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Geflügelpest in Nordfriesland

19.10.2021

Am vergangenen Samstag (16.10.2021) ist bei einer tot aufgefundenen Pfeifente in Nordfriesland (Schleswig-Holstein) die Geflügelpest nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat bereits bestätigt, dass es sich um den hochansteckenden Subtyp H5N1 handelt. Dies ist der erste bestätigte Fall der Aviären Influenza in diesem Herbst. „Es ist Herbst und damit steigt die Gefahr neuer Einträge der Geflügelpest. Jetzt haben wir in unserem Nachbarbundesland den ersten Fall, und wir müssen davon ausgehen, dass es in den nächsten Wochen mehr werden. Das zeigen uns Erfahrungen aus den Seuchengeschehen der letzten Jahre. Es besteht
Grund zur Sorge, aber kein Anlass zur Panik“, warnt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. Der Minister appelliert in diesem Zusammenhang an die Gefügelhalter, unbedingt die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. „Hierzu gehört insbesondere, das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt über unklare Krankheits- bzw. Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Hausgeflügel darf nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben“, so Backhaus.

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Verschärfte Maßnahmen gegen die Geflügelpest in Bayern

07.12.2021

Nach insgesamt drei Fällen der Geflügelpest bei Wildvögeln in den Landkreisen Cham und Nürnberger Land sowie einem bestätigten Vogelgrippeausbruch in einem kleinen Hausgeflügelbestand mit rund 50 Hühnern im Landkreis Erding hat Bayern strengere Maßnahmen beschlossen. Wie das bayerische Umweltministerium mitteilt, wurden die Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Haus- und Nutzgeflügel verschärft. Zudem wurden weitere vorbeugende Maßnahmen, unter anderem ein Verbot von Ausstellungen und Märkten,
ein Fütterungsverbot von Wildvögeln sowie eine Untersuchungspflicht bei sogenannten Fliegenden Händlern, im gesamten Freistaat ergriffen. Auf diese Weise soll der Kontakt zwischen Wildvögeln und Haus- und Nutzgeflügel vermieden und so eine Einschleppung in die Geflügelhaltungen verhindert werden. Insbesondere in der Nähe von Gewässern jeglicher Art und Größe sollten Geflügelhaltungen vorsorglich auch mittels eines engmaschigen Netzes soweit möglich überspannt werden. Außerdem wird Bayern das Wildvogelmonitoring konsequent weiterführen.

07.12.2021: Bayern vereinfacht hofnahe Schlachtungen

Bayern setzt sich verstärkt für die hofnahe Schlachtung von Rindern und Schweinen ein und hat dazu den Leitfaden „Weideschlachtung“ überarbeitet und an die neuen EU-Vorgaben angepasst. Damit soll den LandwirtInnen, unabhängig davon, welche Haltungsform praktiziert wird, mehr Flexibilität bei der Schlachtung ihrer Tiere ermöglicht werden. „Ich will, dass die tierschonendere Weideschlachtung in Bayern häufiger praktiziert wird. Die neuen EU- Vorgaben schaffen Rechtssicherheit. Mit dem Leitfaden unterstützen wir Landwirte und Behörden dabei, die Möglichkeiten der hofnahen Schlachtung so weit wie rechtlich möglich zu nutzen“, erklärt Umweltminister Thorsten Glauber. Die sogenannte Schlachtung im Herkunftsbetrieb bedeutet für die Schlachttiere sehr viel weniger Stress, da der Transport wegfällt, und mehr Tierschutz. „Wir wollen
die bestehenden regionalen Strukturen im Schlachtbereich in Bayern erhalten und bayerische Metzger, die noch selber schlachten, stärken. Die Corona-Pandemie hat uns noch einmal klar vor Augen geführt, wie wichtig kurze Wege und Regionalität sind. Auch die Verbraucher können mit ihrem Kaufverhalten zu mehr Nachhaltigkeit und Tierwohl beitragen", so Glauber, der lange Lebendtiertransporte als nicht mehr zeitgemäß betrachtet. Der Leitfaden richtet sich an Behörden und Landwirte und informiert über die rechtlichen und praktischen Aspekte, die bei der hofnahen Schlachtung zu berücksichtigen sind. Zusätzlich ist ein Überblick über Fördermöglichkeiten von Investitionen in die Schlachtung enthalten. Der Leitfaden sowie das Merkblatt und Beispielformulare stehen auf der Seite des bayerischen Umweltministeriums (STMUV) zum Download zur Verfügung.

07.12.2021: Schafhaltende Betriebe gesucht

Das Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf, das im Oktober 2021 seine Arbeit aufgenommen hat, hat unter anderem das Ziel, Haltungs- und Zuchtempfehlungen für schafhaltende Betriebe zu entwickeln. Dies geschieht unter besonderer Berücksichtigung der Selektion auf Kurzschwänzigkeit bzw. der optimierten Haltung langschwänziger Schafrassen. Das vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) koordinierte Projekt möchte zudem Wege finden, wie Betriebe künftig auf das Schwanzkupieren verzichten können. „Da das Tierwohl von
immer größerer gesellschaftlicher Bedeutung ist, werden zunehmend Einschränkungen und Verbote von Praktiken erlassen, die bei Tieren Schmerzen und Leiden verursachen“, erklärt Projektleiterin Natascha Klinkel. Bei Lämmern, die jünger als acht Tage sind, wird das Kürzen der Schwänze ohne Betäubung mit Hilfe eines Gummirings vollzogen, was durch künftige Novellierungen des Tierschutzgesetzes möglicherweise verboten werden könne, so Klinkel weiter. Für das Projekt werden 20 schafhaltende Betriebe bundesweit zur Mitarbeit gesucht. Interessenten können sich beim LLH bewerben.

06.12.2021: JLU sucht Kälber mit Meningoenzephalitis

Für eine Dissertationsarbeit an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen bittet Prof. Dr. Axel Wehrend, Direktor des Klinikums Veterinärmedizin der JLU, um Überweisung von Kälbern mit neurologischen Symptomen, die im Zusammenhang mit einer Meningitis unterschiedlicher Genese oder einer Zerebrocortikalnekrose entstehen. In der Klinik für Wiederkäuer sollen die Tiere dann auf Meningoenzephalitis bzw. manifeste ZNS- Symptomatik untersucht werden. Im Rahmen der Doktorarbeit werden den Kälbern Blut- und
Liquorproben entnommen. Nach Untersuchung dieser Proben erfolgt ein Therapieversuch in der Klinik. Es sollte jedoch keine antibiotische oder antiphlogistische Behandlung im Vorfeld erfolgt sein. Den LandwirtInnen entstehen für die durchgeführten Untersuchungen außer einem geringen Materialaufwand keine weiteren Kosten. Sie werden jedoch gebeten, den Transport der Kälber möglichst selbst zu übernehmen. Die Klinik weist aber darauf hin, dass zu den Dienstzeiten auch der klinikeigene Fahrdienst zur Verfügung steht.

06.12.2021: NRW in Sorge wegen Geflügelpest

In Nordrhein-Westfalen wird die aktuelle Entwicklung der Geflügelpest mit großer Besorgnis beobachtet. Bislang mussten nach Ausbrüchen in Hausgeflügelbeständen in den Kreisen Paderborn und Soest mehr als 83.000 Stück Geflügel getötet werden. Um weitere Viruseinträge in die Betriebe zu vermeiden, mahnt der Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann die dringende Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen an. Zudem warnt Bottermann vor dem Ankauf
von Geflügel von sogenannten Fliegenden Händlern. „Wer sich auf unkontrollierte Ankäufe von ,fliegenden Händlern' aus dem Fahrzeug heraus einlässt, gefährdet letztlich alle Geflügelhalter", so der Staatssekretär. Auch müsse geprüft werden, ob und in welcher Form Geflügelausstellungen und -märkte stattfinden können. Die Entscheidung obliegt den örtlichen Veterinärbehörden. Das Umweltministerium bittet zudem die Bevölkerung, Funde von verendeten Wildvögeln dem Veterinäramt zu melden.

06.12.2021: Umfrage zum illegalen Welpenhandel

Forschende der Vetmeduni Wien analysieren derzeit die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf illegalen Welpenhandel in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Um zu klären, ob die Importe von Welpen seit Beginn der Pandemie zu Beginn des Jahres 2020 zugenommen haben und ob damit auch die
Prävalenz von bestimmten Erkrankungen gestiegen ist, werden praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte gebeten, an einer kurzen Online-Umfrage teilzunehmen. Dabei ist es unerheblich, ob die PraktikerInnen viel, wenig oder gar keinen Kontakt mit illegal importierten Welpen und Hunden hatten.

06.12.2021: Anforderungen für Tiertransporte verschärft

Mit Beginn des Jahres 2022 gelten neue Regelungen bezüglich der Transporte von Nutztieren innerhalb Deutschlands. Die geänderte Tierschutz-Transportverordnung besagt unter anderem, dass Tiertransporte bei Außentemperaturen von mehr als 30 Grad Celsius nur maximal viereinhalb Stunden dauern dürfen. Mit dieser Regelung werden auch Transporte in Deutschland mit einer Dauer von unter acht Stunden reglementiert. Verstöße werden künftig als Ordnungswidrigkeit geahndet und sind mit einem Bußgeld bewehrt. „Gerade im Sommer bei hohen Temperaturen sind lange Transporte für Tiere belastend, das ändere ich durch diese Verordnung. Deutschland geht in der EU in Sachen Tierschutz voran, andere Mitgliedstaaten werden nachziehen. Ziel muss sein, die Standards europaweit verbindlich anzuheben", erklärte Bundesministerin
Julia Klöckner. Zudem gilt nach Übergangsfrist ab dem 1. Januar 2023 ein Transportverbot für Kälber, die jünger als 28 Tage sind. Aktuell gilt noch ein Mindestalter von 14 Tagen. Die Abgeordneten im Europaparlament wollen nicht ganz so weit gehen mit Neuregelungen. Ein Sonderausschuss für Tiertransporte im Europaparlament hat nach 18-monatiger Arbeit Empfehlungen an die EU-Kommission abgegeben, über die im Januar 2022 abgestimmt werden sollen. Neben dem Verbot einer Beförderung von Jungtieren unter 35 Tagen sowie einem generellen Transportverbot bei Temperaturen über 30°C bzw. unter 2°C fordern die Ausschussmitglieder mehr Kontrollen und eine strengere Umsetzung der EU-Tiertransportrichtlinie. Die Beschränkung auf acht Stunden verfehlte die Mehrheit im EU-Parlament jedoch.

03.12.2021: Felix Wankel Tierschutz für Prof. Rupert Palme

Prof. Rupert Palme vom Institut für Physiologie, Pathophysiologie und Biophysik der Veterinärmedizinischen Universität Wien ist mit dem Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis ausgezeichnet worden. Den Preis erhielt er für seinen wissenschaftlichen Übersichtsartikel „Non-invasive measurement of glucocorticoids: advances and problems“. Weiterer Preisträger war Dr. Christian Lotz für die Entwicklung eines neuen Verfahrens, das es ermöglicht, eventuelle Augenreizung künftig ohne Tierleid zu testen und somit das Potenzial hat, nach rund 80 Jahren den Draize-Augentest abzulösen. Den Sonderforschungspreis
erhielt Frau Dr. iur. Charlotte E. Blattner für ihre Dissertation zum Thema Extraterritoriale Jurisdiktion. Die Preisverleihung fand im Rahmen des DVG-Vet-Congress am 19. November 2021 in Berlin statt. Der Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis wird alle 2 Jahre von der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München im Auftrag der Stiftung für experimentelle und innovative wissenschaftliche Arbeiten vergeben, deren Ziel es ist, z. B. Tierversuche zu ersetzen, einzuschränken, den Tierschutz generell zu fördern oder die Grundlagenforschung zur Verbesserung des Tierschutzes zu unterstützen.

03.12.2021: Tierschutz-Konferenz mit Primatenforscherin Dr. Jane Goodall

In der kommenden Woche treffen sich EU-Kommissarin Stella Kyriakides und die renommierte Primatenforscherin Dr. Jane Goodall mit Interessenvertretern, die mit verschiedenen Aspekten des Umgangs mit Tieren und der Lebensmittelproduktion befasst sind. Außerdem eingeladen sind VertreterInnen von
Tierschutzorganisationen, um die anstehende Überarbeitung der Tierschutzvorschriften zu diskutieren. Mehr über die Arbeit, die geleistet wird, um das Leben von Millionen von Tieren in der EU und darüber hinaus zu verbessern, verrät Andrea Gavinelli, die Referatsleiter für Tierschutz, in einem Interview. Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

03.12.2021: Zahl der Wölfe in Deutschland weiter angestiegen

Die Zahl der Wolfspopulationen wächst in Deutschland, was für immer mehr Konflikte sorgt. Wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in seinem neuesten Bericht mitteilt, wurden im Untersuchungszeitraum 2020/2021 157 Rudel gezählt. Für die Erhebungen der Bundesländer wurden mehr als 27.000 Hin- und Nachweise ausgewertet. Die Gesamtzahl der erwachsenen Wölfe liegt demnach bei mindestens 403 Tieren. Neben den gezählten Rudeln gab es zudem 27 Wolfspaare und 19 ortstreue Einzeltiere. Die meisten Tiere wurden in Brandenburg gesichtet, gefolgt von
Niedersachsen und Sachsen. Die wachsende Zahl der Wölfe geht auch leider einher mit einer zunehmenden Gefahr von Verkehrsunfällen, in denen ein Wolf beteiligt war. Von den 138 tot aufgefundenen Wölfen wurden knapp 110 Tiere bei Unfällen getötet. Bei vier Wölfen wurde eine behördlich festgelegte Entnahme beschlossen, denn das streng geschützte Tier darf nur in Ausnahmefällen mit behördlicher Genehmigung gejagt oder eingefangen werden. Seit langem gibt es deshalb politischen Streit über die Frage, ob der Schutz der Raubtiere abgeschwächt und die Bejagung erleichtert werden sollte.

03.12.2021: Weiterer ASP-Verdachtsfall in Mecklenburg-Vorpommern

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) scheint sich in Mecklenburg- Vorpommern weiter auszubreiten. Einen weiteren ASP-Verdachtsfall gab es aktuell bei einem verunfallten Wildschwein im Landkreis Ludwigslust-Parchim, nahe der Grenze zu Brandenburg und außerhalb der bisher eingerichteten Kernzone. „Damit haben wir es mit einer neuen Kernzone zutun, die sich erstmals in Deutschland über zwei Bundesländer erstreckt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am gestrigen Donnerstag in einer
kurzfristig anberaumten Online-Pressekonferenz. Der Minister wies zudem darauf hin, dass die Behörden beider Länder bei einem Krisentreffen weitere Maßnahmen beschlossen hätten, unter anderem den Beginn der Einzäunung des betroffenen Gebietes. Backhaus mahnte ein weiteres Mal in Richtung Jägerschaft, auf die Einhaltung aller seuchenhygienischen Maßnahmen dringend zu achten, um eine weitere Verbreitung der ASP möglichst gering zu halten. Ein entsprechendes Merkblatt hat das Landwirtschaftsministerium auf seiner Homepage veröffentlicht.

03.12.2021: Neubesetzung an der Vetmeduni Wien

Seit dem 1. Dezember 2021 ist Melanie Dammhahn die neue Leiterin des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Vetmeduni Wien. Dammhahn ist diplomierte Biologin, sie studierte an der Eberhard-Karl Universität in Tübingen sowie an der University of Sussex in Großbritannien. Sie promovierte an der Georg-August Universität und am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen und habilitierte
schließlich im Jahr 2020 im Fach Tierökologie an der Universität Potsdam. Dort ist sie auch nach wie vor als Privatdozentin am Institut für Biochemie und Naturwissenschaften tätig. Dammhahn bringt umfangreiche Erfahrungen und Qualifikation in der Lehre für Tier- und Verhaltensökologie, Naturschutzbiologie und ökologische Statistik mit. Ihre Forschungsprojekte sind interdisziplinär und umfassen die Bereiche Verhaltensbiologie, Kognition, Evolution sowie Ökologie.

