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Angeborene Faltohren bei Katzen sind Qualzuchtmerkmal

11.10.2021

Die Katzenrasse Scottish Fold gehört zu den sogenannten Qualzuchten. Die angezüchteten, untypisch gefalteten Ohren der Katze bereiten den Tieren erhebliche Schmerzen. Hinzu kommen tränende Augen, Entzündungen der Ohren und Bindehaut sowie Zahnfehlstellungen, weshalb die Züchtung und die Kreuzung mit anderen Rassen in Deutschland verboten ist. „Die Katzen sehen auf den ersten Blick niedlich aus, weil die kleinen, nach vorne gerichteten Faltohren das Gesicht und die Kulleraugen größer erscheinen lassen. Ursache für die geknickten Ohren ist eine vererbte Störung in der Knorpelentwicklung, die sich auf die Gelenkknorpel und das Knochenwachstum des gesamten Katzenkörpers auswirkt. Die Folge sind extrem schmerzhafte Deformationen des Skelettsystems. Dies alles ist nach außen hin natürlich nicht erkennbar“, so Dr. Felicitas Allmann, Leiterin des Veterinäramtes Augsburg. „Wegen der massiven Knochenveränderungen sind Scottish Fold Katzen früher oder später nicht mehr in der Lage, sich schmerzfrei zu bewegen",
so Allmann. Den behandelnden Tierärzten bleibt oftmals nur noch, den TierhalterInnen zu empfehlen, das Leiden der Tiere zu beenden und sie einschläfern zu lassen. Trotz des Zuchtsverbots beobachtet das Amt jedoch immer wieder Verstöße gegen das Qualzuchtverbot. Vorwiegend im Internet werden nicht selten Scottish Fold Katzen sowie Kreuzungen daraus zum Kauf angeboten. Das Veterinäramt Augsburg verfolgt diese Verstöße mit Nachdruck. Daher wird eindringlich an alle potenziellen KatzenkäuferInnen appelliert, keine Katzen mit Faltohren zu kaufen. Das Thema Qualzucht steht auch beim diesjährigen DVG Congress im Fokus, der vom 18.- 20. November 2021 im Berliner Hotel Estrel als Hybridveranstaltung stattfindet. TierärztInnen können sich außerdem noch bis zum 17. November 2021 zum Thema „Qualzucht: Aufgaben und Pflichten für Tierärzt/innen“ online auf Myvetlearn.de fortbilden. Die zwei Online- Seminare richten sich sowohl an AmtstierärztInnen als auch praktizierende TierärztInnen.

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19.10.2021: Heel vergibt Helping Vets Auszeichnungen 2021 an Tierschützer

Am 7. Oktober 2021 fand die Preisverleihung der diesjährigen Helping Vets Initiative statt, die Heel Veterinär bereits zum 9. Mal ausgeschrieben hatte. Die Auszeichnung wurde im Jahr 2013 ins Leben gerufen, um Tierschutzvereine bei ihrer wichtigen, meist ehrenamtlichen Tätigkeit zu unterstützen und sie für ihren Einsatz zu honorieren. Die Jury hatte die schwere Aufgabe, aus allen Einsendungen die drei GewinnerInnen
auszuwählen. Nach gründlicher Überlegung fiel die Wahl in diesem Jahr auf die Flugmodus e.V. Rehkitzrettung, die Pfotenhilfe für Obdachlose e.V. sowie VITA e.V. Assistenzhunde. Wie auch im vergangenen Jahr wurden die drei Preisträger auf einer virtuellen Pressekonferenz ausgezeichnet und erhielten ihr Preisgeld. Detaillierte Informationen über die Preisträger finden Sie im VETS-Bereich von Vetion.de.

Erster Geflügelpestfall des Herbstes

19.10.2021

Am vergangenen Samstag (16.10.2021) ist bei einer tot aufgefundenen Pfeifente in Nordfriesland (Schleswig-Holstein) die Geflügelpest nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat bereits bestätigt, dass es sich um den hochansteckenden Subtyp H5N1 handelt. Dies ist der erste bestätigte Fall der Aviären Influenza in diesem Herbst. „Es ist Herbst und damit steigt die Gefahr neuer Einträge der Geflügelpest. Jetzt haben wir in unserem Nachbarbundesland den ersten Fall, und wir müssen davon ausgehen, dass es in den nächsten Wochen mehr werden. Das zeigen uns Erfahrungen aus den Seuchengeschehen der letzten Jahre. Es besteht
Grund zur Sorge, aber kein Anlass zur Panik“, warnt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. Der Minister appelliert in diesem Zusammenhang an die Gefügelhalter, unbedingt die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. „Hierzu gehört insbesondere, das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt über unklare Krankheits- bzw. Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Hausgeflügel darf nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben“, so Backhaus.

19.10.2021: AfT vergibt Förderpreis und Forschungsstipendien

Auch in diesem Jahr hat die Akademie für Tiergesundheit (AfT) sowohl Forschungsstipendien als auch den Förderpreis 2022 vergeben. Für ihre Arbeit zu endoparasitären Infektionen bei Milchkühen wurde Dr. Dr. Katharina May von der Justus-Liebig-Universität Gießen mit dem Förderpreis der AfT ausgezeichnet. Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Verleihung soll im Rahmen des AfT-Frühjahrssymposiums am 17. und 18. März 2022 in Berlin erfolgen.
Zwei Promovierende der FU Berlin erhalten zudem ein 24-monatiges Stipendium bzw. ein 12-monatiges Stipendium. Damit unterstützt die AfT Untersuchungen zur Identifizierung der genetischen Grundlage der Makrolidresistenz bei bovinen und porcinen Pasteurella multocida und Mannheimia haemolytica respektive zur Entwicklung einer mobilen Anwendung zur Erstellung von digitalen Differentialdiagnosen in der Veterinärmedizin am Beispiel ausgewählter Kleinsäuger-Erkrankungen.

18.10.2021: Verringerung von Methan-Emissionen in der Nutztierhaltung

Treibhausgase wie Methan sind starke Treiber des Klimawandels und der damit einhergehenden Erderwärmung. Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey müsste die Methan- Emission um 2% pro Jahr oder 55 % bis 2050 reduziert werden, um die Ziele des Pariser Abkommens einhalten zu können. Rund 30% der jährlichen globalen Methanemissionen stammen aus der Nutztier-, vor allem der Rinderhaltung. Um die Ziele einzuhalten, müssten die globale Nutztierhaltung sowie der Fleischkonsum stark reduziert werden. Doch lassen sich die Methan-Emissionen aus der Tierhaltung mit verschiedenen Maßnahmen bis 2050 um rund 30% gegenüber 2017 senken? Dazu beitragen kann zum einen die
Verfütterung von Seetang oder Propionsäurevorstufen an Rinder, wodurch die Methanfreisetzung deutlich gesenkt werden könnte. Zum anderen könnte die Methanproduktion durch einen höheren Fettanteil in der Ration von Rindern reduziert werden. Jeder Prozentpunkt mehr Fett senkt die Methanemissionen pro Rind um 4%. Allerdings ist der Fettanteil in der Trockenmasse bei max. 6% zu deckeln. Eine weitere Möglichkeit ist die Zucht "Methan-armer" Rinder. Hier liegt die Einsparmöglichkeit bei bis zu 20%. Zudem erben sich weitere Möglichkeiten aus dem technologischen Fortschritt. Neben der Tierhaltung tragen auch die Brandrodung sowie der Reisanbau erheblich zur Freisetzung von Methan bei.

18.10.2021: UK plant Einreise für ausländische Schlachter zu erleichtern

Um weitere Nottötungen von gesunden Schweinen in UK aufgrund des Schweinestaus zu vermeiden, hat die Regierung Großbritanniens beschlossen, vereinfachte Visa für 1.000 Schlachter aus dem Ausland anzubieten. Da Tiertransporteure und Arbeiter auf den Schlachthöfen fehlen, mussten in den vergangenen Wochen bereits mehr als 6.000 gesunde Schweine gekeult werden, wie die National Pig Association mitteilte. Der Schweinezüchterverband befüchtet,
dass wöchentlich 10.000 weitere Schweine notgetötet werden müssen, falls das Personal nicht aufgestockt wird. Daher hat die Regierung nun die Anforderungen an eine Einreise von dringend erforderlichen Facharbeitern deutlich gesenkt, beispielsweise werde auf fortgeschrittene Englisch-Kenntnisse verzichtet. Die britische Regierung kämpft inzwischen an zahlreichen Fronten mit Sondervisa für Facharbeiter, um u.a. Engpässe in der Versorgung zu vermeiden.

18.10.2021: Aldi fordert Neuausrichtung der Agrarpolitik

Im Juni 2021 verkündeten Aldi Süd und Aldi Nord die Umstellung auf die Tierwohl-Haltungsformen 3 und 4. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 das komplette Frischfleisch-Sortiment auf die höheren Haltungsformen umzustellen. Kurz danach zogen die Rewe-Kette, der Edeka-Verbund sowie die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland nach und formulierten ähnliche Ziele. Damit setzt der deutsche Lebensmittelhandel immer stärker auf Fleisch aus tiergerechterer Haltung. Im Zuge der aktuell stattfindenden Koalitionsverhandlungen forderten die beiden Aldi-Discounter die beteiligten Parteien auf, die Transformation der deutschen Landwirtschaft ganz oben auf die politische Agenda zu setzen. „Die Transformation der deutschen Landwirtschaft ist bereits in vollem Gange. Damit der Haltungswechsel flächendeckend gelingt, müssen nun alle – Kunden, Landwirte, verarbeitende Industrie, Handel und Politik – an einem Strang ziehen. Der Politik kommt hierbei die wichtige Aufgabe zu, verlässliche
Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Landwirten den Umstieg auf tierwohlgerechtere Haltungsformen erleichtern“, betont Tobias Heinbockel, Managing Director Category Management bei Aldi Nord. „Mehr Tierwohl wollen alle, aber das ist nur mit einer Neuausrichtung der Agrarpolitik möglich. Dieses Vorhaben muss in der neuen Legislaturperiode umgesetzt werden”, ergänzt Erik Döbele, Managing Director Corporate Buying bei Aldi Süd. Denn nur gemeinsam sei die konsequente Umstellung hin zu mehr Tierwohl, die insbesondere die deutsche Landwirtschaft vor große Herausforderung stellt, zu schaffen. Die Discounter bekräftigen daher ihr Bekenntnis, sich für mehr Tierwohl in der Breite einzusetzen und einen sicheren Absatzkanal für heimische Tierwohlware zu schaffen. Die konkreten Erwartung beinhalten neben einem festzulegenden rechtlichen Rahmen und finanziellen Perspektiven für die LandwirtInnen auch die Voranbringung der verpflichtenden Haltungskennzeichnung.

18.10.2021: Ausstiegsprämie für Schweinehalter gefordert

Die Situation der SchweinehalterInnen in Deutschland ist stark angespannt. Neben der seit über einem Jahr grassierenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) und den neuen behördlichen Auflagen belasten die LandwirtInnen auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Daher planen immer mehr Betriebe den Ausstieg aus der Schweinehaltung. Die Bauernverbände in Niedersachsen und Westfalen-Lippe fordern eine staatliche Ausstiegsprämie für die HalterInnen und eine Aufnahme der Regelung in die Nationale Nutztierstrategie. „Um einen von der Gesellschaft und der
Politik gewünschten Prozess nicht zu einem Strukturbruch werden zu lassen, braucht es eine finanzielle Unterstützung in Form einer Umstrukturierungsprämie oder einer Entschädigung für den Ausstieg aus der Tierhaltung“, erklärten die Landvolk-Präsident Holger Hennies und Hubertus Beringmeier vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV). Allein in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden mehr als die Hälfte der deutschlandweit 25 Millionen Schweine gehalten. In den letzten drei Jahren sank die Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Niedersachsen von 5.700 auf 5.000.

15.10.2021: Atypischer Fall von BSE in Bayern

In Bayern ist ein weiterer Fall von atypischer boviner spongiformer Enzephalopathie (BSE) festgestellt worden. Betroffen ist eine 14 Jahre alte Kuh aus Krainburg am Inn, wie das Internationale Tierseuchenamt (OIE) meldet. Das Tier hätte keinerlei klinische Symptome einer
Erkrankung gezeigt, jedoch fiel der BSE-Test im Rahmen des nationalen Überwachungsprogramms positiv aus. Das Ergebnis wurde inzwischen vom nationalen Referenzlabor bestätigt. Der Schlachtkörper wurde vernichtet und ist nicht in die Nahrungsmittelkette gelangt.

15.10.2021: ASP jetzt auch im Landkreis Meißen

In Sachsen ist jetzt die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals im Landkreis Meißen nachgewiesen worden. Betroffen war ein am 8. Oktober 2021 erlegtes Wildschwein. Das teilte das sächsische Sozialministerium am Donnerstag mit. Bislang war in Sachsen nur der Landkreis Görlitz betroffen. Ein lokales Krisenzentrum hat die Arbeit aufgenommen und versucht gemeinsam mit dem Landestierseuchenbekämpfungszentrum die hoch ansteckende Tierseuche einzudämmen. Der Landkreis Meißen ist etwa 60 Kilomter
von den bisher bestehenden Sperrzonen entfernt. „Wir gehen derzeit davon aus, dass es sich nicht um eine Übertragung durch migrierende Wildschweine aus den infizierten Gebieten im Landkreis Görlitz handelt. Es gilt jetzt das Ausmaß des Ausbruchgeschehens im Landkreis Meißen festzustellen, insbesondere ob und inwieweit das Infektionsgeschehen vorangeschritten ist, um die notwendigen Maßnahmen einzuleiten", so der Leiter des ASP-Krisenstabes, Sebastian Vogel. Insgesamt gibt es in Sachsen bislang 549 bestätigte ASP-Fälle.

15.10.2021: Schallwellentechnik sorgt für mehr weibliche Küken

Das Start-Up SOOS aus Israel hat ein neues Verfahren zur Geschlechtsbeeinflussung im Ei entwickelt. Mittels Schallwellentechnik sollen bis zu 80 Prozent Küken weiblichen Geschlechts schlüpfen. Laut Aussagen des Unternehmens soll die Quote noch erhöht werden. „Unsere Technologie ist die erste auf der Welt, die Schallwellen verwendet, um den Geschlechtsentwicklungsprozess bei Hühnern zu beeinflussen. Dadurch entstehen erst gar keine männlichen Küken“, erklärt Zeev Vilf. Die patentierte Kerntechnologie steuert die Umgebungsbedingungen während der Inkubationsphase, passt Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftstrom aus Standard-
Inkubationsmethoden an und verwendet Schallschwingungen in bestimmten Frequenzen, Amplituden und Zeiträumen, was zur Ausbildung von mehr weiblichen als männlichen Legeküken führt. Durch dieses Verfahren werde einerseits der Tierschutz verbessert, da derzeit noch Millionen männliche Nachkommen von Legehennen direkt nach dem Schlüpfen getötet werden, da sich die Aufzucht dieser Hähnchen wirtschaftlich nicht lohnt. Andererseits entstehen kommerziellen Brütereien geringere Kosten, so Vilf. Modellversuche laufen derzeit in Italien, Belgien und Frankreich. Ein weiterer Versuch soll demnächst in New-York/USA unter wissenschaftlicher Beteiligung der New Yorker Universität starten.

15.10.2021: BASF belohnt LandwirtInnen für Artenvielfalt

Mit dem Ziel, noch mehr vernetzte Biodiversitätsflächen in die landwirtschaftliche Produktion zu integrieren, unterstützt der Chemiekonzern BASF die LandwirtInnen mit finanziellen Mitteln. Dazu hat der Konzern zehn ökologisch wirksame und praktikabel umzusetzende Maßnahmen zur Biodiversitätsförderung in einer Checkliste zusammengefasst. Über eine Blockchain-Technologie dokumentieren teilnehmende LandwirtInnen Ort, Art und Standort ihrer durchgeführten Maßnahmen, die in Form eines Zertifikats gespeichert werden sowie
über einen QR-Code abrufbar sind. Die Daten sind transparent, rückverfolgbar und unveränderbar. Auf diese Weise können dann auch andere Unternehmen die Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen in der Landwirtschaft finanziell unterstützen. Die Abwicklung erfolgt über das BASF-eigene Loyalitätsprogramm FarmersClub. Entscheidet sich ein/e LandwirtIn anstelle der herkömmlichen Prämien für „Biodiversitätsleistungen“, dann verdoppelt BASF seine Punkte und ermöglicht eine Auszahlung in Euro. Die teilnehmenden LandwirtInnen müssen allerdings Kunde bei BASF sein.

