Menü ≡

News

Sie können maximal 2 Stichwörter eingeben, die mit einem Leerzeichen getrennt sein müssen. Es werden dann nur Nachrichten angezeigt welche beide Begriffe enthalten.

Tierärzteverband bittet Parteivorsitzende & Co um Klarstellung

30.08.2021

Sollte sich das Europaparlament im September 2021 für ein Verbot des Einsatzes mehrerer antibiotischer Wirkstoffe beim Tier entscheiden, droht hier ein Theapienotstand mit gravierenden Folgen für die Gesundheitsversorgung von Klein-, Heim- und Nutztieren sowie Pferden. Bestimmte Krankheiten können dann nicht mehr behandelt werden. Daher kämpfen Tierärzte und Tierärztinnen in ganz Europa dafür, dass die Europaabgeordneten den wissenschaftlichen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) sowie der EU-Kommission folgen. Doch leider setzen sich ausgerechnet deutsche Europaabgeordnete für den Verbotsantrag ein. Deshalb bittet der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) die Bundesvorsitzenden von CDU, Armin Laschet, und CSU, Dr. Markus Söder, sowie von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock und Robert Habeck, um eine Klarstellung der Position ihrer Parteien im Vorfeld der finalen Abstimmung. „Wenn der Verbotsantrag angenommen wird, könnte das dazu führen, dass wir kranke Klein-, Heim- und Nutztiere
sowie Pferde nicht mehr behandeln können. Tiere müssten im Zweifelsfall sogar euthanasiert werden, weil bei bestimmten Indikationen die erforderlichen Tierarzneimittel nicht mehr zur Verfügung stehen“, sagt bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder und schreibt an die Parteivorsitzenden: „Sie können sich vorstellen, dass uns dieses Szenario mit großer Sorge erfüllt, v. a. weil es unserem Selbstverständnis als Tierärzte/innen, kranken Tieren helfen zu wollen und auch zu müssen, zuwiderläuft.“ Angesicht der zunehmend kontroverseren öffentlichen Diskussion über das drohende Antibiotikaverbot fordert der bpt eine klare Positionierung der Parteien vor der finalen Entscheidung im EU-Parlament Mitte September. „Wir Tierärzte unterstützen ausdrücklich den restriktiven Antibiotikaeinsatz in Veterinär- und Humanmedizin. Wir haben den Antibiotikaeinsatz europaweit um 34 und in Deutschland sogar um 60 Prozent reduziert“, betont bpt-Präsident Moder. „Ein pauschales Verbot ganzer Wirkstoffklassen schränkt die Behandlungsmöglichkeiten für Tiere aber unverantwortlich ein und wird deshalb von uns abgelehnt.“

Weitere News

17.09.2021: Professionelles Praxismanagement immer bedeutender für Tierarztpraxen

Das Gesundheitswesen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Neben den gestiegenen Erwartungen der PatientInnen macht den ÄrztInnen auch ein hoher Konkurrenzdruck zu schaffen. Ein professionelles Praxismanagement sorgt für reibungslose Abläufe, ein kosteneffizientes Arbeiten und Leistungsfähigkeit sowie für die Entlastung des Praxispersonals. Kaum eine Arztpraxis kann inzwischen auf die Dienste einer/eines PraxismanagerIn verzichten. PraxismanagerInnen verwalten, organisieren und dokumentieren Patientendaten und stellen die Datenschutzbestimmungen sicher, managen den Einkauf von
benötigten Materialien und erarbeiten mit den KollegInnen die Arbeitseinsatzpläne. Auch in Tierarztpraxen trifft man immer öfter auf PraxismanagerInnen. Deshalb befasst sich auch der nächste Vets Talk am 5. Oktober 2021 mit dem Thema PraxismanagerIn. Ab 19.30 Uhr können Sie online im kleinen Kreis mit Ihren KollegInnen diskutieren, was genau zum Aufgabenspektrum einer/s PraxismanagerIn gehört und welche Praxis überhaupt eine/n PraxismanagerIn braucht bzw. wirklich von einem professionellen Praxismanagement profitiert. Mit dabei sind u.a. die KollegInnen Dr. Felix von Hardenberg, Dr. Schulte-Bahrenberg, Kathrin Siemer, eines der Gründungsmitglieder des Berufsverbandes Praxismanager, und Tierarzt Björn Becker.

17.09.2021: Ausbildung angehender TierärztInnen in Tirol bewährt sich

Nach einem Jahr Lehr- und Forschungskooperation für die Tiergesundheit haben die Vetmeduni Vienna und das AGES ein gemeinsames Fazit gezogen: der gemeinsame Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten bei Rindern und kleinen Wiederkäuern im Alpenraum bei Lehre, Ausbildung und Forschungsprojekten hat sich bewährt. Seit Sommer 2020 gibt es eine enge Kooperation zwischen der Vetmeduni und der AGES hinsichtlich Lehre, Ausbildung und Forschung mit dem Schwerpunkt Infektionskrankheiten bei Rindern und kleinen Wiederkäuern im Alpenraum. „Durch unsere Außenstelle in Tirol nehmen wir unsere Verantwortung wahr, unseren Beitrag zur Sicherung der veterinärmedizinischen Versorgung im alpinen Raum zu leisten“, betonte Petra Winter, Rektorin der Vetmeduni Vienna am AGES Standort Innsbruck. Dort wurde im Rahmen ihrer Regionalisierungsinitiative „VetmedRegio“ eine Vetmeduni-Außenstelle zum Thema „Der Wiederkäuer im Alpenraum“ gegründet, um einen Knotenpunkt zwischen praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten im Westen Österreichs mit der AGES sowie den Tiergesundheitsbehörden (Landesveterinärdirektion, Tiergesundheitsdienst) zu schaffen. Ziel ist es, den „Beruf des Großtierpraktikers direkt mit Profis in der Praxis zu erleben und diagnostisches sowie wissenschaftliches Arbeiten
der Pathologie- und Labordiagnostikexpertinnen und -experten der AGES begleiten zu können“, betonte Michael Dünser, Leiter des Tiergesundheitsstandortes Innsbruck. Konkret verbringen Studierende, die sich im letzten Studienjahr für das Vertiefungsmodul „Wiederkäuermedizin“ entschieden haben, einen Teil ihrer Ausbildung in Tirol. In einem vielfältigen, praktischen Programm werden die Besonderheiten der alpinen Viehwirtschaft beleuchtet, es gibt Exkursionen zu umliegenden Betrieben mit intensivem Kontakt zu niedergelassenen Tierärztinnen und Tierärzten sowie Fachvorträge von den Veterinär-Expertinnen und -Experten der AGES. Die „Attraktivierung von Standort und Lehre im Westen“ Österreichs sei eine „Win-Win-Situation“ für Studierende und Tiergesundheitseinrichtungen wie die AGES, so die AGES Geschäftsführer Thomas Kickinger und Anton Reinl unisono. Neben Vortragstätigkeiten und fachlichem Austausch bekämen die angehenden Tierärztinnen und Tierärzte bereits einen Einblick in die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Behörden. „Damit wollen wir den Trend, dass zwei Drittel unserer Absolventinnen und Absolventen von Wien wieder in ihre Heimatbundesländer zurückkehren, verstärken“, betonte Rektorin Winter.

17.09.2021: Schweinegipfel macht Schweinehaltern vor allem Hoffnung für Zukunft

Auf Initiative der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft sind am vergangenen Mittwoch Vertreter der Erzeuger, der verarbeitenden Branche sowie des Lebensmittelhandels zusammengekommen, um über die aktuelle Lage für Schweineproduzenten zu beraten, denn diese ist prekär: Niedrige Preise für Schweine und Ferkel, gestiegene Futtermittelkosten, eine kritische Absatzsituation und erhöhte Verbrauchererwartungen an Umwelt- und Tierschutz stellen die Betriebe vor große Herausforderungen. Die Lösungsansätze des Gipfels, den der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern als Hügel denn als Gipfel kritisierte und zudem monierte, dass die von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Ländern Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern
nicht zu diesem Treffen eingeladen worden sind, sind Überbrückungshilfen und Steuerstundungen. Außerdem soll eine Branchenorganisation Schwein, die eine gemeinsame Sektorstrategie aufstellen soll, gebildet werden. Den Modellen für eine Ausstiegsprämie für Schweinehalter wurde hingegen von den anwesenden Ministerinnen Klöckner (BMEL), Heinen-Esser (NRW) und Otte-Kinast (Niedersachsen) eine Absage erteilt. Heinen-Esser und Otte-Kinast drängten auf der Pressekonferenz nach dem Gipfel erneut auf die schnellstmögliche Umsetzung der Borchert-Pläne für den Umbau der Tierhaltung nach der Bundestagswahl. „Wir benötigen langfristige Leitplanken für die nächste Legislaturperiode, die zeitnah umgesetzt werden müssen“, sagte Heinen-Esser.

17.09.2021: Backhaus wirbt für den Erhalt der Nutztierhaltung

Der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, hat am vergangenen Donnerstag einen 10-Punkte-Plan zur Zukunft der Nutztierhaltung vorgestellt. Dieser zielt ganz klar auf den Erhalt der Nutztierhaltung in Deutschland und MV als fundamentalen Zweig der Landwirtschaft ab. Das Konzept enthält Lösungsansätze für ein nachhaltiges Wirtschaften im Stall und auf dem Feld. „Der Rückgang der Tierbestände bei Schwein und Rind im Vergleich zu Vorwende-Zeiten ist dramatisch. Von ehemals 2,7 Millionen Schweine und 1,3 Millionen Rinder sind heute noch rund 762.000 Schweine und 485.000 Rinder übrig. Für den Klimaschutz ist das sicherlich eine positive Botschaft. Seit der Wiedervereinigung wurden die Methanemissionen aus der Tierhaltung in MV um 45 Prozent, also fast um die Hälfte, gesenkt.
Für das Agrarland MV mit über 23.500 Arbeitskräften allein in der Landwirtschaft, ist diese Entwicklung fatal. Wir haben inzwischen die geringste Viehdichte in Deutschland; einen weiteren Abbau der Viehbestände möchte ich verhindern. Andernfalls, – das muss man deutlich so sagen – geht die Branche den Bach runter“, sagte Backhaus. Er plädierte für eine flächenbezogene Tierhaltung, wobei der Tierbesatz von 2 GV je ha landwirtschaftliche Nutzfläche nicht überschritten werden sollte, so Backhaus. Gleichwohl müssten die gesellschaftlichen Forderungen nach mehr Tierwohl konsequent umgesetzt werden. „Das Konzept der Borchert-Kommission weist einen richtigen Weg, bis jetzt wurde er aber nur beschrieben nicht begangen." Der 10-Punkte-Plan ist auf der Webseite des Ministeriums veröffentlicht.

17.09.2021: Hunde am Arbeitsplatz verbessern Leistungsfähigkeit

Seit Beginn der Corona-Pandemie arbeiten viele Menschen im Home-Office. Gerade HundebesitzerInnen und ihre Vierbeiner haben diese zusätzliche gemeinsame Zeit genossen. Doch so nach und nach wird der Arbeitsalltag wieder ins Büro zurückverlegt. Einer aktuellen Pets at Work Umfrage zufolge würden mehr als zwei Drittel aller HalterInnen ihren Hund gern mit an ihren Arbeitsplatz nehmen. Nur knapp die Hälfte von ihnen habe jedoch dafür die Erlaubnis des Arbeitgebers. 33 Prozent aller Befragten haben sogar angegeben, ihren Arbeitsplatz
wechseln zu wollen, wenn dann die Möglichkeit, den eigenen Hund mitzunehmen, bestehe. Nachweislich trägt ein Hund zur Verbesserung des Arbeitsklimas sowie der Leistungsfähigkeit bei, erklärt der Futtermittelhersteller Purina, der sich sehr für die Initiative Pets at Work stark macht. Zudem förderten Hunde im Büro Stressreduktion und Work-Life-Balance, denn die Pausen werden für ausgiebige Spaziergänge und Kuscheleinheiten mit dem Hund genutzt. Die Pets at Work Allianz unterstützt Unternehmen auf dem Weg zum hundefreundlichen Büro.

17.09.2021: BVL verbietet Ausstellen überzüchteter Tiere

Nach dem Ende des Lockdowns finden regional auch wieder Märkte und Ausstellungen mit Tieren statt. Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) weist darauf hin, dass ausschließlich gesunde Tiere auf Märkten und Ausstellungen gezeigt werden dürfen. Da solche Veranstaltungen an sich schon einen großen Stress für die Tiere bedeuten, ist der Umgang mit diesen auf Veranstaltungen gesondert geregelt. So ist es den Ausstellern u.a. untersagt, überzüchtete Tiere und Qualzuchten zu zeigen. Darunter fallen neben
Kanarienvögeln mit durchgedrückten Fersengelenken, Meerschweinchen ohne bzw. mit umgestalteten Tasthaaren und Katzen mit verkürzten Vorderbeinen auch Warzentauben mit Wucherungen am Kopf. Grundsätzlich haben die HalterInnen dafür zu sorgen, dass es ihren Tiere gut geht, jedoch muss der Veranstalter bei Missachtung der Vorgaben eingreifen. Im Falle, dass Tiere Stressreaktionen zeigen, sind die HalterInnen verpflichtet, diese in ruhigere Bereiche zu bringen. In den Fachinformationen hat der BVL die gesetzlichen Vorgaben für Veranstaltungen mit Heimtieren aufgeführt.

EU-Parlament lehnt Antibiotikaverbot für Tiere ab

16.09.2021

In den vergangenen Wochen stand zu befürchten, dass künftig zur Behandlung von Infektionen bei Tieren nur wenige alte und nur gegen ein geringes Erregerspektrum wirksame Antibiotika eingesetzt werden dürfen. Der Grund war ein vom Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) vorgelegter Antrag, bestimmte Wirkstoffklassen künftig ausschließlich der Behandlung des Menschen vorzubehalten. Dagegen ist die Tierärzteschaft, allen voran der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), sowie die Tierhalter in nahezu allen europäischen Ländern Sturm gelauf. Das scheint gewirkt zu haben, da der eingebrachte Antrag mit 450 zu 204 Stimmen bei 32 Enthaltungen abgelehnt worden ist. So kann nun der wissenschaftlich fundierte und mit allen großen europäischen Gesundheitsorganisationen abgestimmte Delegierte Rechtsaktin Kraft umgesetzt werden. Sehr zur Erleichterung der Tierärzteschaft und auch im Sinne von Tiergesundheit und Tierschutz stimmten die Mitglieder des Europäischen Parlamentes für den Entwurf der delegierten Verordnung der Kommission (DEA 2021/2718) über "Kriterien zur
Identifizierung von antimikrobiellen Arzneimitteln, die für die Behandlung von Menschen vorbehalten sind". Damit wird auch dem One-Health-Ansatz, zumindest von Seiten der Veterinärmedizin, Rechnung getragen, während sich die Humanmedizin weder im Vorfeld der Auseinandersetzung noch währenddessen gesprächs- und handlungsbereit zeigten. Stattdessen wurde der Vorwurf von gestreuten Fake-News laut, der heute in einer Pressemitteilung des bpt zu der Entscheidung noch einmal vehement zurückgewiesen wurde. Stattdessen stellte der Bundesverband als auch die Bundestierärztekammer heute in einer Presseerklärung klar, dass die Tierärzteschaft in den vergangenen Jahren sehr viel dafür getan habe, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren und transparent zu machen. In der Humanmedizin ist hier allerdings noch viel Luft nach oben, auch die Zusammenarbeit beim One-Health-Ansatz kann noch optimiert werden. Das Projekt VetMAB hat verschiedene E-Learnings zur Antibiotikaminimierung im Stall produziert, die sich an TierärztInnen richten. In Kürze werden dort auch verschiedene E-Learning-Module für LandwirtInnen angeboten. Das Tierarzneimittelgesetz wird nun dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung zugeleitet und dann mit dem eigentlichen Tierarzneimittelgesetz unter Artikel 1 am 28. Januar 2022 in Kraft treten.

