Möglichkeit, die Interessen der Tiere gegen die der Tiernutzer durchzusetzen. Die Politik hat in all den Jahren jedoch versäumt, das Staatziel mit Leben zu füllen. Noch immer diskutiert man viel über den Nutzen des Tieres – und zu wenig über den Schutz. Es braucht endlich grundlegende Systemänderungen, die dem Staatsziel gerecht werden und sich im Tierschutzgesetz
wiederfinden. Es geht um unsere Mitgeschöpfe, aber auch – mit Blick auf die landwirtschaftliche Tierhaltung - um die planetaren Grenzen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Schröder mahnt zudem die noch immer herrschenden Missstände in der Tierhaltung an. Forschung, Zoo und Zirkus stehen hier besonders in der Kritik. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher eine grundlegende Novellierung des Tierschutzgesetzes, die dem Tierschutz zu einem möglichst hohen Stellenwert im deutschen Rechts- und Wertesystem verhilft. Die Forderung der Tierschützer beinhaltet das Implementieren eines Bundestierschutzbeauftragten sowie die Schaffung einer eigenen Stabsstelle Tierschutz.

17.05.2022: Deutsches Netzwerk gegen Antimikrobielle Resistenzen gegründet

Trotz der steigenden Zahl der Todesfälle, die auf Antibiotikaresistenzen zurückzuführen sind, wird immer weniger an neuen Antibiotika geforscht. Doch diese werden dringend benötigt, denn laut Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind im Jahr 2019 weltweit 4,95 Mio. Personen an Infektionen mit resistenten Bakterien gestorben. Der Bedarf an Antibiotika im Hinblick auf neue Wirkmechanismen oder zusätzliche Wirkung gegen resistente Bakterien ist demnach groß. Um diesen zu erfüllen und die dafür notwendige politische Handlungsbereitschaft voranzutreiben, wurde das Deutsche Netzwerk gegen Antimikrobielle Resistenzen (DNAMR) gegründet. Das Netzwerk verfolgt das Ziel, durch sinnvolle Verknüpfung von Forschungsförderung und Marktanreizen die Entwicklung, Implementierung und Anwendung neuer Wirkstoffe zu beschleunigen. Dabei sollen Forschungsförderung (Push)
mit Marktanreizen (Pull) verknüpft, sowie Grundlagen- und klinische Forschung gestärkt werden. Gleichzeitig wird DNAMR dazu beitragen, Anreize für Pharmaunternehmen zu schaffen, damit letztere zukünftig vermehrt bereit sind, in neue Antibiotika zu investieren. Das Netzwerk stellt sich am 31. Mai in Berlin mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „(K)Eine Zukunft ohne Antibiotika! Nationale Lösungsansätze für eine globale Herausforderung“ vor. Zur Antibiotikaminimierung im Stall möchte das Projekt VetMAB beitragen. Dabei handelt es sich um eine Fortbildungsplattform für TierärztInnen und LandwirtInnen. Sie bietet eine Vielzahl anerkannter Online-Fortbildungskurse, in denen es in erster Linie um eine Verbesserung der Haltungsbedingungen sowie des Managements geht, um die Nutztiere vor Erkrankungen zu schützen und so entsprechend weniger Antibiotika einsetzen zu müssen.

17.05.2022: Ukraine-Krieg zentrales Thema der G7-Agrarministerkonferenz

Bei dem Treffen der G7-Agrarministerinnen und -Agrarminister am vergangenen Wochenende standen der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine, dessen Folgen für die Ukraine selbst, sowie die Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit weltweit im Fokus der Verhandlungen. Als dringlichste Maßnahme beschlossen die Teilnehmenden, länger andauernde Hilfsmaßnahmen für die Ukraine zu ergreifen. „Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine hat den Takt für unser Treffen vorgegeben. Nicht nur die Klimakrise bedroht die Ernährungssicherheit, sondern auch der Krieg hat den Druck auf die globalen Ernährungssysteme erhöht. Putins Krieg verstärkt den Hunger in der Welt. Wir haben uns dazu verpflichtet, die Ukraine mit länger andauernden Maßnahmen zu unterstützen: Wir sichern weiterhin die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung und wir helfen der ukrainischen Landwirtschaft, wo immer es geht. Und wir unterstützen die Ukraine bei der Wiederaufnahme ihrer landwirtschaftlichen Exporte", erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir.
So konnte zwischen den AgrarministerInnen auch eine Einigung erreicht werden, dass die Preise von Produktions- und Lebensmitteln stärker überwacht werden müssen, damit früher auf Entwicklungen reagieren werden kann. Das Ziel sei zudem, die Märkte zu stabilisieren und keine übermäßige Lagerhaltung von Agrarprodukten zuzulassen, wie Özdemir betonte. „Wir sprechen uns gegen Exportstopps aus und rufen dazu auf, die Märkte offen zu halten. Mit Sorge haben wir heute auch diskutiert, dass einige Länder einen Exportstopp bei Weizen oder Palmöl verhängt haben. Wir appellieren an alle Länder, ihrer Verantwortung gerecht zu werden", so der Bundesminister. Auch die Klimakrise war Thema des Agraministertreffens. Die AgrarministerInnen kamen gemeinsam zu dem Schluss, dass sowohl Hunger und Klimakatastrophen als auch Artensterben zusammen bekämpft werden müssen. „Das Recht auf Nahrung setzen wir nur um, wenn wir Landwirte weltweit in die Lage versetzen, die Produktivität nachhaltig zu steigern und widerstandsfähige Ökosysteme stärken" sagte Özdemir abschließend.

16.05.2022: Junges Start-Up hilft Straßenhunden in Rumänien

Das Sozialunternehmen Hunderunde unterstützt mit einem Viertel seiner Einnahmen den Tierschutz in Rumänien. Die Gründer Luis Kesten und Fabio Lehnert, zwei Studierende aus Troisdorf (Nordrhein-Westfalen), wollen zeigen, dass sich Geld auf eine soziale und umweltfreundliche Weise verdienen lässt. Nach der Gründung des Start-Ups im Jahr 2019 konnten mit dem Verkauf von Armbändern, Hundenäpfen und nachhaltig produzierter Kleidung bis Ende 2021 bereits Umsätze in Höhe von 400.000 Euro erzielt werden. Mehr als 100.000 Euro spendeten die beiden Firmeninhaber, die inzwischen sechs MitarbeiterInnen haben, an den rumänischen Tierschutz. Mit dem Geld konnten knapp 700 Kastrationen durchgeführt und 48.000 Kilogramm Futter gespendet werden. Als neuestes
Verkaufsprodukt bieten Kesten und Lehnert die Geschichte ihrer Firmengründung als Buch an. Darin schildern sie ihre in Rumänien gemachten Erfahrungen und geben Einblicke in das Leben der Straßenhunde. Die Produktionskosten liegen bei 10 Euro - angefangen bei 12 Euro können die Käufer selbst entscheiden, wie viel sie zahlen möchten. Gibt man beispielsweise 47 Euro aus, wird davon eine Kastration in der Clinica Veterinara AIIVet finanziert. Besonders bei HundebesitzerInnen zwischen 20 und 40 Jahren käme diese soziale Firmenphilosophie gut an, so der 24 Jahre alte Lehnert. „Das Wirtschaftssystem braucht neue Werte: Das muss die junge Generation herrichten“, lautet sein Fazit. Anfang Februar haben die Gründer ein großes Ziel verwirklicht und sind in Vollzeit in ihr Unternehmen eingestiegen.

16.05.2022: Lichtverschmutzung bedroht Artenvielfalt

In immer mehr Städte weltweit wird es nicht mehr richtig dunkel. Doch diese Dauerbeleuchtung bringt die innere Uhr vieler Tierarten komplett durcheinander, was teilweise zu einem starken Populationsrückgang sowie einer massiven Reduzierung der Artenvielfalt führt. „Lichtverschmutzung ist wahrscheinlich eine Hauptursache des globalen Artensterbens", sagt Chronobiologin und Gastwissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilian-Universität München, Stefanie Monecke. Als Beispiel nennt sie Straßenlaternen, wo man oft dichte Insektenschwärme sehen kann: „Das Licht zieht Abertausende Insekten an, die um die Lichtquelle surren, ermüden oder verbrennen. Die ganze Nahrungskette gerät damit durcheinander: Die Tiere, die Insekten im Dunkeln jagen, finden weniger Nahrung." Der Trend zur nächtlichen Dauerbeleuchtung belastet zahlreiche Tierarten. So werden die Jagdgebiete von vielen Fledermausarten, die Lichtquellen meiden, immer kleiner, und Rotkehlchen singen aufgrund der starken künstlichen Beleuchtung manchmal die ganze Nacht. Als weiteres Beispiel führt Monecke den Feldhamster an. Die Population des früher als Plage gejagten Nagers ist vielerorts bedrohlich gesunken, da die starken
Lichtquellen die biologische Jahresuhr, die Anfang und Ende des Winterschlafs bestimmt, beeinträchtigen. „Die Reproduktion der Feldhamster startet heute schon bis zu zweieinhalb Monate später als in den 80er-Jahren", sagt Monecke. „Anstatt 20 bis 25 Jungtiere im Jahr zieht ein Feldhamsterweibchen heute nur noch fünf groß. Mit stark sinkender Tendenz." Im Gegensatz zu uns Menschen sind Tiere dem künstlichen Licht schutzlos ausgesetzt. Nach Ansicht der Weltnaturschutzunion IUCN ist Lichtverschmutzung eine „unsichtbare Gefahr“ für Tiere. Eine Reduzierung der Außenbeleuchtung könnte der Tierwelt helfen und gleichzeitig auch enorm Energie sparen. „So verschwendet die dringend modernisierungsbedürftige Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Brücken in Deutschland jährlich drei bis vier Milliarden Kilowattstunden Strom - mehr, als eine Million private Haushalte zusammen verbrauchen", rechnet der Naturschutzbund Deutschland (NABU) vor. Manche Städte hätten ihren Energieverbrauch durch intelligente Beleuchtung, unter anderem mit Bewegungsmeldern, um 50 Prozent reduziert.

16.05.2022: Legehennenhalter zunehmend unter Druck

Legehennenhalter machen aktuell eine schwere Zeit durch. Zu dem Anfang 2022 in Kraft getretenen Verbot des Kükentötens kommen Probleme, die durch steigende Kosten bei niedrigen Eierpreisen verursacht werden. Hinzu kommt der Wunsch nach mehr Tierwohl, der wegen notwendiger Umbauten zu zusätzlichen Kosten führt. Kosten, die die Betriebe massiv unter Druck setzen, wie beim „Fachgespräch Legehenne“ der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen deutlich wurde. Die Rahmenbedingungen verschlechtern sich zunehmends, so Uwe Bintz, betriebswirtschaftlicher Berater der LWK mitteilt. Höhere Baukosten, höhere Zinsen, teurere Junghennen und exorbitant steigende Futtermittelpreise: Gerade für NeueinsteigerInnen sei es deutlich schwieriger geworden, in der Legehennen-Haltung eine ausreichende Wirtschaftlichkeit zu erzielen: „Je nach Haltungsform müssten die Erzeugerpreise für Eier um 1,5 Cent bis 3 Cent pro Stück steigen, damit sich die Investitionen und der
Betrieb rechnen, aber dies gibt der Eiermarkt zurzeit nicht her“, berichtete Bintz. Trotz der steigenden Kosten sollten die HalterInnen weiter an der Verbesserung des Tierwohls arbeiten, wie die LWK-Beraterin für Geflügelhaltung, Neele Ahlers, empfiehlt. „Wer die Bedürfnisse der Tiere stärker in den Mittelpunkt stellen will, sollte ihnen mehr Platz zur freien Ausübung ihres Verhaltens zur Verfügung stellen, Küken frühzeitig den Zugang zum Scharrbereich ermöglichen und auch in konventioneller Haltung über Außenklimabereiche nachdenken“, so Ahlers. Die weniger wirtschaftliche Brudermast, die aus dem Verbot des Kükentötens vermehrt durchgeführt wird, könne nur als Übergangslösung dienen, so LWK-Expertin Karen Schemmann. Denn die Legehennen-Brüder wachsen bei gleichzeitig hohem Futterverbrauch langsamer und haben ein geringeres Lebendgewicht. Zudem sei die Ökobilanz dieser Tiere wesentlich ungünstiger als bei den reinen Mastherkünften, so die Expertin abschließend.

13.05.2022: GPS-Ortung von Wildschweinen zur ASP-Bekämpfung

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hält zahlreiche Länder in Europa in Atem. Immer wieder gibt es Berichte über Kadaverfunde von infizierten Wildschweinen. Erst kürzlich wurden unweit von Rom drei verendete Tiere positiv auf den ASP-Erreger getestet, was die italienische Regierung zu einer Ausweisung einer sogenannten Roten Zone und der vorsorglichen Keulung von Wildschweinen veranlasst hat. In Bayern wächst auch die Sorge um die Sicherheit und die Gesundheit des heimischen Schwarzwilds. Um mehr Informationen über die Laufwege und Aufenthaltsorte zu erhalten, haben WissenschaftlerInnen einzelne Wildschweine in dem Bundesland mit GPS-Sendern ausgestattet. Sie hoffen, auf diesem Weg die Verbreitung der Tierseuche
kontrollieren zu können. Die Daten könnten bei der Festlegung von ASP-Sperrgebieten helfen, wie Wildtierökologe Prof. Marco Heurich von der Universität Freiburg in einem Interview erklärt. Bislang konnten 32 Tiere mit Halsbandsendern versehen werden. Diese sind aus Spezialkunststoff, der zum einen sehr belastbar und witterungsbeständig ist und zum anderen auch die Tierhaut schont. Halbstündliche Peilungen der Tiere geben genaue Hinweise auf die Laufwege der Wildschweine. Mit den Trackingdaten könnten zudem Kadaver schneller gefunden werden, da kranke Tiere ein anderes Laufverhalten zeigen, so Heurich. Das Wissen um die Bewegungsaktivitäten der Wildschweine kann auch gezielt genutzt werden, um Bejagungsstrategien zu entwickeln.