02.12.2021: Niedersachsen startet erneut Katzenkastrationsprogramm

Auch in diesem Jahr findet in Niedersachsen wieder eine landesweite Katzenkastrations-Aktion statt. Initiiert und unterstützt wird diese für weniger Tierleid von der Landesregierung mit 150.000 Euro finanzierte Aktion vom Landestierschutzverband Niedersachsen und dem Deutschen Tierschutzbund. Ab dem 6. Dezember 2021 können Tierschutzvereine, Tierheime und Betreuer von Futterstellen erneut alle Katzen, denen kein Besitzer zugeordnet werden kann, kostenlos in einer Tierarztpraxis kastrieren lassen. „Freilebende Hauskatzen sind domestizierte Haustiere, die nicht an ein Leben in der Natur ohne menschliche Unterstützung angepasst sind, so dass sie, wenn sie dauerhaft außerhalb menschlicher Obhut leben, häufig Schmerzen, Leiden und Schäden in erheblichem Ausmaß erfahren", sagt Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen. Gleichzeitig forderte er die Kommunen auf, Kastrationsgebote zu erlassen, um der unkontrollierten Fortpflanzung von Freigängerkatzen aus Privathaushalten zu begegnen. Rund 450 niedersächsische Kommunen hätten davon bereits Gebrauch
gemacht. Der Deutsche Tierschutzbund appellierte außerdem in diesem Zusammenhang an die Halter von Freigängerkatzen, diese kastrieren zu lassen. Unkastrierte Freigängerkatzen hielten die Fortpflanzungskette bei den frei lebenden Straßenkatzen und das damit verbundene Tierleid aufrecht. Daher stockte der Verein die bereitgestellte Summe auch um 10.000 Euro, der Landestierschutzverband um 7.000 Euro auf. Seit dem Projektstart im Frühjahr 2018 konnten bei der landesweiten Aktion bereits 11.206 Katzen kastriert werden. Um frei lebende Straßenkatzen im Aktionszeitraum kostenlos kastrieren zu lassen, müssen sich Vereine und private Katzenschützer bei den Tierärzten anmelden und schriftlich bestätigen, dass es sich nicht um in Privathaushalten lebende Tiere handelt. Nach der Kastration werden die Tiere mit einem Chip gekennzeichnet, bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes registriert und nach einer Beobachtungszeit wieder am Einfangort freigelassen. Dort werden die Katzen weiterhin beobachtet, gefüttert und bei Bedarf medizinisch versorgt.

02.12.2021: Jäger müssen ebenfalls Hygieneregeln bei ASP-Bekämpfung beachten

Aufgrund des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Wildschweinbestand in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Merkblatt mit den wichtigsten Hygieneregeln für Jäger in diesem Zusammenhang erarbeitet worden. Dadurch soll eine versehentliche Ausbreitung des Virus verhindert werden. „Um den ASP-Virus nicht unbeabsichtigt zu verbreiten, ist es wichtig, dass alle Menschen, die in irgendeiner Form mit Wildschweinen in Kontakt kommen, mit den
typischen Krankheitssymptomen vertraut sind und sich an gewissen Grundregeln halten", erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus das Vorgehen. Auch der Präsident des Landesjagdverbandes, Dr. Volker Böhning, betonte: "Das Virus kennt keine Kreis- und Ländergrenzen. Deshalb müssen alle Ebenen von Politik und Verwaltung auf Kreis- und auf Landesebene künftig konsequent und transparent zusammenarbeiten.“

02.12.2021: Niederlande plant Aufstockung der Ausstiegsprämie

Die Niederlande wird an der Ausstiegsprämie für Tierhalter, die die Nutztierhaltung gewerblich aufgeben, festhalten und diese Strategie noch weiter ausweiten. So soll das Budget für den
Ausstieg um knapp 134 Mio. Euro aufgestockt werden. Ziel ist die Reduktion der Stickstoffemmissionen aus der Tierhaltung, vor allem in der Nähe von Natura-2000-Schutzgebieten.

01.12.2021: IBR in Tirol

Auf einem Rinderbetrieb in Österreich sind mehrere Tiere bei einer Stichprobenuntersuchung positiv auf die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR) getestet worden. Betroffen ist ein Milchviehbetrieb im Bezirk Innsbruck-Land. Weiterführende Untersuchungen haben ergeben, dass beinahe alle Tiere des Betriebes Antikörper auf IBR aufweisen. Daher wird der gesamte Tierbestand nun geschlachtet werden. Außerdem wurde noch
ein weiterer großer Kontaktbetrieb mit Fleischrindern behördlich gesperrt, um eine Weiterverbreitung des Herpesvirus zu verhindern. Hier laufen die Bestandsuntersuchungen noch. Für Österreich ist der Nachweis der IBR problematisch, gilt das Land doch seit vielen Jahren als frei von der Tierseuche, was wesentliche Erleichterungen im Viehverkehr nach sich zieht. Der letzte Ausbruch von IBR in Tirol wurde 2015 festgestellt. Auch Deutschland hat aktuell den Status "IBR-frei".

01.12.2021: FLI beurteilt ASP-Situation kritisch

Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Prof. Thomas Mettenleiter, schätzt die Situation der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Land weiterhin als kritisch ein. Es sei jederzeit mit weiteren Ausbrüchen zu rechnen, weshalb die Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt strikt eingehalten werden müssten. Weder in Brandenburg
noch in Sachsen sei eine Entspannung der Situation in Sicht. Zudem zeige das Beispiel Mecklenburg-Vorpommern, dass jederzeit und überall mit Ausbrüchen gerechnet werden müsse. Zwar gebe es bei der Impfstoffentwicklung vielversprechende Entwicklungen, mit einer baldigen Zulassung eines Impfstoffs sei jedoch nicht zu rechnen.

01.12.2021: In UK gehören Notschlachtungen inzwischen zum Alltag

Als Folge auf den Brexit und die Pandemie sind im Vereinigten Königreich mindestens 16.000 Schweine gekeult worden. Die Schweinehalter haben keine Alternativen mehr gesehen, wie das Fachmagazin Farming UK berichtet. Allerdings dürfte die nicht-offizielle Zahl der Notschlachtungen sehr viel höher liegen. Der Grund ist ein eklatanter Arbeitskräftemangel auf den Schlachthöfen und den Fleisch verarbeitenden Betrieben.
Es ist von einer rund 25 Prozent reduzierten Schweinefleischverarbeitung im Land auszugehen, da viele ausländische Mitarbeiter UK nach dem Brexit den Rücken gekehrt haben. Auch der kurzfristige Versuch, ausländische ArbeiterInnen durch eine vereinfachte Einreise und Aufenthaltsgenehmigungen zu locken, hat bislang kaum gefruchtet. Entsprechend ist auch keine Entspannung der Situation in Sicht, so die National Pig Association.

30.11.2021: Leipziger Tierärztekongress auf den Sommer verschoben

Angesichts der dynamischen pandemischen Lage hat sich die Messe Leipzig gemeinsam mit der Universität Leipzig entschieden, den für Mitte Januar 2022 geplanten 11. Leipziger Tierärztekongress (LTK) samt Fachmesse vetexpo und Career Corner abzusagen. Stattdessen wird der LTK nun vom 7. bis 9. Juli 2022 stattfinden. Erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. Auch Ausstellern bleibt die gebuchte Fläche garantiert. „Wir haben uns schweren Herzens für eine Verschiebung der Veranstaltung in den nächsten Sommer entschieden“, erklären Martin Buhl-Wagner,
Geschäftsführer der Leipziger Messe, und Kongresspräsident Prof. Dr. Uwe Truyen vom Institut für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen der Universität Leipzig im Namen der Veranstalter. „Diesen Schritt gehen wir in Verantwortung für das Versprechen, das wir unseren Ausstellern, Referenten, Teilnehmern und Besuchern geben und das wir unter diesen, sich sehr kurzfristig ändernden Bedingungen nicht gewährleisten können, sowie in Anbetracht der Planungssicherheit für die Branche“, sagt Buhl-Wagner und Truyen ergänzt: „Die Gesundheit aller steht für uns an erster Stelle.“

30.11.2021: Netzwerktreffen BovINE am 2. Dezember

Das Netzwerk BovINE lädt am kommenden Donnerstag, den 2. Dezember 2021, zu einem internationalen, virtuellen Treffen ein. Gastgeber der diesjährigen Online-Veranstaltung, das Rinderhalter, Berater, Lieferanten, Forscher und politische Akteure zusammenbringt, ist der estnische Partner Liivimaa Lihaveis. Ziel des länderübergreifenden Netzwerktreffens ist der Austausch von Wissen und Ideen, um den europäischen Rindersektor nachhaltig zu stärken. Neben der Vorstellung von Praxislösungen werden zudem Forschungsinnovationen zu den Themen Ökologische Nachhaltigkeit,
sozioökonomische Widerstandsfähigkeit, Tiergesundheit und Tierschutz sowie Produktionseffizienz und Fleischqualität präsentiert. „Die zweite Generalversammlung im Rahmen das Projektes Bovine bietet auch für deutsche Fleischrinderhalter eine exzellente Möglichkeit zum Austausch mit Berufskollegen aus ganz Europa. Da erstmals eine Simultanübersetzung in Deutsch angeboten wird, sind Englischkenntnisse diesmal keine Voraussetzung für die Teilnahme“ so Dr. Till Masthoff, deutscher Netzwerkmanager. Die Anmeldung ist noch bis einschließlich den morgigen Mittwoch möglich.

30.11.2021: Bayern intensiviert Bejagung wegen Wildverbiss

Um dem starken Wildverbiss in den bayerischen Wäldern entgegenzuwirken, möchte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die Bejagung verstärken. „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, der Klimawandel sitzt uns zu deutlich im Nacken“, so die Ministerin. Das „Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2021“, das Kaniber vorgestellt hat, belegt, dass sich die Verbisssituation bei den einzelnen Baumarten unterschiedlich zeigt. Als ermutigend wertete es Kaniber, dass die Verbisssituation laut Gutachten in
der Hälfte der landesweit 750 Hegegemeinschaften „tragbar“ oder sogar „günstig“ sei. Die Grünen sehen das Gutachten als einen Beleg dafür, dass in den vergangenen drei Jahren zu wenig unternommen wurde, und fordern ein dringendes Umdenken. Wichtig sei eine Verlagerung der Jagd vom Feld in den Wald, wie der forst- und jagdpolitische Sprecher der Fraktion, Hans Urban, erklärte. Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) unterstützt zudem die Forderung, durch eine verstärkte Bejagung für waldverträgliche Wildbestände zu sorgen.

30.11.2021: App soll Handel von Rindern erleichtern

Auch in der Landwirtschaft geht es zunehmend um Digitalisierung, entsprechend werden mehr und mehr Apps und Tools entwickelt. In Österreich hat ein Startup nun die App Viehworld auf den Markt gebracht. Die bislang nur in Österreich nutzbare App ist eine Verkaufsplattform, auf der Landwirte ihre Rinder direkt aus dem Stall handeln können. So werden neben stressigen Transporten zu Viehauktionen auch große Ansammlungen verschiedener Tiere
aus verschiedensten Betrieben vermieden. Die User der App können relevante Informationen, Videos sowie Fotos hochladen und so den Kauf abwickeln. Damit kann digitale Plattform auch zur Verbesserung der Work-Life-Balance, aber auch der Vernetzung der Landwirte beitragen. Fünf Prozent des Verkaufserlöses gehen an das Startup, was dieses als Provision einnimmt. Dafür gibt es weder Mitgliedsbeiträge noch Grundgebühren.

30.11.2021: Zahl der Brutvögel in der EU stark zurückgegangen

Seit 1980 sind in der EU knapp 600 Millionen Vögel verschwunden. Dies ist das Ergebnis einer Studie über Brutvögel in der EU. Demnach ist in den vergangenen etwa 40 Jahren jeder sechste Vogel aus Europa verschwunden oder gar ausgestorben! Vor allem Finken, Sperlinge und Lerchen sind betroffen. Den größten Populationsrückgang verzeichnet der Haussperling mit allein 247 Millionen weniger Individuen, gefolgt von der Schafstelze mit 97, Star mit 75 und Feldlerche mit 68 Millionen. Beim Vergleich der Bestandsentwicklungen nach Lebensräumen wurden die höchsten Gesamtverluste
bei Ackerland- und Grünlandvögeln festgestellt. Die acht Arten mit den größten Rückgängen machen 69 Prozent des Rückgangs aller 175 rückläufigen Arten aus (Haussperling, Schafstelze, Star, Feldlerche, Fitis, Girlitz, Bluthänfling, Feldsperling). Vorn dabei ist auch der Kiebitz, von dem in Deutschland noch jeder zehnte Vogel übrig geblieben ist. Der Verlust von häufigen Arten gibt Anlass zur Sorge, da er Schäden an unseren Ökosystemen und ihrer Funktion und möglicherweise an der Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen, von denen die Menschheit abhängt, mit sich bringt.

29.11.2021: Weitere ASP-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei drei weiteren Wildschweinen nachgewiesen. Erst in der vergangenen Woche war im Rahmen einer Drückjagd in den Ruhner Bergen bei einem tot aufgefundenen Frischling die hochansteckende Tierseuche festgestellt worden. Die nun gefundenen Wildschweine
waren ebenso bei der Treibjagd erlegt worden. Um eine Ausbreitung der ASP zu unterbinden, wurde am 26.11.2021 mit dem Bau eines 30 Kilometer langen Schutzzaunes um ein Kerngebiet rund um die Fundstelle des Frischlings begonnen. Innerhalb der Einzäunung sollen in Kürze alle Wildschweine geschossen und unschädlich beseitigt werden.

29.11.2021: Tierschutzorganisationen fordern globalen Pandemievertrag

In einem Offenen Brief an die Regierungen der Welthandelsorganisation (WHO) haben sechs internationale Tier- und Menschenrechtsorganisationen, darunter VIER PFOTEN, ein globales Pandemieabkommen gefordert. Der Fokus des Vertrags sollte angesichts der sich immer weiter ausbreitenden Corona-Pandemie auf der Prävention von Pandemien liegen. „Es ist höchste Zeit für einen globalen Pandemievertrag. Das Virus kennt schließlich keine staatlichen Grenzen! Wir müssen dabei nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch das Wohlergehen der Tiere und den Schutz der Natur im Auge haben. Angesichts der Ereignisse der letzten 18 Monate können wir nicht länger den Kopf in den Sand stecken. Die Mitgliedstaaten müssen diese historische Chance für
einen "One Health - One Welfare"-Ansatz zur Pandemieprävention ergreifen“, erklärte Josef Pfabigan, Vorstandsvorsitzender von VIER PFOTEN. Pfabigan verweist auf die Zukunftsstudie zur Pandemieprävention, die die Tierschutzorganisation im Oktober diesen Jahres veröffentlicht hatte. Die Studie hat deutlich gemacht, dass der Einfluss des Tierschutzes auf Pandemien wie COVID-19 bisher deutlich unterschätzt wurde. „Wir müssen jetzt handeln und einen global koordinierten Plan umsetzen, damit sich solche Katastrophen nicht wiederholen. Tierschutz muss in den Mittelpunkt gestellt werden. Wir müssen die Art und Weise, wie wir Menschen mit Tieren umgehen, grundlegend verbessern. Global auf Vorbeugung zu setzen, ist für uns der einzig richtige Weg zum Erfolg“, so Pfabigan abschließend.