15.10.2021: Crowdbutching für die Ganztiernutzung

Die Nose-to-Tail-Küche ist eine Art des Kochens, bei der möglichst alle Teile eines geschlachteten Tieres verwertet werden. Ein Trend, der immer mehr Fans findet. In Deutschland ist diese traditionelle Fertigkeit allerdings in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, da die KonsumentInnen lieber Schnitzel oder Steaks anstatt beispielsweise Innereien auf ihrem Teller haben möchten. „Wurde früher auf einem landwirtschaftlichen Betrieb oder in einer Schlachterei ein Tier zerlegt, wurden selbstverständlich nicht nur die Edelteile wie Filet, Kotelett, Braten, sondern alle anderen Teile einschließlich der Innereien für die Ernährung genutzt. Heute essen wir am liebsten nur die Edelteile von Rind, Schwein und Hähnchen“, erklärt Landvolk-Vizepräsident und Schweinehalter Jörn Ehlers. Doch Starköche, Kochshows, ein verstärkter Klima- und Tierschutzgedanke, das Internet und letztendlich auch die Corona- Pandemie haben für ein gesellschaftliches Umdenken gesorgt. Auch der regionale Bezug von Lebensmitteln durch Internetplattformen nimmt zu. Beim sogenannten
Crowdbutching wird Crowdfunding und Butching kombiniert: Die Verbraucherinnen und Verbraucher beteiligen sich nicht an einem Betrieb, sondern an einem einzelnen Tier. Erst wenn es komplett verkauft ist, wird es geschlachtet, sodass Crowdbutching die konsequent direkte Form der Ganztiernutzung ist. Das Tier wird komplett vermarktet und kommt von der Landwirtin oder dem Landwirt via Internet und Paketzustellung direkt zum Kunden ins Haus – oder aber alternativ per Vor-Ort-Abholung. Auf diese Weise haben die VerbraucherInnen auch die Möglichkeit, ihren Landwirtin der Region sowie dessen Produkte und Tiere persönlich kennen zu lernen. Immer mehr LandwirtInnen steigen in diese Form der Direktvermarktung ein. Elke Sandvoß von der Vereinigung Norddeutscher Direktvermarkter empfiehlt jedoch, dass sich NeueinsteigerInnen vorher umfassend beraten lassen, da viele rechtliche Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen. „Das reicht von Hygieneregeln über das Verpackungsgesetz bis hin zu steuerlichen und rechtlichen Bestimmungen“, warnt sie.

14.10.2021: FLI feiert 111. Jubiläum

Anlässlich seines 111. Jubiläums am 10. Oktober 2021 hat das Friedrich- Loeffler-Institut (FLI) neben Besucherführungen an den Standorten Insel Riems und Jena auch ein zweitägiges wissenschaftliches Fachsymposium veranstaltet. Die Hybridveranstaltung beinhaltete sowohl Präsentationen zu den Themen One Health, SARS-CoV2 und Nutztierforschung, als auch
Gastbeiträge, unter anderem vom RKI-Präsidenten Prof. Dr. Lothar Wieler. Bei der 9. Loeffler Lecture wurde Ralf Bartenschlager für seine wissenschaftlichen Beiträge zur Erforschung von Hepatitisinfektionen geehrt. Zudem wurde die seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit mit dem französischen Partnerinstitut ANSES mit einem Kooperationsvertrag besiegelt.

14.10.2021: Fischfangmengen in der Ostsee festgelegt

Die EU-Agrarminister haben sich am 12.10.2021 auf eine Verringerung der Fangquoten mehrerer Fischarten in der Ostsee geeinigt. Auf Basis wissenschaftlicher Befunde wurde beschlossen, dass Heringe und Dorsche ab 2022 nur noch als Beifang gefischt werden dürfen. „Die Wiederherstellung der Meeresumwelt und der Fischbestände in der Ostsee steht im Mittelpunkt des Ansatzes der Kommission bei der Festsetzung der Fangmöglichkeiten, und ich freue mich, dass der Rat zugestimmt hat, dies für die meisten Bestände zu verfolgen. In den letzten Jahren hatten die Probleme in der Ostsee verheerende Auswirkungen auf unsere Fischerinnen und Fischer. Die getroffenen Entscheidungen sind
schwierig, aber notwendig, damit die Ostsee jetzt und in Zukunft eine Existenzgrundlage für Fischerinnen und Fischer bleiben kann“, erklärte der zuständige EU-Kommissar Virginijus Sinkevičius. Mit der Einigung kommt der Fischereirat seinen rechtlichen Pflichten im Rahmen der gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) nach, Fischbestände auf nachhaltigem Niveau zu bewirtschaften. Bei den Fangmöglichkeiten bzw. der zulässigen Gesamtfangmenge (TACs) handelt es sich um Quoten für die meisten kommerziell genutzten europäischen Fischbestände, durch die die Bestände in gesundem Zustand erhalten oder dieser wiederhergestellt werden soll.

14.10.2021: Dänemarks Nutztierhaltung im Strukturwandel

Einem anhaltenden Strukturwandel in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung unterliegt auch Dänemark. Berechnungen des Nationalen Statistikamtes ergaben, dass die Zahl der Agrarunternehmen seit 2019 um knapp 30 Prozent auf etwas mehr als 17.800 gesunken ist. Besonders von Schließungen betroffen sind die Milch erzeugenden Betriebe des Landes. Im Vergleich zum Jahr 2020 hatten
sieben Prozent ihre Produktion eingestellt. Aktuell zählt Dänemark noch 2.460 Unternehmen in der Milchviehhaltung. Erfreulicherweise ist die Zahl der SchweinehalterInnen um 18 Betriebe angewachsen. Noch deutlicher aufwärts ging es bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Ihre Zahl wuchs um 172 Unternehmen gegenüber der Zahl vor fünf Jahren auf 740 Öko-Betriebe.

14.10.2021: GFS-Bericht zur Farm-to-Fork-Strategie um Monate verzögert

Die Farm-to-Fork-Strategie der EU-Kommission gilt als umstritten, da ExpertInnen befürchten, dass diese zu einem deutlichen Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion und der Einkommen der Landwirte in der EU führen werde sowie die weltweite Nahrungsmittelversorgung gefährden könne. Wie das Brüsseler Nachrichtenportal Euractiv nun berichtet, wurde die Veröffentlichung einer kritischen Untersuchung der Strategie durch die Forschungsstelle der EU (GFS) um mehrere Monate verzögert. Ein behördeninterner E-Mail-Verkehr konnte belegen, dass die Studie bereits im Januar 2021 hätte veröffentlicht werden können. Die kritische Analyse sei der Öffentlichkeit aber erst im August 2021 zugänglich gemacht worden. Auf Nachfrage erklärte Dr. Wolfgang Burtscher, Chef der Generaldirektion
Landwirtschaft in der EU- Kommission (DG AGRI), dass Zweifel an der Methodik der Studie bestanden hätten. Das Umfeld des Agrarkommissars habe aber aufgrund des sensiblen Inhalts die Veröffentlichung auf den August verschoben, so von Euractiv zitierte Quellen. Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) übten scharfe Kritik an der Verschleppung. Die Verbände wiesen darauf hin, der GFS-Bericht hätte es dem EU-Parlament und den europäischen Landwirtschaftsministern erlaubt, früher auf der Basis von konkreten Zahlen über die Ziele der Farm-to-Fork- und der Biodiversitätsstrategie zu diskutieren. Sie kritisierten, dass die EU- Kommission noch immer keine umfassende Folgenabschätzung zu ihrer zentralen Politikstrategie vorgelegt habe.

14.10.2021: BHV 1 in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen

Nachdem das Bovine Herpes Virus (BHV 1) bereits Anfang 2021 in mehreren Betrieben in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen worden war, ist die hochansteckende Tierseuche nun in Mecklenburg- Vorpommern aufgetreten. Betroffen ist ein Rinderbetrieb in Pasewalk, einem Zuchtbetrieb für Jungkühe, der etwa 1.000 Tiere an mehreren Standorten hält. Die örtlichen Behörden haben ein Drei-Kilometer- Sperrgebiet festgelegt, um die Tierseuche
möglichst schnell einzugrenzen, wie der Leiter des Kreisveterinäramtes, Dr. Holger Vogel, am vergangenen Dienstag erklärte. Die Veterinärbehörden ermitteln in ganz Deutschland sowie in den Niederlanden. Rinderherpes gehört zur großen Gruppe der Herpesviren. Das Virus gilt als hochansteckend und kann bei den Tieren zu Fieber, Fehlgeburten und einer geringeren Milchleistung führen. Für Menschen ist sie ungefährlich.

13.10.2021: Neue EU-Leitlinien zum Schutz von Wildtieren

Im Rahmen ihrer Habitat-Richtlinie hat die EU-Kommission einen neuen Leitfaden zum Schutz von geschützten Tierarten veröffentlicht. Die Leitlinien wurden auf Basis der praktischen Erfahrungen aus den vergangenen 15 Jahren entwickelt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Wolf, dessen Schutz durch seine zunehmende Verbreitung für andauernde Kritik sorgt. „Dieser Leitfaden ist ein praktisches Instrument für die Behörden der Mitgliedstaaten und alle Beteiligten, die eine entscheidende Rolle beim Schutz der seltenen und bedrohten
Arten in Europa spielen. Der Leitfaden enthält eine Fülle praktischer Ratschläge, wie der Schutz von Wildtieren mit menschlichen Aktivitäten in Einklang gebracht werden kann“, erklärt EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius. Der Leitfaden erläutert insbesondere die Verpflichtungen gemäß Artikel 12 (strenge Schutzregelung) sowie 16 (Ausnahmen) der Habitat-Richtlinie und führt zudem Initiativen auf EU-Ebene und Finanzierungsmöglichkeiten zur Förderung der Koexistenz des Wolfs mit menschlichen Tätigkeiten auf.

13.10.2021: Hundeboom bringt TierärztInnen an ihre Grenzen

Seit Beginn der Corona-Pandemie vor knapp zwei Jahren ist die Zahl der Haushalte mit Haustier in Deutschland stark angestiegen. Die meisten NeubesitzerInnen haben sich für die Anschaffung eines Hundes entschieden. Wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) berichtet, haben nicht wenige HalterInnen die neue Situation mit dem Vierbeiner unterschätzt. Auch die TierärztInnen berichten von starken Zuläufen in ihren Praxen und vor großen Herausforderungen, vor die PraktikerInnen dadurch gestellt wurden. Weil seriöse Züchter der gestiegenen Nachfrage nach Hunden nicht nachkommen können, boomt leider der illegale Internethandel mit Haustieren sowie die Zahl der illegalen Welpenimporte, meist aus osteuropäischen Ländern. Dadurch werden in den Praxen immer häufiger Hunde vorgestellt, die aufgrund fehlender Impfungen an ernsten Krankheiten wie Parvovirose, Staupe oder auch Tollwut leiden. Für die Tiere, aber auch für falsch beratene TierhalterInnen, kann das ein fatales
Ende nehmen, was von der Tierärzteschaft bestätigt wird. Weil die Importwelpen zu früh von ihrer Mutter getrennt wurden, neigen viele Tiere außerdem zu Verhaltensstörungen. Oft werden sie zu Angstbeißern oder entwickeln neurotische Störungen. Sie lassen sich nur schwer erziehen und überfordern schnell die Tierhalter. Durch die coronabedingten Schließungen von Hundeschulen fehlten zudem kompetente Ansprechpartner bei Erziehungsproblemen. Nicht selten werden daher die TierärztInnen als die Schuldigen erachtet. Mit Sorge wird auch die Zeit nach Ende der Corona-Pandemie erwartet. Oftmals endet die spontane und nicht durchdachte Anschaffung des Haustieres dann im Tierheim, die vielerorts bereits an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen sind. Auf Myvetlearn.de können sich TierärztInnen mit der 10-teiligen Fortbildungsreihe Tierverhaltenstherapie online fortbilden. Die Kurse sind geeignet für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie.

13.10.2021: Insektenmehl-Produktionsanlage entsteht in Rostock

Für die Produktion von Insektenmehl wird in Rostock eine knapp 800 Quadratmeter große Produktionshalle entstehen. Hier sollen künftig pro Monat 1,5 Tonnen Mehl aus Mehlwürmern produziert werden, das als Lebensmittel dienen soll. Die Produktion des jungen Rostocker Start-up-Unternehmens Inova Protein wird nach Fertigstellung der Halle dann von jetzt 150 Kisten mit Mehlwürmern und Käfern in unterschiedlichen Entwicklungsstadien auf 25.000 Kisten erhöht. Das Innovationskonzept sieht eine vollständige Automatisierung der Produktion sowie der Qualitätskontrolle vor. Die Vorteile des Insektenmehls im Vergleich zu Proteinen aus der Nutztierhaltung liegen in dem geringeren Verbrauch von CO2, Wasser und Futter.
Zudem entstehen keine Abfälle, wie Geschäftsführerin Raijana Schiemann erklärt. Seit Mai 2021 ist der gelbe Mehlwurm (Tenebrio molitor) von der EU als erstes Insekt als neuartiges Lebensmittel zugelassen. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) darf die getrocknete Larve des Mehlwurms als Ganzes oder gemahlen verkauft werden. Außerdem kann sie als Zutat bis zu einem Anteil von zehn Prozent in verschiedenen Lebensmitteln, zum Beispiel Nudeln oder Keksen, eingesetzt werden. „Es ist ein Lebensmittel unter vielen und eine Bereicherung des Speisezettels“, sagte BVL- Expertin Evelyn Breitweg-Lehmann. Und letztlich sei es eine Geschmacksache, über die die VerbraucherInnen zu entscheiden haben.

13.10.2021: Verheerende Situation für Schweinehalter in UK

Nach ersten Nottötungen von gesunden Schlachtschweinen ist der britische Schweineverband (NPA) in Sorge, dass in den nächsten Wochen weitere Tiere gekeult werden müssen. Grund dafür ist der Personalmangel als Folge des Brexits. Um Massenkeulungen in der nahen Zukunft aufgrund des Schweinestaus zu verhindern, fordert der NPA befristete Visa für Schlachthofmitarbeiter, um die Kapazitäten der Schweinefleischbetriebe zumindest kurzfristig zu erhöhen. Die Situation ist verheerend für die SchweinehalterInnen, die „wütend, verzweifelt und extrem aufgebracht“ sind, beschreibt Minette Batters, Präsidentin des britischen Bauernverbandes (NFU), die Lage. Da der Platz in den Ställen immer weiter abnimmt, sollen Ferkelhalter ihre Tiere teilweise schon aktiv einschläfern, wie der NPA-Vorsitzende Rob
Mutimer berichtet, der eine schnelle Verbesserung der Lage fordert. Der Platz in den Schweineställen reicht schon länger nicht mehr aus, um dem Schweinestau mit 85.000 bezifferten Tieren Herr zu werden. Wöchentlich kommen laut Berechnungen des NPA etwa 15.000 weitere "schlachtreife" Schweine hinzu. Nachdem das erste Halbjahr 2021 in finanzieller Hinsicht zu den schlechtesten aller Zeiten gehörte, wird ein ernsthafter Rückgang der Schweinebetriebe, vor allem bei den kleineren unabhängigen Landwirten, befürchtet. Wie die NPA-Geschäftsführerin Dr. Zoe Davies betonte, sehen sich zahlreiche Schweinehalter gezwungen, ihre Schweine zu keulen, weil sie einfach nirgendwo mehr hinkönnten. Die Geschäftsführerin machte deutlich, wenn die Regierung nicht sofort eingreife, würden noch mehr Erzeuger in den Ruin getrieben.

BVL veröffentlich Antibiotikaabgabemenge 2020

12.10.2021

In Deutschland ist ein leichter Anstieg bei der Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika im Jahr 2020 zu registrieren. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilt, wurden insgesamt 701 Tonnen Antibiotika an Tierärzte abgegeben. Dies ist eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 31 Tonnen und entspricht 4,6 Prozent. Vergleicht man die Menge der eingesetzten Antibiotika 2020 mit 2011, beträgt der Rückgang 59 Prozent. Die größte Menge der in 2020 eingesetzten Antibiotika machen die Penicilline mit 278 t und die Tetrazyklinen mit 148 t aus, gefolgt von den Sulfonamiden (65 t), Makroliden (61 t) und den Polypeptidantibiotika mit 60 t. Die Menge der abgegebenen Polypeptidantibiotika ist dabei um weitere 9,2 Prozent gesunken.
Nur auf die abgegebenen Fluorchinolone sowie auf die Makroliden trifft dies in 2020 nicht zu. Die Menge der Fluorchinolone ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 t bzw. um 6,7 Prozent gestiegen, die der Makrolide um 3,7 t (6,4 Prozent). Trotz dieses leichten Anstiegs liegt die Menge bei beiden Wirkstoffgruppen deutlich unter dem Anfangswert aus dem Jahr 2011. Die Menge der eingesetzten Cephalosporine der 3. und 4. Generation blieb unverändert im Vergleich zum Vorjahr auf recht niedrigem Niveau. Informationen und Tipps zur Antibiotikaminimierung im Stall finden Tierärztinnen und Tierärzte in den Online-Fortbildungen von VetMAB unter Myvetlearn.de. Landwirtinnen und Landwirte können sich dank VetMAB2 in Kürze ebenfalls auf diesem Gebiet online fortbilden.

