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04.05.2021: Zahnerkrankungen von Haustieren können vermieden werden

Genau wie beim Menschen ist auch die Zahnpflege bei Hund und Katze von großer Wichtigkeit. Dazu gehört das tägliche Putzen der Zähne zur Verringerung der Plaque-Bildung ebenso wie das tägliche Anbieten von Zahnpflege-Leckerlies bzw. Kauknochen zur Zahnpflege. Spielzeug, welches zur oralen Hygiene von Haustieren beitragen soll, hat sich aus medizinischer Sicht als eher wirkungslos erwiesen. ExpertInnen empfehlen zudem die regelmäßige Untersuchung des Gebisses und der Maulhöhle durch den Tierarzt. Im Optimalfall erfolgt eine solche mindestens einmal im Jahr, oft im Zuge einer Impfung. Denn eine ungenügende Zahngesundheit kann schmerzhaft und gesundheitsschädlich sein. Weiterhin beeinflusst die Ernährung die Zahngesundheit von Katzen und Hunden.
Studien haben gezeigt, dass eine Mischkost aus Nass- und Trockenfutter am besten geeignet ist, Zahnerkrankungen zu vermeiden. Das Entfernen des Zahnsteins sollte regelmäßig vom Tierarzt durchgeführt werden. Mit der Fütterung von Hunden und Katzen befassen sich auch die Dahlemer Diätetikseminare, bei denen anhand von Fallbeispielen und wissenschaftlichen Studien die Themen der Diätetik praxisnah erläutert und diskutiert werden. Das nächste ATF-anerkannte Live- Online-Seminar findet am 27. Oktober statt und beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle getreidefreies Futter, Taurin, n-3-Fettsäuren und andere Ernährungsfaktoren spielen. Auf Myvetlearn.de finden TierärztInnen zudem eine Aufzeichnung der Dahlemer Diätetikseminare, die im März diesen Jahres stattgefunden haben.

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18.05.2021: BTK fordert Verbesserung des Tierschutzes im Stall

Angesichts der immer wieder aufgedeckten Skandale in deutschen Schlachthöfen fordert die Bundestierärztekammer (BTK) eine Neuorientierung der amtlichen Fleischhygieneüberwachung. Die BTK hat mehrfach Vorschläge zur Verbesserung der Fleisch- und Schlachttieruntersuchung unterbreitet. „Da die Tierschutzverstöße aber nicht abreißen, müssen kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden, um die Schlachttier- und Fleischuntersuchung einschließlich der Tierschutzüberwachung in Schlachtbetrieben
weiter zu verbessern“, lautet die Forderung des BTK-Präsidenten Dr. Uwe Tiedemann. Missstände müssten umgehend beseitigt werden, so Tiedemann. In einer aktuellen Stellungsnahme schlägt die BTK dringend notwendige Maßnahmen vor, wie eine bundesweite Verpflichtung der Videoüberwachung und ein Zulassungsverfahren für Betäubungsgeräte. Weiterhin werden eine Stärkung der Fachaufsicht auf allen Ebenen sowie die Qualifizierung und Unterstützung der amtlichen TierärztInnen durch die zuständige Behörde gefordert.

18.05.2021: Neuer Tierschutzbeirat in MVP berufen

Turnusmäßig hat der Landwirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, einen neuen Tierschutzbeirat berufen. Das neun Mitglieder starke Gremium wird den Minister in der neuen Besetzung in den folgenden fünf Jahren in Sachen Tierschutz und deren Umsetzung beraten. Neue Vorsitzende ist Kerstin Lenz. Dr. Heidrun Caanitz wurde als stellvertretende Vorsitzende gewählt. „Der fachliche Rat des Tierschutzbeirats ist für mich wichtig“, erklärte der Minister. „Denn Tierschutz ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, das wie der Klimaschutz dem Erhalt unserer Welt für die künftigen Generationen dient. Dabei muss der Staat regulierend eingreifen. So werden zurzeit viele Gesetze und Vorschriften weiterentwickelt oder auch geschaffen,
damit der rechtlich definierte Tierschutz darin eine bessere Verankerung findet. Dabei halte ich die Einbindung des Tierschutzbeirats für unentbehrlich.“ Im künftigen Fokus sollen Umsetzung und Fortführung des Tierschutzkonzeptes Mecklenburg-Vorpommerns stehen, so Backhaus. Neben der dauerhaften und belegbaren Gewährleistung der Tierschutzanforderungen in der Nutztierhaltung und der Weiterentwicklung der risikoorientierten Kontrollen durch die Veterinärämter soll der neu berufene Tierschutzbeirat dem Minister zudem bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsvorschrift Fundtiere und der Erarbeitung einer neuen rechtlichen Grundlage für die Hundehaltung in Mecklenburg-Vorpommern beratend zur Seite stehen.

18.05.2021: Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke wird intensiviert

Mit dem voranschreitenden Frühling steigt auch die Zahl lästiger Parasiten. Neben heimischen Arten bereiten jedoch auch invasive Arten Probleme. Ein Beispiel ist die Asiatische Tigermücke, die sich von Südostasien aus auch im südlichen Deutschland mehr und mehr ausbreitet. Die auffällig schwarz-weiß gemusterte Stechmücke ist Überträger von gefährlichen Krankheitserregern wie beispielsweise dem Zika- Virus und dem Dengue-Virus. Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) hat der exotischen Stechmücke nun den Kampf angesagt. In zahlreichen Gemeinden im Südwesten Deutschlands starten die Kabs-ExpertInnen an ihren mehr als 90 Standorten ab Juli 2021 mit einem umfassenden Monitoring. Dafür
werden Eiablage-Fallen aufgestellt, die trächtige, Eiablage- bereite Weibchen anlocken, um bisher unbekannte Populationen auszumachen und anschließend auszumerzen. „Bis September werden so Stechmücken-Eier abgesammelt und anschließend auf ihre Art bestimmt“, berichtet ein Sprecher der Aktionsgemeinschaft. In einem engen Turnus sollen die Brutstätten dann hauptsächlich aus der Luft gezielt bekämpft werden. „Diese hohe Frequenz soll dazu führen, dass es bestmöglich keine unbehandelte Regentonne und so weiter mehr gibt. So soll die Population der exotischen Stechmücke ausgedünnt und letztlich ausgemerzt werden“, lautet der Plan der Kabs. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs dann den biologischen Wirkstoff Bti, der die Larven der Blutsauger tötet.

18.05.2021: Weitere Förderungen zur ASP-Bekämpfung in MVP

Das Land Mecklenburg-Vorpommern weitet seine Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus. Künftig soll auch eine für die Aufbewahrung erlegter Wildschweine benötigte Kühltechnik gefördert werden, so Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Im Rahmen der ASP-Prävention wird die Förderung aus der Jagdabgabe, die von den Jägern und Jagdpächtern Mecklenburg- Vorpommerns entrichtet wird, finanziert. Jagdausübungsberechtigte des Landes können bis zum 1. Oktober jeden Jahres einen
entsprechenden Antrag bei der obersten Jagdbehörde stellen. Um den Schwarzwildbestand weiter zu reduzieren, wird die im Jahr 2017 eingeführte „Pürzelprämie“ auch im laufenden Jagdjahr (1. April 2021-31. März 2022) gewährt. „Für jedes erlegte Stück Schwarzwild wird weiterhin eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 Euro gezahlt“, so der Minister. Anträge hierzu nehmen weiterhin die 29 Forst- und die beiden Nationalparkämter Müritz sowie Vorpommern entgegen. Die Auszahlungen werden in Kürze fortgesetzt.

18.05.2021: Kampagne klärt über illegalen Welpenhandel auf

Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern aus der Tierärzteschaft startet das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Informationsinitiative gegen den illegalen Welpenhandel. Die Corona- Pandemie hat die Machenschaften krimineller Internethändler begünstigt, da Hundezüchter und Tierheime die Nachfrage nach Haustieren nicht bewältigen können. Mit der Initiative "STOPP dem illegalen Welpenhandel" sollen potentielle HundekäuferInnen hinsichtlich des illegalen Welpenhandels sensibilisiert und aufgeklärt werden. Eine Checkliste soll helfen, zu erkennen, wann ein Tier aus unseriösem Handel kommt
und worauf beim verantwortungsvollen Hundekauf dringend geachtet werden muss. Denn die Welpen, die im Internet angeboten werden, sind häufig viel zu jung, um von der Mutter getrennt zu werden. Zudem wurden sie meist weder entwurmt noch mit wichtigen Impfungen ausgestattet, tierschutzwidrig transportiert und schlecht versorgt. Die Begleitpapiere sind vielfach gefälscht. Das Kampagnenmotiv wird im öffentlichen Raum auf digitalen Anzeigetafeln und online – unter anderem im Umfeld von Handelsplattformen – sichtbar sein sowie Tierarztpraxen bundesweit und weiteren Multiplikatoren zur Verfügung gestellt.

17.05.2021: Aggressives Verhalten von Hunden ist Erziehungsproblem

Laut der Hundebiss-Statistik des Berliner Senats sind im vergangenen Jahr mehr als 500 Personen in der Hauptstadt durch Hundebisse verletzt worden, 67 Personen davon erlitten sogar schwere Verletzungen. Wie die Behörde mitteilte, wurden Menschen zudem in mehr als 116 Fällen „gefahrdrohend angesprungen“. In weiteren 430 Fällen wurden Hunde von ihren Artgenossen verletzt. Die neuen Zahlen geben ungefähr das Bild des Vorjahres wieder. Die meisten Bisse wurden von Mischlingshunden verübt, gefolgt von Deutschen Schäferhunden sowie unbekannten Rassen. Bissvorfälle mit sogenannten Kampfhunden wurden kaum gezählt. Der Grund dafür könnte in der
gesetzlichen Regelung liegen, dass Besitzer ein Führungszeugnis, einen Sachkundenachweis sowie einen Wesenstest für ihren Hund nachweisen müssen. HundeexpertInnen begründen die hohe Zahl an Beißattacken mit der mangelhaften Erziehung der Tiere. Auf keinen Fall läge die Schuld an den Angriffen an den Hunden selbst, so die Meinung von Tierschützern und Hundetrainern. Tierärztinnen und Tierärzten bietet das Online-Fortbildungsportal Myvetlearn.de die E-Learningreihe Verhaltenstherapie, die auch geeignet ist für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie. Ein Einstieg in die ATF-anerkannten Kurse ist jederzeit möglich.

17.05.2021: Bremsenfallen gefährden Insektenschutz

Sogenannte Bremsenfallen sollen Pferde auf der Weide vor den schmerzhaften Bissen der Stechinsekten schützen. Wie eine aktuelle Studie jedoch zeigt, werden in diesen Fallen zu mehr als 98 Prozent andere Insekten angelockt und getötet. „Bremsenfallen sind nicht wirklich effektiv. Vor allem sind sie gleichzeitig eine Gefahr für den Insekten- und Artenschutz“, erklärt Niedersachsens
Umweltminister Olaf Lies. Um den Beifang besonders geschützter Insekten zu vermindern, werden Bremsenfallen per Erlass in niedersächsischen Naturschutzgebieten, FFH-Gebieten oder gesetzlich geschützten Biotopen verboten. Darüber hinaus soll außerhalb dieser Schutzgebiete der Einsatz von Bremsenfallen zeitlich beschränkt werden, und zwar vom 1. Juni bis 15. September eines Jahres.

17.05.2021: Haustierbetreuungsvollmacht für den Fall der Fälle

Wenn alleinstehende TierbesitzerInnen ins Pflegeheim kommen oder gar sterben, ist häufig nicht geklärt, was mit den Haustieren geschieht. Meist bleibt nur die Unterbringung in einem Tierheim, wie der Deutsche Tierschutzbund berichtet. Gerade für Katzen und Hunde bedeutet diese plötzliche Veränderung neben der Trauer großen Stress. „Hunde und Katzen trauern oft", sagt Kristina Berchtold, die Sprecherin des Tierschutzvereins München, in dem allein im letzten Jahr 170 Haustiere aus diesem Grund untergebracht werden mussten. Die meist verstörten und ängstlichen Tiere verweigern aus Trauer in einigen Fällen sogar das Fressen. Während die Vermittlung von Hunden, Katzen und Kleintieren in den meisten Fällen Erfolg hat, zeigt sich die Lage bei Reptilien ganz anders. „Die Tiere, die wir haben, sind nicht die, die man sich als Kumpel in der Quarantänezeit holt. Mit einer Schlange oder einem Krokodil ist es weitaus
schwerer, sich die Einsamkeit zu vertreiben, als mit einem jungen Hund", erklärt Markus Baur, Stationsleiter der Münchener Auffangstation. Riesenschlangen, Nattern oder Schildkröten ließen sich nicht so einfach vermitteln, auch wenn die Nachfrage nach Haustieren im vergangenen Jahr enorm gestiegen ist, so Baur. So stapeln sich in dem Verein bereits knapp 2.500 Reptilien. Allein im ersten Quartal diesen Jahres kamen 130 Tiere hinzu. Die hohen Unterbringungskosten sind kaum von der Auffangstation zu bewältigen. Daher raten ExpertInnen neuen BesitzerInnen von Haustieren, sich vor dem Kauf über das zu erwartende Lebensalter der Tiere zu informieren und im besten Fall bereits für die Übernahme der Tiere im Krankheits- oder Todesfall vorzusorgen. Dazu eignet sich eine Haustierbetreuungsvollmacht und eine Anleitung mit den Eigenheiten und Futtervorlieben für jedes Tier.

14.05.2021: Pottwal-Tracking anhand von Künstlicher Intelligenz

Genau wie andere Walarten gehört auch der Pottwal zu den bedrohten Tierarten. Eine besonders große Gefahr für die Tiere geht von Zusammenstößen mit Schiffen aus. ExpertInnen schätzen, dass es nur noch ca. 350.000 bis 450.000 Tiere weltweit gibt. Die Meeresbiologin Lisa Steiner hat zum Schutz der Pottwale gemeinsam mit Amazon Web Services (AWS) und Capgemini eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, mit derer die Wanderbewegungen der riesigen Meeressäuger nachgehalten werden können. Das funktioniert durch das Identifizieren der Fluke der Wale, die bei jedem Tier einzigartig ist. Mit einer fast hundertprozentigen Genauigkeit kann die KI diese den einzelnen Pottwalen zuordnen und so die Route der Meeressäuger verfolgen.
„Pottwale werden nicht mehr gejagt, aber sie können durch Öl- und Gasförderung sowie durch den Schiffsverkehr unter Druck geraten. Wenn wir wissen, wo sich diese Tiere aufhalten, können vielleicht Aktivitäten eingeschränkt werden, die Geräusche erzeugen, die sie beim Nahrungserwerb oder bei der Kommunikation mit anderen Mitgliedern ihrer Gruppe stören", sagt Steiner. Die in allen Ozeanen der Welt vorkommenen Wale sind ein wichtiger Bestandteil für das Ökosystem, da sie die Grundlage von fast allen Nahrungsketten im Ozean bilden. Auch für das Klima ist der Pottwal von Bedeutung. Mithilfe der KI sollen Unfälle verhindert werden. Zudem könnten die Aufzeichnungen die Grundlage für das Einrichten neuer Schutzgebiete bilden.

14.05.2021: Abgabe für Biozidprodukte neu geregelt

Am 12.05.2021 hat die Bundesregierung für die Abgabe von Biozidprodukten strengere Regeln beschlossen. Künftig dürfen unter anderem Mittel zur Bekämpfung von Insekten oder Nagetieren nur nach vorheriger Beratung durch Fachpersonal abgegeben werden. Selbstbedienungsverbote sollen zudem sicherstellen, dass VerbraucherInnen diese Chemikalien nicht mehr einsetzen, ohne vorher über die Risiken des Einsatzes aufgeklärt worden zu sein. Die Beschränkungen gelten auch für den Online- und Versandhandel. „Die neuen Regeln zur Abgabe von Biozidprodukten schützen die Umwelt, vor allem Insekten, und die menschliche Gesundheit vor negativen Auswirkungen. Mit dem heutigen Beschluss setzt die Bundesregierung auch einen weiteren Teil ihres Aktionsprogramms Insektenschutz um. Ich will einen bewussten Umgang mit
Biozidprodukten erreichen und ihren oft unnötigen Einsatz verhindern. Das gelingt uns mit der verpflichtenden Fachberatung beim Verkauf. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen die Gefahren kennen und im besten Fall zu weniger schädlichen Mitteln greifen oder auf die Anwendung von Biozidprodukten verzichten. Denn häufig geht es auch ohne Chemie, zum Beispiel bei Insekten- oder Nagetierbefall. Wenn es gar nicht anders geht, sollen Verbraucherinnen und Verbraucher aufgeklärt werden, damit sie Biozidprodukte sachgerecht und bewusst verwenden", erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Die Regelungen der Biozid- Zulassungsverordnung werden weitgehend ersatzlos aufgehoben. Die Verordnung zur Neuordnung nationaler untergesetzlicher Vorschriften für Biozidprodukte bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats.