29.11.2021: Änderung bei Dateneingabe in die HIT Datenbank

Anfang November 2021 ist die 17. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) in Kraft getreten und mit ihr Neuerungen bei der Mitteilungspflicht zur staatlichen Antibiotikadatenbank im Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT). Demnach muss nun auch das Datum der ersten Anwendung oder das Abgabedatum des Arzneimittels gemeldet werden. Dies betrifft Halter von Masttieren. Sie müssen die Neuregelungen bereits für das zweite Halbjahr
2021 beachten. Dafür kann jedoch fortan die Versicherung des Tierhalters, dass er sich an die Behandlungsanweisung des Tierarztes gehalten hat, elektronisch über die Eingabemaske erfolgen. Weiterhin werden fortan einige der an HIT gemeldeten Daten sowie die errechneten betrieblichen Therapiehäufigkeiten anonymisiert an das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) übermittelt werden, um das Antibiotikaresistenzgeschehen noch besser im Blick zu haben.

29.11.2021: Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde geplant

Hinsichtlich einer verpflichtenden Kennzeichnung und Registrierung von Hunden hinkt Deutschland hinter anderen EU-Ländern hinterher. Das soll sich laut Koalitionsvertrag der neuen Regierungsparteien jedoch ändern. Denn SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP planen die Einführung der lange geforderten, bundesweiten Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht (K&R) für Hunde. Obwohl der Vertrag nicht offenbart, wie genau die Umsetzung erfolgen soll, und auch Katzen nicht berücksichtigt wurden, bedeutet dieser Schritt bereits jetzt einen Meilenstein für den Schutz von Heimtieren. „Nichtsdestotrotz freuen wir uns, dass die neue Bundesregierung im Bereich der K&R aktiv wird und damit ein Thema aufgreift, das schon jahrelang diskutiert wird, aber bisher nicht bundesweit einheitlich und im Sinne des Tierschutzes gelöst werden konnte. Nun kommt es auf die Umsetzung an“, sagt Philip McCreight, Mitbegründer des Netzwerk K&R und Geschäftsführer der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Mit einem Chip, dem sogenannten Transponder, werden die Hunde von einer Tierärztin oder einem
Tierarzt gekennzeichnet. Anschließend werden die Daten des Transponders gemeinsam mit den Daten des Tieres in einem Register hinterlegt, sodass es möglich ist, ein Tier seinem Halter oder seiner Halterin zuzuordnen. Einige Bundesländer haben bereits in der Vergangenheit eigene Regeln eingeführt, in einigen Kommunen gibt es bestimmte Vorschriften und anderenorts ist dieses Thema bislang gar nicht berücksichtigt worden. „Im Falle der Einführung einer bundesweit einheitlichen und rechtspflichtigen K&R von Hunden – die jedoch dringend auch für Katzen eingeführt werden sollte – sind vor allem positive Effekte im Bereich des Tierschutzes zu erwarten. Aber auch für weitere gesellschaftsrelevante Bereiche wie Rechtssicherheit, Verbraucherschutz und öffentliche Gesundheit gibt es viele Vorteile. Wir hoffen nun, dass dieser wichtige Schritt nicht nur einen Platz im Koalitionsvertrag gefunden hat, sondern auch effizient und im Sinne der Tiere umgesetzt wird. Dafür setzt sich das Netzwerk K&R weiterhin ein“, so Dr. Hans-Friedrich Willimzik, Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes.

26.11.2021: Coronabedingtes Aus für Internationale Grüne Woche 2022

Auch im kommenden Jahr wird die Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin nicht stattfinden. Die Organisatoren haben die Veranstaltung, die vom 21. bis 30. Januar 2022 stattfinden sollte, am heutigen Freitag (26.12.2021) coronabedingt abgesagt. „Die Internationale Grüne Woche lebt von den Begegnungen, vom Ausprobieren, Entdecken und Schmecken. Unter den gegebenen Voraussetzungen wie Masken
und Abständen lassen sich die Erwartungen unserer Besucherinnen und Besucher an die Grüne Woche nicht erfüllen“, sagt Lars Jaeger, Projektleiter der Internationalen Grünen Woche bei der Messe Berlin. Ursprünglich war die Agrar- und Ernährungsmesse als 2G-Veranstaltung geplant. Die nächste Internationale Grüne Woche auf dem Berliner Messegelände soll nun vom 20. bis 29. Januar 2023 stattfinden.

26.11.2021: Orale Tollwut-Immunisierung von Hunden erfolgreich

Schon seit einigen Jahren unterstützt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Namibia bei der Tollwutbekämpfung. Aktuell arbeitet das Institut vor Ort an dem erstem Feldversuch zur oralen Tollwutimpfung (oral rabies vaccination - ORV) von Hunden. ORV ist eine Methode, die in Europa und Nordamerika erfolgreich zur Bekämpfung der Wildtiertollwut eingesetzt wird und deren Einsatz bei Hunden derzeit sowohl von der WHO als auch von der OIE favorisiert wird. Denn vor allem unter den Hunden breitet sich die zoonotische Viruserkrankung in zahlreichen afrikanischen Ländern schnell aus und stellt dadurch eine erhebliche Bedrohung für die Bevölkerung dar. „Wir sind hier an der vordersten Front der Feldforschung, um dieses neuartige Impfkonzept in Afrika und anderswo zur Anwendung zu bringen. Wir sind zuversichtlich, dass diese Methode einen wichtigen Beitrag zu dem globalen Ziel, die durch Hunde vermittelte menschliche Tollwut bis 2030 zu eliminieren, leisten kann“, sagte der
Laborleiter des OIE und Nationalen Referenzlabors für Tollwut des FLI, Dr. Thomas Müller. Für die erfolgreiche Pilotphase in der Oshana- Region wurden die Massenimpfungen von Hunden mit mehr als 1.000 verwendeten Impfköder durchgeführt. Nach ersten Auswertungen der Daten konnten die Forschenden eine sehr hohe Akzeptanz der Köder bei Hunden von mehr als 90 Prozent feststellen. „Das Ergebnis dieses Feldversuchs ist überwältigend. Ich war überrascht, wie einfach es ist, Hunde zu impfen, die mit einer Spritze kaum geimpft werden können. Auch die Akzeptanz dieser Methode durch die Bevölkerung war sehr gut“, so Dr. Nehemia Hedimbi, staatlicher Veterinär und Koordinator des namibischen Tollwutbekämpfungsprogramms. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse plant das staatliche Veterinärwesen in Namibia, die orale Immunisierung als komplementäre Maßnahme in das nationale Tollwutbekämpfungsprogramm zu integrieren.

26.11.2021: BMEL und BMU werden künftig grün regiert

Nach mehrwöchigen Verhandlungen haben die Koalitionsparteien SPD, Grüne und FDP am vergangenen Mittwoch (24.11.2021) einen 177 Seiten langen Koalitionsvertrag präsentiert. Die drei Parteien einigten sich darin auf die Einführung einer verpflichtenden Haltungs- und Herkunftskennzeichnung, die auch Transport und Schlachtung umfasst, was vom Deutschen Bauernverband (DBV) sehr begrüßt wird. So soll auch der Umbau der Tierhaltung vorangetrieben werden, doch fehlen noch konkrete Festlegungen, wie dieser finanziert werden kann, lautet die Kritik von Seiten des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). „Bisher in der Branche und auf Politikebene diskutierte Modelle wie z.B. die Erhebung eine Verbraucherabgabe sind viel zu kurz gesprungen. Was wir brauchen, sind marktwirtschaftliche Ansätze, die mittel- und langfristig dazu in der Lage sind, das Erzeugerpreisniveau deutlich anzuheben“, so der BDM-Vorsitzende Stefan Mann. Auch die Umweltverbände begrüßen mehrheitlich die veröffentlichten Pläne der Koalitionsparteien. Während der NABU große Teile der
Landwirtschaftspläne positiv bewertet, mahnt der BUND jedoch an, die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft auch wirklich in der Agrarpolitik umzusetzen. Neben einer Investitionsförderung nur noch für obere Haltungsstufen, dem Verbot der Anbindehaltung bis spätestens 2032 und einer weiteren Reduzierung von Antibiotika bei landwirtschaftlich genutzten Tieren haben sich die Ampel-Parteien zudem auf eine Beschränkung des Pflanzenschutzes und dem Verbot des umstrittenen Pestizids Glyphosat bis Ende 2023 geeinigt. Inzwischen ist bekannt geworden, dass der frühere Grünenchef Cem Özdemir das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) übernehmen soll. Auch das Bundesumweltministerium (BMU) wird zukünftig in der Hand der Grünen liegen. Kritik erntete der Koalitionsvertrag von den scheidenden Regierungsparteien CDU und CSU. Wie den Äußerungen des agrarpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, zu entnehmen ist, bekenne sich die Ampel nicht zu den Borchert-Empfehlungen zum Umbau der Nutztierhaltung.

26.11.2021: Frischling in Mecklenburg-Vorpommern mit ASP infiziert

Die Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist bei einem tot aufgefundenen Frischling in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen worden. Das Tier wurde im Rahmen einer Drückjagd in den Ruhner Bergen nahe Marnitz entdeckt. Jedoch ist momentan noch nicht klar, woher der infizierte Frischling stammt und welchen ASP-Virustyp er in sich trägt. Da die Viruslast bei dem Tier hoch, es aber körperlich unversehrt war, hoffen die Behörden, dass es sich hier um einen frischen Seucheneintrag handeln könnte. Als nächsten Schritt müssen die insgesamt 17 bei der Drückjagd erlegten Wildschweine auf das ASP-Virus untersucht werden. Das zuständige Veterinäramt wird gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium nun alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern und einen Überblick über das tatsächliche Infektionsgeschehen zu bekommen. „Dabei geht es
insbesondere um die Frage, ob es bei dem festgestellten Einzelfall bleibt oder ob wir es mit einem Geschehen größeren Ausmaßes zu tun haben“, so Minister Backhaus. Währenddessen läuft die Suche nach weiteren Wildschweinen, auch mit Unterstützung von Drohnen und ASP-Suchhunden, weiter. Erst in der vergangenen Woche ist die ASP in einem Schweinemastbetrieb nachgewiesen worden. Auch in Niedersachsen ist man in großer Sorge anlässlich der nahenden ASP und macht erneut auf die Notwendigkeit der strengen Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen aufmerksam. „Die Lage ist noch einmal ernster geworden. Dass es nun einen weiteren Fundort nur rund 50 Kilometer von der Landesgrenze entfernt gibt, zeigt, wie aktiv das Infektionsgeschehen ist. Die Biosicherheit ist von unseren Schweinehaltern unbedingt einzuhalten!“, mahnt die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast.

Tierärzte bieten Unterstützung bei Corona-Impfungen an

25.11.2021

Um die momentan negativen Entwicklungen in der Corona-Pandemie zu stoppen, müssen in den nächsten Monaten dringend Impflücken geschlossen werden. Neben Erst- und Zweitimpfungen müssen auch möglichst rasch Millionen Booster-Impfungen durchgeführt werden. Um Arztpraxen zu entlasten, bietet die Bundestierärztekammer (BTK) an, dass die TierärztInnen in Deutschland ihre KollegInnen bei der Corona- Impfkampagne unterstützen, wie BTK-Präsident Uwe Tiedemann mitteilt. Dafür müsse die Politik aber zunächst offizielle Ausnahmeregelungen beschließen, denn bislang dürfen Veterinärmediziner Menschen keine Spritzen verabreichen. „Wenn die
Bundesregierung jedoch die rechtlichen Voraussetzungen dafür schafft und somit Rechtssicherheit gegeben ist, ist die Tierärzteschaft auch bereit, Impfungen durchzuführen", so Tiedemann. In den USA waren Veterinäre bereits im März 2021 in die dortige Impfkampagne eingebunden worden. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte erst kürzlich im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärt: „Aus meiner Sicht könnte eine zeitlich befristete und auf die Covid- Schutzimpfungen beschränkte Ausnahmegenehmigung für Apotheken mit entsprechend ausgebildetem Personal ein pragmatischer und sinnvoller Weg sein, um die Impfkapazitäten noch einmal aufzustocken."

25.11.2021: Praxisleitfaden Wolf einstimmig genehmigt

Am heutigen Donnerstag (25.11.2021) beginnt die zweitägige Umweltministerkonferenz (UMK). Eines der zentralen Themen wird der Umgang mit dem Wolf sein. Einem Praxisleitfaden zur Erteilung artenschutzrechtlicher Ausnahmen beim Wolf haben bereits im Vorfeld alle 16 UmweltministerInnen zugestimmt, was Gastgeber und UMK-Verhandlungsführer Dr. Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, freudig verkündete: „Ich freue mich, dass wir mit Hilfe eines Umlaufverfahrens bereits vor Konferenzbeginn einen einstimmigen Beschluss zum Wolf herbeiführen konnten. Alle 16 Bundesländer und der Bund haben demnach einem Praxisleitfaden zur Erteilung artenschutzrechtlicher Ausnahmen beim Wolf nach Bundesnaturschutzgesetz zugestimmt, der klar und rechtssicher vorgibt, unter welchen
Voraussetzungen ein Wolf getötet werden darf. Dieser wurde von den Ländern gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und dem Bundeslandwirtschaftsministerium erarbeitet und trägt maßgeblich die Handschrift von Mecklenburg-Vorpommern.“ Neben dem Umgang mit dem Wolf legt der Praxisleitfaden auch die rechtlichen Grundlagen sowie Herdenschutz und Entnahmen von einzelnen Tieren fest. Damit ist der Praxisleitfaden insbesondere für die zuständigen Behörden eine wichtige Hilfestellung beim weiteren Umgang mit dieser durch Europarecht streng geschützten Art. „Auch betroffene Tierhalter – insbesondere Schaf- und Ziegenhalter – halten nun ein Papier in den Händen, das zum Beispiel das Vorgehen im Falle eines Nutztierrisses transparent und bundesweit einheitlich regelt“, führte Backhaus aus.

25.11.2021: Hunde können Corona-Virus von anderen Atemwegserregern unterscheiden

Hunde werden aufgrund ihres besonderen Geruchssinns immer häufiger auch im Bereich der medizinischen Forschung zur Geruchserkennung eingesetzt. Neben infektiösen und nicht- infektiösen Krankheiten sowie verschiedenen Krebsarten können die sensiblen Hundenasen auch Malaria sowie bakterielle und virale Infektionen erkennen. Diese Fähigkeit nutzten Forschende der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) unter der Leitung von Prof. Holger Volk, um Spürhunde so zu trainieren, dass sie Infektionen mit SARS-CoV-2 beim Menschen anhand von Speichelproben identifizieren können. Eine neue Studie eines länderübergreifenden Forscherteams, ebenfalls unter der Leitung der TiHo, konnte zeigen, dass Hunde das Corona-Virus mit hoher Spezifität von 15 anderen viralen Atemwegserregern unterscheiden können. Die Hunde riechen nicht die Viren selbst, sondern flüchtige organische Verbindungen, die bei Stoffwechselvorgängen nach einer Virusinfektion entstehen. Für die Studie wurden Untersuchungen an
zwölf Spürhunden in drei verschiedenen Testszenarien vorgenommen. „Es ist bekannt, dass infektiöse Atemwegserkrankungen spezifische flüchtige organische Verbindungen freisetzen können, und diese Studie zeigt, dass Hunde diese einzigartigen Muster flüchtiger organischer Verbindungen von SARS-CoV-2 erkennen können", so Prof. Volk. Dr. Esther Schalke, Oberstabsveterinär und Fachtierärztin für Verhaltenstherapie, Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, ergänzt: „Diese Studie ist ein weiterer Beweis für das Potenzial, das Spürhunde bei der Bekämpfung der aktuellen Pandemie haben könnten. Es ist schwer vorstellbar, aber die Geruchserkennung von Hunden ist um drei Größenordnungen empfindlicher als die derzeit verfügbaren Geräte." In einem Interview mit Vetion.de hat Prof. Volk verraten, was der mögliche Einsatz von Spürhunden für die Praxis der Pandemie- Bekämpfung und die Rückkehr zur Normalität bedeuten könnte und wie solche Hunde eingesetzt werden könnten.