13.05.2022: Schweinswale in der Ostsee brauchen mehr Schutz

Am kommenden Sonntag (15.05.2022) wird der internationale Tag des Ostsee-Schweinswals gefeiert. Anlässlich dieses besonderen Tages macht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die bedrohliche Situation der Meeressäuger aufmerksam. Denn für die Ostseeschweinswale, von denen es aktuell in der zentralen Ostsee nur noch rund 500 Tiere gibt und die akut vom Aussterben bedroht sind, wird es immer schwieriger, ruhige Rückzugsorte und genug Nahrung zu finden. „Nicht mal in seinen eigenen Schutzgebieten ist der Schweinswal vor der Fischerei und dem ständigen menschengemachten Lärm sicher. Das muss sich endlich ändern, damit unser einziger heimischer Wal eine Chance zum Überleben hat", mahnt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. Die ausgewiesenen Schutzgebiete bestehen laut Bandt meist nur auf dem Papier,
denn Fischerei und Schifffahrt wurden bislang kaum eingeschränkt. Der BUND fordert daher eindringlich, die Schutzgebiete in der deutschen Ostsee endlich zu sicheren Rückzugsorten für Meerestiere zu machen. Das von der EU beschlossene Verbot der Stellnetzfischerei zwischen November und Januar geht dem Bund nicht weit genug. „Wir begrüßen die neuen Maßnahmen, aber für die dramatische Situation des Ostseeschweinswals sind sie einfach nicht ausreichend. Stellnetze müssen aus allen Schutzgebieten ganzjährig verbannt werden, wenn wir es mit der Rettung der Schweinswale wirklich ernst meinen", lautet Bandts Forderung an die Bundesregierung. „Wir brauchen jetzt eine mutige Meereswende, wie sie von der neuen Bundesregierung angekündigt wurde. Eine Meereswende, die den Ostseeschweinswal aufatmen lässt", so der BUND-Vorsitzende.

13.05.2022: Projekt unterstützt TierhalterInnen in Not

Die Zahl der Haustiere in den Haushalten wächst stetig. Für viele Menschen sind Hunde und Katzen nicht nur ein neues Familienmitglied, sondern Lebensbegleiter und emotionale Stütze, wie Tanja Wehsely, Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien, betont. Doch plötzliche Notsituationen wie Krankheit, Schulden oder seelische Krisen erschweren den TierhalterInnen die Versorgung ihrer Vierbeiner. Die Initiative „A G`spia für`s Tier“ der Volkshilfe Wien hilft in solchen Momenten und ermöglicht es den Menschen, ihre Tiere trotz der Problematik zu behalten. „Das Team von A G`spia für`s Tier der Volkshilfe Wien unterstützt TierhalterInnen in prekären Lebenssituationen dabei, sich bestmöglich um ihre Schützlinge zu kümmern. Dabei wird nicht nur den Tieren geholfen, sondern es wird auch den TierhalterInnen Selbstvertrauen und Tierpflegekompetenz vermittelt“, erklärt Wehsely. Die Stadt unterstützt das Projekt in diesem Jahr mit 30.000 Euro. Neben
der finanziellen Unterstützung bietet die Volkshilfe zudem eine Alltagsunterstützung in der Tierhaltung, Hilfe bei Notfall- Unterbringung sowie Beratung und Betreuung durch SozialarbeiterInnen. „Der soziale Aspekt dieses Projektes ist uns enorm wichtig: Denn gerade in Krisenzeiten sollten sich Mensch und Tier zusammen bleiben, Tiere können in schwierigen Lebensphasen eine enorme Unterstützung sein“, betont Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky. Unter dem Motto Helping Vets würdigt und honoriert Heel Veterinär jedes Jahr drei Tierschutzorganisationen für ihren gemeinnützigen Einsatz. Noch bis zum 31. Mai 2022 können gemeinnützige Tierschutzprojekte eingereicht werden, die Besonderes leisten und sich durch Nachhaltigkeit, Vorbildwirkung und soziales Engagement für Mensch und Tier auszeichnen. Im Vetion-Fokusthema Forschungs- und Tierschutzpreise werden die aktuellen Ausschreibungen mit der jeweiligen Bewerbunsfrist aufgeführt.

12.05.2022: App bündelt Produktionsdaten einzelner Schweine

Die Digitalisierung schreitet auch in der Schweinehaltung voran. Mit der neuen App „Pig Passport" können Schweinebetriebe und Verarbeiter alle Daten jedes einzelnen Tieres von der Geburt bis zur Verarbeitung erfassen und analysieren. Für die Entwicklung der App haben sich Cloudfarms, ein Tochterunternehmen der BASF, und das Schweizer Zuchtunternehmen Suisag zusammengetan. „Bislang ist die Einzeltierverfolgung nur in spezialisierten Zuchtbetrieben üblich, während Schweine aus Erzeuger- und Mastbetrieben in der Regel in Gruppen und nicht als Einzeltiere erfasst werden“, erläuterte der Managing Director bei Cloudfarms, Jens Toppenberg. Cloudfarms kündigte zudem an, eine neue Anwendung des bestehenden Pig Management Systems für Schweineproduzenten auf den Markt zu bringen. Neben den Vorteilen der Informationsbündelung sorgt eine elektronische Ohrmarke, die mit der Cloudfarms Mobile App verbunden ist, für eine
schnelle, zuverlässige und einfache Dateneingabe für jedes Schwein direkt im Stall. Da die komplette Lieferkette auf die Daten zugreifen kann, können Mast und Haltung jedes Schweins besser nachverfolgt werden. Zudem sorgt diese unter anderem für mehr Tiergesundheit sowie die vollständige Verbrauchertransparenz. Eine weitere wertvolle App für die Schweinegesundheit hat die Firma Boehringer Ingelheim gerade auf den Markt gebracht. Mit der Frühwarnapp SoundTalks® können Atemwegserkrankungen bei Schweinen schon in einem frühen Stadium erkannt werden. Dieses innovative Monitoring-System ist eine künstliche Intelligenz, die den respiratorischen Gesundheitsstatus der Tiere permanent analysiert und sowohl die Stalltemperatur als auch die Luftfeuchtigkeit erfasst. Das Frühwarnsystem erkennt Atemwegserkrankungen mit Husten bis zu 5 Tage früher als eine routinemäßige Tierkontrolle.

Pferde durch Impfung vor West-Nil schützen

12.05.2022

Nach dem ersten bestätigten Fall einer West-Nil-Infektion bei einem Wildvogel im Jahr 2018 breitet sich das Virus weiter in Deutschland aus. Die wichtigsten Wirte des West-Nil-Virus sind Vögel. Pferde und Menschen können als Fehlwirte dienen. Auch wenn die meisten WNV-Infektionen bei Pferden ohne Symptome verlaufen, zeigen ca. 8 Prozent der infizierten Tiere teils schwere neurologische Symptome. 30 bis 50 Prozent der betroffenen Pferde sterben an der Infektion. Aber auch überlebende Tiere können lebenslang mit den Folgen der Erkrankung zu tun haben. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) rät daher HalterInnen von Pferden in betroffenen Gebieten dringend zu einer Impfung gegen das Virus.
Der beste Zeitpunkt dafür ist ca. 4-6 Wochen vor Beginn der Mückensaison. Da das WNV von Stechmücken übertragen wird, sollte auf einen ausreichenden Mückenschutz der Pferde geachtet werden. MSD Tiergesundheit veranstaltet am 19. Mai 2022 ein kostenfreies Webinar zum West-Nil-Virus. Prof. Dr. med. vet. Katharina Lohmann, Universität Leipzig, geht hier auf Neuigkeiten sowie die Bedeutung der Impfung ein. TierärztInnen können sich bis zum 18.5.2022 für das Webinar anmelden. Vetion.de hat im gleichnamigen Fokusthema alle wichtigen Fakten zu dem West-Nil-Virus aufgeführt. Hier finden TierärztInnen und PferdehalterInnen wichtige Informationen über den Erreger und dessen Verbreitung, aber auch zu WNV-Erkrankungen von Pferd, Vogel und Mensch.

12.05.2022: Schweineproduktion in Deutschland nimmt weiter ab

Die Schweinehaltung in Deutschland befindet sich weiterhin in einer tiefen Krise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nahm die Zahl der Schweineschlachtungen im 1. Quartal 2022 erneut um ca. 1,34 Mio. im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab und erreichte damit einen nie da gewesenen Tiefpunkt. Auch das durchschnittliche Schlachtgewicht der Tiere sank um 11,6 Prozent, was unter anderem auf die derzeit hohen Futterkosten zurückzuführen ist. Auch in China hat sich ein Rückgang bei der Schweineproduktion gezeigt. Im Vergleich zum Dezember vergangenen Jahres sank die Zahl der
Schweine auf 422,53 Millionen Tiere, was einem Minus von 5,9 % entspricht. Der Rückgang ist auch auf die drastisch reduzierten Importe zurückzuführen. Wie der Direktor des Büros für Tierhaltung und Veterinärwesen im Landwirtschaftsministerium, Yang Zhenhai, erklärte, sei das Land damit der langfristigen Zielmarke von 41 Millionen Sauen nähergekommen. Auf diesem Weg soll der chinesische Schweinemarkt entlastet und die eigenen Erzeugerpreise gestützt werden. Besonders betroffen von den Importeinbrüchen sind die USA, die einen Rückgang von knapp 78 Prozent hinnehmen mussten, gefolgt von Spanien (67,2 %) und Dänemark (53,5 %).

12.05.2022: Experimentatoren nicht primärer Störfaktor bei Tierstudien

Für die Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen sollten Störfaktoren möglichst vermieden werden. In der tierexperimentellen Forschung galten die Personen, die die Versuche durchführen, die sogenannten Experimentatoren, als primärer Störfaktor. Eine Studie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) konnte nun belegen, dass der Einfluss dieser Experimentatoren geringer als erwartet ist. Die Verhaltensbiologinnen Dr. Vanessa von Kortzfleisch und Prof. Dr. Helene Richter haben dazu Analysen an verschiedenen Standorten durchgeführt. Das Forscherteam aus Münster stieß bei den Untersuchungen auch noch auf andere Störfaktoren. Eine deutlich größere Rolle
als der Experimentator spielte beispielsweise der Aspekt, in welchem Labor der jeweilige Versuch stattfand. Die Auswertungen zeigten, dass die verschiedenen Versuchsbedingungen in den Laboren trotz standardisierter Bedingungen einen wesentlich größeren Einfluss haben als der Experimentator, so von Kortzfleisch. Als Beispiel nennt die Wissenschaftlerin kleine Unterschiede in der Geräuschkulisse oder im Geruch der Umgebung. „Unsere Ergebnisse zeigen aber vor allem, dass biologische Variation eine zentrale Rolle in tierbasierten Studien spielt, selbst wenn die Tiere aus Inzuchtlinien stammen. Wir brauchen zukünftig bessere Strategien, um diese Variation kontrolliert im Versuchsdesign zu integrieren“, unterstreicht von Kortzfleisch.

11.05.2022: SoundTalks erkennt Husten bei Schweinen 5 Tage früher

Die Digitalisierung schreitet auch in der Veterinärmedizin und der Landwirtschaft immer weiter voran. Dank Künstlicher Intelligenz (KI) erkennt die Frühwarnapp SoundTalks® jetzt Atemwegserkrankungen bei Schweinen in einem frühen Stadium. Durch dieses innovative Monitoring-System von Boehringer Ingelheim kann sich der Landwirt die Zeit für eine intensive Tierbeobachtung sparen. Die App überwacht permanent die respiratorische Gesundheit der Tiere und analysiert zudem die Stalltemperatur als auch die Luftfeuchtigkeit. Das Frühwarnsystem erkennt Atemwegserkrankungen mit Husten bis zu 5 Tage früher als eine routinemäßige Tierkontrolle. Es ermöglicht so einen früheren Behandlungsbeginn, bevor die Tiere ernsthaft erkranken,
in der Leistung abfallen und es zu finanziellen Einbußen kommt. Das 24/7-Überwachungssystem besteht aus Monitoren mit Mikrofonen sowie Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsfühlern. Es zeichnet alle Daten rund um die Uhr auf und bewertet sie. Umgebungsgeräusche werden herausgefiltert, hustende Schweine hingegen führen zu einem Alarm. Warnungen des Systems werden einerseits direkt im Stall am Monitor über den betroffenen Schweinen durch eine LED-Leuchte angezeigt, andererseits im dazugehörigen SoundTalks-Webportal oder auf dem Smartphone via App. Das Ampelprinzip ist für jeden Mitarbeiter einfach nachzuvollziehen, erklärte die Tierärztin Dr. Annette Brune von Boehringer Ingelheim heute in der virtuellen Präsentation der neunen App.

