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Umfrage zur Feminisierung der Veterinärmedizin

10.06.2021

Für eine aktuelle Studie zur Auswirkung des hohen Frauenanteils in der Tiermedizin werden TierärztInnen und StudentInnen der Tiermedizin um Teilnahme an einer Umfrage gebeten. Die Studie unter dem Titel "All gender issues? How women are affecting the veterinary profession in Germany" soll das in den Fachmedien viel diskutierte Phänomen der „Feminisierung“ des Tierarztberufes sowie die Gründe für den sinkenden Männeranteil beleuchten. In der Öffentlichkeit werden im Zusammenhang mit dem immer größer
werdenden Anteil an Frauen in der Veterinärmedizin häufig auch der Nutztierärztemangel sowie das drohende Ende der Einzelpraxis thematisiert. Ob die Veränderungen des Berufes allein auf gender spezifische Aspekte zurückzuführen sind, soll die Studie auch untersuchen. Die Antworten auf die Fragen können zudem neue Möglichkeiten eröffnen, das Profil des Berufes zu schärfen, um ihn in seiner Bedeutung für die gesamte Gesellschaft zu stärken und zukunftsfähig zu machen.

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23.06.2021: Union plant härteren Umgang mit dem Wolf

Die stetig wachsenden Wolfspopulationen führen zu immer mehr Diskussionen. Für ihren Bundestagswahlkampf hat sich die Union klare Ziele zur Lösung des Wolfsproblems gesetzt. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich für eine gezielte Regulierung in den Regionen Deutschlands, in denen bereits viele Wölfe, ausgesprochen. „Der gute Erhaltungszustand beim Wolf ist in einigen Bundesländern, darunter Niedersachsen,
erreicht. Deswegen setzen wir uns für ein regionales Bestandsmanagement ein", erklärt Klöckner. Die Verschärfung des Bundesnaturschutzgesetzes im Jahr 2019 habe nicht die gewünschten Ergebnisse gezeigt, so die Ministerin, die die Wolfspolitik von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) kritisiert. „2019 hatten wir durch Wolfsrisse fast 3.000 tote oder verletze Nutztiere. Wo soll das enden, wenn man es einfach ließe?", erklärt Klöckner.

22.06.2021: Landwirtschaftliche Verbände untermauern Forderungen bei GAP-Reform

Der Deutsche Bauernverband (DVB) hat gemeinsam mit weiteren landwirtschaftlichen Verbänden Förderprogramme zur Weidetierhaltung, eine bürokratiearme Tierprämie sowie eine Stärkung der Grünlandbewirtschaftung bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gefordert. Mit einem gemeinsamen Positionspapier bekräftigt das Verbändebündnis seine Forderungen. „Betriebe mit Schaf-, Ziegen- und Rinderherden auf Grünlandflächen liefern nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern leisten insbesondere im Sinne der Umwelt wertvolle Zusatzleistungen zum
Wohle der Gesellschaft. Das politische Ziel, Weidetierhalter und Grünlandbetriebe im Zuge der GAP-Reform ab 2023 mit wirtschaftlichen Perspektiven wirksam zu fördern, muss besser eingelöst werden. Dazu muss in der Umsetzung der laufenden GAP- Reform noch nachgearbeitet werden. Wir sind uns einig, dass Bund und Länder die Grünlandbewirtschaftung in den Eco Schemes stärker anerkennen und vor allem attraktiv honorieren müssen. Eine Verdrängung bewährter Agrarumweltmaßnahmen der 2. Säule durch neue Eco Schemes muss vermieden werden“, erklärt DBV- Generalsekretär des Bernhard Krüsken.

22.06.2021: Online-Fortbildung zum Einsatz von PMSG /eCG in der Sauenhaltung

Am 30. Juni 2021 veranstaltet die Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen eine Online-Fortbildung zum Thema „Alternativen zum Einsatz von von PMSG /eCG in der Sauenhaltung“. Prof. Dr. Axel Wehrend (JLU Gießen) und Prof. Dr. Johannes Kauffold (Uni Leipzig) gehen unter anderem in diesem Online-Seminar auf die Aspekte zur PMSG / eCG-freien Ferkelerzeugung ein und zeigen praxistaugliche Alternativen zum Einsatz von PMSG/eCG basierend auf dem aktuellen Wissensstand auf. Für die Teilnahme an dieser kostenfreien
Veranstaltung erhalten Tierärztinnen und Tierärzte 2 ATF-Stunden sowie 2 Stunden geeignet zur Fortschreibung der Fortbildungspflicht gemäß § 7 (2) SchHaltHygV. Eine Anmeldung ist bis zum 25. Juni 2021 erforderlich. Nach der Anmeldung erhalten Sie den Link zur Veranstaltung. In dem E-Learningkurs „Infektionskrankheiten des Respirations- und des Gastrointestinaltrakts“ auf Myvetlearn.de widmet sich Referent Dr. M. Eddicks infektiösen Erkrankungen der Atemwege und des Verdauungstraktes beim Schwein.

22.06.2021: Tierarzneimittelgesetz: Deutsche Zoos fordern international gültige Therapiestandards

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) äußert scharfe Kritik an den geplanten Änderungen des Tierarzneimittelgesetzes und fordert eine umfassende Überarbeitung. Besonders in der Kritik steht neben Einordnung von Zootieren als potenzielle Lebensmittel der Zugang zu hochwirksamen Narkosemitteln für Tiere. „Wenn das neue Tierarzneimittelgesetz so kommt, wie momentan vom Ministerium vorgeschlagen, ist das ein ganz bewusst in Kauf genommener Rückschritt für den Tierschutz“, sagt der Präsident des Verbandes, Jörg Junhold, selbst promovierter Tierarzt und Zoodirektor in Leipzig. „Angesichts der zahlreichen und über viele Jahre formulierten Hinweise seitens der Veterinäre und verschiedener Verbände fehlt mir jedwedes Verständnis für die Nichtberücksichtigung der
Fachexpertise seitens der Regierung.“ Junold kritisiert die geplante Änderung bezüglich der Narkosemittel, die für Zootiere wegen der Wirksamkeit häufig aus Nicht-EU-Ländern kommen. Nicht wegen ihrer Eignung, sondern allein wegen ihrer Herkunft dürften sie mit der Gültigkeit des neuen Gesetzes nicht nach Deutschland eingeführt werden. Während das EU-Gesetz jedoch ab 1. Januar solche Umstände als sogenannten Therapienotstand betrachtet, was bedeutet, dass im Falle von Mitteln ohne wirksame Alternativen auf Produkte aus Drittländern zurückgegriffen werden darf, schließt das deutsche Tierarzneimittelgesetz diese Lösung aus. „Dass wir das im vorliegenden Gesetzentwurf nach jahrelangen Hinweisen nicht hinbekommen, ist in meinen Augen ein Armutszeugnis für das Zooland Deutschland“, sagt Verbandspräsident Jörg Junhold.

22.06.2021: Zahl der TFA in Ausbildung steigt weiter

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe (VMF) zeigen sich erfreut über die Entwicklung der Tiermedizinischen Fachangestellten (TFA) auf dem Arbeitsmarkt. Zum Stichtag 31.03.2021 ist die Zahl der Ausbildungsverträge in den niedergelassenen Tierarztpraxen und Tierkliniken im Vorjahresvergleich um 18 Prozent gestiegen. Schon im Pandemiejahr 2020 gab es mehr Auszubildende als in 2019, und das, obwohl weniger Unternehmen Ausbildungsplätze angeboten hatten. „Für den bpt ist das ein starkes Zeichen dafür, dass unser Sonderweg in den Freien Berufen, also als Tarifpartner mit der Arbeitnehmervertretung zu verhandeln, richtig und zukunftsweisend ist“, erklärt bpt-Geschäftsführer Heiko Färber. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Fachkräftesicherung und den Erhalt
der Leistungsfähigkeit der Tiermedizin in Deutschland.“ Mit Beginn des kommenden Monats werden die Gehälter der TFA im 1. bis 4. Berufsjahr linear um vier Prozent und ab dem fünften Berufsjahr um drei Prozent steigen. Doch trotz der momentan steigenden Zahlen der sozialversicherungspflichtig beschäftigten TFA ist der Fachkräftemangel in einigen deutschen Regionen schon zu spüren, wie Silke Agus, Referatsleiterin TFA im Verband medizinischer Fachberufe, erklärt. „Um dem zu begegnen, sollte nicht nur in die Ausbildung, sondern auch in die Arbeitsbedingungen der TFA investiert werden. Denn von den gegenwärtig 18.780 TFA sind rund 5.800 noch in der Ausbildung und viele bleiben leider nicht in diesem Beruf“, fordert Agus. Bpt und VMF sind sich deshalb einig, dass sie gemeinsam die Gründe für diese Abwanderung analysieren und Konzepte gegen den Fachkräftemangel erarbeiten müssen.

21.06.2021: Verbundvorhaben für nachhaltige und wettbewerbsfähige Rinderhaltung

Das Verbundvorhaben „InnoRind“ ist ein deutschlandweites Innovationsnetzwerk zur Rinderhaltung an der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel (CAU). Unter der Leitung von Professor Georg Thaller steht die Aufzucht von Kälbern und Jungrindern sowie die Haltung von Mast- und Milchrindern von morgen im Fokus. Um den Status quo der deutschen Rinderhaltung zu ermitteln, Verbesserungspotentiale zu erkennen und die Umsetzung der Verbesserungen auf den Versuchsbetrieben zu planen, wurden die Kompetenzen im Bereich der Nutztierhaltung gebündelt. „Für uns ist es etwas Besonderes, ein Verbundprojekt dieser Größe und dieser Bedeutung im Bereich Tierwohl koordinieren zu dürfen. Mit zehn Projektpartnern und ihren
Versuchsbetrieben wollen wir innovative Haltungs- und Managementkonzepte für den Kälber-, Mast- und Milchviehbereich entwerfen, die das Tierwohl auf zahlreichen Rinderbetrieben in Deutschland verbessern können. Gleichzeitig legen wir einen Schwerpunkt auf die Reduzierung von Emissionen und die gesellschaftliche Akzeptanz unserer Maßnahmen. Nur wenn der Verbraucher mitgenommen wird, können wir die Rinderhaltung auch für die nächsten Jahrzehnte nachhaltig und wettbewerbsfähig gestalten", so Nadine Schnipkoweit, Koordinatorin des Projektes vom Institut für Tierzucht und Tierhaltung. Neben der kuhgebundenen Kälberaufzucht steht auch die Vermarktung männlicher Reinzuchtkälber auf der Agenda.

21.06.2021: Hirschlausfliegen machen Hunde und Pferde nervös

Mit ihrem flachen, rotbraunen Körper sieht die eher unbekannte Hirschlausfliege dem Gemeinen Holzbock zum Verwechseln ähnlich. Statt acht Beinen wie Zecken hat der Parasit jedoch nur sechs Beine. Das Flügelpaar wirft der Blutsauger ab, sobald dieser sich auf einem Wirt niedergelassen hat. Neben Hirschen und Rehen gehören auch Menschen, Pferde und Hunde zu den bevorzugten Wirten. Der Biss bzw. Stich einer Hirschlausfliege kann starke allergische Reaktionen auslösen. Da ca. 90 Prozent der Parasiten das Bakterium Bartonella schoenbuchensis in sich tragen, wird die Hirschlausfliege als Überträger eines Zoonose-Erregers eingestuft. Die Insekten schwärmen meist an Waldrändern, wodurch nicht selten Pferde befallen und nervös werden. Nach dem Biss, meist rund um Mähne und Schweif, kann es bei den Tieren zu schmerzhaften Symptomen kommen, was manche Pferde sogar in Panik versetzen kann: Sie versuchen die Fliegen
abzuschütteln und verletzten sich dabei teilweise selbst. Fliegendecken schützen die Tiere vor den Attacken der Hirschlausfliege. Zudem sollten die Reiter Fliegen-Hotspots möglichst meiden. Auch Hunde werden häufig zu Opfern der Blutsauger. Typische Anzeichen für einen Biss sind Unruhe sowie wiederholtes Kratzen und Beißen in die eigene Haut. Entdecken HalterInnen festgebissene Hirschlausfliegen im Fell der Vierbeiner, sollten diese mit einem feinen Kamm gelöst werden. Auch ein Entfernen der lästigen Parasiten mit Hilfe eines breiten Klebebandes oder das Abspritzen von Pferden und Hunden mit Wasser sind zu empfehlen. Der Juckreiz an den Bissstellen kann mit Kühlen gelindert werden. Bei sehr starken Symptomen können ein Antiallergikum oder Schmerzmittel helfen, das der Tierarzt verschreibt. Die Wirkung von sogenannten Spot-Ons, die vor Zecken und Flöhen helfen, ist bei Hirschlausfliegen nicht gewährleistet.

21.06.2021: Befall mit dem Augenwurm immer häufiger in Deutschland diagnostiziert

Der ursprünglich in Asien beheimatete Augenwurm (Thelazia callipaeda) ist ein zu den Fadenwürmern gehörender Parasit, der sich durch das veränderte Klima und den Reiseverkehr immer weiter Richtung nördliches Europa ausbreitet. Bei Hunden verursacht der Augenwurm die okuläre Thelaziose. Hierbei nistet sich der Wurm in der Bindehaut des befallenen Hundes ein und löst eine Entzündung aus, die mit Juckreiz und Tränenfluss einhergeht. Bei einem stärkeren oder fortgeschrittenen Befall sind die weißen, bis zu zwei Zentimeter langen Würmer sogar leicht im Hundeauge zu erkennen. Auch Katzen, Füchse, Wölfe und Kaninchen können von Augenwürmern befallen werden.
Als Überträger des Augenwurmes gelten Fruchtfliegen der Gattung Phortica, die die Wurmlarven über das Tränendrüsensekret des Tieres aufnehmen und nach einer mehrwöchigen Entwicklungszeit weitergeben. Bei einem Augenwurmbefall ist eine medikamentöse Behandlung des Hundes durch den Tierarzt sowie das Entfernen des Parasiten mit einer Pinzette oder Spülung erforderlich. Um den Vierbeiner vor einem Befall zu schützen, werden Antiparasitika z. B. in Form von Kautabletten empfohlen. Diese wirken neben Würmern auch gegen Milben, Zecken und Flöhe. Detaillierte Informationen zu Wurmbefall bei Hunden finden Sie auch in unserem gleichnamigen Fokusthema.