25.11.2021: Projektvorhaben zur Sicherung einer nachhaltigen Tierernährung gesucht

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert Forschungsprojekte zur Sicherung einer nachhaltigen Tierernährung. Dafür werden innovative Ideen von Unternehmen oder Einrichtungen gesucht, die ihren Sitz in Deutschland haben. Bis zum 10. Februar 2022 können Projektskizzen zu drei verschiedenen Modulen (A, B und C) bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
eingereicht werden. In Modul A sollte die Realisierung entsprechender innovativer Produkte, Verfahren und Leistungen eine substanzielle Kooperation mit der Privatwirtschaft beinhalten. In Modul B stehen vorrangig Vorhaben, mit denen der ökologische Landbau gefördert werden kann. In Modul C werden Vorhaben adressiert, die sich thematisch auf Leguminosen fokussieren und bei denen die Anliegen der konventionellen Wirtschaftsweise im Vordergrund stehen.

24.11.2021: Hessen unterstützt hofnahe Schlachtungen

Die hofnahe Schlachtung ist ein Schritt hin zu mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit. Den Tieren wird unnötiges Leid und Stress erspart, da die Transporte wegfallen. Auch die hessische Landesregierung hat das erkannt und zugesichert, diese Form der Schlachtung zu unterstützen. „Diese Form der Schlachtung ist damit klimafreundlicher, da Transportwege und damit CO²-Emissionen entfallen und die Fleischqualität ist besonders hoch, da Tiere stressfrei geschlachtet werden“, erklärte Umweltstaatssekretär Oliver Conz beim Auftakt einer Informationsveranstaltung für LandwirtInnen und MetzgerInnen. Auf der Hybridveranstaltung informierte unter anderem die hessische Landestierschutzbeauftragte Dr. Madeleine
Martin über die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die von der EU festgelegt wurden. Durch eine parallele Vorführung von verschiedenen mobilen Schlachteinheiten, die für die Durchführung der Hof- und Weideschlachtungen benötigt werden, haben die Veranstalter den Brückenschlag von den rechtlichen über die technischen Grundlagen bis hin zur praktischen Umsetzung der hofnahen Schlachtung im Haltungsbetrieb geschafft. „Ich freue mich, dass die Veranstaltung so gut besucht war und wir damit einen wichtigen Beitrag zur bundesweiten Diskussion leisten konnten. Das Land Hessen ist Vorreiter beim Thema hofnahe Schlachtung und wir haben nun endgültig die Praxisphase eingeläutet“, berichtete Dr. Martin im Anschluss an die Veranstaltung.

24.11.2021: Antivirales Kaugummi soll Verbreitung des Corona-Virus reduzieren

Die Corona-Pandemie nimmt kein Ende, die Zahl der Infizierten steigt in vielen Ländern wieder rasant an. Ein neuentwickeltes Kaugummi könnte die Verbreitung des Virus nun aber stark verringern. Wie Untersuchungen gezeigt haben, soll das sogenannte COVIDGUM® die Viruslast von SARS-CoV2 fast komplett reduzieren. „Die Ergebnisse der bisherigen Pilotstudie, die Viruslast zu senken, sind vielversprechend, und angesichts der wieder steigenden Anzahl von Corona-Fällen halten wir es für wichtig, sie mitzuteilen, damit die Menschen sich des potenziellen Nutzens antiviraler Kaugummis neben den anderen üblichen Präventionsmaßnahmen bewusst sind", erklärt der Erfinder des antiviralen Kaugummis, Prof. Florian Pfab. Die Pilotstudie ergab auch, dass das Kaugummi bei den Alpha- und Delta-Varianten ähnlich wirksam ist. COVIDGUM® wird auf Basis von natürlichen ätherischen Ölen und Extrakten hergestellt,
die die Viruslast im Mund sowie in der Ausatemluft stark verringern. „Die Ergebnisse aus dieser ersten Testreihe sind insofern ermutigend, dass bei allen Probanden über einen Zeitraum von zwei Stunden eine Reduktion der Virusmenge in der Atemluft festgestellt werden konnte. Damit besteht Potenzial für ein zusätzliches niederschwelliges Präventionsangebot. Weitere kontrollierte Studien sind damit gerechtfertigt", fügt Dr. Martin Stürmer, Virologe und Leiter des IMD Labors in Frankfurt, hinzu. Weiterführende Studien sind derzeit in der Vorbereitung. In Deutschland wird COVIDGUM® als zertifiziertes Medizinprodukt zunächst über den Onlineshop von Clevergum vertrieben, in einem nächsten Schritt soll auch der Vertrieb im Ausland aufgebaut werden. Die Hersteller weisen auf ihrer Seite darauf hin, dass COVIDGUM® ausschließlich als Zusatzmaßnahme zu den bekannten Hygienemaßnahmen zu sehen ist.

24.11.2021: Hohe Corona-Infektionsrate bei amerikanischen Hirschen

Das Corona-Virus kann in Wildtieren überleben und scheint auch nie ganz ausgerottet zu werden. Zu diesem Schluss kamen Forschende aus Iowa (USA), die sich über Monate mit dem Infektionsgeschehen bei Weißwedelhirschen beschäftigt haben. Bei ihren Untersuchungen fanden die WissenschaftlerInnen heraus, dass zeitweise bis zu 80 Prozent der Tiere eine aktive Corona-Infektion hatten, was bedeutet, dass die Hirsche in der Zeit auch ansteckend waren. Dadurch hat sich das Virus schnell ausbreiten können, wie die Forschenden vermuten. Die WissenschaftlerInnen konnten bislang jedoch nicht feststellen, ob die Weißwedelhirsche auch
Krankheitssymptome entwickeln. Sie nehmen jedoch an, dass eine komplette Ausrottung des Corona-Virus nach ihren letzten Analysen nahezu unmöglich ist, da es in verschiedenen Wildtieren überleben kann. Zudem sei davon auszugehen, dass sich durch die Übertragung von einer Spezies auf eine andere weitere Mutationen bilden können. Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich wohl sagen, dass die Corona- Infektionen der untersuchten Hirsche in Iowa ursprünglich auf den Menschen zurückzuführen ist. Zum Beispiel könnte das Virus durch kontaminiertes Wasser oder Essensreste in den Wildbestand eingetragen worden sein.

Interessenverband für tiermedizinische PraxismanagerInnen gegründet

23.11.2021

Der Anfang November 2021 gegründete Bundesverband tiermedizinisches Praxismanagement (TPM) hat das Ziel, die Arbeit von tiermedizinischen PraximanagerInnen zu fördern und bekannter zu machen, aber auch das Berufsbild zu präzisieren. Neben der Interessenvertretung sollen zudem die Fort- und Weiterbildung sowie die Vernetzung ausgeweitet werden. Der Verband, der mit dem Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) zusammenarbeitet, soll
die Schnittstelle aller Organisationen in der Branche bilden und möchte auch auf internationaler Ebene Kontakte knüpfen und pflegen. Da es aktuell keine öffentlich anerkannte Definition des Berufs „Tiermedizinischer Praxismanager/in“ gibt, will sich der Verband als erstes der Erarbeitung eines Berufsbildes und Anforderungsprofils annehmen. Weiterhin hat der TPM das Ziel gesetzt, (Mindest-)Anforderungen an die unterschiedlichen Ausbildungen zum Praxismanager/in zu erarbeiten und festzulegen.

23.11.2021: Smarte Lösungen für die Tierarztpraxis - kontaktlos anmelden

Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie schreitet die Digitalisierung auch in der Tiermedizin mit schnellen Schritten voran. Für InhaberInnen von Tierarztpraxen sind inzwischen zahlreiche nützliche Tools auf dem Markt verfügbar, die die Arbeit des Praxisteams erleichtern sollen. So hat das Unternehmen VetZ die App petsXL entwickelt, mit der die PatientenbesitzerInnen sich nun auch kontaktlos anmelden können. Für die Anmeldung scannt der Tierhalter mit seiner Smartphone-Kamera einen praxis-individuellen QR-Code. Die vom Tierhalter erfassten Kontakt- und Tierdaten werden automatisch (und DSGVO konform) an easyVET übermittelt. Das petsXL-Self-Check-In ermöglicht es dem Halter, im Wartezimmer, vor der Tür oder auch im Auto zu warten, bis der Aufruf
ebenfalls kontaktlos erfolgt. So können neben einer möglichen Ansteckungsgefahr auch Stress und nerviges Warten an der Anmeldung vermieden werden. Einzige Voraussetzung: die PraxisinhaberInnen müssen die Software von easyVET verwenden. Die App petsXL beinhaltet eine weitere hilfreiche Funktion: mit der digitalen Medikationserinnerung unterstützt die App Tierarztpraxen und Tierhalter bei der Medikamentengabe und erleichtert es ihnen, den Therapieplan ihres Tieres in den Alltag zu integrieren. Jede Gabe wird dokumentiert, so dass die Einhaltung des Therapieplans stets kontrolliert werden kann und so der Therapieerfolg verbessert wird. Der zusätzliche Erinnerungsservice entlastet die Praxen und es bleibt mehr Zeit für den Patienten.

23.11.2021: LTK Hessen ändert Notdienstbestimmungen

In der vergangenen Woche hat die Delegiertenversammlung der Landestierärztekammer (LTK) Hessen einstimmig Änderungen der Berufsordnung verabschiedet. Diese betreffen insbesondere den Notdienst und werden vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde nach der Veröffentlichung im Deutschen Tierärzteblatt voraussichtlich Anfang 2022 in Kraft treten, denn der Notdienst ist nicht freiwillig, sondern verpflichtend. § 23 des Hessischen Heilberufsgesetzes besagt: "Die Kammerangehörigen, die ihren Beruf ausüben, haben insbesondere die Pflicht, … soweit sie als Berufsangehörige … in eigener Praxis tätig sind, am Notfalldienst teilzunehmen …". Daher wurde beschlossen, dass dann die Beteiligung am Notdienst durch verbindliche, schriftliche Übereinkunft mit Nachbarpraxen/Tierärztlichen Kliniken geregelt und auf Nachfrage der Kammer nachgewiesen werden. Weiterhin sind die Tierhalter über den diensthabenden Tierarzt tagesaktuell durch Aushang am Praxiseingang über den zuständigen Notdienst zu informieren. Darüber hinaus muss diese Information telefonisch und – soweit möglich – in anderen geeigneten Medien, wie Praxis-Homepage, lokale Zeitung, abrufbar sein. Dafür wird die
LTK Hessen auf ihrer Homepage auch einen "Notdienstkalender" zum Selbsteintrag etablieren. Während sich die Behandlung von landwirtschaftlichen Nutztieren die Notdienst-Verpflichtung auf die eigene Klientel beschränkt, wurde dies bei der Behandlung von Klein- und Heimtieren aufgehoben. Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Selbstorganisation des Notdienstes zur Zeit noch möglich und somit kostenfrei organisiert werden kann. Der Präsident der LTK Hessen, Dr. Ingo Stammberger, appellierte in diesen Zusammenhang nochmal an alle Kolleginnen und Kollegen: „Keiner erwartet, dass eine Praxis einen "24 h/ 7 d /365 d"-Notdienst anbietet. Falls der Notdienstverpflichtung nicht persönlich nachgekommen werden kann (z. B. gesundheitliche oder familiäre Situation), besteht die Verpflichtung, eine Vertretung zu organisieren. Die Selbstorganisation in Notdienstringen ist bislang ein probates Mittel, die Arbeitsbelastung auf viele Schultern zu verteilen. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die Notdienstringe organisieren. Schließen Sie sich diesen bereits bestehenden Ringen an. Andernfalls werden wir die (kostenpflichtige) Organisation übernehmen müssen."

23.11.2021: Aquakulturen fördern ebenfalls Überfischung

Der Handel von Fischen aus Aquakulturen trägt entgegen der bisherigen allgemeinen Annahme zur weiteren Überfischung der Meere bei. Denn laut einem Bericht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und Changing Markets besteht das Futter für die Zuchtfische zu einem erheblichen Teil aus Wildfischen, die als Beifang verarbeitet werden. Die großen Lebensmittelketten wie Aldi, Edeka und Lidl verkaufen vermeintlich ökologischen Fisch aus Aquakulturen. Doch diese schädigen die marinen Ökosysteme und die Lebensgrundlagen der Menschen, indem fast 20 Prozent des weltweiten Fischfangs zu Fischmehl und -öl verarbeitet werden. Es gibt bereits nachhaltige Alternativen wie pflanzliche Futtermittel für Zuchtfische, die die Meere nicht zusätzlich belasten und die Überfischung zu verringern, wie der Bundesgeschäftsführer der DUH, Sascha Müller- Kraenner, erklärt. „Aquakultur ist keine
umweltschonendere Alternative zur Fischerei, solange die Zuchtfische mit Wildfisch gefüttert werden." Er forderte die Groß- und Einzelhändler inklusive der bekannten Supermarktketten auf, keinen Fisch aus Aquakultur mehr zu verkaufen, der mit Wildfisch gefüttert wurde. Um das zu gewährleisten, müssen die Unternehmen ihre Lieferketten transparent und nachhaltig gestalten. "Europas Lebensmittelhändler machen es Verbraucherinnen und Verbrauchern fast unmöglich, auf einem Produkt aus Fischzucht zu erkennen, ob Wildfisch im Futtermittel enthalten war. Die Produkte müssen endlich eindeutig gekennzeichnet sein. Zusätzlich sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auch ihren Konsum überdenken, Fisch bewusst genießen und auf umweltfreundlichere Fischarten ausweichen - es gibt unzählige leckere Karpfen- und Muschelrezepte", ergänzt Katharina Fietz, Referentin für Meeresnaturschutz bei der DUH.

23.11.2021: ASP-Schwarzwildsuche in MVP bislang ohne positive Fälle

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es keine Hinweise auf eine Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Wildschweinpopulation rund um den von ASP betroffenen Betrieb im Landkreis Rostock. Das ist das Ergebnis einer intensiven Suche am Wochenende in diesem Gebiet, bei denen Suchhunde und eine mit Spezialtechnik ausgestattete Drohne zum Einsatz kamen. „Damit gehen wir davon aus, dass wir es nach wie vor mit einem Punkteintrag zu tun haben. Für den betroffenen Betrieb ist dies eine dramatische Situation. Für uns als Land bzw. für die Branche insgesamt ist die aktuelle Konstellation aber ein Silberstreif am Horizont“, fasste Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die aktuelle ASP-Situation in
Mecklenburg-Vorpommern zusammen. „Dass wir bislang keine Nachweise bei Wildschweinen haben, ist für mich ein Zeichen dafür, dass unsere bisher getroffenen Maßnahmen im Bereich Forst und Jagd sowie im Veterinärwesen Wirkung entfalten", so Backhaus weiter. Zur Eintragsquelle gibt es aktuell noch kein abschließendes Ergebnis: „Was wir inzwischen wissen, ist, dass die hierzulande aufgetretene Virusvariante der Variante entspricht, die unter anderem im Norden Brandenburgs bzw. in Westpolen vorkommt. Der umfassende epidemiologische Bericht des Friedrich-Loeffler-Instituts steht derzeit noch aus, wird aber zeitnah erwartet.“ Auch werde noch geprüft, inwieweit menschliches Handeln für eine Einschleppung verantwortlich ist.