11.05.2022: Hitzestress bei Kühen vermeiden

Der Sommer steht vor der Tür und seit einigen Jahren sind Wettextreme auch in Deutschland keine Seltenheit mehr. Zudem könnte die durchschnittliche Jahrestemperatur durchaus bis zum Jahr 2050 um weitere 2 C° steigen, wie ExpertInnen prognostizieren. Besonders für Mutterkühe auf der Weide kann der gefährliche Hitzestress schon bei Temperaturen ab 22 Grad beginnen, wie Eduard Zentner von der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein (Österreich) erklärt. Je höher die Luftfeuchtigkeit wird, desto schwieriger ist es für die Kuh, sich über die Verdunstung von Körperflüssigkeiten bei der Atmung und beim Schwitzen abzukühlen. „Bei einer sehr niedrigen Luftfeuchte wiederum können
die Schleimhäute austrocknen. Für Erreger jeglicher Art ist es so ein Leichtes, in den Organismus des Rindes einzudringen“, erläuterte der Österreicher bei einer Online- Veranstaltung vom Fokus Netzwerk Tierwohl. Mutterkuhhalter können Hitzestress weitgehend mindern, indem sie für ausreichend Wasser und Schatten sowie viel Rohfaser sorgen. Hitzestress bei Kühen äußert sich unter anderem durch Maulatmung sowie durch einen gestreckten Kopf und Hals. Die Tiere zeigen zudem eine verminderte Fresslust, was zu Stoffwechselerkrankungen oder sogar Aborten führen kann. Das Netzwerk Fokus Tierwohl hat zum Thema Hitzestress einen Podcast herausgebracht, der auf der Internetseite zum Download kostenfrei zur Verfügung steht.

11.05.2022: Jungtiere nicht einfach mitnehmen

Mit dem Frühling bringen auch Vögel und Eichhörnchen ihren Nachwuchs zur Welt. Doch leider passiert es häufig, dass übervorsichtige Wanderer und Spaziergänger scheinbar verlassene oder verletzte Jungvögel mitnehmen und an den Tierarzt bzw. Wildauffangstationen übergeben. Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) hat daher gemeinsam mit verschiedenen Tierschutzorganisationen einen Aufruf gestartet, damit Jungtiere nicht von ihren Elterntieren getrennt werden. „Wenn ein junger Vogel allein auf dem Boden sitzt, scheint die Situation vielen eindeutig zu sein: Sie denken, das Tier wurde von seinen Eltern verlassen und sammeln es wohlmeinend ein. Aber damit schaffen sie erst ein Problem“, erklärt Dr. Florian Brandes, Leiter der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, sich den Tieren nicht zu nähern, denn in den meisten Fällen
verstecken sich die Elterntiere nur. In dieser Zeit sind die Vögel zwar tatsächlich einem erhöhten Risiko ausgesetzt, von Räubern erbeutet zu werden, dies gehört aber zum natürlichen Verhalten der Tiere. Ähnliches gilt für den Eichhörnchen-Nachwuchs. Selbst bei einem Sturz aus dem Nest sind die Elterntiere häufig in der Lage, ihre Jungen zurück in den Kobel zu holen. „Jungvögel und junge Eichhörnchen sind, wenn sie unverletzt sind, grundsätzlich dort zu lassen, wo sie gefunden wurden. Selbst bei sehr guter Pflege durch den Menschen sind ihre Überlebenschancen erheblich schlechter als bei Aufzucht durch die Eltern“, erklärt Professor Dr. Michael Pees, Leiter der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Hilfe sei erst angeraten, wenn Tiere verletzt sind oder, nach einer sehr langen, ruhigen Beobachtungsphase, wenn sehr sicher sei, dass die Jungtiere von ihren Eltern verlassen wurden, so Pees.

11.05.2022: Rahmenbedingungen als Voraussetzung für Bürohunde

Der Beginn der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden temporären Veränderungen haben viele Menschen veranlasst, sich ein Haustier anzuschaffen. Inzwischen sinken die Inzidenzen und viele ArbeitnehmerInnen müssen das Homeoffice beenden und wieder ins Büro. Um den Vierbeiner nicht unbetreut zu Hause lassen zu müssen, nehmen zahlreiche HalterInnen das Angebot ihrer ArbeitgeberInnen an, den Hund mit an den Arbeitsplatz zu nehmen. Die sogenannten Bürohunde können sogar den Arbeitsstress mindern sowie zu einer besseren Kommunikation beitragen. Doch dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen, wie Alexandra Ennsberger von der FH Burgenland erklärt. Anhand von acht deskriptiven Fallstudien, die in
Unternehmen mit Bürohunden durchgeführt wurden, erforschte sie für ihre Masterarbeit im Studiengang Human Resource Management und Arbeitsrecht die wichtigsten Rahmenbedingungen, die eine erfolgreiche Integration des Hundes ins Arbeitsumfeld ermöglichen. „Viele Studien zeigen, dass die Interaktion mit einem Hund messbare Vorteile für die physische und psychische Gesundheit des Menschen haben kann“, betont Ennsberger. Neben dem Verhalten des Hundes, dem Einverständnis der betroffenen KollegInnen und der Definition hundefreier Bereiche sei aber die regelmäßige Kommunikation innerhalb des Unternehmens von großer Bedeutung, wie die Autorin erklärt, die das Thema von verschiedenen Sichtpunkten beleuchtete.

11.05.2022: Innovationsfreundlichen Rahmen zum Wohle der Tiere nutzen

Die Tiergesundheitsbranche befindet sich derzeit in einem Wandel. Während die Corona-Pandemie für einen starken Anstieg im Hobbytierbereich (60% des Marktes) sorgte und zu einem Wachstum bei den Tierarzneimitteln (+ 3,2%) führte, sinken die Nutztierzahlen weiterhin. Der Agrarsektor sei geprägt von einer Unsicherheit, der mit Planungssicherheit und verlässlichen Rahmenbedingungen begegnet werden sollte, wie Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführung des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT), bei der Mitgliederversammlung des Verbandes betonte. „Neue Entwicklungen und Lösungen für die Tiergesundheit können sich nur in einem stimulierenden Umfeld entfalten. Signale einer verstärkten Technologieoffenheit, um Herausforderungen zu meistern, werden in unserer innovationsstarken Branche positiv aufgenommen“, erklärt Jörg Hannemann, Vorsitzender des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT). „Bei der Neuausrichtung der gesellschaftspolitischen Wertegefüge müssen Stellenwert und Beitrag der Tiergesundheit,
die Krankheitsvorbeuge und das frühzeitige Erkennen und Eingreifen als wichtige Elemente in den Strategien fest verankert werden“, betonte er. Die neue Tierarzneimittelgesetzgebung, die am 28. Januar 2022 in Kraft getreten ist, sollte eigentlich die Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln verbessern. Die Umsetzung einiger Vorgaben zeige jedoch einige unerwünschte Konsequenzen auf, unter anderem die erforderlichen Anpassungen zur Guten Vertriebspraxis nach neuer Verordnung, die sich als Kostentreiber herauskristallisiert hat, wie Hannemann weiter ausführte. Strikte Vorgaben zur Anwendung schränken den notwendigen, fachlich begründeten Handlungsspielraum bei der Versorgung der Tierärzte unerwartet ein. Großes Augenmerk müsse weiterhin darauf liegen, einen verlässlichen und innovationsfreundlichen Rahmen zu schaffen, damit sich das Potential zum Wohl der Tiere voll entfalten kann. Vor dem Hintergrund der neuen Gesetzgebung verabschiedeten die Mitgliedsunternehmen auch aktualisierte Fassungen von Verbandssatzung und Verhaltenskodex.

10.05.2022: ASP rückt näher an Rom heran

Nachdem es bereits mehrere Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den norditalienischen Provinzen Ligurien und Piemont gab, scheint die Tierseuche näher an die Hauptstadt Italiens heranzurücken. Wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilte, wurde am 4. Mai 2022 ein erkranktes Wildschwein im Naturpark Insugherata positiv auf die ASP getestet. Die Region ist nur wenige Kilometer vom Vatikanstaat entfernt und die Behörden vermuten, dass die Verbreitung auf menschliche Faktoren zurückzuführen ist. Um eine Einschleppung des Virus in Hausschweinebetriebe zu vermeiden, hat die Region Latium am vergangenen Wochenende eine sogenannte Rote Zone festgelegt, innerhalb derer Picknicks und jegliche Veranstaltungen verboten sind. Die stetig wachsende Zahl der Wildschweine in Rom ist seit Jahren
ein Problem. Die Tiere können sich aufgrund des großen Nahrungsangebots durch die Unmengen an herumliegenden Müll unkontrolliert vermehren. Weil Abfall auf der Straße häufig nicht abgeholt wird, suchen die Wildschweine dort nach Nahrung. In der Roten Zone sollen Mülleimer deshalb eingezäunt werden, fordert die Regionalverwaltung. Dem Gesundheitsministerium gehen solche Maßnahmen nicht weit genug. „Wir müssen die Zahl der Wildschweine reduzieren, in Italien gibt es zu viele“, sagte Unterstaatssekretär Andrea Costa. Das jedoch wird von Umwelt- und Tierschützern massiv kritisiert. „Aus Rom jetzt den Wilden Westen zu machen, um Wildschweine zu jagen, löst das Problem nicht“, sagte Rita Corboli von der Tierschutzorganisation Oipa und meinte: „In Rom sind die Abfälle das Problem und nicht die Wildschweine.“

10.05.2022: Raufutter reduziert Magengeschwüre bei Mastschweinen

Die zusätzliche Gabe von Grassilage hat einen signifikant positiven Einfluss auf die Magengesundheit von Mastschweinen. Zu diesem Schluss kamen WissenschaftlerInnen des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL und der ETH Zürich, nachdem sie die Auswirkungen von Grassilage auf das Verhalten und die Gesundheit von kastrierten und nicht kastrierten Mastschweinen analysiert haben. Magengeschwüre, die bei Mastschweinen häufig nachgewiesen werden, könnten nach Angaben der Schweizer Forschenden durch eine zusätzliche Gabe von Raufutter reduziert werden.
Denn herkömmliches Schweinefutter sei zwar aufgrund der feinen und homogenen Struktur optimal für die Futterverwertung, ermögliche aber keine artgerechte Futteraufnahme, so die Forschenden. Mit ihren Experimenten konnte belegt werden, dass Schweine, die permanenten Zugang zu Raufutter haben, deutlich mehr Zeit mit Fressen verbringen als ihre Artgenossen, die nur mit fein gemahlenem Konzentratfutter ohne Raufutter gefüttert werden. Neben der Reduzierung der Häufigkeit von Magengeschwüren gingen zudem die gegenseitigen Schwanzmanipulationen zurück.

10.05.2022: Hessen fördert Digitalisierung in der Landwirtschaft

Das Land Hessen intensiviert die Förderung der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Grund dafür sei der Krieg in der Ukraine, der steigende Preise mit sich bringe sowie ein Umdenken beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln erfordere, wie Landwirtschaftsministerin Priska Hinz erklärt. So hat das Land die Förderrichtlinien für LandwirtInnen geändert. „Zum einen wurde das Mindestinvestitionsvolumen auf 1.500 Euro gesenkt, zum anderen die Förderobergrenze auf mindestens 80.000 Euro angehoben“, so die Ministerin. „Mit unseren Richtlinien zur Förderung von Innovation und Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und in ländlichen Gebieten sowie der Digitalisierung in der Landwirtschaft (RL-IZ) unterstützt Hessen bereits Maßnahmen des sogenannten ‚Precision Farming‘. Mit der aktuellen Richtlinienänderung, die mit ihrer Veröffentlichung am 18. April 2022 in Kraft getreten ist,
schaffen wir jetzt noch bessere Förderkonditionen für die Betriebe“, erklärte Hinz. Das Land fördert sowohl den Erwerb von Agrarsoftware und den Einsatz von Sensor- Technologie zur organischen und mineralischen Düngung als auch die Verwendung digitaler Hack- und Pflanzenschutztechnik zur Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. Außerdem stellt das Land finanzielle Mittel für digitale Systeme zur Überwachung des Gesundheitszustandes von Nutztieren und zur Verbesserung des Tierwohls sowie für die Beratung zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen sowie Produkten und Dienstleistungen zur Verfügung. Weiterhin sollen die Bildungsangebote für Studierende in den Bereichen Precision Farming und Digitalisierung verstärkt werden, betont Hinz. Am 17. Mai 2022 findet in Berlin die Digital Farming Conference statt, denn die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft ist digital.

10.05.2022: Vet Business Forum 2022 für TierärztInnen und TFAs

Unter dem Motto „Zusammen mehr wissen – für gesunde Haustiere und erfolgreiche Praxen“ lädt Royal Canin auch in diesem Jahr zum Vet Business Forum ein. Am 31. Mai und 1. Juni 2022 haben Tierärztinnen und Tierärzte, aber auch Tiermedizinische Fachangestellte die Möglichkeit, an dem virtuellen Kongress teilzunehmen. Das Programm umfasst neben Themen zu Tiergesundheit und Ernährung auch Praxismanagement und Digitalisierung. Den ersten Kongresstag werden Prof. Martin Kramer und Prof. Stephanie Krämer (beide JLU Gießen) mit ihrem
Gastvortrag zum Thema Qualzucht abschließen. Unter dem Motto „Wenn Schönheitsideale zur Qual werden“ informieren die beiden ReferentInnen unter anderem über die wichtigen Qualzuchtmerkmale und ihre medizinischen Auswirkungen für die betroffenen Tiere. Die TeilnehmerInnen können sich zudem auf der digitalen Messeausstellung über Neuigkeiten und Services für die Praxis informieren. Die Anmeldung zum Royal Canin Vet Business Forum ist ab sofort möglich. Auch Teilnehmende des letztjährigen Forums müssen sich erneut anmelden.