14.05.2021: Verkehrslärm beeinträchtigt Entwicklung von jungen Singvögeln

Verkehrslärm hat einen negativen Einfluss auf das Immunsystem sowie das Gesangslernen von Jungvögeln. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen. Die ForscherInnen hatten für ihre Untersuchungen zwei Gruppen von Zebrafinkenküken aufgezogen. Beiden Gruppen wurde während der aktiven Lernphase der aufgezeichneten Gesang erwachsener Männchen vorgespielt. Eine der beiden Gruppen wurde zudem intensivem Verkehrslärm ausgesetzt. Die WissenschaftlerInnen wollten so herausfinden, wie sich dieser auf den Lernerfolg auswirkt. Zudem wurde die Immunreaktionen der Küken während ihrer Entwicklung gemessen. Die Studienergebnisse zeigten, dass der Verkehrslärm bei den Jungvögeln zu
Ungenauigkeiten und Verzögerungen beim Erlernen ihres Gesangs sowie zu einem unterdrückten Immunsystem, was was ein Indikator für chronischen Stress ist, geführt hat. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass junge Singvögel genau wie menschliche Kinder besonders anfällig für die Auswirkungen von Lärm sind, weil dieser das Lernen in einem kritischen Entwicklungsstadium beeinträchtigen kann", sagt Henrik Brumm, der das internationale Forschungsprojekt leitete. Die Ergebnisse der Studie lassen sogar vermuten, dass Verkehrslärm die kulturelle Evolution des Vogelgesangs beeinflussen kann, da sich lärmbedingte Kopierfehler wahrscheinlich anhäufen, wenn der Gesang von einem Vogel zum anderen weitergegeben wird, so Brumm abschließend.

12.05.2021: US-Forscher testen oralen ASP-Impfstoff

In zahlreichen Ländern wird nach einem Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) geforscht, um die Tierseuche wirksam zu bekämpfen. In den USA waren ForscherInnen bereits sehr erfolgreich. Wie das dem US-Landwirtschaftsministerium angeschlossene Plum Island Animal Disease Center nun mitteilte, wurde dort ein oraler Impfstoff mit Erfolg an lebenden Schweinen getestet. Dabei erzielte der Impfstoff ASFv-G-I77L bei oraler bzw.
nasaler Verabreichung den gleichen Impferfolg wie bei einer intramuskulären Injektion. Als nächsten Schritt planen die WissenschaftlerInnen, den Impfstoff in eine Köderform zu bringen und weitere Praxisversuche durchzuführen. Dabei werde auch getestet, ob der Impfstoff bei Wildschweinen genauso sicher wirkt, wie bei den getesteten Hausschweinen, wie das Magazin SUS mitteilt.

12.05.2021: Earth Overshoot Day in der Schweiz

Nach dem bereits am 5. Mai diesen Jahres in Deutschland alle natürlichen Ressourcen wie beispielsweise Energie, Acker-, Wald- und Weideflächen verbraucht und zu hohe Lebensmittelverluste produziert worden sind, ist heute (12.5.2021) auch für die Schweiz der Earth
Overshoot Day gekommen. Ab heute bis zum Jahresende lebt die Schweiz daher auf Pump und entsprechend auf Kosten der kommenden Generationen, so der WWF. Der Earth Overshoot Day ist demnach Tag der ökologischen Überschuldung, die jährlich eher auftritt.

12.05.2021: Förderbescheid für Ställe der Zukunft übergeben

Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf hat vom Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (MdB) im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Förderbescheid für die Förderung eines Innovationsnetzwerkes im Rahmen der Nutztierstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft übergeben bekommen. Ziel der geförderten Innovationsnetzwerke soll die Entwicklung von Experimentierställen sein, die die Grundlage für „Ställe der Zukunft“ in der praktischen Tierhaltung darstellen sollen. „Das Programm ist auf die Entwicklung in der landwirtschaftlichen Praxis realisierbarer Stallbaukonzepte und innovativer Methoden für die Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung ausgerichtet, die das Tierwohl verbessern und damit zur gesellschaftlichen Akzeptanz beitragen sollen“, betonte FBN-Vorstand Prof. Dr. Klaus Wimmers. „Das gibt uns Rückenwind, da wir seit vielen Jahren die Verbesserung von Tierwohl und Tiergesundheit als Forschungsschwerpunkt in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Umfassende Investitionen in neue und modernisierte Ställe für Milchkühe in den letzten Jahren haben die Haltungsbedingungen für die Tiere verbessern können, aber in der Digitalisierung, „Smart Farming“ und der Entwicklung und
Nutzung von Biomarkern steckt noch viel Potential für weitere zukünftige Verbesserungen.“ Das Netzwerk unter Projektleitung der Tierärztin Dr. Lisa Bachmann verfolgt als Zielstellung unter anderem die Entwicklung von Ställen, die auf die Sinneswahrnehmung und physiologischen Bedürfnisse der Tiere ausgerichtet sind, zudem sollen wirtschaftliche und tiergerechte Managementkonzepte zur angepassten Laktationsdauer und für den Umgang mit männlichen Milchrindkälbern bearbeitet werden. Weiterhin ist den Antragstellern die Biosicherheit von Milchviehställen und die Nutzung von Weide und Auslaufflächen ein wichtiges Anliegen. Alle Maßnahmen sollen dazu dienen, das Tierwohl zu verbessern, aber auch helfen, den Einsatz von Antibiotika zu minimieren und die tierhaltungsbedingten Emissionen zu reduzieren. Außer den Kriterien zu Tierwohl, Tiergesundheit und Umweltwirkungen, die durch Forschungsergebnisse zur Verfügung stehen, sollen auch die Sinneswahrnehmung und das arttypische Verhalten von Kühen und Kälbern in die Bewertung von Maßnahmen mit einfließen. Dazu soll u.a. die vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entwickelte Virtual-Reality-Brille, die die visuelle Wahrnehmung von Kühen simuliert, genutzt werden.

12.05.2021: Gericht lässt untersagten Lebentiertransport nach Marokko zu

Am vergangenen Freitag hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Sachen Tierschutz ein Zeichen setzen wollen und den Transport von 270 Rindern, darunter auch tragende Tiere, aus dem Landkreis Aurich nach Marokko untersagt. Das Transportunternehmen legte jedoch Einspruch gegen den Beschluss ein. Das Verwaltungsgericht Oldenburg gab dem Transportunternehmen nun Recht und hob den Erlass des Ministeriumns wieder auf, so dass die Tiere nun unter widrigen Umständen durch Europa bis nach Marokko gekarrt werden dürfen, um dann in den meisten Fällen dort auch nur geschlachtet zu werden - allerdings häufig unter grausamsten Bedingungen. Dennoch nahm die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast diese Niederlage zum Anlass, ihre Forderung
nach einem generellen Verbot von Lebendtiertransporten in Drittländern zum Wohle der Tiere zu untermauern. „Ich bedaure diese Entscheidung. Das Urteil zeigt: Der Bund muss jetzt handeln. Wir brauchen ein bundesweites Verbot der Beförderung von Tieren in Drittstaaten, in denen die Einhaltung des Tierschutzes nicht gewährleistet ist – je zügiger, desto besser“, so die CDU-Politikerin. Sobald eine Begründung des Gerichts vorliege, werde das Ministerium den Beschluss rechtlich bewerten. Es werde eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren angestrebt, die gleichzeitig eine abschließende rechtliche Klarstellung erwirken soll. Erst im Februar hatten die Bundesländer die Regierung aufgefordert, Rindertransporte in Drittstaaten, bei denen von einer unzureichenden Versorgung der Tiere auszugehen ist, zu verbieten.

12.05.2021: Giraffen zeigen genetische Unterschiede

Noch bis 2016 sind WissenschaftlerInnen davon ausgegangen, dass alle Giraffen der selben Art angehören. Doch dann fand man heraus, dass es in Wirklichkeit vier Giraffenarten gibt, was nun durch genetische Analysen erneut bestätigt werden konnte. Ein internationales Wissenschaftlerteam konnte dies nun anhand von genetischen Analysen belegen. Zudem ergaben die Untersuchungen des Teams, dass sich die vier Arten Nord-Giraffe, Süd-Giraffe, Netz-Giraffe und Massai-Giraffe auf sieben Unterarten unterteilen. Diese Erkenntnisse stellen den Schutz der Tiere auf ein neues Fundament. In der Studie haben die ForscherInnen knapp 200.000 DNA-Abschnitten von insgesamt 50 Giraffen aus insgesamt zwölf afrikanischen Ländern sowie aus Zoos analysiert. „Die Ergebnisse der Genomanalyse haben große Bedeutung für den Giraffenschutz“, sagt Dr. Julian Fennessy, Direktor der Giraffe
Conservation Foundation (GCF) und Co-Autor der Studie. Die Bestände seien im vergangenen Jahrhundert stark zurück gegangen auf rund 117.000 wildlebende Giraffen. „Wird nun klar, dass diese Tiere vier unterschiedlichen Arten angehören, verschärft das die Situation zusätzlich. So gibt es zum Beispiel nur noch rund 6.000 Nord-Giraffen in freier Wildbahn. Sie gehören zu den am stärksten bedrohten Großsäuger-Arten der Welt“, so Fennessy weiter. „Am Fall der Giraffen erkennen wir, dass wir die genetischen Grundlagen der biologischen Vielfalt noch nicht ausreichend erfassen können“, sagt Janke. „Die Genome enthalten Informationen von unschätzbarem Wert, etwa über Anpassungen an Klimabedingungen oder die Evolution der Arten. Wir stehen erst am Anfang. Aber eines Tages werden wir bis auf den Grund vordringen und das Genom mit seiner Fülle an Erbinformationen vollständig verstehen.“

11.05.2021: Bayern vergibt 30 Stipendien für Masterstudiengang Tiergesundheit

Der Freistaat Bayern möchte den Tierschutz und das Tierwohl im Land durch eine größere Anzahl Tierärzte sicherstellen. Deswegen wurde der Masterstudiengang Tiergesundheit ins Leben gerufen. Dieser ist bundesweit einzigartig und eine tragende Säule im "Zukunftskonzept Landtierärzte" in Bayern. Zudem unterstützt das bayerische Umweltministerium noch 30 Masterstudenten mit 30 Stipendien im Wert von insgesamt 330.000 Euro. „Zum Tierschutz gehört auch die tierärztliche Versorgung. Mit dem Zukunftskonzept Landtierärzte wollen wir für mehr Tierärzte in der Fläche sorgen. Ein entscheidender Baustein ist die Qualifikation. Mehr Wissen heißt auch mehr Tierschutz. Der neue Masterstudiengang bietet eine gezielte fachliche Weiterbildung für Tierärzte vor allem im Nutztierbereich. Mit 30 Stipendien wollen wir qualifizierte Nachwuchskräfte für die tierärztliche Versorgung vor allem im Nutztierbereich gewinnen. Ich freue mich, wenn sich möglichst viele Tierärzte für das attraktive Angebot entscheiden", erklärte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber
am Dienstag in München. Gefördert werden sollen aus den ersten beiden Studiendurchgängen jeweils 15 Studierende für maximal vier Semester. Voraussetzung ist unter anderem, nach Abschluss des Studiengangs mindestens 60 Monate als Tierärztin oder Tierarzt in der kurativen Nutztierversorgung in Bayern zu arbeiten. Der interdisziplinäre Weiterbildungsstudiengang für Tierärzte wird zusammen mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der tierärztlichen Fakultät der LMU München ab dem Wintersemester 2021/22 angeboten. Rund 20 bis 30 Studenten sollen ihn pro Semester absolvieren können. Der Aufbau des Studiengangs wird vom Umweltministerium ebenfalls mit rund 200.000 Euro unterstützt. Die "Zukunftsstrategie Landtierärzte" umfasst neben dem Masterstudiengang die Unterstützung attraktiver Praxismodelle, Verbesserungen bei der Vergütung und ein neues Spezialisten-Netzwerk. Ziel ist es, den Tierarztberuf auf dem Land insbesondere in der Nutztierpraxis insgesamt attraktiver zu gestalten, um möglichen Versorgungslücken frühzeitig entgegenzuwirken.

11.05.2021: Illegaler Welpenhandel hat dramatisch zugenommen

Die Nachfrage der Menschen in Deutschland nach einem Haustier scheint ungebremst. Der Hauptgrund liegt in den veränderten Lebensumständen, die die Corona-Pandemie mit sich gebracht hat. Da Züchter und Tierheime bei der Vermittlung nicht nachkommen, ist der illegale Handel mit Haustieren dramatisch angestiegen, wie die finale Auswertung durch den Deutschen Tierschutzbund bestätigt. Demnach hat sich im vergangenen Jahr die Zahl der vom illegalen Handel betroffenen Hunde im Vergleich zu 2019 fast verdreifacht, die Zahl der gehandelten Katzen sogar versechsfacht. Doch auch in 2021 setzt sich dieser unerfreuliche Trend fort. Laut Informationen des Tierschutzbundes sind im ersten Quartal des laufenden Jahres bereits 112 Fälle mit knapp 800 betroffenen Tieren gezählt worden. Zum Vergleich: im gesamten vergangenen Jahr gab es gerade mal 60 Fälle mehr. „Die ersten Zahlen für 2021 zeigen deutlich, dass der illegale Tierhandel
in diesem Jahr einen traurigen Rekord brechen wird. Der Blick auf die vielen erkrankten und verstorbenen Tiere lässt schon jetzt erahnen, wie viel Tierleid infolge des kriminellen Handels noch entstehen wird. Noch etliche Tiere werden dieses Jahr ihr Leben verlieren“, sagt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Der Großteil vom illegalen Handel betroffenen Tiere in 2020 waren Hunde, zum größten Teil Welpen, die meist von kriminellen Händlern aus Rumänien, Bulgarien, Polen und Ungarn nach Deutschland gebracht wurden. Die Tiere leiden an einer Vielzahl von Krankheiten, unter anderem der häufig tödlich verlaufenden Viruserkrankung Parvovirose. Die Tiere waren meist unterernährt und dehydriert, litten an Durchfall und Fieber. Trotzdem durften 14 Prozent der Tiere in das Bestimmungsland weitertransportiert werden. Daher fordert der Deutsche Tierschutzbund unter anderem ein sofortiges Verbot des Handels mit lebenden Tieren im Internet.

11.05.2021: Starker Anstieg bei Hantavirus-Infektionen in den letzten Wochen

Die Zahl der Hantavirusinfektionen bei Menschen ist im laufenden Jahr dramatisch gestiegen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt zählte das Robert Koch-Institut (RKI) bereits 475 Fälle. Das ist zehnmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Auch das bisherige Rekordjahr 2017, in dem mehr als 1.700 Fälle von Hantavirus- Infektionen in Deutschland registriert wurden, scheint übertroffen zu werden. Überträger der Hantaviren ist die Rötelmaus (Myodes glareolus). Menschen infizieren sich durch aufgewirbelten, virushaltigen Staub über die Atemwege. Weitere Übertragungsmöglichkeiten sind Kontakte mit lebenden oder toten Nagetieren bzw. deren Ausscheidungen (Speichel, Urin und Kot), aber auch der Kontakt der verletzten Haut mit kontaminiertem Staub.
Besonders in der Zeit zwischen April und September finden viele Infektionen statt. Die sogenannten Mastjahre fördern die Mäuse-Populationen, da es in dieser Zeit ein großes Nahrungsangebot für die Nager gibt. ExpertInnen vermuten, dass es zu einem Anstieg der Hantavirus-Fälle gekommen ist, weil sich Menschen wegen der Corona-Pandemie häufiger im Freien aufhalten. Infektionen beim Menschen können zu plötzlichem Fieber sowie unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen und Myalgien führen. Hämorrhagische Verläufe mit akuten Nierenversagen sind eher selten (< 1%). Eine überstandene Infektion führt wahrscheinlich zu einer lebenslangen, Virustyp-spezifischen Immunität. Einen Impfschutz gibt es nicht.