18.06.2021: Stressfrei reisen mit Hund

Nach Aufhebung der Reisebeschränkungen können endlich die ersten Sommerreisen beginnen. Wenn der eigene Hund mit in den Urlaub fahren soll, ist eine besondere, hundegerechte Planung notwendig. Um bei allen Reisenden Stress zu vermeiden, empfiehlt der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT), den Vierbeiner beim Tierarzt im Vorfeld mit einem Transponder (Chip) versehen zu lassen und die dort eingetragene Registrierungsnummer bei einer Datenbank, beispielsweise bei Tasso oder beim Haustierregister „Findefix“ des Deutschen Tierschutzbundes, erfassen zu lassen. Denn in einer ungewohnten Umgebung könnte sich der Hund verlaufen bzw. das Urlaubsdomizil nicht wiederfinden. Die Nummer wird auch im Heimtierpass eingetragen, der im Reisegepäck auf keinen Fall fehlen darf. Zudem sollten die HundebesitzerInnen rechtzeitig vor dem Reiseantritt prüfen, ob ihr Hund ausreichend gegen wichtige Erkrankungen geimpft und gegen Parasiten geschützt ist. Zu einer angenehmen Reise
gehört auch, dass der eigene Fress- und Wassernapf, die gewohnte Ruhedecke oder das Lieblingsspielzeug mitgenommen werden. Bei Fahrten mit dem Auto sollte zudem darauf geachtet werden, dass das Tier ausreichend gesichert ist. Für den Fall eines unvorhergesehenen Bremsmanövers verringern Trenngitter, spezielle Gurtsysteme oder eine Transportbox das Verletzungsrisiko. Der BfT empfiehlt, mit dem Hund vor Fahrtantritt einen ausgiebigen Spaziergang zu unternehmen. Wichtig sind außerdem regelmäßige kurze Pausen. Hierbei sollte der Hund auf keinen Fall im Auto allein zurückbleiben. Denn bei einer Außentemperatur von 30 Grad und mehr heizt sich das Auto innerhalb sehr kurzer Zeit auf 46 Grad Celsius auf, was für den Hund tödlich enden kann. Der Tierarzt kann den HalterInnen zudem spezielle Medikamente für die Hundereiseapotheke mitgeben. In unserem Fokusthema „Haustiere in der Ferienzeit“ finden TierhalterInnen noch viele weitere wertvolle Tipps für die anstehende Reisezeit.

18.06.2021: Vielfalt der Brutvogelarten nimmt in Städten immer mehr ab

Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft (OAG) Bonn am Museum Koenig sowie Forschende der Universität Bonn haben in einer aktuellen Studie die Vogelpopulation im Bonner Stadtteil Dottendorf untersucht. Dabei haben sie die Zahl der Brutvogelpaare im Jahr 1969 mit der in 2019 verglichen. Das Ergebnis ist erschreckend. Innerhalb der letzten 50 Jahre sind viele Vogelarten deutlich seltener geworden bzw. lokal ausgestorben. Kamen 1969 noch 57 Brutvogelarten in Dottendorf vor, waren es 2019 nur noch 39. Insgesamt verschwanden 22 Arten, aber nur vier neue kamen hinzu. Neben Nachtigall und Wendehals, die schon im Jahr 1969 nur vereinzelt beobachtet wurden, nahm auch die Zahl von Gebäudebrütern wie Mauersegler oder Mehlschwalbe ab bzw. wurden gar nicht mehr gesichtet. Die Zahl der Waldarten wie Ringeltaube, Mönchsgrasmücke oder Singdrossel ist jedoch ungewöhnlich angestiegen, was vermutlich an den sich verändernden Gärten in dem Stadtteil liegt. „Lokale Besonderheiten gehen verloren und mit ihnen die spezialisierten Arten”, sagt
Privatdozent Dr. Stefan Abrahamczyk vom Nees-Institut der Universität Bonn, der schon seit Jahren an botanischen und ornithologischen Themen wie etwa der Vogelbestäubung forscht. Aufgrund des Klimawandels neu aufgetretenen Vogelkrankheiten sowie der Veränderung der Siedlungen überlebt vielfach nur eine geringe Zahl anpassungsfähiger Arten, diese aber in hoher Dichte. „Man spricht in diesem Zusammenhang von biologischer Homogenisierung”, erklärt Darius Stiels, Vorsitzender der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (OAG) Bonn am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig. „Zu unserem großen Erstaunen konnten wir, trotz des massiven Verlustes der Artenvielfalt, weder einen Rückgang der Zahl der Brutpaare noch eine Abnahme der Biomasse feststellen“, sagt Stiels weiter. Seltenere Arten wurden offenbar durch Vertreter häufigerer Arten zahlenmäßig kompensiert. Obwohl die Studie auf Dottendorf begrenzt war, dürften ähnliche Veränderungen an vielen Orten zu beobachten sein, sind die Wissenschaftler überzeugt.

18.06.2021: Neues Zentrum in Berlin erforscht alternative Methoden zu Tierversuchen

In Berlin entsteht das neue Einstein-Zentrum zur Erforschung alternativer Methoden zu Tierversuchen. An verschiedenen Standorten in der Hauptstadt, unter anderem an der TU Berlin, wird daran geforscht, Tierversuche durch 3D-Modelle aus menschlichen Gewebekulturen zu ersetzen. Mit dieser Methode können die Ergebnisse aus ihren Laborexperimenten leichter auf den Menschen übertragen werden. „90 Prozent aller Wirkstoffe, die sich im Tierversuch als vielversprechend herausgestellt haben, fallen nachher bei der klinischen Überprüfung am Menschen durch. Bei Krebsmedikamenten sind es sogar 97 Prozent“, erklärt Jens Kurreck, Professor für Angewandte Biochemie an der TU Berlin, der einer der drei KoordinatorInnen des Zentrums ist. Kurreck und sein Team nutzen das
neue Verfahren „3D-Biodruck“ und drucken Organmodelle aus lebenden Zellen, die ähnliche Funktionen haben wie menschliche Organe. Dabei wird „Biotinte“, die aus menschlichen Zellen besteht, Schicht für Schicht von einer Düse aufgetragen, bis ein Gebilde von bis zu einem Quadratzentimeter entstanden ist. „Man kann sogenannte Organoide zum Beispiel durch Selbstorganisation der Zellen wachsen lassen, unsere Forschungsgruppe aber druckt die Organmodelle“, so der Forscher. Für das neue Forschungszentrum sind sechs Forschungs- und zwei Querschnittsprojekte zu Darm, Lunge, Herz, Hirn, Leber und zur neuromuskulären Verbindung geplant. Grundlage sind immer menschliche Zellen. Die Einstein Stiftung fördert das Zentrum mit rund 5,3 Millionen Euro bis Ende 2026.

17.06.2021: Bundeseinheitliche Regelung für Tiertransporte gefordert

Jedes Jahr werden Millionen Nutztiere von EU-Mitgliedsstaaten in sogenannte Drittstaaten transportiert. In vielen Fällen erleiden die Tiere große Qualen, da die festgelegten Transportpausen nicht eingehalten werden und die Versorgung nicht annähernd ausreichend ist. Dass auch auf Tiertransporten innerhalb Österreichs gegen den Tierschutz verstoßen wird, hat Tiertransport-Experte und Veterinärmediziner Alexander Rabitsch umfassend dokumentiert. Seine Recherchen ergaben, dass die höchstzulässigen Zeiten von Kälbertransporten vielfach überschritten wurde und die Versorgung der jungen Tiere oft nicht sichergestellt ist, was zum Tod von 30 Prozent der transportierten Kälber in Österreich geführt hat. „Wir alle kennen die Bilder von den leidenden Kälbern im Ausland, doch kaum jemand erfährt vom unendlichen Elend in unserem eigenen Land. Hier werden die Augen verschlossen, weil das Geschäft mit den armen Jungtieren hochprofitabel ist. Tiere im Alter von 13 Tagen über viele Stunden zu transportieren ist absolutes Unrecht und es führt, das zeigen nicht zuletzt nun auch die hochaktuellen Recherchen von Alexander Rabitsch, nicht nur zu Leid, sondern auch oft zum Tod. Die Bundesregierung ist aufgefordert hier sofort zu handeln und ein
Verbot zu erlassen. Vor der vollendeten 5. Lebenswoche sollten nach Ansicht von Experten überhaupt keine Transporte durchgeführt werden dürfen - das sollte die Richtgröße sein, nicht die wirtschaftliche Dimension“, erklärt oekoreich-Bundeskoordinator Sebastian Bohrn Mena. Die Tierschutzorganisation PROVIEH fordert einen sofortigen Stopp von Lebendtiertransporten bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Denn solch eine extreme Hitze bedeutet einen enormen zusätzlichen Stress für die Tiere. „Tiertransporte müssen so schonend wie nur möglich durchgeführt werden. Transporte in nicht klimatisierten LKWs bei Temperaturen von 30 Grad und mehr sind eine Qual für die Tiere und sollten gänzlich untersagt werden.  Auch sollten mindestens in den Sommermonaten keine lebenden Tiere mehr exportiert werden, denn durch Staus zur Ferienzeit und Wartezeiten an der Grenze heizen sich die Fahrzeuge noch mehr auf”, fordert Patrick Müller, Hauptstadtreferent bei PROVIEH. Einige Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder Schleswig-Holstein haben bereits in den letzten Jahren reagiert und entsprechende Erlasse herausgegeben. Doch es bedarf einer dringenden bundeseinheitlichen Regelung, so Müller.

17.06.2021: Schweiz setzt Fokus auf Infektionskrankheiten und Zoonosen

Die Tiergesundheitsstrategie Schweiz 2022+, kurz TGS22+, hat das Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit von Mensch und Tier. Der besondere Fokus liegt dabei auf den Punkten Prävention, Krisenvorsorge, Bekämpfung von Tierseuchen und wirtschaftlich bedeutenden Tierkrankheiten, Internationale Zusammenarbeit sowie Wissenschaft, Forschung und Entwicklung. Dabei sollen insbesondere Infektionskrankheiten und Zoonosen
stärker im Sinne von One Health betrachtet werden. Unter dem Motto „gemeinsam – innovativ – tatkräftig“ ist eine enge Zusammenarbeit des Veterinärdienstes Schweiz mit anderen Akteuren im Bereich Tiergesundheit eines der Ziele. Eine weitere Maßnahme wird der Ausbau der Digitalisierung, besonders im Bereich der Datenerfassung und -auswertung, sein. Die TGS22+ wird ab dem Jahr 2022 gemeinsam mit den involvierten Partnern umgesetzt.

17.06.2021: Kompetenzzentrum für Geflügelgesundheit in Wien eröffnet

Am 25. Mai 2021 hat das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim in Wien ein internationales Kompetenzzentrum für die Gesundheit von Geflügel eröffnet. Neben dem Kundensupport für Geflügelproduzenten sollen in dem bereits weltweit achten VTS- Kompetenzzentrum des Unternehmens zudem Ausbildungs- und Trainingseinheiten zum richtigen Umgang mit den Geflügelimpfstoffen angeboten werden, coronabedingt mehrheitlich als Online-Schulungen. „Mit unserem hochwertigen Portfolio sind wir ein starker Partner für Geflügelproduzenten weltweit. Unsere Kunden schätzen eine intensive und regionale Betreuung. Das neue VTS-Zentrum in Wien setzt genau
dort an und ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, unseren Kunden ein Gesamtpaket aus Impfstoff, Equipment und Service anzubieten“, erklärt Dr. Heinz Zeiner, Head of Department Food Producing Animals bei Boehringer Ingelheim in Wien. Als erste Anlaufstelle bei Fragen zum gesamten Leistungsspektrum rund um die Geflügelgesundheit wickelt das Zentrum zudem die Qualitätssicherung, Lagerung, Wartung und Reparatur der eigens entwickelten Impfgeräte ab. Auf ihrem E-Learning-Portal bietet die Boehringer Ingelheim Vetmedica Tierärztinnen und Tierärzten kostenfreie Online-Fortbildungen zu zahlreichen Themen rund um die Tierart Geflügel an.

16.06.2021: Zoos kritisieren Entwurf des TAMG scharf

Der Verband der Zoologischen Gärten kritisiert den aktuellen Gesetzentwurf zum nationalen Tierarzneimittelgesetz (TAMG) des Bundeslandwirtschaftsministeriums scharf. Würde der Text ohne Änderungen beschlossen, würde dies einen Rückschritt in puncto Tierschutz bedeuten, weil die Zootierärzte in der Folge ohne die besten Mittel für ihre tierischen Patienten auskommen, damit Tiere und Mitarbeiter gesundheitlich
gefährden oder am Rand der Illegalität operieren müssten. In einer Online-Pressekonferenz wird der Verband der Zoologischen Gärten am Donnerstag die Hintergründe erläutern. Als Gesprächspartner stehen der Präsident des Verbandes, Prof. Dr. med. vet. Jörg Junhold, Zoodirektor in Leipzig und Dr. med. vet. Sven Hammer, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Zootierärzte und Zoodirektor in Görlitz zur Verfügung.

16.06.2021: Fledermaustollwut in Minden

In Minden ist bei einer Fledermaus die seltene Fledermaustollwut nachgewiesen worden. Das gab das Veterinäramt im Kreis Minden-Lübbecke am Dienstag bekannt. Die betroffene Fledermaus war zuvor geschwächt in eine Auffangstation gebracht worden. Aufgrund seiner Aggressivität wurde das Tier euthanasiert und zur Untersuchung nach Hannover
geschickt. Dort wurde dann das Tollwutvirus nachgewiesen. Daher warnt das Veterinäramt, Fledermäuse grundsätzlich nur mit festen Lederhandschuhen anzufassen, da eine Infektion mit dem Virus auch für den Menschen tödlich ist. Im Jahr 2020 gab es in Deutschland insgesamt vier Fälle von Fledermaustollwut, 2019 waren es neun.

16.06.2021: ASP breitet sich in Polen rasant aus

In Polen ist im Jahr 2014 der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Auch heute grassiert die hoch ansteckende Tierseuche noch im Land. Allein im laufenden Jahr wurden bereits rund 1650 Fälle bei Wildschweinen nachgewiesen. Auch zwei Betriebe mit Hausschweinen waren betroffen. Sorgen bereitet Experten dabei vor allem die Ausbreitung der Virusgebiete, speziell die vergleichsweise großen territorialen Sprünge, die
das Virus in diesem Jahr gemacht hat. Aus Deutscher Sicht stellen vor allem die zahlreichen Funde infizierter, toter Wildschweine in der Wojewodschaft Lebus eine Gefahr dar. Lebus liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Brandenburg. In Deutschland ist die ASP bislang in Brandenburg und in Sachsen bei Wildschweinen nachgewiesen worden. Seit September 2020 bis zum 15. Juni 2021 sind insgesamt 1.310 ASP-Fälle bei Schwarzwild bestätigt worden.

