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Kategorisierung von Antibiotika nachteilig für Tiergesundheit

09.07.2021

Am kommenden Dienstag, 13. Juli 2021, stimmt der zuständige Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) des EU-Parlaments über den von der EU-Kommission vorgeschlagenen delegierten Rechtsakt über „Kriterien für die Einstufung antimikrobieller Mittel, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen vorbehalten sind“ ab. Kurz vorher haben einige Abgeordnete des Europäischen Parlaments einen Entschließungsantrag eingebracht, um die Kriterien noch strenger zu gestalten und so ein weitreichendes Verbot des Antibiotikaeinsatzes bei Tieren zu erreichen. „Die Abgeordneten verkennen dabei, dass Antibiotikaklassen, die auf die Reserveliste gesetzt werden, nicht nur für lebensmittelerzeugende Tiere verboten werden, sondern für ALLE Tierarten, also auch für Hunde, Katzen, kleine Heimtiere, Exoten, Pferde und Zootiere, und keine Ausnahmen zulässig sind“, macht Dr. Siegfried Moder, Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) sein Unverständnis deutlich. „Die Zahl der verschiedenen Antibiotikaklassen, die für die Verwendung bei Tieren zur Verfügung stehen, ist im Vergleich zu denen, die in der Humanmedizin verfügbar sind, ohnehin sehr eingeschränkt. Die Auferlegung zusätzlicher Beschränkungen ohne stichhaltige wissenschaftliche Argumente über die im delegierten Rechtsakt definierten Kriterien hinaus würde zu einem erheblichen Therapienotstand führen und hätte damit schwerwiegende Auswirkungen auf die Tiergesundheit und das Wohlergehen der Tiere und potenziell auch auf die öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit“, erläutert Moder. Politiker und Tierhalter müssen sich darüber im Klaren sein, dass, wenn der Vorschlag von EMA und EU-Kommission abgelehnt würde, bestimmte bakterielle Infektionen nicht mehr ordnungsgemäß und fachgerecht behandelt werden könnten und es auch nahezu unmöglich wäre, zoonotische Erkrankungen durch multiresistente ( “Multidrug-resistant”, MDR) Bakterien zu behandeln, die ein besonderes Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen, einschließlich Leptospirose, Infektionen mit Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Salmonella spp. und Campylobacter spp.. Bei Haustieren wären z. B. häufig
vorkommende, lebensbedrohliche Infektionen wie Lungenentzündung, Pyometra, Peritonitis, Pleuritis und Hautinfektionen nicht mehr behandelbar; bei Fohlen die Behandlung von Rhodococcus-Äqui-Infektionen, Septikämien und einiger Wundinfektionen nicht mehr möglich. Auch könnten viele Infektionen bei kleinen Heimtieren, Reptilien und Exoten nicht mehr therapiert werden, da eine Vielzahl antimikrobieller Wirkstoffe wegen Unverträglichkeit nicht angewendet werden können oder sogar toxisch wirken. Für eine ordnungsgemäße und gezielte Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten sei es daher unabdingbar, dass TierärztInnen eine Reihe von verschiedenen Antibiotikaklassen zur Verfügung haben. „Durch den Einsatz des ‚richtigen‘ Antibiotikums bei einer bakteriellen Erkrankung kann, nach Erstellung einer tierärztlichen Diagnose und ggf. eines Antibiogramms, eine Resistenzbildung vermieden werden. Die Beschränkung auf wenige Antibiotikaklassen erhöht den Selektionsdruck und führt zu einer noch schnelleren Entwicklung von Resistenzen“, so Moder weiter. Im Übrigen hat die Tiermedizin durch eine 60-prozentige Senkung der Antibiotikamengen gezeigt, dass man seit Jahren verantwortungsvoll mit der Resistenzproblematik umgeht und Antibiotika nur gezielt für eine notwendige Therapie einsetzt. Dies gilt auch auf europäischer Ebene. Der Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR) ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Human- und Tiermedizin, die nicht nur zu Lasten der Tiere gehen kann. „Über die Interessen derer, die den delegierten Rechtsakt ablehnen wollen, kann man nur spekulieren. Es scheint fast so, als ob die einen damit das Ende der konventionellen Tierhaltung forcieren wollen, obgleich die Verbesserung von Tiergesundheit und Tierschutz nicht in den Anwendungsbereich der Tierarzneimittelverordnung fällt, und die den Entschließungsantrag unterstützenden humanmedizinischen Verbände von der im humanmedizinischen Bereich selbst verursachten Resistenzproblematik ablenken wollen“, mutmaßt bpt-Präsident Moder. „Wir fordern deshalb das EU-Parlament eindringlich auf, seine Entscheidung nicht auf politische, sondern auf wissenschaftliche Kriterien der EMA zu stützen und den vorgeschlagenen delegierten Rechtsakt anzunehmen."

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23.07.2021: Die neue StIKo-Vet-APP für noch schnelleren Zugriff

Mit der neuen StIKo-Vet-APP haben nun auch NutzerInnen mit ihren mobilen Endgeräte einen noch schnelleren Zugriff auf die Impftabelle in Form von Impfampeln, Leitlinien sowie die aktuelleren Stellungnahmen der Impfkommission. Seit Beginn des laufenden Monats kann die neue APP, deren Anwendungen, die so intuitiv wie möglich konzipiert wurden, im Apple Store sowie im Google Playstore runtergeladen werden. Während sich die Leitlinien und Stellungnahmen in PDF-Form eher für das Tablet anbieten, ist die Impftabelle besonders für den schnellen Zugriff über das Smartphone geeignet, da sich der Text automatisch an die
Bildschirmgröße anpasst. Die Leitlinien vermitteln vor allem allgemeines Basiswissen und können ggf. auch im Gespräch mit dem Patientenbesitzer oder Betriebsleiter eine Argumentationshilfe darstellen. Die Stellungnahmen sind als Ausarbeitungen zu speziellen Themen eher für das Selbststudium gedacht. Suchfunktionen nach entsprechenden Schlagworten erleichtern zudem die Nutzung der APP, und mittels Pushnachrichten kann sich der User über Aktuelles informieren lassen. Sehr benutzerfreundlich ist auch die Speicherung der PDF-Dokumente auf dem jeweiligen Endgerät, sodass auch ein Zugriff in Gegenden mit schlechter Netzabdeckung möglich ist.

Mehr Kontrollen der Biosicherheitsmaßnahmen wegen ASP gefordert

23.07.2021

Anlässlich der jüngsten, bedrohlichen Entwicklungen hinsichtlich der grassierenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat der Zentrale Krisenstab „Tierseuchen“ zusammen mit Vertretern von Bund und Ländern sowie dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor am vergangenen Donnerstag getagt. Die Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Beate Kasch, forderte die Ländervertreter in der Runde dringend auf, die Einhaltung der erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen verstärkt zu kontrollieren, um weitere ASP-Einträge in Schweine haltende Betriebe zu vermeiden. Da wohl diese Maßnahmen gerade in Kleinstbetrieben häufiger nicht eingehalten würden, müsse durch mehr Kontrollen Abhilfe geschafft werde, so Kasch. „Eine bessere Kontrolle der Biosicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung des Eintrags der ASP in den Hausschweinbestand ist zwingend
erforderlich - auch in den Kleinstbetrieben. Die Länder sind hier zuständig und stehen in der Pflicht. Ich habe die klare Erwartung, dass sie dieser Aufgabe auch nachkommen. Dass die ASP in Brandenburg nun in zwei solcher Kleinsthaltungen nachgewiesen wurde, verdeutlicht die Dringlichkeit“, erklärte die Staatssekretärin weiter. Kasch informierte die Teilnehmenden auch, dass der Handel innerhalb des EU-Binnenmarkts auch bei ASP-Fällen in der Hausschweinpopulation weiterhin möglich bleibe, da das Regionalisierungsprinzip Anwendung findet. Während einige Drittländer deutschlandweite Sperren ausgesprochen hätten, konnte jedoch unter anderem mit Vietnam, Singapur und Kanada eine Regionalisierung erreicht werden. Aufgrund der Bedeutung von Biosicherheitsmaßnahmen ist auf Myvetlearn.de ein mehrteiliger E-Learning-Kurs geplant, bestehend aus einem Grundlagenmodul und mehreren Tierartenmodulen.

23.07.2021: Studie bestätigt: Hunde können Gedanken lesen

Forschende des Clever Dog Labs an der Vetmeduni Vienna konnten in einer aktuellen Studie belegen, dass Hunde „Gedanken lesen“ können. Nachdem frühere Untersuchungen an Hunden zeigten, dass die Vierbeiner die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel haben, einer Vorstufe des Verstehens von Überzeugungen, prüften die Wiener WissenschaftlerInnen nun anhand eines Verhaltenstests, ob die Tiere auch den Unterschied zwischen einer wahren und einer falschen Überzeugung (von Menschen) erkennen können. Dieses sogenannte „False Belief“-Verständnis ist so etwas wie der „Goldstandard“, um den Beginn des „Gedankenlesens“ („Mindreading“ oder „Theory of Mind“) bei Kindern im Alter von etwa vier bis fünf Jahren zu demonstrieren. Bei einem nonverbalen Spiel hatten zwei Gruppen mit insgesamt 200 Hunden die Möglichkeit, Futter in einem von zwei Behältern zu finden. Zunächst sahen die Hunde, wie eine Studentin (die „Versteckerin“) nacheinander das Futter zunächst in Behälter A platzierte und später in Behälter B umlagerte. Bevor die Hunde jedoch ihre Wahl treffen durften, erhielten sie von einer anderen Person (der „Kommunikatorin“) einen Hinweis auf den Ort des Verstecks (einmal falsch und einmal richtig), obwohl die Hunde alles sehen konnten. „Erstens wählten die meisten Hunde den richtigen Behälter B, sie passten offenbar gut auf und ließen
sich nicht vom doppelten Verstecken beirren. Das zweite und vielleicht wichtigste Ergebnis war, dass von den restlichen Hunden, welche dem falschen Hinweis folgten, ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Hundegruppen bestand“, beschreibt Ludwig Huber, Leiter des Messerli Forschungsinstituts, den Test. Damit kann die Hypothese bestätigt werden, dass Hunde den Unterschied zwischen den Überzeugungen der beiden Kommunikatorinnen im Test erkannten. „Das dritte Ergebnis war überraschend, denn anders als bei Kindern und Menschenaffen taten dies mehr Hunde in der Gruppe der Kommunikatorin mit der falschen Überzeugung.“ Terrier stachen bei dem Verhaltenstest besonders heraus: sie verhielten sich wie Menschenkinder und Menschenaffen, indem sie dem irreführenden Hinweis der Kommunikatorin mit falscher Überzeugung seltener folgten. Die Ergebnisse legen nahe, dass Hunde ein implizites Verständnis falscher Überzeugungen haben. Tierärzte können mehr über die Fähigkeiten und die Psyche von Hunden sowie die daraus resultierenden Verhaltensweisen und Verhaltensstörungen in der mehgrteiligen E-learnig-Reihe Verhaltenstherapie auf Myvetlearn.de. Diese E-learning-Reihe ist geeignet für die gleichnamige Zusatzbezeichnung sowie für die Vorbereitung auf die Abnahme des Sachkundenachweises für Hundehalter.

23.07.2021: Zahlreiche Ideen rund um die Milcherzeugung

Im Bereich der Produktion von Milch gibt es aktuell viel Bewegung. Immer mehr Alternativen zur herkömmlichen Kuhmilch werden auf dem Markt angeboten. Neben Milch aus pflanzlichen Produkten wie Erbse, Hafer, Mandel oder Kokos wird inzwischen auch Milch aus Mikroorganismen gewonnen. Diese mittels Präzisionsfermentation hergestellten Milchprodukte aus Proteinen, die identisch mit Milchproteinen sind, werden dann weiter zu Käse verarbeitet. WissenschaftlerInnen kodieren die Mikroorganismen beispielsweise mit DNA-Sequenzen von Milch und züchten sie bis zur Ernte in einem Fermenter. In einem weiteren Schritt kombinieren die Mitarbeiter die Milchproteine mit pflanzlichen Fetten und Kohlenhydraten und bilden damit den Grundstein für die Käseherstellung. Jedoch gestaltet sich eine Zulassung dieser Milchalternative aufgrund des Gesetzes zur Zulassung von neuartigen Lebensmitteln (Novel Foods) allerdings noch schwierig. Die Molkerei Hochland wird sich an der Investition in die zellbasierte Milch beteiligen, sieht sich jedoch in erster Linie als Partner der Milchlieferanten. Neu auf dem Markt ist auch die dDrei- Milch, die als erste Milch auf natürliche Weise bis zu zwanzig mal mehr Sonnenvitamin als herkömmliche Kuhmilch enthält. „Nach vielen Jahren des Forschens und der Evaluierung von Forschungskonzepten haben wir
herausgefunden, dass man Kuhmilch natürlich verbessern und sie mit hohen Mengen an natürlichem Vitamin D anreichern kann. Haltungsbedingungen mit hochwertiger Fütterung, Freilauf und viel Sonnenlicht verschaffen der dDrei-Milch einen gesundheitlichen Nutzen, durch den die Menschen das präventive Potenzial von Vitamin D mehr ausnutzen könnten", sagt Sabine Obermeier, Projektleiterin der dDrei Milchkristalle GmbH. Das Münchner Unternehmen hat sich die neue Methode zur Milcherzeugung patentieren lassen. Das Konzept, das dahintersteht, ist an sich ganz einfach: Milchkühe dürfen unter nachhaltigen und artgerechten Haltungsbedingungen 365 Tage im Jahr Sonne tanken. Im Frühjahr und Sommer idealerweise auf der Weide, im Herbst und Winter im Stall unter "Bio-Licht", das tagsüber das natürliche Volllichtspektrum der Sonnenlichtfarben nachahmt. Dadurch und durch eine besonders hochwertige Fütterung mit Gras- und Kräutermischungen, die Aminosäure Tryptophan sowie reichlich "grünes Protein" in Form von Luzerne und Klee enthalten, reichern die dDrei-Milchkühe selbst viel Vitamin D in ihrem Körper an. Auch die Kühe selbst profitieren von ihrem hohen Vitamin-D-Spiegel, haben gesunde Knochen und ein gutes Immunsystem.

23.07.2021: Berliner Forschungspreis 2021 ausgeschrieben

Nach 2019 wird auch in diesem Jahr wieder der Berliner Forschungspreis 2021 „Alternativen zu Tierversuchen“ ausgeschrieben. Gesucht werden Forschungseinrichtungen, Unternehmen oder wissenschaftlich tätige Personen in Berlin und Brandenburg, die sich mit ihren Forschungsvorhaben bzw. Projekten dem 3R-Prinzip (Replacement, Reduction, Refinement) widmen. Diese sollten das Ziel haben, Tierversuche zu ersetzen (Replacement), die Zahl der Versuchstiere zu reduzieren (Reduction) und / oder Leiden und Schmerzen von Versuchstieren zu vermindern (Refinement). Hierzu zählen
auch Projekte, die bereits bestehende Ansätze aufgreifen und so fortentwickeln, dass sie in der Praxis breite Anwendung finden können (Prävalidierung oder Validierung). Eingereicht werden können darüber hinaus bereits abgeschlossene Forschungsprojekte, die mindestens eine der drei genannten Zielsetzungen erreicht haben. Das diesjährige Preisgeld beträgt 30.000 Euro. Der Preis kann ganz oder geteilt vergeben werden. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August 2021. Über jeweils aktuelle Ausschreibungen für Forschungs- und Tierschutzpreise informiert Sie das gleichnamige Fokusthema von Vetion.de.

22.07.2021: Hundeohren regelmäßig auf Ohrentzündungen kontrollieren

Je nach Rasse sind Hunde sehr empfänglich für Ohrentzündungen (Otitis), die durch Allergien, Ektoparasiten oder Fremdkörper ausgelöst werden. Durchschnittlich bei einem von sieben Hunden wurde schon einmal einen Otitis externa festgestellt. Diese Entzündung ist mitunter sehr schmerzhaft für das Tier. Die Gefahr einer chronischen Ohrentzündung besteht dann, wenn sich Bakterien oder Hefepilze im Ohr ansiedeln. Diese kann sich zu einer Otitis media, also einer Entzündung des Mittelohrs, ausweiten. Ein Teufelskreis droht dann zu beginnen, da die Otitis media eine Otitis externa aufrechterhalten kann. Hunderassen mit langen Hängeohren oder engen bzw. stark behaarten Gehörgängen sind besonders anfällig für Ohrentzündungen. Hier wird eine besonders intensive Kontrolle sowie gegebenenfalls vorsichtige und gründliche Reinigung des Gehörgangs, beispielsweise mit Ohrgangsspülungen, empfohlen. Auch die Ohren von Hunden, die sich oft und gerne im Wasser aufhalten, sollten öfter
kontrolliert werden. Jedoch rät der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) dringend davon ab, das Ohr mit Wattestäbchen zu reinigen, da Beläge hierdurch noch tiefer in das Ohr geschoben werden können. Nach der Reinigung werden eine Ohrsalbe bzw. Ohrtropfen eingebracht, die Bakterien und Pilze bekämpft, den Juckreiz lindert und Schmerzen und die entzündlichen Erscheinungen zum Abklingen bringt. Bei Milbenbefall wählt der Tierarzt ein Medikament, das zusätzlich ein Akarizid zur Abtötung der Parasiten enthält. Bei schweren, eitrigen Entzündungen kann auch eine systemische Behandlung mit Antibiotika nötig sein. Die meisten Behandlungen kann der Hundehalter nach entsprechender Anleitung gut zu Hause weiterführen. Da Ohrentzündungen ausgesprochen hartnäckig sein können und zum Wiederaufflackern neigen, sollte der Erfolg der Behandlung durch den Tierarzt kontrolliert und auch evtl. weitere Pflegemaßnahmen mit dem Tierarzt besprochen werden.