09.05.2022: Nandupopulation in Mecklenburg-Vorpommern kaum verändert

Die Population der Nandus (Rhea americana) in Mecklenburg- Vorpommern hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Bei der diesjährigen Frühjahrszählung der Arbeitsgruppe Nandumonitoring am 18. März 2022 wurden insgesamt 131 Tiere erfasst, darunter 21 Jungvögel aus dem vergangenen Jahr. Im vergangenen November wurden 121 Nandus gezählt. Da die Nandus, die aktuell in Deutschland zwar zu den Neozoen, aber zu den nicht-invasiven Arten zählen, jedoch eine größere Scheu entwickelt haben, sind voraussichtlich nicht alle Tiere erfasst worden. „Ziel der Aufnahme des Nandus in das Jagdrecht war es, Einfluss auf das exponentielle
Wachstum der Nandupopulation zu nehmen und Jagdausübungsberechtigten einen größeren Handlungsspielraum zur Vermeidung von landwirtschaftliche Schäden einzuräumen. Auch sollte die Population aufgrund der Einstufung der Art als „potenziell invasiv“ hinsichtlich Größe und Verbreitung in überschaubarer Dimension verbleiben. Diese Zielstellungen konnten nach bisheriger Bewertung offenbar erfüllt werden“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nandus werden zweimal im Jahr gezählt, um Entscheidungen, etwa zur Bestandsregulierung, anhand einer fachlich fundierten Grundlage treffen zu können.

09.05.2022: PRRS: Dänemark erhöht Druck auf die Schweinehalter

Dänemark hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 das Porzine Reproduktive und Respiratorische Syndrom (PRRS) auf ein Minimum zu senken. Um das voranzubringen, sollen Betriebe mit einem positiven PRRS-Status einen Preisabzug in Höhe von umgerechnet 3 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht erhalten. Aktuell sind ungefähr ein Viertel aller dänischen Mastbetriebe PRRS-frei, bei den Sauenbetrieben
beträgt der Anteil etwas mehr als die Hälfte. Das umfassende Programm verpflichtet alle Betriebe künftig, den Infektionsstatus bezüglich PRRS zu ermitteln und zu deklarieren. Zudem sieht es eine monatliche Erklärung vor, die die Schweinehalter gemeinsam mit ihrem Tierarzt erstellen. Die Eradikation des Erregers soll sowohl die Gesundheit als auch das Tierwohl in den Ställen fördern und somit auch die Wirtschaftlichkeit verbessern.

09.05.2022: Podcast zur Klauengesundheit von Sauen

Das Netzwerk Fokus Tierwohl bündelt fachspezifisches Wissen, organisiert den Erfahrungsaustausch und fördert auf diese Weise die Wissensvernetzung innerhalb der Nutztierbranche. Um den Wissenstransfer in die Praxis weiter zu verbessern, erstellt das Netzwerk zudem Podcasts zu verschiedenen Themen der Nutztiergesundheit. Der inzwischen 6. Podcast befasst sich mit der Bedeutung und Erhaltung der Klauengesundheit in der Sauenhaltung. Unter dem Motto „Gesunde Klauen – gesunde Sauen“ sprechen Susanne Gäckler von der DLG und Dr. Christian Lambertz vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) mit Dr. Jürgen Harlizius,
Fachtierarzt für Schweine beim Schweinegesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, sowie Dr. Eckhard Meyer vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Verschiedene Faktoren lassen der Klauengesundheit eine neue Bedeutung zukommen. Dazu gehören neben Veränderungen in den Haltungssystemen und den damit verbundenen vermehrten Bewegungsaktivitäten der Tiere auch das höhere Gewicht der Sauen. Der Podcast informiert über Klauenschäden und -verletzungen sowie deren Vorbeugung und steht zum Download auf der Internetseite des FiBL zur Verfügung.

09.05.2022: Geflügelpestausbruch auf der Vogelinsel Beuchel in MVP

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich ein neuer Ausbruch der Geflügelpest bestätigt. In diesem Fall sind Wildvögel auf der Vogelinsel Beuchel betroffen, vor allem Kormorane. Bislang konnten 277 tote Kormorane und sechs tote Silbermöwen geborgen werden, wobei bei den Kormoranen fast ausschließlich adulte Brutvögel betroffen sind. Das Nationale Referenzlabor auf der Insel Riems hat inzwischen die Infektion mit dem hochpathogenen Geflügelpestvirus bestätigt. „Trotz des einsetzenden Frühlings ist das Thema Vogelgrippe leider noch immer nicht abgehakt. Die Seuche ist noch immer aktiv. Wir dürfen uns also nicht in Sicherheit wiegen. Ich bitte daher die Geflügelhalter, weiterhin aufmerksam zu bleiben und die Hygienemaßnahmen weiterhin hoch zu halten und den Hinweisen der Veterinärämter unbedingt zu folgen", erklärte der
Landwirtschaftsminister des Landes, Dr. Till Backkhaus. Um den Verlust des eigenen Geflügels durch die Tierseuche zu verhindern, sollten Geflügelhalter im gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen unbedingt den Kontakt zwischen Wildvögeln und eigenem Geflügel verhindern. Wildvögel dürfen keinen Kontakt zu Futter und Einstreu haben, was einschließt, dass das Geflügel nur im Stall zu füttern ist. Von Teichen und offenen Wasserflächen ist das eigene Wassergeflügel fernzuhalten. Als Tränkwasser sollte Leitungswasser verwendet werden. Regenwasser oder sonstiges Oberflächenwasser kann bereits über Verunreinigung mit Kot die eigenen Tiere anstecken. Für den Geflügelbereich sollten extra Schuhe benutzt werden, um zu verhindern, dass infektiöser Kot an Schuhsohlen in den Stall gelangt.

06.05.2022: Kampagne für mehr mentale Gesundheit von TierärztInnen

Die Tierärztekammer Österreich hat die Kampagne Vetmental ins Leben gerufen. Denn „Auf das seelische Gleichgewicht achten“ lautet die Devise der Tierärztekammer. Durch die Kampagne soll mehr Bewusstsein für die mentale Gesundheit von Tierärztinnen und Tierärzten geschaffen werden. Dazu wurde ein Kooperationsprojekt mit der Sigmund Freud Privatuniversität entwickelt,
ebenso eine entsprechende Webseite. Auf der Website findet sich ein Test zur Selbsteinschätzung der Stressbelastung und kostenlose Webinare der Tierärztekammer. Diese sollen gesunde Strategien im Umgang mit kritischen Situationen und Stress im Berufsalltag vermitteln. Weiterhin findet sich dort eine Sammlung weiterführender Links zu diesem Thema aus dem In- und Ausland.

06.05.2022: Stammzelltherapie für Fesselträgerverletzungen zugelassen

In Deutschland und Europa ist eine neue Stammzelltherapie zur Verbesserung der Heilung von Sehnen- und Fesselträgerverletzungen bei Pferden zugelassen worden. Durch die Injektion einer Dosis des Medikaments RenuTend(TM) der Firma Boehringer Ingelheim Vetmedica wird die parallele Ausrichtung des richtigen Fasertyps gefördert und die Menge des gebildeten Narbengewebes verringert. Dadurch wird die Qualität der Heilung von Sehnen- und Fesselträgerverletzungen bei Pferden verbessert.
"Mit RenuTend(TM) können wir Reitern eine neue therapeutische Option zur Behandlung von Sehnen- und Fesselträgerverletzungen anbieten", sagt Betina Prestel, Leiterin der Tiergesundheit Boehringer Ingelheim in Deutschland. "Dieses Produkt zeigt, dass sich unsere hohen Investitionen in die Weiterentwicklung von modernsten Stammzellprodukten auszahlen. Gleichzeitig zeigt RenuTend(TM) unser Engagement, mit Innovationen das Leben von Pferden zu verbessern."

06.05.2022: Viele Pflanzen sind giftig für Tiere

Anlässlich des Frühlingsbeginns und der zunehmenden Zahl blühender Pflanzen weist die Vetmeduni Wien auf die Gefahr von Vergiftungen von Tieren durch Pflanzen hin. So sind einige Pflanzen im Garten oder in der Vase hoch oder zumindest
teilweise giftig für Hund und Katze. Die Vetmeduni Wien hat ein entsprechendes Info-Plakat für Tierhalter erstellt, das es kostenlos zum Download gibt. Auf der Webseite weist die Universität außerdem auf die wichtigsten Giftpflanzen für Pferde hin.

05.05.2022: Ergebnisse einer PED-Datenanalyse aus den USA veröffentlicht

Seit 2013 kommt es in den USA immer wieder zu Fällen der Porzinen Epidemischen Diarrhoe (PED) bei Saug- und Absetzferkeln. Dabei handelt es sich um eine durch Coronaviren verursachte, hoch ansteckende Durchfallerkrankung, die mit einer Mortalität von 80-100 % einhergeht. Mit zunehmendem Alter der Tiere sinkt jedoch die Sterblichkeit bei PED. Außer in den USA werden jedoch auch in Australien und Europa immer wieder Fälle festgestellt. Die Universität Minnesota hat nun umfangreiches Datenmaterial von
1.100 Zuchtbetrieben in 27 Bundesstaaten ausgewertet, um die PED weiter zu charakterisieren. In das Ergebnis der Untersuchung gingen letztlich 625 PED-Ausbrüche auf 373 Betrieben zwischen 2014 und 2021 ein. Demnach nahm die Wahrscheinlichkeit von PED-­Ausbrüchen von 2014 bis 2021 immer weiter ab. Die Ausbrüche waren saisonal, wobei die meisten im Zeitraum von Januar bis März lagen. Zudem konnte ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von PED-Fällen und der lokalen Schweinedichte ausgemacht werden.

05.05.2022: Inserate zum Hundeverkauf boomen

Die Corona-Pandemie hat die Deutschen zu Tierliebhabern werden lassen. Hunde und Katzen standen hoch im Kurs, das Angebot konnte die Nachfrage nicht decken. Inzwischen werden vor allem Hunde wieder vermehrt abgegeben, wie auch edogs, Deutschlands sicherster Hundemarkt, feststellen muss. Während die Plattform im Jahr 2020 65.841 Hunde-Inserate verzeichnete, waren es 2021 schon 101.278. Gleichzeitig suchten im April 2020 rund 74.000 Menschen über Google “Hund kaufen”, im März 2022 suchten nur noch 47.300 Menschen “Hund kaufen”. Mit dem Rückkehr zum Alltag schwindet auch das Interesse am Thema Hundekauf. Darüber hinaus wollen immer mehr
Leute ihre Vierbeiner verkaufen, wie die Online-Vermittlungsplattform edogs klar aufzeigt. “Vor allem die Anzahl an Tierheimhunden steigt bei edogs stark an, da viele Hundebesitzer Tierheime als erste Anlaufstelle sehen. Die Tierheime wenden sich dann an uns und wir unterstützen sie bei der Vermittlung der Hunde”, so Lena Büker, CEO von edogs. Daher appelliert edogs, sich einen Hundekauf gut zu überlegen. Denn ein unüberlegter, spontaner Kauf wird dem Tier nicht gerecht. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen und jedem Käufer muss bewusst sein, dass Hunde bis zu 15 Jahre alt werden können und mit Zeit- und Kostenaufwand verbunden sind.

05.05.2022: Melderegister für Tierstudien im Sinne von Wissenschaft und Tierwohl

Trotz zahlreicher Erfolge bei der Entwicklung von Alternativmethoden zu Tierversuchen kann nach dem gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse noch nicht auf Versuche am Tier verzichtet werden. Der Einsatz von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken muss jedoch zwingend auf das absolut unerlässliche Maß beschränkt werden und hohen ethischen Maßstäben genügen. Ein Weg, um sowohl die wissenschaftliche Qualität als auch den Tierschutz zu gewährleisten und zu verbessern, sind Register für Tierstudien. In diesen Verzeichnissen können geplante Tierversuche eingetragen werden. Dabei werden auch grundlegende
Informationen zum Ablauf des Experiments abgelegt. Das Register „Animalstudyregistry.org“ ist am Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) angesiedelt, das Teil des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist. Hier werden Studien mit positivem sowie mit negativem Ausgang gelistet, um eine überflüssige Wiederholung von Tierversuchen zu vermeiden. Dadurch werden also sowohl die wissenschaftliche Transparenz und Qualität als auch das Tierwohl gefördert. Allerdings erfolgt das Registrieren noch auf rein freiwilliger Basis. Um so wichtiger ist es, dass die aufgestellten Regeln vollständig eingehalten werden, mahnt das BfR.

04.05.2022: Eigene ASP-Suchhundestaffel in NRW

In Nordrhein-Westfalen wird eine eigene Suchhundeeinheit zum Auffinden von mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweinen aufgebaut. Das gab der Staatssekretär des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums, Dr. Heinrich Bottermann, bekannt. Die Hunde werden trainiert, um bei einem möglichen Seuchenfall Wildschweinkadaver schnell zu finden und so weitere Übertragungen des Virus auf andere Wildschweine zu verhindern. Nordrhein-Westfalen setzt bei der Ausbildung der ASP-Hundeeinheit auf Freiwillige aus behördeneigenen
Reihen. Um den Bedarf und die ständige Verfügbarkeit an guten Suchhunden zu gewährleisten, wurde der landeseigne Betrieb Wald und Holz NRW beauftragt, eine Kadaversuchhundeeinheit aufzubauen. Die auszubildenden Hundeführerinnen und Hundeführer stehen in einem dienstlichen Verhältnis und sind daher zu jeder Zeit kurzfristig einsetzbar. Darüber hinaus sind auch Spaziergänger stets aufgefordert, tot aufgefundene Wildschweine unter der Telefonnummer 0201/714488 oder per Mail an nbz@lanuv.nrw.de an die Bereitschaftszentrale des Landesumweltamtes zu melden.