16.09.2021: Vortrag zum Erhalt der Artenvielfalt

In einem Online-Vortrag wird sich Prof. Dr. Christian Wirth am 24. September 2021 dem Rückgang von Pflanzen- und Tierarten sowie den Folgen für die Umwelt widmen. Der Professor für Spezielle Botanik und funktionelle Biodiversität an der Universität Leipzig, befasst sich zudem mit der Rolle des Menschen bei der Entwicklung der Biodiversität und berichtet über die Erforschung der Artenvielfalt mittels neuester Techniken der Molkularbiologie und der
Digitalisierung. Dabei fällt Wirths Blick in die Zukunft optimistisch aus, da das notwendige Wissen zur Förderung der Artenvielfalt vorhanden ist. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Der Abendvortrag wird auf Englisch gehalten und simultan ins Deutsche übersetzt. Der Abendvortrag, der im Rahmen der Jahreshauptversammlung gehalten wird, kann als Livestream auf YouTube verfolgt werden oder ist anschließend Video abrufbar.

16.09.2021: Grausame Treibjagd auf Delphine bei Färöer-Inseln

Am vergangenen Sonntag (12.09.2021) sind über 1.500 Weißseitendelphine im Skala Fjord, östlich der Färöer-Inseln im Atlantik, bei eines sogenannten „Grinds" grausam getötet worden. Dabei wurden die Delphine mit Motorbooten massenhaft in eine Bucht getrieben, um dort mit Lanzen und Messern abgeschlachtet zu werden. Diese auf den Färöer Inseln traditionell jährlich stattfindenden Massentötungen werden nicht nur von internationalen Artenschutzorganisationen scharf kritisiert. Angesichts der großen Zahl der getöteten Tiere in diesem Jahr zeigt sich auch die Meeresschutzorganisation OceanCare schockiert. „Das Argument der Nahrungssicherheit, das jeweils bei der Jagd auf Grindwale angeführt wird, zählt nicht. Die Jagd ist sinnlos und verursachte gemäß Augenzeugenberichten großes Tierleid. Hier wurde eine Grenze überschritten und eine neue
Dimension der Jagd erreicht. Wir hoffen, dass sich auch Färinger von dem Grind distanzieren”, zeigte sich Fabienne McLellan, Leiterin des Programms zur Einstellung der Waljagd bei OceanCare, fassungslos. „Es geht hier längst nicht mehr um die Frage der Akzeptanz unterschiedlicher Sichtweisen und Kulturen, hier geht es um eine gezielte, brutale Vernichtung von Delphinschulen“, zeigt sich Nicolas Entrup, Co-Direktor für Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare, empört und wendet sich sowohl an die dänische Regierung als auch die Verantwortlichen der zu Dänemark gehörenden autonomen Region der Färöer-Insel: „Ja, es braucht den Dialog, aber genauso braucht es ein Vorgehen gegen jene Personen, die solch einen sinnlosen Akt zu verantworten haben”. Neben diesen grausamen Massentötungen bedroht auch der Klimawandel den Bestand des Weißseitendelphins.

16.09.2021: Nachhaltiges Garn aus Hunde-Unterwolle

In deutschen Haushalten leben inzwischen über zehn Millionen Hunde. Besonders beim Fellwechsel im Frühjahr fallen beim Auskämmen enorme Mengen an Unterwolle an, die im Müll landen. Eine Ressource, die eine Modedesignerin und eine Textilingenieurin aus Reutlingen nun für ihr junges Brand modus intarsia entdeckt haben. Aus der gesammelten Unterwolle stellen die beiden UnternehmerInnen ein hochwertiges Garn mit Namen Chiengora® her. Zusammen mit WissenschaftlerInnen an den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) wurde das nachhaltige Garn an Industriemaschinen erprobt. Die Herstellung von Chiengora®, angelehnt an
ursprünglich von Kaninchen stammender Angorawolle, basiert auf Hundefell und schont nicht nur Ressourcen, sondern dient auch dem Tierwohl. Denn knapp 90 Prozent der Angorawolle stammt aus chinesischen Pelztierfarmen, wo den Angora-Kaninchen nicht selten die Wolle bei lebendigem Leib ausgerissen wird. Die beiden JungunternehmerInnen Ann Cathrin Schönrock und Franziska Uhl haben ein dezentrales Sammlernetzwerk ins Leben gerufen. Jeder kann daran teilnehmen und die Unterwolle seines Vierbeiners sammeln, die er dann nach Reutlingen schickt. Unterstützt wird das Projekt mit dem staatlichen EXIST-Gründungsstipendium und einem Investment aus der Textilindustrie.

15.09.2021: Illegal gehandelte Hundewelpen bergen Gesundheitsrisiken für Menschen

Noch immer werden Tausende Hundewelpen illegal zwischen den europäischen Ländern gehandelt und größtenteils über Online-Plattformen verkauft. ExpertInnen gehen von mehr als 46.000 Hunden pro Monat aus. Da die Welpen meist viel zu jung, zudem ungeimpft und ohne bzw. mit gefälschten Papieren zu den NeubesitzerInnen kommen, ist das Risiko groß, dass gefährliche Krankheitserreger eingeschleppt werden. Bei einem vermutlich illegal eingeführten Hundewelpen in Bremen wurde aktuell die Tollwut nachgewiesen. Die Tollwut ist eine fatale Zoonose, sie wird vom Tier auf den Menschen übertragen. Deshalb stellen infizierte Welpen ein immenses Gesundheitsrisiko dar, wovor die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN bereits mehrfach gewarnt
hat. Dringender denn je sei die Bundesregierung in der Pflicht, wirksame und unverzügliche Maßnahmen gegen die kriminellen Machenschaften der Hundemafia festzulegen, so die Tierschützer. „Wir fordern daher die Bundesregierung auf, die Problematik des illegalen Welpenhandels ernst zu nehmen und endlich Gesetze für den Online-Handel mit Tieren einzuführen. Außerdem zeigt sich hier einmal mehr, wie sinnvoll eine EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht wäre, denn die ungewisse Herkunft des Welpens erschwert die Arbeit des Krisenteams jetzt zusätzlich. Solch eine Pflicht besteht bereits in den meisten europäischen Ländern, Deutschland ist hier trauriges Schlusslicht“, erklärt Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei VIER PFOTEN.

15.09.2021: Ausstiegsprämie auch für Schweinehalter in Deutschland

Die aktuell katastrophale Lage der Schweinehalter in Deutschland treibt immer mehr Betriebe in den Ruin. Die gezahlten Preise pro Schwein decken nicht einmal die Erzeugerkosten, die LandwirtInnen zahlen regelmäßig drauf. Auf der anderen Seite steigen Erwartungen an Tier- und Klimaschutz. „Wir haben hier eine tiefgreifende strukturelle Krise, die nun schon seit anderthalb Jahren andauert", äußert sich Torsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Branchenvertreter und Politiker werden am heutigen Mittwoch (15.9.2021) zu einem virtuellen Schweinegipfel zusammentreffen, zu dem Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) geladen hat. Die ISN wird hier eine Ausstiegsprämie vorschlagen, wie es sie in den Niederlanden bereits gibt. Denn viele LandwirtInnen denken darüber nach, die Schweinehaltung aufzugeben. Die
Ausstieggsprämie soll sowohl Geld für eine "Abwrackprämie", mit der Landwirte ihre alten Ställe abreißen oder umbauen könnten, als auch eine Ausstiegsprämie für diejenigen Berufskollegen enthalten, die mit der Tierhaltung aufhören möchten. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat sich bisher nicht öffentlich zu diesem Vorschlag geäußert. Für die Betriebe, die nicht ans Aufhören denken und stattdessen ihre Haltung nachhaltiger gestalten möchten, fehle leider noch immer ein tragfähiges Finanzierungskonzept, wie der DBV anmahnt. Doch darüber werde voraussichtlich erst nach der Bundestagswahl entschieden. Das Thünen-Institut hält eine Reduktion der Tierzahlen dagegen für den falschen Ansatz. Ein verringertes deutsches Angebot würde ziemlich schnell dazu führen, dass das Fleisch aus anderen Ländern importiert würde. „Dem Klimaschutz wäre damit nicht gedient", heißt es aus dem Institut; dies gilt auch für den Tierschutz.

15.09.2021: Erfolgreiches Zuchtprogramm für den Feldhamster

Früher wurden Feldhamster als Schädling bekämpft und gejagt, heute werden die inzwischen als bedroht eingestuften Nager gehegt und umsorgt. So auch im Kronberger Opel-Zoo, der dieses Jahr bereits sein 65-jähriges Bestehen feiert. Im Opel-Zoo wurde eine eigene Zuchtstation aufgebaut. Ziel ist neben der Erhaltung der Art auch die Auswilderung der Tiere. Die Jungtiere werden in einem Gebiet im Vordertaunus, einer Art Feldflurarche, freigelassen. Dort finden die Nager ausreichend abwechslungsreiche Nahrung sowie genügend
Schutz vor Fressfeinden wie Raubvögeln. Für den Schritt in die Freiheit wird den jungen Feldhamstern mit vorgebohrten Löchern beim Hamsterbau geholfen. Aus der Zucht des Opel-Zoos wurden in den vergangenen Wochen 27 Feldhamster ausgewildert, wie der Tiergarten mitteilte. Demnach sind in diesem Jahr im Zoo 52 Tiere geboren worden, von denen aber nicht alle freigelassen werden. Zudem arbeite man mit anderen Zoos zusammen, weshalb der Opel-Zoo acht Feldhamster an den Frankfurter Zoo und 20 an den Zoo Osnabrück abgegeben hat.

15.09.2021: Wolf fencing Team berät Weidetierhalter beim Wolfsschutz

Die Wolfspopulationen in Deutschland und den Nachbarländern wachsen weiter. HalterInnen von Weidetieren sorgen sich um die Sicherheit ihrer Tiere. Gerade jetzt haben zahlreiche Wolfsrudel wieder Nachwuchs bekommen, was bedeutet, dass die Raubtiere nun auch mehr Nahrung benötigen. In der flämischen Provinz Limburg haben Wölfe zwei weidende Shetlandponys gerissen, nachdem sie sich unter dem Zaun durchgegraben hatten.
Dies war der zweite Angriff auf ein größeres Tier in nur wenigen Tagen. Vor kurzem erst hatten Wölfe in der gleichen Gegend ein Kalb gerissen. Um besorgte WeidetierhalterInnen hinsichtlich des Wolfsschutzes zu beraten, haben Wolfsexperten das sogenannte Wolf fencing Team gegründet. Neben der Unterstützung beim Zaunbau helfen sie zudem bei der Antragsstellung für Entschädigungen und Fördermittel.

bpt sammelt knapp 650.000 Unterschriften gegen Antibiotikaverbot

14.09.2021

Am morgigen Mittwoch (15.09.2021) wird das EU-Parlament über den Entschließungsantrag des Umweltausschusses des EU-Parlaments (ENVI) abstimmen. Dieser Antrag sieht vor, dass bestimmte Antibiotikaklassen nur noch in der Humanmedizin, nicht aber mehr in der Veterinärmedizin angewendet werden dürfen. Gegen das drohende EU-Antibiotikaverbot hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) bei einer Unterschriftenkampagne mehr als 640.000 Unterschriften von TierärztInnen und Tierärzten sowie TierhalterInnen gesammelt. „Die nahezu 650.000 Unterschriften sind ein fulminantes Ergebnis und ein ganz klarer Auftrag für uns, um bei den EU- Abgeordneten für eine Ablehnung des Entschließungsantrags (Veto) des ENVI zu werben“, erklärte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder bei der Übergabe der gesammelten Unterschriften an den Vorsitzenden der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber, und an die Vizepräsidentin des EU-Parlaments und stellvertretende FDP- Bundesvorsitzende Nicola Beer. „Da in den letzten Tagen viel Falsches zu unserer Kampagne gesagt und geschrieben wurde, will ich noch einmal den Grund für unsere Forderung deutlich machen: Entgegen dem Entschließungsantrag, erarbeitet vom Berichterstatter MEP Martin Häusling, ist der DR der Kommission in seiner jetzigen Form ein wissenschaftlich fundierter und ausgewogener Vorschlag, der einen massiven Beitrag für die Humangesundheit im Sinne des One-Health-Ansatzes leistet, ohne jedoch Kollateralschaden bei der Tiergesundheit
zu verursachen.“ Das Veto des ENVI gegen den Delegierten Rechtsakt sei nicht nachzuvollziehen, so Moder weiter. „Denn mit dem DR wird doch die Humangesundheit zusätzlich geschützt und der Tiermedizin würden nur noch ganz wenige Wirkstoffklassen zur Verfügung stehen, die auch nur im Einzelfall eingesetzt werden dürfen.“ Zudem hat das (deutsche) Forschungsnetzwerk Zoonotische Infektionskrankheiten, dem führende Wissenschaftler aus Human- und Tiermedizin angehören, deutlich gemacht, dass bislang nur wenig gesicherte Evidenz darüber vorliegt, in welchem Umfang und für welche Wirkstoffe entsprechend restriktive Maßnahmen, wie ein Verbot von sog. Reserveantibiotika in der Tierhaltung, eine populationsbezogene Auswirkung auf die antimikrobielle Resistenz beim Menschen haben. Der Delegierte Rechtsakt der EU-Kommission spielt Human- und Tiergesundheit nicht gegeneinander aus, sondern ermöglicht einerseits eine flexible Reaktion auf Veränderungen der Resistenzsituation, stellt aber andererseits auch sicher, dass kranke Tiere weiterhin adäquat behandelt werden können. „Genau darum geht es uns, deshalb bitte ich die Abgeordneten des Europäischen Parlaments bei der Abstimmung am Mittwoch für den Delegierten Rechtsakt der EU- Kommission zu stimmen“, so bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder abschließend. In einer anderweitig organisierten Online-Petition sind weitere knapp 360.000 Unterschriften zusammengekommen. Die Petition kann weiterhin unterzeichnet werden.

14.09.2021: Hohe Zahl von Erregern bei Militärhunden

Da sich Militärhunde häufiger im Freien aufhalten, haben diese ein größeres Risiko als andere Hunde, sich mit vektorübertragenen Krankheitserregern zu infizieren. Um herauszufinden, wie groß dieses Risiko ist, hat ein Forschungsteam der Vetmeduni Wien im Zeitraum von vier Jahren knapp 100 Hunde des Österreichischen Bundesheeres untersucht. Bei den klinisch gesunden Hunden wurden zahlreiche Zoonose-Erreger gefunden, die also auch den Menschen befallen können. Neben dem Fadenwurm Dirofilaria repens und Babesia canis wurden auch bei zehn Hunden spezifische Antikörper gegen Borrelia burgdorferi s. l. gefunden. „Die hohe Zahl der gefundenen
vektorübertragenen Erkrankungen unterstreicht die Notwendigkeit, solche Infektionen sowohl bei Menschen als auch bei Hunden stärker zu überwachen und zwar nicht nur im Setting der Militärhunde. Denn von Vektoren übertragene Krankheitserreger sind von großer Relevanz für die öffentliche Gesundheit“, erklärt Hans-Peter Fuehrer vom Institut für Parasitologie der Vetmeduni. Bedingt durch den Klimawandel würden immer mehr Stechmücken und Zecken, die ursprünglich aus weit südlicheren Regionen stammen, auch in unseren Breitengraden heimisch. Die Studienergebnisse haben eine große Relevanz für das Österreichische Bundesheer sowie für die öffentliche Gesundheit.

14.09.2021: bpt äußert sich zu Häusling-Attacke gegen Tierärzte

Auf Drängen des Grünen EU-Abgeordneten MEP Martin Häusling ist der wissenschaftlich fundierte Entwurf der Europäischen Arzneimittelbehörde für die Kategorisierung der Antibiotika vom EU-Umweltausschuss am 13. Juli 2021 abgelehnt worden. Häusling geht dieser Entwurf jedoch nicht weit genug. Er möchte stattdessen die Anwendung von Fluorchinolonen, Cephalosporinen der 3.und 4. Generation, Polymyxinen und Makroliden bei Tieren grundsätzlich verbieten. Dies hätte dramatische
Auswirkungen für die Therapie von Haus- und Nutztieren. Gegen dieses Vorhaben sind Tierärzte und Tierhalter aus ganz Europa u.a. mit Unterschriftensammlungen Sturm gelaufen, woraufhin Häusling in einer Pressemitteilung vom 10. September 2021 den Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) scharf angriff. Als Reaktion darauf, hat nun der bpt einen Offenen Brief an den Abgeordneten Häusling geschrieben. Dieser ist auf der Webseite des bpt veröffentlicht.