22.07.2021: Neue Ansätze zu Virusnachweisen in Wildtieren

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie zeigt die dringende Notwendigkeit auf, die Reservoire von Viren, die in der Wildnis zirkulieren, zu finden und engmaschig zu überwachen, um weitere Pandemien zu vermeiden. Doch viele Gebiete, in denen Wildtieren leben, sind schwer zugänglich. Auch ist es ein umständliches Unterfangen, die Tiere aufzuspüren und zu fangen. Neue Ansätze des Virennachweises hat nun ein Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) gefunden. Die WissenschaftlerInnen untersuchten Proben aus afrikanischen und mongolischen Wasserlöchern sowie Blutproben von Blutegeln mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung, um bekannte und bisher unbekannte Viren zu identifizieren. „Bei vielen der tödlichsten Viren wie Ebola ist ihr genauer Ursprung noch immer unbekannt“, sagt Prof. Alex Greenwood, Leiter der Abteilung für Wildtierkrankheiten. „Die aktuelle Pandemie zeigt, dass wir noch sehr wenig über die virale Vielfalt in der Natur wissen. Neue Methoden könnten uns helfen, bisher unbekannte Viren und ihre potenziellen Wirte zu identifizieren, ohne die üblichen logistischen und ethischen Probleme, die mit der direkten Entnahme von Wildtierproben verbunden sind.“ Bei ihren Analysen fanden die Forschenden unter anderem ein bisher unbekanntes Coronavirus, das wahrscheinlich mit südostasiatischen Hirschen assoziiert ist, sowie
mehrere bekannte und neuartige Viren in den Blutegeln aus Südostasien. Die WissenschaftlerInnen konnten zudem belegen, dass die Viren, die in afrikanischen Wasserlöchern gefunden wurden, auch im Wasser noch immer infektiös sind. Die neuen Ansätze des IZW könnten somit wirksame Methoden des Virennachweises sein, da die betreffenden Säugetiere dafür nicht erst aufgespürt und gefangen werden müssten. Beide Ansätze erwiesen sich als geeignete Werkzeuge für die Forschung zur Pandemieprävention, da sie das Auffinden und Überwachen von Reservoiren für Wildtierviren ermöglichen. „In den Blutegelproben identifizierten wir Säugetierviren aus fünf verschiedenen Virusfamilien und über 50% der Proben enthielten nachweisbare Säugetierviren. Einige davon, wie ein Circovirus oder ein Annellovirus, konnten dem Bartschwein und dem Malaienbär zugeordnet werden, ihren Säugetierwirten, die auch in den Blutegelproben nachgewiesen wurden. Am interessantesten war die Entdeckung eines neuartigen Coronavirus, da dies zeigte, dass wir mit unserer Methode in der Lage sind, bisher unbekannte virale Erreger zu entdecken, die in Wildtieren zirkulieren“, erklärte Dr. Niccolò Alfano. Dies kann helfen, potenziell infektiöse Viren in einem frühen Stadium zu identifizieren und somit ein entscheidender Beitrag dafür leisten, zukünftige Epidemien zu verhindern.

22.07.2021: Ende der BHV-1-Massentötungen gefordert

Anstatt komplette Rinderherden wegen einer Infektion mit dem Bovinen Herpes Virus Typ1 (BHV-1) zu töten, fordern die FREIEN BAUERN, Interessenvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe, eine mildere Form der Seuchenbekämpfung. Als Alternative zu den tierschutzwidrigen Massentötungen schlagen die FREIEN BAUERN stattdessen eine dreijährige Quarantäne für mit BHV-1 infizierte, aber klinisch gesunde Tiere vor. „Das bedeutet, dass betroffene Betriebe die Erlaubnis für eine Schutzimpfung bekommen, dass sie in dieser Zeit kein Zuchtvieh vermarkten dürfen, dass sie ihre Tiere entweder durch Stallhaltung oder bei Weidehaltung mit einem doppelten Zaun absichern müssen und dass sie mit regelmäßigen Blutproben die Entwicklung des
Infektionsgeschehens gegenüber dem Veterinäramt dokumentieren“, erklärte Reinhard Jung, Politikreferent der Interessenvertretung. Damit würden die betroffenen Rinderhalter die Möglichkeit erhalten, ihre Herden durch unbelastete Nachzucht und gezielte Zukäufe über einen längeren Zeitraum aus eigener Kraft zu sanieren. „Dieses Jahr sind bereits 17 Betriebe von den Tötungsanordnungen der Veterinärämter betroffen, 14 davon direkt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden, wo die Krankheit fast überhaupt nicht bekämpft wird. Insbesondere für die Milchviehbetriebe in der Grenzregion ist es unerträglich, ständig mit der Angst leben zu müssen, dass der Staat vom einen auf den anderen Tag ihr züchterisches Lebenswerk vernichten kann“, so Jung weiter.

Prof. Kohn erhält Richard-Völker-Medaille 2021

21.07.2021

Auf dem DGK-DVG Jahreskongress Mitte November 2021 wird Prof. Dr. Barbara Kohn mit der Richard-Völker-Medaille in Berlin ausgezeichnet. Prof. Kohn hat an der LMU München Veterinärmedizin studiert, wo sie auch mit summa cum laude promovierte. Anschließend war
sie in verschiedenen Kliniken im In- und Ausland tätig, bevor sie an die Freie Universität Berlin wechselte, wo sie auch habilitierte. Weiterhin machte sie ihren Fachtierarzt für Kleintiere sowie für Innere Medizin beim Kleintier. Zudem ist sie Diplomate für Internal Medicine - Companion Animal.

21.07.2021: Erneut Keimbelastung von Geflügelfleisch nachgewiesen

In den vergangenen Jahren sind Veränderungen im Essverhalten deutlich geworden. So versuchen sich immer mehr VerbraucherInnen fleischlos zu ernähren und verstärkt Bio-Produkte zu kaufen. VerbraucherInnen, die noch Fleisch essen, greifen weniger häufig nach Schweine-, Rind- oder Kalbsfleisch, dafür landet häufiger Hähnchenfleisch auf den Tellern. In Österreich wurden im Jahr 2019 laut Statistik Austria pro Kopf 12,4 kg Geflügelfleisch verzehrt, davon 9,4 kg Hühnerfleisch. Jedoch ist dieses Fleisch nicht selten mit Krankheitskeimen wie Salmonellen und Campylobacter belastet, wie eine Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zeigt. Demnach waren 10 von 13 Proben von Hühnerfleischprodukten belastet. Auch
antibiotikaresistente Keime (ESBL) konnten mehrfach nachgewiesen werden. „Zu viele Produkte enthalten krankheitserregende Keime. Auch wenn die getesteten Produkte in den meisten Fällen noch als genussfähig bewertet wurden", erklärt Nina Siegenthaler, VKI-Projektleiterin. Sie rät dringend bei der Verarbeitung von Fleisch und Gemüse stets separate Küchenutensilien zu verwenden und auf ausreichende Hygiene zu achten. „Das kann sogenannte Kreuzkontaminationen verhindern, bei denen Krankheitserreger vom Fleisch etwa in den Salat geraten“, so die Ernährungswissenschafterin. „Zudem sollte Hühnerfleisch immer vollständig durchgegart und im Vorfeld möglichst nicht gewaschen werden. Denn durch abtropfendes Wasser können Keime leicht verbreitet werden.“

21.07.2021: Bauernverband fordert schnelles und konsequentes Vorgehen gegen ASP

Nach dem Auftreten eines dritten Falles der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg bei Hausschweinen hat Hubertus Beringmeier, Vorsitzender des DBV-Fachausschusses Schweinefleisch und Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, seine Forderung nach einer verstärkten Bekämpfung der ASP in Brandenburg und Sachsen bekräftigt. „Angesichts der sich stetig weiter ausbreitenden Tierseuche müssen die bisherigen Krisenstrukturen und die dort getroffenen Entscheidungen offensichtlich deutlich verbessert werden. Die Entwicklung zeigt, dass wir wirkungsvollere Maßnahmen in den betroffenen Bundesländern benötigen, um die Seuche zu stoppen und zurückzudrängen,“ macht Beringmeier deutlich. Von großer Bedeutung
bei der Bekämpfung seien Schnelligkeit, eine große Einheitlichkeit sowie eine stärkere Konsequenz in der Bekämpfung. So müssten Wildschweine koordiniert und konsequent entlang der polnischen Grenze entnommen werden. Weiterhin müsste unverzüglich der Aufbau eines zweiten Schutzzaunes erfolgen. Zur gegenwärtigen Situation sei auch die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen auf den Betrieben sehr wichtig. Dies müsste regelmäßig überprüft werden. Tierhaltungen von Kleinsttierhaltern müssten gegebenenfalls gegen Entschädigung beendet werden. Auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner forderte scharfe Kontrollen, damit die angeordnete Aufstallung in den Restriktionsgebieten sowie die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umgesetzt und eingehalten werden.

21.07.2021: Frankreich beschließt weitere Maßnahmen gegen Geflügelpest

Auch in Frankreich hat die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) in 2020/21 für große wirtschaftliche Schäden gesorgt. Betroffen war besonders der Südwesten des Landes, hier mussten im Rahmen von knapp 500 Ausbrüchen in gewerblichen und privaten Geflügelhaltungen annähernd 3,5 Millionen Stück Geflügel, hauptsächlich Enten, getötet werden. Um in Zukunft besser auf eventuelle Seuchenzüge vorbereitet zu sein, hat die französische Regierung umfassende Maßnahmen zur Geflügelpest-Bekämpfung beschlossen. Dazu
gehören neben einer Meldepflicht für alle Geflügelhaltungen und -transporte, der Einführung eines Biozertifikats und der Ausweisung von bestimmten Risikogebieten auch die Aufstallpflicht, von der auch kleinere Betriebe betroffen sind. Während der landwirtschaftliche Berufsstand die Maßnahmen größtenteils akzeptiert, kritisieren die kleinbäuerlich orientierte Confédération Paysanne (Conf‘) und der Verband der Familienunternehmen (MODEF), dass der Übertragung durch Wildtiere zu viel Bedeutung beigemessen werde.

20.07.2021: Niedersachsen wappnet sich gegen ASP

Nachdem in den letzten Tagen die ersten Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei drei Schweine haltenden Betrieben in Brandenburg nachgewiesen worden sind, greift die hochansteckende Tierseuche auch in Polen immer weiter um sich. Innerhalb von nur drei Wochen wurden 21 Ausbrüche in Hausschweinehaltungen gemeldet. Die jüngsten Fälle wurden auf Höfen in Kleinpolen sowie im Karpatenvorland, aber auch in Masowien, nur zehn Kilometer von der Grenze zu Brandenburg entfernt, festgestellt. Seit Beginn diesen Jahres mussten im Nachbarland wegen ASP-Ausbrüchen mehr als 24.000 Hausschweine gekeult werden. Für das Land Niedersachsen hätte der Eintrag
der Tierseuche erhebliche Folgen. Daher versucht das Land vorzubeugen und beauftragt die Firma AN Vorsorge als künftig zuständige Wildtierseuchen-Vorsorgegesellschaft. Neben der Einrichtung von Vorhaltemaßnahmen und der Durchführung von angeordneten Bekämpfungsmaßnahmen ist die Firma auch zuständig für die Weiterentwicklung von Bekämpfungsmaßnahmen im Ausbruchsfall. „Ich freue mich, dass wir damit den Landkreisen eine wertvolle Unterstützung ermöglichen können. Wir müssen alles dafür tun, die Seuche im Ausbruchsfall schnell und umfassend zu bewältigen“, betonte Ministerin Barbara Otte-Kinast bei der Vertragsunterzeichnung in der letzten Woche.

20.07.2021: Sichere Methode zur Erkennung von Wolf-Hund-Hybriden

Seitdem vor 21 Jahren die ersten wildlebenden Wolfswelpen seit der Ausrottung der Art in Deutschland geboren worden sind, ist die Population stark gewachsen. Nahezu in allen Bundesländern haben sich Wolfsrudel niedergelassen. Aus Ermangelung einer Auswahl an Geschlechtspartnern oder nach Verlassen des Rudels kommt es vor, dass sich Wölfe mit Haushunden verpaaren, wie Dr. Carsten Nowak vom Senckenberg Forschungsinstitut erklärt. Die aus einer solchen Verpaarung entstehenden Wolf-Hund-Hybriden können den genetisch reinen Wölfen in ihren äußerlichen und molekulargenetischen Merkmalen sehr ähneln. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Senckenberg Instituts hat nun eine neue Methode entwickelt, mit der Wolf-Hund-Mischlinge anhand von Umweltproben sicher zu erkennen sind und die herkömmliche Verfahren
ersetzen soll. „Wir können solche Mischlinge anhand der DNA aus Kotproben, Haaren oder aus Speichelresten von gerissenen Beutetieren identifizieren. Dabei ist die neue Methode deutlich höher auflösend als herkömmliche Verfahren und erlaubt die sichere Erkennung von Hybridisierungsereignissen auch noch nach mehreren Generationen“, erläutert Nowak. Da Hybride weiter zeugungsfähig sind und Hundegene in die komplette Wolfpopulation streuen können, wenn sie sich wieder mit Wölfen paaren, ist es für das Wolfsmanagement äußerst wichtig, diese Mischlinge zu erkennen. „Zudem ist die gesellschaftliche Akzeptanz für wildlebende Wolf-Hund-Hybride gering. Daher werden Hybriden in der Regel aus der freien Wildbahn entnommen. Unsere publiziertes Verfahren erleichtert ihre sichere Identifizierung erheblich“, so Nowak abschließend.

19.07.2021: Kunst im Maisfeld ruft zur Corona-Impfung auf

Mit einem außergewöhnlichen Motiv in seinem riesigen Maislabyrinth ruft ein Landwirt in diesem Jahr zur Impfung gegen Covid-19 auf. Der in das Feld im nordrhein-westfälischen Selm eingefräste Mensch mit Mund-Nasen-Schutz sowie einer Spritze im Arm ist zwar am besten aus der Luft zu erkennen, doch können Besucher seit dem
vergangenen Wochenende auch selbst durch das Maislabyrinth laufen. Landwirt Benedikt Lünemann ist bekannt für seine Maiskunst, mit der er bereits in den vergangenen Jahren schon häufiger auf gesellschaftskritische oder politische Themen aufmerksam gemacht hatte. Der diesjährige Aufruf des Landwirts: Lasst Euch gegen Corona impfen!!

19.07.2021: Weitere Kleinsthaltung in Brandenburg von ASP betroffen

Nach den bestätigten Fällen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen in Brandenburg nahe der polnischen Grenze, ist die hochansteckende Tierseuche in einem weiteren Betrieb festgestellt worden. Betroffen ist eine Kleinsthaltung mit vier Mastschweinen im Landkreis Märkisch-Oderland. Hier wurde der Verdacht auf ASP am vergangenen Samstag bestätigt. Zwei der Tiere, die alle im Stall gehalten wurden, waren bereits verendet, die Tötung der
verbliebenen zwei Schweine wurde angeordnet, wie das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg berichtet. Die Ursache für den Infektionseintrag ist noch unklar, jedoch befindet sich die jüngst von der ASP betroffene Kleinsthaltung nahe der Haltung, in der sich bereits am Donnerstag der ASP-Verdacht bestätigt hatte. Die notwendigen epidemiologischen Ermittlungen wurden eingeleitet.

19.07.2021: Preise für Fleisch weltweit steigen weiter an

Die Preise für Fleisch sind im laufenden Jahr für den Verbraucher auch im Monat Juni erneut gestiegen. Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mitteilte, haben sich die Preise für Rind-, Geflügel-, Schweine- sowie Schaffleisch neun Monate in Folge schrittweise
verteuert. Damit liegt der Fleisch-Index der FAO um 15,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Dieser liege aber noch immer um 0,8 Prozent unter dem Wert von August 2014, so die FAO. Grund für die Preissteigerungen sind die starke Nachfrage weltweit sowie die gestiegenen Importe zahlreicher ostasiatischer Länder.

