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03.12.2021: Tierschutz-Konferenz mit Primatenforscherin Dr. Jane Goodall

In der kommenden Woche treffen sich EU-Kommissarin Stella Kyriakides und die renommierte Primatenforscherin Dr. Jane Goodall mit Interessenvertretern, die mit verschiedenen Aspekten des Umgangs mit Tieren und der Lebensmittelproduktion befasst sind. Außerdem eingeladen sind VertreterInnen von
Tierschutzorganisationen, um die anstehende Überarbeitung der Tierschutzvorschriften zu diskutieren. Mehr über die Arbeit, die geleistet wird, um das Leben von Millionen von Tieren in der EU und darüber hinaus zu verbessern, verrät Andrea Gavinelli, die Referatsleiter für Tierschutz, in einem Interview. Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

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21.01.2022: Mangel an Tierimpfstoffen befürchtet

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland für einen noch nie dagewesenen Haustierboom gesorgt. Weil immer mehr Menschen wegen des Lock-Downs sowie Home-Office und -schooling viel Zeit zu Hause verbrachten, stieg die Zahl der Hunde und Katzen, die in die Haushalte einzogen, stark an. ExpertInnen befürchten nun, dass es zu einem Engpass bei der Tierimpfstoffversorgung kommen könnte, auch weil sich durch die Pandemie Probleme bei Lieferketten ergeben haben. „Seit letztem Jahr kommt es immer wieder zu Engpässen“, erkärt Astrid Behr, Sprecherin des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte in Frankfurt. Zur Zeit seien vor allem die Vakzine für Katzen, aber auch für Kaninchen betroffen. „Für Tierhalter bleibt nur die Absprache mit
dem Haustierarzt, um informiert zu werden, sobald wieder Impfstoff da ist.“ Auch das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim bestätigt Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von einzelnen Impfstoffen. „Dies betrifft leider auch vorübergehend einige unserer Produkte“, erklärte eine Sprecherin. So sei die Lieferfähigkeit für einige dieser Impfstoffe durch die globale Corona- Pandemie indirekt beeinträchtigt. „Die Pandemie und die Maßnahmen, die wir zum Schutz unserer Mitarbeitenden getroffen haben, wirken sich auf unsere Lieferkette aus.“ Nur mit einer deutlichen Zeitverzögerung seien Anpassungen der Produktionsmengen möglich, heißt es weiter. Boehringer Ingelheim hat aber bereits verkündet, dass die Lieferfähigkeiten bereits in den vergangenen Wochen wieder besser geworden seien.

21.01.2022: Haltern von Exoten fehlt es häufig an Sachkenntnis

Die Zahl der privat gehaltenen Exoten in Deutschland wächst. Bei der Haltung von Echsen, Schildkröten oder Schlangen fehle es jedoch häufig an entsprechender Sachkenntnis, wie Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns, Direktorin der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig, bemängelt. Die Veterinärmedizinerin fordert daher einheitliche Regeln, wie es in den Nachbarländern Österreich und der Schweiz schon längst der Fall ist. Krautwald-Junghanns berichtet von zahlreichen exotischen Patienten, die in der Leipziger Klinik wegen Krankheiten behandelt werden müssen, die von falscher Haltung herrühren. „Das ist der gerupfte, einzeln gehaltene Graupapagei oder der
Leguan, der klein gekauft wurde und irgendwann riesig ist“, sagte die Veterinärmedizinerin. „Ich bin seit 36 Jahren Tierärztin. Und ich bin es einfach leid. Wir müssen dringend was ändern“, sagt Krautwald-Junghanns und fordert, dass KäuferInnen schon beim Kauf einen Sachkundenachweis vorlegen müssen. Die Missstände in der Exotenhaltung in Deutschland seien spätestens seit der großen «Exopet»-Studie bekannt, die zwischen 2015 und 2018 deutschlandweit durchgeführt wurde, so die Tierärztin, die die Koordinatorin des Projekts war. Bis zum Sommer wolle sie gemeinsam mit anderen Forschern eine Machbarkeitsstudie vorlegen, in der Hoffnung, dass die neue Regierung einheitliche Regeln festlegt.

21.01.2022: Baden-Württemberg investiert weiter in Tierwohl

Um den Tierschutz in der Nutztierhaltung voranzubringen und gleichzeitig das Klima sowie die Umwelt zu schützen, hat das Land Baden-Württemberg neue Förderangebote zur Weiterentwicklung der einzelbetrieblichen Investitionsförderung festgelegt. „Klima- und Umweltschutz sowie das Wohlergehen der Tiere sind zentrale Themen, die Gesellschaft und Landwirtschaft bewegen. Wir wollen diese Ziele gemeinsam voranbringen. Daher unterstützen wir mit einzelbetrieblichen Investitionsförderungen unsere bäuerlichen Familienbetriebe bei der Bewältigung dieser Aufgaben. So werden ab 2022 weitere spezifische Förderangebote zur Verbesserung des Tierwohls und zur Emissionsminderung angeboten“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL in der vergangenen Woche. So wurde das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) um weitere Investitionsmaßnahmen erweitert. Durch das primäre Ziel den Umwelt- und Klimaschutz zu fördern, zählen diese Maßnahmen zu
den nichtproduktiven Investitionen, wie der Minister erklärt. Auch können Investitionen in Milchviehställe, die neben der Einhaltung der Premiumanforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung verschiedene emissionsmindernde Maßnahmen umsetzen, zu welchen neben einer emissionsarmen Laufhofgestaltung, die emissionsarme Bodengestaltung und erhöhte Fressstände gehören, zukünftig einen erhöhten Fördersatz in Höhe von 35 Prozent erhalten. Zudem fördert das Land die Beendigung der ganzjährigen Anbindehaltung mit einem Programm zur Förderung von Investitionen in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben. Bei Einhaltung der Premiumanforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung wird in diesem Zusammenhang eine um 10 Prozent erhöhte Förderung von 40 Prozent gewährt. Wichtig für die landwirtschaftlichen Betriebe ist, dass künftig vor jeder geförderten Investition im Rahmen des AFP, eine dem Investitionsziel angepasste Beratung durchzuführen ist.

20.01.2022: China baut Schweineproduktion weiter aus

Während die Zahl der in Deutschland gehaltenen Schweine weiter rückläufig ist, wächst der Schweinebestand in China in rasantem Tempo weiter. Laut Angaben des chinesischen Statistikamtes wurden in 2021 knapp 53 Millionen Tonnen Schweinefleisch produziert, was einem Zuwachs von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Da die Schweinepreise weiter sinken und Chinas Regierung jedoch vermehrt Großbetriebe und gigantische Schweinehochhäuser fördert, nehmen die Betriebsaufgaben mit kleineren Schweinebeständen weiterhin dramatisch zu. Trotz der stark wachsenden Produktion blieb die Zahl der Importe dennoch recht hoch.
Nach Einschätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) werden insbesondere kleinere Produzenten auch weiterhin mit den sehr niedrigen Preisen zu kämpfen haben. Zudem rechnet die USDA mit einer weiter anwachsenden Schweineproduktion im laufenden Jahr. Sollte die Preise auf diesem niedrigen Niveau bleiben, würden aber auch große Betriebe Probleme bekommen, die hohen Fixkosten zu decken, die mit der schnellen Erweiterung und Modernisierung verbunden waren. Solange sie jedoch ihre variablen Kosten decken können, zumindest kurzfristig, werden sie den Absturz der Schweinepreise besser überstehen, glaubt das USDA.

19.01.2022: Selbstverpflichtung der Geflügelbranche zu Biosicherheit

Seit Mitte Januar 2022 gilt in Nordrhein-Westfalen die freiwillige Selbstverpflichtung der Geflügelbranche, weitergehende Biosicherheitsmaßnahmen in den Geflügel haltenden Beständen umzusetzen sowie eine sichere Früherkennung der Geflügelpest über präventive Untersuchungen zu ermöglichen. Zunächst soll der gemeinsame Beschluss der Verbände sowie Landwirtschaftskammer, Tierärzteschaft und Veterinärbehörden bis Ende März gelten, um den Eintrag der Geflügelpest in die Bestände zu verhindern. „Die Gefahr des weiteren Auftretens von Geflügelpestfällen ist nach wie vor nicht gebannt. Alle müssen weiterhin außerordentlich wachsam sein. Nur konsequent eingehaltene Biosicherheitsmaßnahmen in allen Geflügelhaltungen können effektiv vor einer Eintragung des Erregers schützen.
Hobbyhaltungen und erwerbsmäßige Nutztierhaltungen sind gleichermaßen betroffen und in der Verantwortung", lautete der Appell von Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann an die GeflügelhalterInnen im Land. Auch ist die Durchführung von Geflügelausstellungen und Geflügelmärkten derzeit untersagt. Nordrhein-Westfalen hatte im Winter 2021/2022 bereits neun Ausbrüche der Geflügelpest zu verzeichnen. Aktuell befinden sich drei Verdachtsfälle bei Wildvögeln noch in der Abklärungsuntersuchung. Im Jahr 2022 werden unter Myvetlearn.de verschiedene tierärztliche Fortbildungen zum Bereich Biosicherheitsmaßnahmen angeboten. Durch den kostenfreien Newsletter von vetion.de, der am Monatsanfang versendet wird, werden Sie automatisch über die in Kürze beginnenden Online-Fortbioldungen informiert.

19.01.2022: Nebenwirkungen des Verbots des Kükentötens

Seit Beginn des neuen Jahres ist in Deutschland das Töten von sogenannten Eintagsküken verboten. Bislang wurden pro Jahr ca. 45 Millionen männliche Küken direkt nach Schlüpfen geschreddert oder vergast. Doch nicht alle sind glücklich über das neue Gesetz, wie beispielsweise die Betreiber des Wildparadies Tripsdrill in Baden- Württemberg, die durch das Verbot mehr Aufwand und höhere Kosten haben. „Wir haben eine Falknerei. Da gehören Eintagsküken zu den wichtigsten Futtermitteln für die Greifvögel. Zudem haben wir Weiß- und Schwarzstörche in Volieren, auch die bekommen Eintagsküken als Grundnahrung“, erklärt Birger Meierjohann,
Sprecher der Geschäftsleitung. Auch bei den anderen Wildtiere, sogenannte Beutegreifer wie Bären, Luchse, Wölfe und Wildkatzen, gehören Küken zum Speiseplan. Da die Eintagsküken nicht mehr, wie bisher, von einem Anbieter aus Eppingen geliefert werden können, werden diese nun aus Spanien bezogen. „Wenn die Eintagsküken dauerhaft ausfallen würden, müssten wir für Alternativen sorgen“, so Mejerjohann weiter. Mäuse oder Ratten, die die Küken ersetzen könnten, müssten jedoch extra gezüchtet werden, um den hohen Gesamtbedarf zu decken. „Das ist auch keine Vermeidung von Tierleid“, betont der Tripsdrill-Sprecher. „Die Einkaufskosten haben sich um 45 Prozent erhöht“, berichtet Meierjohann.

19.01.2022: Landwirte fordern stärkere Wildschweinbejagung

Auch unter den rund 500 SchweinehalterInnen in Thüringen wächst die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Der Bauernverband des Landes fordert daher eine Intensivierung der Wildschweinbejagung, um einen Eintrag der Tierseuche in die Betriebe möglichst zu vermeiden. Im Vergleich zur vorherigen Jagdsaison waren laut Informationen des Agrarministeriums in der Saison 2020/21 7.200 weniger Wildschweine erlegt worden.
Für eine stärkere Bejagung des Schwarzwilds empfiehlt Verbandsvizepräsident Lars Fliege die Erhöhung der Abschussprämien. Zudem fordert der Verband eine öffentlichkeitswirksame Informationskampagne, um die Bevölkerung und vor allem Reisende auf den Routen aus Sachsen und Brandenburg in Richtung Westen über Infektionswege, etwa durch unachtsam entsorgte infektiöse Lebensmittel, aufzuklären.