14.09.2021: Corona-Spürhunde werden bei Konzerten getestet

Für einen Zuverlässigkeitsvergleich zwischen Corona-Spürhunden und Antigen-Schnell- sowie PCR-Tests startet am 19.09.2021 eine Testreihe mit vier Konzerten in Hannover. Die Machbarkeitsstudie, an der die Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), Hannover Concerts und ProEvent Hannover beteiligt sind, soll untersuchen, ob sich ausgebildete Corona- Spürhunde für das Identifizieren von mit SARS-CoV-2 infizierten Personen im Alltag eignen. Im Laufe der Konzertreihe werden die coronabedingten Sicherheitsmaßnahmen immer weniger werden und die Anzahl der Konzertteilnehmerinnen und -teilnehmer steigen. Um in den Genuss eines kostenlosen Tickets zu kommen, müssen sich die BesucherInnen (Mindestalter 18 Jahre) im Vorfeld für die Teilnahme an einer Studie bereit erklären. Zudem müssen alle Gäste drei Schweißproben abgeben, indem sie sich mit einem Wattepad über
die Armbeuge streichen und einen tagesaktuellen Corona-Test vorweisen. Für das Konzert der Gruppe Fury in the Slaughterhouse können ab heute (13.09.2021) kostenlose Tickets erworben werden. Am 27. September sowie 2. und 9. Oktober 2021 finden die nächsten drei Konzerte statt. Der Registrierungslink für das jeweilige Konzert wird jeweils am Montag vor der Veranstaltung freigeschaltet. Ein Forschungsteam der Klinik für Kleintiere konnte in einer Pilotstudie belegen, dass Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn in der Lage sind, Speichelproben SARS-CoV-2-infizierter und gesunder Menschen mit rund 94-prozentiger Sicherheit unter Laborbedingungen zu unterscheiden. Eine Folgestudie ergab, dass auch Schweiß und Urin geeignetes Probenmaterial sind. Mehr zu den Spürhunden können Sie in dem Interview erfahren, das Vetion.de mit Prof. Holger Volk, Leiter der Kleintierklinik, geführt hat.

13.09.2021: ASP-Bekämpfung ist Gemeinschaftsaufgabe

Vor gut einem Jahr sind die ersten Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bestätigt worden. Seitdem wurde die Tierseuche bei mehr als 2.000 Wildschweinen sowie rund 200 Hausschweinen in drei brandenburgischen Betrieben nachgewiesen. „Das Ausbruchsgeschehen ist weiterhin dynamisch und der Infektionsdruck aus Polen bleibt hoch. Trotzdem ist es in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelungen, dass diese Tierseuche erst einmal auf relativ kleine Gebiete begrenzt werden konnte. Wir wissen um die großen Herausforderungen, vor denen die Landwirte derzeit stehen. Deshalb unterstützt der Bund die Bundesländer auf vielfältige Weise und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Wir wollen Deutschland wieder so schnell wie möglich ASP- frei bekommen. Vor allem weil wir als Bund wissen, was Brandenburg
und Sachsen gerade für ganz Deutschland und auch die EU leisten. Die Bekämpfung und letztlich auch die Tilgung der ASP sind Aufgaben, bei der jeder – Bund, Länder, Verbände, Jäger – seinen Beitrag leisten muss, damit wir Erfolge erzielen“, erklärt der politische Beauftrage für die ASP, Uwe Feiler. Jedoch erwies sich bislang die Koordination mit dem Nachbarland Polen als äußerst schwierig, weshalb nun der Ministerpräsident Brandenburgs, Dietmar Woidke, in seiner Funktion als Koordinator für die deutsch-polnische Zusammenarbeit um Unterstützung bei der Kommunikation und Koordinierung gebeten wurde. Ein kostenfreies Webinar zur ASP bietet die Firma Elanco Tierärztinnen und Tierärzten am Mittwoch, dem 15. September 2021 an. Beginn ist 19:00 Uhr. Als Referenten stehen u.a. PD Dr. Sandra Blome sowie Dr. Gereon Schulze Althoff zur Verfügung.

13.09.2021: NABU fordert beherztes Vorgehen gegen Natur- und Klimakrise

Schon bald wird in Deutschland eine neue Regierung gewählt. Um das sechste Massenartensterben in der jüngeren Erdgeschichte abzuwenden, fordert die Naturschutzorganisation NABU von der nächsten Regierung ein Notprogramm gegen diese Krise. Um das fortschreitende Verschwinden von bestäubenden Insekten und der Vögel sowie das Zusammenbrechen der Fischbestände in den Meeren zu stoppen, seien unverzüglich wirksame Maßnahmen zu treffen und umzusetzen. Der NABU bemängelt, dass der Verlust der biologischen Vielfalt allerdings nur in wenigen Wahlprogrammen der Parteien vorkommt. Von der kommenden Bundesregierung
fordern die Naturschützer unter anderem einen globalen Einsatz für den Naturschutz mit einer angemessenen Finanzierung, einen Reduktionsplan für Pestizide, den Schutz der Meere sowie einen Plan zur Anpassung der Rinderbestände auf grünlandbasierte Haltung. Die Corona-Pandemie habe zudem gezeigt, dass nicht intakte Ökosysteme jederzeit das Einfallstor einer nächsten Pandemie sein könnten. Es sei ein Hauptauftrag der nächsten Bundesregierung, die Natur- und die Klimakrise beherzt und zeitgleich anzupacken, lautet die Forderung des NABU zusammengefasst. Weitere Hilfestellungen bei der Wahlentscheidung liefert das Fokusthema.

13.09.2021: Schweinegipfel nichts als Wahlkampf

Die Schweinehaltung in Deutschland befindet sich in einer tiefen Krise. Neben der Corona-Pandemie macht den Betrieben besonders die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu schaffen. Daher hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) für den 15.09.2021 zu einem Schweinegipfel eingeladen. Offensichtlich wurden jedoch aus den Ländern lediglich die Agrarminister Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens dazu gebeten, was Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus als reinen Wahlkampf bezeichnet hat, denn beide Länder sind CDU-geführt. „Jene Länder, die tatsächlich von der ASP betroffen oder akut bedroht sind, wie Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, werden außen vorgelassen. In meinen Augen ist das reiner Wahlkampf der CDU und hat mit dem Eintreten für die Sache nichts zu tun“, kritisiert Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern. Ein von Backhaus eingefordertes Gespräch zwischen Bund und Ländern im
Herbst vergangenen Jahres endete hingegen ohne sichtbare Ergebnisse. „Unsere Forderungen lauteten damals unter anderem die Aufnahme der Schweinehalter in Corona-Hilfsprogramme, der Abbau des Schlachtschweinestaus durch den kurzfristigen Aufbau zusätzlicher Kapazitäten in der Schlachtung, ein intensiver Austausch mit der Fleischindustrie, um den Absatz aus ASP-Risikogebieten zu verbessern sowie die Zahlung einer Ausstiegsprämie für Schweinehalter. Damals haben die CDU-geführten Länder gegen eine Ausstiegsprämie votiert. Auch in Bezug auf die anderen Punkte oder auf die von mir vorgeschlagene Einführung eines staatlich verbindlichen Tierwohllabels als Investition in eine zukunftsfähige Tierhaltung ist bis heute nichts passiert“, erläuterte Backhaus. Ein kostenfreies Webinar zur ASP bietet die Firma Elanco Tierärztinnen und Tierärzten am Mittwoch, dem 15. September 2021 an. Beginn ist 19:00 Uhr. Als Referenten stehen u.a. PD Dr. Sandra Blome sowie Dr. Gereon Schulze Althoff zur Verfügung.

10.09.2021: Hilfe bei der Wahlentscheidung

In rund zwei Wochen finden die Bundestagswahlen statt. Laut aktuellen Prognosen könnte das Ende des bereits 20 Jahre währenden Abwärtstrends der SPD eingeläutet werden, und die CDU/CSU könnte mit Hilfe der Grünen in die Opposition gezwungen werden. Doch viele Wahlberechtigte sind bezüglich ihrer Wahlentscheidung noch unentschlossen. Aus diesem Anlass
haben verschiedene Organisationen die Wahlprogramme der Parteien hinsichtlich der Aspekte Tierschutz, Tierversuche, Landwirtschaft mit Nutztierhaltung sowie Insekten- und Naturschutz unter die Lupe genommen und zusammengefasst. Im Vetion.de-Fokusthema Bundestagswahl 2021 wurden die verfügbaren Analysen als Hilfe bei der Wahlentscheidung aufgelistet.

10.09.2021: ÖTK spricht sich strikt gegen geplantes Antibiotikaverbot aus

Nach massiven Protesten der Tierärzteschaft in Deutschland hat auch die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) das vom EU- Parlament geplante Verbot von Reserveantibiotika in der Tiermedizin heftig kritisiert. „Der Antrag beinhaltet schwere Forderungen, die stark über das Ziel hinausschießen“, erklärt Kammerpräsident Kurt Frühwirth. Eine ganze Gruppe von Wirkstoffen generell zu untersagen sei der falsche Weg, da dies unweigerlich zu großem Tierleid führen werde, so der Präsident weiter. „Wenn es einen Entzug von Antibiotika für die Veterinärmedizin
geben soll, dann muss einzeln geprüft und wissenschaftlich bewiesen werden, wieso ein bestimmter Wirkstoff in bestimmten Fällen nicht mehr einzusetzen ist, etwa über einen Kriterienkatalog.“ Auch die TierärztInnen in Österreich befürworten die Reduzierung von Antibiotika, die Zahl der an Tiere verabreichten Antibiotika ist innerhalb eines Jahres um 15 Prozent gesunken. Zudem gebe es nicht immer einen direkten Zusammenhang zwischen der Abgabe von Antibiotika in der Tiermedizin und Resistenzen in der Humanmedizin, so Frühwirth abschließend.

10.09.2021: Royal Canin Vet Symposium 2021

Nach 2020 findet am 28. und 29. September 2021 erneut das internationale Royal Canin Vet Symposium statt. Unter dem Motto „Die Tierarztpraxis im Fokus – Ein Ausblick“ dürfen sich Tierärztinnen, Tierärzte und Studierende der Veterinärmedizin auf ein umfassendes Programm freuen. Zu praxisfreundlichen Zeiten, jeweils von 16-18 Uhr, widmen sich internationale TierärztInnen und ErnährungsexpertInnen in zwei Live-Sessions sowie in On-Demand Videos sowohl neuesten medizinischen Themen für die Praxis als auch unternehmerischen Aspekten, die selbständige TierärztInnen und solche, die es werden möchten, interessieren. Unter anderem lernen die TeilnehmerInnen mehr über die aktuellen Erfahrungen und Entwicklungen der Telemedizin, die spätestens seit der Corona-
Pandemie immer mehr an Bedeutung auch in der Tierarztpraxis gewonnen hat. Die Teilnahme am Vet Symposium ist kostenfrei und eine ATF-Anerkennung beantragt. Das Fortbildungsportal Myvetlearn.de bietet TierärztInnen ab dem 25. September 2021 zudem die Online-Fortbildung "Veterinär-Telemedizin in der Praxis - So gelingt der Einstieg" an. In dieser aus vier E-Learning- Modulen und einem abschließenden Live-Online-Seminar bestehenden Online-Fortbildung geht es um Grundlagen, Voraussetzungen, rechtliche Bedingungen und letztendlich um die Umsetzung von digitalen, telemedizinischen Lösungen für den niedergelassenen Tierarzt und deren Einbindung in das „Ökosystem“ der eigenen Praxis. Der Kurs endet mit einem Live-Online-Seminar am 7. Dezember 2021.

10.09.2021: Tierschutzbericht fordert Umdenken bei Tiertransporten

In ihrem gerade veröffentlichten Bericht „100 Reasons to Revise Council Regulation EC 1/2005 on the Protection of Animals during Transport“ fordert die Tierschutzorganisation Animals‘ Angels eine detaillierte Überarbeitung der EU-Verordnung zum Schutz der Tiere während Transporten. Besonders kritisiert werden neben den nicht ausreichenden Amtskontrollen, der Ladedichte, Transportfähigkeit und den Temperaturgrenzwerten auch die mangelnde Beschränkung der Transportzeiten. „Wir brauchen ein Umdenken. Die EU-Verträge erkennen Tiere als fühlende Wesen an. Die überarbeitete Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport muss eine moralisch vertretbare Umgangsweise mit Tieren widerspiegeln, die ihr Leben
und ihr Leiden als fühlende Wesen respektiert. Das Leben und das Wohl der Tiere muss immer Vorrang haben vor allen wirtschaftlichen Interessen,“ stellt Julia Havenstein, Vorsitzende des Vereins, klar. Die Tiere werden laut Animal´Angels durch die bestehenden EU-Gesetz nicht genügend geschützt. Unzählige empirische Beispiele und Informationen von Akteuren aus erster Hand dokumentieren in dem Bericht die Schwächen der Verordnung und das unerträgliche Leiden der Schafe, Rinder und Schweine während des Transports. In „100 Reasons“ werden zudem über 100 konkrete Forderungen an die derzeit stattfindende Überarbeitung der Verordnung gestellt. Der vollständige Bericht in englischer Sprache steht auf der Homepage der Tierschutzorganisation zum Download bereit.

09.09.2021: Rindfleisch liefert wertvolle Mineralstoffe

Auch wenn sich immer mehr Menschen gegen den Konsum von Fleisch und für eine rein pflanzenbasierte Ernährung entscheiden, darf nicht vergessen werden, dass besonders Rindfleisch viele positive Aspekte für die Ernährung aufweist. Neben hochwertigem Eiweiß, lebenswichtigen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen liefert Rindfleisch auch essentielle Aminosäuren und Spurenelemente. Lediglich 100g des Fleisches decken den Tagesbedarf eines durchschnittlichen
Erwachsenen an Protein zur Hälfte, den Bedarf an einigen essentiellen Aminosäuren sogar vollständig. Zudem spricht der geringe Fettgehalt für den Konsum von Rindfleisch. Auch andere Nährstoffe, wie beispielsweise die Vitamine B6 und B12 sowie wichtige Mineralien und Spurenelemente, kommen im Fleisch in direkt verwertbarer Form vor. Die optimale Bioverfügbarkeit der Nährstoffe macht Fleisch zu einem wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Mischkost.

09.09.2021: Neue Verordnung schränkt Einsatz von Pestiziden stark ein

Seit dem 08.09.2021 ist in Deutschland der Einsatz von Pestiziden deutlich eingeschränkt. Mit der neuen Verordnung wurde ein Teil des Aktionsprogramms Insektenschutz umgesetzt. Bis zum endgültigen Ausstieg im Jahr 2023 ist unter anderem die Anwendung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat stark eingeschränkt. Grundsätzlich verboten ist das Pestizid in einer Reihe naturschutzrechtlicher und wasserrechtlicher Schutzgebiete. In der Landwirtschaft, insbesondere im Ackerbau kommt es mit der Verordnung zudem bereits jetzt zu weiteren Anwendungseinschränkungen für Glyphosat unter anderem für die Vorsaat- und Stoppelbehandlung. „Der Glyphosatausstieg kommt. Darauf habe ich mit vielen Umweltschützern lange hingearbeitet. Glyphosat tötet alles, was grün ist, und entzieht Insekten damit die Lebensgrundlage. Darum ist dieser Ausstieg ein großer Erfolg. Ab heute ist die Anwendung
von Glyphosat in wichtigen Bereichen verboten. Aber auch andere Pflanzenschutzmittel können Insekten schaden. Darum ist es so wichtig für die Zukunft unserer Ökosysteme, dass künftig weniger Flächen gespritzt werden und mehr Rückzugsräume für Insekten bleiben. Dabei ist uns ein guter Mix gelungen aus Ordnungsrecht, Vertragsnaturschutz und freiwilligen Vereinbarungen wie sie in einigen Bundesländern zwischen Politik, Umweltverbänden und Landwirtschaft erarbeitet wurden. Die Landwirtschaft kann beim Umstieg auf die Unterstützung der Politik zählen. Wer heute Insekten schützt, sichert auch die Landwirtschaft von morgen", erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Mit den nun in Kraft tretenden Änderungen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung wird hier gezielt gegengesteuert, um Insekten zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.

Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen nur nach dem One-Health-Ansatz

08.09.2021

Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) appelliert an das Europäische Parlament, den Einspruch gegen die EU- Tierarzneimittel-Verordnung 2019/6 abzulehnen. Sollten sich die Parlamentarier doch entschließen, dem Einspruch, der ein Anwendungsverbot sogenannter Reserveantibiotika bei Tieren beinhaltet, zu folgen, hätte dies weitreichende Folgen hinsichtlich der Behandlung von Tieren. Das beträfe Nutztiere genau wie Heim- und Haustiere. Zwar seien im Ausnahmefall weiterhin Gaben von Antibiotika bei bakteriellen Infektionen vorgesehen, doch weist die DVG in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass dafür zunächst eine EU-weite Abstimmung notwendig sei, um rechtlich umsetzbar zu sein. Nicht nur wäre die Gesundheit aller Tiere gefährdet, sondern
auch die der Menschen. Denn bleiben Zoonosen beim Tier unbehandelt, steigt die Gefahr, dass Menschen ebenfalls daran erkranken. Wie es weiter in der Stellungnahme heißt, werde der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen befürwortet, jedoch macht die DVG deutlich, dass dieser lediglich mit dem One-Health-Ansatz zu gewinnen sei. Zudem fehlten bislang laut Nationaler Forschungsplattform für Zoonosen sichere Belege, ob ein pauschales Verbot des Einsatzes von Arzneimitteln mit den Wirkstoffgruppen Fluorchinolone, Cephalosporine der 3. und 4. Generation, Polypeptide sowie Makrolide bei Tieren das Vorkommen von Resistenzen in der Humanmedizin substantiell und nachhaltig beeinflussen würde. Darauf weist auch die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen hin.

08.09.2021: Mecklenburg-Vorpommern weitet Förderungen für Wolfsschutz aus

Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus hat am 1. September 2021 eine Richtlinie unterzeichnet, nach der WeidetierhalterInnen weitere Fördergelder zum Schutz vor Wolfsrissen beantragen können. So sollen ab 20. September 2021 zusätzliche laufende Betriebsausgaben wie wolfsabweisende Zäune und Herdenschutzhunde gefördert werden, die landwirtschaftliche Nutztiere vor Wölfen schützen. „Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den zurückliegenden Jahren auf verschiedenen Ebenen intensiv für die Entwicklung weiterer Fördermöglichkeiten sowie die Erschließung weiterer Finanzierungsquellen eingesetzt. Im Ergebnis war innerhalb
des GAK-Rahmenplans auch ein GAK-Fördergrundsatz beschlossen worden. Wir haben zäh verhandelt, um die Weidetierhaltung in der Offenlandschaft zu stärken und zu unterstützen und ich bin froh, dass wir zu diesem Ergebnis gekommen sind“, so der Minister. Anträge können in den Jahren 2021 und 2022 jeweils bis zum 30. September bei den jeweiligen Bewilligungsbehörden (StÄLU, Großschutzgebietsverwaltungen) gestellt werden. Aufgrund der in diesem Jahr damit verbundenen kurzen Frist ist die Festlegung einer weiteren Antragsfrist vorgesehen. Diese wird gesondert bekanntgegeben. Der Bewilligungszeitraum beträgt fünf Jahre. Pro Jahr stehen rund 1,2 Mio. Euro zur Verfügung.

08.09.2021: Nutztiere sind auch für Veganer und Vegetarier essentiell

Die Haltung von Nutztieren steht zunehmend in der Kritik. Die Behauptung, dass diese besonders durch erhöhte Methan-Ausstöße den Klimawandel vorantreiben, wird häufig von TierschützerInnen und KlimaaktivistInnen aufgestellt. „Der Klimawandel fällt mit der Industrialisierung und nicht mit den Methan-Ausstößen der Tierhaltung zusammen“, erklärt hingegen Prof. Wilhelm Windisch, Ordinarius für Tierernährung an der TU München, in einem Interview mit Fokus-Fleisch. Der Professor weist darauf hin, dass die Klimagase der Landwirtschaft aus ausgeglichenen biogenen Kreisläufen entstammen und nicht aus fossilen Energieträgern. Im Gegensatz zu biogenen Quellen transportieren fossile Brennstoffquellen zusätzliches CO2 in die Atmosphäre.
Auch entfallen lediglich sechs Prozent des gesamten Ausstoßes an CO2 Äquivalenten im Jahr auf Methan, wovon nur ein Drittel auf die Nutztierhaltung einschließlich der Güllelagerung zurückzuführen ist. Diese zwei Prozent wiederum sind Teil eines biogenen Kreislaufes. Windisch erläutert, dass Nutztiere auch für Veganer und Vegetarier essentiell sind, da bei der Herstellung von pflanzlichen Lebensmitteln große Teile nicht essbarer Biomasse wie Stängel oder Blätter anfallen. „Wenn man alles zusammenzählt, entstehen in der Landwirtschaft mit jedem Kilogramm veganem Lebensmittel mindestens vier Kilogramm nicht-essbare Biomasse. Die effizienteste Möglichkeit diese nicht-essbare Biomasse zu verwerten ist es, sie an Nutztiere zu verfüttern", so Prof. Windisch.

08.09.2021: Lebensmittelverschwendung soll gesetzlich unterbunden werden

In seiner letzten Sitzung vor der Bundestagswahl am 17. September wird sich der Bundesrat wahrscheinlich auch mit der Vermeidung von Lebensmittelabfällen beschäftigen. Einige Bundesländer, darunter Niedersachsen und das Saarland, wollen dazu eine gesetzliche Regelung erreichen. Die Fachausschüsse im Bundesrat haben der Beschlussvorlage bereits zugestimmt. „Gemeinsam mit anderen Ländern setzen wir uns im Bundesrat dafür ein, Lebensmittelhandel und Lebensmittelproduzenten nach dem Vorbild von Frankreich oder Tschechien zu einer Reihe von Maßnahmen zu verpflichten. Dazu gehört etwa, dass der Handel unverkaufte, aber genießbare Lebensmittel nicht mehr einfach wegschmeißen darf. Sie sollen für wohltätige Zwecke gespendet werden. Lebensmittel, die nicht mehr für den Verzehr geeignet
sind, sollen beispielsweise als Tierfutter oder zu Kompostzwecken in der Landwirtschaft oder auch zur Energiegewinnung weiterverwertet werden“, sagt der Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Sebastian Thul. Die Länder wollen erreichen, dass Lebensmittel- Hersteller und Handel in die Pflicht genommen werden. „Wir können uns mit einer entsprechenden Rechtsverordnung auf das novellierte Kreislaufwirtschaftsgesetz und die dort verankerte so genannte Obhutspflicht stützen. Danach müssen die Produktverantwortlichen bei der Herstellung und beim Vertrieb von Erzeugnissen dafür sorgen, dass deren Gebrauchstauglichkeit erhalten bleibt und diese nicht zu Abfall werden. Diese Pflicht umfasst auch Lebensmittel“, so Thul.

08.09.2021: EU-Einheitliche Tierwohl-Kennzeichnung gefordert

In dem gerade erschienenen „Fleischatlas“, unter anderem herausgegeben vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Heinrich-Böll-Stiftung, appellieren UmweltschützerInnen an die EU, eine einheitliche Tierwohl-Kennzeichnung einzuführen. Neben mehr Transparenz für die KonsumentInnen hätte der Handel mehr Möglichkeiten für eine bessere Vermarktung, was sich bei der EU- weiten Kennzeichnung für Eier bereits gezeigt habe. Die Herausgeber zeigen zudem Wege für eine grundlegende Veränderung der Tierhaltung sowie des Fleischkonsums
auf. Vorausgesagt wird im neuen „Fleischatlas“ ein weltweiter Anstieg der Fleischerzeugung, was sich auch auf das Klima auswirken werde. Für die Zukunft fordern die Verfasser des Berichts, dass Risiken und Schäden entlang der Wertschöpfungskette besser identifiziert werden sollen. Insgesamt sei es wichtig, nachhaltiges Wirtschaften zu unterstützen. So soll es etwa einen Übergangsfonds für ArbeitnehmerInnen in der Fleischindustrie geben, damit diese einen Job in einem nachhaltigeren Wirtschaftszweig ergreifen können.

07.09.2021: EU-Bestäuberwoche findet digital statt

Seit dem Jahr 2012 hat die Europäische Bienen-und Bestäuberwoche, auch als „Bienen-Woche“ bezeichnet, einmal im Jahr im Europäischen Parlament in Brüssel stattgefunden. In diesem Jahr wird die Veranstaltung als EU-Bestäuberwoche vom 27. bis 30. September 2021 ausschließlich online ausgetragen. Durch die Umbenennung erhoffen sich die Organisatoren eine stärkere Ausweitung auf weitere europäische Bestäuber. Die TeilnehmerInnen erwarten während der viertägigen Online-Veranstaltung Diskussionen und Vorträge zu dem übergreifenden Thema „Ein neuer EU-Deal für die Bestäuber“. Unter anderem werden sich Experten in Sitzungen mit den Themen Landwirtschaft und Bestäuber sowie Bienenzucht befassen. Mitarbeiter der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) werden über eine Reihe von Themen referieren, die für die
Gesundheit von Bienen und Bestäubern von Bedeutung sind, wie z. B. das MUST-B-Gutachten, die laufende Überarbeitung der Leitlinien zu Bienen und Pestiziden sowie die Pläne der EFSA, ihre Arbeit zur Umweltrisikobewertung für Bestäuber auszuweiten, um die im Europäischen Green Deal festgelegten Ziele zu unterstützen. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich. Tierärztinnen und Tierärzte haben die Möglichkeit, sich im Bereich Bienen online weiterzubilden. Myvetlearn.de bietet einen vierteiligen E-Learning-Kurs an, der die Grundlagenkenntnisse über Bienen vermittelt sowie umfassende spezielle Informationen zu Bienenkrankheiten, Bienenprodukten sowie den zu beachtenden Rechtsvorschriften gibt. Der Kurs ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

TierärztInnen bangen um Behandlungsoptionen

07.09.2021

Gegen die geplante EU-Verordnung über Tierarzneimittel regt sich immer mehr Widerstand. Nach einem Antrag des EU-Abgeordneten Martin Häusling, in dem der Grünen-Politiker fordert, dass die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am wichtigsten eingestuften Antibiotika in Zukunft nur noch bei Menschen eingesetzt werden dürfen und nicht mehr bei Tieren, bangen TierärztInnen um bestimmte Behandlungsmöglichkeiten. „Für die Tiermediziner bedeutet das: Wenn der Antrag angenommen wird, sind bestimmte Antibiotikagruppen, die wir seit Jahren und Jahrzehnten einsetzen, nicht mehr erlaubt“, erklärt Tierärztin Dr. Anja Ewringmann. „Im Bereich der Infektionsbehandlung würde uns das um 50 Jahre zurückwerfen. Man würde vor den
Patienten stehen – und könnte nicht helfen.“ Die TierärztInnen fürchten, dass sie ihren Patienten zukünftig beim Sterben zusehen müssen. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) startete als Protest eine Unterschriftenkampagne. Die in den Praxen gesammelten Unterschriften müssen allerdings bis spätestens Mittwoch (08.09.2021) in der bpt-Geschäftsstelle in Frankfurt ankommen, da der Verband diese im Vorfeld der Plenarabstimmung an die deutschen Abgeordneten im EU-Parlament übergeben wird. Eine begleitende Online-Petition, die bereits mehr als 330.000 Menschen unterschrieben haben, läuft hingegen weiter. TierhalterInnen tun gut daran, sich dem Protest auf diese Weise anzuschließen, da ein Antibiotikaverbot Haus-, Heim- und Nutztiere betreffen würde!

07.09.2021: Krisengespräch zur Lage der Schweinebauern in Niedersachsen

Am gestrigen Montag (06.09.2021) haben sich VertreterInnen des Landwirtschaftsministeriums Niedersachsen, aus Verbänden und dem Handel zu einem digitalen Krisengespräch zusammengefunden, um über die angespannte Situation der Schweineproduzenten in Deutschland zu beraten. Die ca. 5.300 schweinehaltenden Betriebe in Niedersachsen haben neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie zudem mit den Handelsbeschränkungen aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu kämpfen. „Wir Landwirte brauchen jetzt verlässliche Aussagen; die Erzeuger stehen mit dem Rücken an der Wand, und immer mehr
Berufskollegen denken ans Aufhören“, sagte der Verbandspräsident Holger Hennies vor den Beratungen. Die Erzeugerpreise befinden sich auf einem historischen Tief. Nach Angaben des Bauernverbandes Landvolk Niedersachsen wird pro Kilo Schwein derzeit 1,25 Euro gezahlt, 1,80 Euro sei jedoch mindestens notwendig, um kostendeckend arbeiten zu können. Hinzu kommt, dass die Futterpreise angestiegen sind. Die Schwarz-Gruppe, der die Lebensmittelhändler Lidl und Kaufland angehören, fordern von der Politik, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die ASP einzudämmen und Exportmärkte wieder zugänglich zu machen.

06.09.2021: Haustierdiebe in Großbritannien erwarten höhere Strafen

In Großbritannien hat die Zahl der Diebstähle von Haustieren dramatisch zugenommen. Mit Beginn der Corona- Pandemie hat sich die Zahl der Diebstähle vervielfacht, allein im Jahr 2020 wurden mehr als 2000 Hunde gestohlen. Darauf will die britische Regierung nun mit härteren Strafen reagieren. Im Rahmen einer Gesetzesänderung soll der Diebstahl von Haustieren folglich als Straftat gewertet werden. „In der Öffentlichkeit wächst der Eindruck, dass das aktuelle Strafrecht
und die Strafen für Tierdiebstahlsdelikte nicht ausreichen und ein Tier als mehr als bloßes Eigentum anerkennen“, stellte ein am 3. September 2021 veröffentlichter Bericht fest. Mit dem neuen Gesetz soll auch das emotionale Leid der Besitzer sowie der Tiere anerkannt werden. „Haustierbesitzer sollten nicht in Angst leben müssen“, versprach der zuständige Umweltminister George Eustice. Noch ist allerdings nicht bekannt, wie hoch die Strafen für Haustierdiebstähle angesetzt werden.

06.09.2021: Tipps für das Management von Genesungsbuchten

Im Falle einer schweren Erkrankung oder Verletzung sollten auch Schweine in Genesungs- bzw. Krankenbuchten umgestallt werden. In der neuen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) sind diese gesetzlich vorgeschrieben. Damit eine Heilung erfolgen kann, sollten die Krankenbuchten bestimmte Bedingungen erfüllen. Zum einen muss die Genesungsbucht über genügend Platz verfügen, wobei das kranke Tier die einzelnen Funktionsbereiche Liegen, Fressen und Koten unterscheiden können sollte. Es sollte zudem Sicht- und Geruchskontakt zu Artgenossen gewährleistet sein. Empfohlen wird eine leicht erhöhte Stalltemperatur im Gegensatz zu den
Buchten für die gesunden Tiere, da Wärme den Heilungsprozess unterstützt. Neben einer ausreichenden Versorgung mit Futter und frischem Wasser sollte der Halter zudem auf eine adäquate Liegeflächengestaltung achten, am besten in Form von Stroh oder einer Gummimatte. Zudem wird empfohlen, den Krankheitsverlauf und die einzelnen Behandlungsschritte zu dokumentieren, um die Heilungschancen des jeweiligen Tieres besser beurteilen zu können. Wichtig ist auch, dass der Landwirt die Krankenbuchten erst am Ende seiner Betreuung und optimalerweise mit separater Stallkleidung begeht, damit keine Krankheitserreger verschleppt werden.

