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13.01.2021: Deutscher Tierschutzbund unzufrieden mit Geflügelpestbekämpfung

Die Geflügelpest breitet sich immer weiter aus, besonders Niedersachsen ist stark betroffen. Im Landkreis Cloppenburg mussten bislang annähernd 200.000 Stück Geflügel aus Seuchenschutzgründen getötet werden. Der Deutsche Tierschutzbund sieht einen möglichen Grund für die massiven Ausbrüchen in dem Landkreis in der hohen Geflügeldichte von rund 6.500 Puten pro Quadratkilometer. „Es ist nicht auszuschließen, dass die hohe Geflügeldichte die Gefahr der Seuchenübertragung zwischen den Putenhaltungen deutlich erhöht", so der Verbandspräsident
Thomas Schröder gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Schröder fordert mehr Engagement bei der Bekämpfung der Geflügelpest seitens der Bundes- und Landesregierungen. Zudem kritisiert er die zu langsam fortschreitende Forschung nach einem Impfstoff. Der Zentralverband der Geflügelwirtschaft (ZDG) sowie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium wiesen die Kritik zurück. Bisher hätte es keinen Hinweis darauf gegeben, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten worden wären, so das Ministerium.

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22.01.2021: Antibiotikaresistenzen breiten sich schneller aus als bisher angenommen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellen Antibiotikaresistenzen eine der größten Bedrohungen der globalen Gesundheit dar. Allein in Europa sterben mehr als 33.000 Menschen jährlich an den Folgen einer Antibiotikaresistenz. Eine Analyse der Chalmers University of Technology hat aktuell ergeben, dass sich Antibiotikaresistenzen noch schneller ausbreiten könnten, als bisher angenommen. Einen Grund dafür sehen die Forschenden in der genetischen Übertragung der Resistenzmechanismen zwischen Bakterien in unseren Ökosystemen sowie dem Menschen. Wie Jan Zrimec, Wissenschaftler an der Chalmers University of Technology, erklärt,
haben viele der Resistenzgene, die bei Menschen nachgewiesen werden konnten, ihren Ursprung in zahlreichen Bakterien, die in der Erde, im Wasser oder in Pflanzen vorkommen. Zrimec hat eine neue Methoden der Datenanalyse entwickelt. Diese hat ergeben, dass der genetische Transfer leichter Grenzen überwinden kann, als zuvor angenommen worden war. Die von dem Wissenschaftler entwickelte Datenanalyse kann andere Forschende bei ihrer Arbeit an Antibiotikaresistenzen unterstützen. Fortbildungsangebote zur Antibiotikaminimierung im Stall finden Tierärztinnen und Tierärzte mit den VetMAB-Kursen auf Myvetlearn.de.

22.01.2021: Tiergesundheit von Nutztieren muss nachhaltig verbessert werden

Im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) haben ExpertInnen aus Agrarökonomie, Tierhaltung und Politik über Verbesserungen der Tiergesundheit von Nutztieren auf der ganzen Welt diskutiert. Im Fokus der Podiumsdiskussion standen die Themen Resilienz sowie Nachhaltigkeit. Die Verbesserung der Tiergesundheit und des Krankheitsmanagements werde jedoch in Nachhaltigkeitsbewertungen selten berücksichtigt, so Anne Mottet, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die in einer verbesserten Tiergesundheit auch wirtschaftliche Vorteile sieht. Anhand der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat Dr. Jude Capper, Nachhaltigkeitsexpertin für
Nutztierhaltung, die Reduktionspotenziale bei Ressourcen sowie Treibhausemissionen erläutert. ASP-Ausbrüchen auf der ganzen Welt sind fast 150 Millionen Schweine zum Opfer gefallen. „Im Rahmen des Europäischen Green Deal und der Farm-to-Fork-Strategie wird die EU aktiv beitragen zum globalen Übergang hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft und Nahrungsmittelsystemen im Einklang mit den strategischen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Dies schließt Maßnahmen zur Tiergesundheit und zum Tierschutz ein“, erklärte Claire Bury, stellvertretende Generaldirektorin der Direktion für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bei der Europäischen Kommission, zum Abschluss der Diskussion.