19.01.2022: Umgangsempfehlungen für erkrankte oder verletzte Schweine

Um SchweinehalterInnen beim Umgang mit schwer erkrankten oder verletzten Schweinen zu helfen, hat die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) spezielles Schulungsmaterial erstellt. Das vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) geförderte Projekt hat das Ziel, die HalterInnen bei der Entscheidung über eine eventuelle Tötung eines Tieres zu unterstützen, um Tiere vor unnötigen Schmerzen und Leiden zu schützen. Von mehr als 300 Schweinen, die von 42 teilnehmenden Betrieben für die klinische Untersuchung zur Verfügung gestellt wurden, hat das Team um Projektleiterin Prof. Dr. Elisabeth große Beilage Befunde dokumentiert sowie Foto- und Videomaterial erstellt und ausgewertet. Als Ergebnis wurden anschließend für insgesamt sieben relevante Krankheits- /Verletzungskomplexe spezifische Kriterien definiert, die Tierhalter und Tierärzte zukünftig bei der Entscheidung über eine Tötung berücksichtigen können und die es erlauben, eine rechtzeitige von einer zu späten Tötung abzugrenzen. Dabei handelt es sich unter anderem um Krankheits-/Verletzungskomplexe am Bewegungsapparat wie Lahmheit oder auch des Atmungstraktes sowie um Beeinträchtigungen des Ernährungszustandes. „Wir
konnten mit dem Projekt einen weiteren, wichtigen Schritt zur Verbesserung der Versorgung kranker Schweine tun. Dass wir dieses Projekt erfolgreich abschließen konnten, verdanken wir der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Tierhaltern, die uns in dem Projekt unterstützt haben und der Facharbeitsgruppe, die sich mit großem Einsatz in die Auswertung eingebracht hat“, erläuterte große Beilage das Projekt. „Kranke oder verletzte Tiere können in jedem Haltungssystem auftreten – ausschlaggebend ist der richtige Umgang mit diesen Tieren. Die Entscheidung, wann die Nottötung eines kranken Schweines geboten ist, muss bei jedem Einzelfall genau abgewogen und dann fachgerecht umgesetzt werden – im Sinne des Tierschutzes. Die im Projekt erarbeiteten Ergebnisse bieten eine wertvolle Hilfestellung und bringen ein Stück weit Entscheidungssicherheit, indem zahlreiche Grenzfälle mit Bildern beschrieben und eingeordnet wurden“, erklärte Dr. Karl-Heinz Tölle von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, ISN-Projekt GmbH, abschließend. Mit dem Schulungsmaterial, das ab sofort auf der Internetseite des Ministeriums zum Download bereitsteht, erhalten Schweinehalter nun wichtige Entscheidungskriterien für den Umgang mit ihren kranken oder verletzten Tieren.

18.01.2022: bpt-INTENSIV Kleintier in Bielefeld wird auf den Sommer verschoben

Wegen der pandemiebedingten Unwägbarkeiten haben die Gremien der bpt Akademie GmbH beschlossen, die diesjährige bpt-INTENSIV Kleintier, die in Kooperation mit der DGVD-Jahrestagung zum Spezialthema „Dermatologie“ für Anfang März in Bielefeld geplant war, zu verschieben. Neuer Termin ist der 25. bis 28. August 2022. Der Anmeldebeginn
ist für April geplant. Außerdem wurde beschlossen, dass aufgrund der aktuellen Tagungsverschiebung auch die bpt-INTENSIV Kleintier im kommenden Jahr später als bislang gewohnt stattfinden wird. Termin wird der 27. bis 30. April 2023 sein. Für die Tagung in den Folgejahren wird ebenfalls ein späterer Termin in der zweiten Aprilhälfte angestrebt.

18.01.2022: Geflügelpest grassiert im Südwesten Frankreichs

In Frankreich ist der Seuchenzug der Geflügelpest vom Typ H5 in vollem Gange. In nur einer Woche sind 105 neue Geflügelpestausbrüche in Nutzgeflügelbetrieben im Südwesten des Landes von den Behörden amtlich festgestellt worden. Insgesamt sind bis vergangenen Donnerstag in Frankreich 151 Seuchenausbrüche bei Nutzgeflügel registriert worden. Für die Keulung der Tiere in den betroffenen Betrieben muss nun zusätzliches Personal mobilisiert werden. Dabei wurden
wie bereits beim letzten Seuchenausbruch die Studierenden der Veterinärmedizin des Landes ins Auge gefasst. Um den Seuchenzug und weitere in der Zukunft zu stoppen sowie weitere Tierverluste zu verhindern, werden in Frankreich aktuell zwei Impfstoffe gegen die aviäre Influenza getestet. „Langfristig wird es keine andere Lösung als die Impfung geben“, erklärte der französische Landwirtschaftsminister vergangene Woche bei einem Treffen mit Tierhaltern und Abgeordneten.

18.01.2022: Klauenpflege bei Rindern ist wichtige Prophylaxe

Klauenerkrankungen bei Rindern stellen ein ernstzunehmendes Bestandsproblem dar. Feuchtigkeit, Gülle oder Mikroläsionen ermöglichen das Eindringen von Bakterien, die zu Erkrankungen führen können. Zur Prophylaxe sollte die Klauenpflege daher Standard in jeder Rinderhaltung sein. Ob die Klauen manuell, elektrisch oder hydraulisch gepflegt werden sollen, sollte bei der Wahl des Klauenpflegestands, der unbedingt zur Pflege dazugehört, beachtet werden. Das Angebot reicht von Modellen mit unterschiedlichen Antrieben über verschieden große bis hin zu hydraulischen Profigeräten, mit denen bis zu 20.000 Tiere im Jahr behandelt werden können. Bei den leistungsfähigsten Anlagen kann man zwischen Kippstand, Durchtreibestand und
Einbauständen für Boxen wählen. Professionelle Klauenpfleger können zudem beauftragt werden, die den Klauenschnitt durchführen. Wichtig ist, dass die Klauenpflege regelmäßig erfolgt, denn Klauenerkrankungen führen zu verminderter Milchleistung und Fruchtbarkeit bis hin zu Tierabgängen. Hinzu kommen Tierarztkosten und ein enormer Zeitaufwand, der für die intensive Behandlung lahmer Tiere aufgewendet werden muss. Ein Tierarzt sollte immer hinzugerufen werden, wenn es zu größeren Problemen mit akuten Lahmheiten und Klauenproblemen kommt. Eine Fortbildung zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung bei Klauenerkrankungen bietet eine Online-Fortbildung der Reihe VetMAB unter Myvetlearn.de.

18.01.2022: Fleischsteuer zur Reduzierung des Konsums dringend erforderlich

Um die Umweltbelastungen durch die Viehzucht zu reduzieren und eine Treibhausgasneutralität zu erreichen, ist nach Ansicht des Umweltökonoms Prof. Dr. Linus Mattauch von der Technischen Hochschule Berlin (TU Berlin) eine Reduktion des Fleischkonsums dringend notwendig. Der Weg hin zu weniger Fleisch sei aber ohne eine Fleischsteuer nicht möglich, so der Wissenschaftler vom Fachgebiet „Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen“. Zusammen mit weiteren WissenschaftlerInnen hat der Umweltökonom Modellrechnungen für einen wahren Fleischpreis erstellt, der weitaus höher liegt als derzeit. „Es gibt zwar viele andere lohnende Maßnahmen wie etwa Verordnungen für eine umwelteffizientere Viehhaltung oder Subventionen für pflanzliche Ersatzprodukte. Aber es ist schwer vorstellbar, dass die notwendige
Transformation hin zu weniger Fleisch ohne Preiserhöhungen möglich ist“, erklärte Mattauch in einem Interview. Angelehnt an die externen Kosten aus Klimawandel und Nitratbelastung müsste ein Kilogramm Rindfleisch in den Industrieländern durchschnittlich 35 bis 56 Prozent, Lamm- und Schweinefleisch 19 Prozent und Geflügel 25 Prozent teurer werden, so Mattauch weiter. Genau wie bei der Anfang 2021 in Deutschland eingeführten CO2-Steuer könnten mit den Einnahmen die Landwirte, aber auch einkommensschwache Haushalte finanziell unterstützt werden. Denn die Viehzucht sei für 13 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich, sagt der Berliner Wissenschaftler abschließend. Das Fokusthema "Fleischlos glücklich" von Vetion.de listet zahlreiche Alternativen zum konventionellen Fleischkonsum auf.

17.01.2022: bpt macht Tierärztemangel zum Politikum beim Neujahrsempfang

Mittwoch vergangener Woche hatte der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) unter Einhaltung strenger Hygienevorgaben zum traditionellen Neujahrsempfang nach Berlin eingeladen. Rund 50 Gäste aus Bundestag, Bundesregierung, Wissenschaft, Verbänden und Tierärzteschaft waren der Einladung gefolgt, unter ihnen auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Dr. Ophelia Nick, und der neu gewählte Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, Hermann Färber. Als Schirmherrschaft der Veranstaltung konnte die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann gewonnen werden. Thema Nummer 1 auf der Veranstaltung war der herrschende und sich weiter verschärfende Tierärztemangel, der inzwischen nicht nur die Nutztierpraxis und die ländlichen Gebiete betrifft. Weiteres, unmittelbar mit dem Tierärztemangel verknüpftes Problem ist die Sicherstellung des tierärztlichen Notdienstes. Um dem Tierarztmangel gegenzusteuern, reiche die Überarbeitung der Tierärztlichen Gebührenordnung (GOT) alleine jedoch längst nicht mehr aus, warnte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder in seiner Rede. Mindestens genauso dringend brauche es eine
Flexibilisierung beim Arbeitszeitgesetz für Berufe, die gesetzlich zum Notdienst verpflichtet sind. „Für unseren tierärztlichen Notdienst heißt das, wir brauchen die Möglichkeit, von den 11 Stunden Ruhezeit und der täglichen Höchstarbeitszeit von zehn Stunden im Einzelfall und natürlich nur mit Zustimmung der Angestellten abweichen zu können“, so Moder. Beispielsweise wäre eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ebenso hilfreich wie die 1:1 Anwendung der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Auch würde es helfen, die Ausnahmeregelungen des Arbeitszeitgesetzes wie „Sonderregeln für Notfälle und außergewöhnliche Fälle“ einfacher und einheitlicher zu definieren. Moder appellierte daher an die Abgeordneten, die Spielräume des EU- und des nationalen Arbeitszeitrechts zu nutzen, um den tierärztlichen Notdienst am Laufen zu halten, bevor es zu spät ist. Sowohl die Staatssekretärin wie auch der Ausschussvorsitzende, Hermann Färber, und die Schirmherrin der Veranstaltung, Gitta Connemann, versprachen in ihren Grußworten, sich insbesondere um den Tierärztemangel kümmern zu wollen, denn, so Färber, „kranke Tiere müssen 24 Stunden behandelt werden können“, alles andere sei schlichtweg tierschutzwidrig.

17.01.2022: Aufzucht von Insekten optimiert

Um die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung zu sichern, ist die Suche nach alternativen Protein- und Fettträger für die Fütterung von Nutztieren von hoher Wichtigkeit. Eine Herausforderung der Insektenproduktion als künftiges Futtermittel ist die Automatisierung der Aufzucht, damit ausreichende Mengen hergestellt werden können. Ein Team von WissenschaftlerInnen verschiedener Hochschulen entwickelte im Rahmen eines Projektes der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) eine kleinmaßstäbliche Anlage zur Produktion von Insekten, die den gesamten Weg der Aufzucht – vom Ei bis zur Larve – sowie die Weiterverarbeitung der Insekten zu Futtermitteln umfasst. Um diesen Prozess zu optimieren, haben sich verschiedene
Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Maschinenbau sowie Futtermittelproduktion zusammengefunden und erstmalig zusammengearbeitet. Das Forschungsprojekt war Ende vergangenen Jahres unter den Nominierten für den Otto von Guericke-Preis der AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. Neben der Futtermittelherstellung für Nutztiere können die gezüchteten Insekten oder deren Bestandteile auch in der Produktion von Fleischersatz und Lebensmitteln oder bei der Herstellung von Kosmetika und Pharmazeutika eingesetzt werden. Die Ergebnisse dieser technologieoffenen Forschung kommen mittelständischen Unternehmen in Deutschland aus allen Branchen zugute, was weltweit einzigartig ist.