12.10.2021: Übergewicht bei Hunden und Katzen dringend vermeiden

Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind die Hauptursachen dafür, dass Heimtiere zu dick werden. Denn Übergewicht bei Hunden und Katzen kann zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen. „Übergewicht kann die Lebenserwartung und die Lebensqualität eines jeden Tieres drastisch einschränken. Das zusätzliche Gewicht belastet die Knochen, was zu Arthrose führen kann. Auch Bluthochdruck, Diabetes oder Tumore können durch Fettleibigkeit verursacht werden", mahnt Sarah Ross, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN. Ein Problem sei die Unkenntnis vieler HalterInnen über die genauen Ernährungsbedürfnisse ihrer Vierbeiner. Die Heimtierexpertin empfiehlt daher einen umfassenden Gesundheitscheck sowie eine Ernährungsberatung beim Tierarzt, da einige Hunderassen schneller zu Übergewicht neigen als andere.
Ist der Hund oder die Katze zu dick, rät Ross dringend von einer radikalen und zu schnellen Gewichtsabnahme ab. Denn auch das kann beim Tier zu gesundheitlichen Problemen führen. „Gesundes Abnehmen dauert seine Zeit. Doch jeder Halter und jede Halterin hat es in der Hand dafür zu sorgen, dass sein Tier nicht übergewichtig wird und gesund bleibt", erklärt Ross. Ernährungsbedingte Herzerkrankungen bei Hunden und Katzen sind auch das Thema der Dahlemer Diätetikseminare, die am 27. Oktober 2021 als Live-Online- Seminar auf Myvetlearn.de stattfinden. Anhand von Fallbeispielen und wissenschaftlichen Studien werden die Themen praxisnah erläutert und diskutiert. Eine Aufzeichnung der Live-Veranstaltung, die mit 2 ATF-Stunden anerkannt ist, wird TierärztInnen bis zum 26.10.2022 zur Verfügung gestellt.

12.10.2021: Landwirtschaft in Sondierungsgespräche aufnehmen

Zusammen mit neun weiteren Agrar- und Umweltverbänden macht sich der Deutsche Bauernverband (DBV) dafür stark, dass die Kompromisse, die in der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) erreicht worden sind, auch in die gerade stattfindenden Sondierungsgespräche einfließen. „Die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft sind aktueller denn je. Sie müssen umgesetzt werden - für Planungssicherheit und langfristige Perspektiven von JunglandwirtInnen heute und in Zukunft, für Klima, Ökologie und Biodiversität", mahnt Kathrin Muus, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL). „Klimaschutz geht nicht ohne Tierschutz, Landwirtschaft geht nicht ohne ein Mehr an Tierwohl. Die einstimmigen Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft sind für die potenziellen Koalitionäre eine stabile Grundlage,
um die für die Umsetzung notwendigen Instrumente, von Ordnungsrecht bis zu Anreizsystemen und Förderpolitik, rasch auf den Weg zu bringen. Weniger Konsum tierischer Produkte, einhergehend mit sinkender Produktion und anerkennend der auskömmlichen Bezahlung der Landwirte für ihre Leistungen auf diesem Weg, ist der Schlüssel. Die heutige gemeinsame Botschaft der Verbände aus unterschiedlichen Interessenslagen muss den Koalitionären nochmals klar machen: Es muss vorangehen", lautet der Appell von Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes (DTB). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert von der neuen Bundesregierung sowohl ein staatlich begleitetes Umbauprogramm für die Nutztierhaltung als auch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, damit die ErzeugerInnen faire Preise erhalten.

12.10.2021: Initiative wirbt für nachhaltige Nutztierhaltung

Die moderne Landwirtschaft und insbesondere die Nutztierhaltung stehen aktuell im Fokus zahlreicher Diskussionen, wobei häufig der negative Einfluss auf Umwelt, Klima und die menschliche Gesundheit zentrale Kritikpunkte sind. Doch ohne die Nutztierhaltung ist eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung derzeit nicht möglich, wie die Initiative Dialog Rind und Schwein erklärt. Nutztiere verwerten einen Großteil der Pflanzenmassen, die bei der landwirtschaftlichen Produktion anfallen, aber nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Nur etwa 15 Prozent der pflanzlichen Produkte eignen sich überhaupt für den Verzehr durch den Menschen. Neben der Optimierung
der Flächen und Ressourcennutzung beschleunigen Nutztiere auch den Kreislauf von Pflanzennährstoffen, indem sie pflanzliche Biomasse schnell in hochwertigen Wirtschaftsdünger überführen. Nur mit einem stark erhöhten Einsatz von Mineraldünger wären sinkende Ernteerträge zu verhindern. Um eine höhere Verbraucherakzeptanz zu erreichen, möchte die Seite www.dialog- rindundschwein.de die VerbraucherInnen über die Vorteile der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung aufklären und informieren. Gleichzeitig soll den negativen, häufig voreingenommenen und für die Landwirte belastenden Berichterstattungen entgegengetreten werden.

11.10.2021: Online-Umfrage für Hunde- und KatzenhalterInnen

Die Stiftung Warentest bittet TierhalterInnen um ihre Teilnahme an einer Online-Umfrage über Haustierprodukte. Die Stiftung möchte auf diesem Weg herausfinden, welche Produkttests sich die TeilnehmerInnen wünschen bzw. welche Themen rund um das Tier für die HalterInnen interessant sind. Die Themenvorschläge reichen von Futter und Flohhalsbändern über Tierpensionen bis hin zu
Tierkrankenversicherungen. Die gesammelten Umfrageergebnisse möchte die Stiftung dazu nutzen, um ihre zukünftigen Tests möglichst praxisnah und bedarfsgerecht zu gestalten und in ihren Veröffentlichungen auf Verbraucherprobleme genauer eingehen zu können. Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten. Interessante Ergebnisse werden in test und auf test.de veröffentlicht.

11.10.2021: Hohenheimer Zukunftsgespräche zum Thema Fleischkonsum

Am kommenden Donnerstag, 14. Oktober 2021, lädt die Universität Hohenheim von 18.00-19.30 Uhr zu den Hohenheimer Zukunftsgesprächen ein. Zu der Frage „Sollte Fleisch weg von der globalen Speisekarte?“ werden Dr. Beate Gebhardt (Uni Hohenheim) , Dirk Liebenberg (ProVeg e.V.) sowie Dr. Andreas Nagel (J. Rettenmaier & Söhne GmbH + Co KG) referieren. Dabei werden die ReferentInnen sich unter anderem auch mit dem Sinn und Unsinn von alternativen Fleischprodukten, einer eventuell geringeren Umweltbelastung durch einen kompletten Fleischverzicht sowie neuen Lösungen für eine pflanzenbasierte Ernährung auseinandersetzen.
Denn laut dem aktuellen Fleischatlas der Böll- Stiftung werden durchschnittlich 70 Kilogramm Fleisch pro Person und Jahr verzehrt. Laut KritikerInnen könnte schon eine Halbierung des Fleischkonsums die Zukunft unseres Planeten und unsere Gesundheit nachhaltig schützen. Das Vetion-Fokusthema "Fleischlos glücklich" verschafft den LeserInnen einen umfassenden Überblick über die momentan am Markt befindlichen Alternativen zu herkömmlich produzierten Fleischprodukten. Außerdem finden Tierärztinnen und Tierärzte Ideen zur Antibiotikaminimierung im Stall in den E-Learning-Kursen von VetMAB unter Myvetlearn.de.

11.10.2021: QS-System - Qualitätssicherung seit 20 Jahren

Die BSE-Krise (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) war vor fast genau 20 Jahren der Anlass, die QS Qualität und Sicherheit GmbH ins Leben zu rufen. Das QS-Prüfsystem startete im Jahr 2001 und bildet seitdem durch Managementmaßnahmen, optimale Haltungsbedingungen und regelmäßig kontrollierte Futtermittel die Basis für die Sicherheit und Qualität unserer Lebensmittel. Bereits nach wenigen Monaten folgten die ersten Systempartner und knapp ein Jahr nach der Gründung gelangten erstmalig Produkte mit dem QS-Prüfzeichen in den Einzelhandel. Inzwischen arbeitet QS mit 180.000 Systempartnern aus den Bereichen Fleisch- und Fleischwaren, Futtermittel, Obst und Gemüse sowie aus dem Lebensmitteleinzelhandel zusammen. Neben Kontrollen und Laboranalysen bietet
das Unternehmen Monitoring- Programme wie Salmonellen- und Antibiotikamonitoring, aber auch die Erfassung und Auswertung von Schlachtbefunddaten an. Das Unternehmen feiert nun am 13. Oktober 2021 sein 20-jähriges Jubiläum. 20 Jahre QS – das sei auch eine 20-jährige Erfolgsgeschichte der Qualitätssicherung, sagt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH. Das blaue QS-Prüfzeichen, das inzwischen 95 Prozent des Schweine- und Geflügelfleischs, das im deutschen Einzelhandel verkauft wird, sowie 85 Prozent des Rindfleischs, zertifiziert, steht für Transparenz in den Wertschöpfungsketten und Vertrauen in Lebensmittel. Damit sei das Unternehmen zum Vorbild und zur Basis für die Entwicklung anderer Standards – wie zum Beispiel der Initiative Tierwohl (ITW) – geworden.

08.10.2021: Keulung von tausenden gesunden Schweinen wegen Personalmangel in UK

In Großbritannien mussten Hunderte Schweine gekeult werden, da dem Land nach dem Brexit nicht genügend Personal für die Fleischverarbeitung zur Verfügung steht. Die neuen Einwanderungsregeln erschweren den meist aus Osteuropa stammenden Facharbeitern die Einreise. Die sich stetig füllenden Schweineställe zwingen die SchweinehalterInnen nun, ihre gesunden Tiere grundlos zu töten. Die National Pig Association befürchtet, dass bis zu 120.000 Schweine gekeult werden müssen, wenn nicht bald mehr Arbeitskräfte eingestellt werden. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN bezeichnet diese Situation als eine Bankrotterklärung des Systems Massentierhaltung
und fordert ein schnelles Umdenken. „Es ist erschreckend zu sehen, wie dieses System in sich zusammenkracht, wenn nur ein einziges Rädchen in der globalen Kette nicht funktioniert. Die Leidtragenden sind immer die Tiere. Aber nicht nur: Die systemische und systematische Ausbeutung und Tötung von Tieren bringt immer auch die Zerstörung von Umwelt, Klima und Biodiversität mit sich", erklärt VIER PFOTEN Direktorin Eva Rosenberg. Es sei ein perverses System, in dem völlig gesunde Tiere aus Platzgründen getötet und weggeworfen werden, weil das Fleisch nicht den EU-Kriterien für die Schlachtung entspricht und daher nicht verkauft werden darf, so Rosenberg abschließend.

08.10.2021: Straßenkatzen helfen - Kastration steht an erster Stelle

In Deutschland leben ca. zwei Millionen Straßenkatzen. Nicht nur in den kalten Monaten brauchen die Tiere Hilfe, wie der Deutsche Tierschutzbund erklärt. Die Tierschutzorganisation appelliert im Rahmen seiner Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ an alle HalterInnen von Freigängerkatzen, ihre Vierbeiner dringend kastrieren zu lassen, um das Katzenleid auf der Straße nicht noch zu vergrößern. Doch auch Wohnungskatzen können entwischen und sich mit Straßenkatzen paaren. Daher sollten auch diese unbedingt kastriert werden. „Nur, wenn alle mithelfen, werden langfristig weniger Straßenkatzen ohne ein liebevolles Zuhause um ihr Überleben kämpfen müssen“, erklärt
Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Auch Menschen ohne eigene Katze können an zahlreichen Stellen helfen. So freut sich jeder Tierschutzverein über Unterstützung in Form von tatkräftiger Mithilfe oder Spenden, die für Kastrationen und die Versorgung der Vierbeiner benötigt werden. Wer verborgene Plätze von Straßenkatzen kennt, kann diesen auch durch das Bereitstellen von warmen Schlafplätzen helfen, die ganz leicht selbst gebaut werden können. Für die dringend notwendige Aufklärungsarbeit können Tierfreunde in den sozialen Medien den Hashtag ‪#‎KatzenHelfen sowie die extra kreierten Kampagnen-Motive des Deutschen Tierschutzbundes verwenden.

08.10.2021: ZZF unterstützt neue Qualzucht-Plattform

Qualzuchten sind einseitige Zuchten auf bestimmte körperliche Merkmale oder extreme Ausprägungen einer Rasse, die bei den einzelnen Tieren zu Leiden und Schäden führt. Was bei einigen Menschen als niedlich oder besonders schön empfunden wird, wie ein kleiner Kopf mit kurzer Nase, Kulleraugen oder Faltohren, bereitet den betroffenen Tieren große Probleme. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) setzt sich schon seit langer Zeit gegen solche Qualzuchten ein. „Ein per Zucht erreichtes Schönheitsideal, das den Tieren Leiden, Schmerzen oder Schäden zufügt, darf kein Kriterium für die Heimtierzucht sein", bekräftigt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. Als Konsequenz haben die Mitglieder des Verbands bereits den Ausschluss bestimmter Qualzuchtformen vom Handel beschlossen. Durch den Beitrag von Fachwissen über Aquaristik und Terraristik unterstützt der ZZF das in der vergangenen Woche online gegangene Qualzucht-Evidenz Network, kurz QUEN.
Die wissenschaftsbasierte Datenbank, die u.a. die Tierärztekammer Berlin ins Leben gerufen hat, stellt umfassende Informationen zum Thema Qualzucht bei Tieren zur Verfügung. Mittels Merkblätter über verschiedene Qualzuchtmerkmale, Gutachten, Gerichtsurteile und Literaturhinweise werden Veterinärämter und weitere Organisationen bei ihren Recherchen und ihrer Arbeit unterstützt. Die Datenbank, die fortlaufend um weitere Merkmale, Rassen und Tierarten ergänzt wird, steht auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Online-Fortbildung „Qualzucht: Aufgaben und Pflichten für Tierärzt/innen“ auf Myvetlearn.de richtet sich mit zwei Online-Seminaren sowohl an AmtstierärztInnen als auch praktizierende TierärztInnen. Beide Seminare sind noch bis zum 17. November 2021 buchbar. Zudem steht das Thema Qualzucht auch beim diesjährigen DVG Congress im Fokus, der vom 18.- 20. November 2021 im Berliner Hotel Estrel als Hybridveranstaltung stattfindet.

08.10.2021: Masterstudiengang Tiergesundheit in Bayern beginnt

An der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wird im Wintersemester 2021/2022 erstmals der bundesweit einzigartige Masterstudiengang Tiergesundheit angeboten. Der berufsbegleitende Masterstudiengang ist Teil einer umfassenden Zukunftsstrategie in Bayern, weshalb das bayerische Umweltministerium auch den Aufbau des Studiengangs mit rund 200.000 Euro unterstützt hat. Weiterhin wird das Ministerium 330.000 Euro für Stipendien zur Verfügung stellen, wodurch jeweils 15 Teilnehmer der ersten beiden Studiendurchgänge ihre Studienkosten weitgehend kompensieren können. Dadurch verpflichten sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten, anschließend mindestens 60 Monate als Tierärztin oder Tierarzt in der kurativen Nutztierversorgung in Bayern zu arbeiten. Ohne Stipendium
kommen auf den/die MasterstudentIn Kosten in Höhe von rund 3.000 Euro pro Semester zu. Im aktuellen Wintersemester 2021/22 nehmen 26 Tierärztinnen und Tierärzte an dem 4-semestrigen Studiengang teil. Der neue interdisziplinäre Masterstudiengang der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wird in Zusammenarbeit mit der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München stattfinden und bietet den teilnehmenden Tierärztinnen und Tierärzte vor allem im Nutztierbereich eine dezidierte fachliche Weiterbildung. Auf der Webseite der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf finden sich viele weitere Informationen inkl. FAQs zum Masterstudiengang, die entsprechenden Bewerbungsunterlagen sowie ein Interview mit der Studiengangassistentin Dr. Petra Weindel.

07.10.2021: Milchviehwirtschaft wegen Skandal um Bullenkälber im Visier

Am vergangenen Dienstag berichtete Report Mainz über das traurige Schicksal vieler männlicher Kälber von Hochleistungsmilchkühen in Deutschland. Sie stellen lediglich ein Nebenprodukt der Milcherzeugung dar und haben für die LandwirtInnen keinen monitären Wert bzw. sie kosten Geld, da sie aufgrund des geringen Fleischansatzes nicht für eine auskömmliche Mast zu verwenden sind. Die Preise für solche Bullenkälber sind daher so gering, dass nicht einmal die Futterkosten für die Tiere abdeckt werden. Tierschützer hatten dem ARD-Politikmagazin exklusive Aufnahmen aus einem brandenburgischen Kälberstall zukommen lassen. Versteckte Kameras hatten gefilmt, wie mehrere Kälber, angekettet und ohne Versorgung mit Wasser und Futter, elendig verendeten. Gezeigt wird auch, wie ein Arbeiter immer wieder nach den Kälbern schaut und die verstorbenen Tiere wegschleift. „Wer Tiere so hält, der geht doch nicht davon aus, dass diese Tiere am Leben bleiben", beschreibt Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz die Situation. „Wenn ich Tiere quasi anbinde und sie sich dann selbst überlasse, dann ist klar,
dann geht das nicht lange, denn dann sterben die. Ganz klar - anbinden, warten oder liegen lassen, das geht gar nicht", lautet das Fazit von Thomas Buckenmaier, Amtsleiter der Veterinärbehörde in Reutlingen und zugleich Mitglied im Verein "Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft". Die zuständige Amtveterinärin in Brandenburg, Frau Dörte Wernecke, erklärt die Umstände mit der fehlenden Sachkunde des Landwirtes, der zuvor erklärt hatte, er habe die Tiere nicht töten wollen. Doch welcher zusätzlichen Sachkunde neben dem normalen Menschenverstand bedarf es, zu wissen, dass Tiere ohne Wasser und Futter über kurz oder lang sterben werden? Eine Untersuchung der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes zeigt, dass diese Sachkunde jedoch einer recht großen Zahl von LandwirtInnen zu fehlen scheint, kommt die Studie doch zu dem Ergebnis: 600.000 solcher Bullenkälber sterben jedes Jahr, viele von ihnen auf grausame Art und Weise! Wird es nicht langsam Zeit, die praktizierte Milchviehwirtschaft zu überdenken?! Der Beitrag steht in der ARD-Mediathek zur Verfügung.