11.05.2021: Russland gibt Produktionsstart des Corona-Impfstoffes für Tiere bekannt

Russland hat die Produktion des weltweit ersten Impfstoffes gegen eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 bei Tieren gestartet. Die ersten 17.000 Dosen des Vakzins Karnivak-Kov seien bereits hergestellt, wie das Föderale Aufsichtsdienst für die Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) bekannt gab. Die geplante Produktionskapazität von monatlich 3 Millionen Dosen soll den Angaben nach später auf 5 Millionen Dosen erweitert werden. Der Impfstart werde in Kürze in Russland erfolgen. Abhängig von der Zulassungserteilung wollen weitere Länder,
darunter auch Deutschland, ebenfalls Karnivak- Kov verimpfen. In Russland soll der Impfstoff in erster Linie für Pelztiere verwendet werden, um die Pelzindustrie nicht zu gefährden, wie es in anderen europäischen Ländern geschehen ist. Denn die Corona- Pandemie hat in zahlreichen Ländern zur Tötung von Millionen Nerzen geführt, nachdem belegt worden war, dass die Tiere besonders empfänglich für das Virus sind. Weltweit hat es einige Fälle der Übertragung des Corona-Virus von Menschen auf Hunde und Katzen gegeben; umgekehrt ist bisher nur ein Fall aus einer dänischen Nerzfarm bekannt.

11.05.2021: Schweizer TierärztInnen sehen Tierschutz in Gefahr

Die schweizerische Volksinitiative des Vereins "Sauberes Wasser für alle" fordert die ausschließliche Förderung von Landwirtschaftsbetrieben, die keine Pestizide einsetzen und die in ihrer Tierhaltung ohne prophylaktischen Antibiotikaeinsatz auskommen. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) lehnt diese Trinkwasser-Initiative ab, da befürchtet wird, dass die Tierhaltung vermehrt ins Ausland verlegt werde und dadurch die Importe zunehmen würden. Gleichzeitig könne so das Tierwohl nicht mehr gewährleistet werden, da Landwirtschaftsbetriebe aus den Tierwohlprogrammen aussteigen
könnten. Damit wäre die inländische Produktion von tierischen Lebensmitteln gefährdet. „Nur bei einer Produktion in der Schweiz können die hier geltenden Tierschutzstandards eingehalten werden. Zudem ist in der Schweiz eine sehr gute tiermedizinische Versorgung gewährleistet“, heißt es in der Medienmitteilung. Gefordert werden anstelle der Trinkwasser-Initiative Anpassungen des Direktzahlungssystems zu Gunsten einer verbesserten Nutztierhaltung, um zu verhindern, dass große Landwirtschaftsbetriebe aus dem Direktzahlungssystem aussteigen und somit nicht mehr an die Vorgaben für eine tierfreundliche Haltung gebunden wären.

10.05.2021: Tierschutzbund ruft zum Aktionstag Kollege Hund auf

Zum 14. Mal ruft der Deutsche Tierschutzbund zum Aktionstag "Kollege Hund" auf. Der tierische Schnuppertag findet in diesem Jahr am 24. Juni statt. Unternehmen aus allen Branchen können teilnehmen, die Anmeldung kann ab sofort über ein Online-Formular auf der Webseite www.kollege-hund.de vorgenommen werden. An diesem Aktionstag können ArbeitnehmerInnen ihren Vierbeiner mit zur Arbeit bringen und so den Arbeitsalltag mit diesem einmal austesten. Denn nachweislich können Hunde das Arbeitsklima verbessern sowie Berührungsängste abbauen. Damit der tierische Schnuppertag für beide Seiten zum Erfolg wird, sollte vorher abgeklärt werden, ob alle KollegInnen tolerant gegenüber einem tierischen Kollegen sind. Da sich durch die Corona-
Pandemie die Arbeitssituation individuell verändert hat, ist auch eine Teilnahme aus dem Homeoffice möglich. „Durch die Corona-Krise hat sich auch unser Arbeiten verändert, viele Menschen nutzen vermehrt das Homeoffice. Gleichzeitig ist in vielen Haushalten ein Hund neu eingezogen und profitiert davon, Frauchen oder Herrchen ständig um sich zu haben“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Eine positive Einstellung gegenüber dem tierischen Kollegen von Arbeitgeberseite würde die Umstellung zurück zum „normalen“ Arbeitsalltag irgendwann erleichtern und könnte sogar verhindern, dass Hunde nach Ende der Pandemie im Tierheim landen.“ Im Anschluss erhalten alle Teilnehmer eine Urkunde, die sie als „tierfreundliches Unternehmen“ auszeichnet.

10.05.2021: Tiergesundheitsbranche trotzt Corona-Pandemie

Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) bezeichnet 2020 als ein außerordentliches Jahr für die Unternehmen der Tiergesundheitsbranche und zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung trotz der Corona-Pandemie. Diese hat unter anderem dazu geführt, dass die Zahl der NeubesitzerInnen von Klein- und Heimtieren stark angestiegen ist. Im Rahmen seiner 35. Mitgliederversammlung betonte der BfT, dass die Unternehmen im Tiergesundheitssektor solide auf die Herausforderungen durch die Pandemie reagiert haben. So ist der Markt im letzten Jahr um 4 Prozent auf 878 Mio. Euro (Schätzung auf den Gesamtmarkt für Deutschland) gegenüber 2019 gewachsen. Der Anteil des Kleintiersegments macht 57 Prozent und der des Nutztiersegments 43 Prozent aus. Das Wachstum des Impfstoffsegments um 0,57 Prozent ist der zweistelligen Zuwachsrate bei den Kleintierimpfstoffen geschuldet. Dem gegenüber stehen Einbrüche im
Nutztiersektor durch die veränderte Seuchenlage bei Infektionen im Rinderbereich und Auswirkungen der Pandemie, aber auch durch den fortgesetzten Strukturwandel im Schweinesektor. Eine positive Umsatzentwicklung konnte der BfT auch in den Bereichen Antiinfektiva und Antiparasitika verzeichnen. Der künftige gesetzliche Rahmen für die Branche wird aktuell mit dem Entwurf eines eigenständigen nationalen Tierarzneimittelgesetzes zusammen mit den sich weiter konkretisierenden Vorgaben zur europäischen Tierarzneimittelgesetzgebung weiter ausgearbeitet. Die genaue Auslegung und etwaige Konsequenzen sind noch zu analysieren. Bis zur Anwendung der europäischen Tierarzneimittelrichtlinie im Januar 2022 müssen noch entscheidende Schritte abgerundet werden, um die volle Funktionsfähigkeit unter den neuen Vorgaben zu gewährleisten.

10.05.2021: Backhaus fordert verbesserten Brandschutz in Ställen

Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für bundeseinheitliche Sicherheitsstandards zur Vermeidung von Brandereignissen in Nutztierställen ein. Hintergrund ist der verheerende Brand in einer Sauenzuchtanlage in Alt Tellin, bei dem knapp 50.000 Tiere verendeten. Wie Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärte, werden jedes Jahr in Deutschland Hundertausende Tiere Opfer von Stallbränden, was enormes Tierleid bedeutet. Sein Ministerium hat daher einen Entschließungsantrag zum Brandschutz in Tierhaltungsanlagen eingereicht. Dieser fordert auch eine Bestandsobergrenze für Nutztierbestände. „Mir ist natürlich bewusst, dass Tierwohl in den Ställen maßgeblich vom Management der Tierhaltung abhängt und nicht
von der Größe der Tierbestände. Groß ist nicht automatisch schlecht und klein nicht automatisch gut. Doch je größer die Anlage, desto größer ist die Gefahr, dass bei einer Havarie, sei es ein Brand oder ein Seuchenausbruch, viel zu viele Tiere ihr Leben verlieren. Unser Ziel muss es sein, dass im Katastrophenfall möglichst viele Tiere gerettet werden können“, erklärt Backhaus. „Die Borchert-Kommission hat bereits Vorschläge für eine Weiterentwicklung der Tierhaltung in Deutschland – hin zu mehr Tierwohl – vorgelegt. Jetzt gilt es für uns, diese verschiedenen Überlegungen zielführend zu verknüpfen. Industrielle Großanlagen wie die abgebrannte Ferkel-Fabrik in Alt Tellin müssen jedoch ein für alle Mal der Vergangenheit angehören“, sagt Backhaus abschließend.

10.05.2021: Dr. Kirsten Traynor neue Leiterin des LAVES Bieneninstituts

Die Bienen-Expertin Dr. Kirsten Traynor übernimmt die Leitung des Instituts für Bienenkunde Celle. Die gebürtige Amerikanerin kehrt nach fünfzehnjähriger Abwesenheit zurück an den Ort, an dem sie als Stipendiatin ihre Leidenschaft für die Bienenwissenschaft entdeckte. In der Zwischenzeit hat sich Traynor neben einem Biologiestudium und einer Promotion der Forschung an den Insekten gewidmet. „Wir freuen uns, dass wir Dr. Kirsten Traynor für diese herausfordernde, wichtige Aufgabe gewinnen konnten. Und sind uns sicher, dass sie dieses gut aufgestellte LAVES Institut mit ihrem ausgeprägten Fachwissen, ihrem hohen Engagement und ihrem internationalen Netzwerk bereichern und weiterentwickeln wird“, sagte Barbara Woltmann, Vizepräsidentin des LAVES, über die neue Institutsleiterin, die gut vernetzt in Wissenschaft und Imkerei ist. Die Expertin arbeitete unter anderem als Wissenschaftlerin an der University of Maryland
und untersuchte den Einfluss von Viren und Pestiziden auf die Bienengesundheit. An der Freien Universität Berlin setzte Traynor ihre Studien über die Bienenkrankheit Varroa fort. Dort nutzte sie ein Trackingsystem, womit Lebensbahnen von bis zu 4.000 Bienen in einem Beobachtungsstock verfolgt werden können. Sie verglich das Verhalten und die Langlebigkeit zwischen Bienenschwestern, die mit und ohne Varroa-Erkrankung geschlüpft sind. Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzten eine Online- Fortbildung im Fachbereich Bienen an. Der Grundkurs besteht aus vier Modulen, die Grundlagenkenntnisse über Bienen vermitteln sowie umfassende spezielle Informationen zu Bienenkrankheiten, Bienenprodukten sowie den zu beachtenden Rechtsvorschriften geben. Alle Module können auch einzeln gebucht werden. Der E- Learningkurs ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen.

07.05.2021: Jörg Hannemann bleibt Vorsitzender des BfT

Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) hat seine 35. Mitgliederversammlung durchgeführt und im Rahmen der Vorstandswahlen Jörg Hannemann (Virbac Tierarzneimittel GmbH) als Vorsitzender des Verbandes wiedergewählt. Die Aufgabe des stellvertretenden Vorsitzenden übernimmt Dr. Laurent Monnerat
(Zoetis Deutschland GmbH). Als weitere Vorstandsmitglieder wurden Karin Jager (Elanco Deutschland GmbH), Jens-Uwe Martsekis (CP-Pharma Handelsgesellschaft mbH), Jan Nemec (MSD Tiergesundheit Intervet Deutschland GmbH) und Betina Prestel (Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH) gewählt.

07.05.2021: Endlich auch Corona-Spürhunde in Deutschland im Einsatz

Die Veranstalter des Wurzelfestival in Brandenburg planen für dieses Jahr den Einsatz von Corona-Spürhunden, die die TeilnehmerInnen durch Beschnuppern auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 testen. Dafür kooperieren die Veranstalter mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover, an der die Ausbildung der Corona-Spürhunde erfolgt. Wie der Veranstalter Björn Oesingmann in einem Interview mit der TAZ erklärt, erschnuppern Hunde eine Infektion bereits schon bevor ein Antigenschnelltest ein Ergebnis zeigt. Das konnte auch Prof. Dr. Holger Volk von der TiHo in seinem Versuch zeigen. Der Test wird vor dem Betreten des Festivalgeländes durchgeführt. Dafür schnuppert der Hund an einem Wattestäbchen, das zuvor über den Körper
der Testperson gerollt wurde. So muss kein direkter Kontakt zwischen Hund und Testperson erfolgen. Neben einer höheren Testsensitivität hat der Einsatz von Corona-Spürhunden jedoch weitere große Vorteile. Zum einen ergeben sich durch die Hunde nur etwa 2 Euro Kosten pro Testperson, während dies beim Einsatz von Schnelltests rund 5 Euro wären. Zum anderen fällt kein Plastikmüll an und es werden keine Testsubstanzen verbraucht. Der Veranstalter hofft, dass der Einsatz der Hunde in Deutschland zukünftig auch im Sinne der Nachhaltigkeit von der Politik unterstützt wird, damit private Firmen die Hunde ausbilden lassen und einsetzen können. Mehr zu den Corona-Spürhunden lesen Sie auch in einem Interview von Vetion.de mit Prof. Volk.

07.05.2021: Hornhaut für Orientierungssinn von Fledermäusen verantwortlich

Die Hornhaut (Cornea) des Auges hilft Fledermäusen bei der Orientierung auf Wanderflügen, indem Signale aus der Umwelt über diese aufgenommen werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die ein Forscherteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) durchgeführt hat. Die WissenschaftlerInnen konnten mit ihren Untersuchungen erstmals die Hornhaut als sicheren Orientierungssinn von Fledermäusen lokalisieren. Dafür haben die Forschenden Versuche mit Rauhautfledermäusen durchgeführt. Bei einer Fledermausgruppe wurde die Hornhaut beider Augen temporär lokal betäubt. Bei einer anderen Versuchsgruppe fand die Betäubung nur auf einem Auge statt. Die Individuen der Kontrollgruppe erhielten statt einer Betäubung eine isotonische Kochsalzlösung als Augentropfen. Alle Tiere dieser wissenschaftlichen Untersuchung wurden bei Nacht in ihrem Zugkorridor an der Ostseeküste eingefangen und direkt nach der Behandlung in 11 Kilometer Entfernung vom Fangplatz auf einem freien Feld wieder einzeln freigelassen.
„Individuen aus der Kontrollgruppe und der Gruppe mit einseitiger Cornea- Betäubung orientierten sich erwartungsgemäß nach Süden, während die Fledermäuse mit beidseitig anästhesierten Hornhäuten in zufälligen Richtungen davonflogen“, beschreibt Dr. Oliver Lindecke die Ergebnisse. „Wir konnten hier das erste Mal im Versuch beobachten, wie ein ziehendes Säugetier wortwörtlich vom Kurs abgebracht wurde – ein Meilenstein in der Verhaltens- und Sinnesbiologie, der uns erlaubt, das biologische Navigationssystem der Säugetiere gezielter zu erforschen.“ Die Forschenden schlussfolgerten, dass die Betäubung der Cornea den Orientierungssinn nachhaltig störte – und dass dieser offenbar auch noch mit einem Auge gut funktioniert.“ Die Experimente des Forscherteams erbringen nun erstmalig belastbare Daten für die Verortung eines Orientierungssinns bei freilebenden, ziehenden Säugetieren. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, wo genau sich dieser Sinn in der Hornhaut der Fledermäuse befindet und wie er exakt funktioniert.

07.05.2021: Apfelblüten stehen in ernster Konkurrenz mit Rapsblüten

Honigbienen ziehen Rapsblüten Apfelblüten vor. Ein Grund dafür ist die gelbe Farbe der Blüten. Das haben Forschende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in einer Studie herausgefunden. Ihre Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Hummeln und anderen Wildbienen die Bestäubungslücke füllen. Den WissenschaftlerInnen zufolge ziehen die Honigbienen es vor, Rapsblüten zu bestäuben, da diese mehr Nektar produzieren. Auch können Honigbienen weitere Strecken zurücklegen als Wildbienen. Vermutet wird auch, dass Hummeln und Wildbienen eher auf Felder fliegen, wo die Konkurrenz kleiner ist. Um herauszufinden, was passiert, wenn Blüten weder von Honig- noch von Wildbienen angeflogen werden, haben die Forschenden Apfelbaumanlagen mit Netzen überzogen. „Klar ist, dass sich ohne die Bestäubung von Insekten kaum Äpfel bilden", beschreibt die Biologin Julia Osterman, die an
der MLU und dem UFZ promoviert, das Ergebnis. Die WissenschaftlerInnen folgern daraus, dass es für Apfelbauern sinnvoll sein könnte, speziell die Ansiedlung von Wildbienen zu fördern. „Kommerziell gehaltene Honigbienen spielen bei der Bestäubung von Apfelbäumen natürlich weiterhin eine große Rolle. Hummeln und andere Wildbienen könnten aber lukrativer sein, da sie ähnlich effektive Bestäuber sind und weniger von anderen Nahrungsangeboten abgelenkt werden", betont Osterman. Jedoch weist die Biologin darauf hin, dass Wildbienen auch nach der Obstblüte Nahrungsmöglichkeiten benötigen. Dies könnte beispielsweise durch das Anlegen von Blühstreifen bis hin zu Nisthilfen geregelt werden. Seit dem 1. Mai 2021 können sich TierärztInnen auf Myvetlearn.de in dem Online-Grundkurs Bienen weiterbilden. Der Kurs ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen bzw. den Fachtierarzt für Bienen. Der Kurs besteht aus 4 Modulen, die auch einzeln belegt werden können.