22.01.2021: BRS fordert konsequenten Schutz der Hausschweine vor ASP

Auch im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) soll es Schweine haltenden Betrieben weiterhin erlaubt sein, die Tiere im Freien bzw. mit Auslaufmöglichkeiten zu halten. Das haben die Agrarminister der Länder am 14.01.2021 beschlossen. Kritisch sei dieser Beschluss jedoch in Hinsicht auf die Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Institus (FLI) sowie der empfohlenen Aufstallung im Falle eines ASP-Ausbruchs, so die Reaktion des Bundesverbandes Rind und Schwein e.V. (BRS). Die Erklärung der sächsischen Agrar- Staatssekretärin Gisela Reetz, dass die Auslauf- und Freilandhaltung artgerecht sei und daher weiterhin ermöglicht werden solle, hält der BRS für fahrlässig. Die wirtschaftliche
Existenz der Tierhalter gegen eine gesellschaftlich anerkannte Form der Tierhaltung abzuwägen, sei zudem unangemessen. Das FLI habe deutlich hervorgehoben, dass die in der SchHaltHygV vorgesehenen Maßnahmen für Auslauf- und Freilandhaltungen einen Eintrag des ASP-Virus nicht mit der erforderlichen Sicherheit verhindern. Der Bundesverband fordert daher einen konsequenten Schutz der Hausschweinbestände im Rahmen der Möglichkeiten der Schweinepestverordnung. Tierärztinnen und Tierärzte können sich zum Thema ASP im gleichnamigen E-Learningkurs auf Myvetlearn.de fortbilden. Der Kurs eignet sich auch zur Fortschreibung der Fortbildungspflicht gemäß SchHaltHygV.

22.01.2021: Rindertuberkulose bei Familie in Bayern nachgewiesen

Bei drei Mitgliedern einer Landwirtsfamilie, unter anderem bei einem Kind, im oberbayerischen Geretsried, ist die Rindertuberkulose festgestellt worden. Der Erreger der Tierseuche war von infizierten Rindern des Betriebs auf die Personen übertragen worden. Alle Rinder wurden aus Seuchenschutzgründen getötet. Die Infizierten hätten keine Symptome, wie das Landratsamt Bad Tölz- Wolfratshausen
informiert. Sicherheitshalber seien Mitschülerinnen und Mitschüler und Lehrkräfte des infizierten Kindes jedoch ebenfalls getestet worden. Seit mehr als 20 Jahren gelten die Rinderbestände in der Bundesrepublik offiziell als frei von Tuberkulose. Zu sporadisch infizierten Tieren ist es jedoch bereits in den vergangenen Jahren immer mal wieder gekommen, wie das Bundesinstitut mitteilte.

21.01.2021: BfT-Broschüre über Zulassungverordnung von Tierarzneimitteln erschienen

Am 28. Januar 2022 wird die neue europäische Tierarzneimittelverordnung in Kraft treten. Mit einer Broschüre informiert der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) über die Anforderungen und Verfahren von Zulassungen von Tierarzneimitteln. Bereits Anfang des laufenden Jahres wurden die beiden ersten Nachfolgerechtsakte zur Basisverordnung (EU) 2019/6 veröffentlicht. Ziel der neuen Verordnung ist es, die Bedingungen für Hersteller
von Tierarzneimitteln anzugleichen, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern sowie Innovation zu stimulieren. Zudem sollen damit eventuelle bürokratische Hürden auf dem Weg zur Arzneimittelzulassung abgebaut werden. Anforderungen, insbesondere au antimikrobielle Mittel, wurden strikter gefasst. Auf der Internetseite des BfT kann die Broschüre in deutscher und englischer Sprache heruntergeladen werden.

21.01.2021: Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung mahnt zur Eile