04.05.2022: Neue Anlage für zellbasierte Milch in Dänemark

Das israelische Start Up Remilk plant nun auch in Dänemark eine Produktionsanlage für zellbasierte Milch. Dort soll auf 750.000 qm die kuhfreie Milchalternative aus dem Labor durch
Präzisionsfermentation entsteht, bei der naturidentische, tierische Moleküle mit Hilfe von Mikroorganismen zu "Milch" umgewandelt werden. Als Standort für die Anlage wurde Kalundborg ausgewählt.

04.05.2022: Bau des ASP-Schutzzauns war rechtswidrig

Der entlang der deutsch-polnischen Grenze erbaute Schutzzaun gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) war rechtswidrig. Zu diesem Urteil kommt eine rechtliche Stellungnahme der Hamburger Kanzlei Mohr Rechtsanwälte, die das Tierseuchenrecht gegenüber dem Naturschutzrecht sowie die ergriffenen Maßnahmen gegeneinander abgewogen hat. Als Gründe nennt die Kanzlei, dass der ASP-Zaun durch mindestens vier Natura-2000-Schutzgebiete verläuft. Es stelle sich deshalb die Frage, ob das Tierseuchenrecht Vorrang vor dem Naturschutzrecht hat. Aus der Stellungnahme geht hervor, dass zwar das Tierseuchenrecht gegenüber dem Artenschutzrecht im Grundsatz Vorrang hat, es jedoch im EU-Recht Vorschriften gibt, die wiederum über diesen nationalen Gesetzen stehen. Weiterhin hätte
für den ASP-Zaun für weite Teile eine Baugenehmigung vorliegen müssen, was nicht der Fall war. Weiterhin geben die Anwälte der Kanzlei an, dass die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung nach § 14 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) hätte berücksichtigt werden müssen, da Gestalt und Nutzung der Grundflächen durch die ASP-Zäune verändert worden seien. Die Lebensbedingungen für verschiedene Tierarten hätten sich dadurch verschlechtert, ebenso sei das Landschaftsbild verändert worden. Zudem hätte nach § 34 BNatSchG vor der Errichtung des Zauns eine FFH-Verträglichkeitsprüfung stattfinden müssen, da die Austauschbeziehungen der Populationen verhindert und der Zaun die Lebensräume unmittelbar einschränke. Als Auftraggeber des Rechtsgutachtens fordert der WWF eine nachträgliche FFH-Verträglichkeitsprüfung.

03.05.2022: Einsatz von PMSG wird in der Schweiz verboten

Die Schweizer Sauenhalter dürfen das Hormon PMSG ab September 2022 nicht mehr einsetzen. Damit reagiert u.a. der Schweizer Bauernverband (SBV) auf den wachsenden Druck durch Tierschützer, die die Herstellungsbedingungen des Pregnant Mare Serum Gonadotropin (PMSG) als tierschutzwidrig kritisieren. Diese seien mit dem hohen Tierwohlstandard in der einheimischen Landwirtschaft
nicht vereinbar, denn PMSG wird auf höchst brutale Art und Weise aus dem Blut von tragenden Stuten gewonnen, die vor allem in Südamerika und Island gehalten werden. Aber auch in Deutschland steht ein Gestüt in Thüringen unter scharfer "Beobachtung" von Tierschützern. Die Einhaltung der neuen Auflage werde laut SBV ab 2023 kontrolliert. Bislang wird das Hormon zur Sauensynchronisation eingesetzt.

03.05.2022: Leitlinien für die Umsetzung der risikoorientierten Überwachung gefordert

Der Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) fordert die zügige Umsetzung des EU-Kontrollrechts durch die Länder, da fehlende Kontrollvorgaben ein Sicherheitsrisiko darstellen. Auf dem BbT-Kongress in Bad Staffelstein forderte der Präsident des BbT, Dr. Holger Vogel, von den politisch Verantwortlichen Leitlinien für die Umsetzung der sogenannten risikoorientierten Überwachung, wie sie das EU-Recht verlangt. Hierfür gelte es, Grundlagen für eine vergleichbare Einschätzung der vorzuhaltenden Überwachungskapazitäten in allen Ländern insbesondere in den Bereichen Tiergesundheit und Tierschutz zu schaffen. „Es kann nicht sein, dass Amtstierärztinnen und Amtstierärzte im wahrsten Sinne den Kopf dafür hinhalten müssen, dass sie ihre lokalen Betriebe mit angemessener Häufigkeit und Gründlichkeit überprüfen, ohne einen Vergleichsmaßstab zu haben", so Vogel. Sonst gehe man schnell
selbst ein „Risiko" ein. „Das richtige Maß bei der Kontrollintensität darf nicht einer Individualentscheidung überlassen bleiben, sondern ist gesellschaftspolitisch zu definieren", so Vogel weiter. Schließlich hänge davon nicht zuletzt die Zahl des Kontrollpersonals ab. In der Lebensmittelüberwachung sei man deutlich klarer strukturiert. In diesem Zusammenhang erneuert der BbT seine wiederholt erhobene Forderung, dafür eine belastbare Datengrundlage zu schaffen. Nur so seien die Veterinärbehörden in der Lage, von Unternehmen ausgehende Risiken adäquat zu erfassen und zu bewerten, wobei es vor allem auf die fachgebietsübergreifende Betrachtung ankomme. „Eine gute Tiergesundheit ist ein wichtiger Indikator für eine tiergerechte Haltung", betont Vogel. Er setzt auf die Ankündigung der neuen Bundesregierung, damit endlich in dieser Legislaturperiode weiter voranzukommen.

03.05.2022: Wildkatzen im Wald lassen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) macht anlässlich der Jungtierzeit auf die Verwechslungsgefahr zwischen Haus- und Wildkatzen aufmerksam. Immer wieder kommt es zu folgenschweren Verwechslungen, weil wohlmeinende SpaziergängerInnen junge Wildkatzen aus dem Wald mitnehmen. „Jetzt im Mai werden die jungen Wildkatzen mobil und spielen gern vor ihrem Versteck. Diese Tiere sind nicht hilflos und verlassen – ihre Mutter ist nur auf Mäusejagd und kommt bald zurück“, sagt Friederike Scholz, Wildkatzenexpertin beim BUND. Daher appelliert sie an Spaziergänger, graugetigerte Kätzchen im Wald in Ruhe zu lassen
und sich zügig zu entfernen. Nur in seltenen Ausnahmefällen sind die aufgefundenen jungen Wildkätzchen im Wald tatsächlich in Not. Wildkatzen sind streng geschützte Wildtiere. Sie sind nicht zähmbar. Sie stammen von der Afrikanischen Falbkatze ab. Hauptmerkmale der erwachsenen Wildkatzen sind ihr sehr buschiger Schwanz mit klar abgesetzten dunklen Ringen und die verwaschene Zeichnung auf cremefarbenen Fell. Oft wirkt sie auch etwas größer und massiger als eine Hauskatze. Nachdem sie vor hundert Jahren bei uns fast ausgerottet war, kehrt die Wildkatze mittlerweile in viele ihrer ursprünglichen Lebensräume zurück.

02.05.2022: Stunde der Gartenvögel nicht verpassen

Vom 13. bis 15. Mai 2022 heißt es wieder raus in den Garten oder in den Park und Vögel zählen, denn die "Stunde der Gartenvögel" hat geschlagen, zu der der NABU gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der NAJU aufruft. Je mehr Menschen bei der Stunde der Gartenvögel mitmachen, desto besser können die NABU-Ornithologen den Zustand der Vogelpopulationen in unseren Siedlungen einschätzen. Im letzten Jahr konnten mehr als 140.000 Menschen
für die Aktion motiviert werden, die aus über 95.000 Gärten und Parks mehr als 3,1 Millionen Vögel gemeldet haben. Ziel der Aktion ist es, Trends bei den Beständen über die Jahre hinweg zu verfolgen. Weil die „Stunde der Gartenvögel“ bereits seit 2006 stattfindet, können die Ornithologen beim NABU bereits auf einen umfangreichen Datenschatz zurückgreifen. Die Aktion gibt auch Aufschluss über den Brutbestand der Vögel. Denn im Mittelpunkt stehen Arten, die in Deutschland brüten.

02.05.2022: Ökologische Vorrangflächen wichtig für den Umwelt- und Klimaschutz

Ökologische Vorrangflächen sollen nach Meinung der Grünen nur zum Futter machen, nicht zum Anbau freigegeben werden. Dies störe das ökologische Gleichgewicht und kann zu einer Überschreitung sogenannter Kipppunkte führen, wie die Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Ophelia Nick, fürchtet. Angesichts der sich anbahnenden globalen Ernährungskrise widersprach ihr auf der Jahrestagung des Bundesverbandes Rind und Schwein in der vergangenen Woche in Berlin der CDU-Kollege
Albert Stegemann. Für ihn passt Umweltschutz durch die Stilllegung von 4 % produktiver Fläche angesichts der Lage nicht mehr in die Zeit. Er fordert stattdessen eine Neubewertung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023 und die Ausschöpfung aller von Brüssel freigegebenen Möglichkeiten zur Steigerung der Produktivität. Die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Susanne Mittag, hält die Unterstützung bei der Auslieferung und Verteilung des Getreides aus der Ukraine hingegen für essentiell.

02.05.2022: Tierwohl und Gesundheit sind Treiber von Fleischersatzprodukten

Die Entscheidung für Fleischersatzprodukte wird aufgrund von mehr Tierwohl oder für eine bessere Gesundheit getroffen. Umweltaspekte spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bonn, an der mehr als 400 Personen zwischen 17 und 86 Jahren teilgenommen haben. „Wir wollten wissen, aus welchen Gründen Konsumenten zu diesen Alternativen greifen“,
erklärt Jeanette Klink-Lehmann vom Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik der Universität Bonn. „Wir hatten erwartet, dass für den Umstieg auf Fleisch-Alternativen auch ökologische Aspekte eine Rolle spielen“, ergänzt Kollege Nick Marcus. Dies habe sich jedoch nicht bestätigt. Die Wissenschaftler sehen daher die Notwendigkeit, die ökologischen Vorteile pflanzlicher Alternativen besser zu kommunizieren.

Tierärzte sind keine Abzocker

29.04.2022

Am 30. April 2022 wird bereits zum 22. Mal der Internationale Tag der Tierärzte gefeiert. Dieser Ehrentag der Veterinäre geht auf eine Initiative der World Veterinary Association (WVA) zurück. Die Bundestierärztekammer (BTK) möchte diesen besonderen Tag zum Anlass nehmen, um auf das hohe Engagement und die wertvolle Arbeit der TierärztInnen hinzuweisen. Zudem weist die BTK entschieden die mehrfach von TierhalterInnen geäußerte Kritik an sowie Beschwerden über erhöhte Tierarztkosten zurück. Die Tierarztkosten seien viel zu hoch, überhaupt nicht nachvollziehbar und TierärztInnen absolute Abzocker, heißt es häufig. „Mich machen solche falschen und übertriebenen Aussagen zu Tierarztkosten traurig. Denn jeder Mensch, der sich für ein Tier entscheidet, sollte sich vorher darüber im Klaren sein, dass dieses Tier auch Kosten verursachen kann", betont BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. Eine Abzocke sei schon aufgrund der klaren Regelung der Kosten durch die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) nicht möglich, so Tiedemann. TierhalterInnen sind sich häufig nicht der
möglichen finanziellen Mehrbelastungen bewusst, die beispielsweise durch einen Unfall oder eine langwierige Erkrankung entstehen können. Die BTK empfiehlt BesitzerInnen von Klein-/Heimtieren daher den Abschluss einer Tierkrankenversicherung, um die tierärztliche Versorgung ihrer Lieblinge zu gewährleisten. Denn besonders am Wochenende können die Kosten für eine Notfallbehandlung um ein Mehrfaches höher sein, da der Notdienst für die Tierarztpraxen oftmals belastend und trotz der in der GOT festgelegten Gebühren nicht rentabel ist. „Das liegt zum einen an Personalproblemen, die einen enormen Arbeitsdruck verursachen, und zum anderen auch an den hohen Kosten, die z. B. durch Zuschläge wegen Nachtarbeit entstehen. Allzu oft wollen TierhalterInnen diese nicht bezahlen", weiß der BTK-Präsident. Dieses Konfliktpotenzial kann dazu führen, dass Praxen die Dienstbereitschaft reduzieren und Tierkliniken ihren Klinikstatus aufgeben, um keine Bereitschaft mehr leisten zu müssen. Das könnte im schlimmsten Fall die Versorgung der tierischen Patienten gefährden.