17.01.2022: Brutgebiet von Millionen Eisfischen entdeckt

Ein Forscherteam des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) hat im Süden des antarktischen Weddellmeers ein riesiges Brutgebiet entdeckt, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit die räumlich umfangreichste zusammenhängende Fischbrutkolonie der Welt darstellt. Anhand von Kameraaufnahmen in 420 bis 535 Metern Wassertiefe fanden die WissenschaftlerInnen Nester von Eisfischen der Art Neopagetopsis ionah am Meeresboden und errechneten, dass im gesamten Brutgebiet um die 60 Millionen Eisfische leben. „Die Vorstellung, dass ein solch riesiges Brutgebiet von Eisfischen im Weddellmeer bisher unentdeckt war, ist total faszinierend“, sagt Dr. Autun Purser, Tiefseebiologe am Alfred- Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und Hauptautor der aktuellen Veröffentlichung. „Ich gratuliere den beteiligten Forscherinnen und Forschern zu ihrem faszinierenden Fund. Die deutsche Meeres- und Polarforschung hat damit nach der MOSAIC-Expedition einmal mehr ihre herausragende Bedeutung unter Beweis gestellt. Die deutschen Forschungsschiffe sind schwimmende
Labore der Umweltforschung. Sie sind in den Polargebieten und auf den Ozeanen fast pausenlos als Plattformen für die Wissenschaft unterwegs, um wichtige Erkenntnisse für den Umwelt- und Klimaschutz zu gewinnen. Durch die Förderung des Bundesforschungsministeriums verfügt die deutsche Meeres- und Polarforschung über eine der modernsten Forschungsflotten weltweit. Der Fund kann einen wichtigen Beitrag für die Umweltschutzaufgaben in der Antarktis leisten. Hierfür wird sich das BMBF auch im Rahmen der UN-Dekade der Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung, die noch bis 2030 läuft, weiter einsetzen“, erklärte Bundesforschungsministerin Bettina Stark- Watzinger nach dem spektakulären Fund. Um noch unbekannte Ökosysteme untersuchen zu können, müssten dringend Meeresschutzgebiete in der Antarktis eingerichtet werden, so die AWI-Direktorin und Tiefseebiologin Prof. Antje Boetius. Bisher wurde diese Forderung von der internationalen Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) abgelehnt. Möglicherweise ändert die aktuelle Entdeckung jedoch diese Entscheidung.

14.01.2022: Verein Ärzte gegen Tierversuche warnt vor falschen Hoffnungen

Medienberichten zufolge wurde in den USA jüngst einem Menschen ein Schweineherz transplantiert. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche warnt jedoch vor falschen Hoffnungen anderer herzkranker Patienten. Denn schon bei einer Transplantation innerhalb einer Spezies kann es zu schweren Abstoßreaktionen kommen, die nur durch lebenslange Gabe von die Immunabwehr unterdrückenden Medikamenten in Schach zu halten sind. Bei der sogenannten Xenotransplantation, bei der Organe eines Tieres in eine andere Art transplantiert werden, kommt es zu weitaus heftigeren Reaktionen. Auch warnt der Verein vor der potenziellen Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung von bislang unbekannten Krankheiten. Denn im Erbgut eines Schweines enthaltene Viren können im menschlichen Körper durchaus ihre Harmlosigkeit verlieren. Die Corona-Pandemie hat leider auch gezeigt, dass tierische Krankheitserreger sich verändern und auf den Menschen
überspringen können. Ende der 1990er Jahre kam die Fremdorganforschung fast zum Erliegen, als entdeckt wurde, dass Schweine-Retroviren (PERV) menschliche Zellen im Reagenzglas infizieren können. Schon seit mehreren Jahren versuchen Forschende, Schweineherzen in Affen zu transplantieren. Doch trotz der massiven Gabe von zahlreichen Medikamenten, die mit schweren Nebenwirkungen einhergehen, sterben die meisten Affen bereits nach Stunden oder wenigen Tagen qualvoll an Organversagen. „Gerade zum Wohle von Patienten kann die Lösung für den akuten Organmangel nicht in der völlig unkalkulierbaren Xenotransplantation liegen“, erklärt Gaby Neumann, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzte gegen Tierversuche. „Viel wichtiger sind der verstärkte Fokus auf Verbesserungen von Präventionsmaßnahmen und die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten mit Hilfe von sinnvollen, humanrelevanten tierversuchsfreien Hightechmethoden.“

14.01.2022: Petition mit 900.000 Unterschriften an EU-Parlament übergeben

Mit einer Petition und 900.000 gesammelten Unterschriften hat die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN zusammen mit weiteren Organisationen ihre Forderung an das Europäische Parlament nach einem Verbot des Lebendexports von Nutztieren in Drittländer untermauert. Die Übergabe fand am gestrigen Donnerstag (13.01.2022) statt. Damit fordern die PetitionsunterzeichnerInnen auch ein Transportverbot für Jungtiere, die noch auf Milchnahrung angewiesen sind, sowie eine generelle maximale Transportdauer von acht Stunden für Rinder, Schweine und Schafe und vier Stunden für Geflügel und Kaninchen. Am 20. Januar 2022 werden die EU- Parlamentarier über Empfehlungen zum Schutz von Tieren beim
Transport innerhalb und außerhalb der EU abstimmen. „Die Mitglieder des Europäischen Parlaments müssen auf ihre Wählerinnen und Wähler hören und sollten bei ihrer Abstimmung das 0-4-8-Prinzip berücksichtigen: Null Stunden Transportzeit für empfindliche Tiere, wie beispielsweise Kälber, die noch auf Milchnahrung angewiesen sind, vier Stunden für Geflügel und Kaninchen und acht Stunden für ausgewachsene Rinder, Schafe und Schweine als maximale Transportzeit. Transporte von über acht Stunden, Exporte von lebenden Tieren in Drittländer und Transporte auf dem Seeweg müssen gänzlich verboten werden“, betont Pierre Sultana, Direktor des European Policy Office (EPO) von VIER PFOTEN.

14.01.2022: Aujeszkische Krankheit bei Jagdhund festgestellt

Die Aujeszkische Krankheit ist eine Viruserkrankung, die hauptsächlich bei Wild- und Hausschweinen auftritt. Besonders bei Wildschweinen breitet sich die Erkrankung immer mehr aus. Für Hunde ist die Aujeszkische Krankheit tödlich. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA) hat aktuell eine Infektion mit Todesfolge bei einem Hund in Trier-Saarburg bestätigt. Der Jagdhund hatte Kontakt zu einem Wildschwein. Das LUA empfiehlt JägerInnen daher dringend, ihre Hunde von erlegtem Schwarzwild fernzuhalten und besonders keine entnommenen Innereien roh zu verfüttern. Ein infizierter Hund zeigt nach einer Inkubationszeit von zwei bis neun Tagen zunächst Symptome
wie einen intensiven Juckreiz. Teilnahmslosigkeit, Fieber, Schluckbeschwerden, Atemnot, Bewegungsstörungen und Lähmungserscheinungen kommen bei Fortschreiten der Krankheit hinzu. Der Tod tritt gewöhnlich ein bis drei Tage nach Einsetzen der ersten klinischen Anzeichen ein. Eine Impfung bzw. Therapie gegen die Aujeszkysche Krankheit gibt es für Hunde nicht. Ein Eintrag des Erregers in Hausschweinebestände würde zu massiven wirtschaftlichen Schäden führen, wie das LUA betont. Daher muss bei Hausschweinen in Freilandhaltung ein direkter oder indirekter Kontakt zu Wildschweinen unbedingt vermieden werden.

13.01.2022: NRW: Tierzahlen bis Ende Januar melden

Bis spätestens 31. Januar 2022 müssen TierhalterInnen in Nordrhein- Westfalen die Zahlen ihrer Tierbestände übermittelt haben. Diese gesetzliche Verpflichtung gilt für Landwirtinnen und Landwirte, aber auch für Hobbyhalterinnen und -halter sowie gewerbliche Tierhalterinnen und Tierhalter. Darauf weist die Tierseuchenkasse NRW hin. Auch wenn sich der Tierbestand zum Vorjahr nicht geändert hat, ist eine solche Meldung verpflichtend. Eine Ausnahme bilden HalterInnen von Rindern, da eine zentrale Datenbank
Auskunft über die aktuellen Bestände gibt. HalterInnen von Lege- und Junghennen, Masthähnchen, Elterntieren, Puten, Enten oder Gänsen geben lediglich den Jahreshöchstbesatz an. Die Meldung ist problemlos online unter www.tierzahlenmeldung-nrw.de möglich. In einer aktuellen Podcastfolge hat die Landwirtschaftskammer die wichtigsten Fragen zum Meldevorgang beantwortet. Der Podcast ist unter dem Namen Landfunk auf Spotify, Apple Podcasts, Deezer und auf der Internetseite der Kammer zu finden.

13.01.2022: Özdemir will Zusammenarbeit mit Verbänden stärken

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat in seinen ersten Gesprächen mit verschiedenen Umweltverbänden seine Pläne zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft erörtert. Özdemir betonte in den nicht öffentlichen Videokonferenzen besonders die Notwendigkeit einer stärkeren und konstruktiven Zusammenarbeit mit den Verbänden. „Mir ist ein direkter Draht und ein offener Austausch wichtig“, so der Grünen-Politiker. Der Minister wies erneut darauf hin, dass seine Pläne neben einem verbesserten Klimaschutz bei besseren Haltungsbedingungen auch eine Bindung von Tierzahlen an die verfügbare Fläche einschließen. Gleichzeitig solle die Investitionsförderung auf gute Haltungsbedingungen ausgerichtet werden. Zweifel an Özdemirs Plänen hat die Union geäußert. In einem Schreiben
von CDU/CSU-Fraktionsvize Steffen Bilger und Albert Stegemann, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft, wird der Mangel an tauglichen Instrumenten zur Finanzierung der Vorhaben im Koalitionsvertrag kritisiert. Es bleibe abzuwarten, wie Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir die EU-Kommission von der Vereinbarkeit einer nationalen verbindlichen Kennzeichnung mit europäischem Binnenmarktrecht überzeugen wolle, heißt es weiter in dem Schreiben. Auch dass die Ampelkoalition in ihrem Koalititionsvertrag den Empfehlungen der Borchert-Kommission keinerlei Beachtung schenkt, wird von den Unionspolitikern kritisiert. Als überraschend unkonkret bewerten Bilger und Stegemann die Ankündigung, das Bau- und Genehmigungsrecht für einen besonders tierwohlorientierten Stallumbau anzupassen.

13.01.2022: Frankreich testet Impfstoffe gegen Geflügelpest

Die Geflügelpest schreitet weiter voran. Auch in 2022 wurden bereits Ausbrüche in Nutztierhaltungen gemeldet, bei denen Tausende Stück Geflügel getötet werden mussten. Auch im Nachbarland Frankreich ist das Ausbruchsgeschehen zuletzt stark gestiegen. Im vergangenen Winter mussten dort 3,5 Mio. Tiere getötet werden. Laut aktuellen Aussagen des französischen Landwirtschaftsministers Julien Denormandie gibt es aber berechtigte Hoffnung auf zwei mögliche Impfstoffe, die sich gerade
in der Testphase befinden. Langfristig gäbe es keine andere Lösung als die Impfung, erklärte der Minister. Die Impfung der Geflügelbestände dürfe kein Tabuthema sein. Gemeinsam mit Fachleuten sollen die Gebiete sowie die Abläufe der angekündigten Impfversuche bestimmt werden, so Denormandie, der sich eine europäische Zulassung für wirksame Vakzine gegen die aviäre Influenza wünscht. Deshalb sei es wichtig, dass die anderen Mitgliedsstaaten vom Nutzen der Impfung überzeugt werden.

Tierärzte dürfen ab sofort nach Schulung gegen COVID-19 impfen

12.01.2022

Im Dezember 2021 sind die Weichen dafür gestellt worden, dass sich auch Tierärztinnen und Tierärzte an der Impfung der Bevölkerung gegen COVID-19 beteiligen können. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an einer ärztlichen Schulung, deren Inhalt fünf Stunden Theorie sowie zwei Stunden „Praktikum“ in einem Impfzentrum oder einer ähnlichen Einrichtung umfasst. Die theoretische Schulung kann ab dem 12.01.2022 per E-Learning an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen absolviert werden. Den notwendigen Zugangscode erhalten
TierärztInnen bei ihrer Landestierärztekammer. Nach Erhalt der Schulungsbescheinigung kann dann das "Praktikum" absolviert werden. Anschließend dürfen die Tierärztinnen und Tierärzte dann selbst in einem Impfzentrum oder als Teil eines mobilen Impfteams tätig werden. Obgleich die COVID-19-Impfung auch direkt in der Tierarztpraxis vom Gesetzgeber vorgesehen ist, sind hierfür die erforderlichen rechtlichen Voraussetzungen bislang noch nicht geschaffen worden. Zudem gilt es, die Haftungsfrage zu klären.

12.01.2022: Schweiz passt Verordnungen an EU-Recht an

Am 28. Januar 2022 treten in den EU-Mitgliedstaaten die neuen Verordnungen zu Tierarzneimitteln und Arzneifuttermitteln in Kraft. Diese haben auch auf Nicht-EU-Länder wie die Schweiz Einfluss. Um die wichtigsten Differenzen zum EU-Recht auszuräumen und so Handelshemmnisse zu verhindern, hat der Schweizer Bundesrat in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch (12.01.2022) die Anpassung von mehreren
heilmittelrechtlichen Erlassen beschlossen, die ebenfalls ab dem 28. Januar 2022 Verwendung finden. Die Anpassungen umfassen neben der Tierarzneimittelverordnung auch die Arzneimittelverordnung sowie die Arzneimittel- Bewilligungsverordnung. Der Alpenstaat möchte damit sicherstellen, dass die Versorgung mit Tierarzneimitteln jederzeit gewährleistet ist und ein Mehraufwand bei der Zulassung von Tierarzneimitteln vermieden wird.