19.07.2021: Zusammenhang zwischen Paratuberkulose und Morbus Crohn nicht nachweisbar

Die Paratuberkulose des Rindes, auch Johnesche Krankheit genannt, ist eine Infektionskrankheit, die besonders bei Wiederkäuern wie Rindern, Ziegen und Schafen vorkommt. Übertragen wird die Krankheit durch das Bakterium Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP). Die Paratuberkulose ist gekennzeichnet durch nicht behandelbare Durchfälle, einer damit verbundenen Abmagerung und einem tödlichen Verlauf. Ob der Erreger auch im Zusammenhang mit der Entstehung von Morbus Crohn (MC) beim Menschen steht, ist unklar. Sowohl bei der Paratuberkulose des Rindes als auch bei MC zeigen sich in der Pathologie chronisch entzündliche Veränderung des Dünndarms mit einer typischen „hirnwindungsähnlichen“ Auffaltung, was zum Verdacht auf eine ähnliche Ätiologie geführt hat. Daher hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zusammen mit dem Max Rubner-Institut (MRI)
eine umfangreiche Literaturauswertung durchgeführt. Diese belegt, dass weiterhin keine validen wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, die einen solchen Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen belegen. Die seit 2003 durchgeführten Humanstudien zur Bedeutung von MAP an der Entstehung von MC und einem möglichen kausalen Zusammenhang liefern aufgrund ihrer Heterogenität bei der Auswahl der Methoden und des Studiendesigns keine vergleichbaren Ergebnisse. Die Rolle von MAP als einem ursächlichen Agens für MC wird jedoch weiterhin diskutiert. Es wird empfohlen, den Eintrag in die Lebensmittelkette und in verzehrfertige Lebensmittel so weit wie möglich zu reduzieren oder zu verhindern. Im Bereich der Milchkette bedeutet dies beispielsweise eine konsequente Bekämpfung der Johneschen Krankheit, Verbesserungen bei der Melkhygiene und der Einsatz geeigneter Prozesstechnologien zur Keimreduktion.

16.07.2021: ASP bei Hausschweinen in Brandenburg nachgewiesen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Deutschland auch bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Betroffen sind ein Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße mit 200 Tieren sowie eine Kleinst-Haltung im Landkreis Märkisch-Oderland. Das Friedrich- Loeffler-Institut (FLI) als Referenzlabor hat den Nachweis am vergangenen Donnerstagabend (15.07.2021) bestätigt. Beide Bestände wurden sofort durch die zuständigen Veterinärämter gesperrt und die Tiere getötet. Bislang war die ASP lediglich bei Wildschweinen in Sachsen und Brandenburg festgestellt worden. Seit dem ersten bestätigten Ausbruch im September 2020 wurde die Virusinfektion bei 1.267 Wildschweinen in
Brandenburg sowie bei 299 Wildschweinen in Sachsen nachgewiesen. „Seit einem knappen Jahr kämpfen wir gegen einen enormen Seuchendruck aus Polen, der feste Zaun entlang Oder und Neiße ist geschlossen, wir haben inzwischen sechs Kerngebiete in Brandenburg, in denen wir durch systematische Fallwildsuche und Entnahme die ASP eindämmen. Dass wir nun auch die ersten Fälle in Hausschweinbeständen haben, bedauere ich sehr, leider war das aber auch nicht völlig auszuschließen. An alle schweinehaltenden Betriebe möchte ich deshalb appellieren, die strengen Biosicherheitsmaßnahmen strikt weiter einzuhalten“, sagte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).

16.07.2021: Zahl der ökologischen Nutztierhaltungen gestiegen

Der Anteil der Betriebe mit ökologischer Tierhaltung ist in den letzten zehn Jahren von sechs auf zehn Prozent gestiegen. Das ergab die Landwirtschaftszählung des vergangenen Jahres. Zum Stichtag am 1. März 2020 zählte das Statistische Bundesamt (Destatis) insgesamt 17.300 Betriebe mit ökologischer Nutztierhaltung, was einem Plus von 41 Prozent entspricht. Die Anzahl der Rinder haltenden Bio- Betriebe
stieg dabei um 34 Prozent auf 13.000. Während auch die Hühner haltenden Betriebe auf 5.400 seit 2010 angestiegen sind, lag der Anteil der ökologischen Schweinehaltungen lediglich bei knapp einem Prozent, trotzdem sich die Zahl der Betriebe von 156.300 auf 212.500 erhöht hat. Im März 2020 wurden insgesamt 2.700 Betriebe mit ökologischer Schafhaltung Ziegen (243.800 Tiere) sowie 1.900 Betriebe mit ökologischer Ziegenhaltung (51.400 Tiere) gezählt.

16.07.2021: Verdacht der Fischseuche in Sachsen-Anhalt bestätigt

In Sachsen-Anhalt ist ein erster Fall der Infektiöse Hämatopoetischen Nekrose (IHN) bei Fischen nachgewiesen worden. Erst wenige Wochen zuvor war die Fischseuche in Dänemark festgestellt worden. Betroffen ist ein fischhaltender Betrieb im Salzlandkreis, wie das Landesamt für Verbraucherschutz in Halle mitgeteilt hat. Zuletzt waren IHN-Fälle in dem Bundesland im Jahr 2013 gemeldet worden. Das für den Menschen ungefährliche Virus befällt vorwiegend Lachse und Regenbogenforellen. Eine Virusübertragung kann aber auch durch
andere Fischarten erfolgen, die selber nicht erkranken. Erkennbar ist eine IHN-Erkrankung durch Symptome wie eine dunkel gefärbte Haut, blasse Kiemen sowie Glotzaugen. Bei chronisch erkrankten Fischen wurden zudem ungewöhnliche Schwimmbewegungen beobachtet. Das Ministerium mahnt Fischereien sowie Hobbyangler zu besonderer Vorsicht und Hygiene. Weiterhin wird mitgeteilt, dass Fische ohne Symptome geschlachtet und weiterverarbeitet werden können. Auch müssten bei einem IHN-Ausbruch nicht zwangsläufig alle Fische getötet werden.

16.07.2021: Bundesweites Verbot von Totschlagfallen gefordert

Nach Berlin, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Baden-Württemberg und Sachsen, hat auch Hessen die Jagd mit sogenannten Totschlagfallen verboten. Während Jagdverbände die Fallenjagd als wichtige Maßnahme sehen, die Populationen von Füchsen, Waschbären oder Marderhunden effektiv zu reduzieren, fordern Tierschutzverbände ein bundesweites Verbot von Schlagfallen. In einem gemeinsamen Brief an die Ministerien weisen der Deutsche Tierschutzbund, die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht und Wildtierschutz Deutschland auf die erhebliche Verletzungsgefahr der vermeintlich sofort tötenden Fallen hin, da
diese weder selektiv fangen noch den schnellen Tod der Tiere sicher gewährleisten. In der Regel werden die Beutegreifer in den Fallen lebend gefangen, mittels eines Schiebers in einen Drahtkäfig geschoben und dort erschossen. Diese Methode entspricht keinesfalls einem wie im Bundesjagdgesetz geforderten "unversehrten Fangen". Zudem sprechen die Tierschutzverbände dieser Fangmethode eine Bestandsreduktion der bejagten Tierarten ab, wie unter anderem eine amerikanische Studie an Waschbären belegen konnte. Gemäß des Bundesjagdgesetzes fordern die geannten Organisationen daher ein grundsätzliches Verbot derartiger Fanggeräte.

15.07.2021: Verbot von Kälbertransporten vor 5. Lebenswoche gefordert

Die Gesundheit von Kälbern vor der vollendeten 4. Lebenswoche ist während eines Tiertransports stark gefährdet. In vielen Fällen sterben die Jungtiere aufgrund der Strapazen eines nicht selten bis zu 18 Stunden dauernden Transports sogar. Darauf hat der österreichische Tiertransporte-Experte und Veterinärmediziner Alexander Rabitsch kürzlich hingewiesen. Rabitsch fordert daher ein allgemeines Verbot von Transporten von Kälbern vor dem Beginn der 5. Lebenswoche in Österreich. In Deutschland wird sich schon bald der Bundestag mit dem Verbot von Kälbertransporten befassen müssen, da das Land Niedersachsen einen entsprechenden Antrag eingebracht hat. „Wenn Österreich
nicht beim Tierschutz hinter Deutschland zurückfallen will, dann muss die Bundesregierung jetzt aktiv werden. Es sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass Kälber im Alter von wenigen Tagen nicht transportiert werden sollten. Doch auch die Gutachten der Fachexperten beweisen die Schädlichkeit dieser Transporte, die in keinster Weise mit dem in der österreichischen Verfassung verankerten Tierschutzanspruch in Einklang zu bringen sind. Es muss daher unmittelbar ein Transportverbot ausgesprochen werden, damit nicht noch mehr arme Kälber auf innerösterreichischen Transporten sterben“, erklärt Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich.

bpt bedauert Entscheidung der EU-Abgeordneten zur Antibiotikaeinstufung

15.07.2021

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) hat enttäuscht auf die Abstimmung des EU-Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) bzgl. des Entschließungsantrags gegen die delegierte EU-Verordnung über die „Kriterien für die Einstufung antimikrobieller Mittel, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen vorbehalten sind“ reagiert. Am vergangenen Dienstag hatten 38 Ausschussmitglieder gegen die Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) entschieden, 18 waren dafür und 22 enthielten sich. Die EU-Kommission hatte den delegierten Rechtsakt gemeinsam mit den Mitgliedstaaten auf der Grundlage der wissenschaftlichen Beratung durch die EMA in Zusammenarbeit mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erarbeitet. Dies führt u.a zu einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit und der Lebensmittelsicherheit sowie der Gesundheit und des Wohlergehens der Tiere. Zugleich stellt der
Beschluss eine klare Missachtung des in der EU etablierten wissenschaftsbasierten Entscheidungsfindungsprozesses dar und ignoriert die wiederholten Aufrufe der eigenen Behörde, antimikrobielle Resistenzen mit dem One-Health-Ansatz zu bekämpfen, so die klare Kritik des bpt. Das willkürliche Verbot der einzigen therapeutischen Möglichkeit gegen bakterielle Infektionen bedeutet, dass alle Tiere, auch Haustiere, unbehandelt bleiben, was zu unnötigem Leiden und sogar zu ihrem Tod führen kann. Dies steht in eklatantem Widerspruch zum Vertrag von Lissabon, der Tiere als fühlende Wesen anerkennt, sowie zu der Bedeutung, die die Bürger dem Tierschutz beimessen, wie kürzlich die erfolgreiche europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ gezeigt hat. Der angenommene Antrag wird zudem keinen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Resistenzlage haben. Der bpt wird gemeinsam mit seinen europäischen Partnerverbänden den Kampf für einen wissenschaftsbasierten One-Health-Ansatz in den nächsten Monaten fortsetzen und sich dabei auf die Plenarabstimmung im September 2021 konzentrieren.

15.07.2021: Auch in höchster Haltungsform nur geringes Platzangebot

Seit etwas mehr als zwei Jahren können sich VerbraucherInnen vor dem Kauf von Frischfleisch im Supermarkt einfach über die Haltung des jeweiligen Tieres informieren. Vier unterschiedlich farbige Siegel auf der Verpackung zeigen an, in welcher der Stufen das Tier bis zur Schlachtung gehalten wurde. Die einzelnen Haltungsformen zeigen in erster Linie an, wieviel Platz die Tiere im Stall zur Verfügung haben sowie den Zugang zur Frischluft. Die Haltungsstufe 4 stellt in dieser Klassifizierung die oberste und beste Kategorie dar. Hier soll künftig auch Biofleisch angesiedelt werden. VerbraucherInnen sollten jedoch wissen, dass das Platzangebot in der
höchsten Haltungsstufe auch nach Verdopplung (im Vergleich Stufe 1 und 4) der Fläche noch immer sehr gering ist, was auf die gesetzlichen Mindeststandards zurückzuführen ist. In der Haltungsstufe 4 verpflichtet sich der Erzeuger, dass allen Tierarten ein Zugang zu Frischluft bzw. einem Freigelände zur Verfügung gestellt wird und die Tiere ausschließlich gentechnikfreies Futter bekommen. Für Hühner und Schweine müssen zudem Stroh oder andere Streumittel verfügbar sein. Das Siegel kann als erster Schritt zu mehr Tierwohl gesehen werden, bedeutet aber noch lange nicht, dass die Tiere ein glückliches Leben geführt haben, so lautet das Fazit von Focus.de.

15.07.2021: Österreich bleibt vorläufig bei niedrigen Haltungsstufen

Die Lebensmitteleinzelhändler und -ketten in Deutschland haben sich kürzlich verpflichtet, nach und nach die Haltungsstufen 1 und 2 bei Frischfleisch auszulisten. Spätestens ab dem Jahr 2030 sollen dann nur noch Frischfleischprodukte der Haltungsstufen 3 und 4 verkauft werden. In Österreich ist ein solcher Schritt in Richtung mehr Tierwohl offensichtlich nicht geplant, wie die Bürgerinitiative oekoreich mitteilt. Die Ketten Spar, Rewe und Lidl, alle drei Tochterunternehmen von deutschen Konzernen, sowie Hofer warten hier scheinbar noch auf Impulse durch den Gesetzgeber. „In Österreich übt man sich derzeit noch in Zurückhaltung, offenbar im Vertrauen darauf, dass die Politik schon keine Verschärfungen
vornehmen wird. Wir müssen dafür sorgen, dass die Konzerne sich hier irren. Die Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens müssen zeitnah umgesetzt werden, dann erledigt sich die Diskussion von selbst. Das Wohl der Tiere und der Erhalt der Natur dürfen nicht von den Launen oder Profitüberlegungen der Handelskonzerne abhängig sein, sie können mit dieser großen Verantwortung wie man sieht nicht umgehen. Die Politik ist aufgefordert – ähnlich der deutschen Borchert-Kommission – einen großen Reformplan vorzulegen, der den Umbau in eine tier- und klimafreundliche Landwirtschaft sicherstellt“, fordert Sebastian Bohrn Mena, Koordinator der Bürgerinitiative oekoreich und Bevollmächtigter des Tierschutzvolksbegehrens.

TV-Tipp: Milchbauern vor dem Ruin

14.07.2021

Am Mittwoch strahlt der MDR um 21:15 Uhr eine Dokumentation zum Sterben der deutschen Milchbauernhöfe aus. In der Doku geht es um das deutsche „Milch-Drama“, wobei die Reporter die Situation zweier Milchviehbetriebe in Sachsen-Anhalt zeigen. Im Fokus die Frage "Warum sich Milchviehhaltung in Deutschland nicht mehr lohnt". Immer mehr Betriebe geben auf, da der gezahlte Milchpreis kein Auskommen ermöglicht. Den Molkereien geht es hingegen
gut. So verdient der Spitzenreiter unter den Molkereien 20 Cent pro Kilogramm Milch! Aber auch das Schlusslicht im Ranking der Molkereien hat noch 5 Cent pro Liter verdient. Der Milchbauer hingegen bekommt – egal an wen er liefert – immer zwischen 30 und 35 Cent. Die Milchbauern fordern von der Politik, für faire Spielregeln am Markt sowie für eine Chancengleichheit zwischen den Käufern und Verkäufern der Milch zu sorgen.

14.07.2021: Barfen birgt potenzielle Gesundheitsrisiken für den Tierhalter

Immer mehr HalterInnen entscheiden sich für das Füttern ihrer Hunde mit Rohfutter, das sogenannte Barfen. Laut einer aktuellen Studie eines portugiesischen Forscherteams ist das inzwischen in vielen Tierhandlungen erhältliche rohe Fleisch besonders oft mit Enterokokken belastet. Enterokokken weisen oftmals Resitenzen auf und zählen zu den sogenannten Krankenhauskeimen, die Infektionen, die im Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen stehen, verursachen. Die ForscherInnen haben insgesamt 55 Hundefutter-Proben aus Supermärkten sowie Tierhandlungen in ganz Europa auf Enterokokken untersucht. Erschreckend waren die Analysen der Rohfutterproben – alle untersuchten Proben enthielten multiresistente Enterokokken. Diese waren auch resistent gegen Linezolid, ein Reserveantibiotikum, das erst eingesetzt wird, wenn andere Antibiotika nicht wirken.
Die WissenschaftlerInnen können nicht ausschließen, dass diese Keime vom Hundefutter auf den Menschen übertragen werden können und so für eine massive Verbreitung sorgen. „Der enge Kontakt von Menschen mit Hunden und die Kommerzialisierung der untersuchten Marken in verschiedenen Ländern stellt ein internationales Risiko für die öffentliche Gesundheit dar“, mahnt Dr. Ana R. Freitas. Die europäischen Behörden müssten sich den potenziellen Gesundheitsrisiken bei der Hundefütterung bewusst werden und die Herstellung von Futter überprüfen. Dazu zähle nicht nur die Auswahl der Zutaten, sondern auch ein besseres Hygienekonzept, rät das Forscherteam. Verschiedene ATF-anerkannte Online-Fortbildungen zur Ernährung von Hund und Katze finden Tierärztinnen und Tierärzte bei Myvetlearn.de.