Tierseuchenkrisenfall in Niedersachsen festgelegt

22.11.2021

Die Geflügelpest verbreitet sich auch in diesem Jahr in Niedersachsen massiv. Das Land ist mit rund 106,6 Millionen Stück Geflügel in 53.650 Beständen das mit der höchsten Besatzdichte und damit auch sehr gefährdet. Nachdem die hochansteckende Aviäre Influenza in den letzten Wochen bereits mehrfach bei Wildvögeln und Nutzgeflügel nachgewiesen werden konnte, hat Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast den Krisenfall in
ihrem Land festgestellt. „Wir nehmen leider eine noch größere Dynamik als 2020 wahr. Deshalb habe ich den Tierseuchenkrisenfall für Niedersachsen festgestellt, die Aktivierung des Tierseuchenkrisenzentrums in meinem Ministerium und die Errichtung des Krisenkoordinierungsstabes beim LAVES angeordnet“, erklärte die Ministerin. Zudem haben bereits viele Landkreise ein Aufstallungsgebot für Freilandgeflügel erlassen.

22.11.2021: Immunokastration gute Alternative zur chirurgischen Kastration

Seit Beginn des Jahres ist die betäubungslose Kastration von männlichen Ferkeln in Deutschland verboten. Den Ferkelerzeugern stehen neben der chirurgischen Kastration unter Narkose und der Jungebermast auch die Immunokastration (Impfung gegen Ebergeruch) als Alternative zur Verfügung. Zur Verhinderung des Geschlechtsgeruchs müssen die Tiere zweimal geimpft werden. Landwirt Sebastian Rauße aus Münster hat sich für die Immunokastration entschieden und durchweg gute Erfahrungen gemacht, über die er auf einer Online-Veranstaltung von Topigs Norsvin und Zoetis in der vergangenen Woche berichtete. Die erste Improvac-Impfung erhalten Raußes Schweine mit einem Lebendgewicht ca. 50 kg, die zweite mit etwa 90-95 kg.
Nach der zweiten Impfung kann der Landwirt anhand des Verhaltens der Tiere die Wirksamkeit der Vakzination feststellen. „Sind die Tiere auffällig unruhig, kann das ein Zeichen für eine unwirksame Impfung sein“, so Rauße. Diese Tiere markiert er zunächst und beobachtet sie weiter. Verändert sich das unruhige Verhalten nicht, lässt er die Eber eventuell nachimpfen. Der Schlachthof, bei dem Rauße seine Schweine vermarktet, hat bislang noch kein Tier abgelehnt. Der Landwirt ist mit seiner Entscheidung zufrieden, denn neben einem geringerem Futterverbrauch der Schweine fällt auch weniger Gülle an. „Ich spare knapp 200 g Futter pro kg Zuwachs gegenüber der Mast von Börgen. Das sind knapp 18 kg Futter, die ich aktuell einspare“, freut sich der Landwirt.

22.11.2021: Entschädigungszahlung für Wild aus ASP-Restriktionszone

Anfang vergangener Woche gab es den ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Mecklenburg-Vorpommern. Betroffen ist ein Betrieb mit ca. 4.000 Mastschweinen in Lalendorf bei Güstrow. Alle Tiere sind inzwischen getötet worden. Gleichzeitig hat auch die Zeit der herbstlichen Drückjagden im Land begonnen, die Agrarminister Dr. Till Backhaus auch wie geplant durchführen lassen möchte. Denn gerade jetzt ist es besonders wichtig, den Wildbestand deutlich zu reduzieren, um die Übertragungsmöglichkeiten zu verringern. Da das in der ASP-Restriktionszone erlegte Wild nicht verwertet werden darf, zahlt das Land den Jagdausübungsberechtigten eine entsprechende Entschädigung. „Es ist wichtig, dass wir im Umkreis des betroffenen Betriebes sicherstellen, dass die ASP nicht in die Schwarzwildpopulation eingetragen wird. Wir müssen die herbstlichen Drückjagden nutzen, um die
Schwarzwildpopulation weiter abzusenken und damit das Übertragungsrisiko zu minimieren. Gleichzeitig können wir im großen Stil Proben nehmen, um zu kontrollieren, ob möglicherweise der Virus bereits in die Wildschweinbestände eingetragen wurde. Da den Jagdausübungsberechtigten jedoch wertvolles Wildbret verloren geht, werden wir ihnen pro erlegtem und beprobtem Stück 100 Euro zahlen“, erklärt Agrarminister Dr. Till Backhaus. „Da ich selbst Jäger bin, weiß ich, wie schwer es fällt, Wild zu jagen, ohne es verwerten zu können. Daher bedanke ich mich sehr bei der Jägerschaft, die seit dem ersten Auftreten der Seuche in Deutschland im vergangenen Jahr hervorragend geholfen hat, damit es nicht zu einem aktiven Geschehen in unserem Land kommt. Dabei haben die Jäger den Wildbestand deutlich reduziert, um die Übertragungsmöglichkeiten zu verringern“, so der Minister abschließend.

19.11.2021: Haustiere unbedingt vor Gefahrenquellen in Innenräumen schützen

In den eigenen vier Wänden passieren mehr Unfälle als an anderen Orten. Laut Statistik verunglücken pro Jahr 2,8 Millionen Personen in ihrem Zuhause. ExpertInnen erklären die hohe Zahl damit, dass sich die Menschen im eigenen Zuhause sicherer fühlen als anderswo und daher auch leichtsinniger sein lässt. Aber auch auf Haustiere lauern im Haushalt zahlreiche Gefahren, wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) mitteilt. Schnell können offen herumliegende Stromkabeln, gekippte Fenster, scharfe oder spitze Gegenstände sowie Feuer und heiße Getränke Verletzungen verursachen. Die größte Gefahr für Hunde und Katzen geht jedoch geht von Giftstoffen aller Art aus. Viele Produkte im Haushalt, wie Reinigungs- und Schädlingsbekämpfungs- sowie Frostschutzmittel für das Auto
enthalten sehr giftige Stoffe. Besonders in der Vorweihnachtszeit sind Hunde und Katzen besonders gefährdet. Denn in Schokolade schlummern Gefahren, die TierhalterInnen vielleicht nicht vermuten. Das in Schokolade enthaltene Theobromin kann für Hunde unter Umständen tödlich sein. Bei Hunden ist eine Dosis von 20 mg Theobromin je Kilo Körpergewicht bereits gesundheitsgefährdend, ab einer Aufnahme von 60 mg je Kilo können lebensbedrohliche Symptome auftreten. Je kleiner der Hund, desto früher ist die tödliche Dosis erreicht. Besonders vorsichtig sollten BesitzerInnen bei Welpen sein, die in den ersten Monaten alles anknabbern. Um es gar nicht erst zu Unfällen im Haushalt kommen zu lassen, braucht es lediglich einige Handgriffe und eine kluge Planung.

19.11.2021: Zulassung für Nutztierfutter aus Insektenmehl erteilt

Als bundesweit erstes Unternehmen hat die PROBENDA GmbH aus dem hessischen Pfungstadt die Zulassung erhalten, Tierfutter auf Basis von Insekten zu produzieren. Ab sofort darf das hessische Start Up Schweine- und Hühnerfutter aus Insektenmehl produzieren. Bereits seit Mitte des laufenden Jahres züchtet das Unternehmen Larven der Schwarzen Soldatenfliege als hochwertige Proteine für Futtermittel. Mit der Zulassung, auch für die Verwendung der Produkte als Nutztierfutter, übernimmt das Unternehmen in Deutschland eine Vorreiterrolle in der jungen Branche. „Mit unseren Produkten bieten wir eine echte Alternative zu den bisher üblichen Proteinquellen, Soja und Fischmehl, im Futtermittelbereich“,
erklärt Luisa Benning, die mit ihrem Mann Christian Benning Anfang 2020 die GmbH gründete. Die Nutzung regionaler Reststoffe ist bei der Insektenzucht ein wichtiger Baustein für die Erreichung einer sinnvollen Kreislaufwirtschaft in der Lebensmittelproduktion. Bis vor zwei Monaten war die Verwendung von Insektenmehlen lediglich zur Fütterung von Fischen erlaubt, bis das EU-Parlament im September 2021 die Erlaubnis für die Verfütterung von Insektenmehl erweiterte. „Mit der Zulassung zeigen wir, dass wir in der Lage sind eine skalierbare Produktion von Nutzinsekten unter höchsten Hygienestandards aufzubauen. Wir sind sehr stolz und freuen uns auf eine vielversprechende Zukunft“, freut sich Christian Benning.

19.11.2021: Zwei bestätigte Geflügelpestfälle in NRW

Im Landkreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen mussten nach zwei bestätigten Ausbrüchen der Geflügelpest über 50.000 Tiere getötet werden. In Delbrück-Westenholz ist ein Betrieb mit 7.400 Puten betroffen. Einen Tag später hat sich leider auch der Verdacht in einer Junghennen-Aufzucht in der gleichen Region bestätigt. Der gesamte Bestand von rund 43.000 Tieren musste ebenfalls getötet werden. Bei beiden Ausbrüchen handelt sich um die hoch ansteckende Aviäre Influenza vom Typ H5, Subtyp H5N1. Zudem wurden Schutzzonen um die betroffenen
Höfe eingerichtet. Innerhalb der Schutzzone dürfen weder Geflügel, Geflügelfleisch, Eier, Futtermittel, Dung und Einstreu aus oder in Bestände verbracht werden. „Die Geflügelhalter in Nordrhein-Westfalen müssen jetzt noch wachsamer sein", appelliert NRW-Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann. „Nur konsequent eingehaltene Biosicherheitsmaßnahmen können Hausgeflügelbestände effektiv vor einer Eintragung des Erregers schützen." Der Staatssekretär empfiehlt eine Einschränkung von Direktverkäufen sowie Transporten von Geflügel.

Einsatz von Desinfektionsmitteln fördert Resistenzen

18.11.2021

Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit zu und stellen ein ernst zu nehmendes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Laut einer Studie der Macquarie University haben Desinfektionsmittel mit Benzalkoniumchlorid (BAC) einen negativen Einfluss auf Antibiotika. Die Forschenden fanden heraus, dass BAC die Wirksamkeit von Antibiotika mindert, indem der Weg in die Bakterienzellen blockiert wird. Außerdem könne besonders bei einer geringen Konzentration des Desinfektionsmittels eine Antibiotika-Resistenz ausgelöst werden, da sich Bakterien, die nicht getötet werden, an das Mittel gewöhnen können, so die WissenschaftlerInnen. Neben Produkten im Gesundheitswesen, in der Lebensmittelsicherheit und der Landwirtschaft findet sich BAC häufig auch in medizinischen Produkten wie Wunddesinfektionsmitteln, antibakteriellen Augen- und Ohrentropfen sowie in antibakteriellen Desinfektionstüchern. Die ForscherInnen raten daher dringend zu einem bedachten Einsatz von Desinfektionsmitteln im Haushalt, um die Resistenzen gegen bestimmte Bakterien nicht weiter zu fördern. Vom 18. bis 24. November 2021 findet die diesjährige Weltwoche
für den verantwortungsvollen Gebrauch von antimikrobiellen Mitteln (World Antimicrobial Awareness Week, WAAW) statt. Unter dem Motto „Bewusstsein schaffen, Resistenzen stoppen“ soll auch in diesem Jahr das Bewusstsein für den umsichtigen Einsatz von antimikrobiellen Mittel gestärkt werden. Zudem sollen vorbildliche Praktiken in der Allgemeinbevölkerung, unter Gesundheitsfachkräften, Landwirten, Tiermedizinern und Politikern gefördert werden, um das weitere Auftreten und die weitere Ausbreitung arzneimittelresistenter Infektionen zu verhindern. In verschiedenen Online-Fortbildungen von VetMAB – Antibiotikaminimierung im Stall – wird praxisnah auf Verbesserungen der Haltungs- und Hygienebedingungen eingegangen, um zu verhindern, dass Tiere erkranken und ggf. antibiotisch behandelt werden müssen. Dadurch möchte VetMAB dazu beitragen, dass der Antibiotikaeinsatz im Stall auf ein Minimum reduziert werden kann. Die Online-Kurse richten sich an bestandsbetreuende TierärztInnen sowie LandwirtInnen und sind ab sofort buchbar.

18.11.2021: NABU vergleicht Umweltbelastungen von Verpackungen

Das Thema Verpackungen von Lebensmitteln wird in der Bevölkerung sehr kontrovers diskutiert. Die Flut an Informationen über die Umweltbelastungen durch die verschiedenen Verpackungen sorgt zudem für eine große Verunsicherung unter den VerbraucherInnen. Um zu mehr Aufklärung beizutragen, hat der NABU die Umweltbelastungen der gängigen Verpackungsalternativen von neun Lebensmitteln untersuchen lassen. Die Ergebnisse, die die Naturschutzorganisation in einer interaktiven Infografik veröffentlicht hat, waren teils sehr überraschend. So kann pauschal gar nicht bestätigt werden, dass eine Papierverpackung besser als die
Kunststoffalternative ist, denn hier spielt auch das Gewicht der Verpackung eine große Rolle. Zudem stellen Einwegglas und Metalle nach wie vor eine hohe Belastung dar, wie die Untersuchung nachweisen konnte. Denn ob ein Verpackungsmaterial weniger umweltbelastend als andere ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab. So fallen neben Transport und Energieverbrauch bei der Herstellung auch Schadstoffemissionen ins Gewicht. NABU fordert Vorgaben von der Politik, damit weniger Verpackungsmaterial von den Unternehmen verwendet wird und neue, verbraucherfreundliche Mehrwegsysteme für Lebensmittel entwickelt werden.

18.11.2021: Prof. Martin Kramer zum Vizepräsident der JLU gewählt

Der langjährige Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin und Leiter der Klinik für Kleintiere an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen, Prof. Martin Kramer, ist am 17.11.2021 in das JLU-Präsidium gewählt worden. Ab dem 22.11.2021 wird Kramer für die kommenden drei Jahre als Vizepräsident das Ressort „Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“ übernehmen und tritt damit in die Fußstapfen von Prof. Peter Kämpfer, der das Amt in den vergangenen zwei Jahren inne hatte. „Ich freue mich sehr auf meine Tätigkeit im JLU-Präsidium und möchte sowohl die gesamte Bandbreite der Forschung an der Universität als auch die Spitzenforschung in den Fokus meiner Arbeit stellen. Die Förderung junger, sehr guter Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler in allen Forschungsbereichen stellt in komplexen Zeiten eine weitere essenzielle Herausforderung für die Universität dar, der ich mich gerne stellen werde“, sagte Prof. Kramer nach seiner Wahl. „Ich bin überzeugt davon, dass Prof. Kramer mit seiner langjährigen Gremienerfahrung sowie seinen Erfahrungen als Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin künftig im Präsidium wertvolle Impulse geben wird. Er kennt die JLU in all seinen Facetten seit Jahrzehnten und hat die erfolgreiche Entwicklung der Universität stets mitbegleitet und mitgestaltet. Ich freue mich, dass wir die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Präsidium in neuer Besetzung fortsetzen können“, gratulierte JLU-Präsident Prof. Mukherjee dem neu gewählten Vizepräsidenten.