12.01.2022: Ursachensuche für Fischsterben auf Rügen hält an

Nach dem massiven Fischsterben auf der Insel Rügen, haben die nachfolgenden Untersuchungen noch keinen Hinweis auf die Ursache gebracht. „Die Kadaver sind auf alle infrage kommenden Viruskrankheiten untersucht worden, ebenso auf bakterielle Erkrankungen. Auch Kiemen, Muskulatur und Leber wurden untersucht. Die Untersuchungen blieben jedoch ohne Befund. Die Experten gehen davon aus, dass wir es auch nicht mit einer Fischseuche zu tun haben. Daher wird sich die weitere Ursachenforschung auf das Wasser konzentrieren. Leider ist eine solche Untersuchung ohne ersten Anhaltspunkt sehr schwierig. Es gilt buchstäblich, die Stecknadel
im Heuhaufen zu finden. Mit Bordmitteln kommen wir da nicht weiter. Wir werden also ein Labor beauftragen, dass auf solche Untersuchungen spezialisiert ist“, teilte Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus mit. Mehrere Tonnen toter Fische werden aktuell täglich eingesammelt und entsorgt. Die Beräumung wird auch in den kommenden Tagen fortgesetzt. Solange die Ursache für das Fischsterben noch nicht feststeht, sollte unbedingt auf das Angeln und Fischen im Bereich des Kleinen und Großen Jasmunder Boddens sowie auf die Verwertung und den Verzehr von Fisch aus den Gewässern verzichtet werde, so die Empfehlung des örtlichen Behörden.

12.01.2022: Stimulierende Umgebungen verbessern Wohlbefinden von Versuchstieren

Trotz umfassender Bemühungen, Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen zu entwickeln, scheint auf unbestimmte Zeit auf den Einsatz von Tieren bei bestimmten Forschungsvorhaben nicht gänzlich verzichtet werden zu können. In diesen Fällen und auch unter Tierschutzaspekten ist es von besonderer Bedeutung, die Lebensbedingungen der Versuchstiere so optimal wie möglich zu gestalten. Auch unter der Prämisse, dass nur gesunde Tiere zuverlässige, reproduzierbare und wissenschaftlich aussagekräftige Ergebnisse liefern können. Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) können sogenannte stimulierende Umgebungen („enriched environments“) einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden von Labortieren haben. Die Tiere können außerdem zwischen verschiedenen stimulierenden Objekten unterscheiden. Die WissenschaftlerInnen des (Bf3R)
verglichen konventionell gehaltene Mäuse mit Tieren, die in einer stimulierenden Umgebung gehalten wurden. Letztere waren viel aktiver und zeigten keine haltungsbedingten Auffälligkeiten. Auch wurden die angebotenen Elemente häufiger von diesen Mäusen genutzt. Insgesamt zeigt die Studie, dass eine abwechslungsreichere Lebensumgebung von den Tieren gut angenommen wird, das Wohlergehen steigert und damit fester Bestandteil bei Tierversuchen sein sollte, um aussagekräftigere Forschungsergebnisse zu erzielen. Auf Myvetlearn.de findet vom 17. bis 19. Februar 2022 der zweite Kurs für Tierärzte zur Qualifikation als Tierschutzbeauftragte als Online-Fortbildung statt. Der dreitägige Kurse vermittelt die gemäß Anlage 1 und 2 der Tierschutz-Versuchstierverordnung für die Pflege oder das Töten von Tieren oder die Planung oder die Durchführung von Tierversuchen erforderlichen Kenntnisse.

12.01.2022: QS und BfR setzen Zusammenarbeit fort

Die QS Qualität und Sicherheit GmbH (kurz QS) arbeitet aktuell gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) an drei Projekten, mit dem Ziel, Daten aus dem Antibiotikamonitoring und der Erfassung von Schlachtbefunddaten bei Schwein und Geflügel zu bewerten. Die ursprünglich bis Ende 2021 geplante Zusammenarbeit wurde nun um ein weiteres Jahr verlängert. Diese Zeit wollen die Projektpartner nutzen, um vorhandene Daten qualifiziert zu bewerten, mögliche Schwachstellen zu ermitteln und Handlungsoptionen zur Verbesserung der Datenerfassung und -verarbeitung abzuleiten. Neben der Evaluierung von anonymisierten Befunddaten sowie der Eignungsprüfung zu
Risikobewertungen sollen in einem Forschungsvorhaben auch Daten aus dem QS- Antibiotikamonitoring untersucht und weitere qualifizierte Aussagen zur Entwicklung der unterschiedlichen Wirkstoffklassen möglich gemacht werden. Ziel ist die Verknüpfung der Daten aus dem Einsatz von Antibiotika mit den Ergebnissen aus dem Antibiotikaresistenzmonitoring, um die Entwicklung von Resistenzen zu beleuchten. Die Online-Lernplattform VetMAB wurde ebenfalls mit dem Ziel der Antibiotikaminimierung im Stall entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Fortbildungsplattform für TierärztInnen und LandwirtInnen, die dazu beitragen soll, den Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren zu verringern.

11.01.2022: Populationen von Siedlungsvögeln weiterhin stabil

Am vergangenen Wochenende fand erneut die „Stunde der Wintervögel“ statt und viele VogelfreundInnen waren aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel im Park, im Garten oder auf der Terrasse zu zählen. Bis zum vergangenen Sonntagabend waren an den NABU bereits 3,2 Millionen Vögel aus 88.000 Gärten und Parks übermittelt worden. Da die zahlreichen TeilnehmerInnen noch bis zum 17. Januar 2022 die Möglichkeit der Meldung haben, erwartet die Naturschutzorganisation noch deutliche Zuwächse. Wie die ersten Auswertungen zeigen, haben sich die Bestände
von Kohlmeisen und Blaumeisen im vergangenen Jahr deutlich erholt, während die des Erlenzeisigs und der Wacholderdrossel den stärksten Rückgang verzeichneten, was den ExpertInnen aber keine großen Sorgen bereitet, da die Winterbestände von Jahr zu Jahr stark schwanken. Erfreulich ist, dass bei vielen typischen Siedlungsvögeln wie Haussperling, Rotkehlchen, Türkentaube und Star, nur geringe Änderungen zum Vorwinter auszumachen sind. Dennoch sind laut NABU die Populationszahlen der Wintervögel in den letzten zwölf Jahren kontinuierlich gesundken.

11.01.2022: Gesunderhaltung von Honigbienen rückt mehr in den Fokus

Die Honigbiene rückt als wichtiges Nutztier immer mehr in den Fokus der Landwirtschaft. Die Haltung der Bienen in großen Beständen birgt aber auch gesundheitliche Risiken für die Tiere. Neben dem Einsatz von Pestiziden können auch Krankheiten, die durch Parasiten oder Viren verursacht werden, den Bienenvölkern zum Verhängnis werden. Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) drängt daher darauf, die Ausbildung von FachtierärztInnen für Bienen im Land voranzubringen. Zudem sollen diese ausgebildeten ExpertInnen nach Ansicht der Kammer auch bei veterinärmedizinischen Fragestellungen entsprechend eingesetzt werden. Zur Verbesserung der aktuellen Situation wurden erneut
Forderungen nach einem Tiergesundheitsdienst Bienen (TGD-B) sowie der Umsetzung des AHL (Animal Health Law) laut. Die aktuell ausgearbeitete Stellungnahme der Österreichischen Tierärztekammer zum Thema „Die Honigbiene – veterinärmedizinische Maßnahmen“ soll als Grundlage zur erneuten Auseinandersetzung mit dem Thema dienen. Auf Myvetlearn.de finden TierärztInnen vier E-Learningkurse zum Thema Bienen. Die Kurse, die einzeln oder mit einem Mengenrabatt gebucht werden können, vermitteln Wissen zu Haltung, Krankheiten und Produkten von Bienen. Die Kursreihe ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen/den Fachtierarzt für Bienen.

11.01.2022: Erneut mehr Kegelrobbengeburten auf Helgoland

Für die Wurfsaison 2021/22 der Kegelrobben auf Helgoland deutet sich ein neuer Höchststand an. Bisher sind hier 669 Tiere geboren worden. Obgleich die Hauptgeburtenzeit nun beendet sei, kommen auch weiterhin noch ein bis zwei Tiere pro Woche zur Welt. Seit 1996/97, als die erste Kegelrobbengeburt
auf Helgoland erfasst worden ist, nahm ihre Zahl jedes Jahr zu. So auch in dieser Saison, wo bislang schon 15 Junge mehr als im Vorjahr geboren worden sind. Um die Jungtiere und ihre Mütter nicht zu stören, sind auf Helgoland seit November 2021 die Strände für Besucher gesperrt.

11.01.2022: Lidl nimmt Hybridfleisch ins Sortiment

Der Discounter Lidl startet mit einer Premiere ins neue Jahr. Seit dem 10. Januar 2022 werden in mehr als 3.200 Filialen Hybridfleischprodukte als Aktionsware angeboten. Nach den Lebensmittelketten Rewe und Netto wird der Discounter unter anderem Fleisch oder Wurst deutscher Herkunft mit einem Pflanzenanteil von bis zu 40 Prozent anbieten. So können sich die Kunden auf Hackfleisch und Burger- Patties aus Rindfleisch mit Jackfrucht, Wiener Würstchen mit Möhre sowie Hähnchen-Fleischwurst mit Sojaprotein freuen. Laut Lidl richtet sich das Angebot
an "Kunden, die ihren Konsum von tierischen Produkten und damit auch ihren ökologischen Fußabdruck verringern möchten, ohne komplett auf Fleisch zu verzichten." Auch der Discounter Aldi wird nachziehen und plant nach Angaben der Lebensmittel Zeitung ab dem 14. Januar 2022 seine Sortimentserweiterung um Hybridprodukte unter dem Label "Iss Neu". Im Vetion-Fokusthema "Fleischlos glücklich" finden Sie eine umfassende Übersicht über Fleischalternativen, die gerade erforscht werden bzw. bereits auf dem Markt zur Verfügung stehen.

10.01.2022: BMEL prüft Förderskizzen zur Antibiotikareduktion

Die Antibiotikareduktion in der Geflügelhaltung ist der Regierung ein Anliegen. Daher hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen von drei bestehenden Förderprogrammen die Wissenschaft und Wirtschaft aufgerufen, Forschungsideen zur Verringerung des Einsatzes von Reserveantibiotika in der Geflügelhaltung einzureichen. Dies nutzten bis zum Fristende am 26. Oktober 2021 zehn Antragsteller, die ihre Skizzen beim Projektträger, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble), einreichten. Weitere 11 Skizzen wurden im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung eingereicht und drei für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Insgesamt können im Rahmen der drei Förderprogramme rund 23 Millionen Euro Fördergelder vergeben werden, wobei der Fokus der förderfähigen Projekte auf der Prävention von behandlungsbedürftigen Infektionserkrankungen liegt. Das BMEL beabsichtigt über diese Bekanntmachung innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie gezielte Maßnahmen zum Wissenstransfer zu fördern, die zu einer langfristigen Reduktion des Auftretens behandlungsbedürftiger Infektionserkrankungen und dadurch zu einer Verringerung der
Anwendung antibiotischer Tierarzneimittel bei Geflügel beitragen. In den Vorhaben sollen neue Strategien und Lösungen aufgezeigt sowie innovative und praxisorientierte Produkte und Verfahren entwickelt werden, die zur Vermeidung bzw. Minimierung von Infektionskrankheiten und zur Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls führen. Die eingereichten Projektideen befassen sich hauptsächlich mit der Stärkung der Tiergesundheit und dabei u. a. mit der Optimierung des Stallklimas und der Hygiene in der Geflügelhaltung, der Entwicklung von innovativen Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung des Antibiotikaeinsatzes sowie des Einsatzes von Futtermittelzusätzen im Hinblick auf eine Reduktion des Auftretens behandlungsbedürftiger Infektionserkrankungen des Respirationstraktes und des Magen-Darm-Traktes. Es folgt nun die fachliche Bewertung der Skizzen. Ist die Förderentscheidung durch das BMEL gefallen, werden die Skizzeneinreicher aufgefordert, ihren Antrag einzureichen. Ziel ist es, dass die Projekte bereits in den 2. Jahreshälfte 2022 starten. Auch VetMAB wurde zur Antibiotikaminimierung im Stall entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Fortbildungsplattform für TierärztInnen und LandwirtInnen, die dazu beitragen soll, den Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren zu verringern.