14.07.2021: Förderprogramme für Verringerung von Antbiotikagaben bei Geflügel

Mit dem Bundesprogramm Nutztierhaltung als zentralen Baustein der Nutztierstrategie möchte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Haltungsbedingungen in landwirtschaftlichen Betrieben konsequent weiterentwickeln und die Gesundheit der Tiere und das Tierwohl verbessern. Dazu gehört auch die Beschränkung von Antibiotikagaben auf ein notwendiges Maß. Mit einer aktuellen Ausschreibung ruft das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dazu auf, Studien sowie innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Antibiotikaminimierung in der Geflügelhaltung einzureichen. Gefördert werden sollen Maßnahmen, die zur verbesserten Gesundheit der Tiere,
von Elterntieren bis hin zum Mastgeflügel, beitragen und dadurch den Einsatz von Antibiotika verringern. „Wie die Evaluierung zeigt, ist die Gesamtverbrauchsmenge an Antibiotika im untersuchten Zeitraum um fast ein Drittel gesunken. Klar ist: der Einsatz bei Mensch und Tier muss auf das absolut notwendige Maß reduziert werden“, erklärt Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL. Da die Förderbedingungen aus drei Förderprogrammen des BMEL (Bundesprogramm Nutztierhaltung, Programm zur Innovationsförderung und Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft) gelten, wird ein vielfältiges und breites Spektrum von Antragstellern erreicht.

14.07.2021: Gesamtkostenbetrachtung für Haustiere

In Deutschland werden über 15 Millionen Katzen sowie 10 Millionen Hunde gehalten. Auch immer mehr Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Reptilien ziehen in die Haushalte ein. Doch welche Kosten verursachen die tierischen Familienmitglieder? Nach den Berechnungen von Heimwerker.de summieren sich die durchschnittlichen Anschaffungskosten und die jährlichen Kosten für Futter, Tierarztbesuche, Zubehör, Versicherungen, usw. auf mehrere Tausend Euro, die das Tier während seines Lebens verursacht. Katzen, die die beliebtesten Haustiere in Deutschland sind, bringen es auf durchschnittliche Gesamtkosten in Höhe von knapp 10.000 Euro. HundebesitzerInnen müssen mit insgesamt sogar fast 17.000 Euro für ein ganzes Hundeleben rechnen. Teurer sind nur
Schildkröten, die durch ihre hohe Lebenserwartung von durchschnittlich 95 Jahren bis zu 28.750 Euro kosten können. Auch wenn etwa das Futter für die Reptilien nicht so ins Gewicht fällt, kommt im Laufe eines Schildkrötenlebens einiges zusammen. Vor der Anschaffung von Kaninchen oder Meerschweinchen sollte unbedingt bedacht werden, dass die Nager mindestens einen Artgenossen brauchen. Dadurch können sich dann schnell die errechneten Gesamtkosten (ca. 7.700,- Euro/Kaninchen bzw. 3.700,- Euro/Meerschweinchen) entsprechend verdoppeln. Wer sich gern ein Pferd zulegen möchte, muss allerdings mit ganz anderen Kostendimensionen rechnen: für Anschaffung, Stallmiete, Tierarzt, Hufschmied, Ausrüstung und Co. zahlt man zwischen 50.000 und 100.000 Euro während eines Pferdelebens.

14.07.2021: Lebenserwartung von Zoo-Raubtieren stark gestiegen

Die verbesserten Haltungsbedingungen in modernen Zoos auf der ganzen Welt haben dazu geführt, dass sich die Lebenserwartung von verschiedenen Raubtierarten, die dort aufgezogen werden, annähernd verdoppelt hat. Das ergab eine Studie, bei der umfassende Lebensdaten von Zootieren weltweit über einen Zeitraum von 70 Jahren gesammelt und ausgewertet wurden. „Die Ergebnisse unserer Analysen zu den Lebensdaten von weltweit mehr als 160.000 gehaltenen Raubtieren belegen eindrucksvoll die verbesserte Haltung in unseren Zoos", erläutert Dr. Marco Roller, Veterinär im
Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe und einer der Autoren der Studie. „Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Haltung und Pflege unserer Tiere ist selbsterklärtes Ziel der internationalen Zoogemeinschaft", ergänzt Dr. Dennis Müller, Zoodirektor im Zoologischen Garten Halle und Mitautor. „Unsere Auswertung belegt ganz deutlich, dass wir mit unseren Anstrengungen bei der Erreichung dieses Ziels auf dem richtigen Weg sind." Die Untersuchungen waren nur möglich, weil Zoos weltweit die Lebensdaten ihrer Tiere kontinuierlich in einem gemeinsamen Archiv gesammelt haben und somit Langzeit-Trends beobachten konnten.

13.07.2021: Tierschutzbund stellt Forderungen an die Politik

Am 26. September 2021 finden in Deutschland die Bundestagswahlen statt. Bevor die großen und kleinen Parteien im Wahlkampf beginnen, der breiten Öffentlichkeit ihre Wahlprogramme vorzustellen, hat der Deutsche Tierschutzbund bereits seine Forderungen an die Politik formuliert und diese an Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union, sowie an die Vorsitzende des Bundestagsfraktion DIE LINKE, Amira Mohamed Ali, übergeben. „In den letzten Jahren hat sich im Tierschutz politisch zu wenig bewegt. In der kommenden Legislaturperiode ist es Aufgabe der neuen Bundesregierung, wichtige Tierschutzthemen anzugehen und
voranzutreiben. Es wurde schon zu viel Zeit vertan“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, der die Liste persönlich übergab. „Mit unseren Forderungen wollen wir aufzeigen, wo die Reise hingehen muss. Der Tierschutz ist im Grundgesetz verankert. Dies muss sich endlich auch in einem höheren politischen Stellenwert und in der Gesetzgebung widerspiegeln.“ Neben den Forderungen nach einer besseren finanziellen Unterstützung von Tierheimen und dem Schutz von landwirtschaftlichen Nutztieren steht besonders der illegale Welpenhandel auf der Liste der Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes.

13.07.2021: Ferkelsterblichkeit trotz größerer Würfe stabil

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat unter anderem den Auftrag, Auswirkungen von Neuerungen in der Nutztierhaltung zu beobachten. Die Ergebnisse fließen dann in eventuell präzisere Vorgaben für die Tierschutzgesetzgebung ein. So werden an zwei Zentren für tiergerechte Haltung Forschungsprojekte zu verschiedenen Nutztierarten durchgeführt. In einer aktuellen Untersuchung haben sich ForscherInnen mit dem Zusammenhang zwischen Wurfgrößen und Ferkelverlusten beschäftigt. Für die NutztierhalterInnen ist wichtig zu wissen, ob die Ferkelverluste in Abferkelbuchten mit frei beweglicher Muttersau bei größeren Würfen angestiegen sind, denn in den letzten Jahren hat sich die Zucht auf große Würfe konzentriert. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Ferkelsterblichkeit in der Schweiz trotz
größerer Würfe stabil geblieben ist. 2003 gingen durchschnittlich 11,7 Prozent der Ferkel pro Wurf bis zum Absetzen ein, 2017 waren es 0,6 Prozent weniger. In der Schweiz ist die Kastenstandhaltung bereits seit dem Jahr 2007 verboten. Die Ergebnisse bekräftigen diesen Schritt hin zu mehr Tierwohl im Stall. Die Schweizer Bevölkerung zeigt eine wachsende Sensibilität für die Haltung von Nutztieren, was der BLV zum Anlass nimmt, sich noch mehr für das Tierwohl einzusetzen. Die traditionell Anfang September stattfindende jährliche Tagung zu „Aktuellen Problemen des Tierschutzes“ wird auch in diesem Jahr auf MyVetlearn.de als Online-Fortbildung durchgeführt. Diese richtet sich vor allem an Tierärztinnen und Tierärzte, die im öffentlichen Dienst tätig sind. Das Programm ist vielfältig und die Veranstaltung mit 10 ATF-Stunden anerkannt.

13.07.2021: Mehr Schweine mit Schwanzläsionen in der Schweiz

Schwanzbeißen bei Schweinen hat viele Ursachen. Neben der Gruppengröße und mangelhaftem Platzangebot können auch eine unzureichende Fütterung sowie ein schlechtes Stallklima dieses Problem fördern. Nachdem in der Schweiz bis 2016 immer weniger Schäden durch Schwanzbeißen festgestellt worden sind, nimmt das Problem seitdem wieder zu. Das ergab eine Studie, die Schweizer Wissenschaftlerinnen durchgeführt haben. Bei ihren Untersuchungen konnten die Forschenden belegen, dass 37 Prozent der untersuchten Mastschweine einen wunden oder blutigen
Ringelschwanz hatten. Ein Team der Vetsuisse-Fakultät in Bern unter der Leitung von Heiko Nathues hat sich daher näher mit der Problematik Schwanzbeißen beschäftigt und ein Jahr lang mehr als 180.000 Schweine aus über 1.800 Betrieben auf Verletzungen der Schwänze untersucht. Dabei bestätigte sich leider der Verdacht, dass Schwanzläsionen, die unter anderem durch das Benagen zustande kommen, verbreitet vorkommen. Die Schweizer Wissenschaftler wollen jetzt alles dran setzen, die Zusammenhänge noch besser zu verstehen, um ihre Landwirte besser beraten zu können.

12.07.2021: Campylobacteriose und Salmonellose häufigste Zoonosen in 2020

Da 75 Prozent der neuen Infektionen beim Menschen zoonotisch sind, also vom Tier auf den Menschen übertragen werden, werden alle Daten zu den häufigsten Zoonosen sowie lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen zentral gesammelt. Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie das Bundesamt für Gesundheit haben die Ergebnisse des vergangenen Jahres in einem gemeinsamen Bericht veröffentlicht. Wie auch in den vergangenen Jahren wurden die Campylobacteriose sowie die Salmonellose beim Menschen auch in 2020 am häufigsten gemeldet. Ursache
beider Zoonosen sind mit diesen Lebensmittelkeimen kontaminierte Lebensmittel. Das BLV überwacht mit spezifischen Programmen ausgewählte Zoonosen auf allen Stufen der Lebensmittelproduktion. Da Tiere, die keine sichtbaren Symptome einer Erkrankung zeigen, trotzdem Träger der Keime sein können, werden Untersuchungen zudem in Diagnostiklaboratorien vorgenommen. Die Ergebnisse der Überwachung entscheiden mit darüber, ob Maßnahmen zur Bekämpfung ergriffen oder angepasst werden müssen. Erfreulich ist jedoch, dass die Zahl der verzeichneten Zoonosen leicht abgenommen hat.

12.07.2021: Meldungen an HIT-Antibiotikadatenbank nicht vergessen

Am 14. Juli 2021 endet die Frist für die Meldung von Bestandsdaten und verwendeten Antibiotika an die HIT-Antibiotikadatenbank. NutztierhalterInnen müssen bis zu diesem Termin alle Daten zu der eingesetzten Antibiotikamenge für die ersten sechs Monate 2021 übermitteln. Zudem sind die HalterInnen verpflichtet, sämtliche Tierbewegungen und Tierbestände einschließlich der Zu- und Verkäufe, Verluste,
sowie in die Ferkelaufzucht eingestallten bzw. in die Mast versetzte Tiere zu melden. Zusätzlich zu Betriebsdaten und Antibiotikamenge müssen Landwirte jedes halbe Jahr erneut eine Tierhaltungsversicherung an die Regionalbehörde versenden. Mit diesem Schrieb versichert der Tierhalter, dass er bei der Behandlung der Tiere nicht von den Vorgaben des Tierarztes abgewichen ist.

12.07.2021: Josef Troxler erhält Österreichisches Ehrenkreuz

Für sein wissenschaftliches Engagement ist Josef Troxler, emeritierter Professor für Tierhaltung und Tierschutz der Veterinärmedizinischen Universität Wien, mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet worden. Damit erhielt Troxler eine der höchsten staatlichen Auszeichnungen der Alpenrepublik. Die Preisverleihung fand bereits am 16. Juni 2021 im Rahmen eines Festaktes in der Vetmeduni Wien statt. „Josef Troxler hat wertvolle Pionierarbeit geleistet, indem er für Österreich einen entscheidenden Beitrag zur Schaffung der wissenschaftlichen Grundlagen für Tierhaltung und Tierschutz geleistet hat und sich dabei stets
für die praktische Umsetzung im Sinne des Tierwohls einsetzte. Darüber hinaus war er auch maßgeblich beim Aufbau des Messerli Forschungsinstituts, das sich der Mensch-Tier-Beziehung widmet, beteiligt gewesen“, sagte Bundesminister Heinz Faßmann bei der Überreichung der Auszeichnung. „Tierhaltung und Tierschutz sind durch sein Wirken ein fixes und umfangreiches Themengebiet des veterinärmedizinischen Curriculums sowie der postgradualen Weiterbildung geworden und gehören zur tierärztlichen Kernkompetenz. Die Studierenden schätzten seine praxisnahen Vorlesungen und nahmen begeistert an seinen Exkursionen teil“, betonte Rektorin Petra Winter in ihrer Laudatio.

09.07.2021: Neues Gerät für schnelleres Zusammenwachsen von Knochen

Wissenschaftlerinnen der University of Wisconsin-Madison (USA) haben ein Gerät entwickelt, das gebrochene Knochen schneller heilen lässt. Dazu wird ein Strom erzeugendes, extrem dünnes Implantat chirurgisch eingesetzt, das nach dem Heilungsprozess durch den Körper rückstandsfrei abgebaut wird. Den Umstand, dass Knochen unter Belastung selbst winzige Stromstöße erzeugen, macht sich das neue Gerät dabei zu Nutze. Hierbei handelt es sich um einen Generator, der auf Grund von Bewegung eine elektrische Spannung erzeugt, die im Knochen einen Stromfluss auslöst. Bei Eingipsung des Körperteils fehlt es allerdings an der nötigen Bewegung. Doch die Forscher sind optimistisch, dass sie das Problem werden lösen können. So könnte das Pulsieren einer Ader, die sich in der Nähe
des Bruchs befindet, in elektrische Energie umgesetzt werden. Notfalls könnte der Generator von außen drahtlos mit Strom versorgt werden. Ratten, an denen das neue Gerät getestet wurde, wurden sehr viel schneller gesund als Tiere der Kontrollgruppe ohne entsprechendes Gerät. Die Bewegungsdaten der Versuchstiere sind allerdings nicht ausreichend für die Heilung von menschlichen Knochen, weil die Entfernung zwischen Bruchstelle und Generator beim Menschen größer sei, geben die Experten zu bedenken. Der Generator erzeugt auf Grund von kleinen Bewegungen eine Spannung von vier Volt, und das über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen. Er wird auf einer hauchdünnen Unterlage aus einem natürlichen Kunststoff aufgebaut, der auf Basis von Milch- und Glycolsäure entsteht.

09.07.2021: Förderpreis der Fleischwirtschaft für Nachwuchstalente

Bereits zum neunten Mal wird der Förderpreis der Fleischwirtschaft, der Nachwuchspreis der Fleischbranche, ausgeschrieben. Gesucht werden junge, ambitionierte Talente aus Handwerk, Industrie, Handel und Wissenschaft, die die Jury mit ihren kreativen Vorhaben überzeugen können. Neben Studien und Forschungsarbeiten können auch kleinere Projekte und Ideen eingesandt werden. Die
SiegerInnen werden im Rahmen des Deutschen Fleisch Kongresses im November diesen Jahres feierlich geehrt. Ziel dieser Initiative ist es, Top- Nachwuchskräfte zu fördern, ihre Ideen zu unterstützen und in der Branche zu etablieren. Die Bewerbungsfrist endet am 15. September 2021. Einen Überblick über weitere Forschungs-, Förder- sowie Tierschutzpreise verschafft Ihnen das gleichnamige Fokusthema von Vetion.de.

09.07.2021: Antikörper-Persistenz bis zu acht Monate nach COVID-19 Erkrankung

Zahlreiche internationale Studien haben sich mit der Antikörper- Persistenz nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 befasst. WissenschaftlerInnen der österreichischen Danube Private University (DPU) haben nun die Ergebnisse sämtlicher relevanten Studien zusammengefasst. Dabei konnte belegt werden, dass eine Persistenz der Antikörperantwort über eine Zeitspanne von bis zu acht Monaten nach der Infektion besteht. „Da aktuell viele wissenschaftliche Studien in Eile publiziert werden, um Ergebnisse schnell zugänglich zu machen, leidet leider öfter die wissenschaftliche Qualität und es fehlen wichtige methodische Informationen beispielsweise in den Studien. Die von uns verglichenen Studien zeigten zudem eine hohe Varianz bezüglich ausgewählten Studienpopulationen, Zielantigenen und der Aussagekraft der verwendeten Analysemethoden, was oftmals keinen direkten Vergleich
der Ergebnisse erlaubt und deren Interpretation erschwert. Trotz der eingeschränkten Vergleichbarkeit bietet der publizierte Review einen wichtigen Überblick über den aktuellen Wissensstand bezüglich der längerfristigen humoralen und neutralisierenden Antikörperreaktion bis zu 8 Monate nach einer COVID-19 Erkrankung“, fassen Dr. habil. Miriam Schneider und Dr. Andrea Knies (beide DPU) zusammen. Dabei zeigten sich bei der Immunglobulin-G-Klasse (IgG) die konsistentesten Ergebnisse. Diese wurde in den meisten Studien mit einer Dauer von mindestens sechs bis acht Monaten angegeben, und zwar unabhängig von den in den Studien verwendeten Zielantigenen und Nachweis-Assays. Ebenso wurde berichtet, dass das Immunglobulin-A (IgA), obwohl es in einer viel geringeren Anzahl von Studien untersucht wurde, selbst noch an Zeitpunkten später als 7 Monate nach der Infektion nachweisbar bleibt.