07.05.2021: EU erteilt Lebensmittelzulassung für gelben Mehlwurm

Der gelbe Mehlwurm (Tenebrio molitor) ist von der Europäischen Union als Lebensmittel zugelassen worden. Ab sofort darf das Insekt in getrockneter Form als Ganzes oder gemahlen verkauft werden. Zudem ist festgelegt worden, dass dieser Mehlwurm in bestimmten Lebensmitteln, allerdings nur zu einem maximalen Anteil von zehn Prozent, verarbeitet werden darf. Die Zulassung gilt zunächst nur für das antragstellende französische Unternehmen,
welches entsprechende wissenschaftliche Daten geliefert hatte. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist jedoch darauf hin, dass es bei empfindlichen Personen zu allergischen Reaktionen kommen kann, was auf dem Etikett vermerkt werden muss. Wettbewerber, die sich auf die Zulassung berufen wollen, dürfen den gelben Mehlwurm nach Ablauf der fünf Jahre auch ohne Erlaubnis des Antragstellers vermarkten.

06.05.2021: bpt-INTENSIV digital 2021 gut besucht

Vom 29. April bis 2. Mai 2021 haben mehr als 1.300 TeilnehmerInnen am Fachprogramm zum Spezialthema „Die Wunde“ sowie den Angeboten zu Existenzgründung, Praxisführung und Berufspolitik der Fortbildung „bpt-INTENSIV“ Kleintier teilgenommen. Corona-bedingt fand die „bpt-INTENSIV“ des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) ausschließlich digital statt. Die Organisatoren zeigten sich äußerst zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich freue mich sehr über das großartige Ergebnis und die einhellig positive Resonanz aus der Kollegenschaft. Möglich war das nur dank des monatelangen, unermüdlichen Einsatzes aller Beteiligten. Wir haben zwar alle aus den Erfahrungen mit der virtuellen Welt durch unseren gelungenen Kongress im vergangenen Jahr viel gelernt, dennoch gibt es immer wieder neue Herausforderungen, die bewältigt werden müssen“, resümiert bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder. Um den TeilnehmerInnen möglichst viele Fortbildungsangebote zu bieten, stellt der bpt Aufzeichnungen der Live-Webinare und On-demand- Vorträge für weitere 14 Tage zur Verfügung. Drüber hinaus gab es auch die Möglichkeit,
sich auf der Fachmesse über Innovationen zu informieren. An zwei Abenden konnten sich die interessierte TagungsteilnehmerInnen bei Live-Diskussionsrunden zudem über topaktuelle berufspolitische Themen wie das Gesetzgebungsverfahren für das nationale Tierarzneimittelgesetz oder den aktuellen Stand der GOT-Überarbeitung auf den neusten Stand bringen. „Bei keiner Präsenzveranstaltung zu erreichen: Rund 300 Tagungsteilnehmer waren jeweils an den beiden berufspolitischen Veranstaltungen online dabei. Das ist eindeutig ein weiterer Pluspunkt des digitalen Formats“, stellt bpt-Präsident Moder fest und freut sich über das große Interesse. Ein Live-Webinar und ein On-demand-Vortrag für Tiermedizinische Fachangestellte rundeten die Veranstaltung ab. Die Rückkehr zur Präsenzveranstaltung wird aber sowohl von TeilnehmerInnen und AustellerInnen als auch von den Organisatoren ersehnt. Sofern die Corona-Pandemie es zulässt, wird die nächste bpt-INTENSIV Kleintier wieder, wie gewohnt, in der Stadthalle Bielefeld stattfinden. Vom 3. bis 6. März 2022 wird dann es dann um das Spezialthema „Dermatologie“ gehen.

06.05.2021: China stockt Schweineproduktion durch Megabauten auf

Um den stetig wachsenden Bedarf an Schweinefleisch zu decken, wird die Schweineproduktion in China im wahrsten Sinne des Wortes kräftig aufgestockt. Es entstehen gigantische Schweine-Hochhäuser und Mega-Schweinestädte, wo auf bis zu 13 Etagen zigtausende Schweine gehalten werden. Die Krise des Landes nach den Ausbrüchen der Afrikanische Schweinepest (ASP) geht in den Millionenbereich. Dies hat dazu geführt, dass die chinesische Produktion von Großunternehmen wie Muyuan Food und New Hope dominiert wird, auf Kosten der kleinen Familienbetriebe. Muyuan Food baut derweil in der Nähe der Großstadt Nanyang eine ganze Schweine-Stadt mit insgesamt 21 Gebäudekomplexen auf mehreren Ebenen. In den sechsstöckigen Gebäuden mit Platz für jeweils 5.000 Schweine sollen dann jährlich 2,1 Millionen Schweine erzeugt werden. Eine eigene Futtermühle auf dem Gelände soll jährlich 720.000 Tonnen Futter produzieren. Die chinesische
Regierung fördert die Megabauten mit finanziellen sowie administrativen Mitteln. Analysten befürchten, dass sich die Schweinehochhäuser nicht nur China weiter ausbreiten werden, sondern auch in anderen asiatischen Ländern, mit ähnlichen Bedingungen. Noch sind Schweinehochhäuser in Europa nicht mehrheitsfähig, da gesellschaftliche und tierethische Gründe, aber auch die hohen Kosten dagegen sprechen. Die hohen Bestanddichten bergen zudem ein großes Risiko für Krankheiten und Tierseuchenausbrüche. Um weitere ASP-Ausbrüche zu vermeiden, wurden die Produktionsprozesse überarbeitet und die Biosicherheit der Farmen stark erhöht, wie ein Sprecher von Muyuan Food erklärte. Zudem werde auch das Futter sterilisiert, bevor es von außen in die Futtermühle gelangt, um eine mögliche Kontamination zu vermeiden. In den Schweinehochhäusern werde außerdem die Luft gefiltert und Wärmebildkameras prüfen die Körpertemperatur der Schweine, heißt es.

06.05.2021: Weiterer Ausbruch der Rindertuberkulose in Bayern

Im bayerischen Weilheim-Schongau ist erneut ein Ausbruch der Rindertuberkulose (TBC) gemeldet worden. Nachdem mehrere Tiere des Betriebs positiv getestet worden waren, hat das Veterinäramt die Tötung aller 70 Rinder veranlasst. Bereits im Januar 2021 ist die TBC bei Tieren auf einem Betrieb in Bad Tölz-Wolfratshausen nachgewiesen worden. Dabei kam es auch zu einer Übertragung des Erregers
auf drei Personen des betroffenen Betriebes. Zwar gelten die Rinderbestände in Deutschland seit 1997 als Tuberkulose-frei, doch kommt es immer wieder zu unregelmäßigen Ausbrüchen, zum Beispiel durch den Kontakt der Rinder zu infizierten Wildtieren. Die Tuberkulose ist als Zoonose vom Tier auf den Mensch, aber auch vom Mensch auf das Tier übertragbar. Bei der TBC handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche.

06.05.2021: Schweinebestand in Polen sinkt auf neuen Tiefstand

Die grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP) und die coronabedingt niedrigen Rentabilität der Schweineproduktion im vergangenen Jahr haben in Polen einen nie dagewesenen Strukturwandel in der Schweinefleischproduktion verursacht. Der Schweinebestand ist laut Analysen der Gobarto Group, einem der größten Fleischverarbeiter in Polen, im ersten Quartal des laufenden Jahres um 20 Prozent gesunken. Annähernd 23.000 Schweinehalter,
meist Klein- und Privathaltungen mit bis zu fünf Tieren, haben ihren Betrieb aufgegeben. Dies entspricht etwa 20 Prozent aller Schweinebestände im Land. Gegenüber Ende 2020 sei dies ein Rückgang um knapp 10 Prozent, wie das Unternehmen mitteilt. Seit Mitte der Siebziger Jahre bedeutet dies die Halbierung der Schweinebestände. Zuletzt haben zwar die Notierungen für Schlachtschweine wieder angezogen, doch würde das noch lange keine Trendwende bedeuten, so die Gobarto Group.

06.05.2021: NABU ruft zur nächsten großen Vogelzählung auf

Bereits zum 17. Mal sind vom 13. bis 16. Mai 2021 wieder VogelfreundInnen aufgerufen, an der bundesweiten Vogelzählung teilzunehmen. Im vergangenen Jahr haben sich mehr als 150.00 Personen an der „Stunde der Gartenvögel“ beteiligt und eifrig Vögel gezählt und gemeldet. Am zweiten Maiwochenende sollen eine Stunde lang alle Vögel im Garten, vom Balkon aus oder im benachbarten Park gezählt werden. Eine Zählhilfe erleichtert die Erfassung
der Vögel und soll vermeiden, dass Vögel doppelt gezählt werden. Der Zählbogen bildet die häufigsten Gartenvögel ab und bietet die Möglichkeit zum Ankreuzen der beobachteten Vögel. Bis zum 24. Mai können die Ergebnisse per Online-Formular, über die App "Vogelwelt", postalisch über den Meldecoupon oder telefonisch gemeldet werden. Alle TeilnehmerInnen nehmen zudem an einer Sonderverlosung teil und können unter anderem ein Fernglas gewinnen.

05.05.2021: Wissenschaftler brechen Lanze für Artenspürhunde

Hunde haben eine sehr feine Nase, die im Alltag vielfältig einsetzbar ist, z.B. ein Drogen-, Sprengstoff- oder Corona-Spürhund. Nun haben Wissenschaftler des Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung gezeigt, dass Hunde auch eine große Rolle beim Auffinden von seltenen Tierarten spielen können. Im Leipziger Helmholtz-Zentrum wird seit Jahren zu Fischottervorkommen geforscht, u.a. im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Fischotter sind jedoch sehr scheu, weshalb die Wissenschaftler auf Kotproben der Tiere zur Beurteilung ihrer Verbreitung angewiesen sind. Der Fischotterkot ähnelt jedoch sehr dem Kot von Minks, die sich in Deutschland auch immer weiter ausbreiten. „Ich habe deshalb nach einer Methode gesucht, mit der man die Proben sicher auseinanderhalten kann und bin schließlich bei Spürhunden gelandet", sagt Wissenschaftlerin Grimm-Seyfarth. Erste Versuche startete sie im Jahr 2012 mit ihrem eigenen Hund, später hat sie Spürhunde im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie ausgebildet. Um den Einsatz und das Potential von Artenspürhunden besser einschätzen zu können, hat sie gemeinsam mit Kollegen 1220 Publikationen ausgewertet,
die Einsätze solcher Suchhunde in mehr als 60 Ländern dokumentieren. Die Forscherinnen fanden in den Studien mehr als 400 Tierarten, die von Hunden aufgespürt worden waren. „In fast 90 Prozent der Fälle sind Artenspürhunde deutlich effektiver als andere Nachweismethoden", sagt Grimm-Seyfarth. Allerdings fehle für eine richtige Etablierung der Artenspürhunde eine einheitliche, unabhängige Evaluierung. Die Mehrzahl der Behörden, Institute und Planungsbüros haben aktuell keine Kenntnis über die Fähigkeiten und Erfolge solcher Spürhunde oder sind damit noch zu wenig vertraut. Das weiß auch Prof. Dr. Holger Volk von der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover, der als erster Corona-Spürhunde ausbildetet, um mit dem Sars-CoV-2 infizierte Personen aufzuspüren. Ein einheitliches nationales Zertifikat als Leistungsnachweis, von unabhängigen Prüfern ausgestellt, könnte die Akzeptanz deutlich steigern, sind sich die Wissenschaftler einig. „Wir sind im Verein gerade dabei, theoretische und praktische Prüfungen auszuarbeiten, die internationalen Standards genügen", sagt Anne Berger vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. In etwa einem Jahr könnte es so weit sein.

05.05.2021: Medienpreis Tiergesundheit für Impfbeiträge vergeben

Der neu geschaffene „Medienpreis Tiergesundheit“ ist erstmals vergeben worden. Die Preisträgerinnen sind die Journalistinnen Sylvia Kunert und Dr. Iris Wagner-Storz, die für ihre Beiträge über Schutzimpfungen bei Hund und Katze ausgezeichnet wurden. Ins Leben gerufen wurde der Medienpreis vom Bundesverband der praktizierenden Tierärzte (bpt) und dem Bundesverband für Tiergesundheit (BfT), um die Bedeutung der Gesundheitsvorsorge und Krankheitsvorbeugung bei Haustieren mehr in den Fokus zu stellen. „Die Themen Gesundheitsvorsorge und Impfung werden aktuell gerade wieder besonders wichtig, weil die Corona-Pandemie
eine Art Haustierboom ausgelöst hat“, erklärt bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder. „Die große Nachfrage wird insbesondere bei Hunden oft durch Importtiere aus dem Ausland bedient. Hier sehen wir Tierärzte in der Praxis nicht selten ganz erhebliche Lücken beim Impfschutz.“ Für ihre sehr unterschiedlichen Beiträgen haben Kunert und Wagner-Storz äußerst gründlich recherchiert und ihre Ergebnisse so aufbereitet, dass Tierhalter alle notwendigen Informationen zum Thema Vorsorge und Schutzimpfung erhalten, so das Urteil der Jury. Die Beiträge, für die die beiden Journalistinnen ausgezeichnet worden sind, finden sich auf der Webseite des BfT.

05.05.2021: Neue Wege in der Verbesserung der Eutergesundheit

Im Bereich der Milcherzeugung sind Eutererkrankungen bei der Kuh die häufigsten Krankheiten. Der wirtschaftliche Schaden wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung auf ca. 1,4 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Um die Eutergesundheit zu verbessern, haben Forschende der Hochschule Osnabrück eine App entwickelt. Im Rahmen des Verbundprojekts IQexpert soll diese App dazu beitragen, das strategische Eutergesundheitsmanagement zu vereinfachen, aber auch den Antibiotikaeinsatz zu senken und das Tierwohl zu verbessern. Mittels Künstlicher Intelligenz werden bisher gesammelte Daten sowie Forschungserkenntnisse gebündelt. Zudem kann ein neues Analyseverfahren die Zellzahl von genotypisierten Kühen anhand einer Tankmilchprobe nahezu täglich zu bestimmen sowie hochinfektiöse Mastitiserreger und multiresistente Keime frühzeitig erkennen. Über die App kann der Landwirt einzelne Kühe mit dem Smartphone oder Tablet identifizieren,
die behandelt werden müssen. Das funktioniert auf Basis von Bilddaten, wie beispielsweise der Fellzeichnung des Tieres. Gleichzeitig erhält der Landwirt Empfehlungen für die Medikation der identifizierten Kuh. Im übertragenen Sinne dargestellt entsteht so etwas wie eine elektronische Patientenakte für Kühe. „Für jede einzelne Kuh können unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse Behandlungsempfehlungen getroffen werden“, erklärt Dr. Folkert Onken vom Projektträger, dem Deutschen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e.V. (DLQ). Diese können für Tierärztinnen und Tierärzte die Entscheidungsgrundlage für eine individuelle Therapie mit dem Ziel einer Antibiotikaeinsparung ohne Gefährdung des Tierwohls sein. Strategien zur Antibiotikaminimierung bei Mastitiden finden Tierärztinnen und Tierärzte im gleichnamingen E-Learning-Kurs von VetMAB, der unter Myvetlearn.de angeboten wird.

05.05.2021: Bewerbung für Innovationspreis Moderne Landwirtschaft startet

Am 6. Mai 2021 fällt der Startschuss für die Bewerbungsphase für den „Innovationspreis Moderne Landwirtschaft“. Zunächst startet die Bewerbungsfrist für die Kategorie „Startups“. Im Juni und September folgen dann die Bewerbungsphasen für die Kategorien "Kooperation" und "Forschung". Im Rahmen eines Scheunengesprächs wird Mit- Initiator f3 am kommenden Donnerstag die Bewerbungsphase offiziell eröffnen. Bis zum 1. August 2021 können sich Gründerinnen und Gründer mit ihren innovativen Ideen für eine moderne Landwirtschaft für das Preigeld in Höhe von 10.000 Euro sowie weitere Preise in Form von Kommunikation und Netzwerkkontakten bewerben. Auch bereits marktreife Produkte mit Proof of Concept können eingereicht werden.
„Der Startschuss für die Bewerbungsphase der Kategorie Startups ist ein erster Meilenstein für den Innovationspreis Moderne Landwirtschaft", erklärt Matthias Schulze Steinmann, Chefredakteur des f3-Netzwerks. „Ich freue mich sehr auf die Bewerbungen", sagt Lea Fließ, Geschäftsführerin beim Forum Moderne Landwirtschaft. „Mit diesem Preis werden wir tolle Projekte identifizieren, fördern und bekannt machen." Der Innovationspreis hat das Ziel, landwirtschaftliche Innovationen in der breiten Öffentlichkeit, den Medien und der Politik sichtbar zu machen und die Anstrengungen der Branche zu dokumentieren, zukunftsfähige Lösungen für die Entwicklung der Landwirtschaft zu finden.