Wiedersehen in Leipzig - LTK findet wie gewohnt statt

07.10.2021

Die Tierärztinnen und Tierärzte können sich freuen - der 11. Leipziger Tierärztekongress findet wie geplant als ausschließliche Präsenzveranstaltung statt. Vom 13. bis 15. Januar 2022 erwartet die BesucherInnen ein umfassendes Programm. Neben mehr als 500 Vorträgen in täglich bis zu 15 parallelen, tierartspezifischen Schwerpunkten werden den TeilnehmerInnen zudem Sessions zu Tierseuchen, zu aktuellen Themen und Entwicklungen der klinischen Veterinärmedizin bei Haustieren, zu Lebensmittelsicherheit und Tierwohl bis hin zur Thematisierung von „Soft skills“ geboten. Auch der Dessauer Zukunftskreis wird dort seine Arbeit und Überlegungen zur Zukunft der Veterinärmedizin vorstellen. Die begleitende Industrieausstellung vetexpo wurde auf drei Tage ausgedehnt.
„Persönlicher Austausch ist durch nichts zu ersetzen! Deshalb freut sich das gesamte Messeteam schon sehr auf den Leipziger Tierärztekongress und die Industriemesse vetexpo im nächsten Jahr“, erklärt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. „Vor allem ermöglicht der Leipziger Tierärztekongress aber den persönlichen Austausch zwischen Veterinärmedizinern, Tierärztekammern und ebenso den vetexpo-Ausstellern. Trotz rasanten Wachstums mit zuletzt 6.200 Teilnehmern hat diese Veranstaltung ihren familiären Charakter immer bewahrt.“ In Zusammenarbeit mit Hardenberg Consulting findet auch wieder das Bewerbungstraining für Studierende der Veterinärmedizin sowie die Jobmesse CAREER CORNER statt.

07.10.2021: BVL veröffentlicht RASFF-Bericht 2020

Das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel, Lebensmittelbedarfsgegenstände und Futtermittel, kurz RASFF, schützt Verbraucherinnen und Verbrauchern vor belasteten bzw. kontaminierten Lebensmitteln. Die Mitglieder des Informationsnetzwerkes, unter anderem die EU-Kommission sowie alle EU-Mitgliedsstaaten, informieren sich über das RASFF über potenziell gesundheitsgefährdende Lebensmittel, Futtermittel und Lebensmittelkontaktmaterialien. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als nationale Behörde hat aktuell den Bericht 2020 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass mehr als 90 % der Meldungen Lebensmittel betrafen. Als häufigster Warngrund wurde Ethylenoxid genannt, ein Gas, das zur Bekämpfung von Pilzen und Bakterien bei Lebensmitteln eingesetzt wird und in der EU wegen seiner potenziell krebserregenden und
erbgutschädigenden Wirkung verboten ist. In Deutschland steht rund ein Drittel aller Warnmeldungen (173) mit Ethylenoxid im Zusammenhang. Rund 23 % der gesamten Meldungen hatten einen Bezug zu Deutschland, d. h. das zu beanstandende Produkt wurde in Deutschland hergestellt, nach Deutschland geliefert oder an einer deutschen Grenzkontrollstelle abgewiesen. Die häufigsten Warngründe in 2020 waren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, gefolgt von unerwünschten Mikroorganismen wie Salmonellen und Listerien als auch mögliche Fremdkörper. Die Produktkategorie „Nüsse, Nussprodukte und Samen“ war die am häufigsten genannte Kategorie. Etwa jede vierte Meldung, bei der ein Vertrieb nach Deutschland gemeldet wurde, entfielen auf diese Kategorie – gefolgt von den Kategorien „Geflügelfleisch und Geflügelfleischererzeugnisse“ (10 %) und „Getreide und Backwaren“ (9 %).

07.10.2021: Leipziger Forscherin mit Prof. Niklas-Medaille ausgezeichnet

Prof. Dr. Almuth Einspanier von der Universität Leipzig ist mit der Professor Niklas-Medaille geehrt worden. Die Veterinärmedizinerin erhält diese besondere Auszeichnung für ihre Forschung im Bereich des Tierschutzes zum Ausstieg aus dem Kükentöten. „Es ist eine große Auszeichnung, über die wir uns sehr freuen“, sagte Einspanier bei der Preisverleihung. Ein besonderer Dank geht an das
Team der Wissenschaftlerin, mit dem sie ein Technologieverfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei entwickelt hat, mit dem das Schreddern männlicher Küken verhindert werden kann. „Durch Ihre Arbeit ist es gelungen, dass wir mehr für den Tierschutz tun können“, betonte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die den Preis übergab.

06.10.2021: Physikalische Therapie steigert Lebensqualität von Hunden

Physiotherapeutische Übungen werden häufig bei Hunden durchgeführt, die nach Verletzungen und besonders im Seniorenalter unter schmerzhaften Beschwerden leiden. Ziel dieser Behandlungsform ist die Reduktion der Schmerzen und die Verbesserung der Lebensqualität. In der Ambulanz für Physikalische Medizin und Rehabilitation an der Vetmeduni Wien stehen Übungen auf dem Unterwasserlaufband, Lasertherapie sowie eine aktive Bewegungstherapie auf dem täglichen Behandlungsplan. Die aktive Bewegungstherapie beinhaltet Übungen wie beispielsweise das Gehen über Cavaletti oder das Stehen auf einem Donut-Ball. Durch diese Übungen werden die Gliedmaßenbelastung sowie bewusste gleichmäßige Belastung verbessert. Zudem kann so die Muskulatur, beispielsweise nach einer Operation, wieder aufgebaut werden. Auf dem Unterwasserlaufband können Schmerzen und Verspannungen im Rücken oder in den Knien, unter anderem durch eine verbesserte Mikrozirkulation im Gewebe und eine analgetische Wirkung auf das Nervensystem, reduziert werden. Vor dem Therapiebeginn werden die Patienten zunächst einer objektiven Lahmheitsanalyse unterzogen. „Dabei wird gemessen, mit wieviel Kraft sie ihre Beine
auf den Boden setzen“, erklärt Tierärztin Kathleen Wittek, die auf physikalische Therapie spezialisiert ist. Unter Aufsicht der behandelnden Tierärztinnen absolvieren die Patienten ihr regelmäßiges Training. Mit dem Patientenhalter wird zudem besprochen, wie es dem Vierbeiner nach der letzten Therapie ging, ob sich Veränderungen zeigen und ob sonstige Probleme wie beispielsweise Verletzungen oder Verdauungsbeschwerden aufgetreten sind. „Dabei untersuchen wir die Hunde mit den Händen und ermitteln den Zustand des Gewebes“, zeigt Wittek auf. „Schmerz, Verspannungen, Triggerpunkte oder eingeschränkte Beweglichkeit werden so eruiert und dokumentiert, um die Therapie individuell anzupassen.“ Alle Übungen erfolgen natürlich mit Lob und Leckerlis, es soll ja Freude machen! Auf Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte in den Online- Kursen zu „Manuellen und Physikalischen Therapien“ weiterbilden. Die Kurse 1 und 2 können bereits jetzt absolviert werden, ein Einstieg ist jederzeit möglich. Im Februar 2022 startet Kurs 3 „Physiotechnik Therapeutischer Ultraschall, Magnetfeld und Laser“. Die Kurse sind Teil einer 8-teiligen Kursreihe, die aus 5 Online-Seminaren und 3 Präsenz-Fortbildungen in Berlin besteht.

06.10.2021: Nulltoleranz für Rückstände von Neonikotinoiden

Als nächsten Schritt zur Erreichung der Ziele der Farm-to-Fork- Strategie plant die EU-Kommission offenbar die Nulltoleranz für Rückstände von Neonikotinoiden. Dies erklärte Klaus Berend, Leiter des Pflanzenschutzreferats bei der Generaldirektion Gesundheit der Europäischen Kommission (DG SANTE). Neben den Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen Clothianidin und
Thiamethoxam soll das Verbot voraussichtlich auf weitere in der EU nicht mehr zugelassene neonikotinoide Substanzen ausgeweitet werden, so Berend. Gespräche mit Drittstaaten seien bereits geführt worden. Seitens der Grünen wurde erneut ein sofortiges Verbot aller Neonikotinoide gefordert, ohne die Möglichkeit einer Notfallanwendung, die noch von Mitgliedstaaten praktiziert werde.

Neues Forschungszentrum zur One Health Forschung in Greifswald

06.10.2021

Um Infektionskrankheiten und Zoonosen sowie die Verbreitung von Seuchen zu erforschen, wird in Greifswald ein neues Forschungszentrum entstehen. Neben der Erregerübertragung von Tieren auf Menschen werden die globalen Verbreitungswege von Erregern sowie Antibiotikaresistenzen im Zentrum der wissenschaftlichen Untersuchungen im neuen Helmholtz-Institut für One Health stehen. Leiter der neuen Forschungseinrichtung wird der Biologe und
Veterinärmediziner Fabian Leendertz, der sich schon durch umfassende Forschungsarbeiten am Corona- sowie Ebola-Virus einen Expertenstatus erarbeitet hat. Unter anderem gehörte Leendertz zum Team der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das zum Ursprung der Corona-Pandemie geforscht hat. Die Laborarbeiten werden voraussichtlich im kommenden Frühjahr in Greifswald begonnen werden. Die Planungen und Vorbereitungen für einen Institutsneubau sind bereits in Arbeit.

06.10.2021: Forscher entwickeln vielversprechenden ASP-Impfstoff

Trotz zahlreicher ergriffener Maßnahmen ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in vielen Regionen weltweit kaum in den Griff zu bekommen. Daher wird bereits seit Jahren fieberhaft an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen die hoch ansteckende Tierseuche gearbeitet. Laut Aussagen des US-Landwirtschaftsministers Tom Vilsack haben Forschende des „Agricultural Research Service“ (ARS) zuletzt weitere Erfolge bei der Impfstoffentwicklung erzielt. Sie stellten Impfstoffkandidaten vor,
die nachweislich sowohl europäische als auch asiatische Zuchtschweine gegen den derzeit zirkulierenden asiatischen ASP-Stamm schützten. Bei Hausschweinen konnte bereits nach vier Wochen ein vollständiger Impfschutz nachgewiesen werden. Die vorgestellten Impfstoffe werden nun in weiteren Studien auf ihre Wirksamkeit sowie Sicherheit getestet. Bis heute habe die ARS fünf experimentelle ASP-Impfstoffe entwickelt und patentiert sowie sieben Lizenzen mit Pharmaunternehmen zur Entwicklung der Impfstoffe abgeschlossen.

06.10.2021: Planungssicherheit für Landwirte gefordert

Bei dem Empfang einer internationalen Delegation hat der Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies besonders den anstehenden Strukturbruch in der Schweinehaltung in Deutschland verdeutlicht. Besonders der Preisverfall auf dem Schweinemarkt stelle ein enormes Problem für die Schweinehalter dar, so Hennies. „Niedersachsens Landwirtschaft generiert seine Wertschöpfung zu 75 Prozent aus der Tierhaltung“, erklärte der Landvolkpräsident. Um die Tierhaltung zu stärken, müsse die Entlohnung pro Tier dringend erhöht werden. „Wir stehen deshalb voll hinter dem Borchert-Plan“, verdeutlichte Hennies. Um weitere Betriebsaufgaben zu verhindern, fordert der Landvolkpräsident Politik, Verbraucher und Handel auf, ihrer Verantwortung für den gesamten Haltungsbereich gerecht zu werden. „Die Landwirte haben einen massiven Schaden, verdienen kein Geld und haben keine Perspektive“, sagte Hennies. „Der Verbraucher kann
Impulse geben und Wünsche äußern, Lösungsvorschläge müssen jedoch aus der Wissenschaft kommen“, bekräftigte auch Dr. Christian Sürie, Leiter des Forschungsgutes Ruthe der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, der die Delegierten, unter ihnen auch DBV-Präsident Joachim Rukwied, durch die Ställe führte. Sürie stimmte Hennies zu, dass die Landwirte 20 Jahre Planungssicherheit bräuchten, wenn sie einen neuen Stall bauen. Neben der Tierhaltung war auch der Klimawandel ein zentrales Thema. „Niedersachsen ist mit 300.000 Hektar (ha) Mooren und nochmals 300.000 ha kohlenstoffreichen Böden besonders stark betroffen“, verdeutlichte Hennies, der auch hier ein klares Bekenntnis der Politik erwartet. Der Niedersächsische Weg habe gezeigt, wie Konflikte konstruktiv gelöst werden können. „Landwirte müssen für Naturschutz belohnt werden, anstatt sie mit immer neuen Auflagen zu bestrafen“, forderte er dazu auf, gegenseitige Ziele als berechtigt anzuerkennen.

05.10.2021: ÖTK weist auf Bedeutung von One-Health hin

Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) hat anlässlich des Weltierschutztages, der jedes Jahr am 4. Oktober begangen wird, an die TierärztInnen appelliert, mehr Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen im Tierschutz umzusetzen. „Unser tierärztliches Handeln hat unmittelbare Auswirkungen auf Tiere, Menschen und die Umwelt. Die moralischen und ethischen Fragen, die sich aus unserem Tun ergeben, haben nicht zuletzt gravierende Folgen auf den Tierschutz und in weiterer Folge auf die menschliche Gesundheit,“ sagt Mag. Kurt Frühwirth, Tierarzt und ÖTK-Präsident. Spätestens seit der Corona-Pandemie und dem Klimawandel stünden die Menschen sehr viel weitreichenderen Herausforderungen gegenüber, so der Präsident. Den TierärztInnen obliege die Verantwortung, die Bevölkerung ganz im Sinne des One-Health Ansatzes vor
gesundheitlichen Schäden durch Lebensmittel oder ansteckende Tierkrankheiten zu schützen. „Eines ist klar, gesundes Fleisch kann nur von gesunden Tieren gewonnen werden, daher ist eine optimale Tierhaltung auch Voraussetzung für gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel,“ so Frühwirth. TierärztInnen nehmen hier eine wichtige Rolle ein und tragen mit Kompetenz und Verantwortung zur nötigen Sicherheit bei. Der ÖTK-Präsident appelliert angesichts der sich immer weiter füllenden Tierheime an potenzielle TierhalterInnen, sich vor der geplanten Anschaffung eines Haustieres umfassend zu informieren, um unnötiges Tierleid zu verhindern. Er mahnt dringend, sich gemeinsam gegen die kriminellen Machenschaften illegaler Welpenhändler zu stellen, die durch die Corona-Pandemie und die damit entstandene hohe Nachfrage zusätzlich befeuert worden seien.

05.10.2021: Thüringen fördert Schweinehalter beim tierwohlgerechten Umbau

Um die Haltungsbedingungen von Nutztieren zu verbessern, hat das Land Thüringen eine Tierwohlstrategie erarbeitet. Neben bereits bestehenden Investitionsförderungen unterstützt das Land Agrarbetriebe bei der Gestaltung von tiergerechten Haltungsverfahren. Fördermittel für die „Haltung von Schweinen auf Einstreu und mehr Platz im Stall“ können Schweine haltende Betriebe vom 15. Oktober bis zum 15. November 2021 beantragen. „Wir fördern eine tierwohlgerechte Haltung mit zwei Millionen Euro, um den Agrarbetrieben die Entscheidung zu erleichtern, in neue Haltungssystem zu investieren. Damit folgen wir den Empfehlungen der Borchert-Kommission, die beim tierwohlfreundlichen Umbau der
Nutztierhaltung die Investitionsförderung als ein zentrales Instrument identifiziert hat. Und wir erfüllen die gesellschaftlichen Erwartungen an eine moderne Nutztierhaltung im Sinne des Tierwohls“, so Thüringens Agrarministerin Susanna Karawanskij. „Wir unterstützen schweinehaltende Betriebe dabei, Haltungsbedingungen bei Schweinen so zu verändern, dass sie den Ansprüchen des Tierwohls gerechter werden. So können sie auch Erfahrungen sammeln, wenn das erwartete gestufte Zertifizierungssystem eingeführt werden sollte. Mit der Förderung sichern wir also mehr Tierwohl ab und bereiten unsere Agrarbetriebe frühzeitig auf neue Marktbedingungen vor“, so die Ministerin abschließend.