09.07.2021: Hohe Zufriedenheit bei Ferkelkastration mit Isofluran-Narkose

Seit Beginn des laufenden Jahres ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln verboten. Erlaubt ist nur noch die Ferkelkastration unter Vollnarkose. Schweinehalter haben hier die Wahl zwischen einer Betäubung mit dem Narkosegas Isofluran und der Injektionsnarkose. Aufgrund der Förderung durch den Bund haben sich die meisten Ferkelerzeuger für die Isofluran-Narkose entschieden. Um herauszufinden, wie die Zufriedenheit mit den verschiedenen, auf dem Markt verfügbaren Geräten ist, hat die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) eine Online-Umfrage durchgeführt. Die teilnehmenden 550 Landwirte gaben dem Verfahren Isofluran-Narkose durchschnittlich die Note 2,8. Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit dem jeweiligen Narkosegerät gab es jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Geräten. Die Spanne reichte hier von der Note 1,8 für die Geräte der Firma GDO und
Schulze Bremer bis zur Note 3,0 für das ProAgri-Gerät. Die Umfrage ergab auch, dass mehr als 40 Prozent der Landwirte bei der Anlieferung vom Hersteller keine technische Einweisung erhalten hatten. Diese waren deutlich unzufriedener mit ihren Narkosegeräten als diejenigen, die von dem Hersteller in die sensible Technik eingewiesen worden sind. Das verdeutlicht: Landwirten, denen die Technik bei der Geräteübergabe ausführlich erläutert wurde, unterlaufen seltener Anwenderfehler. Eingewiesene Landwirte können auch besser einschätzen, wann wirklich Handlungsbedarf besteht. Noch bis zum 17. August 2021 können sich Tierärztinnen und Tierärzte mit einem Online-Seminar zum Thema Ferkelkastration mit Schwerpunkt Isofluran-Anwendung online fortbilden. Das Seminar ist mit 2 Fortbildungsstunden anerkannt und geht u.a. auf die Vor- und Nachteile der Narkosegeräte ein.

09.07.2021: MVP verstärkt Maßnahmen gegen ASP

Um Mecklenburg-Vorpommern effizienter vor einem Eintrag der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu schützen, wird das Land voraussichtlich ab August 2021 einen weiteren Schutzzaun bauen. Dieser wird über eine Gesamtstrecke von 2,5 Kilometern entlang der Grenze zu Polen mit Anschluss an den brandenburgischen ASP- Schutzkorridor errichtet. Da der Seuchendruck seitens der polnischen Seite stetig wächst und somit sich auch das Risiko der Einschleppung durch infizierte Wildschweine erhöht, hat sich das Land zu dieser Maßnahme entschieden. „Mit diesem zweiten Zaun bilden wir quasi einen Riegel. Der soll möglichst frei von Wildschweinen werden. So wollen wir an dieser Stelle die Gefahr der ASP-Einschleppung über wandernde Wildschweine auf ein Minimum verringern. Ich danke dem Landkreis
Vorpommern- Greifswald für die Unterstützung. Der Landkreis steht sozusagen an vorderster Front im Kampf gegen die ASP. Deswegen wird das Land die Kosten für die weitere Baumaßnahme in Höhe von rund 100.000 Euro tragen. Wenn alles nach Plan läuft, können wir schon im August mit dem Bau beginnen“, erklärte Mecklenburs Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Der Landkreis Vorpommern-Greifswald engagiert sich seit Jahren mit einer Arbeitsgruppe für neue und effiziente Methoden der Schwarzwildbejagung. Wir können die Wirksamkeit des ersten Zaunes entlang der polnischen Grenze anhand unserer praktischen Erfahrungen bestätigen und sind davon überzeugt, dass ein Riegel als Mittel gegen die Ausbreitung der ASP sehr geeignet ist“, so Landrat Michael Sack.

08.07.2021: One Health-Prinzip soll zoonotische Infektionskrankheiten verhindern

Infektionskrankheiten sind weltweit ein wachsendes Problem für die Tierbestände. Neben der Blauzungenkrankheit (BTV) bei Rindern und dem West-Nil-Virus-Infektionen bei Pferden verursacht aktuell die Afrikanische Schweinepest (ASP) in zahlreichen Ländern großen ökologischen und ökonomischen Schaden. Eine besondere Bedrohung besteht dann, wenn die Erreger von Tieren auf den Menschen übertragen werden, den sogenannten Zoonosen, die direkt, über Lebensmittel oder Vektoren wie Mücken und Zecken übertragen werden können. Auslöser sind Viren, Bakterien, Parasiten oder Prionen. Die Corona-Pandemie hat der Menschheit vor Augen geführt, wohin eine Virusübertragung von einem Tier auf den Menschen letztendlich führen kann. ExpertInnen gehen davon aus, dass 75 Prozent der beim
Menschen neu auftretenden Krankheiten zoonotischen Ursprungs sind. Gemäß einer Studie der Columbia University (USA) wird vermutet, dass mehr als 300.000 bislang unbekannte Viren in tierischen Reservoiren zirkulieren. Ausgehend von den derzeit bekannten Erregern, hat etwa die Hälfte der Viren zoonotisches Potential. Daher ist es zwingend notwendig, diese Erreger auszumachen sowie deren Einschleppung und Ausbreitung zu vermeiden. Ein wichtiger Lösungsansatz ist das One Health-Prinzip, das heißt, Vorbeuge- und Bekämpfungsstrategien für Mensch, Tier und Umwelt müssen aufeinander abgestimmt sein. Zudem sind die Forschung nach entsprechenden Impfstoffen sowie die Aufmerksamkeitserhöhung gegenüber Seuchen und vorbereitende Schritte zur Bekämpfung unerlässlich.

08.07.2021: Fördergelder für digitale Projekte der TiHo Hannover

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) darf sich über zwei projektbezogene Zuschläge freuen. Mit einer Fördersumme in Höhe von einer Million Euro wird das Projekt „Digitale Vermittlung und Überprüfung von klinisch-praktischen Fertigkeiten in der Tiermedizin unter Tierschutzaspekten (FERVET)“ unterstützt. „FERVET hat drei große Ziele: Die digitale Leistungskontrolle sowie die Videoproduktion voranzubringen und das Clinical Skills Lab zu erweitern“, beschreibt Professorin Dr. Andrea Tipold, Vizepräsidentin für Lehre, das Projekt. Das 2012 gegründete Clinical Skills Lab (CSL) ist mit etwa 60 Lernstationen ausgestattet, an denen Studierende an mehr als 30 Simulatoren und Modellen gängige tierärztliche Handgriffe üben und verfestigen können, um sich so besser auf den praktischen tierärztlichen
Alltag vorbereiten zu können. Darüber hinaus können sie in verschiedenen Lehrveranstaltungen kommunikative Kompetenzen erlernen beziehungsweise verbessern. Auch für das Projekt „SOUVER@N – Souver@nes Digitales Lehren und Lernen in Niedersachsen“ wurden Fördermittel in Höhe von insgesamt fünf Millionen bereitgestellt, die auf die Verbundpartner verteilt werden. Die TiHo erhält von der Gesamtfördersumme rund 380.000 Euro. „An der TiHo ist geplant, neue Tools, wie das E-Portfolio-Tool Mahara für ein chirurgisches Logbuch, einzuführen. Zudem möchten wir eine effektivere Unterstützung bieten, die digitale Lehre umzusetzen. Hier greifen wir auf unsere Erfahrungen und auf das Wissen unserer Projektpartner zurück“, freut sich Projektleiterin an der TiHo, Dr. Elisabeth Schaper.

08.07.2021: Genomikforschung soll Überleben der Honigbienen sichern

Prof. Dr. Bertram Brenig, Molekularbiologe an der Universität Göttingen, ist mit dem Illumina Agricultural Greater Good Award 2021 für seine Genomikforschung zur Westlichen Honigbiene ausgezeichnet worden. Der Leiter des Tierärztlichen Instituts der Universität Göttingen erhält eine Förderung der Firma Illumina, die seine Forschung am Genom der Westlichen Honigbiene mit Dienstleistungen sowie Produkten unterstützen wird. Die Honigbiene ist derzeit durch den fortschreitenden Verlust der natürlichen Umgebung, Pestizide und die Anfälligkeit für bestimmte Schädlinge wie die Varroa-Milbe massiv bedroht. Die Populationen der Bestäuber sind seit Jahren rückläufig. „Nach Angaben des US- Landwirtschaftsministeriums sind zwischen 2019 und 2020 in nur einem Jahr 43,7 Prozent der westlichen Honigbienenvölker verloren gegangen“, sagt Brenig. „Wenn man bedenkt, dass etwa 90 Prozent der Blütenpflanzen und 75 Prozent der Nutzpflanzenarten von der Bestäubung durch Insekten abhängen, wird deutlich, wie wichtig es
für die globale Biodiversität ist, das Massensterben der Bestäuber zu stoppen.“ Brenig und seine ForscherkollegInnen hoffen, durch ihre Forschung ein besseres Verständnis der genetischen Anfälligkeiten und Informationen, die das langfristige Überleben der Insekten sichern könnten, zu erhalten. „Wir hoffen, dass das Projekt zu den weltweiten Initiativen und Bemühungen beiträgt, das zunehmende Massensterben der Honigbienen zu verhindern und das Überleben der von der Bestäubung abhängigen Arten zu sichern, wozu natürlich auch der Mensch gehört“, erklärt Brenig. Tierärztinnen und Tierärzte haben die Möglichkeit, sich auf MyVetlearn.de mit der vierteiligen E-Learningreihe Bienen online weiterzubilden. Neben der Vermittlung von Grundlagenkenntnissen über Bienen befasst sich der Kurs mit Bienenkrankheiten, Bienenprodukten sowie den zu beachtenden Rechtsvorschriften. Der Kurs ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen.

08.07.2021: Mehr Wolfsvorkommen in MVP

Die Population der in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelten Wölfe hat sich leicht verändert. Im Vergleich zum Vorjahr wurden durch das Monitoring 20 Wolfsvorkommen in dem Bundesland bestätigt, was einem leichten Zuwachs von 4 Wolfsterritorien entspricht, wie Landesagrarminister Till Backhaus bekannt gab. „Aktuell haben 14 Rudel, 1 Wolfspaar und 5 Einzelwölfe ein festes Territorium in unserem Bundesland“, so der Minister. Während drei der bekannten Wolfsrudel scheinbar abgewandert
sind, wurden zwei neue Rudel bestätigt. Mittels Wolfsmonitoring soll zudem in den kommenden Monaten geklärt, ob es sich bei weiteren beobachteten Wolfsvorkommen um Wanderwölfe, territoriale Einzelwölfe, Wolfspaare oder gar Rudel handelt. „Wenn im Herbst die Reproduktionsnachweise vorliegen und wir weitere Erkenntnisse zu den Wolfsvorkommen erlangen, welche wir aktuell noch mit einem unklaren Status führen, kann sich dieses vorläufige Ergebnis noch verändern“, so Backhaus.

07.07.2021: Zukunftskommission Landwirtschaft legt Abschlussbericht vor

Die vor gut einem Jahr eingesetzte Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL), eine unabhängige Regierungskommission, hat ihren Abschlussbericht der Bundeskanzlerin vorgelegt. Die Einsetzung der Kommission unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Peter Strohschneider hatte das Ziel, die steigenden gesellschaftlichen Erwartung an die Landwirtschaft zu befriedigen und langfristige Empfehlungen und Leitlinien für den Transformationsprozess des Landwirtschafts- und Ernährungssystems zu erarbeiten. Dabei lagen Klima- und Umweltschutz im Zusammenhang mit der Ernährungssicherung im Fokus, während die Tiergesundheit nur eine Nebenrolle spielte. Wie sonst wäre es zu erklären, dass kein einziger tierärztlicher Vertreter Mitglied der Kommission war. Gleichzeitig ging es der Kommission darum, die LandwirtInnen mit verlässlichen ökonomischen Perspektiven zu versorgen. „Der Abschlussbericht und meine Politik zielen in die gleiche Richtung: Im Sinne des Berichts
bringen wir den Transformationsprozess in der Landwirtschaft bereits konsequent voran. In den wesentlichen Punkten unterstützt die Kommission meinen Weg. Zum einen gibt sie das klare Bekenntnis für eine nachhaltigere, wirtschaftlich erfolgreiche und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft ab. Zum anderen stellt sie heraus, dass diese Transformation nicht ohne gesamtgesellschaftliche Anstrengungen möglich ist. Klar ist, dass höhere Standards mehr Geld kosten – das habe ich immer betont. Die Kommission beziffert den finanziellen Mehrbedarf für den Transformationsprozess auf sieben bis elf Milliarden Euro pro Jahr. Diese Kosten können nicht allein von den Betrieben getragen werden. Zumal sie auch im internationalen Wettbewerb stehen, vielmehr müssen Unternehmen und Gesellschaft gemeinsam in die Zukunft der deutschen Landwirtschaft investieren“, lautete der Kommentar der Bundeslandeswirtschaftsministerin Julia Klöckner zu dem Abschlussbericht.

07.07.2021: Vierstufige Kennzeichnung von Milch und Milchprodukten ab 2022

Nach der Tierwohlkennzeichnung bei Fleischprodukten wird als nächster Schritt auch die Haltungsform auf Milch und Milchprodukten erkennbar sein. Die an der Initiative Tierwohl (ITW) teilnehmenden Lebensmittelhändler haben sich darauf geeinigt, die vierstufige Kennzeichnung ab 2022 einzuführen. Damit wird den VerbraucherInnen sowohl eine größere Transparenz als auch mehr Wahlfreiheit geboten. „Dass die Haltungsform Verbrauchern künftig nicht nur bei Puten-, Hähnchen-, Schweine- und Rindfleisch, sondern auch bei Milch und Milchprodukten ermöglicht, Tierwohl in eine schnelle
Kaufentscheidung einzubeziehen, ist ein entscheidender Schritt“, erklärt ITW-Geschäftsführer Robert Römer. Die Kriterien für die Haltungsstufen sind bereits festgelegt, wie die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung verkündet hat. Der Handelsverband Lebensmittel (BVLH) hat seine Bereitschaft, die Ausweitung der Haltungsform-Kennzeichnung zu unterstützen, bekanntgegeben. Die Ausweitung ab 2022 werde dazu beitragen, das Deklarations- und Orientierungssystem für Tierwohl im Einzelhandel weiter zu stärken, so BVLH-Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch.

07.07.2021: MVP unterstützt Robbenforschungszentrum in Warnemünde

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg- Vorpommern fördert die Versorgung von verwaisten und verletzten Robbenkindern. Über einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 180.000 Euro durfte sich das Robbenforschungszentrum in Warnemünde als bislang einzige Versorgungsstation in dem Bundesland freuen. „Bisher war die Euthanasie von aufgefundenen Robben mangels Unterbringungs- und Versorgungsmöglichkeit nicht zu vermeiden. Durch das Projekt haben die Robben eine Chance, tierschutzgerecht versorgt und dann wieder ausgewildert zu werden. Unsere
Mitgeschöpfe verdienen einen respektvollen Umgang. Ganz besonders dann, wenn sie hilflos sind, krank oder verletzt. Durch die Medizinische Versorgungsstation für Robben wird auch wertvolle Präventionsarbeit geleistet und sie ist eine Ansprechstation für die Menschen in unserem Land. Ich weiß, dass bereits eine sehr gut funktionierende Kooperation zwischen der Robbenstation und dem Veterinäramt der Hansestadt Rostock sowie der Unteren Naturschutzbehörde besteht und dass die Förderung daher gut angelegtes Geld für den Tierschutz ist“, erklärte Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus bei der Übergabe.

Umfrage zu Corona-Infektionen bei Haustieren

06.07.2021

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) möchte mit einer bundesweiten Querschnittsstudie die Rolle von Hunden und Katzen in der COVID- 19–Pandemie sowie das Risiko einer Reservoirbildung beurteilen. Im Rahmen des Projektes "COVMon - Monitoringkonzepte für SARS- CoV-2 – Epidemiologie und Koinfektionen" wird daher eine Umfrage unter TierhalterInnen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren, durchgeführt. Ziel ist die retrospektive Feststellung der Häufigkeit und Symptomatik von SARS-CoV-2-Infektionen bei Haustieren sowie damit verbundene Risikofaktoren. TierärztInnen werden gebeten, bei
der Akquise von teilnehmenden Haushalten behilflich zu sein. Ein Informationsblatt, das im Wartebereich ausgelegt oder aufgehängt werden kann, klärt die TierbesitzerInnen über den Ablauf auf. Darauf finden Interessierte neben den Teilnahmevoraussetzungen auch die Informationen zur Kontaktaufnahme mit dem FLI. Für den weiteren Ablauf müssten die TeilnehmerInnen einen Termin zur Blutabnahme in der Tierarztpraxis vereinbaren. Die Kosten für die tierärztliche Leistung und den Versand können direkt mit dem FLI abgerechnet werden. Die Ergebnisse können nach Studienabschluss eingesehen werden.