18.11.2021: Neue antibakterielle Moleküle machen Hoffnung

Aufgrund der wachsenden Antibiotikaresistenzen weltweit besteht ein großer Bedarf an neuen antibiotischen Wirkstoffen. Nun haben Forscher des Karolinska Instituts, der Universität Umeå und der Universität Bonn eine Gruppe von Molekülen namens THCz identifiziert, die eine antibakterielle Wirkung gegen viele Antibiotika-resistente Bakterien haben. Wie die WissenschaftlerInnen im Journal PNAS schreiben, wirken sie durch die Bindung an das Lipidmolekül "Lipid II", wodurch die Bildung der Bakterien-Zellwand gehemmt wird. Die Moleküle können zudem die Bildung einer schützenden Kapsel verhindern, wie sie beispielsweise Pneumokokken
umgibt. In den Laborexperimenten hatten THCz eine antibakterielle Wirkung gegen viele Antibiotika-resistente Bakterien, wie zum Beispiel Methicillin-resistente Staphylokokken (MRSA), Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) und Penicillin-resistente Pneumokokken (PNSP), aber auch gegen Gonokokken und Mykobakterien. „Der Vorteil von kleinen Molekülen wie diesen ist, dass sie chemisch leichter zu modifizieren sind. Wir hoffen, dass wir THCz so verändern können, dass die antibakterielle Wirkung zunimmt und die negativen Auswirkungen auf menschliche Zellen abnehmen", erklärt Fredrik Almqvist, Professor am Fachbereich Chemie der Universität Umeå.

17.11.2021: Landwirtschaft weltweit Hauptgrund für Entwaldung

Global betrachtet, ist die Landwirtschaft der Hauptgrund für die Entwaldung. Dies geht laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus der Auswertung von Satellitendaten durch 800 Experten hervor, die in der Studie „FRA 2020“ veröffentlicht sind. So sei weltweit mehr als die Hälfte des Waldverlustes auf die Umwandlung von Wald in Ackerland und 40 % auf die
Schaffung von Viehweiden zurückzuführen. Vor allem in Afrika und Asien geht die Abholzung mit der Schaffung von Ackerflächen einher (75 %), während in Südamerika die Entwaldung mehrheitlich für die Schaffung von Viehweiden durchgeführt wird. Nur in Europa dient die Entwaldung hauptsächlich dem Zweck der Städteentwicklung sowie der Schaffung von Infrastruktur.

17.11.2021: Schwedens Corona-Sonderweg hat zur Ausbreitung geführt

Während der ersten Infektionswelle der Corona-Pandemie, als ein europäisches Land nach dem anderen die ersten Lock Downs beschloss, hat sich Schweden mit allgemeinen Beschränkungen zurückgehalten. Unter dem Motto „Wir vertrauen einander. Wir brauchen keine Verbote.“ (Zitat Ministerpräsident Stefan Löfven) hat das Land kaum Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus ergriffen. Der Sonderweg des skandinavischen Landes wurde entsprechend kontrovers diskutiert. Nun konnten internationale Forschende aus Schweden, Norwegen und Australien durch eine aktuelle Studie belegen, dass die schwedische Corona-Strategie dazu geführt hat, dass das Virus in andere Länder getragen wurde. Anhand der Analyse von 71.000
Patientenproben fanden die WissenschaftlerInnen heraus, dass Infektionsketten mit Ursprung in Schweden in mehreren hundert Fällen die Landesgrenzen überschritten haben. „Schweden war im ersten Jahr der Pandemie ein Nettoexporteur des Sars-CoV-2- Virus in unsere nordischen Nachbarländer", sagte John Pettersson von der Universität in Uppsala dem schwedischen TV-Sender SVT. Als Folge des Sonderwegs meldete Schweden extrem hohe Infektionszahlen, was die Entwicklung von Mutationen begünstigte. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schwedens Eindämmungsstrategie einen Einfluss auf die epidemiologische Situation im Land und in der gesamten nordischen Region hatte", heißt es weiter in der Studie.

17.11.2021: BUND fordert faire Rahmenbedingungen für Landwirtschaft

Schweinemäster und Milchhalter in Deutschland befinden sich in einer scheinbar anhaltenden Talfahrt. Die gesetzlichen Neuerungen, aber auch Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest, stellen die TierhalterInnen vor große Herausforderungen. Hinzu kommen die teilweise historisch tiefen Preise für Fleisch und Milch. Um dem nachvollziehbaren Wunsch der Bevölkerung nach mehr Nachhaltigkeit und Tierwohl nachkommen zu können, benötigen die LandwirtInnen aber faire Preise, wie es seitens des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gefordert wird. „Als Umweltverband ist es uns besonders wichtig, dass landwirtschaftliche Betriebe die Umwelt und das Klima schützen. Doch wer von wirtschaftlichen Sorgen gequält wird, hat wenig Kapazitäten, weitere gesellschaftliche Leistungen zu erbringen. Der Druck auf die Bauernhöfe wird zusätzlich durch die sinkenden Prämien aus der EU-Agrarpolitik erhöht. Von der Politik müssen Landwirtinnen und Landwirte erwarten können, dass sie diesen Transformationsprozess begleitet. Ein wichtiger Baustein dafür sind Rahmenbedingungen für faire Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Die Zukunftskommission Landwirtschaft hat in ihrem
Abschlussbericht klare Handlungsaufforderungen an die Politik gestellt. Die neue Bundesregierung hat nun die Aufgabe, sie umzusetzen", erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. Bislang deckten die vom Handel gezahlten Preise nicht mal die Kosten für Haltung und Futter. An Investitionen ist nicht zu denken. Eine vom BUND in Auftrag gegebene Untersuchung hat ergeben, dass eine Mischung aus verschiedenen Instrumenten des Ordnungsrechts, der Marktregulierung und der VerbraucherInneninformation entscheidend für faire Preise ist. Derzeit liegen viele Erzeugerpreise für agrar- und gartenbauliche Produkte unter den Produktionskosten. "Das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft besteht darin, dass die Politik, wenn der Markt versagt, zur Not intervenieren muss. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen zur Verhinderung von Monopolbildung. Zusätzlich muss auch die Landwirtschaft die bisher verfolgte Exportstrategie überdenken. Die Hoffnung, die Produktion zu steigern und die auf dem nationalen Markt überschüssige Ware global für einen guten Preis vertreiben zu können, hat sich in der Praxis bei vielen Produkten nicht bewahrheitet", erläutert Ann-Cathrin Beermann, Autorin der Studie, abschließend.

16.11.2021: Geflügelpestausbruch in niedersächsischer Putenhaltung

In Niedersachsen ist ein weiterer Fall von Geflügelpest in einer Nutzgeflügelhaltung festgestellt worden. Betroffen ist ein Betrieb mit 12.000 Puten im Landkreis Osnabrück, die alle getötet werden müssen. Die gesamte Tierhaltungsanlage muss gereinigt und desinfiziert werden. Zudem wurde eine Sperrzone mit weiteren Hygienemaßnahmen
eingerichtet. Obwohl es innerhalb weniger Tage schon zu mehreren Ausbrüchen in Niedersachsen gekommen ist, wurde bislang keine landesweite Stallpflicht für Geflügel angeordnet, hieß es aus dem Agrarministerium. In den Regionen, in denen besonders viel Nutzgeflügel gehalten wird, dürfen die Tiere nicht nach draußen. Das gilt auch für Tiere aus Hobbyhaltungen.

16.11.2021: Tasmanische Teufel auf australischem Festland ausgewildert

Seit mehr als 3000 Jahre galten die Tasmanischen Teufel auf dem australischen Festland als ausgestorben. Lediglich auf der Insel Tasmanien lebten die kleinen Raubtiere, deren Ohren sich bei Erregung rot färben, noch. Doch auch dort wurde der Bestand durch eine Krebsart stark dezimiert. Um die "Tasmanian Devils" auf dem Festland nach so langer Zeit wieder anzusiedeln, hat die Tierschutzorganisation Aussie Ark ein Jahrzehnt lang knapp 400 Tiere aufgezogen. Für die Zucht haben die Tierschützer ausschließlich Tiere ohne Krankheitszeichen eingesetzt. Nun haben sich die kleinen Raubtiere zum ersten Mal wieder in Freiheit vermehrt. Von den bislang 26 in einem
Reservat nördlich von Sydney ausgewilderten Tieren haben mindestens zwei Weibchen den ersten Nachwuchs bekommen, wie ein Sprecher der Organisation Aussie Ark stolz vermeldete. Die bisher sieben gezählten, winzigen und noch völlig nackten Jungtiere werden weiterhin von den TierschützerInnen genau beobachtet. „Wir hatten immer Vertrauen in unser Programm, aber zu sehen, dass es schon so kurz nach der Freilassung der erwachsenen Teufel so erfolgreich ist, ist toll", erklärte der Aussie-Ark-Sprecher. Das zeige, dass das Projekt funktioniere. In den kommenden zwei Jahren sollen weitere Tasmanische Teufel auf dem Festland ausgewildert werden.

16.11.2021: ASP-Ausbruch in Schweinemastbetrieb im Landkreis Rostock

In einer Schweinemastanlage in Mecklenburg-Vorpommern ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. Betroffen ist ein Schweinemastbetrieb in Lalendorf im Landkreis Rostock mit 4.038 Mastschweinen. Dort waren mehrere Mastschweine verendet. Das nationale Referenzlabor, das
Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), hat inzwischen den ersten Verdacht bestätigt. Nun werden alle Masttiere getötet, der Betrieb gesperrt und die Kontaktbetriebe identifiziert. Alle Schweinehalter sind dringend aufgefordert, die Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten, um einen Viruseintrag in die Betriebe zu verhindern.

16.11.2021: Speziallampen für höheren Vitamin D-Gehalt in der Milch

Als früher die Kühe noch häufiger auf der Weide standen, war der Vitamin D-Gehalt der Milch zumindest in den sonnenreichen Monaten ausreichend. Mit der zunehmenden Stallhaltung und der veränderten Fütterung ist der Vitamin-D-Anteil in der herkömmlichen Kuhmilch auf nahezu Null gesunken. In Hinsicht auf die Knochen- und Zahngesundheit ist die Kalziumverwertung enorm wichtig, diese ist jedoch nur in Verbindung mit Vitamin D möglich. Ein Vitamin D-Mangel beim Menschen wirkt sich aber auch negativ auf das Immunsystem und die Muskelfunktionen aus. Um die Vitamin D3-
Produktion bei Milchkühen im Stall anzuregen, hat ein Unternehmen Speziallampen entwickelt, die das Licht der Sonne nachempfinden sollen, wie der Hersteller verspricht. Die Firma Milchkristalle, die die patentierte Vitamin-D3-Milch herstellt und auch mit den Speziallampen handelt, garantiert den teilnehmenden Bauern einen Milchpreis von 55 Cent pro Liter. Bislang haben sich jedoch erst vier Landwirte in Bayern und Österreich dazu entschieden, was an den Investitionskosten liegen könnte. So muss ein Milchbauer mit 70 Kühen etwa 3.500 Euro in das Projekt investieren.

15.11.2021: TV-Tipp: Kampf ums Ackerland

Die „Story im Ersten“ handelt vom Kampf der LandwirtInnen um ihre wirtschaftliche Existenz. Das Höfe-Sterben in vielen Teilen Deutschlands nimmt immer dramatischere Formen an, besonders die kleineren Betriebe stehen vor der Aufgabe. Einer der Gründe dafür sind die stark und die Schwierigkeit, Land zu erwerben. Dies liegt u.a. an Investoren, die Ackerland als attraktive Kapitalanlage betrachten. Die AutorInnen Boris Quatram
und Marie von Mallinckrodt erklären in ihrem Film, wo die Fehler im System liegen und wie sich Lösungen gestalten könnten. Am Beispiel von Initiativen und genossenschaftlichen Projekten in verschiedenen Regionen zeigt der Film auch Wege aus dem Strukturwandel auf. Die Story im Ersten wird am heutigen Montag um 22.50 Uhr in der ARD ausgestrahlt. Die Sendung ist danach noch weitere zwölf Monate lang in der ARD Mediathek verfügbar.

Igel regional vermehrt mit Diphtherie-Erreger infiziert

15.11.2021

Laut einer aktuellen Studie von Forschenden der belgischen Universität Gent unter der Beteiligung des das Hessischen Landeslabors sind Igel regional häufig mit Corynebacterium (C.) ulcerans infiziert. Dieses Bakterium ist ein enger Verwandter des menschlichen Diphtherie-Erregers und potentiell lebensbedrohlich. Bereits vor zwei Jahren konnten WissenschaftlerInnen in Studien einzelne Nachweise von C. ulcerans bei Igeln belegen. Die belgische Studie jedoch zeigte regional äußerst hohe Fallzahlen auf, wobei die Toxin-tragenden Varianten überwogen. Das Risiko, dass sich Menschen beim Umgang mit infizierten Igeln anstecken, wird als recht hoch eingeschätzt. Daher empfehlen ExpertInnen einen ausreichenden Impfschutz sowie die richtige Hygiene bei der Behandlung und Pflege
von Igeln. Zudem sollten Personenkreise, die in die Arbeit mit Igeln involviert sind, für diese Infektionsgefahr sensibilisiert werden. Das gilt auch für TierärztInnen, in deren Praxis häufig Igel gebracht werden. Um den Erreger nicht weiter zu verbreiten, sind Maßnahmen wie das Tragen von geeigneten Handschuhen sowie eine gründliche Desinfektion dringend anzuraten. Auch Bisse der Tiere sollten nicht unterschätzt werden. Der Einsteigerkurs Igel auf Myvetlearn.de bietet TierärztInnen und Tierärzten eine umfassende Online-Fortbildung über den vermutlich am häufigsten in der Praxis vorgestellten Wildsäuger. Für die erfolgreiche Teilnahme an der Online-Fortbildung erhalten die TeilnehmerInnen 5 ATF-Stunden, ein Einstieg in den Kurs ist jederzeit möglich.

15.11.2021: Elektronische Nase soll Corona-Infektionen erkennen

Ein Team von WissenschaftlerInnen um Dr. Sybelle Goedicke-Fritz an der Universität des Saarlandes arbeitet derzeit an einer Methode, mit der eine Corona-Infektion elektronisch erschnüffelt werden kann. Dazu plant die Forscherin, einer elektronischen Nase – einem Gerät ähnlich einem Walkie-Talkie, das mit sensiblen Geruchs-Sensoren ausgestattet ist – beizubringen, Corona zu identifizieren und dann zu warnen. „Die Erfahrung, dass kranke Menschen anders riechen, hat wohl jeder schon gemacht. Und auch in der Medizin wird der Geruch schon seit langem in die Diagnostik mit einbezogen. Schon im antiken Griechenland nutzte Hippokrates den Geruchssinn, um Krankheiten zu erkennen“, erläutert Goedicke-Fritz. „Bei jeder Infektion entsteht eine charakteristische Entzündungsreaktion, die dazu führt, dass Geruchsstoffe gebildet werden. Es handelt sich dabei um flüchtige organische Substanzen, die zum Beispiel ausgeatmet werden oder mit dem Schweiß austreten“, so die Forscherin. Die Else Kröner- Fresenius-Stiftung hat das Potenzial dieser Methode erkannt und der Universität die Förderung des Projekts
in Höhe von 220.000 Euro zugesagt. Auf diese Weise könnten Infektionen mit SARS-CoV-2 auch bei symptomlosen Personen erkannt werden. Bei diesem Verfahren müssten die Getesteten noch nicht einmal berührt werden, was gerade auch bei Kindern von Vorteil wäre. Auch in Hinblick auf das mögliche Auftreten von aggressiveren Mutationen oder neuen Erregern wäre diese Methode von Vorteil. Auf die Geruchserkennung von Corona-Infizierten setzt auch Professor Holger Volk von der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover. Er zeigt in eine Studie, dass trainierte Spürhunde in der Lage sind, anhand von Speichelproben Infektionen mit SARS-CoV-2 beim Menschen zu identifizieren. Das Erstaunliche: Die Ausbildung motivierter Hunde dauert nur rund eine Woche, wobei die mittlere Detektionsrate bei 94 Prozent liegt, mit einer Sensitivität von 83% und einer Spezifität von 96%. Was das für die Praxis der Pandemie-Bekämpfung und die Rückkehr zur Normalität bedeutet und wie solche Hunde eingesetzt werden können bzw. in anderen Ländern bereits werden, verrät Dr. Holger Volk Vetion.de in einem Interview.