05.10.2021: Klöckner: Länder sollen sich beim Umbau der Nutztierhaltung festlegen

Am vergangenen Freitag (01.10.2021) ist die letzte Agrarministerkonferenz (AMK) dieses Jahres zu Ende gegangen. Neben einem verbindlichen Tierwohllabel und der präkeren Lage der Schweinehalter in Deutschland war der Umbau der Tierhaltung ein zentrales Thema. Die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat abschließend die AgrarministerInnen der Länder aufgefordert, über die von ihr vorgelegten Finanzierungsmodelle zum Umbau der Tierhaltung abzustimmen. „Ich will, dass die Tierhalter hier in Deutschland eine wirtschaftliche Perspektive haben und dabei mehr für das Tierwohl tun. Das ist auch der Wunsch der Verbraucherinnen und Verbraucher. Mehr Tierwohl kostet auch mehr Geld – deshalb müssen wir die Landwirte dabei unterstützen, ihre Ställe umzubauen. Die rechtlich geprüften Finanzierungsmodelle dafür habe ich vorgelegt. Zudem haben wir bei der EU-Kommission die Zusicherung erreicht, dass Stallbauinvestitionen für mehr Tierwohl mit bis zu 80 Prozent gefördert werden können. Das ist ein wichtiger Durchbruch! Auch ist die Förderdauer nicht mehr auf sieben Jahre begrenzt, sondern unbefristet. Damit ist eine
weitere entscheidende Voraussetzung erfüllt. Denn Landwirte brauchen Verlässlichkeit und Rechtssicherheit. Alle Grundlagen für eine zügige Entscheidung in der neuen Legislatur sind also geschaffen. Deshalb rate ich der Agrarministerkonferenz, hier Farbe zu bekennen und sich für ein Finanzierungsmodell auszusprechen“, so die Bundesministerin. Kritik für ihre Arbeit der letzten vier Jahre erntete Klöckner von Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther. Das Bundesministerium habe sowohl bei der EU-Agrarförderung, dem Tierschutz als auch bei der Umsetzung der Borchert-Empfehlungen zu wenig Fortschritte gemacht. „Wir haben derzeit ein Agrarsystem, mit dem niemand zufrieden ist. Die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht, die Landwirtschaft nicht und die nicht, die für mehr Umweltschutz, Klimaschutz, Schutz der Artenvielfalt und Tierschutz eintreten», erklärte Günther. Die Einführung eines staatlich verbindlichen Tierwohllabels, das Platzangebot und Haltung von Schwein, Rind und Geflügel kennzeichnen soll, wurde von den Ländern beschlossen. Jedoch könnten europarechtliche Hürden die Einführung verhindern, so Klöckner.

04.10.2021: EU-einheitliche Regelumsetzung bei Tiertransporten gefordert

Der EU-Sonderausschuss für Tiertransporte hat nach einer Delegationsreise in das bulgarisch-türkische Grenzgebiet noch einmal seine Forderung nach einer einheitlichen Regelumsetzung untermauert. Die Regelungen für die Transporte von Nutztieren müssten präziser definiert sowie strenger kontrolliert werden, lautet die Forderung einiger Abgeordnete. Auch wenn die Delegierten während ihrer Reise keinen einzigen Tiertransport sichten konnten, hatten sie doch die Möglichkeit, vor Ort mit Fahrern zu sprechen, die dringend auf verstärkte Kontrollen drängen, um die Wettbewerbsgleichheit
sicherzustellen. Der dänische Abgeordnete Asger Christensen, hat den Vorschlag unterbreitet, jeden Tiertransporter zu verpflichten, eine Videoüberwachung zu installieren sowie automatische Temperaturmessungen vorzunehmen. Neben einer verbesserten Kooperation zwischen den Behörden der verschiedenen Mitgliedstaaten müssten zudem alle Transportwege, auch der Transport per Fluzeug, stärker kontrolliert werde, wie die stellvertretende Ausschussvorsitzende Anja Hazekamp betonte. Zu Beginn des nächsten Jahres will der Sonderausschuss seinen Abschlussbericht vorlegen.

04.10.2021: Tierschutz muss stärker in allen Bereichen der Politik verankert sein

Den heutigen Welt-Tierschutztag nimmt die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN zum Anlass, an die kommenden Regierungsbildenden Politiker zu appellieren, den Tierschutz in allen politischen Bereichen stärker zu verankern. „Bisher weiß noch niemand, welche Regierung die Politik der nächsten vier Jahre in Deutschland bestimmen wird. Sehr wohl aber wissen wir schon jetzt, dass Tierschutz einen wichtigen Platz im noch auszuhandelnden Koalitionsvertrag einnehmen muss – nicht nur für das Wohl der Tiere, sondern auch für den Umwelt- und Klimaschutz“, erklärt VIER PFOTEN- Geschäftsführer Rüdiger Jürgensen. Für die nächste Legislaturperiode fordert Jürgensen, den Umgang mit Tieren grundlegend neu zu bewerten und den Weg für eine tiergerechte Zukunft zu ebnen. VIER PFOTEN Schweiz macht anlässlich des Welt- Tierschutztages
erneut auf die dringliche Notwendigkeit aufmerksam, Maßnahmen zu ergreifen, um die Entstehung und Verbreitung weiterer zoonotischer Krankheiten zu vermeiden. Von der Schweizer Regierung erwartet die Tierschutzorganisation, dass diese schnellstens einen umfassenden Präventionsplan zur Verhinderung weiterer Pandemien erstellt und sich auch auf internationaler Ebene für den Tierschutz einsetzt. „Wir brauchen von unserer Regierung ein klares Bekenntnis zur dringend notwendigen Umkehr unserer bisherigen Lebensweise. Allem voran muss sich unser Umgang mit sogenannten Nutztieren drastisch ändern, denn die intensive Massentierhaltung ist eine Brutstätte für Krankheiten. Solange wir Menschen Tiere leiden lassen, werden auch wir leiden – so einfach ist das“, sagt Alexandra Mandoki, Länderchefin von VIER PFOTEN Schweiz.

01.10.2021: Neues Netzwerk komprimiert Informationen über Qualzuchten

Das Qualzucht-Evidenz Netzwerk (QUEN) klärt über die Leiden der Tiere mit zuchtbedingten Defekten, den sogenannten Qualzuchten, auf. Die wissenschaftsbasierte Informations- und Datenbank bietet neben einer Übersicht über zuchtbedingte sichtbare oder verdeckte Defekte betroffener Tierrassen, tierartspezifischen Beiträgen, Merkblättern und Texten auch eine Zusammenfassung von Gutachten und Gerichtsurteilen. Die Datenbank, die am 01.10.2021 online gegangen ist, soll unter anderem Veterinärbehörden bei der Umsetzung
ihres Vollzugs unterstützen und zudem Gerichten und Gesetzgebern evidenzbasierte Fakten liefern. Auch durch die große Unterstützung von ExpertInnen aus dem gesamten Bundesgebiet, der Schweiz und den europäischen Nachbarländern ist ein umfassendes und hilfreiches Informationsportal entstanden. Es wird hoffentlich zu einer erheblichen Reduzierung des derzeit bestehenden Vollzugsdefizits und damit zur Steigerung des Tierwohls führen, denn nicht nur Hunde, Katzen und Heimtiere, sondern auch Millionen landwirtschaftlicher Nutztiere sind betroffen.

01.10.2021: Agrarminister beraten über ASP und GAP-Reform

Auf der heute (01.10.2021) stattfindenden Agrarministerkonferenz (AMK) in Dresden wird neben den nationalen Verordnungen für die neue Förderperiode der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) sowie der Schaffung verbesserter Rahmenbedingungen für den Ökolandbau, auch die Afrikanische Schweinepest (ASP) ein zentrales Thema sein. „Seit einem Jahr wütet die ASP in Brandenburg und seit einem Jahr drängen wir beim Bund auf Unterstützung. Bei einem Spitzentreffen zur Situation der schweinehaltenden Betriebe wurden die ASP-betroffenen Länder nicht mal eingeladen. So kann es nicht weitergehen. Deshalb habe ich die ASP in Dresden erneut auf die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz gesetzt. Die Brandenburger Betriebe können nicht darauf
warten, bis sich eine neue Bundesregierung gebildet hat und Förderprogramme auflegt“, erklärt Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel. Der Minister bemängelt, dass die von der ASP betroffenen Länder noch immer auf die Unterstützung des Bundes warten. „Die bisherige Bundesregierung hat es seit über einem Jahr versäumt, zu handeln. Und auch seit der Sonderagrarministerkonferenz am 1. September ist nichts passiert“, erklärt Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel. Die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz enthält weitere wichtige Themen, die für die Zukunftsausrichtung der Landwirtschaft von zentraler Bedeutung sind und aus Sicht von Agrarminister Vogel von einer neuen Bundesregierung schnell und engagiert aufgegriffen werden müssen.

01.10.2021: bpt Digital: Live-Diskussion zum neuen Tierarzneimittelgesetz

In weniger als vier Wochen geht der nächste bpt-Kongress DIGITAL an den Start. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr hat sich der Tierärztverband erneut für eine ausschließlich virtuelle Veranstaltung entschieden. Vom 28. Oktober bis zum 3. November 2021 können sich die KongressteilnehmerInnen auf tägliche Live- Webinare, Vorträge on demand, aktuelle Berufspolitik, einen Career Day für Studierende und angestellte Tierärzte, sowie
Innovationen und Webinare der Industrie freuen. Nachdem das neue nationale Tierarzneimittelgesetz (TAMG) am 17. September vom Bundesrat bewilligt worden ist, wird dieses auch in einer Live-ExpertInnen- Diskussion am 29. Oktober beleuchtet. Die TierärztInnen erfahren so live aus dem Studio, welche Konsequenzen das neue TAMG für jeden Praktiker hat und welche kritischen Punkte bei der praktischen Umsetzung lauern.

30.09.2021: Bei Freigängerkatzen unbedingt auf den Flohschutz achten

Mit den fallenden Außentemperaturen verbringen auch Freigängerkatzen mehr Zeit in der warmen und gemütlichen Wohnung. Von ihren Ausflügen nach draußen bringen die Vierbeiner gerade jetzt häufig auch Flöhe mit ins Haus, die ebenfalls die Wärme bevorzugen. Neben dem Hundefloh nutzt der Katzenfloh in den meisten Fällen das Fell der Katze, um ins Haus zu gelangen und auch den Menschen stechen können. In beheizten Wohnräumen hat der Parasit perfekte Bedingungen, um sich zu vermehren. Dafür suchen sich die Flöhe nicht selten Ritzen, Teppichböden und Polster. Ein einziger Flohstich kann bei den betroffenen Katzen bereits eine Flohspeichelallergie-bedingte Hautentzündung
auslösen. Neben einem ganzjährigen Flohschutz ist auch zu empfehlen, das Tier regelmäßig auf Flöhe hin zu untersuchen. Hierzu stehen speziell für die Katze zugelassene Präparate zu Verfügung. Wichtig ist aber auch, die Lieblingsplätze der Samtpfoten auf einen eventuellen Flohbefall zu untersuchen. Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass Flohpräparate für Hunde auf keinen Fall bei der Katze angewendet werden dürfen. Auch Hausmittel, die oftmals empfohlen werden, sind nicht geeignet, über den Flohzirkus Herr zu werden. Sie können sich sogar schädlich auf die Gesundheit des Haustigers wirken.

30.09.2021: Wolfsschutz: Antragsfrist In Mecklenburg-Vorpommern verlängert

Mecklenburg-Vorpommern hat die Antragsfrist für Fördermittel zum Schutz vor dem Wolf bis zum 31.12.2021 verlängert. Die neue Förderrichtlinie des Landes umfasst zusätzliche, über die allgemeinen Sicherungspflichten hinausgehende, laufende Betriebsausgaben zum Schutz vor Schäden durch den Wolf an landwirtschaftlichen Nutztieren in Weidehaltung. Gefördert werden können wolfsabweisende Zäune sowie Herdenschutzhunde, soweit während des gesamten Bewilligungszeitraums die Beweidung sowie die Pflege und Sicherung der Zäune aufrechterhalten sowie der zweckmäßige Einsatz der Herdenschutzhunde gewährleistet wird. Auch im nächsten Jahr können noch Anträge bis
spätestens zum 30.09.2022 eingereicht werden. Bewilligt werden können Zuwendungen für Zuwendungsempfänger, die eine Investitionsförderung nach der Förderrichtlinie Wolf für die über den gesamten Bewilligungszeitraum zum Einsatz kommenden wolfsabweisenden Zäune oder Herdenschutzhunde erhalten haben. Gefördert werden können auch Tierhalter, die keine Investitionsförderung erhalten haben, bei denen aber die Notwendigkeit und Angemessenheit der Schutzmaßnahme von der Bewilligungsbehörde oder einer von ihr beauftragten Person bestätigt wurde und auch die weiteren Zuwendungsvoraussetzungen erfüllt sind.

30.09.2021: Anschaffung von Heimtieren gut planen

Anlässlich des Welttierschutztags am 4. Oktober appelliert der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) an zukünftige HalterInnen, die Anschaffung von Heim- und Haustieren gut zu überdenken. Denn gerade durch die Corona-Pandemie, verbunden mit der Verlagerung der täglichen Arbeit ins Home-Office, ist der Wunsch nach einem tierischen Familienmitglied ungebrochen. „Potenzielle Tierhalter und alle Eltern, deren Kinder sich ein Heimtier wünschen, sollten sich fragen: Passen die Bedürfnisse des Tieres zum Lebensstil der Familie? Wer betreut das Tier während des Urlaubes oder während der Berufstätigkeit? Kenne ich den Aufwand und die Kosten für die tägliche Pflege beziehungsweise will und kann ich mich ihm ein Tierleben lang widmen?", rät ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. „Werden diese Fragen nicht geklärt, fühlen Tierhalter
sich möglicherweise überfordert und die Tiere sind am Ende die Leidtragenden", mahnt Holthenrich. Zu bedenken sei die durchschnittliche Lebenserwartung der Tiere. So werden Katzen bis zu 20 Jahre, Hunde bis zu 15 Jahre alt. Während die durchschnittliche Lebenserwartung von kleineren Heimtieren wie Meerschweinchen, Kaninchen und Hamstern bei zwei bis zehn Jahren liegt, können beispielsweise Reptilien und Papageien über 50 Jahre alt werden. „Je länger Heimtier und Mensch zusammenleben und je älter ein Tier wird, desto vertrauensvoller wird die Beziehung und desto mehr fördert sie bei einer tiergerechten Haltung das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Menschen", erklärt Holthenrich. Für Halter, die sich nicht lange binden wollen, sei jedoch ein Heimtier mit einer etwas geringeren Lebenserwartung geeigneter.

30.09.2021: Viele Schweinehalter vor Betriebsaufgabe

Laut einer Befragung von rund 1000 SchweinehalterInnen in Deutschland durch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) planen mehr als 50 Prozent einen Ausstieg aus der Schweinehaltung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Die größten Ausstiegsraten finden sich laut der Umfrage im Süden des Landes (70 % der Sauenhalter bzw. 55 % der Schweinemäster). Sowohl die Ferkelerzeuger als auch die Schweinemäster führten als Hauptgründe die Summe der Auflagen und die fehlende Planungssicherheit an. Aber auch der mangelnde Rückhalt aus der Politik und die Stimmung in der Gesellschaft lasten schwer auf den SchweinehalterInnen. Die ISN fürchtet, dass die Tierhaltung immer mehr ins
Ausland verlagert wird, wo die Auflagen nicht ganz so streng sind, und fordert die Politiker dringend zum Handeln auf. „Wir müssen feststellen, dass in der abgelaufenen Legislaturperiode viel über die Umgestaltung der Schweinehaltung diskutiert wurde – mit durchaus richtigen Ansätzen im Rahmen der Borchert-Kommission. Doch die verschiedenen Parteien und Ministerien haben sich, wo es nur ging, gegenseitig Sand ins Getriebe gestreut. Geblieben sind viele Baustellen und noch mehr Fragen. Den Schaden haben wir Bauern“, erklärt der ISN- Vorsitzende Heinrich Dierkes. „Beim Ordnungsrecht, also neuen Auflagen für die Betriebe, ist dagegen viel passiert – oft im deutschen Alleingang“, ergänzt der Dr. Thorsten Staack, ISN-Geschäftsführer.

29.09.2021: Corona-ähnliche Viren in Fledermäusen in Laos entdeckt

Seitdem im Dezember 2019 die ersten Fälle von Covid-19 bei Menschen bekannt geworden sind, forschen WissenschaftlerInnen an dem Ursprung der Corona-Pandemie, die noch heute die ganze Welt beschäftigt. Thesen, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 einem Laborunfall entstammt, konnten nicht wirklich bewiesen werden, genau wie die Annahme, dass das verheerende Virus seinen Ursprung in Wildtieren hat. Forschende haben nun Fledermäuse mit ihren Untersuchungen wieder in den Fokus gebracht. Diese untermauern die These, dass das Virus ursprünglich von Fledermäusen stammte und über einen Zwischenwirt, etwa Marderhunde, auf den Menschen übergesprungen ist. Die Wissenschaftlerinnen haben nach ihren Analysen von Speichel-, Kot- und Urinproben von 645
Höhlenfledermäusen in Laos drei Viren entdeckt, die Sars-CoV-2 ähnlicher sind als alle bislang bekannten Viren. Allerdings steht eine Begutachtung der Ergebnisse durch unabhängige WissenschaftlerInnen noch aus. Der Fund der Forschenden ist an sich nicht überraschend, denn auch Forschende in der chinesischen Provinz Yunnan hatten bereits vor einiger Zeit ein Virus entdeckt, das zu 96,1 Prozent identisch mit Sars-CoV-2 ist. Der nun neu entdeckte Erreger "BANAL-52" sei allerdings zu 96,8 Prozent identisch mit dem Pandemie-Erreger, sagte Studienautor und Virologe Marc Eloit vom Pariser Pasteur-Institut. Außerdem hätten alle drei neu entdeckten Viren Abschnitte in ihrem Genom, die Abschnitten von Sars-CoV-2 ähnlicher seien als bei anderen Viren.