29.04.2022: Neuausrichtung der Wolfspolitik gefordert

Anlässlich des Tages des Wolfes fordern der Deutsche Bauernverband, die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände, der Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter und der Bundesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung eine Neuausrichtung des Wolfspolitik. Denn mit einer jährlichen Wachstumsrate des Wolfsbestandes in Deutschland von etwa 30 Prozent und fast 4.000 offiziell bestätigten Rissen von Weidetieren im Jahr 2020 einerseits und einem faktischen Scheitern des Herdenschutzes andererseits, wird die Weidetierhaltung in Deutschland mittelfristig verschwunden sein, wenn nicht jetzt eine aktive Regulierung des Wolfes vorgenommen wird. „Ein Bestandsmanagement ist längst überfällig, ein weiteres Hinauszögern wird zu nicht umkehrbaren Strukturbrüchen in der
Weidetierhaltung führen. Wer die biologische Vielfalt im ländlichen Raum fördern, die Nutzung von Grünland sichern und die Kulturlandschaft auch in Zukunft pflegen will, muss den Abschuss auffälliger Wölfe schnell und unbürokratisch genehmigen und den Gesamtbestand des Wolfes regulieren", so der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken. Die Verbände forderten die Bundesregierung auf, den im Koalitionsvertrag vorgesehenen Einstieg in ein regional differenziertes Bestandsmanagement auf den Weg zu bringen. „Untätigkeit beim Wolf und eine einseitige Fokussierung auf den Schutz des Wolfs führen zu einem massiven Verlust an Biodiversität in der Agrarlandschaft und einem Verlust der aus Tierwohlgesichtspunkten gewünschten Haltung auf der Weide", so der Appell Krüskens.

29.04.2022: Bürgerinitiative zum Ende von Schlachtungen registriert

Die EU-Kommission hat eine Europäische Bürgerinitiative zur Beendigung der Schlachtung von Tieren offiziell registriert. Nach Auffassung der EU-Kommission erfüllt die Initiative alle rechtlichen Voraussetzungen und ist damit zulässig. Eine inhaltliche Bewertung war nicht Teil der Prüfung. Die Initiatoren haben jetzt sechs Monate Zeit, mit der Sammlung von Unterschriften zu beginnen. Damit sich die EU- Kommission mit den Zielen beschäftigen muss,
müssen innerhalb eines Jahres in mindestens sieben Mitgliedsstaaten mehr als eine Million Unterschriften gesammelt werden. Die Organisatoren der Initiative wollen erreichen, dass die Tierhaltung von den Tätigkeiten ausgeschlossen wird, die für Agrarsubventionen in Betracht kommen. Stattdessen fordert „End The Slaughter Age“, dass Alternativen wie zelluläre Landwirtschaft und Pflanzenproteine aufgenommen werden.

29.04.2022: BÖLW trägt aktuelle Positionen der Borchert-Kommission nicht mit

Die Borchert-Kommission hat die aktualisierten Empfehlungen für den Umbau der Tierhaltung in Deutschland an die Bundesregierung übergeben und dabei die Pläne von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Bündnis 90 / Die Grünen) als unzureichend kritisiert. Der Minister plant für den Umbau eine Milliarde Euro ein. Die Kommission hält diese Summe für nicht ausreichend und hält an seinem eigenen Vorschlag fest. Dieser sieht vor, den aktuell ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent anzuheben. Aber auch innerhalb der
Kommission gibt es Unstimmigkeiten, und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat angekündigt, die aktuellen Empfehlungen nicht mittragen zu können. Konkret verweist der BÖLW darauf, dass nach den Vorschlägen der Kommission das Schwänzekupieren bei Schweinen sowohl nach den gesetzlichen Mindeststandards als auch in der nächst höheren Tierwohlstufe weiterhin erlaubt wäre. "Das hat so wenig mit einem Umbau der Tierhaltung zu tun wie Kohle mit Energiewende“, kritisierte Tina Andres, Vorsitzende des BÖLW.

28.04.2022: Großkonzerne investieren in Tierarztpraxen

Immer mehr TierärztInnen in Deutschland verkaufen ihre Praxis an Großkonzerne. Die führenden Ketten hierzulande sind Evidensia und Anicura, zu denen jeweils ca. 60 Tierkliniken gehören. Eigentliche Eigentümer der Kliniken und Praxen sind jedoch die beiden „Big Player“ der Futtermittelindustrie, Mars und Nestlé. Die beiden in Konkurrenz stehenden Unternehmen bieten den PraxisinhaberInnen ein größeres Netzwerk und viel Geld, um die Sicherheit des Unternehmens zu garantieren. Die zunehmende Feminisierung des Berufsstandes und der Wunsch der JungmedizinerInnen nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance erleichtert den Großkonzernen zusätzlich die Kaufverhandlungen. Die Tierärztekammer
sieht die Entwicklung kritisch und befürchtet, dass die Ärzte aufgrund ihrer Abhängigkeit von den Konzernen nicht mehr frei sind in der Entscheidung über Medikamente, Futtermittel und Verbraucherempfehlungen. Martin Kramer, Präsident der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) befürchtet aber nicht, dass unter den Großkonzernen die Arbeit der Tiermediziner leiden wird. „Auch Investorengruppen, die tierärztliche Kliniken aufkaufen, wollen und müssen Geld verdienen und sind nicht primär zum Wohle der Tiere entstanden.“ Allerdings hätten die Konzerne auch einen Ruf zu verlieren, da sie sich im Wettbewerb miteinander befänden.

28.04.2022: Reduzierung des Fleischkonsums dringend notwendig

Der Fleischkonsum in den Industrieländern ist deutlich zu hoch. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Bonn. Demnach muss der Verzehr von Fleisch um mindestens 75 Prozent reduziert werden. Nur so könne die stetig wachsende Weltbevölkerung zukünftig ernährt werden, lautet das Fazit der WissenschaftlerInnen um Prof. Dr. Matin Qaim vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Uni Bonn. „Würden alle Menschen so viel Fleisch verzehren wie die Europäer oder die Nordamerikaner, würden wir die Klimaziele weit verfehlen und viele Ökosysteme würden kollabieren“, erklärt der Studienautor. Neben den Gesundheits- und wirtschaftlichen Effekten des Fleischkonsums untersuchten die Forschenden auch Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Sie kamen zu dem Schluss, dass eine Reduzierung von derzeit durchschnittlich 80 Kilo Fleisch pro EU-Bürger auf idealerweise 20 Kilo notwendig sei, um den Schaden beim Klima und der Umwelt zu begrenzen. „Die Nutztierhaltung schädigt Klima und Umwelt. Beispielsweise erzeugen Wiederkäuer Methan, das die Erderwärmung beschleunigt. Tiere setzen
zudem nur einen Teil der verfütterten Kalorien in Fleisch um. Um dieselbe Zahl an Menschen zu ernähren, braucht man bei Fleisch daher entsprechend mehr Fläche. Das geht zu Lasten der Ökosysteme, da weniger Raum für den natürlichen Artenschutz bleibt. Wer zu viel Fleisch isst, lebt zudem gefährlich – Fleisch in Übermengen ist nicht gesund und kann chronische Krankheiten begünstigen", schreibt die Uni Bonn weiter. Der falsche Weg wäre jedoch laut den Forschern, wenn die Menschheit komplett auf vegetarische oder vegane Kost umschwenken würde. Denn es gibt viele Regionen, in denen sich keine pflanzlichen Lebensmittel anbauen lassen. „Wir können uns nicht von Gras ernähren, Wiederkäuer aber sehr wohl“, verdeutlicht Koautor Dr. Martin Parlasca. „Wenn sich Grasland nicht anders nutzen lässt, ist es daher durchaus sinnvoll, darauf Vieh zu halten.“ Gegen eine schonende Weidehaltung mit nicht zu vielen Tieren sei auch aus Umweltsicht wenig einzuwenden. Durch eine höhere Steuer auf tierische Lebensmittel müssten die Konsumenten jedoch stärker an den Kosten beteiligt werden, fordert Qaim.

28.04.2022: In Frankreich wütet die Geflügelpest

Die Geflügelpest wütet weiter in Frankreich. Große Sorge bereiten die zunehmenden Ausbrüche in Nutztierhaltungen. Nach offiziellen Angaben verzeichnete das Land mehr als 1.300 Geflügelpestfälle, weitere 28 in Privathaltungen und 46 Fälle bei Wild- und Zootieren. Besonders hart hat es Geflügelbetriebe im Einzugsbgebiet der Loire getroffen. Hier sind bisher 841 Nutztierhaltungen betroffen, davon allein 529 im Département Vendée. Ein Drittel der französischen Bruteier und fast drei Viertel der Entenküken kommen aus dieser Region. Um die Ausbreitung zu stoppen, planen die Behörden präventive Keulungen. Mit dieser Maßnahme sollen Brut- und Zuchtbetriebe geschützt werden, um die Wiederaufnahme der Produktion nach dem Ende des Seuchenzuges zu ermöglichen. Glücklicherweise gab es in der Bretagne, der Region mit der höchsten Geflügeldichte, bislang kaum Nachweise der Geflügelpest. Eine „Brandmauer“ war errichtet worden, um ein Übergreifen
der Geflügelpest zu verhindern. Im Zuge des Baus wurden in 73 Gemeinden zwischen den beiden Regionen die Bestände in Mastbetrieben präventiv reduziert. Die Entwicklung der für Stopfleber bekannten Dordogne wird weiterhin mit Sorgen beobachtet. Um die Stopfleberproduktion in der Region zu schützen, wurden auch hier Keulungen angeordnet. Der aktuelle Seuchenzug der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) dürfte in Frankreich bereits insgesamt mehr als 10 Mio. Stück Geflügel das Leben gekostet haben. Die Infrastruktur zur Entsorgung ist regional an ihre Grenzen geraten, so dass Kadaver zumindest zeitweise auf den Betrieben vergraben wurden. Die Branchenverbände der Geflügelwirtschaft fordern höhere Entschädigungen für die betroffenen Betriebe. Die landwirtschaftliche Sozialkasse (MSA) kündigte daher an, 7 Mio. Euro für die Entlastung zur Verfügung zu stellen und auch soziale und psychologische Unterstützung bereitzustellen.

27.04.2022: ASP-Impfstoff nimmt weitere Hürde auf dem Weg zur Zulassung

US-amerikanische Wissenschaftler des Agriculture Research Service (ARS) haben einen weiteren Erfolg bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) gemeldet. Demnach habe ein Impfstoffkandidat einen weiteren Sicherheitstest für die Zulassung bestanden. Die Versuchsergebnisse zeigten, dass es nach dem Verimpfen des Lebendimpfstoffs nicht zu einem
Virulenzanstieg des Virus komme. „Im Fall dieses speziellen Impfstoffkandidaten, mit dem Namen ASFV-G-DI177L, haben wir ein Gen entfernt, was es dem Virus erschwert, das Gen einfach wieder einzufügen. Wir gehen also davon aus, dass eine Rückkehr zur ursprünglichen Form unwahrscheinlich ist, aber der Test muss trotzdem durchgeführt werden“, erklärte der leitende ARS-Wissenschaftler Douglas Gladue.

Vets for Ukrainian Pets übernimmt Behandlungskosten

27.04.2022

Der Krieg in der Ukraine wütet schon seit mehr als zwei Monaten. Tausende Menschen haben bereits aus Angst um ihr Leben ihr Land verlassen, viele von ihnen brachten ihre Haustiere mit sich. Dank des von der Tierschutzorganisation Humane Society International (HSI) gemeinsam mit FVE und FECAVA ins Leben gerufenen Programms "Vets for Ukrainian Pets" können die tierischen Begleiter der Geflüchteten noch bis zum 21. Mai 2022 kostenlos in der Tierarztpraxis versorgt werden. Die behandelnden TierärztInnen haben die Möglichkeit, über ein Formular ihre Kosten einzufordern. Durch das Projekt können Behandlungskosten für bis zu fünf Hunde, Katzen, Pferde oder andere Heimtiere in Höhe von bis zu 250 Euro pro Tier abgerechnet werden. Das aktuelle Vetion.de-Fokusthema zum Krieg in der Ukraine verschafft
außerdem einen Überblick über die angebotenen Hilfsaktivitäten der verschiedenen Organisationen, die vor Ort und aus dem Ausland aktiv sind, um die Versorgung von Tieren aufrecht zu erhalten. Hier finden Tierärztinnen und Tierärzte zudem wichtige Informationen, die für die Arbeit in der Praxis relevant sind. Außerdem haben wir recherchiert, welche Kolleginnen und Kollegen unter welchen Voraussetzungen auch in Deutschland als Tierärztin oder Tierarzt arbeiten dürfen. Zu diesem Thema haben wir von Vetion.de zudem eine Online-Blitzumfrage gestartet. In dieser möchten wir gern wissen, ob Sie glauben, dass sich der Ukraine-Krieg auch auf den tierärztlichen Alltag in Deutschland auswirken wird. Sie können zwischen verschiedenen Antworten wählen und sich anschließend ansehen, wie das Ihre KollegInnen beurteilen.