Jochen Borchert, früherer Bundesagrarminister und nun Vorsitzender des sogenannten "Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung" und damit verantwortlich für den Umbau der Tierhaltung und mehr Tierwohl in Deutschland, hat die amtierende Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zur Eile gemahnt. Schließlich habe man ihr die Vorschläge bereits vor fast einem Jahr überreicht. Nun sei es Zeit zu handeln, noch vor der Bundestagswahl, erklärte Borchert gegenüber der Osnabrücker Zeitung. Zuvor machte er darauf bereits beim 32. Geseker Schweineabend der Vivet Schweinegesundheit GmbH am 14.1.2021 aufmerksam, wo er
Gastredner war. „Die nächsten Wochen sind wertvolle Zeit, die genutzt werden muss", sagte Borchert. „Der Einstieg muss noch in diesem Jahr, muss noch vor der Bundestagswahl gelingen. Ansonsten drohen infolge der Koalitionsverhandlungen Verzögerungen." Die Vorschläge der Borchert-Kommission sehen einen Umbau der Tierhaltung und stark verbesserte bzw. artgerechtere Haltungsbedingungen bis 2040 vor. Der Umbau soll u.a. durch einen Preisaufschlag auf Fleisch, Milch und Eier als Tierwohlabgabe in Form einer Verbrauchsteuer finanziert werden. Der Durchschnittskonsument müsste so pro Jahr etwa 35 Euro mehr für tierische Produkte ausgeben - zumutbar, findet die Kommission.

21.01.2021: Grüne kritisieren Gesetzesentwurf zum Ausstieg aus dem Kükentöten

Der Gesetzesentwurf zum Ausstieg aus dem Kükentöten wird von den Grünen stark kristisiert. Für die Sprecherin für Ernährungspolitik und Tierschutzpolitik sowie ehemaligen Landwirtschaftsministerin Renate Künast bedient der Beschluss in erster Linie die Interessen der Massentierhaltung. „Ich vermisse größeres Engagement des Ministeriums bei der Förderung der Zucht sogenannter Zweinutzungshühner – also von Tieren, die sowohl Fleisch als auch Eier liefern. Unser Ziel muss es sein, entsprechend in diese Richtung zu züchten. Eine industrielle technische
Lösung, die nur für die großen Konzerne funktioniert, kann daher keine Lösung des gesamten Problems sein“, so Künast. Auch ihr Parteikollege Friedrich Ostendorff fordert von der Regierung, dass die Nutzung robuster Zweinutzungshühner als Alternative zur industrialisierten Legehennenhaltung stärker gefördert wird, sodass auch kleinere Betriebe wirtschaftlich überleben können. Ostendorff befürchtet, dass ansonsten die Aufzucht von männlichen Küken mehr und mehr ins Ausland abwandert, wo die Kosten für Tierhaltung sehr viel geringer sind.

21.01.2021: Methanausstoß bei Milchproduktion berechnen

Das Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) hat eine Formel zur Berechnung der Methanemission von Milchkühen entwickelt und erhielt nun das internationale Patent. Diese neue Formel ermöglicht die Abschätzung des Methanausstoßes bei der Milchproduktion. „Das Klimaschutzgesetz in Deutschland verpflichtet auch die Landwirtschaft zur Reduktion seiner Treibhausgasemissionen. Die genaue Kenntnis, wieviel Methan eine Milchkuh in Abhängigkeit ihrer Fütterung und Leistung emittiert, gewinnt vor diesem Hintergrund an Bedeutung. Diese Daten sind eine wesentliche Voraussetzung, um den tatsächlichen CO2-Fußabdruck von Milch und in Folge auch von Milchprodukten genauer bestimmen zu können“, erklärt Till Backhaus,
Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern. „Die patentierte Formel kann die Milchproduktion ein großes Stück weiterbringen. Sie kann Grundlage für besondere Vermarktungswege oder konkrete Nachweise der Klimaeffekte der Milchproduktion und Landwirtschaft werden.“ Der Minister erklärt weiter: „Die Zeiten der Turbokühe sind vorbei. Wir müssen in allen Bereichen achtsam mit der Umwelt umgehen und das schließt unsere lieben Nutztiere ausdrücklich mit ein.“ Backhaus fordert erneut, die Kosten für Tierwohl nicht allein beim Landwirt abzuladen. „Wir brauchen kostendeckende Milchpreise, die den Ansprüchen an hochwertige Lebensmittel Rechnung tragen“, so der Minister abschließend.

Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen steigt auf 530

21.01.2021

Die Zahl der in Deutschland bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen wird aktuell mit 530 angegeben (Stand: 21.1.2021). Betroffen sind die Bundesländer Brandenburg und Sachsen. Die infizierten Wildschweine wurden bislang in den brandenburgischen Landkreisen Spree-Neiße, oder-Spree und Märkisch-Oderland gefunden. Allerdings wurde nun
auch ein Wildschwein bei einer Jagd in der Oberlausitz im Landkreis Görlitz in Sachsen erlegt, bei dem die anschließende Routineuntersuchung ein positives Testergebnis erbrachte. Inzwischen gibt es auch im Landkreis Görlitz weitere ASP-Fälle bei Wildschweinen. Eine Übersicht über die bislang in Deutschland aufgetretenen Fälle, sortiert nach Gemeinden und Landkreisen, findet sich bei Topagrar.de.

21.01.2021: US-Lebensmittelbehörde lässt genetisch veränderte Schweine zu

In den USA sind Ende Dezember 2020 erstmals genetisch veränderte Schweine zur Lebensmittel- und zur Arzneimittelgewinnung von der US-Behörde für Lebensmittelsicherheit (FDA) zugelassen worden. Die zugelassenen Tiere wurden von der US-Firma Revivicor entwickelt und tragen auf ihren Zelloberflächen keinen sogenannten Alpha-Gal-Zucker
mehr, weshalb ihr Fleisch auch von Menschen verzehrt werden könne, die am Alpha-Gal-Syndrom (AGD) leiden. Das ist eine Allergie auf Alpha-Gal-Zucker, die sonst den Verzehr von rotem Fleisch ausschließt. Die FDA erklärte, der Verzehr solcher "GalSafe"-Schweine sei unbedenklich für die menschliche Gesundheit sowie die Umwelt.

21.01.2021: Neuer Therapieansatz für kastrierte Rüden

Im Rahmen einer Doktorarbeit an der Tierklinik für Fortpflanzung an der Freien Universität Berlin werden Hundebesitzer gesucht. Bei der Studie handelt es sich um einen möglichen Therapieansatz für chirurgisch kastrierte Rüden, die nach der Kastration sexuell attraktiv für andere Rüden wurden und regelmäßig durch diese bedrängt und bestiegen werden. Das Problem: Ein normaler Sozialkontakt zu anderen Hunden ist im beschriebenen Fall oft nicht mehr
möglich bzw. stark eingeschränkt. Hier soll im Zuge der Studie von Tierärztin Johanna Leber Abhilfe geschaffen werden. Die Studie besteht aus drei Terminen vor Ort in Berlin oder nach Nachfrage an anderen Standorten und wird von Fragebögen begleitet. Die ersten Ergebnisse seien bereits vielversprechend und aktuell sind noch ein paar wenige Plätze in der Studie zu vergeben. Bei Interesse und Fragen wenden Sie sich gerne an johanna.leber@fu-berlin.de

20.01.2021: Kükentöten ab 2022 verboten - Zweinutzungshuhn gefordert

Das Töten männlicher Eintagsküken als Nachkommen von Legehennen soll ab 2022 in Deutschland verboten sein. Es wurde sich jedoch auf eine Übergangszeit bis Ende 2023 geeinigt. Das hat heute das Bundeskabinett entschieden. Laut Koalitionsvertrag sollte dies bereits Ende 2019 durchgesetzt werden und das jährliche Töten von 45 Millionen Eintagsküken beenden. Allerdings mehren sich bereits die Stimmen, denen das beschlossene Verbot des Kükentötens nicht weit genug geht. Das sieht auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) so. „Statt männliche Küken zu töten, werden in Zukunft die Eier aussortiert. Das kann keine Lösung sein. Die Gesetzespläne von Agrarministerin Julia Klöckner gehen nicht weit genug. Wir brauchen den längst überfälligen Umbau der Tierhaltung – hin zu einem System,
das keine Tiere aussortiert, weil sie scheinbar nutzlos sind", erklärte Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. Gefordert wird eine Abkehr von der Spezialisierung in der Legehennenhaltung und die konsequente Einführung des Zweinutzungshuhns. Das sind Hühnerrassen, die sowohl zur Eier- als auch zu Fleischerzeugung gehalten werden können. Dieser Forderung schließt sich auch die Tierschutzorganisation Vier Pfoten an. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG) kritisiert zudem den mit diesem deutschen Alleingang einhergehenden großen Wettbewerbsnachteil für die heimische Geflügelwirtschaft. Es bedarf dringend eines verbindlichen Rechtsrahmens für den europäischen Wirtschaftsraum. Insofern begrüßt der ZDG die Übergangszeit bis Ende 2023 als mindestens notwendig.