15.11.2021: Schweiz will bei Aufhebung des Tiermehlverbots nachziehen

Nachdem die Europäische Union die Verfütterung von Tiermehlen im August 2021 wieder erlaubt hat, plant die Schweiz ebenfalls die Aufhebung des Verbots. Vor knapp zwanzig Jahren war die Verarbeitung von tierischem Protein in Futtermitteln untersagt worden, nachdem verunreinigte Tiermehl bei zahlreichen Rindern die Bovine spongiforme
Enzephalopathie (BSE) ausgelöst hatte. EU-weit ist die Verwendung von verarbeitetem tierischen Protein von Schweinen in Geflügelfutter und umgekehrt von Geflügel in Schweinefutter wieder erlaubt. Der Schweizer Bundesrat empfiehlt eine entsprechende Motion von Nationalrätin Martina Munz zur Annahme, als nächstes wird dann der Nationalrat über den Antrag entscheiden.

15.11.2021: Impfstoff gegen Geflügelpest gefordert

Kaum ist der letzte Seuchenzug der Geflügelpest vorbei, scheint der nächste nahezu nahtlos gestartet zu sein. In den vergangenen Wochen wurden bereits zahlreiche positive Nachweise des hochpathogenen Influenzavirus in Geflügelhaltungen in Niedersachsen, Mecklenburg- Vorpommern und Brandenburg gemeldet, was Tötungen von Tausenden Tieren zur Folge hatte. Nachdem im Winter 2020 und Frühjahr 2021 etwa 150 Betriebe von der Geflügelpest betroffen waren, scheint die Vogelgrippe endemisch zu werden und in der heimischen Wildvogelpopulation zu zirkulieren, wie Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, befürchtet. Die Geflügelwirtschaft hofft daher auf
die schnelle Entwicklung eines Impfstoffs, denn es bahnt sich an, dass die Geflügelpest zu einem ganzjährigen Problem wird. „Die Branche hat sich kaum von den Auswirkungen des letzten Seuchenzugs erholt. Wir brauchen so schnell wie möglich einen Marker-Impfstoff, um da rauszukommen“, so der Appell des Verbandspräsidenten. Sogenannte Marker-Impfstoffe ermöglichen die Unterscheidung von geimpften und infizierten Tieren. Jedoch ist noch nicht klar, wann entsprechende Impfstoffe einsatzfähig sind. Ripke fordert mehr Fördermittel für die Forschung sowie eine Anpassung der EU- Vorgaben, damit Fleisch von geimpften Tieren überhaupt gehandelt werden darf, wie es beispielsweise in Südamerika, Afrika und Asien längst der Fall sei.

12.11.2021: Der Igel als Patient in der Tierarztpraxis

Mit Beginn des Novembers begeben sich zahlreiche Igel in ihre Nester, um bis zum nächsten Frühling Winterschlaf zu halten. Es passiert aber nicht selten, dass besorgte MitbürgerInnen scheinbar geschwächte oder kranke Igel in die Tierarztpraxis bringen. Um TierärztInnen auf die Diagnostik und Behandlung des Wildtieres vorzubereiten, hat der Verein Pro Igel e.V. das Fachbuch „Igel in der Tierarztpraxis“ herausgegeben, das seit September 2021 in der bereits 8. und frisch aktualisierten Auflage erhältlich ist. Der Verein stellt sein gesamtes Fachwissen zu Igeln mit zahlreichen Tabellen zu Behandlung und Medikation auf seiner Internetseite zudem als PDF zur Verfügung. Der Einsteigerkurs Igel auf Myvetlearn.de befasst sich
als E-Learningkurs für TierärztInnen mit dem Igel als Patient in der Kleintierpraxis. Hier erfahren die KursteilnehmerInnen mehr über die Besonderheiten des vermutlich am häufigsten in der Praxis vorgestellten Wildsäugers, um ihm in Behandlung und Diagnostik gerecht werden zu können. Der zweite Kursteil widmet sich anhand von Fallbeispielen der Diagnostik und Therapie von internistischen und chirurgischen Problemen sowie Infektionskrankheiten (Parasitosen, Zoonosen). Bestandteil dieses Kursteils sind auch zur Verfügung stehende Arzneimittel sowie entsprechende Dosierungsempfehlungen. Für die erfolgreiche Teilnahme an der Online-Fortbildung erhalten die TeilnehmerInnen 5 ATF-Stunden, ein Einstieg in den Kurs ist jederzeit möglich.

12.11.2021: Weitere Geflügelpest-Fälle in Niedersachsen

In Niedersachsen ist in zwei weiteren Nutzgeflügelhaltungen die Geflügelpest festgestellt worden. In beiden Fällen handelt es sich um Putenhaltungen. Im Kreis Nienburg ist ein Betrieb mit 9.900 Puten betroffen. Nicht weit von der letzten gemeldeten Ausbruchsstelle im Kreis Cloppenburg liegt die zweite Putenhaltung,
bei der das aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5 (HPAIV H5) nachgewiesen wurde. Alle Tiere der beiden betroffenen Betriebe wurden getötet. TierärztInnen finden Online-Fortbildungen zur Geflügelpest sowie zu anderen Erkrankungen des Geflügels unter www.vetmedica-elearning.de.

12.11.2021: Klimawandel verändert Körperproportionen von Vögeln

Der globale Klimawandel hat auch bei Vögeln im Amazonas- Regenwald zu biologischen Anpassungen geführt. Das haben Forschende um Vitek Jirinec von der Louisiana State University in einer aktuellen Studie belegen können. Die WissenschaftlerInnen haben Daten von 14.000 Vögeln aus 77 verschiedenen, im Amazonas beheimateten Vogelarten, die in den vergangenen 40 Jahren gesammelt worden waren, hinsichtlich Körpergröße, Masse und Flügellänge der Tiere analysiert. Demnach hat sich die Körpermasse der Amazonas-Vögel durchschnittlich um 1,8 Prozent verringert. „Ein Drittel der Spezies entwickelte in dieser Zeit zudem längere Flügel, so dass sich das Verhältnis von Masse zu Flügellänge veränderte", berichten die Forschenden. Wie die WissenschaftlerInnen im Fachmagazin "Science Advances" erläutern, konnte dieser
Formwandel auch bei anderen Tierarten beobachtet werden. Da diese Veränderungen sowohl bei Insektenfressern als auch bei Früchtefressern zu sehen waren, gehen die Forscher davon aus, dass der Rückgang der Körpermasse nicht im Zusammenhang mit dem Nahrungsangebot steht. „Die Körperproportionen haben sich in Richtung auf eine effizienteren Flug und eine geringere metabolische Wärmeproduktion verlagert", schreiben die AutorInnen der Studie. Das passe zu den Anpassungen an erhöhte thermische Belastungen und eine Veränderung der Umwelt. „Sowohl saisonale als auch langfristige morphologische Verschiebungen legen eine Reaktion auf den Klimawandel nahe und unterstreichen damit dessen tiefgreifende Auswirkungen – selbst im Herzen des größten Regenwalds der Erde", konstatiert Jirinec.

11.11.2021: Geflügelpest in Entenhaltung in Niedersachsen ausgebrochen

Bei einem Nutzgeflügelbetrieb mit etwa 39.000 Enten im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen ist die Geflügelpest vom Subtyp H5 (HPAIV H5) nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler- Institut (FLI) als Referenzlabor hat den Verdacht bestätigt, woraufhin alle Tiere der betroffenen Entenhaltung getötet werden mussten, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium mitteilt. Um den Betrieb wurden Sperr- und Beobachtungszonen
eingerichtet. Seit dem heutigen Donnerstag (11.11.2021) gilt im gesamten Landkreis einen Stallpflicht. Zudem werden weitere Tiere in nahegelegenen Ställen auf das Virus untersucht. Agrarheute hält alle aktuellen Geflügelpestfälle in Deutschland sowie in europäischen Nachbarländern chronologisch fest. TierärztInnen finden Online-Fortbildungen zur Geflügelpest sowie zu anderen Erkrankungen des Geflügels unter www.vetmedica-elearning.de.

11.11.2021: Massentierhaltung fördert Pandemien

Seit fast 20 Monaten hält das Corona-Virus SARS-CoV-2 die Welt in Atem. Noch immer ist auch nicht geklärt, woher das hochansteckene Virus letztendlich stammt. ExpertInnen, wie auch der deutsche Virologe Christian Drosten, halten die These für sehr wahrscheinlich, dass das Virus von Wildtieren über einen Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen ist. Gegenüber der Wochenzeitung DIE ZEIT äußerte Drosten sich besorgt über die moderne Massentierhaltung. „Die Tierhaltung bietet ideale Bedingungen für ein Virus, um sich an den Menschen
anzupassen", so der Virologe. Neben Kamelen, die Träger des MERS- Virus sind, sowie Marderhunden als Wirt für das Sars-Virus, befürchtet Drosten, dass sich die europäische Intensivhaltung von Schweinen zu einer weiteren potenziellen Brutstätte für neue Erreger entwickeln könnte. Die stetig wachsende Weltbevölkerung und der steigende Bedarf an Fleisch befeuert laut Drosten auch das Risiko für künftige Pandemien. Besonders besorgniserregend seien Regionen mit großer Wildtier- Diversität, wie afrikanische Länder, die zunehmend industrialisiert werden.

11.11.2021: Qualzuchten im Fokus des Tier&Recht-Tags 2021

Bereits zum sechsten Mal findet der Tier&Recht-Tag statt. Im Jahr 2016 hat die Tierschutzombudsstelle Wien diese juristische Fachtagung als Beitrag zur Weiterentwicklung des rechtlichen Tierschutzes ausgerufen. In diesem Jahr widmet sich der Tier&Recht- Tag allgegenwärtigen tierquälerischen Züchtungen bei Heim- und landwirtschaftlich genutzten Tieren. Am 2. Dezember 2021, von 9-15 Uhr, geht es in verschiedenen Vorträgen um den Status quo und die rechtlichen Möglichkeiten von Qualzuchten sowie die aktuellen Entwicklungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Unter anderem stellt Diana Plange das neue Qualzucht-Evidenz Netzwerk (QUEN) vor. Der Tier&Recht-Tag wird coronabedingt über das Videokonferenz-Tool Webex veranstaltet. Nähere Details sowie eine Anleitung für den
Einstieg zur Online-Tagung werden nach erfolgter Anmeldung übermittelt. Die Teilnahme am Tier&Recht-Tag 2021 steht jedem offen und ist kostenlos! Bis zum 17. November 2021 bietet auch Myvetlearn.de zwei ATF-anerkannte Online-Seminare zum Thema Qualzucht für Tierärztinnen und Tierärzte an. Ein Online-Seminar richtet sich dabei vor allem an KollegInnen aus dem öffentlichen Dienst. In dem zweiten Online-Seminar, das sich eher an TierärztInnen in der kurativen Praxis richtet, wird vorgestellt, was die Tierärzteschaft auf nationaler und internationaler Ebene bisher bewegt hat und was jeder einzelne in der Praxis tun kann, um Qualzuchten zu verhindern. Beide Online- Seminare können einzeln oder zu einem rabattierten Einzelpreis gemeinsam gebucht werden.

11.11.2021: Eutererkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln

Die Eutergesundheit in der Milchkuhhaltung ist abhängig von zahlreichen Faktoren. Neben Fruchtbarkeitsstörungen verursachen Eutererkrankungen die größten wirtschaftlichen Schäden. Sie setzen sich zusammen aus der sogenannten Sperrmilch, reduzierten Leistungen und tierärztliche Behandlungen. Anhand von Eutergesundheitskennzahlen, die seit einiger Zeit fester Bestandteil im Bericht der Milchleistungsprüfung (MLP) sind, kann regelmäßig überprüft werden, wie hoch der Anteil eutergesunder Tiere in der Herde ist. Die Zahlen zeigen auch die Neuinfektionsrate in der Laktation, die Neuinfektions- und Heilungsrate in der Trockenstehzeit, die Erstlaktierendenmastitisrate sowie den Anteil der chronisch euterkranken Tiere mit schlechten Heilungsaussichten. Mit den Kennzahlen kann der Landwirt sich anbahnende Eutererkrankungen frühzeitig erkennen und die möglichen Ursachen herausfinden.
Milcherzeuger sollten zudem regelmäßig Arbeitsabläufe kritisch hinterfragen und überprüfen. Beispielsweise gibt die Sauberkeit der Tiere Hinweise darauf, wie gut Liegeboxen gepflegt und Laufgänge sauber gehalten werden. Eine Kontrolle der Zitzensauberkeit vor dem Ansetzen der Melkgeschirre zeigt, wie gut die Reinigung funktioniert hat. Die Zitzenkondition gibt Hinweise auf mögliche Probleme im Melkprozess. Auf Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte mit dem E-Learningkurs VetMAB - Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung zum Thema Mastitis online fortbilden. Der Praxiskurs Mastitis befasst sich mit den häufigsten und bedeutendsten Eutererkrankungen, ihrer Ätiologie, der Klinik sowie ihrer Behandlung. Ziel des Fortbildung ist die Vermittlung einer fachgerechten Therapie inkl. Handlungsoptionen, die die Prävalenz von Eutererkrankungen und somit auch den Einsatz von Antibiotika senken können.

10.11.2021: Tierheime klagen über zu viele Katzen

Aktuell kommt es in verschiedenen Regionen Deutschlands zu regelrechten Katzenschwemmen. Vornehmlich Jungtiere werden in großer Zahl in Tierheimen abgegeben, wie der Deutsche Tierschutzbund berichtet. Was ExpertInnen schon vor Monaten vorhergesehen haben, ist nun zur traurigen Realität geworden. Als einen Grund für die hohe Zahl abgegebener Tiere sehen die TierschützerInnen die Corona-Pandemie und der damit einhergegangenen Sehnsucht nach einem tierischen Begleiter. Als Folge des Lockdowns gab es einen regelrechten Haustierboom in Deutschland. Nun, mit der allmählichen Rückkehr zur Normalität, werden viele Menschen ihrer Tiere, besonders der Katzen, überdrüssig. Der Boom hat aber auch für eine angespannte Terminlage und damit zu geringeren Kastrations-Kapazitäten in den meisten Tierarztpraxen geführt. „Es gibt immer mehr Straßenkatzen, die entlaufen sind, zurückgelassen oder ausgesetzt wurden und sich
unkontrolliert vermehren. Die Lage hat sich teilweise dramatisch zugespitzt und bringt Leid für die Katzen sowie große Herausforderungen für die Tierheime mit sich“, erklärt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Gerlach appelliert an alle Katzenhalter, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und eigene Tiere – egal ob Kater oder weibliche Katze – kastrieren zu lassen, wenn diese Freigang nach draußen haben. Zudem weist die Tierschützerin auch auf die Notwendigkeit hin, die Katzen kennzeichnen und registrieren zu lassen. Der Deutsche Tierschutzbund mahnt die Kommunen an, Katzenschutzverordnungen mit einer Pflicht zur Kastration von Freigängerkatzen und einer ergänzten Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht einzuführen und durchzusetzen. Nur so ließe sich die unkontrollierte Vermehrung vermeiden und die Katzen ihren Besitzern eindeutig zuordnen.