27.04.2022: Neue App für vereinten Schutz von Vögeln

Eine neue, von Forschern der University of Queensland (UQ) entwickelte App soll helfen, vom Aussterben bedrohte Vogelarten zu retten. Auf der "Bird Language Diversity Web App" können Ornithologen auf der ganzen Welt mehr als 10.000 Arten finden. Das Besondere an dieser App ist, dass die Namen der Vögel in zahlreichen Sprachen benannt werden. Auf diese Art werden ein internationaler Wissensaustausch zwischen den Ornithologen ermöglicht sowie Sprachbarrieren überwunden. „Weil Ornithologen natürlich nicht alle Sprachen verstehen können, gehen wissenschaftliche Informationen in den Übersetzungen verloren. Ohne einen angemessenen Informationsaustausch kann dies die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen beeinträchtigen", sagt UQ-
Evolutionsökologe Pablo Negret. Ziel ist es, vor dem Aussterben bedrohte Arten durch einen verbesserten Informationsaustausch zu retten. Die neu entwickelte App lässt sich zudem auf andere Tierarten und sogar auf Pflanzen erweitern, wie der UQ-Biologe Tatsuya Amano erklärt. „Jede Art, ob Säugetiere, Amphibien oder Pflanzen, die in mehreren Ländern existieren, sind von Sprachbarrieren betroffen, ebenso Arten, die durch verschiedene Länder wandern, wie viele Meeresbewohner und Schmetterlinge. Das Ausmaß der Auswirkungen schlechter Kommunikation auf ein so wichtiges Thema ist offensichtlich und der Grund, warum wir hart daran arbeiten, die Wissenschaftskommunikation über Sprachen hinweg zu verbessern", so Amano.

26.04.2022: Einweihung des Tiermedizinischen Zentrums für Resistenzforschung

Am heutigen Dienstag (26.04.2022) ist das neue Tiermedizinische Zentrum für Resistenzforschung (TZR) an der Freien Universität (FU) Berlin offiziell eingeweiht worden. Auf dem Veterinärmedizinischen Campus Düppel wurde das europaweit einzigartige Forschungsgebäude feierlich im Beisein zahlreicher namhaften Gäste eröffnet. In dem Zentrum werden zukünftig Grundlagen sowie neue diagnostische, therapeutische und hygienische Maßnahmen mit dem Ziel
erforscht, resistente Krankheitserreger einzudämmen. Nach der Eröffnungsansprache sowie der Verleihung der „Goldenen Ehrennadel der FU Berlin“ an Prof. Dr. Lothar H. Wieler durch den Präsidenten der FU Berlin, Univ.- Prof. Dr. Günter M. Ziegler, konnten sich die geladenen Gäste einen ersten Einblick von dem TZR sowie dessen infektionsmedizinischen Laboren und Arbeitsplätzen verschaffen. Die Baukosten für das in den Jahren 2018 bis 2022 errichtete Gebäude betrugen rund 60 Millionen Euro.

Schweine können resistente Keime auf Menschen übertragen

26.04.2022

Auch wenn die Zahl der Antibiotikaeinsätze in der Masttierhaltung deutlich gesunken ist, kommen in der Nutztierhaltung immer noch größere Mengen Antibiotika zum Einsatz. Dies fördert die Entstehung multiresistenter Keime. Diese sogenannten "Superbugs" können von Schweinen auf den Menschen übertragen werden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Universität Kopenhagen und dem Statens Serum Institut in Dänemark. Die WissenschaftlerInnen untersuchten in ihrer Studie die Häufigkeit des Erregers Clostridioides difficile bei Schweinen und verglichen die Ergebnisse mit Daten von dänischen Krankenhauspatientinnen und -patienten. „Unser Ergebnis weist darauf hin, dass C. difficile ein Reservoir antimikrobieller Resistenzgene ist, die zwischen Tieren und Menschen ausgetauscht werden können", sagte Studienleiterin Semeh Bejaoui bei der Vorstellung der Ergebnisse auf dem Europäischen Kongress für Mikrobiologie und Infektionskrankheiten in Lissabon. Der Erreger C. difficile löst Durchfallerkrankungen aus und ist einer der am häufigsten
vorkommenden Krankenhauskeime. Die Forschenden konnten belegen, dass die in Schweinen isolierten Stämme genetisch identisch mit denen waren, die im gleichen Zeitraum bei Menschen gefunden wurden. Zwar müsse noch eindeutig nachgewiesen werden, dass die Stämme von Schweinen auf den Menschen übertragen wurden, aber die Studie mache deutlich, dass Betriebe, die Antibiotika verwenden, eine Quelle für resistente Stämme seien, so Bejaoui. „Diese alarmierende Entdeckung deutet darauf hin, dass sich Antibiotikaresistenzen weiter ausbreiten können als bisher angenommen, und bestätigt die Verbindungen in der Resistenzkette, die von Nutztieren zum Menschen führt", so die Wissenschaftlerin weiter. VetMAB, die Fortbildungsplattform für TierärztInnen und LandwirtInnen, wurde zur Antibiotikaminimierung im Stall entwickelt. Das Portal hält eine Vielzahl von Fortbildungskursen zu den einzelnen Nutztierarten bereit. Die einzelnen Kurse sollen dazu beitragen, die Tiere gesund zu halten und so auf Behandlungen mit Antibiotika verzichten zu können.

26.04.2022: Ideen für eine friedliche Koexistenz mit Wildtieren

Elefanten in Afrika zerstören bei ihrer Suche nach Wasser und Futter häufig die komplette Ernte der meist armen Bauern. Das bringt gefährliche Konflikte mit sich und die Toleranz für die Dickhäuter sinkt. Um dennoch eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Tier zu ermöglichen, hatte Dr. Lucy King von der Organisation „Save the Elephants“ die Idee, Bienenzäune aufzustellen. Auf einer Länge von zwei Kilometern hat der WWF gemeinsam mit den EinwohnerInnen des Dorfes Tinga Tinga 200 Bienenstöcke aufgestellt und untereinander mit Draht verbunden. Die bei Berührung ausschwärmenden Bienen vertreiben die Dickhäuter, denn nichts fürchten Elefanten mehr als schmerzhafte Stiche an den Augen oder im Inneren ihres Rüssels.
Mit dieser Maßnahmen konnten rund 1.640 Hektar Ackerland vor Elefanten gesichert werden. Als weiteren Pluspunkt sichern sich die BewohnerInnen durch die Imkerei und den Verkauf des Honigs ein zusätzliches Einkommen. Schon jetzt konnten 50 Personen aus der Region in Bienenzucht und den Vermarktungsmöglichkeiten von Honig ausgebildet werden. Eine weitere geniale Idee für den Schutz von Wildtieren hatte der junge Kenianer Richard Turere. Er entwickelte aus Solarzellen, einer alten Autobatterie und einem Motorradblinker ein Beleuchtungssystem, das sich nachts abwechselnd und unregelmäßig an- und ausschaltet. So werden Löwen davon abgehalten, die für die Familien wichtigen Nutztiere nachts zu reißen.

26.04.2022: Regelmäßige Kontrolle verhindert Klauenerkrankungen

Klauenerkrankungen bei Sauen können zu verfrühten Sauenabgängen und Minderleistungen bei den Tieren führen. Die Ursachen von Klauenerkrankungen sind vielfältig. So können feuchte Böden und nasses Stroh im Stall für Verletzungen an den Klauen sorgen, aber auch Bodenunebenheiten können ein Risikofaktor sein. Zudem sorgen Rangordnungskämpfe und Unruhen sowie Kämpfe um Futter oder den Liegeplatz für Verletzungen. Neben den Bodenverhältnissen spielen auch die Jungsauenaufzucht sowie die Sauenfütterung eine große Rolle. Es wird empfohlen, die Fütterung so auszurichten, dass der wachsende Organismus optimal mit Nährstoffen versorgt wird. Zudem sollten die HalterInnen darauf achten, dass es beim Wachstum nicht zu Imbalancen kommt.
Da die Klauengesundheit sowohl hinsichtlich des Tierwohls als auch aus ökonomischen Gründen wichtig ist, sollten SauenhalterInnen täglich kontrollieren, ob Erkrankungen, Verletzungen oder Mängel an den Klauen sowie Lahmheiten bei den Tieren zu beaobachten sind. Diese sind beispielsweise erkennbar an Sohlen- oder Ballendefekten oder Kronsaumverletzungen, die eine fachmännische Behandlung der Klaue notwendig machen. Es können entweder alle Sauen zum Beispiel beim Umtreiben in den Deckbereich in einen Stand genommen werden oder nur die lahmen bzw. auffälligen Tiere. Bei kleineren Beständen versucht man die Klaue einer liegenden Sau anzuheben, um sie zu pflegen. Grundsätzlich helfen regelmäßige Klauenkontrollen dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen.

26.04.2022: Pestizide beeinflussen Paarungsverhalten von Bienen

Die Population der Bienen geht bedenklich zurück. Laut ExpertInnen wirkt sich unter anderem der Einsatz von Pestiziden auf die Entwicklung der Bienenstämme aus. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg hat sich in einer aktuellen Studie intensiv mit den Zusammenhängen zwischen dem Fungizid Fenbuconazol und dem Paarungsverhalten von Mauerbienen beschäftigt. Die WissenschaftlerInnen konnten belegen, dass Pestizide vermutlich ein wichtiger Faktor sind, der die Fortpflanzung von Bienen beeinflusst. Die männlichen Bienen, die einer geringen, nicht-tödlichen Dosis des Fungizids Fenbuconazol ausgesetzt waren, wurden häufiger von den Weibchen zurückgewiesen. Das erklären die Forschenden damit, dass diese weniger mit ihrem Brustmuskel vibrierten und auch eine andere Geruchszusammensetzung hatten als die unbelasteten Männchen, wie Samuel Boff, Hauptautor der Studie, erklärt. „Wenn das Fungizid eine Auswirkung auf die Qualitätssignale der Männchen hat, sollte das die Wahrscheinlichkeit erhöhen,
dass pestizidbelastete Männchen von den Weibchen abgelehnt werden“, so der Insektenforscher. Denn weibliche Mauerbienen bewerten bei der Wahl eines Paarungspartners männliche Qualitätssignale wie Geruch und Vibrationen der Brust. „Der Rückgang der Bienenpopulationen in Agrarlandschaften könnte daher durch die Wirkung von Pestiziden auf das Paarungsverhalten der Insekten erklärt werden“, lautet das Fazit des Studienleiters, Samuel Boff, der Bienenüberwachungsprogramme empfiehlt, um Reproduktionsergebnisse von Wildbienen in Gebieten mit Pestizidexposition und in ökologischen Gebieten zu vergleichen. Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzte die vierteiligen E- Learning-Reihe Bienen zur Online-Weiterbildung. Neben Anatomie, Biologie, Fortpflanzung und Zucht von Bienen sowie den Grundlagen des Bienenrechts und Aspekten des Tierschutzes erfahren die KursteilnehmerInnen in den einzeln buchbaren Modulen zudem mehr über Bienenkrankheiten und -produkte. Die Kursreihe ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen/den Fachtierarzt für Bienen.

25.04.2022: Multiresistente Bakterien in Igeln entdeckt

Die Zahl der multiresistenten Bakterien wächst bedenklich. Gefährlich sind diese Erreger, da gegen diese nur begrenzt oder im schlimmsten Fall keine Antibiotika wirken. Nun haben finnische Forschende resistente Stämme des Bakteriums Staphylococcus aureus (MRSA) in Igeln nachweisen können. Jeder zehnte Igel, den die Wissenschaftlerinnen untersucht haben, war Träger eines besonders übertragbaren Stammes dieser gefürchteten Krankenhauskeime. Das Forscherteam um Venla Johansson von der Universität Helsinki hatte insgesamt 115 Igel analysiert, die zwischen 2020 und 2021 tot in der Stadt aufgefunden worden waren. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass mehr als ein Zehntel der Tiere mindestens eine MRSA-Variante und einen ESBL-Stamm in sich trug. Zudem konnten die Wissenschaftler auch einige resistente Stämme des Darmkeims Escherichia coli nachweisen. Besonders bedenklich sei, dass einige infizierte Tiere eine noch neue, als hochansteckend geltende MRSA-Variante in sich trug, so Johansson: „Dies ist der erste Nachweis dieses zur globalen Ausbreitung fähigen t304/ST6-Klons in Stadtigeln“. Ebenfalls ungewöhnlich ist der
hohe Anteil von Igeln mit resistenten ESBL- Keimen. „Mit rund zehn Prozent übertrifft die Durchseuchung der Igel mit ESBL-Bakterien sogar die der Menschen und ihrer Haustiere in Finnland, die auf jeweils rund fünf Prozent geschätzt wird“, erklären die Forschenden. Auch bei den ESBL-Bakterien dominierten neuere Varianten, die auch Resistenzgene gegen Carbapenem-Antibiotika besaßen – Breitband-Wirkstoffe, die vor allem bei schweren Infektionen eingesetzt werden. Untersucht werden müsse noch, ob und wie die gefundenen Erreger vom Menschen auf die Igel übergesprungen sind. Wichtig sei nach Ansicht der WissenschaftlerInnen, Igel und andere Wildtiere in verschiedenen Lebensräumen und Regionen genauer zu überwachen. Einen Überblick über verschiedene Krankheiten beim Igel verschafft auch das Online-Fortbildungsportal MyVetlearn.de mit dem Einsteigerkurs „Der Igel als Patient in der Kleintierpraxis“. In dem Kurs geht es um den Igel und seine Besonderheiten als Patient in der Tierarztpraxis. Für die erfolgreiche Teilnahme an dieser Online-Fortbildung erhalten die KursteilnehmerInnen 5 ATF-Stunden.