10.01.2022: H5N1 nahezu flächendeckend in Schleswig-Holstein verbreitet

Die Geflügelpest vom Typ H5N1 kommt aktuell in Schleswig-Holstein nahezu flächendeckend vor. Seit dem Herbst 2021 wurde das hochansteckende Virus bei knapp 300 Wildvögeln in zehn Kreisen und in Lübeck nachgewiesen. Aber auch fünf Nutzgeflügelbestände in den Kreisen Steinburg,
Dithmarschen, Pinneberg und Plön sind betroffen. Das ist nach 2016/2017 und 2020/21 bereits die dritte große Geflügelpest-Epidemie in Schleswig-Holstein. Das Virus grassiert aber auch in nahezu allen anderen Bundesländern sowie in vielen Ländern weltweit. In Israel sind aktuell besonders die Kraniche betroffen, die dort rasten.

10.01.2022: Mehr als die Hälfte der heimischen Nutztierarten ist bedroht

In Deutschland gibt es 80 einheimische Nutztierrassen, von denen 56 auf der Roten Liste gefährdeter Nutztierrasen 2021 standen. Das gab die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bekannt. Dabei bedroht vor allem die Afrikanische Schweinepest (ASP) die heimischen
Schweinerassen wie das Deutsche Sattelschwein oder das Leicoma. Ihre Zuchttierbestände sind sehr gering und benötigen zeitnah besondere Vorkehrungsmaßnahmen, da auch sie von der ASP und den Bekämpfungsmaßnahmen wie Keulung betroffen sein können.

10.01.2022: ASP bei Wildschwein in Norditalien festgestellt

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Europa trotz aller Schutzmaßnahmen immer weiter aus. Nun ist die hochansteckende Tierseuche auch in Norditalien bei einem tot aufgefundenen Wildschwein in Ovada in der Provinz Piemont nachgewiesen worden. Die ASP
wurde dabei im Rahmen von routinemäßig durchgeführten Untersuchung des ASP-Monitorings diagnostiziert. Bislang kam die ASP nur auf Sardinien bei Wildschweinen vor. Hier ist die Tierseuche endemisch. Wie der Erreger nach Piemont eingetragen wurde, ist aktuell unklar.

07.01.2022: Ursache für Fischsterben in Rügen noch nicht geklärt

Ein anhaltendes Fischsterben auf der Insel Rügen bereitet aktuell große Sorgen. Seit Weihnachten wurden sowohl auf dem Kleinen Jasmunder Bodden und dessen Uferbereich als auch auf dem Großen Jasmunder Bodden zahlreiche tote Fische entdeckt. Die Ursache ist noch nicht geklärt. „Unmittelbar nach Bekanntwerden des Fischsterbens wurden Wasserproben genommen und Untersuchungen angestellt. Auch einzelne Fische wurden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) untersucht – alles bisher ohne Befund. Es gibt keine Auffälligkeiten beim pH-, Sauerstoff- oder Salzgehalt. Daher können wir im Moment auch nicht
sagen, ob das Sterben voranschreitet. Das bereitet mir große Sorge“, erklärte Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. Als weitere Maßnahmen wurden das kurzfristige Einsammeln sowie die Entsorgung der toten Fische beschlossen. Ab kommenden Montag sollen mit Booten, Absammlern an Land und geeigneten Containern der größtmögliche Anteil der Kadaver beseitigt werden. Erst dann ließe sich auch einigermaßen abschätzen, wie umfangreich das Fischsterben auf Rügen ist, so Backhaus. Aktuell laufen im LALLF in Rostock die toxikologischen Untersuchung der Fischkadaver, mit deren Ergebnis frühestens am Montag gerechnet werden könne, so der Minister abschließend.

07.01.2022: Immer mehr Schweinebetriebe in Polen geben auf

Auch in Polen findet derzeit ein massiver Strukturwandel in der Schweinehaltung statt. Bereits mehr als 30.000 Halter mussten im vergangenen Jahr ihre Betriebe aufgeben. Grund dafür ist die starke Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die für 124 Ausbrüche in Agrarbetrieben gesorgt hat, und die damit verbundenen Restriktionen. Seit dem ersten Auftreten der Tierseuche sei dies der bislang schlimmste Verlauf, wie der Nationale Verband der Schweinehalter (POLPIG) mitteilt. Aber auch die anhaltende Corona- Pandemie und die quarantänebedingten Schließungen von Schlachtstätten sowie rekordhohe Futterpreise hätten die Lage weiter verschlechtert. Die am Markt zu realisierenden Erlöse für Schweinefleisch seien daher für viele bei weitem nicht mehr rentabel gewesen.
Von den Betriebsaufgaben sind überwiegend kleine Betriebe mit wenigen Schweinen betroffen, während der Rückgang bei den professionellen Unternehmen mit großen Beständen noch überschaubar geblieben sei. Es werde jedoch mit einem weiteren Voranschreiten des Strukturwandels gerechnet. Der Verband kritisiert zudem das zu spät auf den Weg gebrachte Hilfsprogramm der Regierung für Sauenhalter, die besonders hart betroffen sind. Die polnischen Schweinehalter hoffen nun auf eine Belebung der internationalen Nachfrage nach Schweinefleisch und damit auch auf eine verbesserte Rentabilität der Schweineproduktion im weiteren Jahresverlauf. Angesichts der wieder wachsenden Sorge um die ASP in Asien und international zuletzt rückläufiger Notierungen scheint diese Hoffnung allerdings trügerisch.

06.01.2022: Neues Praxishandbuch Grünland für Pferde

Die Landwirtschaftskammern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben in Zusammenarbeit mit den Universitäten Göttingen und Halle ein neues Praxishandbuch Grünland für Pferde entwickelt, das sich an PferdehalterInnen, aber auch an BeraterInnen und Berufs- und Fachschulen sowie landwirtschaftliche Lohnunternehmen richtet. Die LeserInnen erhalten in dem Praxishandbuch vielfältige Tipps für das Grünlandmanagement. Neben Düngung und Pflege der für die
Tiere wichtigen Weiden wird von den AutorInnen auch auf das Weidemanagement und den Einfluss des Standortes auf die Futterqualität der Pflanzen eingegangen. Weitere Themen sind die Beweidung von artenreichen Grünlandbeständen und gesundheitlichen Risiken durch unverträgliche und giftige Pflanzenarten oder Weideparasiten. Das Handbuch zeigt Risikobereiche auf und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. Für 15 Euro kann das Buch per E-Mail an hubert.kivelitz@lwk.nrw.de bestellt werden.

06.01.2022: Änderungen der Tierschutzhundeverordnung

Zum 1. Januar 2022 sind einige Neuregelungen der Tierschutzhundeverordnung in Kraft getreten. Nicht alle Forderungen verschiedener Tierschutzorganisationen konnten erfüllt werden, jedoch begrüßt PETA unter anderem ausdrücklich die Verbesserung von Haltungsanforderungen sowie das Ausstellungsverbot für Hunde mit Qualzuchtmerkmalen. Dazu gehören nicht nur Zuchtausstellungen, sondern auch sogenannte Zuchtleistungsprüfungen und Hundesportveranstaltungen. Die TierschützerInnen fordern jedoch weiterhin ein Nachzuchtverbot der sogenannten Qualzuchten, um diesen Tieren ein Leben mit Schmerzen und Leid zu ersparen. Dazu gehören meist Hunde und Katzen, die unter Atemnot leiden, blind oder
taub sind oder auch verkrüppelte Körperteile aufweisen. Das werde billigend in Kauf genommen, um einem fehlgeleiteten Schönheitsideal gerecht zu werden, so PETA. Als einen großen Erfolg in der neuen Tierschutzhundeverordnung sieht die Tierschutzorganisation auch das grundsätzliche Verbot der Anbindehaltung von Hunden an, das ab 2023 in Kraft treten soll. Jedoch wird die Haltung von Hunden in Zwingern weiterhin erlaubt sein, was die Befürchtung anheizt, dass viele Vierbeiner, die aus der Anbindehaltung kommen, dann ein Leben im Zwinger erwarten wird. Auch äußerte PETA Kritik daran, dass der Schutz von Hunden und Katzen vor dem illegalen Handel keine Erwähnung in der neuen Tierschutzhundeverordnung gefunden hat.

06.01.2022: Union kritisiert Pläne für höhere Lebensmittelpreise

Die in der vergangenen Woche verkündeten Pläne des neuen Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir haben Kritik bei der CDU/CSU hervorgerufen. Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Landwirten, des Tierwohls und des Klimaschutzes fordert Özdemir höhere Lebensmittelpreise. Weiterhin lässt der Minister prüfen, ob der Verkauf von Lebensmitteln zu Preisen unterhalb der Produktionskosten unterbunden werden kann. Vor den staatlichen Eingriffen in den Lebensmittelmarkt warnte der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Albert Stegemann, da sich dadurch der Bürokratieaufwand maximal erhöhen und ein solches Verbot eher kontraproduktiv wirken würde.
Stattdessen fordert die Union erneut die Einrichtung einer Agrarmarketing-Agentur, die die regionale Vermarktung stärken könnte. „Damit kann eine zeitgemäße und Zielgruppen-orientierte Verbraucherkommunikation über gute Lebensmittel aus den Regionen funktionieren“, so Stegemann. Gerade in Zeiten allgemein steigender Kosten komme es auf eine soziale Ausgewogenheit der Ernährungspolitik an. Nicht alle könnten sich regelmäßig Bioprodukte leisten. „Wir wollen den Menschen nicht in den Kühlschrank hineinregieren, sondern sie mitnehmen auf dem Weg zu mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel“, erklärte Stegemann abschließend.

05.01.2022: StIKo Vet Leitlinie zur Impfung von Fischen

Erstmals hat die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine Leitlinie zur Impfung von Fischen vorgelegt. Diese Leitlinie konzentriert sich auf Nutzfische, die in Deutschland in Aquakultur aufgezogen werden. Aussagen zu Wild- und Zierfischen fehlen. TierärztInnen und TeichwirtInnen erhalten auf diese Weise einen Überblick über wichtige Impfindikationen bei Nutzfischen, u.a. Forellen, Forellenartige sowie Karpfen, Aale und Europäische Welse. Die Leitlinie ist aufgebaut wie die Leitlinien für Kleintiere, Pferde, Rinder und kleine Wiederkäuern sowie Schweine. Zur
Anwendung bei Fischen sind in Deutschland und in der Europäischen Union nur sehr wenige Impfstoffe zugelassen. Soweit es zugelassene Impfstoffe gibt, wurden diese in den Fachinformationen für die jeweilige Infektionskrankheit aufgelistet. Sofern keine Impfstoffe zugelassen sind, ist es möglich und ggf. erforderlich, bestandsspezifische Impfstoffe einzusetzen, die bei Fischen anteilsmäßig eine besonders große Rolle spielen. Da es bei Fischen erhebliche Unterschiede bei der Impfung gibt, enthält die Leitlinie auch grundsätzliche Überlegungen zu Impftechniken, Impfzeitpunkt (Wassertemperatur, Gewicht) und zur Immunologie von Fischen.

05.01.2022: Tausende verendete Kraniche in Israel

Israel gehört zu den Ländern, in denen zahlreiche Zugvögel zwischenlanden, um sich für ihren Weiterflug nach Afrika auszuruhen. Das Hula-Tal im Norden des Landes wird jedes Jahr von Tausenden Kranichen angeflogen. Bislang sind dort bereits mindestens 5.000 der majestetischen Kraniche an der Geflügelpest verendet. Die massiven Infektionen mit dem H5N1- Virus schürt in der Bevölkerung große Ängste vor einer eventuellen neuen Pandemie. Denn bis dato hat die aviäre Influenza noch nie ein solches Ausmaß gezeigt. Umweltschutzministerin Tamar Sandberg beschreibt den Ausbruch als „schlimmsten Schlag für die Tierwelt in der Geschichte des Landes“. Zu den massiven Ausbrüchen bei Wildvögeln mussten auch bereits mehr als eine halbe Million Legehennen im nördlichen Israel aufgrund von Infektionen mit dem hochansteckenden Virus getötet werden. Der Verkauf der Eier der betroffenen Betriebe wurde seitens des Landwirtschaftsministeriums untersagt. Im Süden Israels gab es zudem inzwischen auch erste Ausbrüche in
Nutzgeflügelhaltungen. Aber auch in Europa breitet sich die Vogelgrippe immer weiter aus. „Wir erleben in Deutschland und Europa derzeit die stärkste Geflügelpest-Epidemie überhaupt“, teilte das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit der Deutschen Presse- Agentur mit. „Ein Ende ist nicht in Sicht, die betroffenen Länder reichen von Finnland über die Faröer Inseln bis Irland, von Russland bis Portugal.“ Die Furcht vor dem Überspringen des Virus auf den Menschen ist groß, denn der Subtyp H5N1 auch für Menschen als potenziell gefährlich. „Wir haben es mit einer komplexen und sich entwickelnden Situation zu tun, die viele Reaktionen erfordert“, sagte der zuständige Minister Oded Forer. Er habe den zollfreien Import von Eiern erlaubt, um einem drohenden Eiermangel vorzubeugen. Sein Ministerium empfiehlt den Bürgern, Eier und andere Hühnerprodukte gründlich zu kochen, um mögliche Viren oder Bakterien abzutöten. Zudem hat Umweltschutzministerin Tamar Sandberg angekündigt, die Jagd auf Wildtiere für die verbleibende Jagdsaison, die Ende Januar 2022 endet, zu verbieten.