16.06.2021: Deutsches Tierärzteblatt geht zurück zur Schlüterschen

Das Deutsche Tierärzteblatt (DTBL) wird ab 2022 wieder bei der Schlüterschen verlegt werden. Dies teilte der Geschäftsführer der Schlüterschen Fachmedien GmbH, Lutz Bandte, am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Geschäftsführer des Deutschen Ärzteverlags, Jürgen Führer, mit. Seit 2017 war das DTBL im Deutschen Ärzteverlag erschienen. „Wir haben das Mitteilungsblatt der Bundestierärztekammer e.V. immer gern betreut und bedanken uns für fünf Jahre sehr angenehme, sehr erfolgreiche Zusammenarbeit“, so Führer. Man habe jedoch im Dialog mit den eigenen Gesellschaftern – Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung – entschieden, den Fokus der Geschäftstätigkeit des Verlags künftig verstärkt auf
den Bereich der Humanmedizin zu legen, wodurch das Deutsche Tierärzteblatt nicht mehr in das Portfolio des Deutschen Ärzteverlags passe. Das Deutsche Tierärzteblatt erreicht mit einer verbreiteten Auflage von 43.114 Exemplaren (IVW Q4/2020) alle approbierten Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland. „Als Schlütersche begleiten wir die Veterinärbranche mit umfassenden Medien-Services. Bücher, Fachzeitschriften, Online-Angebote und Seminare sind praxisnah auf die Bedarfe von Tierärztinnen und Tierärzten sowie Tiermedizinischen Fachangestellten zugeschnitten. Daher freuen wir uns sehr, dass das Deutsche Tierärzteblatt wieder zurück zur Schlüterschen kommt, wo es zuvor bereits über 40 Jahre zum Portfolio gehört hatte“, so Bandte.

15.06.2021: Mit dem EU-Parlament diskutieren

Am 29. Juni findet von 15:00 bis 17.30 Uhr die jährliche Sitzung der „Interest Group“ der Mitglieder des Europäischen Parlaments statt. TierärztInnen haben dort die Möglichkeiten, über ein nachhaltiges Modell der Lebensmittelproduktion,
einen verantwortungsvollen Einsatz von antimikrobiellen Substanzen und über eine globale Antwort auf die Bekämpfung von Resistenzen zu diskutieren. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich.

15.06.2021: Experten empfehlen WNV-Impfung von Pferden

Das West-Nil-Virus (WNV) breitet sich langsam, aber sicher immer mehr in Deutschland aus. Überträger sind verschiedene Mückenarten. Neben Vögeln und Menschen sind am häufigsten Pferde von einer Infektion mit dem Virus betroffen. Seit dem ersten Nachweis des Virus in Deutschland bei einem Bartkauz im August 2018 hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mehrere Fälle von WNV bei Vögeln und Pferden festgestellt. Allein in 2020 wurden 63 WNV- Nachweise bei Zoo- und Wildvögeln ermittelt, sowie 22 infizierte Pferde. Inzwischen gehen ExpertInnen davon aus, dass das Virus in einheimischen Stechmücken in Deutschland überwintern kann. Typische Symptome eines an WNV erkrankten Pferdes sind Fieber, ataktische Bewegungsstörungen und schließlich eine Hinterhandschwäche, die fast immer mit dem Festliegen der Pferde endet. 45 Prozent der festliegenden Pferde verenden trotz
einhergehender symptomatischer Behandlung. „Wenn ein Tier erkrankt, ist es wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen“, sagt Tierarzt Jörg Jähn. Gleichzietig rät er PferdehalterInnen unbedingt zu einer Impfung gegen WNV. Diesem Rat folgen auch immer mehr TierhalterInnen. „Waren es zuvor etwa 5 Prozent der Pferdebesitzer, die ihre Tiere impfen ließen, so sind es mittlerweile 30 bis 40 Prozent“, so Jähn. Momentan stehen in Deutschland drei Impfstoffe zur Verfügung. Nach der Grundimmunisierung mit zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen muss die WNV-Impfung einmal jährlich wiederholt werden. Auch wenn der beste Zeitpunkt für die Impfung vor dem Start der Mückensaison ist, macht es Sinn, die Pferde auch zum jetzigen Zeitpunkt noch zu impfen, da die Mücken noch weit in den Herbst hinein aktiv sind. Viele weitere Informationen zum West-Nil-Virus finden Sie auch in unserem gleichnamigen Fokusthema.

15.06.2021: G7-Länder fordern weitere Untersuchung zum Ursprung der Corona-Pandemie

Auf dem Gipfeltreffen der G7-Länder ist der Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Ursprung von Covid-19 kritisiert worden. Die Staats- und Regierungschefs fordern eine erneute Untersuchung. Die WHO war in ihrem Bericht zu dem Schluss gelangt, dass das Virus Sars-CoV-2 von Fledermäusen übertragen worden ist. Dies zweifeln ExpertInnen an. Sie vermuten, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China der Zugang zu
möglicherweise heiklen Daten verwehrt worden sei. Die G7-Staaten wollen mit einer weiteren, vertiefenden Untersuchung herausfinden, ob nicht doch ein Laborunfall im Institut für Virologie in Wuhan für die weltweite Pandemie verantwortlich ist. Dafür sei eine „transparente“ und „von Experten geleitete“ Studie notwendig. Der neue US- Präsident Joe Biden geht derweil einen eigenen Weg – er ordnete seine Geheimdienste bereits an, den Ursprung von Covid-19 zu untersuchen.

15.06.2021: Heu ist in der Pferdefütterung maßgeblich

Zu viele Pferde in Deutschland sind zu dick. Dies liegt meist an den Futtergewohnheiten der PferdehalterInnen sowie an zu wenig Bewegung, weiß Tierernährungsexpertin Prof. Dr. Ellen Kienzle von der Uni München. „Wir sehen eine Menge adipöser Pferde“, sagt Kienzle. Sie rät zu Möhren und ausreichend viel Heu in guter Qualität. „Wirklich hochwertiges Heu enthält ausreichend Nährstoffe, sodass ein Pferd bei Erhaltungsbedarf und auch noch bei leichter Arbeit problemlos alleine von qualitativ hochwertigem Heu in ausreichender Menge leben kann“, empfiehlt auch Tierärztin Lisa
Mihsler-Kirsch von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Hat das gefütterte Heu keine ausreichende Qualität, muss Mineralfutter zugefüttert werden. Aufschluss über eine ausreichende Menge an Mineralstoffen im Heu kann bereits die Lage des Herkunftsbetriebs geben oder aber eine Analyse des Heus. Leistungspferde benötigen zusätzliches Kraftfutter, am besten in Form von Gerste oder Mais, rät Kienzle. Hafer enthalte hingegen einen hohen Energiegehalt, der manchen Pferden zu Kopf steigt und für die PferdehalterInnen nur schwer handelbar sind.

15.06.2021: Mindeststandards für Mastputenhaltung gefordert

Jährlich werden in Deutschland ca. 35 Millionen Puten geschlachtet. Doch ist die Putenhaltung bis jetzt nicht in der Nutztierhaltungsverordnung aufgeführt. Um die Umsetzung des Staatszieles Tierschutz zu erreichen sowie Tierschutzprobleme in der Putenhaltung zu beenden, haben die Agrarminister der Länder im Rahmen der Agrarministerkonferenz (AMK) nun Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) aufgefordert, schnellstmöglich spezifische rechtsverbindliche Mindeststandards festzulegen. Das geforderte Kapitel zur
Putenhaltung soll außerdem eine Frist für den Ausstieg aus dem Schnabelkürzen vorsehen. Weiterhin appellieren die Minister an den Bund, sich dafür einzusetzen, dass die Haltung von Mastputen auch auf EU-Ebene berücksichtigt wird. Auf Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte in einem E-Learningkurs zu Infektionskrankheiten bei Geflügel fortbilden. Das erste Modul befasst sich mit den häufigsten und bedeutendsten Infektionskrankheiten der Atemwege und des Verdauungstraktes bei Puten.

15.06.2021: Zahl der Mega-Sauenhalter wächst

Die Zahl der weltweiten Sauenhaltungen mit mehr als 100.000 Tieren ist im vergangenen Jahr um sechs auf vierzig Betriebe angewachsen. Insgesamt werden allein in diesen Großbetrieben mehr als 16,5 Mio. Sauen gehalten. Wie der jährlichen Rangliste des global agierenden Zuchtunternehmens Genesus zu entnehmen ist, sind fünfzehn der vierzig der „Mega-Sauenhalter“ in China angesiedelt, darunter fünf Neuzugänge. Auf Platz 1 der Rangliste befindet sich die Muyuan Foodstuff Company, die ihren Bestand im vergangenen Jahr um 1,34 Mio. auf 2,62 Mio. Sauen aufgestockt hat.
Auf den Plätzen 2 und 3 folgen die Wens Group aus China mit 1,8 Mio. Tieren sowie das zu der chinesischen WH-Group gehörende amerikanische Unternehmen Smithfield mit 1,23 Mio. Sauen. Trotz der Corona-Pandemie und der grassierenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) konnte die Volksrepublik ihren Schweinebestand auf insgesamt 9,37 Mio. Sauen in Großbeständen ausbauen. Hinter den USA mit insgesamt 3,6 Mio. Schweinen in elf Mega-Unternehmen belegen Brasilien, Russland, Thailand sowie als einzige EU-Länder Frankreich und Spanien die weiteren Plätze der Rangliste.

14.06.2021: Moder bleibt FVE-Vizepräsident

bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder ist am vergangenen Freitag (11.06.2021) von der Delegiertenversammlung des Europäischen Tierärzteverbandes FVE einstimmig für weitere zwei Jahre zum
FVE-Vizepräsidenten gewählt. Ebenfalls im Amt bestätigt wurden Präsident Dr. Rens van Dobbenburgh (NL) sowie die Vizepräsidenten Dr. Torill Moseng (NOR), Dr. Thierry Chambon (FR) und Dr. Stanislaw Winiarczyk (POL).

14.06.2021: bpt bei TAMG-Anhörung im Bundestag vertreten

Am 7. Juni 2021 hat die öffentliche Sachverständigenanhörung zum Entwurf der Bundesregierung für ein nationales Tierarzneimittelgesetz (TAMG) im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft stattgefunden. Daran hat auch PD Dr. Andreas Palzer als Sachverständiger und Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt) teilgenommen. Zudem hatte der bpt noch einmal seine Änderungswünsche vom 12. April 2021 zum Wohle der Tierärzteschaft bekräftigt. Dazu gehört u.a. der Erhalt der für die Nutztierpraxis wichtigen 7/31-Tage-Regelung, eine unbürokratische Ausgestaltung der tierärztlichen Behandlungsanweisung für Kleintiere und Pferde sowie
das Ermöglichen des Versandhandels für die Weiterbehandlung von Nicht-Lebensmittel liefernden Tieren. Zudem lehnt der bpt ein Vorziehen der nach EU-Recht für 2029 vorgeschriebenen Antibiotikaverbrauchsdatenerfassung für Kleintierpraxen auf das Jahr 2026 aus Praktikabilitätsgründen generell ab, ebenso wie den noch diskutierten Einsatz von nicht-verschreibungspflichtigen Human-Homöopathika durch Nicht-Tierärzte aus Tierschutzgründen. Der Gesetzentwurf wurde noch nicht - wie ursprünglich vorgesehen - am 10./11. Juni in 2./3. Lesung vom Deutschen Bundestag verabschiedet, sondern soll jetzt am letzten Sitzungstag in dieser Legislaturperiode, also am 25. Juni 2021, verabschiedet werden.

14.06.2021: Artensterben in Afrika dramatisch

Weltweit sind inzwischen rund eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Die größte Schuld daran trägt der Mensch. Durch die andauernden Verschmutzung der Meere, der Rodung von Wäldern sowie der Vergiftung der Umwelt werden nach und nach die Lebensräume der Tiere zerstört. Besonders dramatisch schreitet das Artensterben in Afrika voran. Auch die Populationen von Gorillas, Elefanten und Giraffen sind stark betroffen. Kriege, instabile politische und wirtschaftliche Situationen sowie Wilderei auf dem Kontinent führen dazu, dass die Artenvielfalt immer weiter abnimmt. Um den Verlust der Biodiversität entgegenzuwirken, muss
dringend gehandelt werden. Jeder kann den Kampf gegen das Artensterben unterstützen. Neben der finanziellen Unterstützung von internationalen Tierschutzorganisationen sollte auch das eigene Kauf- und Essverhalten reflektiert werden. Palmöl beispielsweise ist dafür verantwortlich, dass immer mehr Orang Utans aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt werden. Um die zunehmende Vernichtung der Regenwälder zu stoppen, wäre eine Ernährung mit regionalen und saisonalen Produkten hilfreich. Zudem ist es von großer Bedeutung, dass so viele Menschen wie möglich auf dieses Thema aufmerksam werden.

14.06.2021: 250 Mio. Euro für Insektenschutz

Auf der am 11. Juni 2021 zu Ende gegangenen Agrarministerkonferenz haben die Ministerinnen und Minister der Länder unter anderem beschlossen, landwirtschaftliche Betriebe bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zum Insektenschutz finanziell zu entlasten. Dafür werden weitere 100 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) bereit gestellt. Das hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner im Rahmen des Treffens bekannt gegeben. Zusammen mit den schon vorhandenen Förderungen stünden nun insgesamt 250 Millionen Euro für Insektenschutzleistungen, alleine über die GAK zur Verfügung. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus begrüßt den Beschluss des Bundes: „Das Geld ist ein wichtiges Signal an die Betriebe, dass Leistungen für Artenvielfalt, Klimaschutz und sauberes Wasser anerkannt und
honoriert werden. Es gibt aber noch viel zu tun, um klare Kriterien zu definieren, an welche Leistungen die Zahlungen zukünftig gebunden sein sollen. Hier hätte ich vom Bundeslandwirtschaftsministerium konkretere Vorschläge erwartet“, so Backhaus. Einig waren sich die MinisterInnen auch bei der dringenden Verbesserung der Brandprävention in Tierhaltungsbetrieben. „Ich habe schon lange dafür geworben, ein bundeseinheitliches Prüf- und Zulassungsverfahren für Tierhaltungseinrichtungen zu entwickeln. Damit soll sich nun eine ad- hoc-Arbeitsgruppe von Bund und Ländern beschäftigen und spätestens im kommenden Frühjahr ihre Ergebnisse präsentieren“, so Backhaus, der verschärfte Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz fordert. Dieser müsse zudem im Rahmen von Genehmigungsverfahren streng geprüft werden. Mit diesem Thema wird sich zeitnah die Bauministerkonferenz befassen.

14.06.2021: KI mit Gesichtserkennung soll Koalas zählen

Um die in zahlreichen Regionen Australiens vom Aussterben bedrohten Koalas zu schützen, planen Forschende eine Zählung der Beuteltiere. Denn zusätzlich zu Waldrodungen, Krankheiten und Verkehrsunfällen haben die verheerenden Buschfeuer im australischen Sommer 2019/2020 für eine starke Reduzierung der Koalabestände gesorgt. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) wollen die WissenschaftlerInnen herausfinden, wie viele Koalas in Australien leben. Die spezielle Technologie erkennt die sehr individuellen Gesichter der Koalas. Für ihr KI-Pilotprojekt hat ein Forscherteam der australischen
Griffith-Universität 20 Kameras mit der Technologie der Gesichtserkennung „trainiert“. Diese werden, mit Bewegungssensoren, einem drahtlosen Netzwerkmodul und einem Solarpanel ausgerüstet und im Südosten von Queensland bei Wildbrücken oder -tunneln montiert, die von den Beuteltieren genutzt werden. Mit dieser hoch entwickelten Technologie lassen sich Koalas erkennen und zählen. Zudem kann nachgewiesen werden, wann und wie häufig die Koalas die Übergänge oder Tunnel nutzen, die gebaut wurden, um die Zahl der Autounfälle mit Wildtieren zu verringern.