29.09.2021: Verbot von Nerzzucht in Dänemark verlängert

Im November 2020 hat die dänische Regierung die Nerzzucht im ganzen Land verboten, nachdem es auf 289 Nerz-Farmen zu Sars-CoV-2-Infektionen gekommen war. Daraufhin wurde die Tötung von mehr als 17 Millionen Nerzen angeordnet. Während 13 Millionen Tiere verbrannt wurden, sind vier Millionen Tiere in Massengräbern verscharrt worden, die anschließend aufgrund von Kontaminationen des
Bodens wieder ausgegraben werden mussten. Wie das Landwirtschaftsministerium nun mitgeteilt hat, ist das Zuchtverbot um ein weiteres Jahr verlängert worden, um die Bevölkerung vor weiteren Corona-Ausbrüchen zu schützen. Bislang ist das Pelztier das einzige Tier, bei dem bisher mit Sicherheit festgestellt werden konnte, dass es sich sowohl mit Covid-19 infizieren als auch den Menschen anstecken kann.

Geschichte der Antibiotika als spannender Podcast

29.09.2021

Die neue Folge der Podcast-Reihe "Siege der Medizin" der Apotheken-Umschau erzählt die Geschichte der Antibiotika. Am Beispiel Penicillin erklären Schauspieler und Sprecher Ulrich Noethen und Dr. Heidi Horns, Infektiologin an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die Entdeckung, Wirksamkeit und Problematiken von Antibiotika. Dabei erfahren die HörerInnen spannende und überraschende Details. Anschaulich taucht Ulrich Noethen in die Zeit der Nubier ein, die ihr Bier absichtlich auf einen hohen Gehalt an Tetracylin optimierten, einem Antibiotikum, das in Gerstenkörnern steckt. Weiter geht die Geschichte des Antibiotikums im ersten Weltkrieg, als Captain Alexander Fleming im Feldlazarett seine Versuche machte. Noethen beschreibt die Situation im Labor so eindrucksvoll, dass man beim Zuhören förmlich Alkohol und Kampfer riechen kann, die aus den Reagenzgläsern strömen. „Die Entdeckung und der flächendeckende Einsatz von Antibiotika war sicher ein riesengroßer Meilenstein in der Medizin. Dadurch sind medizinische Eingriffe und Verfahren möglich geworden, die sonst
undenkbar wären", sagt Dr. Heidi Horns, die auch zusammenfasst, wie es zu multiresistenten Keimen kam und was das für die Zukunft heißt. „Das Bewusstsein wird sich ändern. Es gibt viele Anstrengungen, dass man den Antibiotika-Einsatz anders macht, besser und rationaler. Dass man kein Schindluder betreibt, breite Substanzen auf alles wirft und sich damit große Probleme einkauft, die man hinterher ausbaden muss", so die Expertin. Mit hörspielartigen Dialogen, Expertenstimmen sowie einem herausragenden, sparsam eingesetzten Sounddesign aus Musik und reduzierten Geräuscheffekten verbindet der Podcast Informationsvermittlung mit Gänsehaut beim Zuhören und macht aus Medizingeschichte ein besonderes Hörerlebnis. Der Podcast ist auf allen bekannten Podcast-Plattformen zu finden. Das Projekt VetMAB hat verschiedene E-Learnings zur Antibiotikaminimierung im Stall produziert, die sich an TierärztInnen richten. In Kürze werden dort auch verschiedene E- Learning-Module zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes beim Nutztier für LandwirtInnen angeboten.

Politisches Versagen bei vielen Tierschutzvorhaben

28.09.2021

Im Rahmen der Bundestagswahl am 26. September 2021 und der anstehenden Regierungsbildung hat der Deutsche Tierschutzbund mal zusammengefasst, was hinsichtlich der Tierschutzvorhaben in der vergangenen Regierungsperiode versprochen, aber nicht eingehalten wurde. Unter den Beispielen des politischen Versagens werden neben dem bisherigen Scheitern des Tierwohllabels auch das um zwei weitere Jahre verschobene Ausstiegsdatum aus der betäubungslosen Ferkelkastration aufgeführt. Trotz der tierschutzgerechten Alternativen war die Übergangsfrist von über fünf Jahren zu kurz für die Branche. Auch bei der geplanten und versprochenen Verkürzung der Transportzeiten bei Tiertransporten wurde auf Bundesebene keine einheitliche
Regelung gefunden, sondern jedem Bundesland selber die Entscheidung überlassen. Bis heute gibt es keine Verkürzung der Transportzeiten auf EU-Ebene, obwohl der Bund sich dafür stark machen wollte. Neben nicht-kurativen Eingriffen an Tieren in der Landwirtschaft wie das Kupieren der Ringelschwänze bei Ferkeln ist die Regierung auch hinsichtlich des Kükentötens klar gescheitert. Das Kükentöten sollte bis September 2019 verboten werden, ist aber immer noch legal. Das Thema illegaler Welpenhandel wird nicht zuletzt seit der Corona- Pandemie stark diskutiert. Doch trotz angekündigter Vorschläge für konkrete Maßnahmen oder sogar Verbote ist auch in diesem Bereich nichts geschehen. Es gibt viele Aufgaben, denen sich die neue Regierung wird stellen müssen, was von der letzten versäumt wurde.

28.09.2021: Berliner Senat erweitert seine Verfassungsklage

Der Normenkontrollantrag des Berliner Senats beim Bundesverfassungsgericht wurde von Berlins Verbraucherschutzsenator Dirk Behrendt (Grüne) erweitert. Nachdem die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung im Juli 2020 geändert worden war und am 9. Februar 2021 in Kraft getreten ist, klagt das Land nun gegen die neue Kastenstandsverordnung von Sauen. Der Normenkontrollantrag des Landes von Januar 2019 richtete
sich sowohl gegen die Ferkel-, als auch gegen die Sauen-, Mastschweine- und Eberhaltung. Berlins Verbraucherschutzsenator zeigt sich davon überzeugt, dass der Normenkontrollantrag Erfolg haben wird. „Es ist unethisch und inakzeptabel, wie wir heutzutage Schweine halten“, so Behrendt, der den ursprünglichen Antrag von 2019 und die Erweiterung veröffentlicht hat. Mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts rechnet der Senat im Jahr 2022.

28.09.2021: Heute ist Welt-Tollwut-Tag

Der 28. September ist der Welt-Tollwut-Tag, der in diesem Jahr bereits zum 15. Mal begangen wird. Die Tollwut ist eine tödlich verlaufende Viruserkrankung. Infizierte Tiere sowie der Mensch zeigen Verhaltensveränderungen, Muskelkrämpfe und Lähmungserscheinungen. Da die Infektionskrankheit auf den Menschen übertragbar ist, handelt es sich um eine Zoonose. Die Ansteckung erfolgt über den Kontakt der Schleimhäute oder Verletztungen der Haut mit Speichel von tollwütigen Tieren wie Füchsen, Hunden oder Fledermäusen. Am häufigsten sind Biss- oder Kratzverletzungen. Auch wenn die meisten Länder in Westeuropa heute tollwutfrei sind, kann die Krankheit jederzeit eingeschleppt werden. In der letzten Zeit kam es häufiger vor, dass durch den massiven illegalen Welpenhandel Tiere eingeführt wurden, die noch keinen ausreichenden Impfschutz
hatten oder bereits erkrankt waren, was für andere Menschen und Tiere eine große Gefahr darstellt. Allein im laufenden Monat mussten sich in Deutschland über vierzig Menschen behandeln lassen, weil ein illegal importierter Welpe an Tollwut gestorben ist. ExpertInnen sprechen von weltweit mehr als 59.000 Tollwutopfern jährlich. Zum Schutz vor der tödlichen Krankheit sind wirksame Impfstoffe auf dem Markt, die Grundimmunisierung muss jedoch vor einer Infektion abgeschlossen sein. Auch geimpfte Personen müssen nach dem Kontakt mit einem erkrankten Tier eine "Not-Immunisierung" vornehmen lassen. Bei Nicht-Geimpften muss diese in der ersten Stunde nach dem Biss erfolgen. Daher wird dringend empfohlen, sich von zahm wirkenden Wildtieren fernzuhalten, da diese bei einer Tollwuterkrankung häufig die natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren, bei Berührung aber mit Beißen reagieren.

28.09.2021: Mehr Schweineschlachtungen in der EU trotz niedriger Preise

EU-weit sind in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 3,6 Prozent mehr Schweine als im ersten Halbjahr des Vorjahres geschlachtet worden. In den Mitgliedsstaaten sind insgesamt 124,17 Mio. Schweine geschlachtet worden, gut 4,3 Millionen Tiere mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) berichtet. Während beispielsweise Spanien seinen Platz als wichtigstes Erzeugerland in der Gemeinschaft ausbauen konnte, ist die Zahl der Schlachtungen in Deutschland rückläufig. Verglichen mit der ersten Jahreshälfte 2020 wurden hier 685.000 Tiere bzw. 2,6 Prozent weniger
Schweine geschlachtet, da weniger Ferkel und Mastschweine aus dem Ausland ins Bundesgebiet geliefert wurden. Österreich konnte die Schlachtungen um 3,4 Prozent auf 2,57 Mio. Schweine erhöhen. Unter anderem der durch die Corona- Pandemie entstandene Schweinestau führte in fast allen Ländern zu einer Zunahme der Schlachtgewichte. Zudem sind Schlachtschweinepreise in der gesamten EU auf das niedrigste Niveau seit vielen Jahren gesunken. Hauptgrund dafür ist, dass ein größeres Schweinefleischangebot auf eine schwächere Nachfrage im Binnenmarkt und zuletzt auch in China und Japan trifft.

27.09.2021: Niedersachsen erleichtert mobile Schlachtung

Der niedersächsische Landtag hat mit einer neuen Regelung die mobile Schlachtung von Nutztieren direkt auf dem landwirtschaftlichen Hof erleichtert. Ab sofort dürfen bis zu drei Rinder, sechs Schweine oder drei Pferde direkt auf dem landwirtschaftlichen Herkunftsbetrieb geschlachtet werden. Der Landesbauernverband, das Landvolk Niedersachsen, zeigte sich erfreut über den Beschluss, da das mobile Schlachten den Tieren Stress durch Lebendtransporte zum Schlachthof erspare, wie Anita Lucassen, Vorstandsmitglied des Landvolk- Kreisverbandes Cloppenburg, erklärt. Auch
wenn EU-Fördergelder für die Anschaffung mobiler Schlachteinheiten bereit stünden, müssten zusätzlich praktikable Regelungen für das mobile Schlachten gefunden werden. „Um das hohe Interesse der Tierhalter nicht zu schmälern, müssen jedoch bürokratische Hürden für die Tierhalter möglichst niedrig gehalten werden“, betonte Lucassen. Dazu müssten die Kontrollen während der Schlachtung durch einen amtlich beauftragten Tierarzt erfolgen können und nicht die Anwesenheit des hauptamtlichen Personals des Veterinäramtes vorausgesetzt werden, so Lucassen.

27.09.2021: Wissenschaftler und Konsumenten uneinig über Fischkonsum

Am 12. September 2021 sind auf den Färöer-Inseln im Rahmen einer groß angelegten Treibjagd über 1.400 Weißseiten-Delphine brutal getötet worden. Trotz massiver internationaler Proteste fand in der vergangenen Woche erneut eine Treibjagd statt, bei der 52 Grindwale abgeschlachtet wurden. Seitens der EU-Artenschutzgesetzgebung sind Grindwale streng geschützt, jedoch sind die zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln kein Mitglied der Europäischen Union. Die Meeresschutzorganisation OceanCare richtet sich nun mit einer Online-Petition an die EU-Kommission und Regierungen der EU- Mitgliedsstaaten, um konkrete Schritte gegenüber den Färöer-Inseln einzuleiten. Der Frage, ob man überhaupt noch Fisch essen darf, sind die Umweltorganisationen MSC (Marine Stewardship Council) und ASC (Aquaculture Stewardship Council) nachgegangen. Eine repräsentative Online-Befragung ergab, dass WissenschaftlerInnen und
KonsumentInnen durchaus unterschiedliche Sichtweisen auf dieses Thema haben. Während sich vier von fünf VerbraucherInnen in Deutschland um den Zustand der weltweiten Gewässer sorgen und 43 Prozent den Konsum von Fisch für unnötig erachten, sind sich alle befragten WissenschaftlerInnen einig, dass ein vollständiger Verzicht auf Fisch nicht notwendig sei. Drei Viertel der ExpertInnen sind außerdem der Meinung, dass Wildfisch hinsichtlich seiner gesamten Ökobilanz ein ökologisch sinnvolles Nahrungsmittel ist. Bei dem Thema der weltweiten Überfischung herrscht unter den KonsumentInnen offensichtlich noch große Unkenntnis: nicht mal einer von zehn Verbrauchern schätzt die aktuelle Situation richtig ein. Während nach wissenschaftlichen Daten derzeit 34,2 Prozent aller Fischbestände überfischt sind (FAO), ist mehr als ein Drittel der VerbraucherInnen überzeugt, dass 60 bis 80 Prozent oder mehr der weltweiten Fischbestände überfischt seien.

27.09.2021: DBV fordert zügige Regierungsbildung

Die Bundestagswahl 2021, die am 26.09.2021 stattfand, hat keinen klaren Sieger hervorgebracht. Nach dem engen Wahlausgang starten nun die ersten Sondierungsgespräche. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, fordert die Parteien auf, diesen Vorgang zu beschleunigen: „Wir Landwirte brauchen politische Klarheit und Perspektiven. Sowohl die Zukunftskommission Landwirtschaft
als auch die Borchert-Kommission haben Lösungen vorgeschlagen. Dies muss zwingend von den Parteien aufgegriffen werden. Es geht vor allem darum, die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums zu sichern. Oberstes Ziel muss dabei sein, einen Strukturbruch zu verhindern und sicher zu stellen, dass landwirtschaftliche Betriebe Zukunftsperspektiven haben und mehr Wertschätzung erfahren“, so der DBV-Präsident.

27.09.2021: Förderprogramm zum Schutz gefährdeter Nutztierrassen erfolgreich

Das Land Bayern hat sich zum Ziel gesetzt, gefährdete Nutztierrassen zu erhalten. Dafür werden seit Jahren zahlreiche Zuchtprogramme gezielt gefördert, was erfreulicherweise zu einer deutlichen Bestandserholung geführt hat. „Unsere bayerischen Züchter betreiben enormen Aufwand und zeigen großes Engagement, um die heimischen, vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen zu erhalten. Das ist zuallererst ein wertvoller Beitrag zum Schutz der genetischen Ressourcen und zur Artenvielfalt, aber auch enorm wichtig für künftige Zuchterfolge. Beides liegt im Interesse der Gesellschaft und deshalb unterstützen wir das“, erklärte Bayerns Landwirtschaftsministerin
Michaela Kaniber. Die finanzielle Unterstützung der Züchter in dem Land hat dazu geführt, dass sich die Anzahl geförderter Schafe und Ziegen verdoppelt, die der geförderten Rinder sogar fast verdreifacht hat. Aktuell werde die Zucht von 21 verschiedenen bedrohten Nutztierrassen gefördert, so Kaniber. Allein im Jahr 2020 erhielten 827 Zuchtbetriebe für den Erhalt dieser Rassen rund 910.000 Euro. Um das Förderverfahren zu beschleunigen, wurde es jetzt für alle Tierarten auf digital umgestellt. Bis zum 15. November 2021 können die Landwirte und Züchter nun für dieses Jahr ihre Förder- und Auszahlungsanträge online stellen.