06.07.2021: ASP-Situation in Sachsen spitzt sich zu

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) greift weiter um sich. Bisher wurden mehr als 1.400 verendete Wildschweine in Brandenburg und Sachsen positiv auf das Virus getestet. Allein in Sachsen hat sich die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen seit Februar 2021 verdoppelt. Der sächsische Landwirtschaftsminister und diesjähriger Vorsitzender der Agrarministerkonferenz, Wolfram Günther, betrachtet die Entwicklung mit großer Sorge. „Ich bin in großer Sorge um die Landwirtschaft, die Schweinehalter und ihre Tiere. Die Betriebe müssen weiterhin Tiere in den Handel bringen können, um Einkommen zu erzielen und existenzsichernd arbeiten zu können. Wir wollen mehr Regionalität. Dafür brauchen wir die Betriebe als starke, handlungsfähige Partner für den Ausbau regionaler Wertschöpfung. Und auch der Tierschutz
muss in einer zugespitzten Seuchenlage weiterhin gewährleistet sein. Auf Bundesebene fordern wir seit Langem eine Lösung für die Freilandhaltung von Bio-Schweinen unter Seuchenbedingungen“, so Günther. Da es immer mehr ASP-Funde in Ostsachsen gibt, plädiert der Minister, dass der Bund sowohl die Landwirtschaft als auch die Schweinehalter wirksam unterstützen sollte. Zudem müssen die Gespräche mit dem Nachbarn Polen intensiviert werden. Sachsen versucht, die hoch ansteckende Tierseuche mit einem Schutzzaun, der Entnahme sowie durch intensive Bejagung zu bekämpfen. „Ich bitte Jägerschaft und Landwirtschaft, Hand in Hand bei der Seuchenbekämpfung zusammenzuarbeiten, gerade jetzt und in den kommenden Wochen, da die Felder abgeerntet werden“, so Günther abschließend.

06.07.2021: Neue Allianz zur Vermeidung von Zoonosen

Am 6. Juli 2021 wird der Welt-Zoonosetag begangen. Nicht zuletzt seit der Corona-Pandemie sind Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen und vom Menschen auf das Tier übertragen werden, die so genannten Zoonosen, in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Es sind mehr als 200 Zoonoseerreger bekannt. Zur Vermeidung von neuen Zoonosen engagiert sich eine neue internationale Allianz, zu deren Initiatoren unter anderem das Bundesumweltministerium (BMU) gehört. Zusammen mit dem Bundesentwicklungsministerium (BMZ) sowie Organisationen, Verbänden und Unternehmen sollen schon bald erste Maßnahmen gegen Gesundheitsrisiken im Wildtierhandel umgesetzt werden. Denn drei Viertel aller neu auftretenden Infektionskrankheiten sind Zoonosen, wie
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller betont. „Naturzerstörung erhöht das Risiko, dass Viren von Tieren auf Menschen übertragen werden und so neue Pandemien entstehen. Das ist der Stand der Wissenschaft, wie ihn der Weltbiodiversitätsrat im vergangenen Jahr weltweit zusammengetragen hat. Der illegale Wildtierhandel, der ungezählte Arten bedroht und inzwischen zu den lukrativsten Formen der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität gehört, muss entschlossen bekämpft werden. Außerdem muss der legale Wildtierhandel besser kontrolliert werden. Für diese globalen Kraftanstrengungen gilt es, neue Allianzen zu schmieden. Darum ist es gut, wenn Naturschutz, Entwicklungszusammenarbeit und Gesundheitsschutz hier an einem Strang ziehen“, erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

06.07.2021: Dr. Andrea Tipold erhält International Canine Health Award

In der vergangenen Woche ist Professorin Dr. Andrea Tipold, Vizepräsidentin für Lehre und Leiterin der Neurologie in der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), mit dem International Canine Health Award ausgezeichnet worden. Der britische Kennel Club als Dachverband der britischen Hundezüchtervereine würdigte mit dem Lifetime Achievement Award Tipolds außergewöhnliche Leistungen in der Forschung auf dem Gebiet der veterinärmedizinischen Neurologie und der neurologischen Ausbildung. „Wir freuen uns sehr, Andrea Tipold mit dem Lifetime Achievement Award 2021 zu ehren. Ihr unermüdlicher Einsatz für die veterinärneurologische Forschung und Ausbildung hat letztlich zum Ziel, die Lebensqualität von Hunden zu verbessern“, sagte Dr. Andrew Higgins, Vorsitzender des Gremiums, bei der virtuellen Preisverleihung. „Sie hat ihr Leben der
Mission der Hundegesundheit gewidmet, indem sie die veterinärmedizinische Neurologie weiterentwickelt hat. Ihre Leistung hat einen enormen Einfluss auf die Lebensqualität von Hunden“, hieß es weiter. Neben der Neuro- Immunologie, der Epilepsieforschung, der Einführung neuartiger Antiepileptika in die Klinik, Bildgebung, Genetik und der Wirbelsäulentraumaforschung widmet sich Tipold verstärkt der Steroid Responsive Meningitis-Arteritis (SRMA). „Ich bin außerordentlich dankbar und stolz und fühle mich geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten. Ich werde weiter an SRMA arbeiten und versuchen, den Grund für diese sehr schmerzhafte Krankheit zu finden, um betroffenen Hunden zu helfen. Ich hoffe auch, mehr über neuroimmunologische Phänomene bei Hunden herauszufinden, um die Behandlungsmethoden verbessern zu können", versprach die Preisträgerin.

05.07.2021: NRW: Mehr Nutztiere in weniger Betrieben

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der landwirtschaftlich gehaltenen Tiere im Vergleich zu 2010 gestiegen. Während mehr Schweine, Hühner und Schafe in dem Land gehalten wurden, ist die Zahl der Rinder und Puten gesunken. Wie das Statistische Landesamt NRW nach der diesjährigen Landwirtschaftszählung mitteilte, gab es im März vergangenen Jahres 4.118 bzw. 14,9 Prozent weniger landwirtschaftliche Betriebe als vor zehn Jahren, wobei allein die Zahl der Rinder haltenden Betriebe um rund 3.700 sank. Besonders im Bereich der Milchkuhhaltung
gibt es einen deutlichen Trend zu Betrieben mit mehr Milchkühen: 2010 wurden pro Betrieb 48 Milchkühe gehalten – im März 2020 waren es bereits 78 Milchkühe pro Betrieb. Auch die Betriebe mit Schweinehaltung sind rückläufig: die Zahl war im März 2020 mit 7.391 um 2.908 Betriebe bzw. 28,2 Prozent niedriger als 2010. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Ferkeln nahm in den letzten zehn Jahren um 46,7 Prozent und die Zahl der Betriebe mit Zuchtsauen um 51,5 Prozent ab. Gleichzeitig stieg die Zahl der gehaltenen Schweine um 3,8 Prozent auf 6,9 Millionen.

Kurt Frühwirth im Amt des Präsidenten der ÖTK bestätigt

05.07.2021

Kurt Frühwirth ist neuer und alter Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK). Am vergangenen Mittwoch wurde Frühwirth zum dritten Mal in Folge für weitere vier Jahre im Rahmen der Delegiertenversammlung wiedergewählt. „Ich freue mich über meine Wiederwahl und den eindrucksvollen Vertrauensbeweis, den ich nun für meine dritte Amtsperiode erhalten habe. Diese Bestätigung ist für mich gleichzeitig Verpflichtung, mich weiterhin tatkräftig und umsichtig für die Belange unseres Berufsstandes einzusetzen“, betonte der ÖTK-Präsident nach Bekanntwerden seiner Wiederwahl. Frühwirth, der sich besonders über einen Stimmenanteil von 50 Prozent unter den
selbstständigen TierärztInnen freute, möchte in den nächsten Jahren seiner Amtszeit einen besonderen Fokus auf die Nachwuchsförderung, die Digitalisierung und die Telemedizin sowie die mentale Gesundheit legen. „Gemeinsam werden wir uns bemühen auch weiterhin den Schulterschluss zwischen Jung und Alt, zwischen Selbstständigen und Angestellten, zwischen Behörden, Stakeholdern und der Universität zu suchen. Dabei soll der konstruktive Dialog sowie eine Verständigung auf Augenhöhe selbstverständlich sein, denn nur ein geschlossenes gemeinsames Auftreten kann im Sinne einer ergebnisorientierten Berufsstandvertretung sein“, erklärte Frühwirth abschließend.

05.07.2021: Lidl und Kaufland legen Haltungsstufe 2 als Mindeststandard fest

Nach Discounter Aldi haben sich auch Lidl und Kaufland für einen weiteren Schritt in Richtung mehr Tierwohl entschieden. Während Lidl bis zum Ende des laufenden Jahres schrittweise Schweinefleisch der Haltungsformstufe 1 (gesetzlicher Mindeststandard) aus der Frischetheke entfernen möchte, bietet Kaufland bereits seit dem 1. Juli 2021 nur noch Schweinefleisch der Haltungsformstufe 2 oder mehr an. Gleichzeitig plant der Lebensmitteleinzelhändler, die Kooperationen mit Vertragslandwirten für Schweinefleisch sowie das Angebot an Frischgeflügel aus Haltungsform Stufe 3 und 4 bis 2023 zu verdoppeln. „Unser Ziel ist es, die Haltungsbedingungen unserer Nutztiere langfristig und flächendeckend zu verbessern. Das erreicht man nicht durch Absichtsbekundungen, sondern indem man
konkrete Maßnahmen umsetzt und mit der gesamten Prozesskette zusammenarbeitet. Es muss ein nachhaltiges und beständiges System für alle Beteiligten etabliert werden“, sagt Stefan Rauschen, Geschäftsführer Einkauf Frische bei Kaufland. Der Discounter Lidl hatte bereits im vergangenen Jahr sein Ziel, bis 2025 die Haltungsstufe 2 als Lidl-Mindeststandard im Frischfleischsortiment zu etablieren, verkündet. Zudem will Lidl die Haltungsstufen 3 und 4 in seinem Eigenmarkenprodukten weiter ausbauen. Beide Unternehmen gehören der Schwarz Gruppe an, die die Umstellung mit 50 Millionen Euro fördert. Mit dem Geld wurden Landwirte bei der Umstellung auf Haltungsbedingungen der Initiative Tierwohl unterstützt und infolgedessen höhere Tierwohlstandards für einen Großteil der Branche ermöglicht.

05.07.2021: Zweite Stufe des TFA-Tarifvertrags gilt seit dem 1. Juli

Zum 1. Juli 2021 ist planmäßig die zweite Stufe des Tarifvertrags für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) in Kraft getreten. Zum 1. Juli 2021 stiegen somit die Tarifgehälter für die ersten vier Berufsjahre um vier Prozent bzw. ab dem fünften Berufsjahr um drei Prozent. Diese Tarifregelung ist bis Ende des Jahres 2022 gültig. Voraussetzung für Tarifverträge sind die
Mitgliedschaft des Arbeitgebers im Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) sowie die Mitgliedschaft der TFA im Verband medizinischer Fachberufe e. V. (VmF). Unabhängig davon entsteht eine vertragliche Tarifbindung, wenn der individuelle Arbeitsvertrag auf die beiden Tarifverträge in ihrer jeweils geltenden Fassung wirksam Bezug nimmt.

02.07.2021: Wochenende - Zeit für Spiele mit dem Hund

Am Wochenende nehmen sich viele Hundehalter besonders viel Zeit für ihre Tiere und für ausgedehnte Spaziergänge. Das freut auch den Hund, allerdings liebt dieser auch die Abwechslung sowie die geistige Beschäftigung. Damit es weder Herrchen und Frauchen noch dem Hund auf dem Spaziergang langweilig wird,
hat die MSD Tiergesundheit einen kleinen Ratgeber erstellt, der 12 kurze Spiele für den Hund beim Spazierengehen enthält. Diesen Ratgeber können Tierhalter jetzt gewinnen, wenn sie eine Frage beantworten. Mehr dazu finden Sie unter www.tierhalter-wissen.de, dem Internetportal für Hundehalter und -züchter.

02.07.2021: Gesetzentwurf für TAMG deutlich im Sinne der TierärztInnen geändert

Der Bundestag hat in der vergangenen Woche ein nationales Tierarzneimittelgesetz (TAMG) beschlossen. Entgegen den Erwartungen sind nahezu alle Forderungen des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt) darin umgesetzt worden. Dies betrifft den Erhalt der rechtssicheren 7/31-Tage-Regelung bei der Abgabe von Antibiotika für Nutztiere sowie die unbürokratische Behandlungsanweisung für Kleintiere und Pferde. Zudem konnte eine Strafbewehrung bei der in einigen Fällen notwendigen Abweichung von der
zulassungskonformen Anwendung von Tierarzneimitteln abgewendet werden. Auch der Versandhandel von Arzneimitteln für die Weiterbehandlung von Heimtieren konnte erwirkt werden. Der bpt bedankt sich bei der stellvertretenden Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann, die bis zuletzt für die Interessen der Tiere und der Tierärzte gekämpft hat, ebenso wie die Kollegin Dr. Kirsten Tackmann von der LINKEN. Als letzten Schritt muss der Gesetzentwurf nun noch den Bundesrat passieren.

02.07.2021: Jakobskreuzkraut hochgiftig für Weidetiere

Mit beginnendem Sommer breitet sich das Jakobskreuzkraut wieder massiv an Wegrändern und Böschungen, aber auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen aus. Während die gifte Pflanze für Schafe und Ziegen nur eine geringe Gefahr darstellt, sind alle Teile der Kreuzkräuter jedoch hochgiftig für Pferde und Kühe, wie Pflanzenbauexperte Friedrich Merz vom Regierungspräsidium Stuttgart erklärt. Auf der Weide meiden die Tiere die Pflanzen aufgrund der Bitterstoffe, in Heu und Silage werden sie aber mitgefressen. Daher ist es dringend empfehlenswert,
das Jakobskreuzkraut gar nicht erst wachsen zu lassen. Sollten es jedoch schon zur Ausbreitung der giftigen Pflanzen auf der Weide gekommen sein, ist ein Handeln des Weidebesitzers unumgänglich. Bei geringer Ausbreitung können die Pflanzen samt Wurzel per Hand entfernt werden. Bei starkem Bewuchs hilft meist nur noch eine chemische Unkrautbekämpfung. Wichtig ist jedoch, dass die abgestorbenen Pflanzenteile unbedingt entfernt werden, da Weidetiere vertrocknetes Material gern aufnehmen, wodurch es u.a. zu irreversiblen Leberschäden kommen kann.

02.07.2021: Bundesrat will Online-Welpenhandel stärker regulieren

In seinem Beschluss zur Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung hat der Bundesrat ein klares Zeichen für mehr Tierschutz gesetzt. So empfiehlt der Bundesrat, den Online-Verkauf von Hundewelpen im Tierschutzrecht stärker zu regulieren. So sollen ausschließlich Personen oder Einrichtungen mit behördlicher Erlaubnis Hundewelpen über das Netz anbieten dürfen. Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zeigte sich erfreut, dass die Initiative ihrer Regierung maßgeblich zu diesem Beschluss beigetragen hat. „Das ist heute ein guter Tag für den Tierschutz. Ich freue mich, dass wir ganz wesentlich mit nordrhein-westfälischen Initiativen dazu beitragen haben, die Welt tierschutzfreundlicher zu gestalten“, erklärte Heinen-Esser. Die Länder hatten mehrheitlich ihrer Initiative zugestimmt, Online-Angebote zum Verkauf von Hundewelpen zu begrenzen. Durch einen Entschließungsantrag anlässlich der Änderung der Tierschutz- Hundeverordnung
wird der Bund aufgefordert sicherzustellen, dass künftig nur noch eingetragene Züchterinnen und Züchter ihre Tiere über Kleinanzeigen im Internet verkaufen können. Nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie war der illegale Online-Handel mit Hundewelpen stark gewachsen. „Bilder von kranken, schwachen und zu früh von ihren Eltern getrennten Welpen sind erschütternd. Sie sind die Kehrseite eines freien Handels und zeigen leider, dass Tiere immer wieder einfach nur als Ware betrachtet und so behandelt werden. Das müssen wir dringend beenden", so die Ministerin. Ebenfalls eingebracht wurde eine gemeinsame Entschließung Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens zur Erleichterung tierwohlbezogener Bauvorhaben. Die Umsetzung tierwohlbezogener Umbaumaßnahmen scheitert jedoch bislang häufig an bestehenden bau- und immissionsschutzrechtlichen Regelungen. Eine entsprechende Bundesregelung soll dies ändern, doch die Verabschiedung lässt noch auf sich warten.