11.06.2021: EU-Parlament fordert Ende der Käfighaltung bis 2027

Die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ erhält Unterstützung durch das EU-Parlament, das die EU-Kommission auffordert, Gesetzesvorschläge für das schrittweise Ende der Käfighaltung in der EU vorzulegen. Die Abgeordneten betonten jedoch die Notwendigkeit, dass Landwirte und Viehzüchter sowohl eine angemessene Übergangsfrist als auch finanzielle Unterstützung erhalten müssen. Es sei unbedingt zu verhindern, dass kleine und mittlere Betriebe die Tierproduktion aufgeben müssten. Eine neue Gesetzgebung der EU müsse bestehende alternative Systeme zur Käfighaltung weiter verbessern und fördern. „Heute ist ein guter Tag für den Tierschutz!
Wir freuen uns riesig über den Rückhalt aus dem EU-Parlament und fordern jetzt die Europäische Kommission auf, endlich das notwendige Gesetz zur Abschaffung der Käfighaltung zu verabschieden. Die Kommission muss auf die Bürgerinnen und Bürger hören“, erklärt Pierre Sultana, Direktor des European Policy Office von VIER PFOTEN in Brüssel. Das EU-weite Ende der Käfighaltung wäre ein großer Schritt hin zu mehr Tierwohl sowie zu einem besseren Schutz der menschlichen Gesundheit, so Sultana. Denn Tausende Tiere auf engstem Raum sind die ideale Brutstätte für Viren, die auch auf den Menschen übertragen werden können, wie die Corona-Pandemie gezeigt habe.

11.06.2021: Online-Umfrage zum Thema Tierwohl in der Nutztierhaltung

Im Rahmen des Projektes „Nationales Tierwohl-Monitoring (NaTiMon)“ wird aktuell eine Online-Umfrage unter der Leitung des Thünen-Instituts durchgeführt. Mittels dieser Umfrage möchten sich die teilnehmenden WissenschaftlerInnen ein Bild über das Interesse der Bevölkerung an verschiedenen Tierwohl-Aspekten machen. Die Antworten auf Fragen zu Haltungsbedingungen, Transport und Schlachtung sowie des emotionalen Befindens von Nutztieren sollen Aufschluss darüber geben, wie groß das Interesse
der Öffentlichkeit als auch von Landwirtschaft und Aquakultur am Tierwohl in der Nutztierhaltung ist. Gefragt wird auch, in welchen Intervallen eine Berichterstattung zum Tierwohl stattfinden sollte, welche Auswirkungen ein Monitoring hätte und in welcher Form sich die Teilnehmenden am liebsten über die Ergebnisse informieren würden. Die von einem 25-köpfigen Team aus acht deutschen Forschungseinrichtungen initiierte Umfrage ist bis Ende Juli 2021 online und alle sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen!

11.06.2021: Gefahr durch Braune Hundezecke wächst

Die aus Nordafrika stammende Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) ist inzwischen auch im Mittelmeerraum heimisch geworden und kommt endemisch vor. Nun wurden erste Funde aus den Niederlanden und der Schweiz gemeldet, sodass befürchtet wird, dass sich der Parasit immer weiter Richtung Norden ausbreiten wird. Im Gegensatz zu dem in Deutschland weit verbreiteten Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) fühlt sich die Braune Hundezecke auch in warmen Wohnungen sehr wohl. Bei idealen Bedingungen kann sich der Blutsauger dort auch vermehren. „Wir gehen davon aus, dass die Braune Hundezecke mit Hunden, die mit ihren Haltern im Auslandsurlaub waren, nach Deutschland kommt. Es wurden aber auch bereits Exemplare an Hunden gefunden, die ihren Hof nie verlassen hatten – ein Hinweis darauf, dass die Art hier möglicherweise bereits Fuß gefasst hat“, erklärt Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin und Expertin für Zecken an der Universität Hohenheim, die derzeit erforscht,
ob die Braune Hundezecke sich durch die Klimaveränderungen auch außerhalb von Wohnungen ausbreitet. Daher werden HundehalterInnen gebeten, auffällige Zecken einzusenden, die dann im Labor erforscht werden. Denn es handelt sich um eine Art, die nicht ohne die Hilfe von außen gesammelt und erforscht werden kann. Zudem können Bilder von Funden der Braunen Hundezecke eingeschickt werden. Die Blutsauger bevorzugen Hunde für ihre Blutmahlzeit, doch gelegentlich werden auch Menschen gestochen. Die Braune Hundezecke kann Krankheiten wie Ehrlichiose und Babesiose übertragen. ExpertInnen empfehlen HalterInnen, ihren Hund und das Hundebett vor der Rückreise aus dem Urlaub intensiv auf Parasiten abzusuchen. Denn die Braune Hundezecke kann sich schnell zur unangenehmen Plage entwickeln, wenn Exemplare mit dem Hund aus dem Urlaub eingeschleppt wurden. Die beste Prophylaxe ist zudem die Anwendung eines geeigneten Antiparasitikums. Die Tierarztpraxis berät hier gern.

10.06.2021: Sachsen-Anhalt unterstützt Kastration von Streunerkatzen

Die Regierung von Sachsen-Anhalt stellt weitere Gelder für den Kampf gegen die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen bereit. Insgesamt stehen 100.000 Euro für die Kastration von halterlosen Straßenkatzen zur Verfügung. Die Gelder stellen die Fortführung des Kastrationsprogramms des Landes sicher, das September 2020 gestartet ist. Ziel des Programms ist, das weitere Anwachsen dieser problembehafteten Katzenpopulation zu unterbinden und so weiteres Tierleid zu verhindern. Tierschutzvereine können ab 1. September 2021 die teilweise Übernahme der entstehenden Kosten für die Kastrationen freilebender herrenloser Katzen beantragen. Anträge hierfür sind wie auch im vergangenen Jahr an den Landesverband Sachsen-Anhalts
im Deutschen Tierschutzbund zu stellen. Weiterhin gilt wie zuvor: Kosten für die Kastration und Kennzeichnung der Katzen können bis in Höhe von 100 Euro für eine weibliche Katze und 50 Euro für eine männliche Katze übernommen werden - maximal bis zu 4.000 Euro im Jahr pro Tierschutzverein. Bereits mehr als 1600 Streunerkatzen konnten seit Beginn des Programms bereits kastriert werden. „Wenn sich unkastrierte Katzen von Besitzern mit Streunerkatzen paaren, werden meist neue Streunerkatzen geboren", sagte der Tierschutzbeauftragte des Landes, Marco König. Um die Fortpflanzungsspirale der Population zu stoppen, empfiehlt König TierhalterInnen dringend, ihre freilaufenden Katzen kastrieren zu lassen.

10.06.2021: Bedarfsgerechte Fütterung von Schweinen reduziert Emissionen

Das Fressverhalten von Schweinen ist sehr unterschiedlich. Um eine Über- bzw. Unterversorgung der Tiere während der Mast zu verhindern, hat eine Forschungsgruppe unter der Leitung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) das Projekt RESAFE-Pig entwickelt. Das Konzept ermöglicht eine bedarfsgerechte und umweltschonende Fütterung der Schweine, auch in Großgruppen. Weiteres Ziel ist es, die Menge der Emissionen zu reduzieren. „Der Ansatz birgt ein ungemein großes Potenzial, Nährstoffe einzusparen und gleichzeitig Stickstoffemissionen zu verringern“, erklärt Professor Dr. Christian Visscher, Leiter des Instituts für Tierernährung, der das Projekt gemeinsam mit Professor Dr. Karl-Heinz Waldmann, Leiter der Klinik für kleine Klauentiere, leitet. Die Schweine
sollen entsprechend ihres Typs erkannt und individueller als bisher gefüttert werden. Die Untersuchungen zeigen, dass die Emissionen durch den erhöhten Einsatz von Rohfasern in der Fütterungsration um bis zu 40 Prozent reduziert werden können. Dabei können sich die Tiere frei im Stall bewegen und wählen, ob sie sich im Ruhe-, Aktivitäts- oder Fressbereich aufhalten möchten. Zusätzlich ist der Stall ausgestattet mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten, wie beispielsweise einer Suhle, Bürsten und Kaumaterialien, was für mehr Tierwohl im Stall sorgt. Die TiHo wird das Projekt RESAFE-Pig auf der Woche der Umwelt vorstellen, zu der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am 10. und 11. Juni 2021 einladen. Die Veranstaltung findet coronabedingt digital statt.

10.06.2021: Abwassertests als kostengünstiges Frühwarnsystem von Covid-1

Zwar sinken die Infektionszahlen aktuell, aber der nächste Herbst kommt bestimmt, und es ist lange nicht sicher, ob Sars-CoV-2 bis dahin wirklich bezwungen sein wird. Ein sich anbahnendes Infektionsgeschehen kann rund eine Woche vor ansteigenden positiven Testergebnissen durch die Untersuchung des Abwassers erkannt werden. „Die Überwachung von Abwasser liefert kostengünstig und schnell umfangreiche Daten, um die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung zuverlässig zu analysieren und Änderungen im Infektionsgeschehen früh zu erkennen", erklärt Dr. Lisa Strauch, Arbeitsgruppenleiterin der Mikrobiologie und Laborexpertin für Abwasseruntersuchungen bei der SGS Analytics in Fellbach.
„Wir empfehlen Gemeinden bereits jetzt erste Daten zu sammeln, um auf das Infektionsgeschehen im kommenden Herbst schneller reagieren zu können", rät Strauch. Denn zahlreiche Studien zeigen, dass Bestandteile des COVID-19-Virus sich im Abwasser nachweisen lassen, und die Menge der gefundenen Virusbestandteile korreliert mit der Zahl der Infizierten im Einzugsgebiet der Kläranlage. Die Untersuchung einer 24-Stunden-Probe aus dem Zulauf einer Kläranlage ist vergleichbar mit einem anonymisierten Massentest der Bevölkerung. Nur deutlich preiswerter und schneller. Abwassertests liefern ein empfindliches Signal, ob in der Bevölkerung SARS-CoV-2-Infektionen vorhanden sind und ob die Zahl der Infizierten zu- oder abnimmt.

09.06.2021: Rohmilchgüte-Verordnung tritt am 1. Juli 2021 in Kraft

Am 1. Juli 2021 wird die Milchgüte-Verordnung durch die neue Rohmilchgüte-Verordnung ersetzt. Dadurch werden die Abzüge für Hemmstoffe sowie Keim- und Zellzahlen in der Milch neu geregelt. So wird der Abschlag für einen Hemmstoffnachweis (u.a. Antibiotika) von 5 auf 3 Cent je Kilogramm Milch im betreffenden Monat abgesenkt. Für jeden weiteren Nachweis im selben Monat werden jedoch zusätzlich 3 Cent
abgezogen. Unverändert bleiben die Abschläge für Keim- und Zellzahlnachweise. Die Molkereien sind verpflichtet, die Rohmilch vor der Umfüllung durch einen Schnelltest auf die Hemmstoffgruppen Penicilline und Cephalosporine zu testen. Den Landwirten wird empfohlen, als Stallschnelltests die gleichen Testkits einzusetzen, wie sie auch die Molkerei verwendet. Nur so ist eine Vergleichbarkeit erzielbar.

09.06.2021: Tierschützer bekräftigen Verbot von Pelztierfarmen

Der Deutsche Tierschutzbund hat erneut ein Ende der globalen Pelztierhaltung gefordert, nachdem Prof. Dr. Christian Drosten, Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, in einem aktuellen Interview erneut gemutmaßt hatte, dass die Pelzindustrie in China der wahrscheinlichste Ursprung für das SARS-CoV-2-Virus sei. Bereits bei SARS-CoV-1 seien Marderhunde und Schleichkatzen nachweisbar Überträger des Virus gewesen. Über ausgestoßene Aerosole könnte SARS-CoV-2 vom Tier auf Menschen übertragen werden. Auch in Europa belegen die aktuellen Geschehnisse rund um die Corona-Pandemie, welches Risiko von Pelzfarmen ausgeht: Bis jetzt wurden allein in europäischen Ländern auf mehr als 400 Nerzfarmen in zehn EU-Staaten Ausbrüche von SARS-CoV-2 bekannt, bei denen Millionen von Tieren betroffen waren. Außerdem sind die Viren
häufig mutiert und in mehreren nachgewiesenen Fällen sowohl auf Menschen als auch wildlebende Tiere übergegangen. Der Tierschutzbund fordert das Verbot jedoch nicht nur zum Schutz vor SARS-CoV-2 und neuen Mutationen, sondern auch aus Tierschutzgründen. In einigen Ländern Europas wurden Verbote bereits erlassen oder angekündigt. Zuletzt hatte Estland ein Ende der Pelztierfarmen ab 2026 bekanntgegeben. Andere Länder müssten nun nachziehen, so die Tierschützer. Die Forderung nach einem generellen Verbot von Pelztierfarmen erhebt der Deutsche Tierschutzbund derzeit im Rahmen seiner Bundestagswahl-Kampagne „Mein Schicksal – Deine Wahl“. Neben dem Deutschen Tierschutzbund fordern auch andere Tierschutzorganisationen aus den selben Gründen ein sofortiges Verbot der kommerziellen Pelztierhaltung.

09.06.2021: Weidetierprämie für 2022 abgelehnt

Die Forderung des Bundesrates, eine gekoppelte Weidetierprämie für Schafe, Ziegen und Mutterkühe schon in 2022 einzuführen, wird von der Bundesregierung abgelehnt. Das geht aus der Gegenäußerung zu der Stellungnahme der Länderkammer zur Änderung des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes hervor, die das Bundeskabinett am 2. Juni 2021 beschlossen hat. Die Einführung einer Kopf-Prämie mit dem Zielwert von 30 Euro je Muttertier sollte dazu dienen,
die Einkommenssituation der Schäfer nachhaltig zu verbessern. Als Begründung gibt die Bundesregierung an, dass eine gekoppelte Stützung für Weidetiere auf noch zu ermittelnden Referenzbestandsgrößen basieren müsse. Am 7. Juni 2021 haben öffentliche Anhörungen des Ernährungsausschusses des Bundestages begonnen, die noch bis zum 9. Juni 2021 andauern sollen. Inhalt der Gespräche sind die GAP- Gesetzentwürfe sowie die Änderung des Direktzahlungen- Durchführungsgesetzes.