04.05.2021: Antibiotikaverbrauchsmengen-Monitoring von Haustieren an der FU Berlin

Im Rahmen des Projektes „HKP-Mon“ wird die Freie Universität Berlin innerhalb der nächsten drei Jahre ein System entwickeln, über das Antibiotikaverbrauchsmengen von Pferden, Hunden und Katzen zentral erfasst und ausgewertet werden können. Während der Antibiotikaeinsatz bei Masttieren schon seit mehreren Jahren dokumentiert wird, sollen die Gaben von Antibiotika an Hunde und Katzen sowie Pferde gemäß der EU-Tierarzneimittelverordnung ab 2026 bzw. für Hunde und Katzen ab 2029 ebenfalls zentral erfasst werden. Das System soll
möglichst praxisnah, nutzerfreundlich und gleichzeitig transparent gestaltet werden. Für das Projekt werden 200 Tierarztpraxen und Kliniken gesucht, die bereit sind, ihre Daten aus dem Praxisalltag auf elektronischem Weg zur Verfügung zu stellen. Notwendige Anpassungen der Praxissoftware werden von den Software-Anbietern etabliert, und es erfolgt eine Schulung, bzw. die Bereitstellung eines Handbuchs. Die Teilnehmer können auf diesem Weg auch Einfluss nehmen auf Gestaltung der praxisinternen Auswertungstools.

Umfrage zur Nutztierversorgung in Bayern

04.05.2021

Die Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) führt aktuell im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz eine Online-Befragung zur Nutztierversorgung in Bayern durch. Praktizierende TierärztInnen, die Rinder- oder Schweinebetriebe mit Sitz in Bayern behandeln oder betreuen, werden gebeten, an der Umfrage, die in
Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit durchgeführt wird, teilzunehmen. Anhand der Ergebnisse sollen eine Bedarfsanalyse sowie eine Prognose entwickelt werden, um die aktuelle und zukünftige veterinärmedizinische Versorgung von Nutztieren in Bayern darzustellen. Die Bearbeitung der Umfrage dauert ca. 25 Minuten und wird bis zum 13. Juni 2021 möglich sein.

04.05.2021: Wien macht auf Qualzuchtproblematik aufmerksam

In Wien sind innerhalb weniger Tage gleich fünf Katzen der Rasse Scottish Fold ausgesetzt worden. Aus diesem Anlass macht die Stadt Wien auf die Qualzuchtproblematik aufmerksam. Die lieblos entsorgten Tiere, von denen das jüngste erst wenige Wochen alt ist, wurden ins TierQuarTier Wien gebracht, wo sie tiermedizinisch behandelt werden. Bei der Rasse handelt es sich um eine sogenannte Qualzucht, die in Österreich verboten ist. Qualzuchten bezeichnen die einseitige Zucht auf bestimmte körperliche Merkmale oder extreme Ausprägungen. Das kann sich sehr nachteilig auf Gesundheit und Wohlbefinden der Nachkommenschaft auswirken. „Was süß ausschaut, bedeutet für die Tiere höllische Qualen“, erklärt Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien. Bei der Rasse Scottish Fold sind die „gefalteten Ohren“ typische Merkmale. Da die Fundorte der Tiere sehr nahe beieinander liegen, liegt die Vermutung nahe, dass alle Findlinge aus
einer Hobbyzucht stammen. „Scheinbar war die Zucht nicht mehr ertragreich genug oder die Nachkommen waren zusätzlich zu ihren Qualzuchtmerkmalen durch schlechte Haltung auch noch anderweitig krank, und somit unverkäuflich“, so Thomas Benda, Betriebsleiter des TierQuarTiers verärgert. „Manche Tiere müssen jedoch bereits im Alter von zwei Jahren eingeschläfert werden, weil das Leid einfach zu groß ist“, erklärt Persy weiter. „Dass die HalterInnen diese von Menschenhand krank gezüchteten und ohnehin sehr verletzlichen Tiere einfach ihrem Schicksal überlassen, ist besonders verwerflich.“ Die Stadt Wien bittet nun um hilfreiche Hinweise aus der Bevölkerung. Auf die Möglichkeiten von TierärztInnen zur Aufklärung der Tierhalter und die Abkehr von solchen Qualzuchten wird in einem Live-Online-Seminar am 18. Mai auf Myvetlearn.de eingegangen. Ein weiteres Seminar dazu steht AmtstierärztInnen als Aufzeichnung vom 19. April zur Verfügung.

03.05.2021: Gutachten bewertet Risiko des ASP-Eintrags

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schätzt das Risiko des Eintrags der Afrikanischen Schweinepest (ASP) über Futtermittel, Einstreu oder aus betroffenen Gebieten zurückgebrachte, leere Schweinetransportfahrzeuge als gering ein, sofern die einschlägigen Dekontaminierungs- und Lagerverfahren für alle Erzeugnisse eingehalten werden. Ein von der EFSA erstelltes wissenschaftliches Gutachten schließt jedoch die Einschleppung des hochpathogenen Virus über den Transport lebender Hausschweine nicht aus. Auch
besteht weiterhin ein Risiko des ASP- Eintrags in nicht betroffene EU-Länder, wenn der Kontakt zwischen Wildschweinen und Hausschweinen nicht unterbunden wird. Für das Gutachten wurden siebzehn Produkte und Matrizen nach ihrer relativen Wahrscheinlichkeit einer Kontamination mit dem Virus in von der ASP betroffenen Gebieten bzw. der Infektion von Schweinen in nicht betroffenen Gebieten bewertet und eingestuft. Mischfuttermittel (Maische, Pellets), Futtermittelzusatzstoffe und kontaminierte Fahrzeuge wurden hierbei am risikoreichsten beurteilt.

03.05.2021: Digitales Betriebssystem erleichtert landwirtschaftlichen Alltag

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft schreitet voran. Das Herden- und Betriebsmanagement GEA DairyNet bietet den LandwirtInnen neben verbesserten Prozessen auch eine erhöhte Sicherheit. Um unabhängig von der Netzanbindung zu sein, wird das System auf einem lokalen Server direkt auf dem Betrieb installiert. So kann der Landwirt von schnellen Reaktionszeiten sowie sicheren Betriebsprozessen profitieren. Grafiken erleichtern dem User zudem die Übersicht über relevante Betriebsereignisse, Aktionen und
Milchleistungskennzahlen. Über die GEA DairyNet App können jederzeit aktuelle Leistungsdaten, Laktationszyklen oder Reproduktionsdaten über mobile Geräte abgerufen werden. Zudem kann der Landwirt Aktionen bequem über die App eingeben oder dokumentieren. Als zusätzlichen Service bietet das System außerdem die selbsttätige Synchronisierung des stationärer Arbeitsplatzes sowie eingeloggter Mobilgeräte. So kann die tägliche Routine rund um die automatischen Melksysteme zeitsparend und zielführend bewältigt werden.

03.05.2021: Niedersachsen fordert bundesweite Weideprämie schon ab 2022

Mit Blick auf die wachsenden Probleme mit Wölfen fordert Niedersachsen schon mit Beginn des nächsten Jahres eine bundesweite Weideprämie für Schaf- und ZiegenhalterInnen. Laut Bundesratsantrag des Landes sollen Tierhalter schon dann pro Mutterschaf 30 Euro bekommen. Auf die Unterstützung durch den Bund kann Niedersachsen wohl nicht hoffen. Die Regierung verweist darauf, dass ab 2023 eine Weidetierprämie für Schafe, Ziegen sowie Mutterkühe im Zuge der Reform
der EU-Agrarsubventionen in Kraft tritt, wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet. Demnach sollen die Zahlungen der Weideprämien nicht um ein Jahr vorgezogen werden. Im Zuge der Agrarreform sollen Mutterkuhalter, Schaf- und Ziegenhalter ab 2023 eine Prämie pro Tier in Höhe von 30 Euro pro Mutterschaf und Ziege sowie 60 Euro pro Mutterkuh erhalten. Hier folgt die Bundesregierung den Länderagrarministern und veranschlagt dafür noch einmal 2% der Direktzahlungen.

03.05.2021: Deutscher Tierschutzbund fordert Moratorium für Tiertransporte

Der Deutsche Tierschutzbund äußerte scharfe Kritik an einem geplanten Transport von 32 hochträchtigen Kühen von Bayern über Niedersachsen nach Marokko. Der Verband fordert von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Moratorium für sämtliche Transporte dieser Art. „Als für den Tierschutz zuständige Bundesministerin muss Julia Klöckner ein sofortiges Moratorium für sämtliche Transporte aus Deutschland in Drittstaaten verhängen. Das gebietet das Staatsziel Tierschutz. Der Transport der Kühe von Bayern nach Niedersachsen und weiter nach Marokko darf nicht stattfinden. Das Moratorium muss bestehen bleiben, bis ein EU- weites Verbot beschlossen und ausgesprochen wird“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Das aktuelle Beispiel zeigt auf erschreckende Weise, dass bayerische Rinder dank eines Schlupflochs weiter in Drittstaaten gekarrt werden dürfen, obwohl ihnen spätestens nach Verlassen der EU-Grenze Qualen und Leid bevorstehen“, ergänzt Ilona Wojahn, Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Bayern. Unterstützung erhält der Deutsche Tierschutzbund bei diesem Thema auch von Niedersachsens
Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, die sich jedoch dagegen wehrt, dass ihr Land als Schlupfloch betrachtet wird. Wie die Ministerin betonte, würden keine Tiertransporte in Niedersachsen abgefertigt, sofern es Anhaltspunkte dafür gibt, dass beim Transport gegen die europäische Tierschutztransportverordnung verstoßen wird. Der Erlass setzt geltendes Recht um und konkretisiert die Anforderungen, z.B. an außereuropäische Versorgungsstellen und Straßentransportmittel in Drittländern. Gleichzeitig forderte Otte-Kinast in Richtung des zuständigen bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber: „Schluss mit dem Kuh-Tourismus. Wir wollen keine Abfertigung von bayerischen Tieren in Niedersachsen.“ Die Ministerin äußerte ihre Kritik in Richtung Bundesregierung: „Es ist mir völlig unverständlich, warum man Tierschutzverstöße bei Lebendtiertransporten in Kauf nimmt.“ Auch in Brüssel habe sie das direkte Gespräch gesucht, um die EU-Transportverordnung zu ändern. Gerade die Transporte vieler Tiere über den Seeweg sehe sie kritisch: „Was für Deutschland gilt, muss erst recht für Europa gelten. Schluss mit unnötigen Umwegen!“

30.04.2021: Weiterbildungsprogramm Praxismanagement erfreut sich großer Nachfrage

An der Hochschule Neu-Ulm ist im vergangenen Jahr gemeinsam mit Vetkom und dem Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) das berufsbegleitende Weiterbildungsprogramm „Management der Tierarztpraxis/-klinik“ etabliert worden. Das einsemestrige Bildungsprogramm für Berufstätige in der Tierarztpraxis behandelt in kompakter Form Fragen der betriebswirtschaftlichen Steuerung und Führung in der Tierarztpraxis/-klinik. Tierärzte und leitende tiermedizinische Fachangestellte erwerben in 120 Unterrichtsstunden Kenntnisse über die Steuerung und Führung
von Gesundheitsbetrieben und erlernen Methoden, Strukturen, Prozesse und Potentiale zu analysieren und zu interpretieren, um passgenau für die eigenen Bedürfnisse neue anwendungsorientierte Lösungen zu entwickeln. Da der erste, Anfang Mai 2021 beginnende Kurs, inzwischen ausgebucht ist, wird Anfang September ein zweiter Durchgang beginnen. Die Teilnahme am Bildungsprogramm kostet 2.600 € zzgl. 19 % MwSt. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine mindestens einjährige Berufserfahrung in einer Tierarztpraxis bzw. -klinik oder eine Approbation.

30.04.2021: BTK rät zu Zeckenprophylaxe

Mit dem Frühjahr kommen auch die Zecken. Die gefährlichen Blutsauger sind bei Temperaturen ab 4° bzw. 7°C aktiv und auf der Suche nach einer Blutmahlzeit. Mit dem Zeckenstich besteht aber immer die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern. Deshalb sollten Hunde und Katzen vor den Parasiten geschützt werden. „Das Gefährliche bei einem Zeckenstich ist, dass der Parasit mit seinem Speichel verschiedene Krankheitserreger ausscheidet. So überträgt z. B. der Holzbock u. a. die Erreger der Borreliose und der Gehirnhautentzündung FSME. Die krankmachenden Erreger gelangen aber erst nach zwölf bis 24 Stunden ins Blut, deswegen sollte eine Zecke unverzüglich entfernt werden", erklärt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK). Als Zeckenschutz eignen sich Spot-on-Präparate zum Auftragen auf die Haut, ein Wirkstoff-Halsband oder ein Zeckenschutz-Präparat, das dem Tier durch eine Tablette
verabreicht wird. Allerdings sollten die Präparate nur nach Beratung beim Tierarzt angewendet und nicht im Internet erworben werden. Eine unsachgemäße Anwendung kann insbesondere für Katzen bzw. für Tiere mit bestimmten Vorerkrankungen gefährlich sein. Müssen Zecken aus dem Tier entfernt werden, sollte eine spezielle Zeckenzange verwendet werden. Mit dieser oder mit den Fingern dann die Zecke so dicht an der Einstichstelle wie möglich zwischen Haut des Tieres und Zeckenkopf fassen und möglichst gerade herausziehen. Wenn ein Teil der Zecke in der Haut steckenbleibt oder schon vorher Unsicherheit herrscht, sollten Tierhalter umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Auf gar keinen Fall sollten Nagellack, Öl oder ähnliches auf die Einstichstelle und die Zecke geträufelt werden. Durch den Stress kann die Zecke seinen Mageninhalt in die Wunde entleeren, was die Übertragung von Krankheitserregern begünstigt.

29.04.2021: Tierheime haben Freigängerkatzen im Fokus

Mit dem Frühjahr beginnt wieder der Kampf gegen die unkontrollierte Vermehrung der Straßenkatzen in Deutschland. Die ca. zwei Millionen meist sehr scheuen Katzen auf den Straßen Deutschlands stammen zu einem großen Teil von unkastrierten Freigängerkatzen ab und erleben großes Leid im Verborgenen. „Das Leid der Straßenkatzen bleibt für viele Menschen unsichtbar und ist damit in Deutschland eines der größten unbemerkten Tierschutzprobleme“, erklärt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Für die Tierheime bedeutet besonders der Monat Mai eine große Herausforderung, wenn vermehrt Katzen bei ihnen abgegeben werden oder sie verwaiste Kitten von Straßenkatzen aufnehmen
müssen. Um die Situation zu entschärfen, führen viele Tierschutzvereine jährliche Kastrationsaktionen durch. Jedoch sind sie auch von der Einsicht der KatzenhalterInnen abhängig, ihre Freigängerkatzen kastrieren zu lassen. „Nur die flächendeckende Kastration der Straßenkatzen in Kombination mit der Kastration von Freigängerkatzen aus Privathaushalten kann langfristig dazu führen, dass die Population sinkt. Auch Katzenbesitzer sind daher in der Pflicht, ihre Tiere kastrieren zu lassen, wenn diese nach draußen dürfen – egal, ob weibliche Katze oder Kater“, so Gerlach. Mit seiner aktuellen Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ möchte der Deutsche Tierschutzbund auf die wichtige Arbeit der Tierheime im Kampf gegen das Katzenelend aufmerksam machen.