03.09.2021: Leitfaden für das Erkennen und Reduzieren von Schwanzbeißen

Für das Schwanzbeißen bei Schweinen gibt es verschiedene Ursachen. Zu den auslösenden Stressfaktoren gehören neben Infektionskrankheiten, einem Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Parasiten auch ein schlechtes Stallklima und eine mangelnde Futter- oder Wasserqualität. Da sich diese Faktoren gegenseitig verstärken können, spricht man von einer multifaktoriell hervorgerufenen Verhaltensstörung, die in allen Haltungssystemen und Produktionsformen mehr oder weniger stark vorkommt. Da das
Schwanzbeißen sehr individuelle Ursachen hat, gibt es keine Standard-Problemlösung. Der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) hat im Rahmen des Kupierverzichts einen Leitfaden erstellt, der den Betrieben, der Tierärzteschaft sowie den Beratungspersonen helfen soll, Vorzeichen für das Schwanzbeißen zu erkennen und dieses zu reduzieren. Es handelt sich um die Zusammenstellung bisheriger Erkenntnisse und Erfahrungen als Grundlage für den Weg zum Kupierverzicht. Der Leitfaden wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

03.09.2021: Umbau der Tierhaltung muss entsprechend entlohnt werden

Anlässlich der aktuell stattfindenden DLG-Unternehmertage hat sich Präsident Hubertus Paetow besorgt über die Zukunft der Tier haltenden Betriebe geäußert. Neben den schlechten Exportperspektiven und dem sinkenden Konsum von Fleischprodukten in Deutschland seien auch die dramatisch niedrigen Schweine- und Milchpreise verantwortlich dafür, dass Investitionen weniger getätigt würden. Als zentrale Aufgabe sieht Paetow den Umbau der Tierhaltung samt entsprechender Entlohnung. Zudem müsse die Auflösung des Konflikts zwischen Tierwohlforderung und Tierwohlnachfrage als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden, wie der Präsident in seiner Eröffnungsrede betonte. „Angefangen mit den Ergebnissen der Borchert-Kommission, vor allem aber auch im Abschlussbericht der Zukunftskommission, wird immer wieder darauf
hingewiesen, dass ohne marktpolitische Eingriffe des Staates, wie auch immer diese aussehen werden, das Ziel eines nachhaltigen und den Vorstellungen der Gesellschaft von tiergerechten Haltungssystemen entsprechendes Ernährungssystems nicht zu erreichen ist“, so Paetow. Die Verknüpfung landwirtschaftlicher Produkte mit der gesellschaftlich geforderten Prozessqualität werde die Kernaufgabe sein, die es zu lösen gelte, wenn die deutsche Landwirtschaft in Zukunft auf den Märkten erfolgreich sein will. Und dies unabhängig davon, ob die Verbraucher für dieses mehr an Qualität auch wirklich mehr bezahlen. Denn auch wenn die Erlöse in Zukunft zum Teil über den Umweg der marktpolitischen Maßnahmen zu den Erzeugern kommen, so müsse dafür doch immer die Einhaltung der Prozessqualität am Produkt erkennbar sein, erläuterte Paetow abschließend.

03.09.2021: Konstruktive Strategien gegen ASP müssen gemeinsam entwickelt werden

Am 1. September 2021 haben sich die Agrarminister zu einer virtuellen Sonderkonferenz zusammengefunden. Diese wurde anlässlich der Afrikanischen Schweinepest (ASP) angesetzt, die sich seit dem ersten Auftreten in Deutschland vor fast genau einem Jahr weiter ausbreitet. Der politische Beauftragte des Bundes und parlamentarische Staatssekretär, Uwe Feiler, mahnte die Minister an, die ASP nicht für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen und stattdessen gemeinsam konstruktive Strategien festzulegen. „Die Bekämpfung der ASP ist eine gemeinsame Kraftanstrengung, jeder muss an seiner Stelle seinen Beitrag leisten. Der Bund unterstützt die Bundesländer dabei auf vielfältige Weise. Vor allem weil wir als Bund wissen, was Brandenburg und Sachsen gerade für ganz Deutschland und auch die EU leisten: Gerade deshalb haben sich die Länder auf eine solidarische Finanzierung beim Zaunbau
verständigt und wir haben erreicht, dass die EU die Hälfte der Kosten übernimmt. Was die Frage nach weiterer finanzieller Unterstützung der Bundesländer durch den Bund betrifft, so geht es hier nicht darum, ob der Bund etwas finanzieren will oder nicht, sondern ob es verfassungsrechtlich möglich ist. Hier ist die Sach- vor allem aber die Rechtslage eindeutig: Weil die Tierseuchenbekämpfung in der Zuständigkeit der Bundesländer liegt, darf der Bund solche Maßnahmen nicht finanzieren. Das ist grundgesetzlich klar so festgeschrieben“, erklärte Feiler. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) betont erneut, dass frühzeitig Vorkehrungen für den Ernstfall getroffen wurden, wie umfassende Aufklärungsarbeit und die Aufhebung der Schonzeit für Schwarzwild. Schon Ende September 2021 wird die nächste reguläre Agrarministerkonferenz stattfinden, wo wiederum die ASP auf der Agenda steht.

03.09.2021: Neues Tierärztegesetz in Österreich in Kraft

In Österreich tritt das neue Tierärztegesetz und die Änderung des Tierärztekammergesetzes rückwirkend zum 1.6.2021 in Kraft. Einen
Überblick über die wichtigsten Änderungen können einem Informationsblatt der Tierärztekammer Österreich entnommen werden.

02.09.2021: Lage der SchweinehalterInnen verschlechtert sich weiter

Die Absatz- und Preiskrise auf dem Schweinemarkt drückt die Preise für Schweine weiter nach unten. Ein Grund dafür sind die stark gefallenen Preise in China, die die Schweinefleischpreise auch in Europa bestimmen. Zudem sind die Kühlhäuser weiter sehr gut gefüllt, da die Nachfrage gering ist. Das Angebot ist nach wie vor groß und die Kühlhäuser sind voll. Unter anderem ist noch viel Ware eingelagert, die eigentlich für den Verkauf nach Asien eingeplant war. Es handelt sich hier vorrangig um Verarbeitungsware,
die sich in Deutschland nicht gut verkaufen lässt, wie die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) erklärt. Damit scheint noch immer keine Verbesserung der Lage für die SchweinhalterInnen in Sicht, die schon seit vielen Monaten Verluste hinnehmen müssen. Während die Preise für Ferkel auf einem unverändert niedrigen Niveau verharren, wandern die Preise für Schlachtsauen weiter in den Keller. Denn das am Markt verfügbare steigende Angebot übertrifft die sehr schwache Nachfrage deutlich, wie die VEZG berichtet.

02.09.2021: Tierschutzbund fordert stärkere Berücksichtigung des Tierschutzes in der Politik

Am 4. Oktober ist Welttierschutztag. Anlässlich dieses besonderen Tages, der erstmals vor 80 Jahren begangen wurde, hat der Deutsche Tierschutzbund seine Forderungen nach einem höheren politischen Stellenwert des Tierschutzes bekräftigt. Die Organisation erwartet von der neuen Regierung, dass bessere Bedingungen für landwirtschaftliche Tiere geschaffen, tierversuchsfreie Forschungsmethoden stärker gefördert, der Heimtier- und Wildtierschutz verbessert sowie das Ehrenamt gestärkt werden. „Jedes Tierleben ist wertvoll und laut unserem Grundgesetz besonders zu schützen. Der Tierschutz ist
in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Dennoch bewegt sich noch zu wenig. Die kommende Regierungskoalition und das Parlament müssen den Tierschutz in Zukunft stärker berücksichtigen. Wir lassen sie dabei nicht aus der Verantwortung“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Den Tierschutz lediglich über eine Abteilung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) zu verwalten, sei absolut ungenügend, so Schröder, der stattdessen eine Stabsstelle für Tierschutz im Bundeskanzlerarmt und die Stelle eines Bundestierschutzbeauftragten fordert.

02.09.2021: Große Unzufriedenheit bei ASP-Maßnahmen

Große Sorgen bereitet den SchweinehalterInnen in den östlichen Bundesländern die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Fast genau ein Jahr ist es her, dass die ersten Ausbrüche der tödlichen Tierseuche aufgetreten sind. Seitdem hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mehr als 2.000 Fälle bestätigt. Um die ASP zu bekämpfen, fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) gemeinsam mit den betroffenen Landesbauernverbänden wirksamere Maßnahmen. „Mit Beginn des Herbstes muss die Entnahme des Schwarzwildes auch in den bestehenden Restriktionszonen mit allen geeigneten Maßnahmen verstärkt vorgenommen werden. Das Virus darf sich in den bereits betroffenen Gebieten nicht weiter ausbreiten. Vielmehr muss alles daran gesetzt werden, die Seuche im Land zu tilgen“, sagt Torsten Krawczyk, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes. DBV-Vizepräsident Detlef Kurreck mahnt den raschen Bau des zweiten Zauns ergänzend zu dem bereits errichteten durchgängigen Wildschweinezaun entlang der gesamten deutsch-polnischen Grenze. Der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, Henrik Wendorff, befürchtet, dass weitere Landwirte in den Restriktionszonen gezwungen werden, ihren Betrieb aufzugeben, falls sie nicht schnell eine dauerhafte, angemessene finanzielle Entschädigung zugesprochen bekommen. Enttäuscht zeigte sich auch der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, angesichts der bisher seitens des Bundes getroffenen
Maßnahmen zur Seucheneindämmung. „Es ist davon auszugehen, dass die Tierseuche gar nicht erst nach Deutschland eingetragen worden wäre, wenn sich der Bund dem Problem rechtzeitig angenommen hätte. Die Außenvertretung gegenüber anderen Mitgliedstaaten und Drittländern sowie der Schutz der Außengrenzen sei ganz klar Aufgabe des Bundes. Der Bund habe erst nach Drängen der berührten Länder Anpassungen im Tierseuchenrecht vorgenommen, um die Grundlage für Absperrungen insbesondere durch Errichtung von Wildschutzzäunen in Restriktionszonen entlang der deutsch-polnischen Grenze zu schaffen. Verzögerungen beim Bau durch langwierige Verhandlungen der Länder mit den Flächeneigentümern sind daher wesentlich durch den Bund zu verantworten“, erklärte Backhaus nach einer ASP-Sondersitzung der Agrarminister. Handlungsbedarf sehen die Länder in der Rechtsetzung durch den Bund. Es bedarf einer Anpassung des Seuchenrechts, damit auch in wegen Feststellung der ASP bei Wildschweinen einzurichtenden Restriktionszonen die Haltung von Schweinen in kleineren Betrieben mit einem niedrigen Biosicherheitsniveau vorübergehend untersagt werden kann. In dem kostenlosen Webinar der Firma Elanco „1 Jahr ASP in Deutschland – ein Rück- und Ausblick“ am 15. September 2021 diskutieren hochkarätige ReferentInnen aus Wissenschaft, Praxis und Industrie aus ihrer jeweils ganz eigenen Perspektive. Die Teilnahme an diesem Webinar ist kostenfrei.

01.09.2021: Service-Portal unterstützt bei Betreuung von Heimtieren

Aufgrund der Corona-Pandemie und der daraus hervorgegangenen Veränderungen des Alltages haben sich viele Deutsche ein Haus- oder Heimtier angeschafft. Doch dank der Impfung gegen das Coronavirus kehrt mehr und mehr die Normalität zurück, was unter anderem Reisen und das Ende des Home Office bedeutet. Um die TierbesitzerInnen bei der Betreuung ihrer tierischen Mitbewohner zu unterstützen, hat der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. gemeinsam mit dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) das Service- Portal „Leben mit Heimtier“ ins Leben gerufen. Hier finden TierhalterInnen umfassende Informationen über Betreuungs- und Hilfsangebote. „Wir wollen dem Wandel in unserer Gesellschaft Rechnung tragen und einen aktiven Beitrag leisten, dass Heimtierhaltung weiterhin problemlos möglich ist", fasst Dr. Katrin Langner, Geschäftsführerin des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V. die Initiative ihres Verbands zusammen. „Ob geplante Ereignisse wie Urlaub oder Wochenendausflüge oder Krankheitsfälle oder dringende Termine: Viele Tierhalter können sich
heute nicht mehr auf ein jederzeit funktionierendes privates Umfeld verlassen. Egal, um welches Tier es sich handelt, dieser Wandel erschwert für Tierfreunde oftmals ganz erheblich das Zusammenleben", so Langner weiter. Neben Tiersitterangeboten und Gassigehservice finden die HeimtierhalterInnen auch geeignete Tierpensionen, private Initiativen, Vereine sowie professionelle Anbieter. „Immer mehr Menschen nehmen Heimtiere in ihr häusliches Umfeld auf und versorgen und pflegen sie liebevoll. Der Alltag bringt es jedoch mit sich, dass Heimtiere nicht überall mitgenommen werden können oder dies auch nicht im Sinne des Tierwohles wäre. Unser neues Serviceangebot unterstützt alle Heimtierhalterinnen und -halter ganz praktisch und stärkt dadurch eine gesellschaftliche Kultur, in der die Heimtierhaltung längst selbstverständlich ist", erklärt ZZF- Geschäftsführer Gordon Bonnet. „Ziel ist ein bundesweit flächendeckendes Netzwerk für alle Heimtiere und alle Unterstützungsangebote, die dabei helfen, unser Zusammenleben mit Tieren so einfach und problemlos wie möglich zu machen", so Langner die abschließend.

01.09.2021: EU-Kommission hebt Verbot der Verfütterung von Tiermehlen auf

Bestimmte tierische Proteine dürfen in der EU wieder an Schweine und Geflügel verfüttert werden. Die EU-Kommission hat einer entsprechenden Änderung der Verordnung über das Verfütterungsverbot zugestimmt. Und zwar dürfen dann wieder Produkte von Schweinen in Geflügelfutter und von Geflügel in Schweinefutter verarbeitet werden. Im Jahr 2001 war wegen des Auftretens der Bovinen Spongiformen
Enzephalopathie (BSE) und die damit verbundene Gefahr einer sich entwickelnden neuer Variante der Creutzfeldt-Jacob-Erkrankung (vCJD) beim Menschen die Verfütterung von Tiermehlen grundsätzlich verboten worden. Die Entscheidung, nun wieder Tiermehle verfüttern zu dürfen, geht auf ein wissenschaftliches Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zurück.

01.09.2021: Live-WebTalk zur Agrarpolitik der Parteien

Am heutigen Mittwoch (01.09.2021) um 20:00 Uhr findet zur anstehenden Bundestagswahl eine Agrar-Talkrunde per Online- Livestream statt. Über die agrarpolitischen Ziele ihrer Parteien werden Alois Gerig (CDU), Rainer Spiering, (SPD), Harald Ebner (Grüne), Karlheinz Busen (FDP), Ralph Lenkert (Linke) und Stephan Protschka (AfD) live diskutieren. Denn laut einer Umfrage, die im Auftrag des Forums Moderne Landwirtschaft (FML) durchgeführt wurde, spielt die Landwirtschaftspolitik für mehr als 40 Prozent aller BürgerInnen eine große Rolle. „Die Landwirtschaftspolitik nimmt bei der
Wahlentscheidung der deutschen Bürger eine große Rolle ein", sagt Lea Fließ, Geschäftsführerin beim Forum Moderne Landwirtschaft. „Uns ist es wichtig, dass Gesellschaft und Landwirtschaft wieder stärker zusammenwachsen und gemeinsam an der Landwirtschaft von morgen arbeiten. Dazu gehört auch die Politik." Die ZuschauerInnen haben zudem die Möglichkeit, ihre Fragen über Facebook sowie YouTube direkt zu stellen, die dann live von den Talkgästen beantwortet werden. Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.