02.07.2021: Hantaviren bei Rötelmäusen in Niedersachsen stark verbreitet

Infektionen mit Hantaviren werden in bestimmten Jahren immer häufiger gemeldet. Diese Ausbruchsjahre wiederholen sich unregelmäßig, meist jedoch in Abständen von zwei bis drei Jahren. Zuletzt waren im Frühsommer 2019 besonders viele Hantavirus- Infektionen gemeldet worden. Der Landkreis Osnabrück (Niedersachsen) war dabei sehr stark betroffen. Überträger der Hantaviren sind vor allem Rötelmäuse, aber auch Brandmäuse oder
Wanderratten stellen in Deutschland das Virusreservoir dar. Aktuelle Untersuchungen des Zoonoseforschungsverbunds RoBoPub, dem auch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) angehört, an Rötelmäusen im Landkreis Osnabrück haben an vier von fünf Fangorten hohe Virus-Nachweisraten von bis zu 92% erbracht. ExpertInnen vermuten, dass die außergewöhnlich hohe Zahl an Bucheckern in Niedersachsen zu einem Populationsanstieg der Rötelmäuse geführt hat.

02.07.2021: Bayerns Landwirtschaftsverwaltung neu strukturiert

Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte 2021 hat sich die bayerische Landwirtschaftsverwaltung neu aufgestellt. Die Neustrukturierung beinhaltet die Reduzierung von bisher 47 auf jetzt 32 Ämter und verspricht so mehr Effizienz. „Wir reagieren damit auf den Wandel in Gesellschaft und Landwirtschaft. Nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe müssen sich anpassen und neu aufstellen, auch die Verwaltung muss schnell und flexibel sein. Mit den neuen Strukturen wird sie fit für die Zukunft, die Neuaufstellung hilft dabei, die Landwirtschaft wieder mehr in die Mitte der Gesellschaft zu rücken – wo sie auch hingehört,“ erklärt Landwirtschaftsministerin Michaela
Kaniber. Den Bereichen Gewässerschutz, Tierwohl und Wildlebensräume könne durch die Umstrukturierung mehr Aufmerksamkeit zukommen, wie die Ministerin weiter erläutert. Neben der Bildung, Beratung und Information für Landwirte soll verstärkt auch der Fokus auf der Digitalisierung liegen. Dabei werden nach wie vor die Bedürfnisse der Landwirte und der Bürger uneingeschränkt im Mittelpunkt stehen. „Zusammen mit unseren bäuerlichen Familienbetrieben gehen wir den Weg weiter – hin zu einer konsequent nachhaltigen, wirtschaftlich starken und im besten Sinne sozial tragfähigen Landwirtschaft“, so Kaniber abschließend.

01.07.2021: Zukunft der Landwirtschaft ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Am 29.06.2021 hat die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) ihren Abschlussbericht einstimmig verabschiedet. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner begrüßte besonders drei Aspekte des Berichts: den Systemwechsel in der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP), die Ausrichtung der staatlichen Förderung und den Umbau der Tierhaltung. „Der Abschlussbericht ist Rückenwind für meine Arbeit. Vieles habe ich bereits angestoßen. Im Sinne des Berichts bringen wir den Transformationsprozess in der Landwirtschaft bereits konsequent voran. In den wesentlichen Punkten unterstützt die Kommission meinen Weg. Zum einen gibt sie das klare Bekenntnis für eine nachhaltigere, wirtschaftlich erfolgreiche und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft ab. Zum anderen stellt
sie heraus, dass diese Transformation nicht ohne gesamtgesellschaftliche Anstrengungen möglich ist. Ich habe immer schon betont, dass höhere Standards mehr Geld kosten. Die Kommission beziffert den finanziellen Mehrbedarf für den Transformationsprozess auf sieben bis elf Milliarden Euro. Klar ist, dass diese Kosten nicht allein von den Betrieben getragen werden können. Zumal sie jeden Tag im Wettbewerb mit Importware stehen, die teilweise unter niedrigeren Produktionsstandards und deshalb kostengünstiger erzeugt wird", so Klöckner. Die sozial- ökologische Transformation des Agrarsystems sei langfristig die beste Lösung für alle. Der Staat, aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher werden ihren Teil dazu beitragen müssen, mahnt Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

01.07.2021: Literaturdatenbank mit mehr als 2.000 Tierwohlindikatoren online

Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V., kurz KTBL, hat zusammen mit dem Projektteam „Nationales Tierwohl- Monitoring“, zu dem auch das FLI in Celle gehört, eine Literaturdatenbank mit mehr als 2.000 Tierwohlindikatoren entwickelt. Nutzerinnen und Nutzern können diese Indikatoren kostenfrei online recherchieren und sich so einen Überblick verschaffen. Für zahlreiche Tierarten können Tierwohlindikatoren gefiltert werden, wobei alle Filter frei kombinierbar sind. Hilfreich für die Recherche
sind zudem Steckbriefe der Tierarten, die heruntergeladen werden können. Die Daten aus den Bereichen Haltung, Transport und Schlachtung ermöglichen Aussagen zu unterschiedlichen Tierwohlaspekten wie beispielsweise Erkrankungen und Verhalten von landwirtschaftlichen Nutztieren. Auch Informationen zur Erhebungsmethode, der Datenlage in Deutschland und -sofern keine Daten vorhanden sind- Empfehlungen zu Datenerhebungen, sind auf der Literaturdatenbank abrufbar.

01.07.2021: Rückgabewelle von Haustieren hat begonnen

Während der Corona-Pandemie, verbunden mit Home-Office und - Schooling, hat sich bei vielen Menschen in Deutschland der Wunsch nach einem Haustier manifestiert. ExpertInnen sprechen von 1,6 Millionen Hunden und Katzen, die allein im Jahr 2020 in die Haushalte eingezogen sind. Nicht selten wurden die Tiere unüberlegt angeschafft, ohne auf die Zeit nach dem Lock Down zu schauen. Mit den Lockerungen und der begonnenen Sommerreisezeit hat die von Tierschützern bereits befürchtete Abgabewelle begonnen. Immer mehr Tiere werden wegen Überforderung oder der Unvereinbarkeit von Tier und Alltag in den Tierheimen abgegeben. „Die aktuelle Entwicklung lässt uns mit Sorge in die Zukunft blicken“,
sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Auch wenn Tierheime bisher nur vereinzelt mit vermehrten Abgaben zu kämpfen haben, rechnen sie in der kommenden Zeit mit einer Flut von Neuaufnahmen. Die Kapazitäten könnten dann irgendwann erschöpft sein.“ Als Konsequenz haben einige Tierheime schon einen Aufnahmestopp verkündet, was vermehrt dazu führen könnte, dass die Vierbeiner einfach im Wald oder an Autobahnraststätten ausgesetzt werden. Der Deutsche Tierschutzbund rät künftigen HalterInnen, sich vor der Anschaffung eines tierischen Familienmitglieds umfassend zu informieren. Die Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ klärt über die wertvolle Arbeit der Tierheime und ihre aktuelle Situation auf.

EU will Käfighaltung von Nutztieren verbieten

01.07.2021

Die EU-Kommission hat am gestrigen Mittwoch (30.06.2021) ein Käfighaltungsverbot von Nutztieren angekündigt. Wie EU-Kommissarin Stella Kyriakides zusammen mit Vizepräsidentin Véra Jourova erklärte, soll bis Ende 2023 ein Gesetzesvorschlag seitens der Kommission erarbeitet werden, der das Ende der Käfighaltung schrittweise regelt. Zudem sollen importierte Produkte aus Nicht-EU-Ländern, in denen meist niedrigere Tierschutzstandards gelten, in dem Gesetz Beachtung finden. „Der lang ersehnte Tag, auf den alle Beteiligten der „End the Cage Age“- Kampagne gewartet haben, ist nun endlich gekommen! Die Europäische Kommission hat heute eine historische Entscheidung für ein besseres Leben von Millionen "Nutz"tieren getroffen. Die EU- BürgerInnen fordern laut und deutlich Veränderungen und diese Forderungen wurden gehört. Die EU-Kommission verpflichtete sich heute eindeutig zu dem visionären Ziel, Käfige in der "Nutz"tierhaltung auslaufen zu lassen. Wir werden die Umsetzung dieser Ankündigung der EU-Kommission
sehr genau im Auge behalten und besonders aufpassen, dass der angekündigte Gesetzesvorschlag nicht durch lobbywirksame Einzelinteressen verwässert wird“, zeigte sich Patrick Müller, Hauptstadtreferent bei PROVIEH, erfreut über die EU-Entscheidung. Eine Machbarkeit des Käfigverbots ab dem Jahr 2027 soll durch eine Folgenabschätzung geprüft werden. Sowohl Übergangszeiten als auch Unterstützungsmaßnahmen für einen geordneten Übergang zu käfiglosen Systemen seien von großer Wichtigkeit, wie die Kommission betont. Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) "End the Cage Age" setzt sich bereits seit September 2018 massiv für ein EU-weites Käfigverbot von Nutztieren ein und hat mit mehr als 1,4 Millionen Unterschriften großen Druck auf die EU-Kommission ausgeübt. Bis Ende 2022 will die Kommission nun die Einzelheiten des Gesetzesvorschlags ausarbeiten und diesen dann 2023 dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat zur Abstimmung vorlegen.

30.06.2021: Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren weiterhin niedrig

Das QS Prüfsystem hat den 3. Statusbericht zum Antibiotikamonitoring veröffentlicht. Demnach setzt sich der langjährige Trend eines Antibiotikaeinsatzes bei Nutztieren auf niedrigem Niveau fort. Seit Beginn der Erfassung 2012 sinken die Antibiotikazahlen im System stetig. Dies zeigt, dass sich das Antibiotikamonitoring als wichtiger Baustein der Lebensmittelsicherheit im QS-System etabliert hat. Die verabreichten Mengen sanken insbesondere in den Anfangsjahren deutlich und stabilisieren sich mittlerweile über alle Bereiche hinweg auf einem niedrigen Niveau, so die Angaben der QS GmbH. Die Einbindung weiterer Tiergruppen wie zum Beispiel Mastelterntiere bei Hähnchen und Pute sowie die Einbindung der Milchvieh haltenden Betriebe als Pilotprojekt sollen Lücken in der Dokumentation schließen und zu mehr Transparenz und Sicherheit entlang der Wertschöpfungskette führen, heißt es weiter. Seit Erfassung aller Tiergruppen der Schweinehaltung und der Mastgeflügel haltenden
Betriebe konnte die Gesamtmenge an Antibiotikagaben in tierhaltenden QS-Betrieben um 35,5 % reduziert werden. Knapp 3.000 Tierärzte übermitteln mittlerweile ihre Daten an das QS-System und sorgen damit für eine zuverlässige und umfassende Datengrundlage. Auf dieser können die Tierhalter ihren Antibiotikaeinsatz anonym mit anderen Tierhaltern vergleichen. „Die Daten aus dem Antibiotikamonitoring haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend von einem rückblickenden Dokumentationsinstrument hin zu einem vorausschauenden Planungstool entwickelt“, erläutert QS-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs den 3. Statusbericht. Sein Ziel für dessen Weiterentwicklung: „Wir müssen über die Verknüpfung weiterer Daten im QS-System mehr Erkenntnisse für Tierärzte und Tierhalter generieren. Oberstes Ziel war und bleibt es dabei, Resistenzentwicklungen zu vermeiden und die Tiergesundheit in der Nutztierhaltung nachhaltig zu stabilisieren.“

30.06.2021: Baden-Württemberg zur Hälfte BTV-frei

Annähernd die Hälfte der Gebiete in Baden-Württemberg gelten inzwischen wieder als frei von der Blauzungenkrankheit (BTV). Die konsequente Impfung von empfänglichen Tieren gegen die Infektionskrankheit, gefördert von Land und Tierseuchenkasse, habe sich damit ausgezahlt, so der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL. Rinder, Schafe und Ziegen aus der BTV-freien Zone dürfen ab sofort ohne Beschränkungen verbracht bzw. gehandelt werden. Für Zucht- und Nutztiere, die aus einer nicht-freien Zone stammen, müssen besondere Maßnahmen beim Verbringen beachtet werden. So müssen diese Tiere einen wirksamen Impfschutz aufweisen oder in Verbindung mit weiteren Anforderungen negativ auf das Virus der Blauzungenkrankheit getestet sein. Da der Infektionsdruck aus den
benachbarten Regionen nach wie vor groß ist, betont Hauk die noch immer bestehende Notwendigkeit des Impfens. „Damit der BTV- Freiheitsstatus im Land aufrechterhalten beziehungsweise für das nicht freie Gebiet erreicht werden kann, ist auch künftig bei Rindern, Schafen und Ziegen eine möglichst flächendeckende Impfung gegen die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 4 (BTV 4) und Serotyp 8 (BTV 8) dringend erforderlich, da aus benachbarten Regionen nach wie vor ein hoher Infektionsdruck besteht“, so der Minister. Für das noch nicht BTV-freie Gebiet bereiten Baden-Württemberg und die ebenfalls von der Blauzungenkrankheit betroffenen Bundesländer derzeit ein Tilgungsprogramm vor, das bei der EU-Kommission eingereicht werden soll, damit auch für dieses Gebiet der Freiheitsstatus erreicht werden kann.

30.06.2021: Bundesrat stimmt Obergrenzen für Tierhaltungsanlagen zu

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zeigte sich äußerst zufrieden mit der Zustimmung des Bundesrates zur Einführung von Obergrenzen für Tiere in Tierhaltungsanlagen. „Mit dem heutigen Beschluss senden wir das klare Signal, dass wir das Problem endlich ernsthaft angehen. Das ist ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung der Nutztierhaltung in Deutschland – hin zu einer tierwohlorientierten und umweltschonenden Landwirtschaft. Die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der Tierhaltung ist offensichtlich – das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für Europa und den Rest der Welt. Wir dürfen aber nicht länger auf europäische oder internationale
Veränderungen warten. Deutschland kann und muss als Vorbild vorangehen. Ich bin sicher, dass uns andere dann folgen werden“, erklärte der Minister. Weiterhin begrüßt Backhaus die Vorschläge der Borchert-Kommission, die das Tierwohl in deutschen Tierhaltungen stark fokussiert. „Wir müssen die Tierhaltung in Deutschland entsprechend den gesellschaftlichen Ansprüchen und Erfordernissen einer zukunftsfähigen Tierhaltung transformieren. Aber dabei müssen wir die Tierhalterinnen und Tierhalter mitnehmen und sie auf diesem schwierigen Weg unterstützen. Nur so werden wir zum Erfolg kommen“, so der Minister abschließend.

29.06.2021: EU-weites Transportportverbot von Nutztieren in Drittländer gefordert

Zusammen mit den Niederlanden und Luxemburg hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein EU-weites Transportportverbot von Lebendtieren in Drittstaaten gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung an den EU-Agrarrat wird darauf hingewiesen, dass gerade bei Tiertransporten in Länder außerhalb der EU häufig Verordnungen nicht eingehalten würden und noch Verbesserungsbedarf bezüglich der amtlichen Kontrollen und der Durchsetzung sowie der Kommunikation zwischen den Mitgliedstaaten bestehe. „Tierschutz darf nicht an den EU-Grenzen Halt machen. Wir sehen aber, dass die Einhaltung der Tierschutzvorgaben bei Transporten nicht absolut sichergestellt werden kann.
Diesem Tierleid wollen wir ein Ende setzen. Das muss EU-weit geregelt werden, damit es nicht umgegangen werden kann, es keine Schlupflöcher gibt. Deshalb fordern wir von der Kommission ein EU-weites Verbot von langen Tiertransporten in Drittländer: auf der Straße und auf dem Seeweg. Unser Ziel ist, Fleisch und genetisches Material zu transportieren. Bis ein solches Verbot kommt, muss die Kommission dringend für kurzfristige Verbesserungen sorgen“, fordert Klöckner. Die EU müsse zudem die Bedingungen, denen die Tiere nach der Ankunft am Bestimmungsort ausgesetzt sind – etwa beim Weitertransport, auf Viehmärkten und bei der Schlachtung – berücksichtigen, so die Ministerin.

29.06.2021: Förderprogramm zur ASP-Bekämpfung gefordert

Um die Ausweitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu stoppen, fordern ostdeutsche Bundesländer mehr Unterstützung durch die Bundesregierung. Die Forderungen enthalten neben einem Förderprogramm auch zielfördernde Absprachen mit Polen und den Ausbau von Forschungskapazitäten, wie die Brandenburger Staatskanzlei mitteilt. „Die betroffenen Bundesländer haben die ihnen möglichen Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Seuche und zur Unterstützung der schweinehaltenden Betriebe ergriffen“, sagte Staatssekretärin Jutta Jahns-Böhm. „Aber nun ist es höchste Zeit, dass auch der Bund mehr Verantwortung übernimmt, denn wird die ASP hier nicht gestoppt, wird sie immer weiter nach Westen getragen.“ Für den von Brandenburg geplanten zweiten Schutzzaun
entlang der polnischen Grenze hat das Land bereits eine Kofinanzierung durch die EU beantragt sowie ein Finanzierungsmodell durch alle Bundesländer erarbeitet. Da immer wieder ASP-infizierte und verendete Wildschweine in gefährdeten Gebieten gefunden werden, soll Brandenburg zudem bessere finanzielle Anreize für die Bejagung von Schwarzwild zur Verfügung stellen, so die Forderung des Landesbauernverband. Hintergrund ist, dass die Bergung von infizierten Fundtieren die Ernten massiv behindern. Bisher ist Afrikanische Schweinepest in Brandenburg und Sachsen aufgetreten. In den beiden Bundesländern wurden knapp 1.400 Wildschweine positiv auf die Tierseuche getestet. In Vetion.de- Fokusthema Afrikanische Schweinepest erhalten Sie weitere umfassende Informationen.