24.09.2021: Deutschland stellt Konzept zur Bekämpfung der ASP vor

Bei einem Treffen mit der EU-Kommission sowie mit den Vertretern Polens und Tschechiens zum weiteren Vorgehen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP), hat Deutschland sein Schutzkorridorkonzept vorgestellt. Dieses sieht die Unterbrechung der Infektionsausbreitung nach Westen vor, indem der Korridor von zwei festen Zäunen begrenzt wird. Innerhalb dieser „weißen Zone“ soll die Wildschweinpopulation gegen Null reduziert werden. Die geplanten Maßnahmen umfassen neben einer regelmäßiger Fallwildsuche auch verstärkte Bejagung mit Untersuchung und Entfernung der Kadaver. Laut Aussagen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die EU-Kommission das Konzept begrüßt. Bei dem Treffen wurde zudem das zögerliche Mitwirken Polens, von wo die ASP nach Deutschland eingeschleppt worden war, kritisiert. Die EU-Kommission hat Polen daher zur Beteiligung an grenzüberschreitenden Maßnahmen aufgefordert.
„Eine Erweiterung unseres Schutzkorridorkonzeptes auf polnischer Seite wäre ein effektives Mittel, um die Ausbreitung der ASP nach Westen aufzuhalten. Leider ist Polen auch weiterhin nicht bereit, sich hier zu bewegen. Und das, obwohl Deutschland personelle, organisatorische und finanzielle Unterstützung zugesagt hatte. Wir werden hier weiter Gespräche führen und Überzeugungsarbeit leisten, denn eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Kampf gegen die ASP ist wichtig – auch in Verantwortung für ganz Europa. Als Bundesregierung engagieren wir uns deshalb massiv, damit die ASP in Deutschland getilgt wird und unterstützen die zuständigen Bundesländer mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln", erklärte Staatssekretärin Beate Kasch als deutsche Vertreterin abschließend. In Polen ist die Afrikanische Schweinepest bereits seit 2014 vertreten, in Deutschland ist die Tierseuche erstmals im September 2020 in Brandenburg, nahe der polnischen Grenze, ausgebrochen.

24.09.2021: Seehunde mit HPAIV infiziert

Im Rahmen routinemäßiger Untersuchungen von an der Küste aufgefundenen Seehunden auf Influenza-, Staupe- und Herpesviren ist bei zwei Proben das hochpathogene aviäre Influenzavirus (HPAIV) vom Typ H5 nachgewiesen worden. Das Institut für Virologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) konnte die höchsten Virusgenomlasten im Gehirn der Tiere ausmachen. „In anderen Geweben, einschließlich der Lunge, konnten wir keine oder nur sehr geringe Viruslasten von H5N8 nachweisen“, berichtet Professor Dr. Paul Becher, Leiter des Instituts. „Zudem konnten wir in ersten Untersuchungen zeigen, dass die genetischen
Sequenzen der bei den Seehunden nachgewiesenen Influenzaviren große Ähnlichkeiten haben mit Geflügelpestviren, die in diesem Jahr bei Wildvögeln in Europa gefunden wurden.“ Während in zahlreichen anderen Seehundproben Antigene gegen das Herpesvirus nachgewiesen werden konnten, gelang glücklicherweise in keiner der Proben der Nachweis des Erregers der Seehundstaupe. Die Seehundstaupe hat in den letzten Jahren zu einem Massensterben bei Seehunden geführt. Im August diesen Jahres war bei den Tieren eine leicht erhöhte Sterblichkeit festgestellt worden, deren Ursache noch genauer erforscht werden muss.

24.09.2021: Neuartiger Fleischersatz aus fermentiertem Okara

WissenschaftlerInnen in Litauen und Finnland arbeiten derzeit an einem neuartigen Fleischersatzprodukt. Die ForscherInnen verwenden dafür fermentiertes Okara, ein bei der Herstellung von Sojamilch bzw. Tofu anfallendes Nebenprodukt, sowie pflanzlicher Rohstoffe. Nach ersten Geschmackstests soll der Fleischersatz besser schmecken als das Original und zudem weniger gesättigte Fettsäuren enthalten. „Fleischersatz ist das Lebensmittel der Zukunft", sagt Alvija Salasevicien, Direktorin des Nahrungsmittelinstituts der Technischen Universität Kaunas (KTU). „Sowohl Wirtschaft als auch Wissenschaft werden die Auswirkungen der Verwendung von Sekundärrohstoffen überdenken müssen und es wird allen zugutekommen, indem Kosten sinken und Ressourcen eingespart werden." Wichtig sei, dass ein Fleischersatzprodukt die klaren Geschmackserwartungen der KonsumentInnen
erfüllt. „Die Menschen haben klare Erwartungen daran, wie ein Burger, eine Wurst oder ein anderes Fleischprodukt aussehen, riechen, schmecken und sich anfühlen sollte. Das müssen wir bei der Modellierung eines Fleischersatzes berücksichtigen", so Salasevicien. Es gebe viele Gründe für eine Reduzierung des Konsums von Fleisch. Es sei schwer zu verdauen und die gesättigten Fettsäuren erhöhten den Gehalt an LDL-Cholesterin im Blut, das auch als "schlechtes" Cholesterin bekannt ist, so die Forscherin weiter. Das Fokusthema „Fleischlos glücklich“ von Vetion.de befasst sich ebenfalls mit den inzwischen in hoher Zahl verfügbaren Fleischersatzprodukten. Hier finden Sie umfassende Informationen über die verschiedenen Grundbestandteile der pflanzlichen Fleischalternativen sowie zu der Herstellung von sogenanntem künstlichen Fleisch.

bpt veröffentlich Antworten der Parteien zu Fragen des Tierarztberufes

23.09.2021

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) hat anlässlich der Bundestagswahl am 26. September 2021 den fünf Parteien CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Grüne und die Linke verschiedene Fragen gestellt und die Antworten jetzt veröffentlicht. Die Fragen betreffen u.a. eine Reform der Tierärztlichen Approbationsverordnung, das Auswahlverfahren für Studienanfänger, die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes (AZG), eine Entbürokratisierung bei den tierärztlichen
Dokumentationspflichten, die Verankerung der tierärztlichen Bestandsbetreuung im nationalen Recht sowie Förderung der Selbständigkeit von TierärztenInnen und die Kategorisierung von Antibiotika. Antworten und Vergleiche zu weiteren Bereichen wie Tierschutz, Landwirtschaft sowie Umwelt- und Klimaschutz finden Sie im Fokusthema Bundestagswahl 2021 von Vetion.de. Wir wünschen Ihnen einen schönen Wahlsonntag und sagen danke, dass Sie wählen gehen!

23.09.2021: Verpflichtende Schutzfunktionen von Mährobotern gefordert

Immer mehr GartenbesitzerInnen entscheiden sich für den Kauf eines Mähroboters, der automatisch das Rasenmähen übernimmt. Doch viele Menschen wissen nicht, dass diese für kleinere Wildtiere wie Igel und Bodenbrüter eine tödliche Gefahr darstellen. Gerade preiswertere Geräte erkennen die sich am Boden befindenden Tiere nicht. Da Igel beispielsweise bei drohender Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind diese besonders gefährdet und werden häufig durch die scharfen Messer schwer verletzt. Der baden-württembergische Landesbeirat für Tierschutz fordert daher, dass Rasenroboter verpflichtend mit Sensoren zur Hindernis-Erkennung, Stopp-Automatik, Ausweich-Mechanismen und einer tiefen
Apfelschürze ausgestattet sein müssen. „Der Tierschutzbeirat hat sich in seiner letzten Sitzung intensiv mit der Tierschutzproblematik bei Rasenrobotern auseinandergesetzt. "Aus Sicht des Tierschutzes besteht hier dringender Handlungsbedarf. Wir werden uns daher für verpflichtende Qualitätsstandards und Sicherheitsprüfungen durch die Hersteller vor dem Verkauf der Geräte einsetzen“, sagte Baden-Württembergs Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL. Mehr über den Patient Igel in der Kleintierpraxis erfahren Tierärztinnen und Tierärzte in der geichnamigen Online- Fortbildung auf Myvetlearn.de. Der E-Learningkurs ist mit 5 ATF- Stunden anerkannt, ein Einstieg ist jederzeit möglich.

23.09.2021: Neue Corona-Ursprungstheorie in der Prüfung

Auch knapp zwei Jahren nach dem ersten Ausbruch ist der Ursprung der Corona-Pandemie nicht abschließend geklärt. Möglich wäre, dass die Pandemie durch einen Laborunfall entstanden ist oder durch eine Übertragung von Wildtieren auf den Menschen in Gang gesetzt wurde. Ein internationales Forscherteam hat nun eine weitere Ursprungstheorie aufgestellt, nachdem sie eine Genomanalyse durchgeführt haben. Demnach könnte das Coronavirus zweimal vom Tier auf den Menschen übergesprungen sein, wie das Fachmagazin "Nature" schreibt. Auf der Grundlage von frühen Virussequenzen von Personen, die sich in verschiedenen Regionen zu Beginn der Pandemie infiziert hatten, haben die ForscherInnen zwei Unterteilungen von großen Linien vorgenommen und die Verwandtschaft der beiden Virusstämme analysiert. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es mindestens zwei Einschleppungen von SARS-CoV-2 in die menschliche Bevölkerung gibt", wird David Robertson,
Virologe an der Universität Glasgow, in "Nature" zitiert. Dies könnte beweisen, dass SARS-CoV-2 nicht aus einem Labor "entkommen" ist. Wenn man A und B als zwei getrennte Linien beschreiben könne und das Virus zweimal auf den Menschen gesprungen ist, dann sei so gut wie ausgeschlossen, dass die Pandemie aus dem Labor stammt, erklärt Robert Garry, Virologe an der Tulane University in New Orleans. In diesem Fall ist laut Studie folgendes Szenario denkbar: die Viruslinien A und B finden sich in Menschen, die sich auf verschiedenen Märkten in Wuhan infiziert haben könnten. Das könnte bedeuten, dass mehrere Tiere unterschiedlicher Arten mit einem SARS-CoV-2-Vorläufer als Infektionsquelle in Frage kommen, die dann durch Wuhan transportiert worden sein könnten und Menschen an mindestens zwei Orten infiziert haben. Die Ergebnisse sind vorläufig und müssen in jedem Fall noch von unabhängigen Experten begutachtet werden. Nach Prüfung müssen sie zudem noch durch weitere Analysen bestätigt werden.

23.09.2021: ASP-Ausbrüche in mehreren polnischen Schweinehaltungen

Polen kommt hinsichtlich der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nicht zur Ruhe. Während bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr als 100 ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen festgestellt worden sind, vermeldet das Land nun allein innerhalb einer Woche etliche neue Fälle in Schweinehaltungen. Mehrere hundert Hausschweine sind betroffen. Nach Aussagen der Obersten Veterinärbehörde mussten bisher knapp 37.000 Schweine gekeult werden. Tiere, die im Umkreis von einem Kilometer um Seuchenherde aufgestallt waren, sind dabei nicht mitgezählt. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres lag die Zahl der gekeulten Schweine bereits bei
über 50.000 Tieren. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Unterschied zu 2020 in diesem Jahr bislang vor allem kleine und mittlere Tierhaltungen von der ASP betroffen waren. Unterdessen hat die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern weitere 5,8 Millionen Euro Haushaltsmittel für den Erwerb, Bau und die Unterhaltung eines zweiten ASP-Schutzzaunes freigegeben. Dieser soll parallel zum ersten ASP-Schutzzaun auf rund 100 Kilometern Länge entlang der deutsch-polnischen Grenze gebaut werden, wodurch ein Schutzkorridor möglichst ohne Wildschweine entstehen soll, um Mecklenburg-Vorpommern weiter ASP-frei zu halten.

22.09.2021: Fettige Muskelerkrankungen bei Schweinen in Österreich

Die sogenannte Fettige Muskeldystrophie ist eine häufige Erkrankung von Mastschweinen. Das Leitsymptom dieser Erkrankung ist eine krankhafte Muskelveränderung, bei der Muskelgewebe durch Fett ersetzt wird. Die Ursache für die Fettige Muskeldystrophie ist noch unklar. Eine Studie der Vetmeduni Wien hat ergeben, dass auch Schweine in Österreich von der Krankheit betroffen sind. Die Studie beinhaltet die histopathologischen Untersuchungen des Muskelgewebes zweier Schweine in der Steiermark, bei denen die Gesäßmuskulatur massiv mit Fett infiltriert und zum Teil durch Fett ersetzt war. Zudem gaben zahlreiche fleischbeschauende TierärztInnen Auskunft über ihre Beobachtungen. „Die Erhebung über das Auftreten von fettigen Muskelerkrankungen bei Mastschweinen ergab, dass dieses Phänomen in der Steiermark am häufigsten, aber auch in Oberösterreich und Niederösterreich zu beobachten ist. Betroffen waren vor allem Gesäß- und Lendenmuskeln, wobei ca. 20 bis 40 % der
betroffenen Muskeln durch Fett ersetzt waren. Fettige Muskeldystrophie ist damit bei Schweinen weder ungewöhnlich noch selten“, erklärt Studienerstautor Lukas Schwarz von der Universitätsklinik für Schweine der Vetmeduni. Die WissenschaftlerInnen ziehen verschiedene Ursache in Betracht. Bei den beiden untersuchten Schweine aus der Steiermark konnte eine gestörte Bildung von Dystrophin, einem für die ordnungsgemäße Funktion von Muskeln notwendigem Struktureiweiß, diagnostiziert werden. Da über den ursächlichen Mechanismus der sogenannten fettigen Muskeldystrophie nur spekuliert werden kann, halten die WissenschafterInnen eine eingehende Analyse für angezeigt, um die Prävalenz der fettigen Muskeldystrophie in der österreichischen Schweinepopulation, aber auch in der Schweinepopulation weltweit aufzuklären. Auch um abzuklären, ob die Ursache umwelt- oder genetisch bedingt ist, seien weitere Studien dringend erforderlich, lautet das Fazit der ForscherInnen.

22.09.2021: Jahrtausendealter Fernhandel prägte modernen sibirischen Hund

Ein internationales Forscherteam um Laurent Frantz, Paläogenomiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), hat in einer aktuellen Studie belegen können, dass sich moderne sibirische Hundelinien durch Jahrtausende alte Handelsbeziehungen entwickelt haben. Grundlage für die Studie waren archäologische Funde, die auf einen Fernhandel der Menschen Nordwestsibiriens bereits vor 2.000 Jahren hindeuteten. Die WissenschaftlerInnen haben für ihre Studien die Genome von 49 bis zu 11.000 Jahre alten Hunden aus Sibirien und Eurasien analysiert. Sie fanden heraus, dass sich die arktischen Hundepopulationen ab der Eisenzeit vor 2000 Jahren bis ins Mittelalter hinein immer wieder mit Hundespezies aus der eurasischen Steppe und aus Europa vermischt haben. „Es müssen also Hunde aus diesen Regionen importiert worden sein, was darauf schließen lässt, dass es Fernhandelsbeziehungen gab", sagt Erstautorin Dr. Tatiana Feuerborn von der Universität
Kopenhagen. „Die ursprünglichen arktischen Hunde waren wahrscheinlich vor allem Schlittenhunde", sagt Frantz. „Als die Menschen begannen, größere Rentierherden zu halten, erwarben sie vermutlich Hunde, die besser für das Hüten von Herden geeignet waren. Aus der Vermischung der Populationen entstanden möglicherweise Hunderassen, die sowohl für die Hütearbeit geeignet, als auch an die rauen klimatischen Bedingungen angepasst waren." Diese Vermischung führte schließlich zur Entstehung moderner sibirischer Hundelinien wie den heutigen Samojeden. Das Portal Tierhalter- Wissen.de bietet HundzüchterInnen und interessierten HundehalterInnen verschiedene Online-Fortbildungen, die von der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) als Züchterfortbildung anerkannt sind. Das Angebot umfasst Kurse zu Andrologie & Zuchtplanung, Trächtigkeit & Geburt der Hündin, Gynäkologie & Bedeckung der Hündin sowie der Welpenaufzucht.

22.09.2021: FBN bietet Kindern Unterricht im Stall

Um auch den Jüngsten in der Bevölkerung die Haltung von Nutztieren nahezubringen, bietet das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf im Rahmen des Projektes ‚Stadt-Land-Stall‘ Kitakindern und Schulklassen ab sofort einen außerschulischen Unterricht an. „Heute haben die Kinder kaum noch einen Bezug zur Landwirtschaft und kennen den Ursprung der Lebensmittel nur aus den Medien“, sagte Projektkoordinatorin Marianne Zenk. „Darum sollen die Schülerinnen und Schüler und Kindergartenkinder ihre gewohnte Lernumgebung verlassen und einen echten Stall besuchen. Hier vor Ort können wir am besten erklären, wie die Tierhaltung funktioniert und auf alle Fragen der Jüngsten eingehen“, so die Agraringenieurin. „Dabei geht es auch um die Wertschätzung der Tiere und der Arbeit in der Landwirtschaft sowie um Aspekte der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes.“ Bei dem Besuch können die Kinder hautnah Schweine im Stall beobachten und im Kuhstall die Rinderhaltung mit allen Sinnen erfahren. Ab sofort können sich Träger
von Kindertagesstätten und -gruppen oder Schulen auf der Homepage der Forschungseinrichtung über den Unterricht im Schweine- oder Rinderstall informieren und sich bei Interesse anmelden. „Als neuer außerschulischer Lernort in Mecklenburg- Vorpommern möchten wir über die Tierhaltung und die Herkunft unserer Lebensmittel aufklären“, erklärt FBN-Vorstand Professor Dr. Klaus Wimmers. „Im Rahmen des Projektes ‚Stadt-Land-Stall‘ werden wir Kindern reale Einblicke ermöglichen, wie Schweine und Kühe leben und welche Rolle dabei das Tierwohl sowie der Umwelt- und Klimaschutz spielen. Zugleich wollen wir zeigen, wie unsere Forschenden arbeiten.“ Altersgerechte Informations- und Lernmaterialien begleiten den Stallbesuch der Kinder. „Unser Projekt werden wir schrittweise ausbauen, um künftig auch Jugendlichen der höheren Klassenstufen, Studierenden, Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern Informationen und Aktionen im Forschungsinstitut anbieten zu können“, kündigte Marianne Zenk an.