01.09.2021: Bienen leiden zunehmend unter Klimawandel

Imkern liegt im Trend. Immer mehr Menschen halten Bienen und können dadurch die weltweiten Verluste einigermaßen ausgleichen. Viele Wildbienenarten sind jedoch vom Aussterben bedroht. Der Einsatz von Pestiziden, der Wegfall von immer mehr Nistplätzen sowie der Verlust der Biodiversität lassen den Bestand weltweit schrumpfen. Anders als die Honigbiene fliegen Wildbienen nur bestimmte Pflanzenarten an. Wenn es diese Pflanzen nicht mehr gibt, stirbt auch die Wildbiene aus, wie Prof. Kaspar Bienefeld von der Berliner Humboldt-Universität in einem Interview erklärt. Der Klimawandel stelle die Bienen vor weitere Herausforderungen. Besonders die indirekten Auswirkungen bringen neue Parasiten mit sich, wie beispielsweise die Asiatische Wespe, oder auch neue Infektionskrankheiten. Auch die Varroamilbe, die ganze Völker bedroht, wird durch den Klimawandel gefährlicher. Wildbienen sind hier weit mehr bedroht als Honigbienen, da ImkerInnen teilweise aktiv gegensteuern können. Als wichtigste Schutzmaßnahme sieht der Experte die Schaffung von artenreichen, vernetzten Lebensräumen in der Landwirtschaft. So würden Hecken, Alleen oder Blühstreifen mehr Futterquellen und Nistplätze für Bienen, aber auch andere Insekten bedeuten. Bienefeld appelliert zudem, die genetische Vielfalt der Honigbienenrassen weltweit zu erhalten. Ganz andere Sorgen haben momentan ImkerInnen in
Deutschland, die immer mehr Bienendiebstähle in Deutschland beklagen. Ganze Völker werden geklaut und die Täter selten überführt, da es meist keine Zeugen für die Entwendung gibt. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 338 Diebstähle in Deutschland gemeldet. Auch die Ausstattung mit Kameras oder GPS-Sendern in den Bienenkästen konnte nicht wirklich zur Aufklärung beitragen. Der Mobilfunkanbieter Vodafone entwickelt zurzeit eine neue technische Lösung, das sogenannte "GigaBeeProtect". Es wird im Innenraum der Bienenstöcke angebracht und warnt Imker, wenn sich der Stock bewegt. Dann beginne die Box, alle 30 Sekunden ihren Standort zu senden, so Britta Rudolphi, Leiterin der Technischen Innovationsabteilung Vodafone bei der Vorführung am Donnerstag in Düsseldorf. Jedoch wird es noch einige Zeit dauern, bis das Gerät in den Handel kommt. Bis dahin müssen die ImkerInnen in Deutschland weiter um ihre Bienenvölker bangen. Für die Weiterbildung von TierärztInnen im Bereich Bienen bietet Myvetlearn.de einen vierteiligen E-Learning-Kurs an, der die Grundlagenkenntnisse über Bienen vermittelt sowie umfassende spezielle Informationen zu Bienenkrankheiten, Bienenprodukten sowie den zu beachtenden Rechtsvorschriften gibt. Der Kurs ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen.

31.08.2021: Fortbildung zu Lahmheit und Huf

Es gibt noch freie Plätze in den nächsten Veranstaltungen des Masterstudiengangs Pferdemedizin an der FU-Berlin. Nach Corona bedingtem Onlineunterricht in den vergangenen Monaten finden die kommenden Module wieder live vor Ort und mit praktischen Übungen am Pferd statt. Alle Module können auch einzeln und als Probemodul ohne Immatrikulation gebucht werden. Die nächste Veranstaltung ist am 10./11. September 2021 zum Thema Orthopädie I - Lahmheitsuntersuchung und Huferkrankungen. Es gibt ein interessantes zweitägiges Programm mit Theorieblöcken zu den Themen Lahmheitsuntersuchung und Management
von akuten hochgradigen und von chronischen leichtgradigen Lahmheiten im Hufbereich und außerdem zwei intensive Praxisteile. Im Rahmen des Masterstudiengangs Pferdemedizin, der nur approbierten TierärztInnen offen steht, werden im laufenden Jahr auch noch der Kurs Orthopädie III: Rücken, HWS, Becken, Akupunktur, Chiropraxis angeboten sowie im November der Kurs Erkrankungen der Zähne und der Maulhöhle; Röntgen Kopf und Zähne sowie weiterführende Untersuchungen. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite der FU Berlin, die im übrigen auch einen Masterstudiengang Kleintiermedizin anbietet.

31.08.2021: Algen in Rinderfutter sorgen für geringeren Methanausstoß

Laut einer US-amerikanischen Studie kann eine bestimmte Algenart als Zusatz in Rinderfutter zu einer deutlichen Reduktion der Methanemissionen von Mastrindern führen. Durch die Hemmung eines bestimmten Enzyms im Darm des Rindes durch die Rotalge Asparagopsis und der damit verbundenen Verhinderung der Entstehung von Methan, könne der Methanausstoß um bis zu 80 Prozent verringert werden, so die Autoren der Studie. Das australische Unternehmen FutureFeed hat sich diese Tatsache zunutze gemacht und mit Unterstützung des
australischen Branchenverbandes Meat and Livestock Australia (MLA) ein emissionsarmes Rindersteak entwickelt. Dazu wurde dem Futter der Mastrinder die Meeresalge zugesetzt, was den Geschmack nicht beeinträchtige, so die Produzenten. Diese Steaks seien eine „neue klimaschonende Lösung für den Fleischmarkt“, wie FutureFeed-Geschäftsführer Dr. Regan Crooks erklärte. Einen finanziellen Unterstützer fand das Unternehmen in der australischen Lebensmittelkette Woolworth, die die emissionsarmen Rindersteaks noch in 2021 in den Handel bringen möchte.

31.08.2021: BVL stärkt artgerechte Haltung von Aquarienfischen

Die Haltung von Aquarienfischen ist äußerst beliebt. In Schweizer Haushalten leben mehr als drei Millionen Aquarienfische, die Anzahl der Aquarien in deutschen Haushalten lag im vergangenen Jahr bei 1,8 Millionen. Doch wie bei jedem Heimtier ist auch bei diesen Individuen wichtig, auf eine artgerechte Haltung zu achten. Denn auch wenn die Farbenpracht der Fische großartig ist, sind Aquarienfische keine Deko-Objekte, sondern schmerzempfindliche und leidensfähige Lebewesen, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) der Schweiz erklärt. Zudem verfügen Fische
über soziale Intelligenz und sind lernfähig. Eine nicht angemessene Pflege, zu wenig Platz sowie eine nicht artgerechte Fütterung und Vergesellschaftung führen nicht selten zu einem verfrühten und grausamen Tod. Um HalterInnen über die Grundlagen der Fischhaltung zu informieren, hat das BLV zusammen mit weiteren Institutionen die Broschüre "Aquarienfische – passende Aquarien, richtige Einrichtungen und geeignete Artenwahl" entwickelt. Hier finden potentielle Fischhalter verschiedene Handlungsempfehlungen. Die Broschüre steht auf der Internetseite des BVL zum Download zur Verfügung.

31.08.2021: Anfallskontrolle bei Hunden mit Epilepsie wesentlich für Prognose

Die Epilepsie bei Hunden ist eine chronische neurologische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Betroffen sind ein bis zwei Prozent aller Hunde - damit ist die Epilepsie die am häufigsten diagnostizierte chronische neurologische Erkrankung, wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) mitteilt. Nach dem ersten Krampfanfall sollten jedoch zunächst andere Ursachen wie Infektionen, Vergiftungen oder Stoffwechselerkrankungen ausgeschlossen werden, die auch Anfälle und die sogenannte symptomatische Epilepsie verursachen können. Treten wiederholt Anfälle auf, ohne dass dafür entsprechende Ursachen gefunden werden können, spricht man von einer idiopathischen Epilepsie. Beobachtet wurde, dass Rassehunde häufiger erkranken als Mischlinge, was wiederum auf eine erbliche Genese hinweist. Die Epilepsie tritt aufgrund übermäßiger elektrischer
Aktivität im Gehirn auf, und die Symptome reichen von sehr milden Muskelzuckungen bis hin zu heftigen Krämpfen mit Bewusstlosigkeit. Auch gibt es keine für den Hundehalter wahrnehmbare Ankündigung der Krampfanfälle. Wichtig ist, dass der Halter während eines akuten Anfalls darauf achtet, dass sich der Hund nicht an Gegenständen verletzt. Auch wenn die Epilepsie nicht heilbar ist, lassen sich die Symptome durch eine konsequente Medikation spürbar mildern. Die vom Tierarzt verschriebene Behandlung muss konsequent eingehalten werden, um den Behandlungserfolg nicht zu gefährden. Zudem empfehlen TierärztInnen eine Dokumentation mittels eines Epilepsie-Tagebuchs bzw. Handyvideos. Dennoch müssen knapp 40 Prozent aller betroffenen Hunde über kurz oder lang wegen einer unzureichenden Anfallskontrolle eingeschläfert werden.

30.08.2021: Neuer Standort bündelt drei Fachinstitute des FLI

Vor einigen Wochen hat im niedersächsischen Mecklenhorst der Bau eines neuen Forschungszentrums für das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) begonnen. Neben modernen Labor- und Stallgebäuden für die Forschung an Nutztieren werden an dem Standort auch Büro- und Sozialräume für die Beschäftigten des Instituts entstehen. An diesem Standort sollen in Zukunft die FLI-Fachinstitute Mariensee, Braunschweig und Celle gebündelt werden. „Mit der neuen Infrastruktur und der örtlichen
Zusammenführung der drei Fachinstitute erhält das FLI hervorragende Voraussetzungen für eine international kompetitive und anerkannte Forschung. Zudem können wir die Zusammenarbeit der drei Fachinstitute weiter verstärken und entsprechende Kooperationsprojekte wesentlich erleichtern“, sagt der FLI-Präsident Prof. Dr. Dr. Thomas C. Mettenleiter. Am kommenden Donnerstag (2. September 2021) können sich die Mitarbeiter des FLI persönlich vor Ort über die Fortschritte des Neubaus informieren.

30.08.2021: Stärkere finanzielle Anreize für nachhaltige Landwirtschaft

Das Land Schleswig-Holstein setzt sich noch stärker für eine nachhaltige Landwirtschaft ein. Mit zusätzlichen Fördergeldern sollen landwirtschaftliche Betriebe angeregt werden, auf Ökolandbau umzustellen. Damit sich der Ökolandbau für die LandwirtInnen wirtschaftlich rechnet, investiert das Land von 2021 bis 2027 insgesamt 143 Millionen Euro. Aber auch für den Naturschutz und damit die Artenvielfalt sowie für Beratungen von LandwirtInnen sollen mehr Gelder zur Verfügung gestellt werden. Das Land stellt dafür bis zum Jahr 2027 rund 127 Millionen Euro zusätzlich bereit. „Wir setzen
Impulse für eine nachhaltige Landwirtschaft, die den ökonomischen und ökologischen Ansprüchen gerecht wird", erklärte Umweltminister Jan Philipp Albrecht. Weiter teilte der Minister mit, dass 16 Millionen Euro zusätzlich in Beratungsleistungen für eine nachhaltige, ressourcenschonende Landwirtschaft und den Gewässerschutz fließen. Umbauten für eine artgerechtere Nutztierhaltung sollen mit weiteren 17 Millionen Euro gefördert werden. Weitere vier Millionen extra stellt das Land für innovative Konzepte für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft bereit.

30.08.2021: Konzerne investieren Millionenbeträge in Laborfleisch

Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung steigt auch der Bedarf nach Fleischprodukten. Auf der anderen Seite regt sich immer mehr Kritik an der Praxis der Massentierhaltungen. Zwei gewichtige Gründe, weshalb sich ForscherInnen auf der ganzen Welt intensiv mit der Herstellung von Laborfleisch beschäftigen. Große Konzerne wie Merck, Wiesenhof und Nestlé investieren dreistellige Millionenbeträge in das Fleisch der Zukunft. Für Laborfleisch wird zunächst eine kleine Gewebeprobe von einem Tier genommen, deren Zellen dann im Labor isoliert und kultiviert werden. Anschließend wird es dann in Bioreaktoren gezüchtet und umgewandelt. Das so erzeugte Fleisch sieht gewöhnlichem Fleisch sehr ähnlich und soll sich geschmacklich kaum unterscheiden. Während vor acht Jahren der Preis für einen im Labor hergestellten Burger bei knapp 250.000 Euro lag, wird der Preis
nun auf umgerechnet 45 Euro geschätzt. Schon in weniger als zehn Jahren sollen die Kosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau fallen. Während das Pharmaunternehmen Merck als Technologie-Anbieter für Start-ups agiert, indem es Zellkulturmedien, die die Zellen zum Wachsen brauchen, liefert, sieht die Umweltorganisation Greenpeace die Zukunft eher in Fleischersatzprodukten auf pflanzlicher Basis. „Generell ist es der einfachste Weg, weniger Fleisch zu essen“, so Stephanie Töwe. Die Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace begrüßt den Ansatz des Laborfleischs jedoch, denn auf diese Weise müssen für die Produktion keine Tiere sterben. Auch die Umwelt würde dabei geschont werden. In unserem Fokusthema „Fleischlos glücklich“ finden Sie umfassende Informationen zu zahlreichen verfügbaren Fleischersatzprodukten.

30.08.2021: Berliner Uni-Mensen kochen künftig ohne Fleisch und Fisch

Mit Start des Wintersemesters 2021/2022 wird es in den Mensen der Berliner Universitäten so gut wie keine Fleisch- und Fischgerichte mehr geben. Dies soll den Weg in die Klimaneutralität ermöglichen, obgleich noch gar nicht genau bekannt ist, wie groß
der Beitrag des Fleischverzichtes zum Erreichen der Klimaziele ist. Außerdem werden die Kantinen des Bundes bis 2025 den Anteil von Biolebensmitteln auf 20 % erhöhen. Zudem wird mehr Wert auf Nachhaltigkeit und Fair Trade gelegt.

Veranstaltungshinweis: Webinar über das Management der Kuhgesundheit am AMS

27.08.2021

Der Anteil automatischer Melksysteme (AMS) nimmt in deutschen Milchviehbetrieben stetig zu und damit auch die Menge der erhobenen Daten. In einem kostenfreien Webinar der Elanco Tiergesundheit am 31. August 2021 von 19:00 bis 21:00 Uhr geht Thomas Bonsels vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen und Betriebs- und Fütterungsberater beim LLH in Kassel, darauf ein, wie der
bestandsbetreuende Tierarzt zusammen mit dem Betriebsleiter und/oder Herdenmanager die erhobenen Daten des Roboters optimal nutzen kann. Anschließend wird Frau Dr. Wenke Friedrichs, Leiterin des Zentrallabors des Milchkontroll- und Rinderzuchtverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, auf die wesentlichen Punkte der vor kurzem in Kraft getretenen Rohmilchgüte-Verordnung eingehen.

27.08.2021: JLU und FLI schließen sich für Zoonoseforschung zusammen

Um die Forschungen im Bereich Zoonosen deutlich zu verstärken, haben die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Im Rahmen der Zusammenarbeit planen der Fachbereich Veterinärmedizin der JLU und das FLI auch die gemeinsame Berufung einer Professur für Internationale Tiergesundheit/One Health. „Die Auswirkungen der plötzlichen Ausbreitung von Infektionskrankheiten, auf die wir nicht vorbereitet sind, können fatal sein“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer,
der Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin. In diesem Bereich bestehe nach wie vor großer Nachholbedarf, so dass sich für den Fachbereich Veterinärmedizin und die Zusammenarbeit mit dem FLI zahlreiche Anknüpfungspunkte ergeben. „Dies gilt besonders für den One Health Ansatz, d.h. der ganzheitlichen Betrachtung der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt“, ergänzt Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter, der Präsident des FLI. Die gemeinsamen Forschungen sollen dazu dienen, die Ursprünge von zoonotischen Infektionen besser zu verstehen und wirksame Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.

27.08.2021: Die Bedeutung des Tierschutzes ist in den Parteien sehr unterschiedlich

Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. Viele Wähler sind noch unentschlossen, wo sie ihr Kreuz machen werden, die Wahlprogramme der Parteien hat vermutlich im Detail auch nur die Minderheit der Wähler bislang gelesen. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich im Rahmen seiner aktuellen Kampagne „Mein Schicksal – Deine Wahl“ die Mühe gemacht, die Wahlprogramme von neun Parteien hinsichtlich des Themas Tierschutz einmal unter die Lupe zu nehmen
und auf der Homepage des Vereins zusammenzutragen. Um das Thema "Aktuelle Probleme des Tierschutzes" geht es auch auf der 2-tägigen Online-Fortbildung von der ATF-Fachgruppe Tierschutz, des Institutes für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, der DVG-Fachgruppe Umwelt- und Tierhygiene und dem Internetportal Vetion.de am 2. und 3. September 2021. Diese Fortbildung ist mit 10 ATF-Stunden anerkannt.