Ortsüblichen Landlärm als Kulturgut schützen

10.11.2021

Ob ein krähender Hahn, Kuhglocken oder meckernde Ziegen oder Schafe – alles Geräusche, die das Leben auf dem Land ausmachen. Doch immer mehr Menschen, die im ländlichen Umfeld wohnen bzw. aufs Land gezogen sind, fühlen sich scheinbar gestört von den typischen Geräuschen und beschäftigen unzählige Gerichte mit ihren Klageschriften. Damit sich Amtsgerichte, Landgerichte und sogar Oberlandesgerichte mit weitaus wichtigeren Dingen befassen können, setzt sich eine Online- Petition nun dafür ein, die „Ortsüblichen Emissionen des Landlebens als kulturelles Erbe zu schützen.“ Noch bis zum 31. Dezember 2021
werden Unterschriften für die „Landgeräusche“ gesammelt. In Frankreich wurde das „sinnliche Erbe der Landschaft“ bereits unter Schutz gestellt. Dies beinhaltet alle typischen Geräusche und Gerüche ländlicher Gebiete. Auch hierzulande sollte die private Nutztierhaltung als schützenswertes Kulturgut per Gesetz geschützt werden. Dies würde auch zur Existenzerhaltung von innerörtlichen, landwirtschaftlichen Kleinbetriebe beitragen. Nur mit klaren rechtlichen Vorgaben kann der dörfliche Charakter und Charme alter Ortskerne sowie ländlicher Gebiete erhalten bleiben, sind die Initiatoren der Initiative überzeugt.

10.11.2021: Elanco unterstützt Krisenbewältigung von Praxisteams

Die vor drei Monaten ins Leben gerufene Kampagne Elanco4Vets zur Unterstützung von TierärztInnen in emotionalen Krisensituationen wird ab sofort auf das gesamte Praxisteam ausgeweitet. Im tierärztlichen Beruf kommt es nicht selten vor, dass zu viel Stress und eine hohe Arbeitsbelastung bei TierärztInnen und Tiermedizinischen Fachangestellten zu physischen und psychischen Krisen führen. Zusammen mit dem Online-Portal für psychologische Beratung mentavio.com möchte Elanco Deutschland einen Beitrag zur Aufklärung und Prävention von solchen Krisen sowie zur Stärkung der Stress-Resilienz leisten. Neben TierärztInnen haben nun
auch Tiermedizinische Fachangestellte die Möglichkeit, Beratungsstunden in Anspruch zu nehmen und ein kostenfreies Online- Beratungsgespräch mit ausgewählten TherapeutInnen zu vereinbaren. Unter Eingabe des Codes ELANCO4VETS kann das ganze Praxisteam direkt einen Kontakt zu einer Beraterin oder einem Berater herstellen. Ziel der Elanco4Vets Kampagne ist es, eine nachhaltige und praktische Unterstützung für belastende Situationen zu schaffen, mit denen sich das ganze Team einer Tierarztpraxis häufig auseinandersetzen muss, aber gleichzeitig auch mehr Aufmerksamkeit auf dieses hochsensible Thema zu lenken.

09.11.2021: Erneut Geflügelpest Ausbruch in MVP

Erneut ist bei Nutzgeflügel in Mecklenburg-Vorpommern die Geflügelpest vom Typ H5N1 nachgewiesen worden. Betroffen war eine private Kleinsthaltung mit 17 Hühnern, 28 Enten und 2 Gänsen in der Gemeinde Hohenkirchen im Landkreis Nord­west­mecklenburg. Die entsprechenden Maßnahmen sind vom zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt eingeleitet worden. Aus diesem Anlass wies Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus noch einmal auf die Notwendigkeit hin, die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umzusetzen, um den Eintrag
des Virus, das u.a. durch Wildvögel verbreitet wird, zu verhindern. Es ist davon auszugehen, dass das Geflügelpestgeschehen mit der bevorstehenden kalten Jahreszeit weiter an Fahrt aufnehmen wird. Im Verdachtsfall müsse umgehend das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt informiert werden. Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft rät Backhaus den Geflügelhaltern, zur Schlachtung anstehende Bestände möglichst schon jetzt zu schlachten. „Die Partner der Be­triebe und ihre Kunden könnten sich frühzeitig mit Geflügel für die Feiertage eindecken. So lassen sich drohende finanzielle Einbußen abwenden.“

09.11.2021: BfT wirbt für EHV-Impfung auch bei Nicht-Turnierpferden

Im Winter sind im Allgemeinen mehr Herpesvirusinfektionen bei Pferden zu beobachten als in den wärmeren Jahreszeiten. Daher sollte gerade jetzt nochmal über eine Bestandsimpfung der Pferde gegen den Herpesvirussubtyp EHV1 nachgedacht werden. Denn Infektionen mit EHV1 können zu Atemwegserkrankungen, Aborten und schweren neurologischen Störungen führen. Aufgrund der möglichen Schwere der Erkrankung haben verschiedene Sport- und Zuchtverbände sowie die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) eine verpflichtende Impfung für Turnierpferde ab dem 01.01.2023 beschlossen. Auch die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt die EHV-Impfung bereits seit vielen Jahren. Ziel dieser Impfung ist es auch, die Menge zirkulierender Herpesviren durch infizierte Pferde spürbar zu reduzieren.
Denn geimpfte Tiere scheiden weniger Viren aus. Wichtig für den Erfolg der Impfung ist, dass möglichst alle Tiere eines Bestands geimpft werden. Nur einzelne Tiere eines Bestands zu impfen, führt nicht zum angestrebten Impferfolg. Nur durch eine breite Impfabdeckung lassen sich Infektionsketten unterbrechen und das Krankheitsübertragungsrisiko minimieren. Hinzu kommt bei Herpesviren, dass ein einmal infiziertes Pferd lebenslanger Virusträger bleibt. Besonders unter Stress, verursacht etwa durch Stallwechsel, Turnierstarts oder Erkrankungen, kann es zu einer Reaktivierung des Virus im Pferdekörper kommen. Massiv ausgeschiedene Erreger stellen eine Infektionsquelle für andere Pferde dar. Für einen ausreichend hohen Impfschutz müssen die Pferde nach der Grundimmunisierung halbjährlich geboostert werden.

09.11.2021: Viel Lob für bpt-Kongress 2021

Bereits zum zweiten Mal nach 2020 hat der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) seinen Jahreskongress in rein digitaler Form durchgeführt. Und auch in diesem Jahr gab es viel positive Resonanz seitens der TeilnehmerInnen. „Mit insgesamt 1.716 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war unser diesjähriger Kongress zwar nicht so phänomenal gut besucht wie unsere Digitalpremiere im vergangenen Jahr, doch war das Feedback der Besucher wieder durchweg von Lob und Anerkennung geprägt“, freut sich bpt- Präsident Dr. Siegfried Moder. Neben zahlreichen Fortbildungsangeboten konnten sich die teilnehmenden TierärztInnen zu aktuellen berufspolitischen Themen informieren. So ging es unter anderem um das Ergebnis der Bundestagswahl und der Bedeutung für die Tierärzte sowie um Lösungsstrategien zur Sicherstellung eines flächendeckenden Notdienstes. Der gut besuchte,
kurzweilige Live Career Day mit einer Fülle von interessanten Vorträgen und Diskussionsrunden rund um den tierärztlichen Arbeitsmarkt und den Einstieg ins Berufsleben fand großen Anklang und rundete die berufspolitischen Veranstaltungen ab. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir mit unserem bpt-Kongress unseren Kolleginnen und Kollegen wieder eine interessante, praxisnahe Fortbildungswoche in der virtuellen Welt bieten konnten. Ich weiß, die Sehnsucht nach Präsenzveranstaltungen ist trotz all der digitalen Vorteile groß. Deshalb hoffe ich sehr, dass unsere Planung für 2022, mit der bpt-Intensiv Fortbildung Kleintier zum Spezialthema „Dermatologie“ vom 3. bis 6. März 2022 wieder in Bielefeld präsent zu sein, tatsächlich auch umzusetzen sein wird“, fasste Moder zusammen. „Der bpt-Kongress 2022 sollte dann aber auf jeden Fall vom 17. bis 19. November 2022 wieder teilparallel zur EuroTier in Hannover stattfinden können.“

09.11.2021: Nachhaltigeres Wolfsmanagement und Bejagung gefordert

Die Wolfspopulation in Deutschland wächst stetig und führt zu unterschiedlichsten Diskussionen bezüglich des zukünftigen Vorgehens. Allein in Niedersachsen wurden zuletzt 39 Wolfsrudel, ein Wolfspaar sowie zwei Einzelwölfe gezählt. Da die Zahl der Wolfsrisse in den letzten zehn Jahren um ein Vielfaches gestiegen ist, betrachten immer mehr Tierhalter und Jäger das Raubtier als einen Störenfried. So werden die Rufe nach bestandsregulierenden Maßnahmen immer lauter. Die CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag fordert erneut ein nachhaltiges Wolfsmanagement, das unter anderem die Jagd auf Wölfe beinhaltet. „Wir brauchen endlich die Festlegung einer Bestandsuntergrenze und eine Überarbeitung des
Monitorings nach französischem Vorbild in Deutschland“, mahnte der umweltpolitische Sprecher Martin Bäumer in einer Mitteilung. Bäumer verweist auf skandinavische Länder, in denen Wölfe zur Bestandsregulierung maßvoll bejagt werden könnten. Niedersachsens CDU und SPD fordern schon länger eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Dabei soll eine Untergrenze für die Wolfspopulation festgelegt werden, die für den Erhalt der Wölfe nötig ist. Bei einem Übersteigen der Grenze könnten Tiere abgeschossen werden. Für das Wolfsmonitoring nennt Bäumer Frankreich als Vorbild. Dort werde neben der Zählung auch eine Hochrechnung zur Bestimmung der tatsächlichen Anzahl an Wölfen benutzt.

08.11.2021: New South Wales plant Tötung von 10.000 Wildpferden

In Australien gelten Wildpferde als invasive Arten, die sich rasant vermehren und von Umweltschützern als Bedrohung für die heimischen Pflanzen- und Tierarten gesehen werden. Im Kosciuszko- Nationalpark in New South Wales leben derzeit ca. 14.000 solcher "Brumbies". Da die harten Hufen die empfindlichen Ökosysteme des Nationalparks zerstören könnten, plant die Regierung, 10.000 Wildpferde zu töten. Ursprünglich Ende des 18. Jahrhunderts mit englischen Strafgefangenen und ersten Siedlern mit auf den roten Kontinent gebracht, trotzten die ersten Wildpferde erstaunlich gut den extremen Temperaturen und der Dürre auf Down Under. Neben den Wildpferden leben im Kosciuszko- Nationalpark viele einzigartige, endemische und gefährdete Arten, die geschützt werden müssen. Gleichzeitig sollen aber die Tiere nicht ausgerottet werden, denn erst vor drei Jahren hatte die Regierung
des Bundesstaats den „Kosciuszko Wild Horse Heritage Act“ beschlossen, der einerseits die historische Bedeutung der Pferde würdigt und schützt, andererseits aber auch den Bestands- regulierenden Abschuss vorsieht. Experten empfehlen nun die drastische Maßnahme, die in anderen australischen Bundesstaaten längst Normalität ist. Regelmäßig werden die Tiere dort zu Hunderten aus der Luft abgeschossen. Da die Methode des Umsiedelns bislang wenig effektiv war, müssen die Behörden schnell einen anderen Weg finden, um die Wildpferde nicht töten zu müssen. Bis zum 2. November 2021 konnte die Bevölkerung Feedback zum Wildpferde- Konzept der Regierung geben. Im nächsten Schritt wird der Energie- und Umweltminister Einreichungen und Ratschläge berücksichtigen, gegebenenfalls Änderungen vornehmen und entscheiden, ob der Plan unter dem „Kosciuszko Wild Horse Heritage Act“ umgesetzt wird.

08.11.2021: Studie zu Corona-Ansteckungen zwischen Halter und Haustier

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Sars-CoV-2 auch immer wieder bei verschiedenen Tierarten nachgewiesen worden. Forschende im US-amerikanischen Staat Arizona versuchen, mit dem „Covid-19 and Pets Programm” herauszufinden, wie häufig Ansteckungen zwischen Haltern und Haustieren auftreten. Dafür werden systematisch alle Hunde und Katzen von Covid-Erkrankten getestet. In 6 von 24 Haushalten wurden dabei 14 von 61 Tieren positiv getestet. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sucht derzeit ebenfalls TierhalterInnen, die eine SARS-CoV-2 Infektion durchgemacht haben und bereit sind, gegen eine Aufwandsentschädigung an einer Studie teilzunehmen. Diese beinhaltet die Bereitschaft zu einer
einmaligen Blutentnahme bei dem im selben Haushalt lebenden Hund oder Katze durch die Tierärztin/den Tierarzt. Die Blutprobe wird am FLI auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 untersucht, um nachzuweisen, ob das Haustier ebenfalls mit dem Virus infiziert war. Die Studienergebnisse sollen über Häufigkeit und Symptomatik von SARS-CoV-2-Infektionen bei Haustieren und die damit verbundenen Risikofaktoren Aufschluss geben. Die StudienteilnehmerInnen werden außerdem gebeten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Die TeilnehmerInnen werden über das individuelle Befund- Ergebnis informiert. Interessierte HalterInnen werden gebeten, sich per mail an Covmon@fli.de oder telefonisch unter 038351 74981 für die Studie anzumelden.

08.11.2021: Sachsen weitet ASP-Frühwarnsystem aus

Das in Sachsen bestehende Frühwarnsystem für die Afrikanische Schweinepest (ASP) wird auf das ganze Land ausgeweitet. Seit dem 2. November 2021 besteht in ganz Sachsen eine flächendeckende Untersuchungspflicht auf ASP für alle erlegten Wildschweine, auch in Gebieten, die nicht in einer ASP-Restriktionszone liegen. Grund dafür ist der Fund von ASP-infizierten Wildschweinen in mehr als 60 Kilometer Entfernung von den bisherigen positiven Funden. „Je schneller eine Einschleppung des Virus erkannt wird, desto schneller und gezielter kann die Tierseuchenbekämpfung eingeleitet werden. Unser ASP-Frühwarnsystem hat bisher gut funktioniert. Es hat sowohl den ASP-Indexfall am 31.10.2020 erkannt als auch den Virusnachweis
in Radeburg im Landkreis Meißen am 13.10.2021. Sollte es weitere Einzeleinträge geben, müssen wir diese so frühzeitig wie möglich erkennen“, erklärte Sebastian Vogel, Staatssekretär und Leiter des ASP-Krisenstabes in Sachsen. Neben der Pflicht zu der Blutentnahme jedes erlegten Wildschweines besteht in ganz Sachsen zudem die Anzeigepflicht von verendet aufgefundenen Wildschweinen (Fall- und Unfallwild) sowie krank erlegten Wildschweinen. Die Tierkörper sind auf ASP zu beproben und anschließend unschädlich über die Tierkörperbeseitigungsanlage Lenz zu entsorgen. Für die Anzeige solcher Tiere und die Mitwirkung bei deren Bergung und Beseitigung wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von insgesamt 60 Euro gezahlt.

Corona-Regeln in der Praxis

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