09.06.2021: Boehringer Ingelheim setzt auf KI bei Forschung & Entwicklung

Boehringer Ingelheim und Lifebit Biotech Ltd. sind eine langfristige Partnerschaft eingegangen, um Natural Language Processing (NLP) und Künstliche Intelligenz (KI) für die Erkennung und frühzeitige Meldung globaler Ausbrüche von Infektionskrankheiten zu nutzen. Dazu werden Real World Evidence (RWE) Daten aus wissenschaftlichen Publikationen und anderen öffentlichen Quellen verwendet. Mithilfe der Lifebit REAL-Plattform sollen die Erkenntnisse über die neuesten Ausbrüche von Infektionskrankheiten genutzt werden können, um die Bemühungen in Forschung und Entwicklung (F&E) von Boehringer Ingelheim entsprechend zu priorisieren. Dr. Eric Haaksma, Head of Animal Health Global Innovation Boehringer Ingelheim, teilte mit: „Externe Innovation wird ein immer wichtigerer Aspekt unseres F&E-Ansatzes. Daher gehen wir eine
strategische Partnerschaft mit Lifebit ein, um KI zu nutzen, um wissenschaftliche und andere Quellen in Echtzeit zu überwachen und zu interpretieren, was uns ermöglicht, Daten im Zusammenhang mit Tierkrankheiten zu verfolgen. Dies wiederum wird den Erkennungsprozess beschleunigen, da die riesigen Mengen an wissenschaftlich relevanten Informationen, die auf vielen Ebenen produziert werden, nicht praktikabel manuell gesammelt und analysiert werden können." Lifebit REAL nutzt fortschrittliche Analysefunktionen, um Anwender automatisch über relevante Ausbrüche zu informieren, z.B. über die grenzüberschreitende Ausbreitung von Krankheiten oder das Auftreten neuer Krankheitserregern wie COVID-19. Das System basiert auf einer aktiven Lernarchitektur - je mehr relevante Daten eingespeist werden, desto höher ist die Genauigkeit des Systems.

09.06.2021: China: Mann erstmals an Vogelgrippevirus H10N3 erkrankt

Zum ersten Mal ist bei einem Menschen eine Erkrankung mit dem Vogelgrippevirus H10N3 nachgewiesen worden. In der ostchinesischen Provinz Jiangsu war der betroffene Mann mit Fieber in ein Krankenhaus eingeliefert worden, kann aber schon bald wieder entlassen werden. Sämtliche seiner Kontaktpersonen seien negativ auf das Virus getestet worden, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilte. Auch sei keine großflächige Epidemie zu erwarten, da das Virus bei Geflügel nur sehr schwach pathogen ist. In Deutschland wurden in den vergangenen Monaten bei Geflügel zahlreiche Infektionen mit dem Vogelgrippe- Erreger
H5N8 gemeldet. Mehrere hunderttausend Puten, Hühner und Enten mussten gekeult werden. Das Vogelgrippegeschehen ist in Deutschland zwar noch nicht ganz vorüber, doch klingt es deutlich ab. Schon im April hatten einige Landkreise die Aufstallungspflicht für Geflügel wieder aufgehoben. Einzig in Bremen wurde Ende des vergangenen Monats die hochpathogene Geflügelpest vom Typ H5N8 bei einer Kleinsthaltung nachgewiesen. Nach Angaben des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) ist dieser Virustyp nur „sehr schwer" auf den Menschen übertragbar, am ehesten bei engem Kontakt zum Federvieh.

08.06.2021: SWR-Faktencheck in der Kritik

Die online-Reihe "Faktencheck" des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR3) macht dem Namen der Sendung keine Ehre. In dem Video werden verschiedene irreführende Fakten zum Thema „Fleisch“ dargelegt, die einen falschen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. So zumindest lautet die Kritik auf agrarheute.de. Die Aussagen des Moderators Dr. Philip Häusser werden von der Autorin heftig kritisiert, sie wirft den Produzenten eine verzerrte und einseitige Berichterstattung sowie fehlende Objektivität vor. Falsche Aussagen wie beispielsweise, dass „90 Prozent aller Säugetiere auf unserer Erde leben, um
geschlachtet zu werden“, zielen nur darauf ab, den Verbraucher zu verunsichern. Auch dass die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch bis zu 25 kg Getreide und 25.000 Liter Wasser verbrauche, sei völlig irrwitzig. „Wer sich jemals mit wiederkäuergerechter Ernährung befasst hat, weiß: Das arme Vieh würde nach wenigen Tagen erbärmlich eingehen“, lautet der Kommentar der Autorin. „Die „Faktenchecker“ haben es leider nicht für nötig befunden, die erwähnten „Fakten“ auf Plausibilität zu überprüfen. Sie haben sich eher von Falschbehauptungen aus NGO- Kreisen leiten lassen“, so das Fazit der Autorin auf agrarheute.

08.06.2021: Verheerende Mäuseplage in Australien

Australien kommt nicht zur Ruhe. Nach drei Jahren extremer Dürre und verheerender Buschfeuer ist in Australien im Jahr 2020 fast so viel Regen wie in den beiden vorangegangenen Jahren zusammen gefallen. Dies führte zwar zu einer Rekordernte, doch können sich auch Mäuse dabei ideal vermehren. Besonders im Osten Australiens fallen die Nager zu Tausenden über Felder, Scheunen, Wohnhäuser und Supermärkte her. Neben der unermesslichen Zerstörung hinterlassen die Nager einen penetranten Gestank. Sie verunreinigen zu Tausenden ganze Heuballen sowie Getreidesäcke, und vernichten so den Ernteerfolg des letzten Jahres. Die bislang durchgeführten Maßnahmen zur Eindämmung der Mäuseplage hatten keinen nennenswerten Erfolg, weshalb die
Australische Regierung in ihrer Verzweiflung die Nagetiere nun mit Hilfe des Gifts Bromadiolon, einer gefährlichen Chemikalie, bekämpfen möchte. Forschende warnen jedoch vor dem hohen Risiko, dass andere Tiere, die die Mäuse fressen, ebenfalls vergiftet werden. Laut Aussagen der Charles-Sturt-Universität sind besonders Greifvögel gefährdet. Aber auch Schlangen und Fische, die sich in den letzten Monaten an den Mäusen satt fressen konnten, seien in Gefahr. Maggie Watson, eine Forscherin der Charles-Sturt-Universität, befürchtet, dass dieser Eingriff in die Natur negative Folgen für das Ökosystem des Inselstaates haben wird. Die Plage sei einfach Teil der natürlichen ökologischen „Boom-And-Bust“-Zyklen Australiens, und würde irgendwann auch wieder besser, so die Forscherin.

07.06.2021: Gift aus Ahornbaum in Kuhmilch nachgewiesen

Hypoglycin A ist ein Gift, das bei Menschen und bei Tieren schwere Erkrankungen auslösen kann. Die Substanz kommt in hohen Konzentrationen vor allem in unreifen Akee- und Litschi-Früchten vor, aber auch in den Samen und Keimlingen verschiedener Ahorn-Bäume wurde Hypoglycin A bereits nachgewiesen. „Die Substanz stört den Energiestoffwechsel im Körper. Ein typisches Symptom beim Menschen ist ein sehr niedriger Blutzuckerspiegel", sagt Prof. Dr. Annette Zeyner vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU. Hypoglycin A aus Ahornbäumen kann bei Pferden zu der sogenannten Atypischen Weidemyopathie führen. Nun konnten Wissenschaftlerinnen der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) geringe Mengen dieser Substanz in der Rohmilch von Kühen, die auf einer Weide mit Bergahorn grasten,
nachweisen. Für ihre Studie analysierten die Forschenden Proben aus Milchtanks oder Abfüllstationen von Milchbauern in Norddeutschland. Dabei fanden sie Hypoglycin A in unterschiedlichen und geringen Mengen in Rohmilchproben eines Betriebes, auf dessen Weide ein Ahornbaum stand. „Unsere Studie zeigt zum ersten Mal, dass Kühe das Gift offenbar aus Pflanzenteilen des Bergahorns aufnehmen und in ihre Milch übertragen. An diesen Befund schließen sich viele weitere Fragen an", fasst Zeyner zusammen. Noch sei nicht klar, wie groß die Menge an Gift sein muss, damit nachweisbare Konzentrationen in die Milch gelangen. Folgestudien seien notwendig, um zu klären, ob die Substanz bei der standardmäßigen Behandlung von Milch und der weiteren Verarbeitung zu Lebensmitteln zerstört wird und ob die geringe Konzentration überhaupt ein Grund zur Besorgnis ist, so die Forscherin.

07.06.2021: TV-Tipp: Planet ohne Affen

Am heutigen Montag (07.06.2021) zeigt die ARD in der Reihe „Erlebnis Erde“ die preisgekrönte Tier-Doku „Planet ohne Affen“. Der kriminelle Handel mit Affen sowie der dramatische Rückgang des Verbreitungsgebietes aufgrund von Klimaveränderungen, Landnutzung und steigender Bevölkerungszahlen bedrohen die Populationen der Primaten in Afrika stark. Das ergab eine aktuelle Studie unter der Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). ExpertInnen fordern daher mehr Schutzgebiete für die Tiere. „Dass die größten Verluste des Verbreitungsgebiets außerhalb von Schutzgebieten zu erwarten sind, zeigt deutlich, dass das derzeitige Netzwerk von Schutzgebieten in Afrika noch unzureichend ist, die Lebensräume für Menschenaffen zu erhalten und Menschenaffenpopulationen effektiv zu verbinden“, erklärt Joana Carvalho, Postdoktorandin an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Liverpool John Moores University und Erstautorin der Studie. „Der weltweite Verbrauch natürlicher Ressourcen, die in den Verbreitungsgebieten der Menschenaffen abgebaut werden, ist eine
der Hauptursachen für den Rückgang der Menschenaffen, sagt Letztautor Dr. Hjalmar Kühl vom iDiv und MPI EVA. Alle Nationen, die von diesen Ressourcen profitieren, stehen in der Verantwortung, eine bessere Zukunft für Menschenaffen, deren Lebensräume sowie für die darin lebenden Menschen zu gewährleisten, indem sie eine nachhaltigere Wirtschaft voranbringen.“ In der Dokumentation hat sich Reporter Michel Abdollahi auf den Weg gemacht, um die Abgründe des Affenhandels zu zeigen. In der afrikanischen Heimat sucht er mit Tierschützern Menschenaffen in freier Wildbahn und ist Kriminellen auf Tiermärkten auf der Spur. In Asien ist er bei einer Tiershow der Superlative und in besagtem Zoo auf einem Hochhausdach. „Die Nachfrage ist groß, weil ihre Babys so süß sind“, sagt der Sprecher des Films. Unzählige Fotos aus sozialen Netzwerken belegen, wie viele kleine Affen teils in Kinderkleidung, teils bei Prominenten auf dem Arm abgelichtet werden. Zudem sei auch das Fleisch der Tiere begehrt. Doch der Handel mit Menschenaffen ist generell verboten. Die ARD strahlt 45 Minuten der Doku aus. Eine doppelt so lange Fassung von "Planet ohne Affen" ist in der Mediathek abrufbar.

07.06.2021: Verlängerung des Schutzes von Seeadlerhorsten notwendig

Um juvenile, sehr störungsanfällige Seeadler zu schützen, werden forst- und landwirtschaftliche Nutzungen im direkten Umfeld der Horste saisonal beschränkt. Eine aktuelle Untersuchung des Leibniz- Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat jedoch ergeben, dass junge Seeadler häufig länger im elterlichen Horst verbleiben als bisher angenommen. Daher empfehlen die Forschenden um Dr. Oliver Krone, die Schutzzeit um mindestens einen Monat zu verlängern. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern, wo der Schutzzeitraum am 31. Juli endet und Waldarbeiten sowie Jagden im August wieder aufgenommen werden, haben zu diesem Zeitpunkt knapp zwei Drittel des Seeadlernachwuchses den elterlichen Horst noch nicht endgültig verlassen, wie die Untersuchungen der IZW-Wissenschaftlerinnen belegen. Für ihre Studie wurden
24 juvenile Seeadlern mit GPS-Sendern ausgestattet, die die Bewegungsdaten der Tiere detailliert aufgezeichnet haben. Das Ziel war, die Bewegungen der Tiere in der wichtigen Lebensspanne zwischen dem ersten Ausflug und dem Verlassen der Territorien der Eltern genau zu erfassen und zu analysieren. Die Auswertungen ergaben, dass juvenile Seeadler möglichst lange im elterlichen Revier verweilen, insofern die Bedingungen dafür stimmen. Die Forschenden konnten zudem nachweisen, dass auch Radfahrer und Fußgänger in unmittelbarer Nähe der Horste Stress bei den Jungseeadlern verursachen. „Eine Verlängerung der Horstschutzzeiträume von um mindestens einen Monat ist daher ratsam, um Störung und frühzeitiges Abwandern von Jungvögeln im Horstbereich und damit mögliche negative Auswirkungen auf deren Überleben zu verhindern“, erklärt Krone.

07.06.2021: Sachsen-Anhalt erweitert Fördermittel für Herdenschutz

Für einen besseren Schutz der Weidetiere gegen Wolfsrisse unterstützt das Land Sachsen-Anhalt Nutztierhalter bei dem Unterhalt von Elektrozäunen und Herdenschutzhunden. Zudem können sich Weidetierhalter zur Verbesserung ihres Herdenschutz umfassend von Sachkundigen beraten lassen. „Herdenschutz ist Wolfsschutz. Der Wolf ist und bleibt streng geschützt. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass Weidetierhaltung in Gebieten, in denen auch der Wolf lebt, möglich bleibt. Das geht nur mit Elektrozäunen und Herdenschutzhunden, die den Wolf davon abhalten, auf einer Weide leichte Beute zu finden", erklärte Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert. Die Förderung ermögliche es,
auch das Freischneiden und Sichern der Zaunanlagen mit jährlich bis zu 1.230 Euro je Kilometer mobilen Elektrozauns und das Futter sowie die Tierarztkosten mit jährlich 1.920 Euro je zertifizierten Herdenschutzhund zu unterstützen. So könne ein Leben der Wölfe und der Weidetierhaltung gleichermaßen ermöglicht werden. "Wir brauchen unsere Weidetiere, um unsere Kulturlandschaft zu pflegen und den Artenreichtum auf Wiesen und Weiden zu erhalten und auch, um unsere Deiche zu sichern", erklärt die Landwirtschaftsministerin abschließend. Der Antrag auf Fördermittel muss bis spätestens 10. Juni 2021 beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt eingereicht sein.

04.06.2021: Antiparasitika - Tipps zum richtigen Umgang mit behandelten Katzen

Am 4. Juni wird der Umarme-Deine-Katze-Tag begangen. Anlässlich dieses besonderen Tages für KatzenliebhaberInnen gibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Empfehlungen für das Zusammenleben mit frisch gegen Ektoparasiten behandelten Katzen. Da besonders während des Frühsommers viele Katzen mit Antiparasitika behandelt werden, sollten die TierhalterInnen neben der Wahl eines geeigneten Präparates auch die Lebensumstände der Tiere im Blick haben. Abhängig davon, ob das Bett mit dem Vierbeiner geteilt wird oder kleine Kinder sowie andere Tiere im engen Kontakt mit der behandelten Katze sind, sollten bei der
äußerlichen Anwendung von Tierarzneimitteln einige wichtige Verhaltensregeln befolgt werden. So weist das BVL darauf hin, dass besonders Kleinkinder keinen längeren Kontakt mit der Katze haben sollten, sofern diese zum Schutz vor Zecken und Flöhen ein Halsband trägt. Auch sollten die Tiere nach der Behandlung mit einem sogenannten Spot-on-Präparat solange nicht berührt werden, bis die Anwendungsstelle getrocknet ist. Häufig bietet sich daher eine abendliche Behandlung an. Frisch behandelte Tiere sollten nicht mit im Bett schlafen, da ein Kontakt mit dem Präparat zu Juckreiz oder Hautrötungen führen kann. Bei der Auswahl des richtigen Produktes hilft die Tierärztin/der Tierarzt gerne weiter.