27.08.2021: Dr. Moder im Interview über drohendes EU-weites Antibiotikaverbot

Die EU-Mitgliedsstaaten müssen bis zum Inkrafttreten der EU–Tierarzneimittelverordnung 2019/6 im Januar 2022 festlegen, welche Antibiotika künftig für den Einsatz beim Menschen vorbehalten werden soll und somit für die Behandlung von Haus- und Nutztieren nicht mehr zur Verfügung stehen. Sollten verschiedene antibiotische Wirkstoffe entgegen der wissenschaftlichen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA und der Weltorganisation für Tiergesundheit OIE fortan nicht mehr für die Behandlung von Tieren
eingesetzt werden dürfen, droht vielfach ein Therapienotstand sowie der Tod vieler Haus- und Nutztiere bei Infektionen, warnen die Tierärzteschaften der verschiedenen Länder unisono. In einem Interview mit Agrarheute erklärt der Präsident des Bundesverbands praktizierender Tierärzte (bpt), Dr. Siegfried Moder, was so ein Verbot genau für die Tiermedizin und die Gesundheit der Tiere bedeuten würde, was hinter der Ablehnung der unterbreiteten Liste steht und was jetzt noch getan werden kann, um die antibiotischen Wirkstoffe zum Wohle der Tiere zu erhalten.

26.08.2021: ASP-Sperrzonen in Brandenburg aufgehoben

Die nach den Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen in Brandenburg eingerichteten Schutzzonen in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Spree-Neiße sind aufgehoben worden. Es hat keine Verschleppung der Seuche stattgefunden. Dadurch entfallen die vorrübergehenden Einschränkungen innerhalb der Restriktionsgebiete um die drei Ausbruchsorte. Die
Entscheidung beruhe auf Ergebnissen von Untersuchungen aus den Schweinebeständen, die belegen, dass keine Verschleppung der Tierseuche stattgefunden habe. „Ich appelliere dennoch an alle Schweinehehalterinnen und Schweinehalter, weiter wachsam zu sein und unbedingt die strengen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten, um weitere Ausbrüche bei Hausschweinen zu verhindern“, mahnte Heyer-Stuffer.

26.08.2021: Backhaus warnt vor Beginn der Geflügelpestsaison

Der Vogelzug Richtung Süden hat vielerorts bereits begonnen. Aus diesem Anlass warnt der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, vor der Einschleppung des aviären Influenzavirus in die Betriebe und mahnt zum Einhalten der Biosicherheitsmaßnahmen. „Es ist bekannt, dass der indirekte oder direkte Wildvogelkontakt bei der Einschleppung des Geflügelpestvirus in die Geflügelhaltungen eine wesentliche Rolle spielt. Diese Kontakte gilt es zu unterbinden. Insofern muss ich die Geflügelhalter vor dem nahenden Herbst dringend aufrufen, Biosicherheit in ihren Beständen groß zu schreiben. Szenarien wie 2016/17 und 2020/21 dürfen sich nicht wiederholen“, so Backhaus. Er erinnerte auch an das Seuchengeschehen mit all seinen Auswirkungen im Winter 2020/2021. Seit dem 30.10.2020 wurde Geflügelpest deutschlandweit bei mehr als 1.350 Wildvögeln
und in 257 Geflügelhaltungen, davon in 6 Fällen bei gehaltenen Vögeln (Tierparke) in Deutschland festgestellt. Allein in Mecklenburg-Vorpommern waren 26 Geflügelhaltungen betroffen, in denen mehr als 340.000 Stück Geflügel getötet werden mussten. Das Land musste in diesem Zusammenhang mehr als 5 Millionen Euro Kosten verkraften. Eine erhöhte Wachsamkeit von Geflügelhaltern, Ornithologen und Bürgern trägt zu einer Früherkennung der Geflügelpest bei. „Deshalb appelliere ich gleichzeitig an die Bevölkerung, Funde mehrerer toter Wildvögel, vor allem gehäufte Funde, unverzüglich den Veterinärämtern der Landkreise und kreisfreien Städte zu melden, damit diese im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock untersucht werden und erforderlichenfalls schnell Maßnahmen angeordnet werden können“, so der Minister weiter.

26.08.2021: Frühwirth warnt vor Folgen des Antibiotikaverbotes

Mitte September 2021 findet in Straßburg die parlamentarische Abstimmung zur Eingruppierung von Reserveantibiotika statt. Aus diesem Anlass warnte der Präsident der österreichischen Tierärztekammer, Mag. Kurt Frühwirth: „Sollte sich das Europäische Parlament für ein Antibiotikaverbot bei Heim- und Nutztieren aussprechen, so hätte dies schwerwiegende Folgen für Mensch und Tier." „Zur Diskussion steht ein weitreichendes Verbot von bestimmten antimikrobiellen Wirkstoffklassen, die in der Tiermedizin verwendet werden. Dies hätte nicht nur enorme Folgen auf die tiermedizinische Betreuung in der Landwirtschaft und damit die fleischproduzierende Industrie, sondern auch weitreichende Konsequenzen für KonsumentInnen sowie auch die Gesundheit von Haustieren“, so Frühwirth. Grundlage der Entscheidung ist die 2019 verabschiedete EU–Tierarzneimittelverordnung 2019/6. Sie verpflichtet die Mitgliedsstaaten bis zum Inkrafttreten des Gesetzes im Januar 2022 festzulegen, welche Antibiotika künftig für den Einsatz beim Menschen vorbehalten werden soll und somit für die Behandlung von Haus- und Nutztieren nicht mehr zur Verfügung stehen. So könnten
bestimmte Infektionserkrankungen bei Tieren nicht ausreichend und effizient behandelt werden, was auch einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Der dafür zuständige Ausschuss hat den auf wissenschaftlicher Expertise basierenden Kommissionsvorschlag dazu jedoch dessen ungeachtet abgelehnt. Abschließend betonte Frühwirth, dass sich Tierärztinnen und Tierärzte durchaus der Resistenzproblematik bewusst sind und bereits seit vielen Jahren verschiedene Strategien entwickelt haben, um den Antibiotikaverbrauch zu reduzieren. So gibt es verpflichtende Leitlinien und Verordnungen zur Anwendung, Dokumentationspflichten, Antibiotikaverkaufsmengenerfassung, Kontrollpläne zu Rückständen in Lebensmitteln und Monitoring-Programme. Umso unverständlicher sei es, wenn nun ein restriktives Verbot für die Tiermedizin eingeführt werden würde. TierärzteInnen und TierhalterInnen sind gleichermaßen angehalten, gegen dieses Verbot zu protestieren. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) hat Kolleginnen und Kollegen in Deutschland aufgefordert, Unterschriften zu sammeln und bis zum 8.9.2021 an den bpt zu senden. Außerdem gibt es eine Online-Petition, die unterschrieben werden sollte.

Prophylaxe-Management, Tierkrankenversicherung und Praxismanagement in der Diskussion

25.08.2021

Am 28.08.2021 um 15.30 Uhr veranstaltet der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) eine Online-Podiumsdiskussion, in der die künftige Bedeutung des Prophylaxe-Managements sowie die Bedeutung der Tierkrankenversicherung für Praxis und den Tierhalter diskutiert werden. Direkt im Anschluss um 17.00 Uhr wird es zudem einen Online-Infoabend zum Weiterbildungsprogramm
„Management der Tierarztpraxis/-klinik“ mit Zertifikat der Hochschule Neu-Ulm in Kooperation mit bpt und Vetkom geben. Um das Thema Sinn und Notwendigkeit der Einstellung eines Praxismanagers sowie die notwendigen Qualifikationen für diese Position geht es auch beim Vets Talk von Vetion.de am 5. Oktober 2021 ab 19.30 Uhr mit Felix von Hardenberg, Björn Becker und anderen spannenden Persönlichkeiten.

25.08.2021: ASP-Infektionsdruck auf das nördliche Brandenburg wächst

Da sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) aktuell in Westpolen weitgehend ungebremst Richtung Norden ausbreitet, erhöht sich auch der Infektionsdruck auf das nördliche Brandenburg. Ende Juli 2021 gab es auch im Landkreis Barnim den ersten bestätigten ASP-Fall bei Wilschweinen ebenso Mitte August 2021 im Landkreis Uckermark. Die Leiterin des Landeskrisenstabs zur Bekämpfung der ASP, Verbraucherschutzstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, sagte bei einem Besuch der betroffenen nördlichen Landkreise: „Die Landkreise an der Grenze sind das Bollwerk gegen eine weitere Ausbreitung der ASP Richtung Westen. Leider ist nicht zu erwarten, dass der
Seuchendruck aus Polen absehbar nachlässt. Darum bin ich sehr froh, dass der Bau des zweiten festen Zauns für den Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen so zügig vorangeht.“ Momentan läuft in der Uckermark eine intensive Fallwildsuche, die durch zahlreiche freiwillige Helfer unterstützt wird. Innerhalb dieser „Weißen Zone“ zwischen dem Schutzzaun entlang von Oder und Neiße und einem zweiten festen Zaun soll der Wildschweinbestand auf möglichst null reduziert und ein mindestens 500 Meter breiter wildschweinfreier Schutzkorridor geschaffen werden. Landesweit sind von insgesamt rund 270 Kilometern des zweiten Schutzzauns bereits 80 Kilometer fertig gestellt.

25.08.2021: Austausch von Erfahrungen wesentlich für Umstellungserfolg in der Sauenhaltung

Verbraucher wünschen sich die Abschaffung der Kastenstände von Sauen und der Druck auf die Landwirte wächst. Aber wie kann mehr Freiheit beim Abferkeln und in der Säugezeit mit einer erfolgreichen Ferkelproduktion in Einklang gebracht werden? Der Schlüssel zum Erfolg ist hier der Austausch von Wissen und Erfahrungen. Darüber waren sich die rund 50 TeilnehmerInnen aus rund 20 Ländern aus aller Welt an dem internationalen Workshop "Freedom in Farrowing and Lactation 2021" (FFL21) einig. "Wir haben uns von der Frage, ob laktierende Sauen lose aufgestallt werden sollen, zu der Frage, ob und wann dies möglich ist, weiterentwickelt. Es ist klar, dass dänische Sauen in der Säugezeit frei - und in Ställen - gehalten werden, und dass die Lösungen auf Forschungsergebnissen beruhen müssen,
um robuste Systeme zu gewährleisten", sagte SEGES-Direktor Christian Fink Hansen. Allerdings sei dieser Übergang zu frei säugenden Sauen sehr komplex. Dies müsse von den politischen Entscheidungsträgern im künftigen Gesetzgebungsverfahren der Initiative "End the Cage Age" berücksichtigt werden, um wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zu gewährleisten. "Um diese Fragen zu lösen, ist eine gut koordinierte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern erforderlich. Diese muss Umwelt-, Technik-, Sozial- und Tierwissenschaften sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschenden, Schweineerzeugern und landwirtschaftlichen Ausrüstern umfassen", so das Fazit von Prof. Sandra Edwards am Ende des Workshops.

25.08.2021: Studie bestätigt Fähigkeiten von Corona-Spürhunden

Ausgebildete Corona-Spürhunde können mit dem Sars-CoV-2 infizierte Menschen über Speichel-, Urin- oder Schweißproben sicher identifizieren. Das geht aus einer in der Fachzeitschrift BMC Infectious Diseases veröffentlichten Studie hervor. Demnach sind die Hunde anhand aller Proben in der Lage, die Infektion schnell und sicher zu diagnostizieren und die freigesetzten flüchtigen organischen Verbindungen unabhängig von der infizierten Körperzelle wahrzunehmen. Für die Studie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), der Bundeswehr, der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf setzte das Forschungsteam zehn spezialisierte Spürhunde der Bundeswehr ein. Nach einem speziellen Training waren sie in der Lage, 92 Prozent der über 5.000 vorgelegten Proben korrekt zu identifizieren. Die Hunde wurden ausschließlich mit Speichelproben trainiert, in der Studie mussten sie aber auch Urin- und Schweißproben auf die flüchtigen organischen Verbindungen, die die Zellen SARS-CoV-2-positiver Menschen produzieren, kontrollieren. Die Proben wurden automatisiert nach dem Zufallsprinzip verteilt – weder die beteiligten Hundeführer noch die Forschenden vor Ort wussten, welche Proben positiv waren und welche zu Kontrollzwecken dienten.
Die Hunde waren in der Lage, zwischen Proben infizierter und nicht infizierter Personen mit einer durchschnittlichen diagnostischen Sensitivität und Spezifität von 95 Prozent bzw. 98 Prozent für Urin, 91 Prozent bzw. 94 Prozent für Schweiß und 82 Prozent bzw. 96 Prozent für Speichel zu unterscheiden. Die Sensitivität bezieht sich auf den Nachweis von positiven Proben, die Spezifität auf den Nachweis negativer Kontrollproben. Die SARS-CoV-2-positiven Proben stammten von infizierten Personen mit und ohne Symptomen. Die Erkenntnisse sollen nun in der Praxis getestet werden. Auf das Coronavirus trainierte Spürhunde werden im Herbst bei mehreren Musikveranstaltungen eingesetzen und die Ergebnisse mit Antigen- und rtRT-PCR-Tests abgeglichen. Dies wird weitere Erkenntnisse darüber liefern, wie Corona-Spürhunde am besten bei der Detektion infizierten Menschen eingesetzt werden können. Professor Holger A. Volk, PhD, Klinik für Kleintiere der TiHo, sagte: „Alle wissenschaftlichen Mosaiksteinchen fügen sich nun zusammen und ergeben ein klares Bild: Der Geruchssinn des Hundes eignet sich hervorragend für die Erkennung von SARS-CoV-2-infizierten Personen. Zukünftige Studien im Feld sind nun notwendig, um zu zeigen, wie Hunde am besten eingesetzt werden können."

24.08.2021: Petinfluencer - ein erfolgreiches Geschäftsmodell

Social-Media-Konten von Tieren sind der Renner in Großbritannien. Allerdings steht dahinter nicht nur der Wunsch, Bilder und Situationen mit dem eigenen Haustier mit anderen zu teilen, sondern oftmals auch der Wunsch, mit diesem Auftritt als sogenannter Petinfluencer Geld zu verdienen. So betreibt knapp jeder vierte Hunde- oder Katzenbesitzer im Südosten Großbritanniens ein Social-Media-Konto für sein Haustier. Das geht aus eine Umfrage des Finanzkonzerns Asda Money hervor. "Die Erstellung eines Haustier-Influencer-Kanals ist eine fantastische Möglichkeit, Ihre pelzigen Freunde mit der Welt zu teilen. Es kann jedoch auch ein lukratives Geschäft sein. Wir haben viele Petfluencer in unseren Büchern, von denen einige
mit jedem Beitrag, jeder Rezension und jeder Geschichte tausende von Pfund verdienen. Es hängt alles von der Größe ihrer Social-Media-Anhängerschaft ab", erklärt Layla Flaherty, Direktorin der Tier-Influencer-Agentur Urban Paws. So könnten Tiere pro Werbeeinblendung weit mehr als 1.000 Pfund verdienen, sofern sie denn mehr als eine Mio. Follower haben. Leider sind die beliebtesten Tiere häufig auch die, die irgendwie skurril oder besonders "niedlig" aussehen, sowie eines der bekanntesten Tiere von Großbritannien, die Chinchilla-Perserkatze Wilfred. Leider handelt es sich dabei nicht selten um Qualzuchten. Um das Thema Qualzucht geht es auch in den Online-Fortbildungen für Tierärztinnen und Tierärzte auf Myvetlearn.de.

24.08.2021: Sachsen erweitert Förderung der Schaf- und Ziegenhaltung

In Sachsen können die Halter von Schafen und Ziegen noch im laufenden Jahr mehr Geld vom Landwirtschaftsministerium erhalten. Und zwar steigt die Fördermöglichkeit von 40 auf 55 Euro je Tier. Die Förderung dient auch der Kompensation von dem Mehraufwand beim Schutz vor Wölfen, der nicht über die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen ausgeglichen wird. Im laufenden Jahr können Schaf- und Ziegenhalter die Förderung beantragen, sofern
sie während des Zeitraums vom 1. April bis zum 15. September mindestens 50 Schafe und/oder Ziegen auf Grünlandflächen weiden lassen und die bis zum 31. März 2021 einen Förderantrag gestellt haben. Die Tiere mussten zum 1. Januar 2021 über neun Monate alt gewesen sein. Als Nachweis hierfür dient der Beitragsbescheid der Sächsischen Tierseuchenkasse des Jahres 2021. Ab 2022 sinkt die Untergrenze auf 37 Tiere.