04.01.2022: Frankreich verbietet betäubungslose Ferkelkastration

In Frankreich ist die betäubungslose Ferkelkastration seit dem 1. Januar 2022 verboten. Die für die Kastration geforderte Betäubung darf in Frankreich von den Landwirten durchgeführt werden, sofern sie vorher eine entsprechende Schulung absolviert haben. Für die Schmerzausschaltung darf zunächst Lidocain zur Injektion verwendet werden. Nach abgeschlossenem Zulassungsverfahren soll auch Tri-Solfen Gel eingesetzt werden dürfen,
vorerst jedoch befristet. Frankreich ermöglicht somit anders als Deutschland den bei Tierärzten heftig umstrittenen „vierten Weg“, also die Kastration mit Lokalanästhesie. Uneinigkeit besteht aktuell auch noch über die Verteilung der zusätzlich entstehenden Kosten. Während sich zahlreiche französische Unternehmen vermehrt auf die Vermarktung von unkastrierten Ebern fokussieren wollen, hat Culture Viande hingegen verkündet, an der Kastration festhalten zu wollen.

04.01.2022: Experten fürchten weiter Aussterben des Feldhamsters

Der Feldhamster (Cricetus cricetus) scheint sich dank der ergriffenen Schutzmaßnahmen in einigen Teilen Deutschlands etwas zu erholen. Die letztjährige Jahresbilanz des Verbundprojektes Feldhamsterland fiel jedenfalls positiv aus. In Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz konnten rund 2.000 mehr Hamsterbaue als im Vorjahr gezählt werden. „Auf den Projektflächen scheinen sich einige Populationen des Feldhamsters langsam zu stabilisieren“, erklärt Simon Hein, Projektkoordinator bei der Deutschen Wildtier Stiftung, hoffnungsvoll. Dank der Beratung engagierter LandwirtInnen und der Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Nager haben sich in diesen Regionen die Populationen stabilisiert. Das Projekt Feldhamsterland ist allerdings nur auf rund 10 Prozent der Fläche der deutschlandweiten Feldhamsterverbreitung aktiv. „Das Schicksal der verbleibenden 90 Prozent der Bestände ist völlig unklar“, so Hein
weiter. Er befürchtet dramatische Bestandsrückgänge, sofern keine Änderungen in der Agrarpolitik und der landwirtschaftlichen Praxis erfolgen sowie die Mittel für den Natur- und Artenschutz in der Offenlandschaft erhöht werden. „Wir verlieren jedes Jahr etwa eine Feldhamsterpopulation in jedem der untersuchten Bundesländer“, sagt Dr. Tobias Erik Reiners, Hamsterspezialist und Genetiker am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. „Dieser Trend setzt sich seit einigen Jahren kontinuierlich fort. Ein Aussterben des Feldhamsters bis 2050 wird immer wahrscheinlicher, wie auch die Weltnaturschutzunion (IUCN) in ihrer aktuellen Roten Liste belegt.“ Mit dem vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Pilotprojekt Feldhamsterland, das noch ca. 18 Monate laufen wird, soll noch einmal alles getan werden, um dem Feldhamster langfristig das Überleben zu sichern, so der Projektkoordinator.

Zentrale Notdienst-Hotline in Schleswig-Holstein

04.01.2022

Um die tierärztliche Versorgung auch an Wochenenden und Feiertagen zu verbessern, hat das Land Schleswig-Holstein einen zentralen Notruf eingerichtet. An sieben Tagen in der Woche können BesitzerInnen von Haus- und Heimtieren in Notfallsituationen die neu eingerichtete Nummer anrufen und werden automatisch mit der nächstgelegenen Notdienst-Praxis verbunden. Zudem stehen mehr Anlaufstellen seit dem 3. Januar 2022 zur Verfügung. Dafür hat die
Tierärztekammer das Land Schleswig-Holstein in elf Bezirke eingeteilt. Der Notdienst wird in jedem dieser Bezirke auf sämtliche Tierarztpraxen aufgeteilt. Dies solle die bisherige Versorgungslücke schließen, erklärt Evelin Stampa, Präsidentin der Tierärztekammer Schleswig-Holstein. Dadurch soll auch eine Überlastung einzelner TierärztInnen vermieden werden. TierbesitzerInnen in Schleswig- Holstein sollten sich die Notrufnummer 0481 85823998 am besten direkt in ihr Handy einspeichern.

Biomarker zur Geschlechtsbestimmung im Ei

03.01.2022

Seit 1. Januar 2022 ist das Töten von männlichen Eintagsküken in Deutschland verboten. Neben der Vermarktung der sogenannten Bruderhähne soll die Geschlechtsbestimmung im Ei ab diesem Jahr das Kükentöten ersetzen. Diese Verfahren sind jedoch kompliziert und teuer. Als Alternative könnten die männlichen Eier direkt nach dem Legen durch Biomarker schnell und einfach sichtbar markiert werden. Grundlage für die Marker ist das Genome Editing- Verfahren („Gen-Schere“), das von Forschenden in Australien und Israel entwickelt wurde. WissenschaftlerInnen der CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation) in Australien ist es gelungen, mit Hilfe des neuen Verfahrens einzelne DNA-Bausteine oder Gen-Abschnitte an einer ganz bestimmten Stelle im Genom einzufügen. Die optisch markierten
männlichen Embryos sind unter UV-Licht im Ei zu erkennen - und das schon am ersten Tag nach dem Legen der Eier. Das Ei bleibt unversehrt, aufwändige Analysen sind nicht notwendig. Allerdings gelten die „männlichen“ Eier als „gentechnisch verändert“ und müssen den Anforderungen der Gentechnik-Gesetze entsprechen. Dagegen enthalten die Eier mit den späteren Legehennen nur die „herkömmlichen“ Chromosomen ohne neu hinzugefügtes Gen-Material. Bisher haben die CSIRO- Wissenschaftler das Verfahren an Laborlinien getestet. Ein Startup aus Israel arbeitet an einem Verfahren, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt. Die Forschenden fügen ebenfalls ein Biomarker in die Hühner-DNA ein, mit dem die männlichen Embryos durch eine gelb fluoreszierende Farbe direkt nach dem Legen der Eier zu erkennen sind. Das Unternehmen rechnet mit einem marktreifen noch in 2022.

03.01.2022: Größtes Artensterben seit Ende der Dinosaurierzeit erwartet

Der „World Wide Fund for Nature“ (WWF) befürchtet ein extremes Artensterben in den nächsten zehn Jahren. Mit rund einer Million vom Aussterben bedrohten Arten könnte das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurierzeit bevorstehen, so der WWF. Als Verlierer des Jahres 2021 bezeichnet die Organisation neben Laubfröschen, Kranichen, Wanderfischen, Eisbären und Steckmuscheln auch den Afrikanischen Elefant, dessen Bestand seit 1990 um mehr als 86 Prozent eingebrochen sei. „Beim Artenschutz geht es längst nicht mehr nur um die Beseitigung eines Umweltproblems“, ließ der geschäftsführende Vorstand Eberhard Brandes in einer Stellungnahme verlauten. Zudem bedrohe die Überfischung viele Meerestiere,
u.a. alle Hai- und Rochenarten. Laut Informationen des Living Planet Index sind auch die Bestände von Wanderfischen wie Lachs, Stör oder Huchen in den vergangenen 50 Jahren um teilweise mehr als 90 Prozent geschrumpft. Wasserverschmutzungen und veränderte bzw. abgeschnittene Flussverläufe seien hier ursächlich. Andererseits haben sich erfreulicherweise aber auch verschiedene Tierarten erholen können, wie beispielsweise der Iberische Luchse. Sein bestand habe sich in den letzten 18 Jahren verzehnfacht. Ein weiteres beispiel seien die Bartgeier in den Alpen. Ganze 50 Jungtiere sichern nun das weitere Überleben der Art, die inzwischen wenigstens wieder 300 Exemplare aufweist.

03.01.2022: Brandenburg und MVP melden weitere Geflügelpestfälle

Ende des Jahres wurde die Geflügelpest bei weiteren Nutzgeflügelbetrieben festgestellt. Bereits am 30. Dezember 2021 wurde der Erreger H5N1 in einem Betrieb in Märkisch-Oderland in Brandenburg nachgewiesen. Sämtliche Tiere des Betriebs mussten getötet werden. Zudem wurden eine Schutzzone im Radius von drei Kilometern sowie eine Überwachungszone im Radius von zehn Kilometern um den Ausbruchsbestand eingerichtet. „Seit im Oktober die Seuche wieder verstärkt bei Wildvögeln und auch in Nutzgeflügelbeständen in den benachbarten Bundesländern und europaweit aufgetreten ist, sind wir in Alarmbereitschaft“, erklärte die Verbraucherschutzministerin des Landes, Ursula Nonnemacher. Noch sei die Ursache für die
Infektion nicht geklärt. Auch in Mecklenburg- Vorpommern gab es weitere Fälle der Geflügelpest. Betroffen ist neben einem Geflügelbetrieb mit 45 Enten und Hühnern in Kemnitz auch ein Hühnerbetrieb mit 100 Tieren in Niendorf. Nachdem bereits 20 Tiere verendet waren, wurden die verbliebenen Hühner notgetötet und unschädlich beseitigt, wie es in einer Mitteilung des Kreises Nordwestmecklenburg hieß. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte bereits vor einer dramatischen Entwicklung in Deutschland und Europa in diesem Winterhalbjahr gewarnt. „Das Geflügelpestvirus ist in der Wildvogelpopulation weit verbreitet, es kann quasi überall vorkommen, und das Einschleppungsrisiko darf nicht unterschätzt werden“, warnte auch Tino Schomann, Landrat von Nordwestmecklenburg.

03.01.2022: Aujeszky bei Wildschwein nahe Gera nachgewiesen

Nachdem zu Jahresende bei einem toten Wildschwein in der Region um Gera die Aujeszkysche Krankheit nachgewiesen worden ist, appelliert das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Stadt an die HalterInnen von Hunden und Katzen, ihre Tiere nicht mehr unkontrolliert im Freien herumlaufen zu lassen. Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die auch Hunde
und Katzen befallen kann und für diese immer tödlich endet. Lediglich die Symptome können gelindert werden. Daher sollten sich Hunde nur unter Aufsicht, am besten angeleint, im Wald bewegen. Das Virus kann zudem in unbehandeltem, rohen Schweinefleisch enthalten sein. Eine Untersuchung auf den Aujeszkysche-Erreger wird vor der Auslieferung in den Handel nicht vorgenommen, da dieser für Menschen ungefährlich ist.

30.12.2021: Mehr als 500 Geflügelbetriebe von Geflügelpest betroffen

Wie bereits von Experten vorhergesehen, entwickelt sich die grassierende Geflügelpestsaison vom Typ H5N1 in Europa besonders aggressiv. Schon jetzt gibt es eine Vielzahl Ausbrüche bei Wildvögeln und in Nutzgeflügelbeständen. Doch ist die Saison noch lange nicht vorbei. Experten sind der Ansicht, H5N1 wird einen neuen Negativrekord aufstellen. Hinzu kommen einzelne Fälle von H5N8. „Wir erleben in Deutschland und Europa derzeit die stärkste Geflügelpest-Epidemie überhaupt“, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems der Deutschen Presse-Agentur mit. Allein in Deutschland hat H5N1 dafür gesorgt, dass bereits tausende Stück Nutzgeflügel nach
Ausbrüchen in bislang 46 Betrieben gekeult werden mussten. Besonders viele davon liegen in Niedersachsen (18), aber auch Nordrhein-Westfalen (9) und Mecklenburg-Vorpommern (8) meldeten jüngst wieder Ausbrüche. Europaweit wurden den FLI-Daten zufolge in diesem Zeitraum 675 Infektionen bei Wildvögeln und 534 Ausbrüche in Haltungen registriert. Das Virus wird vor allem von Zugvögeln über weite Strecken verbreitet. Um so wichtiger ist die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen! Denn H5N1 stellt zusätzlich auch eine gewisse Gefahr für den Menschen dar, da das Virus in Einzelfällen auch beim Menschen zu einer Erkrankung führen kann.