04.06.2021: Population der Blaumeisen wieder erholt

Mit großem Erfolg ist am zweiten Mai-Wochenende die „Stunde der Gartenvögel“ durchgeführt worden. Dabei zeigte die Bevölkerung in Deutschland ein starkes Engagement: rund 140.000 TeilnehmerInnen zählten über 3,1 Millionen Vögel in mehr als 95.000 Gärten und Parks. „Nach der Rekord-Teilnahme während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr ist die Teilnehmendenzahl auf hohem Niveau geblieben“, zeigte NABU Bundesgeschäftsführer Leif Miller erfreut. „Die Corona-Krise hat unsere Sicht auf die Dinge verändert. Für die Natur ist es gut, wenn ein gewachsenes Interesse und die Freude an der Vielfalt vor der Haustür dazugehören.“ Die Auswertung der übermittelten Zahlen zeigten, dass sich die Population der Blaumeisen deutlich erholt hat, nachdem sich der Bestand im vergangenen Jahr durch einen bakteriellen Erreger in vielen Teilen
Deutschlands stark verringert hatte. Mit Ausnahme von Schwalben und Seglern konnten die meisten der Gartenvögel ihr Niveau halten oder leicht verbessern. Der am häufigsten gemeldete Gartenvogel war der Haussperling, gefolgt von der Amsel. Auch Vögel, die eigentlich Waldgebiete bevorzugen, wie Ringeltaube und Buntspecht, fanden sich in großer Zahl in den Parks und Gärten wieder. Während die Gesamtzahl der Vögel im Siedlungsraum im Gegensatz zu den Beständen in der Agrarlandschaft damit weiterhin weitgehend konstant bleibt, gibt es doch für viele Vogelarten besorgniserregende Entwicklungen: So verharren die Sorgenkinder Mauersegler, Mehlschwalbe, Zaunkönig, Hausrotschwanz und Mönchsgrasmücke auf Höhe der schlechten Ergebnisse aus den Vorjahren. Diese Vogelarten ernähren sich ausschließlich von Insekten, deren Population immer weiter schrumpfen.

04.06.2021: Schweden prüft Antibiotika-Kennzeichnung von Fleisch

Schweden plant offenbar die Einführung einer sogenannten Antibiotika-Kennzeichung von Fleisch. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, wurde von der Regierung die Untersuchung von Umsetzbarkeit und Nutzen in Auftrag gegeben. Der Verbraucher soll
durch solch eine Kennzeichnung darüber informiert werden, wie häufig und mit welchen Wirkstoffen das Tier zu Lebzeiten behandelt wurde. Schwedens Regierung möchte damit nicht zuletzt einen Beitrag gegen zunehmende Antibiotikaresistenzen leisten.

03.06.2021: Wohnungskatzen vor Fensterstürzen schützen

Mit steigenden Außentemperaturen und vermehrt geöffneten Fenstern sowie Terrassentüren erhöht sich auch das Risiko, dass Wohnungskatzen in die Tiefe stürzen. Dabei können sich die Tiere schwerste Verletzungen zuziehen, die in der Tiermedizin als „High- Rise Syndrom“, kurz HRS, bezeichnet werden. Häufig kommt es dabei zu Verletzungen des Kopfes und des Körperstammes, vor allem des Brustkorbs. Zusätzlich können Bauchorgane wie Leber, Milz, Harnblase oder Bauchspeicheldrüse betroffen sein. In den warmen Monaten zwischen April und Oktober werden an der Vetmeduni Wien bis zu 140 Katzen behandelt, die von ungesicherten Fenstern, Dachterrassen und Balkonen hinabgestürzt sind. Die Tierschutzombudsstelle Wien weist darauf hin, dass TierhalterInnen verpflichtet sind, Fenster und Türen ausreichend zu sichern. „Schwere Verletzungen und hohe Tierarztkosten können die Folge sein, wenn KatzenhalterInnen der gesetzlichen Pflicht, ihre Fenster zu sichern, nicht nachkommen“, warnen Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien, und Lea Liehmann, Weichteilspezialistin für Kleintiere
an der Vetmeduni Vienna. Dafür eignen sich Schutzvorrichtungen wie Volieren-Draht oder Katzennetze. Im Fachhandel sind zudem fertige Katzenschutzsysteme erhältlich. Im Fall eines Fenstersturzes sollte das Tier umgehend in einer Tierarztpraxis untersucht werden. „Der Fenstersturz ist lebensgefährlich, die meisten Katzen sind nach dem Aufprall im Schockzustand", so Liehmann. „Viele BesitzerInnen sind erschrocken über die entstehenden Kosten, die bei stark verletzten Tieren – bedingt durch die intensive Betreuung und die Operationen, die notwendig sind, um das Leben der kleinen Lieblinge zu retten – rasch auf mehrere Tausend Euro anwachsen können“, so Tierärztin abschließend. In der E-Learning-Reihe Operationen beim Kleintier auf Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte auf dem Gebiet der Weichteil- und Knochenchirurgie online fortbilden. Die Module 1-23 können alle einzeln gebucht werden, ein Einstieg ist jederzeit möglich. Außerdem bietet das digitale OP-Buch kompaktes OP-Wissen anhand von kommentierten OP-Videos, die 24/7 im Jahresabo zur Verfügung stehen.

03.06.2021: WissenschaftlerInnen für Neubesetzung der Bf3R-Kommission gesucht

Die Arbeit des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) beinhaltet neben der Forschung nach Alternativmethoden im Sinne des 3R-Prinzips („Replace, Reduce, Refine“) auch die Beratung von Behörden und Forschungseinrichtungen. Ab dem kommenden Jahr wird die Bf3R-Kommission für die Berufungsperiode 2022-2025 neu besetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Naturwissenschaften, Tier- und Humanmedizin, Bioinformatik, Epidemiologie und Biostatistik, die bereits Erfahrungen im tierexperimentellen Arbeiten sammeln konnten,
sind aufgerufen, sich für eine Mitgliedschaft in der Bf3R-Kommission zu bewerben. „Neue Testmethoden zu entwickeln, die ohne Versuchstiere auskommen, ist wissenschaftliche Pionierarbeit“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Wir heißen sachkundige Expertise ausdrücklich willkommen, um die wichtigen Ziele des Bf3R zu erreichen“. Für jeden der insgesamt fünf Kompetenzbereiche sind zwei Kommissionsmitglieder vorgesehen. Online-Bewerbungen sind bis zum 30. Juni 2021 möglich. Darüber hinaus werden externe Sachverständige zur Beratung des BfR gesucht.

03.06.2021: Thüringen fördert Weidehaltung von Rindern

Das Thüringer Agrarministerium stellt Gelder in Höhe von 1,4 Millionen Euro für verbessernde Haltungsbedingungen von Rindern und Schweinen zur Verfügung. Rinder haltende Betriebe können seit dem 1. Juni 2021 eine finanzielle Unterstützung für die Weidehaltung von Milchkühen und Kälber sowie Mastrindern beantragen.
Ab dem kommenden Jahr solle zudem die Streu-Haltung von Schweinen in Ställen gefördert werden, wie das Ministerium mitteilt. Das Programm ist Teil der Tierwohlstrategie, die das Land erarbeitet hat. Die Mittel für Weide- und Streu-Haltung ergänzen die bereits bestehende Investitionsförderung, heißt es aus dem Ministerium.

02.06.2021: Bauernverband veröffentlicht Positionspapier zur Rindermast

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat ein Positionspapier zur Rindermast veröffentlicht. „Wir sind bereit, den Weg zu höheren Standards zu gehen. Allen Beteiligten muss aber klar sein, dass es das nicht zum Nulltarif geben kann. Für eine zukunftsfähige Rinderhaltung muss Tierwohl dort entlohnt werden, wo es entsteht, also beim Landwirt", sagte der Vorsitzende des DBV-Rindfleischfachausschusses, Henrik Wendorff. Hohe Tierhaltungsstandards müssten honoriert werden.
Durch das Positionspapier will der DBV die Situation und damit die Zukunft mitgestalten. Das DBV-Positionspapier beinhaltet zehn Forderungen, mit denen die Rindermast wirtschaftlich nachhaltig, tierwohlorientiert und somit zukunftsfähig aufgestellt wird. Um dies zu erreichen, müssten Praktiker allerdings nicht nur in die zugrundeliegenden Diskussionsprozesse eingebundenen werden, sondern deren Kompromissvorschläge müssen sich auch im Endergebnis wiederfinden, so der DBV.

02.06.2021: Salmonellen-Impfstoff nutzt Prinzip der Immunevasion

Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben einen Impfstoff gegen Salmonella typhimurium für Schweine und Hühner entwickelt. Sie nutzten dabei die Tatsache aus, dass viele Bakterien genetische Anpassungen unter dem Druck einer Impfung vornehmen (Immunevasion), die jedoch gleichzeitig meistens auch zu einer Abnahme der Virulenz führt. „Wir konnten so zeigen, dass Immunevasion nicht bloß eine große Herausforderung der Impfstoffentwicklung ist, sondern dass man sie gezielt zum Vorteil von Tieren und Menschen einsetzen kann", erklärt ETH-​Professorin Emma Slack. „Man kann damit die Evolution von krankmachenden Mikroorganismen in eine bestimmte Richtung – in unserem Fall in eine Sackgasse – lenken." In ihrer Studie impften die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Mäuse mit einer Reihe von leicht unterschiedlichen Vakzinen gegen Salmonella typhimurium, und sie beobachteten, wie sich die Salmonellen im Darm der
Tiere genetisch veränderten, um der Impfwirkung zu entkommen. So konnten die Forschenden das ganze Spektrum an möglichen Immunevasions-​Mutationen bei Salmonella typhimurium ermitteln. Schließlich stellten die Forschenden einen Kombinationsimpfstoff her aus vier Salmonellen-​Stämmen, welcher das ganze Spektrum an genetischen Ausweichmöglichkeiten der Bakterien abdeckte. Als Immunevasions-​Reaktion auf diesen Kombinationsimpfstoff entwickelten sich überraschenderweise Salmonellen, bei denen ein wichtiges Oberflächenmolekül verkümmert war. Diese Bakterien waren zwar immer noch in der Lage, sich im Darm der Tiere zu vermehren, doch sie konnten nur noch schlecht in Körpergewebe eindringen und klinische Symptome hervorrufen. In Tests an Mäusen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass ihr neuer Impfstoff Salmonellenerkrankungen wirksamer verhindert als existierende und für den Einsatz in Schweinen und Hühnern zugelassene Impfstoffe.

02.06.2021: Wien verschärft Kampf gegen illegalen Welpenhandel

Die Stadt Wien will ihre Maßnahmen gegen den illegalen Welpenhandel verschärfen. Auf der Konferenz der LandesveterinärreferentInnen wurde beschlossen, die Veterinärbehördliche Binnenmarktverordnung an das verschärfte EU-Tiergesundheitsrecht anzupassen. Eine Verschärfung des EU-Tiergesundheitsrechts sieht vor, dass es keinen legalen Handel von Welpen unter 15 Wochen nach Österreich mehr geben soll", erklärte der für Tierschutz zuständige Wiener Landesrat Jürgen Czernohorszky. „Dann dürfen im Handel nur mehr Hunde und Katzen mit gültiger Tollwutimpfung und damit einem Mindestalter von 15 Wochen nach Österreich gebracht werden.“ Seit Ende April 2021 dürfen Privatpersonen nach dem neuen EU-Tiergesundheitsrecht keine Hunde
und Katzen aus dem Ausland mehr beziehen. Solche Fälle werden fortan von der Veterinärbehörde kontrolliert und ausnahmslos zur Anzeige gebracht. Allerdings bedarf es zur Regulierung des legalen Tierhandels auch mehrerer Maßnahmen auf Bundesebene. Notwendig ist eine Änderung des Bundestierschutzgesetzes und eine Erfassung aller österreichischer Züchter - gewerblich und private- in einer Datenbank, damit eine lückenlose Kontrolle für die Behörden und auch das Feilbieten auf Internetplattformen nur mehr solchen registrierten Züchtern möglich ist. Gleichzeitig appellieren die Behörden an potentielle Hundehalter, keine Tiere über das Internet zu beziehen. Diese Tiere werden meist aus dem Ausland geliefert, sind oft schwer krank und schlecht sozialisiert!

02.06.2021: Landwirtschaftliche Nutztiere vor zu hohen Temperaturen schützen

In wenigen Wochen beginnt der Sommer in Deutschland. Wegen des Klimawandels werden auch in diesem Jahr wieder extreme Temperaturen und wenig Niederschläge erwartet. Die heißen Hitzeperioden belasten auch landwirtschaftliche Nutztiere. Bei Rindern, besonders Milchkühen, führt Hitzestress zu einer verminderten Futteraufnahme und häufig zu gesundheitlichen Problemen wie Gebärmutter- und Euterentzündungen. Beobachtet wurden diese Reaktionen speziell in der Vorbereitungs- und Transitphase. Rinderhalter sollten bei anhaltend hohen Außentemperaturen unbedingt für ein angenehmes Stallklima sorgen. Dazu bieten sich neben einem angepassten Stallbau auch Rinderduschen an. Zudem muss eine ausreichende Wasserzufuhr gewährleistet sein. Schon Außentemperaturen ab 25 Grad
Celsius bereiten Schweinen große Probleme. Da die Tiere über nur wenige funktionsfähige Schweißdrüsen verfügen, ist es in der Schweinehaltung besonders wichtig, dass ausreichend kühle Stellen bzw. Liegeflächen sowie sauberes Wasser zur Verfügung stehen. Zudem sollten die Halter bei heißen Temperaturen möglichst unbelastetes Futter füttern. Auch wenn Geflügel nicht so empfindlich auf hohe Außentemperaturen reagiert wie andere Nutztiere, sollten Halter die tägliche Stallkontrolle nicht vernachlässigen. Bei Außentemperaturen ab 30 Grad Celsius beginnt bei Jungmastgeflügel der Hitzestress. Bei Hennen ist mit nachlassender Legeleistung zu rechnen. Hier können Futterzusatzstoffe und Ergänzungsfuttermittel helfen, den Stoffwechsel der Tiere zu unterstützen.