24.08.2021: Rewe Group macht 5D-Bekenntnis bei Schweinefleisch

Rewe und Penny haben angekündigt, dass bis Sommer 2022 rund 95 % des angebotenen konventionellen Schweinefrischfleisch-Sortiments aus Deutschland stammen wird. Die Unternehmensgruppe bekennt sich somit zur 5D-Strategie: Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Zerlegung/Verarbeitung in Deutschland. Dies sei ein wichtiges Zeichen zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft. „Die akute Krise der deutschen Schweinebauern hält unvermindert an, die Lage am Markt ist dramatisch. Mit unserem Bekenntnis zur deutschen Herkunft unseres Frischfleischsortiments
im Bereich Schwein sowie der Erhöhung unserer Mindestpreis-Zahlungen, die wir bereits seit Ende 2020 kontinuierlich bereitstellen, bekräftigen wir einmal mehr unsere Zusagen für eine langfristige und nachhaltige Stärkung der heimischen Landwirtschaft. Wir stehen zu unserem Wort und geben unseren Partnern verlässliche und sichere Perspektiven unter anderem bei Mengenabnahmen, bei der Vermarktung und bei den Preisen“, so Hans-Jürgen Moog, Bereichsvorstand Einkauf der Rewe Group. Ab September wird das Unternehmen den Landwirten erneut mehr für ihr Fleisch bezahlen.

23.08.2021: Positionspapier zeichnet Strategie im Kampf gegen Resistenzen auf

Multiresistente Erreger werden zu einem immer größeren Problem für die Gesundheit von Mensch und Tier. Daher ist der Bedarf an neuen antimikrobiellen Wirkstoffen groß. Es mangelt jedoch an entsprechenden Forschungsinvestitionen. Die International Research Alliance for Antibiotic Discovery & Development (IRAADD) stellt in einem Artikel in Nature Reviews Chemistry zukunftsweisende Strategien vor, mittels derer das Problem gelöst werden könnte. Bereits heute sterben schätzungsweise weltweit rund 700.000 Menschen an Infektionen durch multiresistente Erreger. Ohne Forschung werde diese Zahl
möglicherweise bis 2050 auf zehn Millionen ansteigen. Daher müssen Kräfte aus dem öffentlichen, dem akademischen und dem industriellen Sektor gebündelt werden, mahnt die IRAADD in ihrem Positionspapier. Zum einen muss es um die Entdeckung von neuen Wirkstoffen auf der Basis von synthetischen, niedermolekularen Substanzen und ihre Optimierung bis hin zu klinischen Studien gehen. Weiterhin ist die Entwicklung von neuen Wirkstoffen auf Basis von Naturstoffen notwendig und die Hemmnisse auf dem Weg vom Wirkstoffkandidaten zum Medikament müssen abgebaut werden.

23.08.2021: Ferkel- und Schweinehalter unter großem Druck

Die Zahl der gewerblichen Schweinehalter ist in in den vergangenen Jahren auf etwa 20.000 geschrumpft, u.a., da das Geschäft mit den Borstentieren immer weniger auskömmlich war. Aktuell machen die Schweinehalter in Deutschland mit jedem verkauften Schwein oder Ferkel massive Verluste, da die Produktionskosten die erwirtschafteten Erlöse übersteigen. Diese Situation dauert bereits mehrere Monate an, weshalb die Reserven vieler Betriebe inzwischen aufgebraucht sind. Es drohen weitere Schweine haltende Betriebe aufzugeben. Aktuell beträgt der Preis für ein Kilo Schlachtgewicht 1,30 Euro. Die Landwirte
benötigen jedoch im Mittel etwa 1,70 Euro je kg oder rund 165 Euro je Tier, um kostendeckend zu arbeiten. Gleichzeitig steigen die Kosten für Futter, Wasser, Energie usw. kontinuierlich. Rund 36 Euro fehlen den Landwirten aktuell pro Mastschwein. Noch schlechter als den Schweinemästern geht es jedoch den Ferkelerzeugern. Sie erwirtschaften aktuell nur etwa 31 Euro je 25-kg-Ferkel. Um ihre Kosten zu decken, müssten sie jedoch mindestens 60 Euro je Ferkel erzielen, je nach Futterkosten auch mehr. Kein Wunder also, dass mehr und mehr Betriebe aufgeben, wie Dr. Olaf Zinke die Situation auf Agrarheute.com zusammenfasst.

23.08.2021: Tierversuchsstatistik gibt rund 4 Millionen Tiere zu wenig an

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche hat die Statistik der Überschusstiere bei den Versuchstieren von 2017 veröffentlicht. EU-weit waren es im Jahr 2017 rund 12,6 Millionen „Überschusstiere“, wie aus den Anfragen an die Länder und Bundesländer hervorgeht. Entsprechend muss die Tierversuchssstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) um weitere 4 Millionen Versuchstiere ergänzt werden. Denn 4 Millionen beträgt die Zahl der sogenannten „Überschusstiere“ in Deutschland,
für die es keine Verwendung gab. Diese Tiere wurden ohne „vernünftigen Grund“ getötet, was einen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Der Verein bezeichnet es als sträflichste Missachtung des im Grundgesetz verankerten Tierschutzes, dass Politik und Behörden die Tötung der unerwünschten Tiere billigend in Kauf nehmen, obwohl das Tierschutzgesetz einen „vernünftigen Grund“ zwingend vorschreibt und fordert ein Ende der Praxis der illegalen Tiertötung.

20.08.2021: Parteien für EMA-Vorschlag im Rahmen der Antibiotikadebatte

Im Rahmen der Debatte um de Kategorisierung von Antibiotika haben sich die Bundesparteien, außer der SPD, die bisher nicht auf die Anfrage des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) geantwortet hat, für die Anwendung des wissenschaftlichen Vorschlags der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) ausgesprochen. Dieser Vorschlag für die Kategorisierung von Antibiotika für Menschen und Tiere wurde in Anbstimmung der EFSA, dem ECDC, der OIE und der WHO erarbeitet. "Die klaren Aussagen der Bundesparteien zu dem in der Diskussion stehenden Nachfolgerechtsakt zur EU-Tierarzneimittelverordnung 2019/6 sind ein deutlicher Fingerzeig und bestärken uns in unserer Forderung gegenüber dem EU-Parlament, den rechtssystematisch abgeklärten EMA- Vorschlag in der Sitzung Mitte September anzunehmen", erklärt bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder. Mitte Juli hatte der zuständige Ausschuss des EU-Parlaments einen entsprechend darauf basierenden Rechtsakt zurückgewiesen und
stattdessen einem Vorschlag zugestimmt, der befürchten lässt, dass dann eine Vielzahl gängiger Antibiotika in der gesamten Tiermedizin nicht mehr einsetzbar sind und es folglich zu Therapienotständen kommen könnte. "Selbstverständlich sind auch wir für einen restriktiven Antibiotikaeinsatz in Veterinär- und Humanmedizin, doch hier geht es darum sicherzustellen, dass jedes Tier auch weiterhin behandelt werden kann, wenn es krank ist", stellt Moder fest. "Die Abgeordneten haben offensichtlich verkannt, dass Antibiotikaklassen, die auf die Reserveliste gesetzt werden, nicht nur für lebensmittelerzeugende Tiere verboten werden, sondern für alle Tierarten, sofern nicht gleichzeitig die bereits vor zwei Jahren in Kraft getretene EU-Tierarzneimittelverordnung noch kurzfristig vor dem Start am 28. Januar 2022 geändert wird." Der bpt hat dazu ein Online-Petition ins Leben gerufen, die mittlerweile mehr als 240.000 Personen gezeichnet haben.

20.08.2021: Was man über das Füttern fremder Tiere wissen sollte

Das Füttern fremder Tiere ist in der Regel zwar gut gemeint, aber nicht immer ungefährlich für die Tiere. Zudem kann es auch ein juristisches Nachspiel haben und Schadensersatzzahlungen nach sich ziehen, vor allem, wenn Hinweisschilder das Füttern der Tiere ausdrücklich untersagt. Neben Haus- und Nutztieren sollte auch auf das Füttern von Wildtieren verzichtet werden. Hier gelten unterschiedliche Fütterungsverbote, je nach Art und den kommunalen Regelungen. Außerdem spielt es eine Rolle, ob sich das Tier auf einer öffentlichen Fläche aufhält oder auf dem eigenen Grundstück. Im heimischen Garten dürfen etwa Igel, Eichhörnchen und Singvögel Futter
bekommen - Tauben hingegen nicht immer, weiß Christiane Jäger, Agrarwissenschaftlerin bei der R+V Versicherung. Tauben produzieren starke Verunreinigungen, die Gesundheitsgefahren mit sich bringen. Wenn sich Nachbarn durch übermäßiges Füttern gefährdet fühlen, kann ein Fütterungsverbot verhängt werden. Bei Verstößen drohen erhebliche Bußgelder oder im schlimmsten Fall sogar eine Ordnungshaft. Das Füttern vom im Wald lebender Tiere ist meistens komplett verboten. "Es schadet den wildlebenden Tieren und kann sie in die Städte locken", so Jäger. In Hessen zum Beispiel kann eine Zuwiderhandlung mit bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

20.08.2021: Illegaler Online-Handel mit Wildtierprodukten boomt

Es gibt zahlreiche Gründe, warum verschiedene Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Einer ist der Online-Handel mit bedrohten Arten und aus ihnen gefertigten Produkten. Dieser boomt wie eine sechswöchige Analyse der Tierschutzorganisation International Fund for Animal Welfare von 34 US-Webseiten ergab. Es wurden darauf knapp 1.200 Anzeigen mit 2.400 gefährdeten Arten entdeckt. "Diese Ergebnisse belegen eindeutig, dass der Handel mit Wildtieren im Internet in den USA nach wie vor sehr aktiv ist und weiterhin eine große Herausforderung für den Tier- und Artenschutz darstellt", so Studienautor Mark Hofberg. Schuld seien unübersichtliche Gesetze
und Vorschriften, die Anonymität des Internets sowie Ausnahmen und Schlupflöcher. Bei nahezu der Hälfte (44 Prozent) der Online-Anzeigen handelte es sich um Elfenbein. Mehr als einem Viertel (27 Prozent) waren Trophäen und Tierpräparate, darunter Häute, Schädel, Klauen und andere Tierteile, die hauptsächlich als Dekoration dienen. Die Hälfte dieser Anzeigen zeigten nicht in den USA beheimatete Arten wie Giraffen, afrikanische Löwen, Wüstenluchse und verschiedene Primatenarten. Aber auch lebende Tiere wurden über das Internet angeboten. Sie machten 19 Prozent aller Anzeigen aus, davon 44 Prozent Vögel, 40 Prozent Reptilien und 16 Prozent Säugetiere.

OP-Versicherungen für Hunde im Test

19.08.2021

Operationen sind teuer, nicht nur beim Menschen. Auch wenn Tiere operiert werden müssen, können die Behandlungskosten schon mal 1000 Euro und mehr betragen. Damit es hier keine bösen Überraschungen gibt, können Tierbesitzer eine Tier-OP-Versicherung abschließen. Finanztest hat in der aktuellen Ausgabe 09/2021 61 OP-Versicherungen für Hunde analysiert und miteinander hinsichtlich Beiträge, Bedingungen und Leistungen verglichen. Ein Fazit: je größer und älter der Hund, desto teurer die OP-Versicherung. Wichtig ist, vor Abschluss das Kleingedruckte zu lesen. Denn manche Tarife
schließen viele Leistungen aus oder beinhalten eine Selbstbeteiligung, die mit dem Alter des Hundes steigt. Bei anderen werden bestimmte Krankheiten und Behandlungen bereits im Vorfeld ausgeschlossen. Analog zur privaten Krankenversicherung des Menschen spielen auch beim Hund Vorerkrankungen häufig eine wichtige Rolle für die Versicherungsleistungen und die anfallenden Kosten. Bei insgesamt 17 der geprüften Tarife stellte "Finanztest" ein sehr hohes Leistungsniveau fest, bei weiteren 16 immerhin noch ein hohes.

19.08.2021: Dänische Landwirte stocken Sauenbestand auf

Dänemarks Sauenhalter haben die Anzahl der Sauen aufgestockt. Binnen eines Jahres ist der Sauenbestand um 25.000 bzw. 2 % gestiegen. Vor allem der Jungsauenbestand wuchs mit 4,4 % überdurschnittlich stark. Der gesamte Schweinebestand bliebt mit einem Plus von 0,1 % gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert, wie der dänische Dachverband der
Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) berichtet. Allerdings könnte dies ein durch Corona verzerrter Stand sein. Der Anstieg an Sauen und Jungsauen deute jedenfalls darauf hin, dass die Landwirte künftig auf die Ferkelerzeugung setzen wollen. Dagegen sprächen allerdings die anhaltend niedrigen Erzeugerpreise bei hohen Futterkosten.

19.08.2021: Expertise für tierwohlgerechte Kleinsthaltung von Hühnern

Hühner sind beliebte Haustiere auf dem Land sowie in den urbanen Vororten, wo sie im Garten gehalten werden. Aber für eine tierwohlgerechte Kleinsthaltung von Hühnern bedarfs es Fachkenntnissen bei den Haltern, da die Bedürfnisse der Tiere erfüllt werden müssen. Gleichzeitig haben sie spezielle Ansprüche an Haltung und Fütterung, aber auch bestimme Hygienemaßnahmen sowie die Biosicherheitsbestimmungen und das Tierseuchenrecht müssen
von allen Hühnerhaltern eingehalten werden. Diese Inhalte werden in dem kostenfreien Webinar der Landwirtschaftskammer NRW am 2. September 2021 ab 19:00 Uhr vermittelt. Das Webinar wird Rahmen des Netzwerkes Fokus Tierwohl veranstaltet, welches vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird, wodurch die kostenfreie Teilnahme für Hühnerhalter oder solche, die es werden möchten, ermöglicht wird.

19.08.2021: Immer häufiger resistente Keime in Seen und Flüssen nachweisbar

Immer häufiger werden antibiotikaresistente Erreger in Badeseen nachgewiesen. Ein Forschungsteam der Universitäten Marburg (UMR), Duisburg-Essen (UDE) und Hongkong hat verschiedene Erregertypen analysiert und ihre Häufigkeit in über 270 europäischen Süßwasserseen erfasst. Dadurch soll auch die Entwicklung der Keimbelastung in 13 europäischen Ländern von Skandinavien bis Spanien überwacht werden. „Diese Resistenzen gegen wichtige Reserveantibiotika sind ein großes Problem. Die bisherigen Forschungsarbeiten zu antibiotikaresistenten Keimen in Umweltgewässern waren geographisch begrenzter und weniger standardisiert. Wir geben in unserer Studie zum ersten Mal einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation in Europa“, sagt Prof. Dr. Jens Boenigk
von der Universität Duisburg-Essen als Experte für die Diversität und Verbreitung von Mikroorganismen. Die in den europäischen Gewässern entnommenen Proben wurde auf Resistenzgene gegen die Antibiotikaklassen Tetracycline, Cephalosporine, Chinolone und Sulfonamide analysiert. In fast allen Proben konnten Mikroorganismen festgestellt werden, die potenziell gegen diese Wirkstoffklassen resistent sind. Der Eintrag in die Flüsse und Seen erfolgt über Abwässer, die trotz Reinigung immer wieder Krankheitserreger enthalten. Allerdings bedeuten diese Resistenz-Werte nach aktuellem Stand für gesunde, immunaktive Menschen keine unmittelbare Gefahr. Dennoch ist es wichtig, die Keimbelastung kontinuierlich zu überwachen.

Diskussion über die Antibiotikaeinstufung

Wie denken Sie über die von einigen EU-Parlamentsabgeordneten angestoßene Diskussion über die Neueinstufung antimikrobieller Wirkstoffe?

Mehr Informationen zu dieser Problematik finden Sie HIER >>>