30.12.2021: Weniger Schweine und Rinder in Niedersachsen

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) hat die Ergebnisse der letztjährigen Landwirtschaftszählung veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass sich sowohl die Zahl der gehaltenen Schweine als auch die der Rinder in dem Bundesland verringert hat. Im Jahr 2020 wurden gut 8,2 Mio. Schweine (2018: 8,5 Mio.) sowie 2,358 Mio. Rinder (2018: 2,572 Mio.) gezählt. Auch aus der Geflügelhaltung wurden rückläufige Zahlen gemeldet, lediglich die Zahl der Legehennen steigerte sich von 18,58 Millionen auf 20,237 Millionen Tiere. „Die Zahlen zeigen: Unsere Landwirtschaft befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Transformationsprozess.
Dies gilt in besonderer Weise für die Nutztierhaltung, die unter enormem Anpassungsdruck steht und sich in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation befindet. Ankündigungen der neuen Bundesregierung, die Zahl der Tiere reduzieren zu wollen, ohne gleichzeitig Aussagen zu einer verlässlichen Finanzierung des Umbaus der Nutztierhaltung zu machen, empfinde ich in dieser Situation als wenig hilfreich“, kommentierte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast die neuen Zahlen. Einen Überblick über die neuesten Entwicklungen in der niedersächsischen Landwirtschaft verschafft eine aktuelle Broschüre, die das ML auf seiner Internetseite zum Download bereitgestellt hat.

30.12.2021: Schweiz ändert Verordnung zu Schlachtbedingungen

Die Schweiz verschärft Anfang des neuen Jahres die Vorgaben der Schlachtbedingungen von Nutztieren. Dadurch soll Stress und Leid für die Tiere verringert werden. Entsprechend der geänderten Verordnung über den Tierschutz beim Schlachten (VTSchS) wurden u.a. die Betäubungsmethoden an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst und erstmals Vorgaben für die Gasbetäubung von Hühnern und Puten festgelegt.
Außerdem wurden die Ansatzstellen für Bolzenschussgeräte und Betäubungszangen sowie die Entblutungszeiten bei kleinen Wiederkäuern neu festgelegt und präzisere Vorgaben zur Elektrobetäubung und zur Beurteilung des Betäubungserfolges definiert. Für Schlachtbetriebe, die aufgrund der geänderten Verordnung bauliche Anpassungen vornehmen müssen, ist eine Übergangsfrist von zehn Jahren vorgesehen.

29.12.2021: Kükenschreddern ab 1. Januar 2022 in Deutschland verboten

Ab 1. Januar 2022 ist das routinemäßige Töten männlicher Küken als Nachkommen von Legehennen­ in Deutschland verboten. Bislang fielen bei der Legehennennachzucht etwa 45 Millionen solcher Eintagsküken an. Deutschland nimmt damit eine bei der Geflügelwirtschaft nicht unumstrittene Vorreiterrolle ein, da Wettbewerbsnachteile befürchtet werden. Daher wird sowohl eine Herkunftsangabe der Eier auf der Verpackung von Schaleneiern sowie auf Fertigprodukten gefordert.
Zudem solle der Lebensmittel­einzelhandel eine Selbstverpflichtung eingehen, auch bei Fertigprodukten ausschließlich auf Erzeugungsketten ohne Kükentöten zurückzugreifen. Ab 2022 soll die Geschlechtsbestimmung im Ei das Töten der Eintagsküken ablösen. Ein alternatives Konzept ist auch das Vermarkten sogenannter Bruderhähne, die einer etwas längeren Mastzeit bedürfen und weniger Brustfleisch hervorbringen.

29.12.2021: Kritik an der Förderrichtlinie zur Katzenkastration in Brandenburg

In Brandenburg stehen bis Juli 2023 rund 51.000 Euro für die Kastration von Streunerkatzen zur Verfügung. Laut der im August diesen Jahres veröffentlichen Förderrichtlinie des brandenburgischen Verbraucherschutzministeriums können jedoch nur anerkannte Tierschutzorganisationen, die Tierheime oder tierheimähnliche Einrichtungen im Land Brandenburg betreiben, die Mittel von 58 Euro für weibliche Katzen und 20 Euro je Kater in Anspruch nehmen.
Dies bereitet dem Brandenburger Tierschutzverband Sorge, da kleine Vereine, die nicht über ein eigenes Tierheim oder eine Auffangstation verfügten, ab 2022 keine Gelder mehr erhalten würden. Diese Verknüpfung der Bedingungen sei unsinnig und nicht nachvollziehbar, da beispielsweise im Jahr 2020 allein drei Vereine ohne Tierheim oder Auffangstation für die Kastration von rund 2.300 Katzen gesorgt haben, was knapp 30 Prozent der Tiere insgesamt entsprach.

29.12.2021: Küchenhygiene bei Fondue und Co. besonders wichtig

An Silvester liegt Fleisch-Fondue oder Raclette-Essen hoch im Kurs. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist aus diesem Anlass erneut auf die gesundheitliche Bedeutung der Küchen- und Lebensmittelhygiene bei der Vorbereitung hin. Denn im rohen Fleisch vorhandene Krankheitserreger können dabei auf verzehrfertige Lebensmittel übergehen, z.B. wenn sie auf demselben Teller liegen oder mit demselben Besteck in Kontakt kommen. Durch eine gute Küchenhygiene,
zu der konsequentes Reinigen von Händen, Küchenutensilien und Zubereitungsflächen nach Kontakt mit rohen Lebensmitteln vom Tier und vor der Zubereitung weiterer Bestandteile einer Mahlzeit gehören, lassen sich vor allem Campylobacter-Infektionen vermeiden. Campylobacter-Keime sind die häufigsten Verursacher von lebensmittelbedingten bakteriellen Erkrankungen in Deutschland und in der EU. In Deutschland wurden im Jahr 2020 insgesamt 46.519 Fälle registriert.

28.12.2021: Özdemir plant Neugestaltung der Agrarpolitik

Der neue Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Die Grünen) hat seine Pläne für eine neu gestaltete Agrarpolitik bekannt gegeben. „Es darf keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben, sie treiben Bauernhöfe in den Ruin, verhindern mehr Tierwohl, befördern das Artensterben und belasten das Klima. Das will ich ändern", erklärte Özdemir. Außerdem möchte er zusammen mit Umweltministerin Steffi Lempke darauf hinarbeiten, dass die Zahl der in Deutschland gehaltenen Nutztiere eingeschränkt wird. In einem Interview erklärte der Minister, dass die Investitionsförderung für Landwirte künftig auf gute Haltungsbedingungen in den Ställen ausgerichtet werde. Weiterhin kündigte Özdemir an, dass eine klar verständliche Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch bereits in 2022 eingeführt werden soll, um für mehr Transparenz zu sorgen. Um den Tierschutz besser durchsetzen zu können, will Özdemir zudem den Strafrahmen erhöhen sowie eine kameragestützte Überwachung in großen Schlachthöfen einführen. Bundesumweltministerin Lemke setzt einen Fokus auf eine starke Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir innerhalb von vier Jahren komplett auf Pestizide verzichten können. Aber wir brauchen eine deutliche Verringerung, wenn wir das Insektensterben aufhalten wollen", sagte die Grünen- Politikerin. Der Deutsche Tierschutzbund
zeigte sich hinsichtlich der Pläne des Bundeslandwirtschaftsminister sehr zufrieden. „Wir können Cem Özdemirs Forderung nur unterstützen. Es gibt kein Menschenrecht auf Billigfleisch", äußerte sich Thomas Schröder, Präsident des Tierschutzbundes. Schröder fordert jedoch zusätzliche Fördergelder für die LandwirtInnen, um die Tierschutzvorgaben zu erfüllen. „Der freie Markt wird es alleine nicht schaffen", sagte Schröder. Wie in Deutschland werden auch in der Schweiz die Mehrkosten für mehr Tierwohl oft nicht gedeckt, wie die aktuelle Studie „Vergleichende Betriebszeig- und Marktanalyse unterschiedlicher Tierwohlstandards in der Schweine- und Rindermast“ ergab. Doch trotz Unterdeckung investieren Schweizer Bauern weiter in eine tierwohlgerechtere Nutztierhaltung. Laut Studie spielen dabei vor allem strategische Überlegungen eine Rolle. So erzielen Produkte mit Tierwohl-Mehrwert auf dem Markt grundsätzlich höhere Preise. Allerdings werden die höheren Direkt- und Strukturkosten sowie die Risikokosten aufgrund von nachfragebedingten Prämienausfällen auf den Betrieben eher unterschätzt bzw. nicht einkalkuliert. Höhere Verbraucherpreise könnten dafür sorgen, dass die Kosten zumindest gedeckt werden. Darüber hinaus müssen endlich Zahlungswege gefunden werden, bei denen der tierwohlbedingte Zusatzerlös, der am Point of Sale im Supermarkt eingenommen wird, auch bei den Bauern ankommt.

28.12.2021: Silvesterfeuerwerk ist Stress für Haustiere

Zum wiederholten Mal hat die deutsche Bundesregierung das Silvesterfeuerwerk offiziell abgesagt. Doch vermutlich beziehen zahlreiche Menschen Böller, Kracher und Raketen aus dem Ausland und werden trotzdem für viel Lärm sorgen. Zudem sind Silvesterknaller auch in diesem Jahr in vielen anderen Ländern erlaubt. Das laute Zischen und Knallen sowie die grellen Lichter verursachen den meisten Vierbeinern enormen Stress. Die Vetmeduni Wien empfiehlt daher verschiedene Maßnahmen für den Akutfall, um die Stressbelastung so gering wie möglich zu halten. So sollten HalterInnen von Hunden und Katzen die Fenster und Vorhänge bzw. Außenjalousien unbedingt geschlossen halten und die Tiere in den ruhigsten Räumen platzieren. Während der Knallerei ist es zudem empfehlenswert, mit Hintergrundgeräuschen, beispielsweise aus Fernseher oder Radio, für Ablenkung zu sorgen. Grundsätzlich sollten Ruhe und Entspannung im
Vordergrund stehen, wobei beruhigende Worte und langsames Streicheln in Maßen auch zum Stressabbau beitragen können. Hilfsmittel wie "Calming Caps", „Doggles“ oder „Mutt Muffs“ können zusätzlich als Sicht- oder Gehörschutz verwendet werden, sofern die Tiere vorab an das Tragen gewöhnt wurden. Die letzte Gassirunde mit dem Hund sollten zudem idealerweise noch vor Einbruch der Dunkelheit gedreht werden, wobei die Vierbeiner unbedingt angeleint bleiben sollten. Denn auch Tieren, die bislang keine Probleme mit Silvesterknallern hatten, könnten mit Panikreaktionen reagieren. Wer besonders ängstliche Haustiere hat, sollte sein Tier mit langfristige Therapien an solche Situationen gewöhnen. Hier eignen sich Entspannungstrainings, Desensibilisierung und Gegenkonditionierung. TierärztInnen können sich zum Thema Verhaltenstherapie bei Myvetlearn.de mit mehreren Modulen fort- und weiterbilden.

27.12.2021: Zwei weitere Geflügelpestfälle in MVP

Während der Weihnachtsfeiertage sind in Mecklenburg-Vorpommern zwei neue Fälle der Geflügelpest vom Typ HPAI H5N1 aufgetreten. Betroffen sind eine Kleinsthaltung mit 14 Tieren im Landkreis Ludwigslust-Parchim sowie ein Putenbestand mit ca. 20.700 Tieren im Landkreis Rostock. Damit erhöht sich die Zahl der betroffenen Nutzgeflügelbestände seit Oktober 2021 auf fünf. Außerdem wurde ein Ausbruch in einem Tierpark
registriert sowie 44 Virus-Nachweise bei Wildvögeln. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus erinnerte alle Geflügelhalterinnen und -halter erneut an das strikte Einhalten der Biosicherheitsmaßnahmen, um weitere Ausbrüche in Hausgeflügelbeständen zu verhindern. „Der Herbstzug der Wildvögel ist noch nicht abgeschlossen, sodass weiterhin das Risiko eines Viruseintrags besteht“, so Backhaus.