22.09.2021: EPRUMA begrüßt Entscheidung des EU-Parlaments

Der Zusammenschluss im Tiergesundheitssektor zum verantwortungsvollen Umgang mit Arzneimitteln, kurz EPRUMA, hat die Entscheidung des Europaparlaments, den ENVI-Antrag abzulehnen, ebenfalls sehr begrüßt. Nur so seien der Schutz der Gesundheit von Haus- und Nutztieren sowie der Tierschutz gewährleistet, wie in einer Pressemeldung des Bundesverbands für Tiergesundheit (BfT) zu lesen ist. Die Abstimmung bedeutet auch ein klares Votum für den One-Health-Ansatz zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen. In den vergangenen zehn Jahren wurden zahlreiche Maßnahmen in Angriff genommen, den Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin zu kontrollieren und zu verringern. Diese reichen von der Erfassung der in der Veterinärmedizin
verbrauchten Antibiotikamengen über Einschränkungen und Leitlinien zu deren Abgabe und Anwendung bis hin zum Resistenzmonitoring und der Erfassung von Resistenzdaten bei der Zulassung von Tierarzneimitteln. Allein in Deutschland führte das Maßnahmenpaket zu einem Rückgang von an Tiere verabreichten Antibiotika um mehr als 60 Prozent. Durch das neue europäische Tierarzneimittelrecht, in dem der delegierte Rechtsakt der Kommission ein Teil ist, werden die Bestrebungen europaweit intensiviert und harmonisiert. Auch VetMAB hat die Antibiotikaminimierung im Stall zum Ziel, wofür mehrere E-Learning-Module für NutztierärztInnen entwickelt wurden, die außerdem eine ATF-Anerkennung als tierärztliche Fortbildung besitzen.

21.09.2021: Baden-Württemberg zeichnet besonderes Engagement im Tierschutz aus

In der vergangenen Woche ist der Tierschutzpreis Baden- Württemberg 2021 verliehen worden. Neben der Letzgus-Schwarz- Gruppe des Tierschutzvereins Rottweil, dem Eselheim Merlin, dem Stuttgarter Projekt Silberpfoten und der Kälbermast Franz-Josef Benz sind auch die Heumilchbauern für ihr Projekt Kuh plus Kalb sowie der Neuland-Betrieb Österle für seine nachhaltige und tiergerechte Schweineaufzucht ausgezeichnet worden. „Mit dem
Tierschutzpreis Baden-Württemberg zeichnen wir Bürgerinnen und Bürger aus, die sich couragiert zum Wohl der Tiere eingesetzt haben. Mit der Auszeichnung wollen wir dieses besondere Engagement einer breiten Öffentlichkeit vorstellen und entsprechend honorieren“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, bei der Verleihung. Die sechs PreisträgerInnen dürfen sich über ein Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro freuen.

BTK erweitert Entscheidungshilfen für Qualzuchtmerkmale

21.09.2021

Die Bundestierärztekammer (BTK) kämpft schon seit einiger Zeit engagiert gegen sogenannte Qualzuchtrassen bei Hunden und Katzen. Qualzuchten entstehen, weil die Tiere auf bestimmte körperliche Merkmale oder extreme Ausprägungen wie Faltohren oder verkürzte Gesichtsschädel, einseitig gezüchtet werden. Um die Arbeit von AmtstierärztInnen zu erleichtern, hat die BTK auf ihrer Internetseite aktualisierte Entscheidunghilfen bereitgestellt. Die im Jahr 2018 nur für den brachyzephalen Hund erstellte Entscheidungshilfe
wurde hinsichtlich des erfassten Spektrums an Qualzuchtmerkmalen über die Brachyzephalie hinaus erweitert und ist zudem nun auch für die Katze verfügbar. Auch praktizierende TierärztInnen finden dort hilfreiche Dokumente zu Qualzuchten für ihren Praxisalltag. Die Online-Fortbildung „Qualzucht: Aufgaben und Pflichten für Tierärzt/innen“ auf Myvetlearn.de richtet sich mit zwei Online-Seminaren sowohl an AmtstierärztInnen als auch praktizierende TierärztInnen. Beide Seminare sind noch bis zum 17. November 2021 buchbar.

21.09.2021: WNV-Infektionen mit Impfung begegnen

Nachdem im laufenden Jahr erneut zahlreiche Infektionen mit dem West-Nil- Virus (WNV) nachgewiesen worden sind, rechnet das Friedrich-Loeffler- Institut (FLI) auch für die verbleibenden Monate mit weiteren Fällen. Neben 26 bestätigten WNV-Infektionen bei Wild- und Zoovögeln sowie einem Habicht in falknerischer Haltung hat das FLI als Nationales Referenzlabor bis Mitte September 2021 zudem bei neun Pferden eine Infektion mit dem WNV festgestellt. Eines der betroffenen Pferde hatte nach der Erkrankung schwere neurologische Symptome
gezeigt, so dass es euthanasiert werden musste. Nachgewiesen wurde das Virus in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Auch wenn die Fallzahlen in diesem Jahr geringer sind als in den Vorjahren, empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) Pferdehaltern in den betroffenen Regionen, ihre Tiere gegen das Virus impfen zu lassen. Sollte eine Immunisierung jetzt im Herbst erfolgen, raten die Experten, das Impfintervall einmalig zu verkürzen, um dann im Frühjahr einen jährlichen Impfrhythmus aufzunehmen.

20.09.2021: Warnung vor illegal importierten Welpen

Anlässlich des in der vergangenen Woche bekanntgewordenen Tollwut-Falls bei einem sehr wahrscheinlich illegal eingeführten Hundewelpen, appelliert die Bundestierärztekammer (BTK) erneut an alle zukünftigen HundebesitzerInnen, Hundewelpen nicht über das Internet zu kaufen. Die Gefahr ist groß, dass die dort gehandelten Tiere krank sind und auch lebensnotwendige Impfungen nicht erhalten haben. „Dass die Möglichkeit besteht, durch einen ungeimpften Welpen aus dem Ausland, eine schwere Krankheit wie z.B. Parvovirose, Staupe oder auch Tollwut mit nach Deutschland zu bringen, ist nicht überraschend oder neu“, erklärt BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. „Die zukünftigen TierbesitzerInnen lassen sich aber leider immer wieder von den günstigen Preisen locken, auch wenn sie danach oftmals viel Geld in der Tierarztpraxis lassen müssen, um das neue Familienmitglied noch retten zu können. Sinn macht so ein vermeintlich billiger Welpenkauf also nicht“, warnt Tiedemann. Diese Krankheiten haben ihren Ursprung in der nicht artgerechten Haltung und Aufzucht der Hunde, denn die meist
aus Osteuropa stammenden Welpen sind weder geimpft noch entwurmt und werden viel zu früh von der Mutter und ihren Geschwistern getrennt. „Falls Papiere vorgelegt werden, sind diese oft gefälscht und die Herkunft der Tiere ist kaum zu verfolgen", erklärt Tiedemann, der unbedingt zu einen Kauf bei einem seriösen Züchter bzw. zu einem vorherigen Besuch eines Tierheims empfiehlt. Österreich versucht das Problem durch strengere Gesetze zu lösen. Per Verordnung dürfen Welpen künftig erst ab der 16. Woche in die Alpenrepublik importiert werden. „Durch eine aktuelle Gesetzesänderung wollen wir diesen Machenschaften einen weiteren Riegel vorschieben“, erklärt Tierschutzminister Wolfgang Mückstein. Die Novellierung sieht zudem eine gültige Tollwutimpfung der Welpen vor, damit neben anderen Tieren besonders die Bevölkerung geschützt wird. „Unser Verordnungsentwurf reduziert das Leid der Tiere, die ohnehin schon enormen Stress erleiden und schützt uns zeitgleich vor der Rückkehr der bereits als ausgerottet gegoltenen Tollwut“, bilanziert Mückstein.

20.09.2021: Bundesrat drängt zur Eile beim Umbau der Nutztierhaltung

Am vergangenen Freitag hat der Bundesrat die Bundesregierung zu mehr Eile beim Umbau der Nutztierhaltung hin zu mehr Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz gedrängt. Zudem sei dringend noch die Finanzierungsfrage zu klären, der anhand der Machbarkeitsstudie auszuarbeiten sei. Mit Blick auf die teilweise dramatische wirtschaftliche Lage der landwirtschaftlichen Betriebe drängt der Bundesrat aber auch auf
kurzfristige Lösungen und betonte noch einmal die zwingende Notwendigkeit einer Planungssicherheit für die Tierhalter. „Die Krise am Schweinemarkt führt uns vor Augen, wie dringend und richtig unser Antrag gewesen ist“, erklärte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Die Grünen bezeichneten die abgelaufene Legislaturperiode als eine verlorene für den Umbau der Tierhaltung.

20.09.2021: ÖTK erfreut über Ablehnung des ENVI- Entschließungsantrags

Auch die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) zeigte sich erleichtert hinsichtlich der Ablehnung des ENVI- Entschließungsantrags durch die Abgeordneten des Europäischen Parlaments am vergangenen Mittwoch. „Das Europäische Parlament hat sich gegen ein Antibiotikaverbot bei Nutz- und Heimtieren ausgesprochen, somit wurde dem ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission, dem Delegierten Rechtsakt (DR) Folge geleistet, der letztendlich auch durch wissenschaftliche Expertisen gestützt war. Wir befürworten die getroffene Entscheidung, diese halten wir für eine vernünftige Lösung. Eine gegenteilige Abstimmung hätte für Mensch und Tier fatale und weitreichende Folgen gehabt“, betont Tierärztekammerpräsident Mag. Kurt Frühwirth. „Wir zeigen uns damit äußerst zufrieden, dass eine deutliche Mehrheit der Gegen-Stimmen einmal mehr beweist, dass die Aufklärungsarbeit
sowie unsere Argumente erhört wurden bzw. überzeugt haben. Dabei ist aber auch zu betonen, dass die Verbrauchs- und Resistenzproblematik seitens der Tiermedizin niemals verharmlost oder gar in Frage gestellt wurde. Beweis dafür sind die bereits seit Jahren laufenden Antibiotikaverbrauchs- und Resistenz-Monitoring- Programme. Bereits durch diese Maßnahmen konnte der Antibiotikaverbrauch deutlich gesenkt werden“, erklärt der ÖTK- Präsident. In Umsetzung der EU-Tierarzneimittel-Verordnung und dem dazu ausgearbeiteten delegierten Rechtsakt könne man nun die weiteren Schritte setzen. „Eine gegenteilige Entscheidung im Europäischen Parlament wäre einem abrupten Abbremsen auf dem bereits vorgezeichneten Weg gleichzusetzen gewesen und hätte in der Tat einen schmerzvollen Rückschritt bedeutet“, betont Frühwirth abschließend.

20.09.2021: EU-Parlament stimmt für den Ausstieg aus dem Tierversuch

Jährlich werden in Europa knapp zehn Millionen Tiere, meist Mäuse, Ratten, Affen sowie Hunde und Katzen als Versuchstiere eingesetzt. Eine noch höhere Anzahl an Tieren wird als sogenannter Überschuss getötet, meist, weil sie nicht die gewünschte gentechnische Veränderung aufweisen. Ein aktiver, koordinierter Ansatz zur Reduzierung und letztendlich vollständigen Abschaffung von Tierversuchen fehlte bisher. Am 15. September 2021 hat nun das Europäische Parlament mit einer überwältigenden Mehrheit von 667 Stimmen für einen Ausstiegsplan aus Tierversuchen gestimmt. Die verabschiedete Resolution fordert die EU-Kommission auf, einen entsprechenden Aktionsplan vorzulegen. Zudem soll eine hochrangige Taskforce aus verschiedenen Generaldirektionen der Kommission, EU-Agenturen sowie den Mitgliedstaaten und relevanten Interessenvertreter gebildet werden. Eine
gezielte Förderung tierversuchsfreier Methoden und die Schulung an diesen sind ebenfalls Bestandteil der Forderung. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V. zeigte sich hocherfreut und wertete die Abstimmung als historischen Erfolg für die Tiere. „Die Abstimmung ist ein historischer Moment für die Tierversuchsgegnerbewegung“, freut sich Dr. med. vet. Corina Gericke, Vize-Vorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. „Die Forderung der europäischen Bürger nach einem Ausstieg aus Tierversuchen und einem Übergang zu humanrelevanter Forschung wurde gehört. Neue fortschrittliche Forschungssysteme dienen nicht nur dem Schutz der Tiere, sondern sind vor allem auch von grundlegender Bedeutung, um die Ziele der Union in Bezug auf den Umweltschutz und die menschliche Gesundheit zu erreichen. Mit der heutigen Abstimmung des Parlaments kommen wir an allen drei Fronten voran“, kommentiert Gericke abschließend.

20.09.2021: Igeln in den Winterschlaf helfen

In wenigen Wochen begeben sich wieder viele Igel in den Winterschlaf. Bis Anfang November müssen die Tiere jedoch noch einiges an Gewicht zulegen, um den Winter zu überstehen. Dafür sollte ein Igel mindestens 500 Gramm wiegen, weiß Ulrike Kolar aus Moosburg. Die Igel-Expertin päppelt bereits seit mehr als 30 Jahren kranke und schwache Igel auf und ist eine der ersten Anlaufstellen in ihrem Landkreis. Kolar empfiehlt dringend, unterkühlte Igel-Findlinge warm zu halten, sie mit Baby-Katzenfutter (ohne Gelee und Soße) bzw. Welpen-Aufzuchtmilch zu füttern sowie auf Fliegeneier bzw. Maden zu untersuchen. Fliegeneier am Körper können mit Salatöl gelöst werden, rät die Igel-Expertin. Sollten jedoch Maden in Körperöffnungen gefunden werden, aber auch bei Erkrankungen wie Hautpilzen, eitrigen Gliedmaßen oder Rückenverletzungen, ist der Besuch eines Tierarztes bzw. einer Igelstation umgehend notwendig. Um Igeln einen geeigneten Platz für den Winterschalf zu bereiten, reichen Laubhügel im Garten aus. Gleichzeitig sollten Gartenbesitzer beim Gebrauch von Mährobotern vorsichtig sein, da diese bei den Igeln nicht selten schwerwiegende Verletzungen verursachen. Die Stadt Wien appelliert an die
Bevölkerung, scheinbar allein gelassene Jungigel nicht einfach mitzunehmen. Denn die Igelmütter lassen ihre Jungen für die Futtersuche häufig für eine kurze Weile allein. So wurden alleine im August 59 Jungigel in der österreichischen Hauptstadt abgegeben, die meist unverletzt waren und gar nicht erst aus ihrer gewohnten Umgebung entfernt werden sollten. Die Stadt Wien stellt auf ihrer Internetseite eine kostenlose Broschüre mit Informationen über Igel in Wien zum Download zur Verfügung. Wer Interesse hat, mehr über die unter Naturschutz stehenden Tiere zu erfahren, kann am 4. November an einem Aktionstag rund um den Igel für Familien mit kleinen Kindern teilnehmen. Das kindgerechte Waldseminar startet an der Wiehler Tropfsteinhöhle und führt durch den Winterwald. Zahlreiche nützliche Informationen zur Behandlung und Untersuchung von Igeln finden sich zudem im Vetion.de-Fokusthema „Igel - Patient in der Tierarztpraxis“. Das tierärztliche Fortbildungsportal Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzten zudem einen E-Learning-Grundkurs zum Thema Igel an. Für den erfolgreichen Abschluss der ATF-anerkannten Online-Fortbildung erhalten die KursteilnehmerInnen 5 Fortbildungspunkte. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

20.09.2021: Beispiele bescheinigen Pferden abstraktes Denkvermögen

Obgleich das Gehirn von Pferden im Verhältnis zu ihrer Körpergröße eher klein ist, sind Pferde generell keinesfalls dumm, im Gegenteil. Pferdewissenschaftlerin Vivian Gabor aus dem niedersächsischen Greene sagt: „Pferde sind hoch entwickelte Wesen, die auch Abstraktes lernen können und eine sehr feine Wahrnehmung haben." Zudem verfügen sie über ein sehr gutes Gedächtnis, wie wissenschaftliche Langzeituntersuchungen zeigten. Aufgrund ihrer Intelligenz wollen die Tiere aber auch beschäftigt
und gefordert werden. Ein Leben nur auf der Koppel ist für viele Tiere zu langweilig, weiß Gabor. Pferde sind aber auch in der Lage, Körpersprache zu interpretieren und entsprechend darauf zu reagieren. Ist der Mensch angespannt, ist es auch das Pferd und wittert Gefahr. Daher sollte die eigene Körpersprache bewusst im Umgang mit Pferden eingesetzt werden. Mehr Beispiele für abstraktes Lernen und die Intelligenz von Pferden hat Redaktionsnetzwerk Deutschland zusammengestellt.

Diskussion über die Antibiotikaeinstufung

Wie denken Sie über die von einigen EU-Parlamentsabgeordneten angestoßene Diskussion über die Neueinstufung antimikrobieller Wirkstoffe?

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