29.04.2021: Große Ablehnung von Trophäenjagden in Deutschland

Eine große Mehrheit der in Deutschland lebenden Personen lehnen Trophäenjagden ab. Eine von Humane Society International (HSI) beauftragte Umfrage ergab, dass knapp 90 Prozent der 2.000 befragten Personen auch gegen die Einfuhr von Jagdtrophäen aus dem Ausland nach Deutschland sind. Zusammen mit zahlreichen Tierschützern in Deutschland kämpft HSI schon seit langer Zeit für ein Importverbot von Jagdtrophäen, die nach der EU- Artenschutzverordnung geschützt sind. Bislang ohne Erfolg, denn der Bund lässt den Import von jährlich knapp hunderten Trophäen trotz der großen Ablehnung der Bevölkerung weiter zu. Damit gehört Deutschland in Europa nach Spanien zu den größten Importeuren von Trophäen geschützter Arten. „Andere Länder in
der EU machen es bereits vor und auch in Deutschland brauchen wir ein Importverbot von Jagdtrophäen!“, forderte Sylvie Kremerskothen Gleason, Country Director von HSI in Deutschland. Die Umfrage zeige, dass sich die Menschen hierzulande sehr klar gegen Importe von Jagdtrophäen nach Deutschland aussprechen. „Die Trophäenjagd ist nicht zeitgemäß und darf in einer aufgeklärten, zukunftsfähigen Gesellschaft, die zurzeit mit der Biodiversitätskrise vor epochalen Herausforderungen steht, keine Unterstützung finden”, sagte Kremerskothen Gleason. Die Trophäenjagd ist ein reines, sehr fragliches Freizeitvergnügen, das die biologische Vielfalt stark bedroht und zur Ausrottung ohnehin gefährdeter Tierarten beiträgt, so Kremerskothen Gleason.

29.04.2021: Optimales Kolostrummanagement erfolgt per Nuckelflasche

Mütterliches Kolostrum bedeutet für das Kalb eine Versorgung mit wichtigen Antikörpern, den sogenannten Immunglobulinen, aber auch mit einer Vielzahl von bioaktiven Wirkstoffen sowie lebenden maternalen Immunzellen. Durch die Kolostrumaufnahme werden die Kälber auch mit wichtigen Nährstoffen wie Laktose, Fett und Eiweiß versorgt. Die Aufnahme von mindestens 3 Litern Kolostrum innerhalb der ersten Lebensstunde sorgt für eine optimale Prägung und Entwicklung des Immunsystems des Kalbs. Ergebnisse aktueller Studien haben jedoch gezeigt, dass die alleinige Kolostrumaufnahme durch den Saugakt bei der Mutter nicht zu einer optimalen Immunglobulinversorgung führt.
Das beste Kolostrummanagement und damit auch die optimale Versorgung der Kälber mit Immunglobulinen und ein guter Start ins Leben besteht aus der Gabe von mind. 3 Litern qualitativ hochwertigem Kolostrums per Nuckelflasche sowie einer weiteren möglichen Aufnahme von Kolostrum innerhalb der ersten 12 Stunden über die Mutter. Hingegen waren 60% der untersuchten Kälber, die ausschließlich in den ersten 12 Stunden bei der Mutter saugen durften, unterversorgt mit den lebenswichtigen Immunglobulinen. Vermutlich nehmen die Kälber die erforderliche Menge nicht in den ersten Stunden auf, bevor sich die Darmbarriere schließt.

29.04.2021: Defaunation von außerordentlicher Bedeutung

Das Artensterben schreitet schnell voran, besonders in den Tropenwäldern verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten. ExpertInnen sprechen in diesen Regionen schon von einer Entleerung der Tierwelt, der sogenannten Defaunation. In welchem Zusammenhang diese Defaunation in den Tropenwäldern und die UN- Ziele für nachhaltige Entwicklung stehen, haben ForscherInnen des Lund University Centre for Sustainability Studies (LUCSUS) sowie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) untersucht. In ihrer Studie zeigen sie die Untergrabung der Ernährungssicherheit und das erhöhte Risiko von Infektionskrankheiten durch den Verlust einer vielfältigen Tierwelt auf. Zudem konnten die WissenschaftlerInnen belegen, dass die Kapazität für die Kohlenstoffspeicherung verringert wird und somit Grundpfeiler der nachhaltigen globalen Entwicklung geschwächt werden. Vier der insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele wurden von den ForscherInnen
im Zusammenhang mit der Defaunation der Tropenwälder näher beleuchtet. Sie zeigten, dass dieser Prozess kritische ökologische Funktionen bedroht und das menschliche Wohlbefinden auf vielen Ebenen gefährdet. Aus den Analysen geht hervor, dass der Verlust von Insekten, Fledermäusen oder Vögeln eine Gefährdung der Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung nach sich ziehen kann. Zudem könnte der Verlust der Artenvielfalt auch zu ungesunden und gestörten Wildtiergemeinschaften führen, was weitere Pandemien verursachen könnte. Die Untersuchungen zeigten auch, dass tierleere Wälder geschwächte Ökosysteme sind, da keine oder nur wenige Samenverbreiter vorhanden sind. Auch gibt es einen direkten Zusammenhang von Tierartenvielfalt und der Fähigkeit von CO2-Bindung. Aufgrund dieser Einsichten drängen die ForscherInnen darauf, der Defaunation mehr Aufmerksamkeit in der interdisziplinären Forschung, der Forstpolitik und dem Naturschutz zu schenken.

28.04.2021: Salmonellen-Gefahr durch Geflügelfleisch

Bei Personen in Europa und Kanada konnte in den vergangenen Monaten eine starke Häufung von Salmonelleninfektionen beobachtet werden. Eine Ursache für die mehr als dreihundert Fälle wird in tiefgefrorenem Geflügelfleisch vermutet, das aus dem Vereinigten Königreich stammt. Ein großer Teil der betroffenen Personen hatte sich beim Verzehr von mit Salmonella Enteritidis belasteten Fleisch infiziert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das das aktuelle Geschehen beobachtet, empfiehlt dringend, beim Verarbeiten von rohem Geflügelfleisch auf höchste Hygiene zu
achten. Dazu gehören neben der von anderen Lebensmittel getrennten Lagerung und der gründlichen Reinigung von Händen und Gerätschaften nach dem Kontakt mit dem Fleisch auch das vollständige Durchgaren. Nur so können Erkrankungen verhindert werden. Auch sollte besonders vorsichtig mit gefrorenem Geflügelfleisch umgegangen werden, da die Erreger auch bei Minusgraden sehr lange infektiös bleiben. „Insbesondere für Kinder und ältere Menschen besteht ein höheres Risiko, durch Salmonellen zu erkranken“, sagt BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel.

28.04.2021: VetmedTalk zur ASP

Am 21. April 2021 fand an der Vetmeduni Vienna der erste VetmedTalk statt. Als erstes Thema wurde über die Afrikanische Schweinpest (ASP) gesprochen. Es nahmen verschiedene ExpertInnen aus Bereichen der klinischen Praxis, Wildtierökologie und Virologie, Jagdwirtschaft sowie dem Landesveterinärwesen teil.
So wurden u.a. prophylaktische Maßnahmen und die notwendigen Schritte im Falle eines ASP-Ausbruchs in Österreich aufgezeigt und die dramatischen wirtschaftlichen Auswirkungen für SchweinehalterInnen sowie für die Lebensmittelindustrie verdeutlicht.

28.04.2021: Anweiden muss in kleinen Schritten erfolgen

Das Frühjahr ist da und damit auch der Beginn der Weidesaison. Allerdings sollte die Futterumstellung der Tiere, insbesondere von Pferden, unbedingt langsam und mit Bedacht erfolgen. So sollten Kraftfuttergaben während der Anweidephase entfallen. Zudem sollten die Pferde bereits vor dem Koppelgang, dessen tägliche Dauer beginnend bei 15 Minuten täglich langsam gesteigert werden sollte,
bereits Heu und/oder Stroh vorgelegt bekommen haben, um den Dickdarm bei der Futterumstellung zu unterstützen. Da die Darmflora etwa 14 Tage zur Anpassung an die Futterumstellung benötigt, sollte auch die Anweidephase mindestens so lange dauern. Währenddessen ist die Zufütterung von Heu ein Muss. Zudem sollten die Tiere jeden Tag auf Durchfall und Aufgasungen kontrolliert werden.

28.04.2021: Insektenprotein wird Proteinquelle der Zukunft in der Tierernährung

Laut der Einschätzung von niederländischen Experten der Rabobank wird sich Insektenprotein als die Proteinquelle in der Tierernährung etablieren. Bereits für das Jahr 2030 sehen die Experten eine globale Nachfrage nach 500.000 t Insektenprotein. Aktuell ist das aus Insekten gewonnene Protein mit 3.500 bis 5.000 Euro pro Tonne Insektenmehl jedoch im Vergleich zu Sojaschrot oder Fischmehl noch zu teuer. Es wird jedoch mit einer deutlichen Preissenkung durch die Ausweitung der Produktionskapazitäten für
Insektenprotein in den kommenden Jahren gerechnet, wodurch eine breite Verwendung in der Tierproduktion ermöglicht wird. Aktuell wird Insektenprotein bereits für die Produktion von Haustierfutter und in der Fütterung von Aquakulturen eingesetzt. Im Bereich Hunde- und Katzenfutter wird ebenfalls ein steigender Bedarf gesehen, da Haustierbesitzer zunehmend Wert auf umweltfreundliches Futter legen. Weiterhin gibt es Bestrebungen, Insektenprotein auch für die menschliche Ernährung zunehmend mehr einzusetzen.

27.04.2021: Keine Humanarzneimittel bei Tieren einsetzen

Bei Hunden und Katzen können, genau wie beim Menschen, Unfälle vorkommen. Die Tiere ziehen sich beispielsweise beim Raufen oder Kämpfen mit anderen Katzen und Hunden Wunden wie Schnitt- oder Bissverletzungen zu. Der Halter kann kleinere Wunden mit entsprechendem Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel auch selbst verarzten. Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) empfiehlt, dafür ein entsprechendes Erste-Hilfe-Set bereit zu halten. Der BfT weist darauf hin, dass die Versorgung des Tieres nur mit geeigneten Arzneimitteln durchgeführt werden darf. Wichtig ist, dass keine Hundemedikamente an Katzen verabreicht werden und
umgekehrt. Gängige Produkte wie das Schmerzmittel Paracetamol oder Teebaumöl, aber auch der in Floh- und Zeckenmitteln für Hunde verwendete Wirkstoff Permethrin gehören in die für Katzen lebensgefährliche Kategorie. Auch müsse unbedingt auf die richtige Dosierung geachtet werden. Auf die Verabreichung von Humanarzneimitteln sollte definitiv verzichtet werden. Diese können bei Hund und Katze schlimme Folgen haben. Im Zweifelsfall sollten die TierhalterInnen besser einen Tierarzt konsultieren, bevor den Tieren durch die Verabreichung von falschen Medikamenten Schaden zugefügt wird, so der dringende Rat der BfT.

27.04.2021: Export von Schweinefleisch aus der EU boomt

Der Export von Schweinefleisch in Drittländer boomt. Allein im Januar und Februar 2021 wurde 28 % mehr Schweinefleisch von der EU an Drittländer verkauft als in der Vorjahresperioden. Das entspricht einer Menge von 1,02 Mio t Schweinefleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen. Die
Schweinefleischlieferungen gingen mit 61 % aller EU-Exporte vor allem nach China. Größter Exporteur war dabei mit Abstand Spanien. Deutschland rutschte aufgrund der Einfuhrsperren wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in vielen außereuropäischen Ländern auf den vierten Platz der EU-Exporteure ab.

27.04.2021: Gebietsfremde Arten über Online-Portal melden

Die Zahl der gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten in Deutschland wächst stetig. In Europa wurden bislang mehr als 10.000 sogenannte Neobiota gezählt. Probleme bereiten invasive Arten, die einen starken Einfluss auf das heimische Arten oder Lebensgemeinschaften haben. Das Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg hat nun ein Online-Portal entwickelt, über das Funde von gebietsfremden und invasive Arten in Hamburg gemeldet werden können. Denn neben der Lindenwanze oder dem Bambusbockkäfer wurde Anfang des vergangenen Jahres in der Stadt erstmals auch ein lebendes Exemplar der Asiatischen Hornisse entdeckt. Das Insekt verhält sich besonders aggressiv gegenüber Honigbienen und wird daher vor allem von Imkern als ernsthafte Bedrohung für die Bienenzucht, aber auch für andere Insekten gefürchtet. Die neue Webseite „neobiota- hamburg.de“ soll nun dazu beitragen, gebietsfremde Arten zu identifizieren. Interessierte können sich auf einer Hamburg-Karte einen Überblick über die Fundorte verschaffen und nach bestimmten
Tierarten suchen. Zunächst fokussiert sich das Portal auf gebietsfremde Fische und Insekten, später ist dann die Erweiterung um andere Tiergruppen geplant. Über eine spezielle Upload-Funktion auf dem Portal haben Userinnen und User die Möglichkeit, ihre Entdeckungen an die Forschenden zu melden und mit Fotos zu belegen. So haben die ForscherInnen die Möglichkeit, bislang unbekannte Populationen zu entdecken. Insbesondere ImkerInnen sind aufgerufen, nach Exemplaren der Asiatischen Hornisse Ausschau zu halten und Funde direkt über das Portal zu melden. Tierärztinnen und Tierärzte können sich auf Myvetlearn.de ab dem 1. Mai 2021 im Grundkurs Bienen online fortbilden. Der E-Learning-Kurs besteht aus vier Modulen, die Grundlagenkenntnisse über Bienen vermitteln sowie umfassende spezielle Informationen zu Bienenkrankheiten, Bienenprodukten sowie den zu beachtenden Rechtsvorschriften geben. Der Kurs ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen.

27.04.2021: Bio-Schlachthaus in Wismar in Betrieb

Durch den Neubau eines Öko-Schlachthauses in Wismar, das am 26.04.2021 in Betrieb genommen wurde, hat die ökologische Tierhaltung in Westmecklenburg an Bedeutung gewonnen. An dem Standort ist zunächst die Schlachtung von 200 ökologisch gehaltenen Rindern pro Jahr geplant, die aus einem Umkreis von maximal 100 Kilometern kommen sollen. Als nächsten Schritt sieht die Mecklenburger Fleischwaren GmbH zudem die Schlachtung und Verarbeitung von Bio-Schweinen vor. „Dieser Neubau ist genau das, was ich will und die Tierhaltung unseres Landes braucht: kleine regionale Schlachthöfe. Deshalb haben wir das Vorhaben
auch unterstützt und 280.000 Euro Förderung bewilligt. Wegen der Verarbeitung von 100 Prozent ökologisch erzeugten Tieren konnte der Höchstsatz von 40 Prozent Förderung bewilligt werden“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Auch Burkhard Roloff, Agrarexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), zeigte sich erfreut über den Neubau: „Der BUND bemüht sich seit mehreren Jahren um eine dezentrale Schlachtung für ökologisch gehaltenen Rinder und Schweine. Wir freuen uns, dass durch die Fertigstellung des Öko-Schlachthauses Wismar die Situation der ökologischen Nutztierhalter verbessert wird.“

Impfen für Afrika vom 3.-7. Mai 2021

26.04.2021

Vom 3. bis 7. Mai 2021 können TierhalterInnen ihr Tier impfen lassen und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Hilfe von Menschen und Tieren in Afrika leisten. Denn dann findet in den teilnehmenden Tierarztpraxen die erste Impfwoche im Rahmen der Aktion Impfen für Afrika 2021 statt. Der zweite Aktionszeitraum
ist vom 27.9. bis 1.10.2021 terminiert. Jede Tierarztpraxis kann teilnehmen und jeder Tierhalter helfen! Denn 50% der Impfkosten werden an Tierärzte ohne Grenzen gespendet, die mit dem eingenommenen Geld Tollwutimpfung von Hunden in Kenia und Uganda finanziert, wo die Tollwut noch ein großes Problem darstellt.

26.04.2021: DBV unterbreitet Zukunftskonzept

Unter dem Motto Landwirtschaft "Made in Germany" hat der Deutsche Bauernverband (DBV) in der vergangenen Woche sein Zukunftskonzept vorgestellt. „Wir wollen mit unserem Zukunftskonzept den Grundpfeiler für eine neue Partnerschaft zwischen Ernährung und Landwirtschaft setzen", so Präsident Rukwied. „Wir deutschen Bauern erzeugen nicht nur hochwertige und sichere Lebensmittel, wir erbringen auch zahlreiche Leistungen im Umwelt-, Klima- und Artenschutz. Natürlich wollen wir hier noch besser werden. Wir Landwirte sehen uns jedoch durch die derzeitigen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen zunehmend unter Druck gesetzt. Viele Landwirtinnen und Landwirte zweifeln inzwischen an der Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft in Deutschland.“ Um das zu ändern, hat der DBV vier Vorschläge unterbreitet, die die Diskussionen zwischen Gesellschaft, Politik, Verbraucher und Landwirtschaft in eine zielführende Richtung lenken sollen. Neben der Erweiterung der Gemeinschaftsaufgabe
Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) und einer verbindlichen Haltungs- und Herkunftskennzeichnung, sieht das Zukunftskonzept auch eine Ergänzung des Artikels 20a des Grundgesetzes durch die Punkte Ernährungssicherung und Klimaschutz vor. Weiterhin fordert der DBV eine gesetzliche Festlegung, dass zusätzliche flächenbezogene Anforderungen an mehr Biodiversität in der land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung prioritär freiwillig umgesetzt und dauerhaft honoriert werden. „Wir wollen dafür sorgen, dass Landwirtschaft "Made in Germany" eine Zukunft hat. Die deutschen Bauern sind mehr als bereit, ihre qualitativ hochwertige Nahrungsmittelerzeugung mit weiteren Nachhaltigkeitsleistungen zu verknüpfen. Doch wir brauchen hierfür klare Zusagen, dass Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Nachhaltigkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Mit unserem Konzept wollen wir einen Schritt in Richtung Zukunft der Landwirtschaft machen“, erklärt Rukwied abschließend.