01.06.2021: Allergieauslöser bei Hunden möglichst meiden

Viele Hunde leiden unter Hauterkrankungen. Neben Stoffwechselstörungen oder Erkrankungen innerer Organe sind häufig Allergien die Ursache, die durch Flohspeichel, Hausstaubmilben, Pollen oder Futterbestandteile ausgelöst werden. Mit den steigenden Frühlingstemperaturen nehmen die Beschwerden der betroffenen Hunde zu. Der behandelnde Tierarzt ist bei der Suche nach den Auslösern und den entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten auf die Beobachtungsgabe des Tierhalters angewiesen. Typische Symptome von Allergien sind neben Veränderungen der Haut in Form von Rötungen, Schuppen oder Haarausfall auch ein auffälliges Kratz- oder Leckverhalten der Tiere, das durch einen starken Juckreiz ausgelöst wird. Auch wenn allergische Hauterkrankungen in der Regel nicht lebensbedrohlich sind, führen sie doch zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität von Hund und Tierhalter. Durch
das anhaltende Kratzen und Lecken können Keime und Schmutz in die offenen Wunden gelangen und daduch wieder für einen noch stärkeren Juckreiz sorgen oder gar zu einer Infektion der Haut führen (Dermatitis). Ein Teufelskreis. Daher ist es besonders wichtig, dass der Halter lernt, die Allergieauslöser so weit wie möglich zu meiden. Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) empfiehlt ein Juckreiztagebuch, in dem Häufigkeit, Lokalisation, Maßnahmen und Anwendungen eingetragen werden. Der Tierarzt kann außerdem geeignete Medikamente verschreiben bzw. Pflegeprodukte zur lokalen Behandlung empfehlen, mit denen sich die Beschwerden eindämmen lassen. Tierärztinnen und Tierärzte können sich im Bereich der problemorientierten Dermatologie weiterbilden. Bei Myvetlearn.de wird eine Online-Fortbildung zum Thema "Schuppige und krustöse Hauterkrankungen beim Hund" angeboten. Referentin: Dr. Astrid Thelen, Bonn

01.06.2021: Fortpflanzungsmechanismen von Hauskatzen sind übertragbar

Gelbkörper sind ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Trächtigkeit bei Säugetieren. Diese temporären Drüsen produzieren das trächtigkeitserhaltende Hormon Progesteron, das unter anderem die Gebärmutter darin unterstützt, Jungtiere auszutragen. In dem Fall, dass die Gelbkörper zu schwach sind, kann es zu einem frühzeitigen Schwangerschaftsabbruch kommen. Forschenden des Leibniz-IZW ist es nun gelungen, eine Methodik zu entwickeln, mit der Zellen aus Gelbkörper-Proben von Hauskatzen isoliert und kultiviert werden können. Denn gerade bei lebenden, bedrohten Säugetieren wie beispielsweise dem Luchs, sind funktionelle Untersuchungen zu Gelbkörperaktivitäten nicht möglich. Luchse können mit Hilfe einer gesteuerten Gelbkörperaktivität die Entstehung einer Trächtigkeit verhindern, wenn die Aufzucht von Jungtieren in eine scheinbar ungünstige Zeit fallen würde. Diese Steuerung der saisonalen Fortpflanzungsaktivität ist einzigartig, in der Erhaltungszucht von Luchsen erschwert sie
jedoch die Anwendung von assistierten Techniken der Reproduktion. Mit der neu entwickelten Methodik können WissenschaftlerInnen Untersuchungen durchführen, ohne Versuche an Hauskatzen oder Wildtieren vorzunehmen. „Das Besondere an der Untersuchung ist, dass wir die eigens für Hauskatzen entwickelte Methode auch auf unser rares Probenmaterial von wildlebenden Katzenarten wie dem Afrikanischen und Asiatischen Löwen, der Asiatischen Goldkatze und dem Java- Leopard erfolgreich anwenden konnten. Das zeigt uns, dass es möglich ist, verwandte Tierarten für den Erkenntnisgewinn zu nutzen und die Techniken als auch das Wissen auf bedrohte Arten zu übertragen“, erklärt Michał Hryciuk, der mit diesen erfolgreichen Untersuchungen seine Promotion im Fach Reproduktionsbiologie abschließen wird. Ziel ist es nun, auch Gelbkörperzellen von Luchsen ins Visier zu nehmen, um deren Besonderheiten bezüglich der Langlebigkeit von Gelbkörpern zu untersuchen.

01.06.2021: TiHo belegt dritten Platz im Shanghai-Ranking

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) liegt nach dem aktuellen Shanghai-Ranking in der Kategorie Veterinärwissenschaften auf dem dritten Platz. Im vergangenen Jahr belegte die TiHo noch den vierten Platz. „Seit drei Jahren befindet sich die TiHo unter den vier besten Universitäten in diesem Ranking. Überzeugen können wir vor allem mit unserer Vielzahl an Publikationen in
den entsprechend wichtigen Wissenschaftsjournalen“, erklärt TiHo- Präsident Dr. Gerhard Greif stolz. Der dritte Platz im internationalen Vergleich bestätigt die herausragenden Leistungen der niedersächsischen Hochschule. Das Shanghai Global Ranking of Academic Subjects bewertet bereits seit 18 Jahren neben der Zahl der Publikationen auch die Zitationsrate in den wichtigsten Wissenschaftsjournalen.

01.06.2021: WWF fordert bessere Herdenschutz-Maßnahmen in Österreich

Auch in Österreich wächst die Wolfspopulation stetig. Innerhalb der ersten 4,5 Monate des laufenden Jahres wurden bereits 27 Wolfsnachweise dokumentiert, wie die aktuellen Zahlen des WWF Österreich zeigen. Das verunsichert zum Start der Almsaison jedoch auch die LandwirtInnen in dem Alpenland, die eine stärkere Unterstützung in Form von besseren Herdenschutz-Maßnahmen durch die Politik fordern. „Seit vielen Jahren wissen wir, dass Wölfe nach Österreich zurückkehren und wir uns darauf vorbereiten müssen. Es findet langsam ein Umdenken statt und in den Bundesländern sind engagierte Zuständige am Werk. Dennoch muss die Politik der Landwirtschaft viel stärker unter die Arme greifen und mehr informieren, um Herden besser schützen zu können“, fordert ein Landwirt aus
Vorarlberg. Der WWF plädiert für die Wiederbelebung des traditionellen Hirtenwesens, aber auch für ein besseres Monitoring sowie ein schärferes Vorgehen gegen kriminelle Abschüsse von Wölfen. „Der Wolf ist eine streng geschützte Art und eine absolute Bereicherung für unsere Natur“, so WWF-Wolfsexperte Christian Pichler. Eine Behirtung schützt die Nutztiere sowohl vor Krankheiten als auch vor Unwetter. Zudem stärken die bewirtschaften Almen die biologische Vielfalt, sagt Landwirt Stefan Knöpfer, der den Verein „Hirtenkultur“ gegründet hat. Neben einer Reform des Förderwesens im Sinne der Alm- und Weidewirtschaft fordert der WWF besonders verbesserte Rahmenbedingungen für den Einsatz von Herdenschutzhunden sowie einen unbürokratischen Ausgleich im Schadensfall bei fachgerecht geschützten Herden.

31.05.2021: BLV Schweiz: Gute Bestandsdiagnostik zahlt sich aus

Das Projekt "ZoE-BTA" des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) der Schweiz, hat in einer Pilotphase gezeigt, dass durch die zielorientierte Entnahme von Proben im Schweinebestand durch spezifisch weitergebildete Bestandstierärztinnen und -tierärzte die Bestandsdiagnostik verbessert werden kann. Nun wird das Projekt "ZoE-BTA" in der Schweiz als permanentes Programm weitergeführt, denn durch eine gute Bestandsdiagnostik können auch die Probleme
im Bestand gezielter behandelt und weniger Antibiotika eingesetzt werden. Um die Antibiotikaminimierung im Stall geht es auch bei VetMAB. Tierärztinnen und Tierärzten steht eine Online-Fortbildung Infektionskrankheiten des Respirations- und des Gastrointestinaltrakts beim Schwein mit dem Schwerpunkt der Verbesserung der Haltungsbedingungen und der Frühdiagnostik für einen geringeren Antibiotikaeinsatz in der Schweinemast mit PD Dr. Matthias Eddicks zur Verfügung (5 ATF-Stunden).

31.05.2021: Preis der Tiergesundheit 2020/2021 verliehen

Am vergangenen Samstag sind von der MSD Tiergesundheit innovative Ideen für das Saugferkel-Management im Rahmen des ausgelobten „Preis der Tiergesundheit“ verliehen worden. Gesucht wurden Konzepte zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohles von Saugferkeln. Den ersten Preis belegte die Geestferkel GmbH in Passow in Mecklenburg-Vorpommern. Der Sieger erhielt ein Preisgeld von 12.000 Euro. Die Anlage mit 950 produktiven Sauen wurde wegen des Engagements und des Ideenreichtums der Mitarbeiter ausgezeichnet, der vom selbstgebauten Brutkasten für schwache Ferkel, über eine Ferkelrutsche, mit der Tiere nach der Erstbehandlung sanft in die Abferkelbucht zurückgleiten, bis hin zu einer Ferkelmüsli-Luzerne-Mischung
und selbstgebackenen Ferkelkeksen reicht. Den 2. Platz und damit 10.000 Euro gingen an Ferkelerzeuger Dr. Albrecht Brandes aus Bad Münder in Niedersachsen. Brandes Ziel ist, die Saugferkel optimal zu immunisieren und den Darm der jungen Tiere so zu stabilisieren, dass sie die Aufzucht und Mast ohne Probleme durchlaufen können. Seit drei Jahren verzichtet er komplett auf den Einsatz von Antibiotika. Den 3. Preis belegte Florian Hoenmans-Leurs aus Kempen am Niederrhein. Schirmherrin des „Preis der Tiergesundheit 2020/2021" war/ist Marlene Mortler. Sie ist EU-Parlamentsmitglied im Ausschuss Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI) und ehemalige, agrarpolitische Sprecherin im deutschen Bundestag.

31.05.2021: Interzoo setzt auf Gesund und Nachhaltig

Vom 1. bis 4. Juni 2021 wird die Leitmesse der Heimtierbranche Interzoo digital stattfinden. Rund 336 Aussteller aus 48 Ländern mit über 1.100 Produkten werden erwartet, um den Fachbesuchern die neuesten Heimtiertrends näherzubringen. Dabei wird das Bedürfnis der Halter nach gesunder Pflege und Fütterung
ihrer Heimtiere, kombiniert mit Nachhaltigkeit Rechnung getragen. „Wie auch bei der Wahl von Produkten für Menschen achten Tierhalter zunehmend auf eine gesunde Ernährung ihrer Vierbeiner“, bestätigt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e. V. (ZZF).

31.05.2021: DFG begrüßt Novellierung des Deutschen Tierschutzgesetzes

Die Ständige Senatskommission für tierexperimentelle Forschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Harmonisierung der Praxis bei Genehmigungsverfahren von Tierversuchen gefordert und begrüßt die am 28. Mai 2021 im Bundesrat verabschiedete Novellierung des Deutschen Tierschutzgesetzes dazu. Die nun beschlossenen gesetzlichen Anpassungen können dazu beitragen, durch das Erreichen gleicher Standards die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich wieder zurückzuerlangen und dabei hohe Tierschutzstandards zu gewährleisten. Um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen, fordert die DFG-Senatskommission die Bundesregierung und die Bundesländer auf, bei der Umsetzung des geänderten Tierschutzrechts bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen und Standards zu entwickeln, insbesondere für die Praxis der
Genehmigung von Tierversuchen. Bislang wurde diese sehr uneinheitlich gehandhabt, da die Genehmigungsverfahren in den Händen der jeweiligen Landesbehörden der Bundesländer liegen. „Verzögerungen in den Genehmigungsverfahren haben negative Folgen für die tierexperimentelle Forschung in Deutschland und erschweren eine Verbesserung des Tierschutzes in der Forschung“, sagt die Vorsitzende der DFG-Senatskommission, Professorin Dr. Brigitte Vollmar. Positiv hervorzuheben sei die gesetzliche Verankerung des 3R-Prinzips, das ein etabliertes Leitprinzip des verantwortungsbewussten Umgangs mit Versuchstieren darstelle. Anlass für die Novellierung des Deutschen Tierschutzgesetzes war das im Juli 2018 von der EU-Kommission bezüglich der Umsetzung der „EU Richtlinie 2010/63 zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere“ eröffnete Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland.

28.05.2021: Wildschutzzaun hat sich als ASP-Prävention bewährt

Der zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aufgestellte 62,4 Kilometer lange Wildzaun an der Grenze von Mecklenburg-Vorpommern (MV) zu Polen hält und verhindert scheinbar zuverlässig das Einwechseln von Schwarzwild nach Mecklenburg-Vorpommern. „Der Zaun ist ein wichtiger Baustein zur ASP-Prävention. Neben vielen anderen seuchenhygienischen Maßnahmen, die dafür gesorgt haben, dass in MV die Seuche noch nicht ausgebrochen ist. Unsere Entscheidung war also richtig“, resümiert Agrarminister Dr. Till Backhaus. Für den Zaunbau hatte die Landesregierung mehr als eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Der Zaunbau sei aber ohne
die aktive Mitwirkung durch die Landeigentümer und die ört­lichen Landwirte nicht möglich gewesen - vor allem nicht in solch kurzer Zeit. Gegenwärtig wird die vereinbarte Entschädigung der Eigen­tümer vorbereitet. Sie erhalten pro Standjahr 0,70 Euro pro laufenden Meter Zaun auf ihrem Grundstück. Die Vermes­sung dafür ist jetzt abgeschlossen. Die Auszahlung soll zum 01. Juni 2021 erfolgen. Der Zaun stelle zwar einen großen Schutz dar, dennoch könne ein Eintrag nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, weshalb der Minister die Bevölkerung bittet, weiter wachsam zu sein. Denn zur Seuchenprävention gehört das rechtzeitige Erkennen von kranken oder verendeten Wildschweinen.

28.05.2021: HomeLink vereinfacht Urlaub mit dem Haustier

Die Corona-Pandemie hat u.a dazu geführt, dass im Jahr 2020 eine Million mehr Haustiere angeschafft worden sind als im Jahr zuvor. Gleichzeitig verspüren die Menschen jedoch auch eine Sehnsucht nach Urlaub und einem Tapetenwechsel. Der gemeinnützige Verein HomeLink Ferien-Wohnungstausch e.V. vermittelt dafür ab sofort über die Plattform www.homelink.de einen Haustausch. Dort kann das eigene Zuhause anderen für deren Urlaub zur Verfügung gestellt werden. „Gerade mit einem Hund ist es nicht leicht, eine schöne Urlaubsunterkunft zu finden, doch immer mehr
Menschen suchen danach. Von unseren Mitgliedern sind viele selbst Tierhalter, da sind Gleichgesinnte immer willkommen", sagt Manfred Lypold, der die deutsche Niederlassung von HomeLink 1975 ins Leben rief und seither führt. Interessenten stehen bei dem Netzwerk mehr als 60.000 Tauschangebote zur Verfügung, nationale wie internationale. Ein zusätzlicher Vorteil: der Haustausch ist sogar während der Reisebeschränkungen möglich, denn mit einem Gastrechtsvertrag bei Freunden das Haus zu hüten, fällt nicht unter das Beherbergungsverbot, weiß der Verein.