27.12.2021: Urbane Wildtiere und Hauskatzen dulden sich friedlich

In Berlin leben Wildtiere und Hauskatzen in friedlicher gegenseitiger Duldung. Wie eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), für die sie zehntausende Fotos von rund 150 Wildtierkameras in Berliner Gärten ausgewertet haben, zeigt, nutzen Füchse, Waschbären, Marder und Hauskatzen dieselben Orte, aber zu unterschiedlichen Zeiten, überwiegend jedoch in den Nachtstunden. Auffällig ist, dass die genannten Wildtierarten alle Hauskatzen meiden. Wie die WissentschaftlerInnen im
„Journal of Animal Ecology" schreiben, werden die "Spielregeln für das Zusammenleben" jedoch fundamental von der Anwesenheit der Menschen beeinflusst. Das gilt auch für seine Hauskatze, die alle Wildtierarten dominiert und von diesen gemieden wird. Dies ist auch daran zu erkennen, dass Katzen kein zeitliches Vermeidungsmuster gegenüber den anderen Arten zu verfolgen scheinen, obwohl ihr Körpergewicht, das ein Indikator für Dominanz sein könnte, im Durchschnitt unter dem von Füchsen und Waschbären liegt.

27.12.2021: Zwischenfazit zur Immunokastration fällt positiv aus

In der Schweinefleischproduktion ist die Vermeidung von Ebergeruch immer wieder ein Thema, da der Geruch von den Verbrauchern nicht akzeptiert wird. Neben der chirurgischen Kastration kommt noch die Immunokastration mit Improvac in Frage, die die Ausbildung des geschlechtsspezifischen Geruchs von unkastrierten, männlichen Schweinen unterdrückt. Auch nachdem mehr als 100.000 Ferkel Improvac erhalten haben, ist der Erfolg überzeugend. Das ist das Ergebnis des Projekts „100.000 Improvac-Schweine“,
an dem mehr als 170 Schweinehalter und weitaus mehr als 100.000 Eber teilnahmen. Überzeugen würde die Landwirte das profitable Kosten-Nutzen-Verhältnis, weniger Arbeit und Aufwand aufgrund der wegfallenden Kastration sowie die größere Ausgeglichenheit der Tiere. Zudem ist bei der Mast von Improvac-Kastraten mit gezielter Fütterung ein höherer Erlös zu erzielen als bei chirurgisch kastrierten Schweinen. Improvac ist inzwischen in mehr als 60 Ländern zugelassen und wird seit über 20 Jahren eingesetzt.

23.12.2021: Verbände klagen gegen Niedersachsens Wolfsverordnung

Seit dem 27.11.2020 gilt in Niedersachsen eine neue Wolfsverordnung. Nach Ansicht des NABU ist diese rechtswidrig. Daher hat der Naturschutzbund zusammen mit dem Freundeskreis freilebender Wölfe und dem WWF gegen diese Klage eingereicht. Die drei Verbände fordern von der Landesregierung, die Maßnahmen zum Schutz vor Nutztierrissen zu intensivieren, als einzige Möglichkeit, mit dem Wolf als streng geschütztes Tier möglichst konfliktfrei koexistieren zu können. Der Abschuss einzelner Wölfe sollte lediglich als letztes Mittel angeordnet werden und auch nur bei tatsächlich auffälligen Wölfen. „Bei den vier genehmigten und erfolgten Abschlüssen wurde nicht der jeweils vermeintlich auffällige Wolf entnommen, auf den sich die Abschussverfügung bezogen hat, sondern jeweils ein Nachkomme stellvertretend geschossen", kritisiert Uwe Martens,
stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises freilebender Wölfe. „Das ist eine Art Vergeltung und kann nicht rechtens sein.“ Weiterhin führen die Kläger an, dass die Landesregierung ihrer Aufgabe und ihrer Verpflichtung nicht gerecht wird. Das Landvolk Niedersachsen befürwortet eine Erlaubnis zur Entnahme von Wölfen und fordert eine Obergrenze für die Zahl der Wölfe im Land. „Der NABU verharmlost die Lage“, sagte Jörn Ehlers, Vizepräsident des niedersächsischen Landesbauernverbandes und Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement ist. Der Verband teilte mit, auch Umweltminister Olaf Lies strebe eine Obergrenze an und wolle gutachterlich klären lassen, wie viele Tiere für den Erhalt der Art notwendig seien. Zudem plane die Landesregierung, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, was ebenfalls eine langjährige Forderung des Landvolks ist.

23.12.2021: Immer mehr Schweinebauern geben auf

Die Schweinekrise in Deutschland hält weiter an. Neben der Corona- Pandemie macht auch die aktuell grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP) den SchweinehalterInnen sehr zu schaffen. Die von Destatis durchgeführte Novemberzählung ergab, dass etwa 1600 Bauern bzw. 8 Prozent ihre Betriebe aufgegeben haben. Besonders auffällig ist auch der starke Rückgang bei den Tieren. Wie Destatis mitteilt, gab es im vergangenen Monat 2,5 Millionen Tiere bzw. fast 10 Prozent weniger Schweine in Deutschland als im Vorjahresmonat. Insgesamt werden nur noch 23,6 Millionen Schweine gehalten.
Besonders alarmierend ist, dass die Zahl der Tiere deutlich stärker abnimmt, als die Zahl der Tierhalter. Meist erfolgte der Rückgang der Tierbestände langsamer als die Betriebsaufgaben. Auch die Milchviehhaltung in Deutschland hat mit zahlreichen Betriebsaufgaben zu kämpfen. Umgerechnet 7 Betriebe pro Tag bzw. 2535 Milchbauern haben ihre Produktion innerhalb von 12 Monaten eingestellt. Die Zahl der Milchkühe ging im gleichen Zeitraum um knapp 89.000 auf 3,83 Millionen zurück. Grund dafür ist neben den explodierenden Produktionskosten auch der Milchpreis, der nur langsam steigt.

22.12.2021: TierärztInnen gegen Tiere als Weihnachtsgeschenk

Weihnachten steht vor der Tür und die letzten Geschenke werden noch schnell gekauft. Einmal mehr warnen TierärztInnen eindringlich davor, Haustiere zu verschenken. „Bitte denken Sie bei der Anschaffung eines Haustieres daran, dass Sie sich jahrelang an das Tier binden und dabei große Verantwortung samt aller dazugehöriger Verpflichtungen übernehmen. So eine langfristige Entscheidung sollte man besser nicht kurz vor Weihnachten treffen“, sagt Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer. Viele Menschen,
häufig die eigenen Kinder, wünschen sich sehnlichst ein Haustier, doch leider werden Anschaffungen von Tieren gerade zu Weihnachten oft ungeplant und unüberlegt getätigt. Frühwirth mahnt: „Leider zeigt uns die Erfahrung, dass allzu oft das Weihnachtsgeschenk nach den Feiertagen zur unerwünschten Belastung wird. Bedauerlicherweise landen viele Haustiere anschließend im Tierschutzhaus.“ Dies ist auch ein Grund, warum viele Tierheime in der Zeit vor und nach Weihnachten davon absehen Hunde, Katzen oder Kaninchen zu vermitteln.

Tierärztekammern wünschen sich Rückmeldung zur Impf-Unterstützung

22.12.2021

Bei dem Bund-Länder-Gipfel am gestrigen Dienstag (21.12.2021) haben Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten beschlossen, die Corona-Impfkampagne weiter zu intensivieren. Weitere 30 Millionen Impfungen sollen bis Ende Januar 2022 erreicht werden. Geplant ist, dass auch TierärztInnen die Corona-Impfungen unterstützen. Die Hessische Tierärztkammer bittet um
Mitteilung, ob und in welcher Form ihre Mitglieder bereit sind, sich daran zu beteiligen. Bitte informieren Sie möglichst zeitnah per E-Mail an info@ltk-hessen.de Ihre LTK, ob Sie auch bereit sind zu impfen und, falls ja, ob Sie im Impfzentrum bzw. im mobilen Impfteam oder in der eigenen Praxis tätig werden wollen. Sicherlich freuen sich auch andere LTKs über eine Rückmeldung ihrer Tierärztinnen und Tierärzte.

22.12.2021: Schweinemobil verbindet Freiland- und Stallhaltung

Stallbauten sind kostenintensiv und bergen für Familienbetriebe ein entsprechend hohes Risiko. Neue Mobilstall-Konzepte hingegen belasten die Umwelt weniger, sind artgerechter und zudem preiswerter als klassische Ställe. Der junge Biolandbauer Peer Sachteleben aus Osnabrück ist Pionier der mobilen Schweinehaltung. Mit seinem Schweinemobil möchte Sachteleben die Vorteile der Freilandhaltung und der Stallhaltung verbinden. „Ich kannte die typische Freilandhaltung aus meiner Ausbildung und halte sie nicht für zukunftsfähig", sagt Sachteleben, der in Kassel Ökologische Landwirtschaft studiert hat. Der Jungbauer baute einen vollwertigen Stall mit Auslaufmöglichkeit, den er jederzeit umsetzen kann. Bei der mobilen Schweinehaltung haben Tiere die Wahl, ob sie sich draußen auf der Auslauffläche oder lieber im Liegebereich aufhalten, wo sie vor einer ungünstigen Witterung geschützt sind. Alle drei bis sechs Wochen setzt der Landwirt die Mobilställe für die Schweine
auf eine neue Fläche um und zäunt die einzelnen Parzellen für die Gruppen ein. Doch schon vor der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland, war das Konzept der mobilen Haltung von Schweinen bei LandwirtInnen und Behörden nicht unumstritten und wurde als zu risikobehaftet angesehen. Allerdings kann beim Schweinemobil ebenso wie bei einem klassischen Stall die Tür nach draußen geschlossen werden, wenn beispielsweise die Freilandhaltung wegen Seuchengefahr von Seiten der Behörden verboten wird. In diesem Fall sorgen große Lichtdächer, die bei Bedarf auch geöffnet werden können, für ausreichend Sonnenlicht. Es sei darauf hingewiesen, dass auch für mobile Ställe sowohl eine Baugenehmigung als auch ein Immissionsschutz-Gutachten benötigt werden. Außerdem müssen zahlreiche Auflagen des Veterinäramtes erfüllt werden. Sachteleben wurden für seine 34 Hektar 25 Mobilställe bewilligt.

22.12.2021: Handelsketten reagieren auf schmutzige Rinderwäsche

Brasilien ist der weltweit größte Rindfleischexporteur. Doch werden dort für die Viehzucht massiv Regenwälder gerodet, was schwerwiegende ökologische und soziale Folgen für Umwelt, Klima und die indigene Bevölkerung hat. Farmen, die wegen illegaler Brandrodung unter einem Embargo stehen und daher eigentlich keine Rinder mehr verkaufen dürften, umgehen das Ausfuhrverbot, indem sie ihre Tiere lebend an unbelastete Betriebe verkaufen, die sie wiederum zur Schlachtung bei JBS, dem weltweit größten Rindfleischanbieter, abliefern. So verschaffen sie den Tieren eine „saubere Herkunft“. Reporter Brasil, Netzwerk investigativer Journalisten, und die Umweltorganisation Mighty Earth haben dieses System, das sie „Rinderwäsche“ nennen, nun aufgedeckt. Als Konsequenz haben einige große Handelsketten aus den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Großbritannien angekündigt, Rindfleisch und Rindfleischerzeugnisse aus Brasilien ganz oder
teilweise auszulisten. Neben Albert Heijn, Marktführer im Lebensmitteleinzelhandel in den Niederlanden, und Delhaize, eine der größten Ketten in Belgien, wird Carrefour Belgien Produkte der JBS- Marke Jack Link’s ab sofort nicht mehr verkaufen. Den vollständigen Verzicht auf Rindfleisch aus Südamerika ab Januar 2022 hat Lidl Niederlande angekündigt. In Frankreich reagierte die Handelskette Auchan auf die Recherchen und wird künftig kein Trockenfleisch von JBS verkaufen. Die britische Kette Sainsbury’s wird Corned Beef ihrer Eigenmarke nicht mehr aus brasilianischem Rindfleisch herstellen. Neben den Handelsketten und verantwortungsvollen Regierungen sind aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher selber gefragt, brasilianisches Rindfleisch konsequent von der Einkaufsliste zu streichen. JBS entgegnete auf die Vorwürfe, dass zum Zeitpunkt des Ankaufs alle in den Recherchen genannten Direktlieferanten den JBS-Auflagen für verantwortungsvollen Einkauf entsprochen hätten.

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