29.06.2021: Alle Hunde können das Alleinsein lernen

Hunde sind Rudeltiere und von Natur aus nicht gern allein. Doch jeder Hund, egal welchen Alters, kann das Alleinsein lernen. Während der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Möglichkeit zum Home-Office haben sich sehr viel mehr Menschen zu der Anschaffung eines Hundes entschieden. Mit den Lockerungen kommt die Normalität wieder ins Leben zurück und der Arbeitsalltag der neuen HundehalterInnen wird wieder ins Büro verlagert. Das gefällt den Hunden nicht so gut, sie bellen oder beginnen, in ihrer ungewohnten Einsamkeit Wände, Kissen oder Schuhe zu zerstören. Um ein solches Verhalten zu vermeiden, sollten die HalterInnen ihre Vierbeiner möglichst frühzeitig mit einem Training auf das zeitweilige Alleinsein vorbereiten. Hier sind Zeit, Ruhe und Geduld notwendig, denn je nach Rasse löst die plötzliche Trennung bei den Tieren unter Umständen Angst, Stress und sogar Panik aus. Am besten lernen die Hunde das Alleinsein in kleinen Schritten. ExpertInnen empfehlen, die Tiere zunächst nur für eine kurze Zeit in einem Raum zu lassen und die Türe zu schließen. Dabei kann der Hund beispielsweise von seinem Lieblingsspielzeug abgelenkt werden. Ist der Moment des Alleinseins nur sehr kurz, hat der Hund kaum Zeit, Angst oder Stress zu entwickeln. Nach und nach kann der Zeitraum des
Alleinseins ausgedehnt werden. Dadurch lernt das Tier ganz automatisch, dass er sich auch in Abwesenheit von Herrchen oder Frauchen entspannen kann. Wer sich nicht ganz sicher ist, wie der Hund dann reagiert, kann eine Kamera aufstellen. So kann nachvollzogen werden, ab welchem Zeitpunkt sich der Hund eventuell unwohl fühlt. Ratsam ist es auch, mit dem Hund vor dem Gang ins Büro noch einen große Gassirunde zu machen. Da manche Tiere nervös auf Geräusche oder Gerüche reagieren, empfiehlt es sich zudem, alle Fenster zu schließen. Am besten ist es, wenn die HundehalterInnen vor dem Verlassen der Wohnung ganz gelassen und entspannt sind, denn eine spürbare Nervosität kann auf den Vierbeiner überspringen. Wie lange ein Training dauert, ist abhängig von Rasse und Charakter des Hundes. Ein Tier, das beispielsweise aus dem Tierschutz kommt und mit Verlustängsten zu kämpfen hat, wird länger brauchen als ein gut sozialisiertes und selbstsicheres Tier. Ein früher Beginn des Trainings kann Stress vermeiden. Die E-Learningreihe Verhaltenstherapie auf MyVetlearn.de vermittelt Tierärzten und Tierärztinnen in zahlreichen Modulen umfangreiches Wissen über das Verhalten von Hunden. Die Kurse sind geeignet für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie.

28.06.2021: Feuersalamander in Bayern von gefährlichem Pilz bedroht

Ein aggressiver Hautpilz bedroht derzeit massiv die Population der Feuersalamander in einigen Regionen Bayerns. Nachdem vor ca. einem Jahr das erste infizierte Tier entdeckt worden war, hat sich die Zahl der erkrankten Amphibien rasant schnell erhöht. Noch ist die Population der auffälligen Tiere nicht bedroht, jedoch befürchten Wissenschaftlerinnen mittelfristig ein Massensterben der Feuersalamander, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mitteilte. Der aggressive, tödliche und für das Auge unsichtbare Pilz (Batrachochytrium salamandrivorans, kurz: Bsal) hat
bereits in den Niederlanden sowie in Belgien fast für die Ausrottung der Amphibien gesorgt. Bsal stammt ursprünglich aus Asien und ist vermutlich eingeschleppt worden. Der tödliche Hautpilz verursacht Löcher und Geschwülste und kann Salamander, aber auch Molche, innerhalb von wenigen Tage töten. „Es gibt wenig Möglichkeiten, die Ausbreitung des Pilzes im Freiland zu verhindern“, so ein Sprecher der Landesamtes. Auch wenn der Pilz für den Menschen und andere Tiere ungefährlich ist, wird Spaziergängern empfohlen, auf den Wegen zu bleiben und Amphibien nicht anzufassen.

28.06.2021: Maßnahmen für mehr Insektenschutz beschlossen

In der vergangenen Woche haben Bundestag und Bundesrat das neue Insektenschutzgesetz verabschiedet. Dieses sieht neben einer deutlichen Reduktion des Pestizid-Einsatzes sowie den Glyphosat- Ausstieg bis Ende 2023 auch den Schutz von für Insekten wichtigen Biotopen wie Streuobstwiesen vor. „Das Insektensterben ist dramatisch und braucht entschlossene Antworten. Der Schutz der Artenvielfalt ist eine ebenso wichtige Zukunftsaufgabe wie der Klimaschutz. Wir Menschen sind auf intakte Ökosysteme angewiesen. Sind die Ökosysteme gestört, leiden am Ende auch die Menschen. Die Insekten stehen hier für das große Ganze: Fehlen sie, gerät das Ökosystem aus dem Takt. Insekten sind nicht nur Nahrungsgrundlage für Vögel, sie sind auch die Müllabfuhr und der Gesundheitsdienst unserer Umwelt. Deshalb ist es ein großer Erfolg, dass Insekten jetzt besser geschützt werden. Damit bringen wir ein zentrales naturschutzpolitisches Vorhaben dieser Legislaturperiode zu einem erfolgreichen Abschluss", erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze stolz. In dem beschlossenen Insektenschutzpaket sind zudem Maßnahmen zur Verringerung der Lichtverschmutzung vorgesehen. In Schutzgebieten soll mit der Novelle zur Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung auch der Einsatz von Herbiziden und bestimmten Insektiziden, die unverträglich für Bestäuber sind, verboten werden. Bis zum vollständigen Verbot von
glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln bis Ende des Jahres 2023 gelten neue deutliche Einschränkungen des Einsatzes dieses Totalherbizids. Außerdem gilt ein neuer Mindestabstand zu Gewässern für sämtliche Pflanzenschutzmittel. Das Insektenschutzgesetz wiederum schränkt die Verwendung von bestimmten Bioziden, so zum Beispiel von Holzschutzmitteln, in vielen Schutzgebieten ein. „Der Glyphosatausstieg kommt. Darauf habe ich mit vielen Umweltschützern lange hingearbeitet. Glyphosat tötet alles, was grün ist, und entzieht Insekten damit die Lebensgrundlage. Darum ist dieser Ausstieg ein großer Erfolg. Aber für die Umwelt wäre zu wenig gewonnen, wenn man nur von Glyphosat auf andere Pestizide umsteigen würde. Auch andere Pflanzenschutzmittel können Insekten schaden. Darum ist ein zweiter Beschluss für unsere Ökosysteme mindestens genauso wichtig: Künftig werden weniger Flächen gespritzt, so dass mehr Rückzugsräume für Insekten bleiben. Die Landwirtschaft kann beim Umstieg auf die Unterstützung der Politik zählen. Wer heute Insekten schützt, sichert auch die Landwirtschaft von morgen", so die Umweltministerin abschließend. Das nun vom Bundestag verabschiedete Gesetz stellt zusammen mit der Novelle der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung einen guten Mix aus Ordnungsrecht und freiwilligen Vereinbarungen dar und setzt gleichzeitig die notwendigen Maßnahmen aus dem Aktionsprogramm Insektenschutz verbindlich um.

28.06.2021: Erneuter Geflügelpestausbruch in Niedersachsen

Am 9. Juni 2021 hatte Niedersachsen die Aufhebung der Restriktionszonen sowie Aufstallungsanordnungen für Geflügel aufgehoben. Nun gab es einen erneuten Ausbruch der Geflügelpest. In einem Geflügelbetrieb in Hagen a.T.W. im Südwesten des Landkreises Osnabrück mit 300 Stück Geflügel verschiedener Arten waren mehrere Tiere erkrankt und gestorben. Nachdem sich der Verdacht der hochpathogenen Aviäre Influenza bestätigt hat, wurden umgehend eine Sperrzone von mindestens drei Kilometer Radius und einer Überwachungszone (ehemals Beobachtungsgebiet) von mindestens zehn Kilometer Radius um den betroffenen Betrieb eingerichtet. Bis zu der Aufhebung
gilt sowohl für Nutztiere als auch für Heim-Hobbytiere ein Aufstallungsgebot sowie eine Einschränkung des Verbringens von Vögeln, Eiern, Fleisch, Fleischerzeugnissen, Gülle, Mist, Einstreu, Federn. Wie der Landkreis Osnabrück mitteilte, hoffe man, dass es sich um einen Einzelfall handelt und zu keiner Verbreitung des Erregers gekommen ist. In dem Haltungsbetrieb erfolgen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. Durch epidemiologische Ermittlungen und Untersuchungen soll aufgeklärt werden, wie es zum Eintrag des Erregers gekommen sein kann und ob es Kontaktbestände gibt, die möglicherweise ebenfalls von der Seuche betroffen sein können.

25.06.2021: Konkrete Finanzierung für den Umbau der Tierhaltung gefordert

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, hat in seiner Grundsatzrede im Rahmen des Deutschen Bauerntags 2021 den Bund aufgefordert, für eine konkrete Finanzierung für den Umbau der Tierhaltung zu sorgen. „Bei aller Bereitschaft zur Veränderung muss allen bewusst sein: Wirklich zukunftsfähig ist unsere Landwirtschaft am Ende nur, wenn sie auch wettbewerbsfähig ist“, erklärte Rukwied, der in seiner Rede auch die Bedeutung der Landwirtschaft während der Corona-Pandemie hervorhob. „Wir Bauern waren in der Pandemie Garant für eine zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und
haben damit die soziale Stabilität in unserem Land sichergestellt. Deshalb braucht Landwirtschaft eine Zukunft in Deutschland, sonst wird dieses Land keine Zukunft haben“, so der Bauernpräsident. Weiterhin forderte der DBV die Umsetzung seines Zukunftskonzepts in der kommenden Legislaturperiode. „Den Weg einer klima- und umweltschonenden Landwirtschaft wollen wir weiterentwickeln: etwa mit Digitalisierung oder neuen Züchtungstechniken. Die Fortschritte bei Düngung und Pflanzenschutz müssen weitergehen. Unser Ansatz ist und bleibt der kooperative Naturschutz“, fasste Rukwied die Ziele des DBV zusammen.

25.06.2021: Aldi listet niedrige Haltungsstufen bis 2030 aus

Die beiden Discounter Aldi Süd und Aldi Nord werden schrittweise die Haltungsformen 1 und 2 aus ihrem Frischfleischangebot auslisten. In einer gemeinsamen Pressekonferenz kündigten die Unternehmen an, dass ab dem Jahr 2030 nur noch Frischfleisch von Rind, Schwein, Hähnchen und Pute der Haltungsstufen 3 und 4 verkauft würden. Schon ab 2025 wird Aldi kein Frischfleisch dieser Tierarten mehr aus Haltungsform 1 verkaufen. „Das ist der konsequenteste Schritt hin zu mehr Tierwohl, die der Handel in Deutschland je gemacht hat“, so ein Unternehmenssprecher. Das bedeute für Aldi ein hohes wirtschaftliches Risiko. Tierwohl solle in Deutschland aber eine
Selbstverständlichkeit werden und für jedermann leistbar. Da dieser Wechsel nicht allein zu bewältigen sei, hoffe Aldi, dass die anderen Unternehmen nachziehen werden. Aldi sei sich aber seiner Verantwortung und der "Macht der Marke" bewusst. Wenn genug andere folgten, werde sich für die Gesellschaft, die Landwirte und vor allem für das Tier etwas ändern, so der Unternehmenssprecher. Die Entscheidung der Discounter wird von zahlreichen Tierschutzorganisationen begrüßt. „Aldi zeigt der Politik, wohin die Reise gehen sollte“, kommentierte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, die Ankündigung.

25.06.2021: Hunde vor Babesiose schützen

Sommerzeit ist auch Hochzeit für Zecken. Die Blutsauger sind Überträger für gefährliche Krankheiten wie FSME oder Borreliose. Immer häufiger tritt in unseren Breitengraden nach einem Zeckenbiss auch die Babesiose, die sogenannte Hundemalaria, auf. Sowohl die Auwaldzecke als auch die Braune Hundezecke können Überträger der Babesien sein. Erste Anzeichen für eine Babesiose beim Hund können ein gestörtes Allgemeinbefinden mit hohem Fieber, Fressunlust, blassen Schleimhäuten und Abgeschlagenheit sein. Diese Symptome zeigen sich ca. fünf bis sieben Tage nach dem Zeckenbiss. Weitere Symptome können rötlich verfärbter Urin bzw. gelbliche Haut oder Schleimhäute sein. Ist das zentrale Nervensystem betroffen und es zu Lähmungen und epileptiformen Anfällen kommen,
muss das betroffene Tier unmittelbar behandelt werden. Zunächst muss ein Bluttest den Erreger nachweisen und bestimmen, denn die Behandlung richtet sich nach der Babesien-Art. Eine nicht behandelte, akut verlaufende Babesiose verläuft beim Hund zwei bis fünf Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome in der Regel tödlich. Um eine Infektion mit Babesien zu vermeiden, raten ExpertInnen dringend zur Zeckenprophylaxe. Dazu eignen sich Tabletten, Sprays, Spot-ons sowie ein spezielles Zeckenhalsband. Eine tägliche Kontrolle des Hundes auf Zecken ist zudem unerlässlich. In Deutschland ist mittlerweile ein Impfstoff gegen Babesiose für Hunde zugelassen. Eine allgemeine Impfempfehlung gibt es allerdings nicht. Hier kann der Tierarzt beraten.

25.06.2021: Zahl der Rinder in Bayern rückläufig

Die Zahl der Rinder in Bayern ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, gab es in dem Bundesland zum Stichtag 3. Mai 2021 40.659 Rinderhaltungen mit einem Rinderbestand von insgesamt 2.912351 Tieren. Die Zahl der Rinderhaltungen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent (-1.426 Haltungen) gesunken. Auch der Rinderbestand verringerte sich um 1,7 Prozent (-51.461 Tiere). Durchschnittlich entfallen 72 Rinder
auf einen Halter, zwei Tiere mehr als noch im Mai des vergangenen Jahres. Mit knapp 38 Prozent (1.102479 Tiere) haben Milchkühe den größten Anteil. Auch der Milchkuhbestand ist um 1,5 Prozent gesunken, während sich die Zahl der Kälber und Jungrinder in Bayern kaum verändert hat. Auch bei den sonstigen Kühen (Ammen- und Mutterkühe) waren sowohl die Zahl der Haltungen (-68 auf 7.271 Haltungen) als auch die Bestände (-904 auf 67.568 Kühe) rückläufig.

25.06.2021: Brandenburg verstärkt ASP-Schutzzaun zu Polen

Da der Infektionsdruck von der polnischen Seite weiter wächst, hat der brandenburgische Landeskrisenstab beschlossen, zum Schutz vor weiteren Einträgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) einen Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen zu errichten. Ein zweiter Zaun soll entlang vorhandener Straßen und Wege und unter Berücksichtigung von Naturschutzgebieten gebaut werden. In dem damit entstehenden mindestens 500 Meter breiten Schutzkorridor soll eine intensive Fallwildsuche stattfinden. „Der Bau eines ASP- Schutzkorridors entlang Oder und Neiße ist zwingend erforderlich, um das weitere
Einwandern von infizierten Wildschweinen aus Polen zu verhindern“, so die Leiterin des Krisenstabs, Verbraucherschutzstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer. Der schon bestehende Zaun, der bereits entlang der Grenze gezogen wurde, bietet allein keine ausreichende Sicherheit, was mit dem Virus infizierte Fallwildfunde in bisher nicht betroffenen grenznahen Gebieten gezeigt haben, so Heyer-Stuffer. Gespräche zwischen Bund und der polnischen Regierung zur Etablierung einer wirksamen Barriere hatten zu keinem Erfolg geführt. In Brandenburg gibt es bislang 1.122 bestätigte Fälle von ASP, Hausschweine sind nicht betroffen.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Praxis

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