26.04.2021: App identifiziert Tiere und Pflanzen

Mit der App „ID-Logics“ können Naturfreunde Bäume und Sträuche, aber auch verschiedene Tierarten, die in Deutschland vorkommen, identifizieren. Die App wurde unter der Beteiligung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) entwickelt. Mit Hilfe des NABU Niedersachsen konnten die Entwickler die App nun um Informationen zu Amphibien und Reptilien erweitern. Die App liefert jetzt auch zu allen in Deutschland lebenden Amphibien-
und Reptilien-Arten ausführliche Beschreibungen, zahlreiche Fotos, liebevoll gezeichnete Details sowie Erklär-Videos. Zudem ermöglicht ein Kartier- und Meldetool die einfache Bestandserfassung. Schon bald sollen über die App auch Wildblumen identifiziert werden können. Die App „ID-Logics“ und die einzelnen Bestimmungsschlüssel können ab sofort für Android- oder Apple-Betriebssysteme heruntergeladen werden.

26.04.2021: Erfolge beim Schutz von Versuchstieren

Das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) zeigt sich zufrieden mit der aktuellen Entwicklung neuer Ansätze zur Reduktion von Versuchstieren. Das Bf3R hat unter anderem das Tierversuchsregister Animal Study Registry geschaffen, das weltweit die Verringerung von unnötigen Tierversuchen vorantreiben, aber auch die Transparenz sowie die Qualität der Forschung weiter verbessern soll. „Ob Ersatzmethoden oder mathematische Modelle zur Reduktion von Tieren im Versuch - es gibt bereits viele neue Ansätze, um herkömmliche Experimente an Tieren zu verringern“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.
Integraler Bestandteil des Bf3R ist der Nationale Ausschuss Tierschutzgesetz (TierSchG), der neben der Beratung deutscher Behörden und von Tierschutzausschüssen auch gewährleistet, dass ein Informationsaustausch über die Arbeitsweise der Tierschutzausschüsse, die Projektbeurteilung sowie über bewährte Praktiken in Deutschland sowie innerhalb der Europäischen Union stattfindet. Mit seiner gesetzlichen Arbeit wird gewährleistet, dass sich Deutschland national und international verstärkt für den Schutz von Versuchstieren einsetzt und mehr Tierwohl geschaffen wird. Die Arbeit des Nationalen Ausschusses ist praxisnah und erreicht die Wissenschaft direkt.

26.04.2021: Verfahren zur Genom-Editierung entwickelt

WissenschaftlerInnen der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, Hühner und Schweine zu generieren, die gezielt gentechnisch verändert werden können. „Die von uns generierten Tiere liefern die Genschere – das Cas9-Protein – gleich mit. Es müssen also nur noch die leitenden RNAs eingebracht werden, um Tiere zu bekommen, die bestimmte genetische Eigenschaften haben“, erklärt Benjamin Schusser, Professor für Biotechnologie der Reproduktion an der TUM. „Die initiale Generierung der Tiere dauerte rund drei Jahre. Cas9 kann nun in allen Entwicklungsstadien der Tiere verwendet werden, da jede Zelle des Körpers dauerhaft das Cas9 Protein besitzt. Wir konnten sowohl Anwendungen in Hühnerembryonen als auch in lebenden Schweinen zeigen.“ Bislang wurde lediglich an Mäusen geforscht, obwohl beispielsweise Schweine der menschlichen
Physiologie ähnlicher sind. Die ForscherInnen können nun molekulare Mechanismen von Krankheitsresistenzen oder biomedizinische Fragestellungen im Nutztier effizient untersuchen sowie Ziel-Gene in Wunschorganen der Nutztiere verändern. Dies reduziert auch die Anzahl an Versuchstieren. „Das Vorhandensein von Cas9 in den Zellen beschleunigt und vereinfacht die Prozesse nun deutlich“, sagt Angelika Schnieke, Professorin für Biotechnologie der Nutztiere an der TUM. „Die mit Cas9 ausgestatteten Tiere ermöglichen etwa, dass tumor-relevante Gene gezielt inaktiviert werden und die Krebsentstehung simuliert werden kann.“ Schusser ergänzt: „Der Mechanismus des CRISPR/Cas9 Systems kann außerdem zur Bekämpfung von Infektionen mit DNA-Viren nützlich sein. Erste Arbeiten in Zellkulturen zeigten, dass das für das Geflügel- Herpesvirus schon funktioniert.“

26.04.2021: Fleisch aus Stammzellen

Mit der stetig wachsenden Weltbevölkerung steigt auch die Nachfrage nach Fleisch bzw. tierischen Proteinen immer weiter. Das Start Up „Innocent Meat“ in Rostock hat als Alternative zum industriellen Töten von Tieren das Konzept „Clean Meat“ entwickelt. Das Team um Firmengründerin Laura Gertenbach produziert Fleisch aus Stammzellen. An der Universität Rostock forscht das Unternehmen zusammen mit verschiedenen WissenschaftlerInnen bereits seit drei Jahren an dem Fleisch aus dem Bioreaktor. „Wir entwickeln Clean Meat – organisches Fleisch – bloß smarter produziert. Das Fleisch wächst halt nicht in der Kuh, sondern
im Bioreaktor“, erklärt Gertenbach. „Warum sollen wir weiterhin unsere Ressourcen verschwenden? Wir werden die wachsende Menschheit mit den Flächen, die wir haben, nicht ernähren können. Mit Bio schon gar nicht“, so die Landwirtstochter weiter. Für den Herstellungsprozess des „Clean Meat“ werden Stammzellen aus dem Muskelgewebe lebender Tiere entnommen, die daraufhin isoliert, mit einem pflanzlichen Serum gefüttert und im Bioreaktor gezüchtet werden. Daraus entsteht das fertige Fleisch. Begonnen werde mit Hackfleisch, Steaks sollen folgen, so Gertenbach abschließend.

23.04.2021: Britische Corona-Mutation für Hunde und Katzen gefährlicher

Die Corona-Pandemie sorgt noch immer weltweit für schwere Erkrankungen und zahlreiche Todesfälle. Aktuell befindet sich Deutschland in der 3. Welle, wobei es sich in fast 90 Prozent aller Infektionen um die britische Corona-Mutation B.1.1.7 handelt. Diese Variante könnte auch für Haustiere gefährlicher sein als der Wildtyp. Das hat eine aktuelle britische Studie gezeigt. Die Ergebnisse belegten, dass Hunde und Katzen, die mit der britischen Virus-Variante infiziert sind, vermehrt Krankheitssymptome zeigten. Dazu zählen neben Appetitlosigkeit und Kurzatmigkeit auch Herzrhythmusstörungen sowie Wasseransammlungen in den Lungen. Zudem weist die
Studie deutlich veränderte Krankheitsverläufe der mit dem Coronavirus infizierten Tieren seit der Mutation nach. Die Erkrankung der Tiere stand jeweils im direkten Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ihrer Besitzer. In vielen Fällen ist bei den Haltern der Tiere drei Wochen vor der Erkrankung der Vierbeiner eine Corona-Infektion diagnostiziert worden. Die Ansteckung vom Tier auf den Menschen halten Wissenschaftler hingegen für unwahrscheinlich. Wiederum ist nicht auszuschließen, dass sich die Tiere bei ihren Besitzern ansteckten. Deshalb sollten infizierte Haustierbesitzer zurückhaltend sein im Umgang mit Hund oder Katze, um ihre Tiere zu schützen.

23.04.2021: Online-Stammtisch zur ASP im Landkreis Oder-Spree

Am Donnerstagabend hat im Landkreis Oder-Spree ein virtueller Stammtisch zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) stattgefunden. Dabei wurde festgestellt, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit der ASP durch Wildschweine weit mehr als die bisher angenommenen vier Kilometer pro Monat betrage. Vor allem Keiler und klinisch an der ASP erkrankte Tiere würden noch weite Strecken zurücklegen, bevor sie verendeten, wie die Amtsveterinärin des Landkreises Oder-Spree DVM Petra Senger verriet. Es sei
eine Ausbreitungstendenz des Seuchengeschehens nach Nordwesten zu beobachten, dabei würden die Wildschweine vor allem Fluss- und Bachniederungen aufsuchen. Zu der Veranstaltung hatte der örtliche Kreisverband von „Bündnis 90/Die Grünen“ eingeladen. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann auch weiterhin angesehen werden. Unterdessen ist die Zahl der infizierten Wildschweine, die bislang in Sachsen und Brandenburg entdeckt worden sind, auf 1.052 gestiegen.

23.04.2021: Zu Beginn der Weidesaison Herdenschutzmaßnahmen prüfen

Die Weidesaison für Schaf- und ZiegenhalterInnen hat begonnen. Damit steigt auch wieder das Risiko von Wolfsangriffen. In Sachsen wurden bereits mehrere Risse gemeldet. Im Landkreis Bautzen, aber auch in Görlitz kam es zu dem meisten Übergriffen bislang. HalterInnen von Weidetieren wird dringendst empfohlen, die Herdenschutzmaßnahmen zu überprüfen und notfalls zu verbessern. Dazu gehören neben Herdenschutzhunden in erster Linie Elektrozäune sowie Gatter mit sicherem Bodenabschluss oder Untergrabschutz, die in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden sollten, um eventuelle Schlupflöcher zu schließen. Wenn es auch
keinen hundertprozentigen Schutz gegen Wolfsangriffe gibt, können entsprechende Schutzmaßnahmen doch das Risiko stark verringern, wie die Fachstelle Wolf des Landesumweltamtes Sachsen (LfULG) mitteilt. Das Land Sachsen fördert präventive Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe. Das gilt sowohl im gewerblichen Bereich als auch für Hobbyhalter. Zudem werden den Haltern individuelle und kostenlose Herdenschutzberatungen angeboten. Erfahrungsgemäß wird das Rissgeschehen in Sachsen von Spätsommer bis Jahresende noch einmal deutlich ansteigen, umso wichtiger ist es, jetzt den Herdenschutz zu überprüfen und zu verbessern.

23.04.2021: WissenschaftlerInnen identifizieren neue Säugetierart

In Australien haben ForscherInnen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) den Nachweis einer neuen Eier legenden Säugetierart erbracht. Mittels Kamerafallenfotos und sogenannter Umwelt-DNA ist es den WissenschaftlerInnen um Professor Fickel gelungen, das bisher unbekannte Tier, dem sie den wissenschaftlichen Namen Ovolepus paschii gegeben haben, zu identifizieren. „Wir wissen noch nicht genau, wie das Tier aussieht. Leider haben wir nur ein unscharfes Kamerafallenfoto, das aber zumindest seine Existenz bestätigt“, so Fickel. „Unser umfassendes genetisches Datenarchiv ermöglicht es uns, Merkmale eines Tieres anhand des Genmaterials genau vorherzusagen. So konnten wir rekonstruieren, wie das Tier höchstwahrscheinlich aussehen muss“, erklärt der Genetiker weiter. Bislang waren als Eier legende Säugetiere nur das Schnabeltier und der Schnabeligel bekannt.
Ovolepus paschii ähnelt jedoch dem Europäischen Feldhasen, wurde jedoch noch nicht final identifiziert. „Europäische Feldhasen und Wildkaninchen, die von europäischen Einwanderern mitgebracht wurden, hoppeln schon lange durch das australische Outback und verursachen teilweise enorme Probleme für die einheimische Flora und Fauna. Die optische Ähnlichkeit mit diesen Tierarten mag vielleicht auch die Ursache sein, warum uns Ovolepus so lange durch die Kamerafallen gerutscht ist“, kommentiert Prof. Fickel die Entdeckung. „Wir werden unsere Datenbanken nochmal genauer unter die ovolepale Lupe nehmen und sind sicher, weitere Exemplare zu entdecken“. Die Entdeckung des neuen Eier legenden Ovolepus paschii wurde am 1. April! vom Leipniz-Institut veröffentlicht. Da die Tradition des "Aprilscherzes" immer weiter aus der Mode gerät, wollte das Team von Vetion.de Ihnen diese Meldung jedoch nicht vorenthalten!

22.04.2021: Wildtierschutz bei Frühjahrsmahd beachten!

Die Frühjahrsmahd steht an. Gleichzeitig befinden sich viele Wildtiere in Deutschland zurzeit in ihrer Brut- und Setzzeit. Dementsprechend verstecken die Elterntiere ihre Jungen häufig in Wiesen und Grünroggen. Wie LandwirtInnen verhindern, dass Tiere bei der Mahd verletzt oder gar getötet werden, erklären der Deutsche Jagdverband sowie vier weitere Verbände. Schon jetzt setzt bereits jeder 10. Landwirt Drohnen zur Wildtiersuche ein. Zusammen mit Infrarot- Technik können so Jungtiere auf großen Flächen ausgemacht werden. Einige Bundesländer haben die Förderung der Drohnenbeschaffung beschlossen. Auch hat sich bisher die Abstimmung des Mähtermins mit dem zuständigen Jagdpächter als nützlich erwiesen, wie die Verbände betonen. Es sei darauf hingewiesen, dass der Landwirt dem Jagdpächter dazu eine angemessene Frist einräumen muss. Sollte eine Begehung der Fläche durch den Jagdpächter nicht erfolgen, ist der Landwirt verpflichtet, selber
geeignete Maßnahmen zum Schutz der Wildtiere zu ergreifen. Damit Rehe, Feldhasen oder Fasane die Möglichkeit zur Flucht haben, empfiehlt sich zudem das Mähen von innen nach außen. Da sich Rehkitze oder Bodenbrüter jedoch bei Gefahr eher ducken als flüchten, sollte das Gebiet vor der Mahd mit Hilfe von Jagdhunden abgesucht werden. Zusätzliche Hilfsmittel sind Knistertüten, Flatterbänder, Kofferradios oder elektronische Wildscheuchen, die bereits am Vorabend aufgestellt werden. Sie sorgen für Unruhe bei den Elterntieren, die dann ihre Jungtiere in Sicherheit bringen. Die Verbände fordern die Politik auf, der Forschungs- und Innovationsförderung zum Schutz von Wildtieren eine hohe Priorität einzuräumen. Besonders digitale Techniken und verbesserte Infrarottechnik haben das Potential, Rehkitze und Niederwild nachhaltig schützen zu können. Außerdem steht die Internetplattform rehkitzretter.eu zur Verfügung, die kostenfrei Menschen zusammenbringt, um so viele rehkitze wie möglich vor dem Tod zu bewahren.

22.04.2021: Auch Hunde sind allergisch auf Pollen

Endlich Frühling! Das lang ersehnte Frühjahr geht für Allergiker allerdings auch mit angeschwollenen Lidern, juckenden Augen und laufender Nase einher. Neben Menschen können auch Hunde unter dem Pollenflug leiden, weiß Tierärztin Tina Hölscher von der Tierschutzorganisation Aktion Tier. Demnach ist etwa jeder zehnte Hund betroffen. Die Hunde zeigen vielfältige Symptome, von einer leicht geröteten Bindehaut über starken Augen- und Nasenausfluss bis hin zu heftigem Juckreiz. Um dem Tier Linderung zu verschaffen, sollte der Halter die Augenpartie mit einem sauberen, feuchten
Waschlappen und klarem Wasser reinigen. Auf Zusätze wie beispielsweise Kamillentee sollte hier aber verzichtet werden, wie Hölscher erklärt. „Erleichterung bringt immer, die Menge des allergieauslösenden Stoffes zu reduzieren.“ So sollten die am Fell festhängenden Pollen am besten mit einem milden Tiershampoo für Allergiker ausgewaschen werden, da sonst die Allergene mit in die Wohnung und das Körbchen getragen werden. Weiterhin ist auch eine Fellkürzung empfehlenswert. Bei sehr starken Symptomen kann der Tierarzt lindernde Augensalben, Tabletten oder Spritzen verabreichen.