25.04.2022: Weitere ASP-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gab es in der vergangenen Woche zwei weitere Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Im Landkreis Ludwigslust-Parchim fanden Suchhunde mit dem hochpathogenen Virus infizierte Wildschweine, wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) berichtet. Das Friedrich-Loeffler- Institut (FLI) hat den Nachweis inzwischen bestätigt. Da sich die Wildschweine außerhalb des bisherigen Kerngebietes befanden, haben die Behörden eine Anpassung der Restriktionsgebiete veranlasst. Drohnen und Suchhunde werden vermehrt eingesetzt, um weitere Wildschweinkadaver zu entdecken. Zusammen mit den aktuellen Funden erhöht sich die Zahl der bestätigten Fälle auf 21. Für einen dritten, durch das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittel und Fischerei mit positivem Ergebnis untersuchten Fund im südlichen
Kerngebiet steht die Bestätigung durch das FLI noch aus. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus hat derweil verkündet, dass die vom Land gezahlte Pürzelprämie wieder abgeschafft werde. Die Prämie war zur Vorbeugung eines ASP- Ausbruchs eingeführt worden. Pro erlegtem Wildschwein erhielten die JägerInnen bisher 50 Euro. Ab Mai wird dann lediglich in Gebieten, in denen die afrikanische Schweinepest ausgebrochen ist, eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 Euro gezahlt. Die Pürzelprämie für erlegte Wildschweine habe sich als wirksame Maßnahme gegen die Ausbreitung der ASP erwiesen, lautet das Fazit des Ministers. „Wir haben eine signifikante Reduktion der Wildschweinbestände erreicht. Dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar“, sagte Backhaus abschließend. Im Jagdjahr 2020/21 hätten die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern fast 107.000 Schwarzkittel erlegt, so viele wie nie zuvor.

25.04.2022: Bevölkerung soll Waschbären, Marderhunde und Minks melden

Invasive Tierarten breiten sich in Deutschland immer weiter aus. Dazu gehören nicht-heimische Fleischfresser wie Waschbär, Marderhund und Mink. Das Verbundprojekt ZOWIAC (Zoonotische und wildtierökologische Auswirkungen invasiver Carnivoren) erforscht die Auswirkungen dieser Tiere auf das Ökosystem und eventuelle Risiken für die menschliche Gesundheit. Neben der Tatsache, dass die Fleischfresser Reservoirwirt und Überträger von gefährlichen Viren sein können, beschäftigen sich die WissenschaftlerInnen auch mit dem Zusammenhang zwischen ihrer Ausbreitung und dem Rückgang heimischer Arten. „Im Projekt ZOWIAC untersuchen wir daher, wie sich der Waschbär, aber auch der Marderhund und der Mink, auf bedrohte einheimische Arten und die jeweiligen Ökosysteme auswirken und mit welchen Parasiten und anderen Krankheiten auslösenden Erregern sie befallen sind“, erklärt Prof. Dr. Sven Klimpel vom Senckenberg
Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt. Um möglichst viele Daten zur Analyse zu erhalten, ist die Bevölkerung aufgerufen, bei der Suche nach Waschbären, Marderhunden und Minken zu helfen. Mittels einer eigens entwickelten App können Interessierte Meldungen zu den drei Arten machen, wobei zwischen Tier-Beobachtung, Spuren, Kot und Fraßspuren unterschieden wird. „Ob bei einem Spaziergang in der Natur, der Stadt oder dem Picknick im Park: Sichtungen von Waschbären, Marderhunden und Minken können einfach in unsere ZOWIAC-App eingetragen werden. Die so durch Citizen Science gewonnen Verbreitungs- und Vorkommensdaten sind essenziell für unsere weiterführenden Analysen“, fügt der Frankfurter Wissenschaftler hinzu. Die Forschenden erhoffen sich dadurch detaillierte, flächendeckende Daten zur Verbreitung und Vorkommen der potenziellen Krankheitsüberträger.

25.04.2022: Pestizide gelangen über Mücken vom Wasser an Land

Forschende der Universität Koblenz-Landau konnten belegen, dass Insekten in der Landwirtschaft verwendete Pestizide aus dem Wasser an Land transportieren. Für ihre Studie untersuchten die WissenschaftlerInnen um den Landauer Umweltwissenschaftler Alexis Roodt Zuckmücken vom Larvenstadium bis zum adulten Insekt. Die Larven der Mücken leben in Seen und Bächen, wo sie Pestizide in sich ansammeln, die von Anbauflächen in die Gewässer gelangt sind. Das Forscherteam fand bei den Untersuchungen heraus, dass die Larven
kleine Mengen an Pestiziden nach ihrer Umwandlung in ein fliegendes Insekt an Land transportieren können. Tiere, welche die umherfliegenden Mücken dann fressen, könnten folglich ebenfalls diese Pestizide aufnehmen. Unter Zuhilfenahme von Daten aus anderen Studien kamen die Forschenden zu dem Schluss, dass Vögel und Fledermäuse über ihre Nahrung aus umherfliegenden Mücken über längere Zeit Pestizide aufnehmen können und somit die Pestizide in Gewässern auch Tiere an Land negativ beeinflussen könnten.

22.04.2022: Besitzer kastrierter Rüden für Online-Umfrage gesucht

Für eine Umfrage werden HalterInnen von kastrierten Rüden gesucht. Die Doktorarbeit untersucht die Gründe und möglichen Folgen der operativen Entfernung der Hoden bei Hunden. Von Interesse sind zudem
die nach dem Eingriff gemachten Beobachtungen der HalterInnen. Die Umfrage dauert ca. 7 Minuten. Die Doktorandin weist UmfrageteilnehmerInnen darauf hin, dass der Fragebogen vollständig ausgefüllt werden muss.

22.04.2022: Klimawandel im Fokus des Robert-Koch-Kolloquiums

Der Klimawandel schreitet unnachgiebig voran. Auch die öffentliche Gesundheit weltweit ist durch die Veränderungen gefährdet. Neben einem erhöhten Morbiditäts-, Verletzungs- und Sterblichkeitsrisiko bringt der Klimawandel unter anderem auch Unterernährung und lebensmittelbedingte Erkrankungen mit sich. Das diesjährige Robert- Koch-Kolloquium 2022 stellt die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit der Bevölkerung in den Fokus. Dazu stellen WissenschaftlerInnen in einer Vortragsreihe
jeweils ihr Arbeitsgebiet vor und diskutieren im Anschluss mit weiteren ExpertInnen über die spezifischen Aspekte von Klimawandel und Gesundheit, um mögliche nächste Schritte für Klimawandel und Gesundheit in Deutschland zu skizzieren. Die Vortragsreihe findet in englischer Sprache als Hybridveranstaltung mittwochs um 16:00 Uhr MEZ statt. Aufgrund der Corona-Situation können nur RKI-Mitarbeitende persönlich im RKI-Hörsaal Nordufer teilnehmen. Die Veranstaltung wird per Livestream über WebEx übertragen.

21.04.2022: Aktionswoche Impfen für Afrika sucht UnterstützerInnen

Bereits seit mehr als 10 Jahren impft der Verein Tierärzte ohne Grenzen e.V. (ToGeV) Hunde in Ostafrika gegen Tollwut. Denn rund 99 Prozent der menschlichen Tollwutfälle gehen auf Hundebisse zurück. Das Ziel des Vereins ist es, bis zum Jahr 2030 die Tollwut dort auszurotten. Allein in Afrika sterben jährlich mehr als 20.000 Menschen an der Virusinfektion, fast die Hälfte sind Kinder und Jugendliche. Weltweit betrachtet,
stirbt alle 9 Minuten ein Mensch an Tollwut. Die nächste Aktionswoche „Impfen für Afrika“ findet vom 9. bis zum 13. Mai 2022 statt. Tierarztpraxen und -kliniken können den Verein unterstützen, indem sie in dem Kampagnenzeitraum einen Teil ihrer Impfeinnahmen spenden. Die gesammelten Spenden werden u.a. in Impfkampagnen, Aufklärungs- und Ausbildungsprojekte gegen die Tollwut investiert.

21.04.2022: FLI bewertet Risiko zur Einschleppung der ASP

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in vielen europäischen Länder weiter aus. Um das Seuchengeschehen in Deutschland abschätzen zu können, hat das Friedrich-Loeffler- Institut (FLI) erneut eine Qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der ASP in Auslauf- und Freilandhaltungen erstellt. Grundsätzlich bewertet das FLI das Eintragsrisiko als gering. Jedoch weist das Institut darauf hin, dass die Biosicherheitsmaßnahmen dringend eingehalten werden müssen. Bei unzureichender Einhaltung ist das Risiko eines ASP-Eintrags in einen Freilandbetrieb in Sperrzone II und Sperrzone III, in dem auch Wildschweine betroffen sind, als wahrscheinlich anzusehen. Weiterhin empfiehlt das Institut die Sensibilisierung von Schweinehaltern bezüglich des ASP- Eintragsrisikos sowie die Sicherstellung eines kontinuierlichen Informationsflusses zwischen Schweinehaltern und den zuständigen Behörden. Das FLI bescheinigt zudem Ausläufen, die durch Netze, Wände, Dachkonstruktionen
o.ä. vor dem Eindringen von infiziertem Material schützen, grundsätzlich einen erhöhten Schutz vor der ASP. In Nordrhein-Westfalen ist die Bevölkerung aufgerufen, weiterhin wachsam zu sein und Funde von toten Wildschweinen umgehend zu melden. Die Gefahr der Einschleppung nach Nordrhein-Westfalen sei nach wie vor gegeben, so der Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann. „Bereits ein achtlos auf einer Autobahnraststätte entsorgtes Wurstbrot kann Auslöser für eine Weiterverbreitung sein. Auch über Kleidung oder Autoreifen kann der Erreger übertragen werden", warnt Bottermann. „Eine Eindämmung der ASP kann nur durch gemeinsame Vorsorge gelingen, zum Beispiel durch das umsichtige Verhalten der Menschen auf Reisen. Zudem müssen Biosicherheitsmaßnahmen in Schweine haltenden Betrieben strikt eingehalten werden. Für den Fall, dass sich die ASP weiter Richtung Nordrhein-Westfalen ausweiten sollte, sind wir gut aufgestellt und sofort einsatzfähig", erklärt der Staatssekretär abschließend.

21.04.2022: Vorsicht vor Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) breitet sich mehr und mehr in Deutschland aus. Die ursprünglich aus den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen stammenden, etwa zehn Millimeter großen Stechmücken, sind inzwischen in Spanien sowie auf den Balearen endemisch. Tigermücken können Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Viren übertragen. Das Robert- Koch-Institut weist darauf hin, dass hierzulande die klimatischen Bedingungen zumindest für den Dengue-Erreger aktuell nicht ausreichen. Eine Gefahr besteht jedoch, dass die gefährlichen Viren, die bislang nicht sehr verbreitet sind, durch infizierte
Reiserückkehrer eingeschleppt werden könnten. Da sich die Arten hauptsächlich auf Privatgrundstücken in einer Vielzahl von künstlichen Brutstätten entwickeln können, wird Gartenbesitzern empfohlen, diese auszutrocknen oder abzudecken. Außerdem sollten Gefäße, in den sich Wasser sammeln kann, regelmäßig kontrolliert und entleert werden. Das umfasst neben Regentonnen, Wassereimern und Gießkannen auch verstopfte Abflussrinnen und Pflanzenschalen. Libellen und Wasserkäfer können für die Reduzierung von Stechmückenlarven sorgen. Molche, Salamander, Frösche und Kröten fressen die erwachsenen Mücken und deren Larven.

21.04.2022: Wohlhabende Regionen besser gegen Coronainfektionen geschützt

ForscherInnen der Universität Rostock haben die verschiedenen Einflussfaktoren auf das Geschehen der Corona-Pandemie analysiert. Dabei ging das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Gabriele Doblhammer der Frage der regionalen Unterschiede hinsichtlich der Ausbreitung des Virus sowie der Entwicklung der Infektionsraten nach. „Die räumliche Ausbreitung der Covid-19-Pandemie ist nicht zufällig, sondern wird durch die sozialen Merkmale der Bevölkerung bestimmt. Soziale Schichten mit hoher Mobilität z.B. im Urlaub bestimmen am Anfang von Pandemiewellen das Geschehen. Diese Schichten können sich in den Lockdowns z.B. durch Homeoffice besser schützen. Damit verlagert sich die Pandemie zunehmend in die sogenannten systemrelevanten Bevölkerungsgruppen und die Gruppe der besonders vulnerablen älteren Menschen in Pflegeheimen. Bei den aktuellen Lockerungen der Covid-Maßnahmen sowie möglichen steigenden Fallzahlen im Herbst erwarten wir
ein ähnliches Pandemiegeschehen“, beschreibt Doblhammer das Covid- Geschehen der letzten beiden Jahre. Besonders interessierte die Forschenden die sozioökonomische Verbreitung des Corona-Virus. In ihren Studien konnten die Rostocker WissenschaftlerInnen belegen, dass Zusammenhänge zwischen bestimmten Merkmalen eines Kreises, wie der Bevölkerungsdichte oder der Arbeitslosenquote, und der COVID-Inzidenz bestehen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die erste COVID-19-Welle als Krankheit in wohlhabenderen ländlichen Kreisen in Süddeutschland begann und erst im Verlauf der ersten Welle in ärmere städtische und ländliche Kreise vordrang“, unterstreicht Constantin Reinke, der an der Universität Rostock promoviert. Auch in der 2. Welle konnten die Forschenden eine vergleichbare Änderung des sozialen Gradienten erkennen, was sich dadurch ausdrückte, dass sozial schwache Kreise ein höheres Infektionsgeschehen aufwiesen als wohlhabendere Regionen.

Borchert-Kommission

Sind Sie dafür, dass die Bundesregierung an den von der Borchert-Kommission erarbeiteten Plänen zum Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland festhalten sollte?