28.05.2021: Corona-Spürhunde auch in britischer Studie erneut erfolgreich

Hunde verfügen über einen erstaunlichen Geruchssinn. Dieser kann genutzt werden, um Personen zu identifizieren, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Der Vorteil liegt neben einer hohen Zuverlässigkeit des Ergebnisses vor allem darin, dass kein Plastikmüll anfällt und praktisch keine Ressourcen verbraucht werden. Aber auch der Preis pro "Test" ist bei den Corona-Spürhunden deutlich geringer. Das hat nun auch eine britische Studie ergeben, für die sechs Hunde Proben von Infizierten mit einer Genauigkeit zwischen 82 und 94 Prozent erschnüffelt haben, wie die London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) am Montag mitteilte. Das Ergebnis bestätigt frühere Studien,
unter anderem von Prof. Dr. Holger Volk von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Die britischen Forscher verwendeten benutzte Socken von 400 Probanden, von denen 200 infiziert waren, aber keine oder allenfalls sehr milde Symptome aufwiesen. Weitere 200 Personen waren nicht infiziert und bildeten die Kontrollgruppe. Wie die Studie auch ergab, konnten die auf das ursprüngliche Virus trainierten Hunde auch die britische Variante B117 ohne weiteres Training zuverlässig erschnüffeln. In einer nächsten Phase soll nun herausgefunden werden, ob die Hunde das Virus auch bei Personen an Orten mit vielen Menschen wie auf Flughäfen oder Stadien identifizieren können.

28.05.2021: Polit-Talk zur Heimtierhaltung auf der Interzoo

Im Rahmen der Weltleitmesse der Heimtierbranche Interzoo lädt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) Vertreter der Heimtierbranche sowie Journalisten zur Online-Diskussion mit den tierpolitischen Experten der Bundestagsfraktionen ein. Thema ist das Zusammenleben mit Heimtieren: „Wie positioniert sich Ihre Fraktion im Wahljahr?“ Die digital stattfindende Podiumsdiskussion wird am Freitag,
4. Juni 2021 von 13:30 – 15:00 Uhr durchgeführt. Es diskutieren Alois Gerig MdB (CDU/CSU), Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft im Deutschen Bundestag, Renate Künast MdB (Bündnis 90 / Die Grünen), Bundesministerin a.D. für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Hiltrud Lotze MdB (SPD), Jan Nolte MdB (AfD), Judith Skudelny MdB (FDP) und Dr. Kirsten Tackmann MdB (Die Linke).

28.05.2021: Artensterben ist dramatisch

Das derzeitige Artensterben hat dramtische Ausmaße und übertrifft jenes am Ende der Kreidezeit, als die Dinosaurier ausgelöscht wurden. Dies ist das alarmierende Ergebnis einer internationalen Studie unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Die biologische Vielfalt in Süßwasser-Ökosystemen geht dramatisch zurück; zahlreiche Arten sind vom Aussterben bedroht, meist als direkte oder indirekte Folge menschlicher Einflüsse. Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Übernutzung, Umweltverschmutzung und invasive Arten sind die Hauptursachen für den raschen Rückgang der Biodiversität auf der Erde. „Es kann Millionen von Jahren dauern, die Schäden rückgängig zu machen, die jetzt in Jahrzehnten bis
Jahrhunderten angerichtet werden“, sagt der Hauptautor der Studie, Dr. Thomas A. Neubauer vom Institut für Tierökologie und Spezielle Zoologie der JLU. „Die derzeitige Biodiversitätskrise, die oft als sechstes Massensterben bezeichnet wird, ist eine der kritischen Herausforderungen, denen wir uns im 21. Jahrhundert gegenübersehen.“ „Bereits im Jahr 2120 ist möglicherweise ein Drittel der lebenden Süßwasserarten verschwunden“, so Neubauer. Das Tempo, mit dem wir heute Arten verlieren, sei beispiellos und wurde in der Vergangenheit noch nicht einmal bei großen Aussterbungskrisen erreicht, so Neubauer weiter. Der Verlust von Arten bringt Veränderungen in den Artengemeinschaften mit sich und wirkt sich langfristig auf ganze Ökosysteme aus.

27.05.2021: Gene mit bisher unbekannten Funktionen beim Rind entdeckt

Forschende der ETH Zürich haben im Genom von Hausrindern mehrere bislang unbekannte Gene entdeckt. Dazu verglichen sie Referenzgenome von mehreren Hausrindrassen sowie nahe verwandten Wildrindern. Bei einem Referenzgenomen handelt es sich um Daten von DNA-​Sequenzen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als repräsentatives Beispiel für die genetische Ausstattung einer Art zusammengestellt haben. Unter anderem aus Kostengründen war bisher für das Hausrind (Bos taurus) nur ein einziges Referenzgenom verfügbar, nämlich von einem Hereford Rind. Mit dieser Referenz glichen Forschende bisher andere DNA-​Sequenzen von Rindern ab, um genetische Variationen aufzuspüren und entsprechende Genotypen zu definieren. Die bisherige Referenz bildet jedoch die Diversität der Art nicht ab, denn sie beinhaltet keine genetischen Varianten, an denen sich Individuen unterscheiden. Die Tiergenomiker der ETH Zürich haben nun mit den Genomen von drei weiteren Hausrindrassen, darunter das Original Schweizer Braunvieh, zwei nahe verwandten Arten wie dem Zebu-​Rind und dem Yak sowie mit dem bisherigen Referenzgenom des
Hausrinds ein sogenanntes Pangenom erstellt. Wie sie im Fachmagazin PNAs schrieben, integriert dieses Rinder-​Pangenom Sequenzen, die in den sechs individuellen Referenzgenomen enthalten sind. „Auf diese Weise konnten wir sehr präzise aufzeigen, welche Sequenzen etwa im Hereford-​basierten Referenzgenom fehlen, aber zum Beispiel in unserem Original Braunvieh-​Genom oder den Genomen von weiteren Rinderrassen und -​arten vorhanden sind", sagt Prof. Pausch. Die ETH-​Forschenden fanden zahlreiche DNA-​Sequenzen und sogar ganze Gene, die im bisherigen Referenzgenom der Hereford-​Kuh fehlten. Viele der gefundenen Gene stehen beispielsweise in Zusammenhang mit Immunfunktionen. Die ETH-​Forschenden arbeiten eng mit dem "Bovine Pangenome"-​Konsortium zusammen. Dieses möchte ein Referenzgenom von mindestens je einem Tier aus allen Rinderrassen weltweit erstellen. Auch das Erbgut von nicht-​domestizierten Verwandten der Hausrinder soll auf diese Weise analysiert werden. Der nächste Schritt könnte dann sein, diese Varianten gezielt in andere Rinderrassen einzukreuzen oder durch Genom-​Editierung präzise einzubringen.

27.05.2021: Bundestag stimmt für Gesetz des Verbots der Kükentötung

Mit Beginn des kommenden Jahres ist das Töten von Eintagsküken verboten. Das hat der Bundestag am vergangenen Donnerstag beschlossen und ein entsprechendes Gesetz gebilligt. Nun muss noch der Bundesrat zustimmen, der jedoch maximal eine Verzögerung des Verbots bewirken kann. Bislang wurden jedes Jahr
etwa 40 Millionen männliche Küken von Legehennen kurz nach dem Schlüpfen getötet. Der Grund: sie geben weder Eier noch setzen sie ausreichend Fleisch für eine rentable Mast an. Ab 1. Januar 2022 soll das Geschlecht bereits im Ei bestimmt werden, so dass männliche Nachkommen von Legehennen gar nicht erst schlüpfen.

27.05.2021: Wiederkäuer erhöhen Effizienz in der Lebensmittelproduktion

Durch den mehrteiligen Wiederkäuermagen ist es Rindern möglich, pflanzliche Rohstoffe als Nahrung zu nutzen, die für Menschen unverdaulich sind. Sie machen damit Ressourcen nutzbar, die der menschlichen Ernährung sonst nicht zur Verfügung stehen würden, denn ein nicht unerheblicher Anteil von mehr als 80 Prozent der pflanzlichen Agrarproduktion ist nicht unmittelbar für den Menschen essbar. Dazu gehört beispielsweise nicht essbare Biomasse aus Zwischenkulturen im Rahmen der Fruchtfolge. Bei der Lebensmittelherstellung und der Bioenergieproduktion entstehen Nebenprodukte, z.B. Rapsextraktionsschrot und Zuckerrübenschnitzel. Koppelprodukte, z.B. Stroh,
fallen bei der Ernte an. Landwirtschaftliche Flächen, die wegen ihrer Lage oder Bodenbeschaffenheit nicht für den Ackerbau geeignet sind, werden als Weiden oder für die Grünfutterproduktion genutzt. Rund 85 % dessen, was Rinder verwerten, ist nicht für die menschliche Ernährung geeignet. Diese Menge enthält jedoch sehr viele Nährstoffe. Mit der Verfütterung an Wiederkäuer werden daraus hochwertige tierische Lebensmittel erzeugt. Bei den restlichen 15 bis 20 % handelt es sich um Futtergetreide oder Körnermais, die nur bedingt für die Backwarenerzeugung geeignet sind, bzw. die als ganze Pflanze in Form von Silagen genutzt werden. Tiere sind ein wichtiger Teil der Bioökonomie. Ohne sie wäre eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung nicht möglich.

26.05.2021: Steigende Hantavirus-Infektionen in Teilen Südwestdeutschlands

Aus bestimmten Landkreisen Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens wird ein deutlicher Anstieg von Hantavirus-Erkrankungsfällen gemeldet. Allerdings ist noch unklar, ob wieder ein sogenanntes „Hantavirus-Ausbruchsjahr“ bevorsteht. Die weitere Entwicklung der Fallzahlen sollte genau beobachtet werden, um lokale Ausbrüche rechtzeitig zu erkennen, rät das Friedrich-Loeffler-Institut. Unter „Hantavirus-Ausbruchsjahren“ versteht man ein Jahr mit
besonders vielen Hantavirus-Infektionen, die auf eine große Population der Rötelmaus zurückzuführen sind, dem Reservoirwirt des Puumala-Orthohantavirus. Dies wiederum hängt mit dem Ertrag der Bucheneckern zusammen. In Deutschland treten solche Jahre mit relativer Regelmäßigkeit auf, so beispielsweise in 2007, 2010, 2012, 2017 und 2019. Vor allem betroffen waren die als Endemieregionen bekannten Gebiete in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen.

26.05.2021: Das ändert sich durch die Düngeverordnung für Pferdehalter

Die Düngeverordnung betrifft nicht nur Nutztier-, sondern auch Pferdehalter. Fortan muss auch für eine Pferdehaltung eine sichere Mistlagerung nachgewiesen werden, die keinen Sickersaft austreten lässt. Entsprechend muss außerhalb des Stalls eine Mistplatte mit Überdachung
oder Grube zur Verfügung stehen. Desweiteren ist eine Mindestlagerkapazität von mindestens zwei Monaten zu gewährleisten. Für die Abgabe von mehr als 200 t Pferdemist pro Jahr besteht eine Melde- und Aufzeichnungspflicht für Abgeber und Aufnehmer.

25.05.2021: Verluste durch Geflügelpest in diesem Winter besonders hoch

Die Geflügelpest hat im Winterhalbjahr 2020/2021 in Deutschland besonders hohe Verlusten in Millionenhöhe verursacht. Wie die R+V Versicherung mitteilt, meldeten gewerbliche Tierhalter mehr Schäden als je zuvor. So haben bereits mehr als 350 Geflügelbetriebe
ihre Schadensbilanz gemeldet, besonders betroffen waren demnach Geflügelhalter in Niedersachsen, Thüringen und Baden-Württemberg. Es wird von einem Gesamtschaden von mehr als 20 Millionen Euro alleine bei R+V-Kunden ausgegangen.

25.05.2021: Großbritannien plant mit Tierschutz-Aktionsplan neue Standards

Großbritannien plant ein Exportverbot von Schlachttieren. Dies geht aus dem kürzlich vorgestellten „Tierschutz-Aktionsplan“ hervor. Damit wolle das Land nach seinem EU-Austritt weltweit führende Standards aufbauen und die Rechte sowie die Anerkennung von Tieren als lebende Wesen stärken. Eine Vielzahl neuer Tierschutzmaßnahmen sollen daher
verpflichtend werden. So will der zuständige Landwirtschaftsminister auch ein generelles Verbot der Käfighaltung von Geflügel prüfen. Weiterhin soll auch die Daseinsberechtigung von Abferkelbuchten in der Schweinehaltung kritisch geprüft werden. Grundsätzlich soll der Tierschutz-Aktionsplan aber auch Anreize für die Landwirte schaffen, in mehr Tierschutz zu investieren.

25.05.2021: 350.000 Euro für den Tierschutz in MVP

Mecklenburg-Vorpommern stellt 2021 insgesamt Fördergelder in Höhe von 350.000 € für den Tierschutz bereit. Insgesamt 14 Anträge waren in diesem Jahr förderfähig und die zur Verfügung stehenden Mittel werden restlos ausgeschöpft, wie das zuständige Ministeriumn mitteilte. Die ersten vier Zuwendungsbescheide wurden nun an Tierheime in Demmin, Rostock Schlage, Altentreptow und Schwaan übergeben. Entsprechend der Tierheimförderrichtlinie M-V konnten bis zum 31. März alle Betreiber von Einrichtungen, die der Unterbringung von Fundtieren, fortgenommenen, eingezogenen oder sichergestellten Tieren oder kranken, verletzt aufgefundenen oder aus einem anderen Grund hilflosen Wildtieren dienen, beim Landesförderinstitut Anträge auf Förderung stellen. Gefördert werden bauliche Maßnahmen,
Maßnahmen zur Verbesserung der hygienischen und energetischen Funktionalität sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Ausstattung, Ausgestaltung und Ausrüstung von Tierunterbringungsplätzen. Laufende Kosten für den Betrieb eines Tierheims sowie z. B. Kosten für den Grunderwerb sind nicht förderfähig. „Die Tierheimförderung ermöglicht wichtige existenzerhaltende Investitionen. Es ist mir ein persönliches Anliegen, die in den Tierheimen arbeitenden Menschen zu unterstützen, die sich zumeist ehrenamtlich rund um die Uhr und mit sehr viel Herzblut für den Tierschutz einsetzen“, begründet Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Förderung. „Mit den Fördermitteln sorgen wir dafür, dass die Einrichtungen auch baulich den Ansprüchen für einen guten Tierschutz gerecht werden.“

Vorschläge zum Umbau der Nutztierhaltung

Was halten Sie von dem von dem Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung erarbeiteten Vorschlägen zum Umbau der Nutztierhaltung?