22.04.2021: Risiko von Wolfsangriffen auf Menschen sehr gering

Die Zahl der Wölfe in Deutschland wächst kontinuierlich und damit auch die Angst vor Wolfsangriffen. Eine durch das Norwegische Institut für Naturforschung (NINA-Institut) durchgeführte Studie hat gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit von Wolfsangriffen auf Menschen sehr gering ist. In den vergangenen 18 Jahren wurden in Deutschland insgesamt 14 Übergriffe gezählt, zwei davon endeten jeweils tödlich für die angegriffene Person. Die sogenannte „NINA- Studie“ hat bereits im Jahr 2002 die historischen Übergriffe von Wölfen auf Menschen recherchiert und somit eine verlässliche
Übersicht dargelegt. Schon in der Vergangenheit wurde nur von wenigen Angriffen durch Wölfe berichtet. Bei mehr als fünfzig Prozent der Fälle war Tollwut die Ursache. Die WissenschaftlerInnen haben bei der Wiederholung der Studie Wolfsangriffe auf der ganzen Welt zwischen 2002 und 2020 untersucht. Bei 489 Angriffen wurden weltweit 26 Personen getötet. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass das Risiko von Wolfsangriffen zwar gering ist, jedoch vorhanden. Ein aktives Wolfsmonitoring kann helfen, Tiere mit auffälligem Verhalten frühestmöglich zu erkennen und eventuell zu entnehmen.

21.04.2021: Auch dieses Jahr wieder vermehrtes Blaumeisensterben

Im vergangenen Jahr hat das in Deutschland neuartige Bakterium Suttonella ornithocol den Tod von Tausenden kleinen Singvögeln, vor allem Blaumeisen, verursacht. Die ersten Meldungen über erkrankte bzw. tote Vögel gingen in der zweiten Märzwoche beim NABU ein. Bis zum relativ plötzlichen Ende der Epidemie gegen Ende April 2020 waren mehr als 24.000 Verdachtsfälle von der Bevölkerung gemeldet worden. ExpertInnen vermuten nun ein Wiederholen dieses massiven Blaumeisensterbens. Schon jetzt liegt die Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle toter und kranker Blaumeisen bei knapp 1500. Während Mitte März täglich durchschnittlich 10 kranke oder tote
Meisen gemeldet wurden, lag die Zahl im April bereits bei fünfzig pro Tag. Gegenüber 2020 hat sich der regionale Schwerpunkt in Richtung Norden verschoben. Laut Expertenmeinungen scheint der Gipfel der Krankheits-Saison wegen des schlechteren Wetters in diesem Jahr noch nicht erreicht, während er im Vorjahr um den 10. April lag. Der NABU bittet die Bevölkerung dringend, Fälle von kranken oder toten Vögeln zu melden, damit der Verlauf der Krankheit besser analysiert werden kann. Suttonella ornithocola gehört zu der Familie der Cardiobacteriaceae und ruft bei infizierten Vögeln Lungenentzündungen hervor, teilweise wird auch der Verdauungstrakt angegriffen.

21.04.2021: Standardlehrbuch der Tierphysiologie neu erschienen

Das Standardlehrbuch der Tierphysiologie von Heinz Penzlin wird 50 Jahre alt. Aus diesem Anlass ist es komplett überarbeitet und modernisiert worden und nun als Jubiläumsausgabe zum 50. Jahrestag der Erstausgabe erschienen. Das Lehrbuch bietet einen Überblick über den neuesten
Forschungsstand der Vergleichenden Tierphysiologie. Es beantwortet Fragen der funktionellen Anatomie, der vegetativen Physiologie, der Neurobiologie, der Stoffwechselphysiologie, der Sinnes- und der Muskelphysiologie mit ökologischen, systemisch-vergleichenden oder molekularen Ansätzen bei Tier und Mensch.

21.04.2021: Durchschnittliche Milchleistung um weitere 2,6% gestiegen

In Deutschland ist die Zahl der Milchviehbetriebe im Jahr 2020 um 4,3% auf rund 57.300 Betriebe gesunken. Die Zahl der Milchkühe wurde mit 3,92 Mio. Tiere angegeben und sank damit erstmals unter die Marke von 4 Mio. Tiere seit dem Beginn der Erfassung im Jahr 1991. Gleichzeitig ist jedoch der durchschnittliche Milchertrag je Kuh in 2020 erneut angestiegen und lag 2020 bei 8.457 kg. Dies entspricht einer Steigerung der durchschnittlichen Milchleistung gegenüber dem Vorjahr um rund 2,6%, wie das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) mitteilte. Dies wird von Experten nicht
ohne Sorge gesehen, da die starke Optimierung des Merkmals Milchleistung zu einer extremen körperlichen Belastung der Tiere und in vielen Fällen zu gesundheitlichen Schäden sowie zu einer verkürzten Lebensdauer führen. Erfreulicherweise wuchs auch der Anteil ökologisch erzeugter Milch um 4%. Insgesamt lieferten landwirtschaftliche Betriebe rund 32,6 Mio. t Kuhmilch an deutsche Molkereien – 31,8 Mio. t stammten dabei von inländischen Betrieben. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch wurde 2020 mit knapp 50 kg angegeben, der von Käse mit 25,4 kg pro Person und Jahr.

Neues EU-Tiergesundheitsrecht in Kraft getreten

21.04.2021

Passend zum Welttag der Tierimpfung, der jedes Jahr am 20. April begangen wird und somit die Bedeutung der Impfung von Tieren für die Gesundheit von Mensch und Tier hervorhebt, ist heute die neue EU-Verordnung zur Bekämpfung übertragbarer Tierkrankheiten in allen EU-Mitgliedstaaten in Kraft getreten. Schwerpunkte der neuen Verordnung sind die Früherkennung sowie die Bekämpfung von Tierseuchen und der
Impfschutz von Tieren. Zudem wurden die Biosicherheitsmaßnahmen mehr in den Fokus gerückt. Dies alles soll zur Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls sowie zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken beitragen. Viele der nationalen Gesetze und Verordnungen, welche die Tiergesundheit betreffen, sind nun nach einer fünfjährigen Übergangsfrist durch die EU-Verordnung abgelöst worden.

21.04.2021: Australien verschärft Maßnahmen gegen Einschleppung von Tierkrankheitserregern

Um die Einschleppung von Krankheitserregern möglichst gering zu halten, kontrollieren die australischen Behörden unter anderem sehr engmaschig eingehende Versandpakete mit Fleisch- und Milchprodukten. Leider haben sich einmal wieder die Befürchtungen bewahrheitet, denn bei den letzten Kontrollen in verschiedenen Postzentren der Insel wurden Fragmente des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der Maul- und Klauenseuche (MKS) gefunden. Nach dem Nachweis des ASP Virus in knapp einem Viertel der untersuchten Proben bzw. Erreger der MKS
wurden im ganzen Land die Biosicherheitsmaßnahmen verstärkt. „Ein Ausbruch der MKS in Australien würde zur Schließung der wichtigsten Exportmärkte für Vieh, Rind-, Lamm- und Schweinefleisch sowie für Milchprodukte führen und schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auch in anderen Sektoren - einschließlich des Tourismus - haben", warnte Landwirtschaftsminister David Littleproud. Ab sofort werden unter anderem die Kontrollen an den Grenzen verschärft sowie höhere Strafen für Reisende, die eingeführte Risikowaren nicht deklarierten, angekündigt.

20.04.2021: Antibiotikaverbrauch in der Nutztierhaltung bleibt niedrig

Die Ende März durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Kennzahlen haben belegt, dass der Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung weiterhin auf einem niedrigen Niveau ist. Die erfassten und kürzlich veröffentlichten Antibiotikaanwendungen und -abgaben im QS- System zeigen die gleiche Entwicklung. Wie auch bei den staatlich gesammelten Daten sanken die Kennzahlen im QS-System beim Antibiotikaverbrauch bis 2016 stark
und bewegen sich seitdem auf diesem niedrigen Niveau. Die vierteljährlichen Auswertungen im QS- System ermöglichen den LandwirtInnen eine frühzeitige Einschätzung der Lage und das Einleiten eventueller Maßnahmen seitens des staatlichen Antibiotikamonitorings, im Falle eines Anstiegs der Kennzahlen. Bei der Antibiotikaminimierung im Stall helfen auch die E-Learning-Kurse von VetMAB.de, die bestandsbetreuenden Tierärztinnen und Tierärzten zur Verfügung stehen.

20.04.2021: Neuseeland beschließt Verbot von Lebendtierexporten ab 2023

Ab dem Jahr 2023 wird Neuseeland keine lebenden Nutztiere mehr exportieren. Das hat Landwirtschaftsminister Damien O’Connor am 14. April verkündet, wie Proplanta berichtet. „Im Mittelpunkt unserer Entscheidung steht die Wahrung des Rufs Neuseelands als Nation für hohe Tierschutzstandards. Wir müssen in einer Welt, in der der Tierschutz zunehmend unter die Lupe genommen wird, immer einen Schritt voraus sein“, erklärte O’Connor. Auslöser für dieses Verbot war der Untergang eines Transportschiffes von Neuseeland nach China, bei dem mehr als 5.800 Kühe sowie 41 Besatzungsmitglieder umkamen. Zunächst ist eine Übergangszeit von zwei Jahren vorgesehen, bevor das Verbot von Lebendtierexporten endgültig in Kraft treten wird. Schafe, Ziegen und Schlachtrinder dürfen schon jetzt nicht mehr exportiert werden. Statt Lebendausfuhren solle nun
der Fokus auf dem Handel mit Genetik und Sperma liegen. „Diese Entscheidung wird einige Landwirte, Exporteure und Importeure hart treffen“, räumte der Minister ein. Besonders betroffen ist China, da allein im vergangenen Jahr rund 100.000 Zuchtrinder dorthin exportiert wurden. Während Tierschutzorganisationen den Beschluss der neuseeländischen Regierung begrüßen, haben die Bauern wenig Verständnis dafür. „Der Bauernverband hat keine Informationen über Verstöße gegen die hohen Standards beim Lebendexport“, kritisierte Wayne Langford, Pressesprecher der Federated Farmers, den Beschluss. Langford betonte, dass die Landwirte großen Wert auf das Wohlergehen der Tiere legten. Andere Vertreter des Berufsstandes befürchten nun, dass die Lebendausfuhren aus Neuseeland durch Exporte aus Ländern mit niedrigeren Tierschutzstandards ersetzt werden.

20.04.2021: Bund stellt Corona-Hilfen für Tierheime zur Verfügung

Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lock Down bedeutet für Tierheime enorme finanzielle Einbußen, da neben dem Wegfallen von wichtigen Spendengeldern auch Vereinsaktivitäten nicht durchgeführt werden können. Auch die Vermittlung von Tieren ist seit mehr als einem Jahr stark eingeschränkt. Um die Tierschutzvereine, die Träger von Tierheimen sind, zu unterstützen, stellt das Bundesumweltministerium Fördermittel in Höhe von fünf Millionen Euro zur Verfügung. Privatrechtlich organisierte Träger von Tierheimen und ähnliche Einrichtungen können ab dem 23. April 2021 einmalige Corona-Hilfen in
Höhe von 7.500 Euro beantragen. Um die Förderung zu erhalten, müssen die Träger jedoch Mehrausgaben bzw. Mindereinnahmen in Höhe von mindestens 7.500 Euro im Zeitraum vom 01. April 2020 bis zum 31. März 2021 darlegen. „Ich habe mich sehr gefreut, dass der Bundestag hier tätig geworden ist, denn die vom Ehrenamt getragenen Tierheime erfüllen eine enorm wichtige gesellschaftliche Aufgabe, und das unter extrem erschwerten Bedingungen. Die Fördermittel werden hoffentlich helfen, die schwierige Zeit zu überstehen", erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Die Antragsfrist für die Corona-Hilfen endet nach vier Wochen.

19.04.2021: Neues Tierärztegesetz in Österreich verabschiedet

Am Donnerstag, 15. April 2021, hat die Novelle des Tierärztegesetzes (TÄG) in Österreich den Gesundheitsausschuss des Parlamentes passiert. Somit bleiben den TierärztInnen in Tierärztegesellschaften künftig 50% der Gesellschaftsanteile sowie der Stimmrechte erhalten, freut sich Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer. Der eigentliche Anlass der Änderung des TÄG war das EuGH Urteil aus dem Jahr 2019, in dem zwar die Öffnung für Berufsfremde gefordert wird, allerdings den TierärztInnen hinsichtlich der Beteiligungsverhältnisse ein maßgeblicher Einfluss und Zugriff zugesichert wurde. Doch obwohl das EuGH Urteil dies grundsätzlich nicht zwingend gefordert hat, wollte man den
TierärztInnen laut Begutachtungsentwurf dann lediglich eine Sperrminorität von 25% zugestehen. Dies hätte eine eingeschränkte Mitsprache für die tierärztlichen Gesellschafter zur Folge gehabt. „Nach zähen Verhandlungen konnte man sich nun auf politischer Ebene zugunsten unserer Berufsangehöriger einigen“, erklärte Frühwirth. Man habe sich im Gesundheitsausschuss mittels Abänderungsantrag nun auf eine Mindestbeteiligung von 50% durch tierärztliche Gesellschafter geeinigt. Die wirtschaftliche Einflussnahme von TierärztInnen müsse groß genug sein, um die fachlichen Notwendigkeiten auch gegen pekuniäre Interessen nichttierärztlicher TeilhaberInnen durchsetzen zu können.

19.04.2021: SARS-CoV-2 Mutationen von Nerzen bergen Risiken für Menschen

Vor etwa einem Jahr konnte festgestellt werden, dass sich Nerze mit SARS-CoV-2 infizieren können. Dabei haben sich die Tiere in den Zuchtfarmen bei mit dem Virus infizierten Menschen angesteckt. Allerdings mutierte das Virus dann bei den Nerzen. Es entstanden Mutationen im Spike-Protein, welches für den Eintritt des Virus in die Wirtszellen ausschlaggebend ist und den zentralen Angriffspunkt für Antikörper darstellt. Mit dieser mutierten Virusvariante steckten sich wiederum Menschen an, was Anlass zur Sorge bietet, nicht zu letzt, da diese Mutationen dann auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden konnten. Forschende des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) – Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen konnten jetzt zeigen, dass ein für die COVID-19-Therapie eingesetzter Antikörper nicht in der Lage ist, SARS-CoV-2 mit einer in Nerzen erworbenen Mutation wirksam zu hemmen. Zudem verminderte die Mutation die Hemmung des Virus
durch Antikörper, die nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion gebildet wurden. Diese Ergebnisse zeigen, dass SARS-CoV-2 in Nerzen Mutationen erwerben kann, die die Bekämpfung des Virus durch das Immunsystem des Menschen erschweren. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass einer von zwei Antikörpern aus einem für die COVID-19-Therapie eingesetzten Antikörpercocktail die Virusvariante mit der Y453F-Mutation nicht mehr effizient hemmt. Außerdem demonstriert unsere Studie, dass die Y453F-Mutation die Hemmung des Virus durch Antikörper reduziert, die von COVID-19-PatientInnen gebildet wurden. Das bedeutet, dass Menschen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, einen reduzierten Schutz gegen die Nerz-Varianten des Virus aufweisen könnten“, sagt Markus Hoffmann, der Erstautor der Studie. Ob dies auch in anderen Tieren möglich ist, auf die das Virus durch infizierte Personen übertragen wird, ist gegenwärtig unklar.

19.04.2021: MVP sucht innovative Lösungen in der Landwirtschaft

Das Landwirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg- Vorpommern hat einen Wettbewerb im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) ausgeschrieben. Gesucht werden innovative Lösungen zur Reduktion von Nährstoffeinträgen aus der landwirtschaftlichen Produktion, zur Verbesserung der Klimabilanz sowie zur Erhöhung des Insektenschutzes in der Landwirtschaft. „Das neue Instrument EIP, das mit der auslaufenden Förderperiode erstmals zur Verfügung steht, hat sich bewährt, um neue Ideen schnell in der Landwirtschaft auszuprobieren und zu testen, ob das,
was bisher nur im Labor oder in kleinem Maßstab angewendet wurde, auch in der landwirtschaftlichen Praxis funktioniert. Wir haben mit den bisherigen Projekten gute Erfahrungen gemacht. Deshalb haben wir ELER-Mittel umgeschichtet, so dass 1,0 Mio. Euro für weitere Projekte zur Verfügung stehen“, erläutert Minister Dr. Till Backhaus seinen Aufruf. Eine Jury entscheidet anhand definierter Kriterien darüber, welche Projekte umgesetzt werden sollen. Die Bewerbungsfrist endet am 28. Mai 2021. Einen aktuellen Überblick über Forschungs- und Tierschutzpreise finden Sie im gleichnamigen Fokusthema von Vetion.de.

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