20.01.2021: Ausbruch der Newcastle Disease in Chemnitz

In Chemnitz ist in einem Brieftaubenbestand die Newcastle Disease ausgebrochen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte den Verdacht. Die betroffenen Tauben befänden sich in Quarantäne, der Taubenschlag werde umfassend gereinigt und desinfiziert. Bei der Newcastle
Disease handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche und um eine Zoonose. Die Krankheitssymptome beim Menschen gleichen denen einer leichten Grippe. Für Hühner und Puten besteht in Deutschland eine gesetzliche Impfpflicht. Haltern von Brieftauben wird diese dringend empfohlen.

20.01.2021: EU-Projekt zur Verbesserung der Wolf-Mensch-Beziehung

Das Zusammenleben von Mensch und dem sich immer weiter ausbreitenden Wolf birgt einiges an Konfliktpotenzial. Deshalb arbeiten die Vetmeduni Vienna und die HBLFA Raumberg-Gumpenstein fünf Jahre lang mit Partnern in Italien, Slowenien und Frankreich an der Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen für das Zusammenleben von Menschen und der sich ausbreitenden Wolfspopulation in den Alpen. Das Projekt LIFE WOLFALPS EU mit insgesamt 19 Partnern ist im September 2019 gestartete und umfasst die Beobachtung, das Management und den Erhalt der Wolfspopulation im Alpenraum. Andererseits werden Maßnahmen zur Reduzierung von Konflikten zwischen Menschen und Wölfen und zur Unterstützung einer Koexistenz gesetzt. In Österreich liegt der Schwerpunkt auf der Etablierung von Herdenschutzmaßnahmen und der Prävention von illegaler Verfolgung. Zudem wird aktuell an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein an der Entwicklung sogenannter Notfallteams (Wolf Prevention Intervention Units) gearbeitet. Dabei handelt es sich um geschulte Teams, die bei durch Wölfen verursachten Schäden an Nutztieren innerhalb
weniger Stunden zum Einsatz kommen, um vor Ort den betroffenen und benachbarten LandwirtInnen erste Hilfe zu leisten. Mögliche Maßnahmen beinhalten unter anderem die Errichtung von Nachtpferchen und Zäunen oder auch den Einsatz von Vergrämungsmaßnahmen wie z.B. Blinklichter. Zusätzlich erfolgt über Raumberg-Gumpenstein die Evaluierung des Einsatzes neuer Technologien im Herdenschutz mittels GPS-Sendehalsbändern für Schafe. ForscherInnen an der Veterinärmedizinischen Universität Wien beschäftigen sich im Rahmen des Projektes mit der Entwicklung von Monitoringstandards für eine einheitlichere Erhebung der Wolfszahlen im Alpenraum und gleichen jährlich die Daten aus den teilnehmenden Ländern ab. Ein weiterer Schwerpunkt des EU-Projektes ist die Prävention von illegaler Verfolgung des Wolfs. Hierzu werden Polizisten geschult und Suchhunde ausgebildet, die präventiv und bei Verdacht im Auftrag der Polizei auch aktiv nach ausgelegten Giftködern und Kadavern suchen können. Begleitet wird das Projekt LIFE WOLFALPS EU von einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit.

20.01.2021: Wie Tiere sich an den Klimawandel anpassen

Der langsame Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur sowie häufiger auftretende extreme Wetterereignisse zwingen die Natur und die Lebewesen, sich mit verschiedenen Strategien an das veränderte Leben anzupassen. So nutzen Tiere neben Winterschlaf oder Torpor auch die Möglichkeit des Energiemanagements dafür. Einem Beitrag in der aktuellen Sonderausgabe des Wissenschaftsjournals Frontiers in Physiology zufolge, können die meisten Tiere saisonalen Schwankungen entgegenwirken. „Die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich an drei Indikatoren besonders gut ablesen. Das ist zum einen die saisonale Expression und die Entwicklung von Hypometabolismus und Heterothermie, also das, was wir als Winterruhe und Winterschlaf kennen. Ein weiterer Faktor sind metabolische Reaktionen, d. h. Veränderungen des Energiestoffwechsels und des Wasserhaushaltes, als Anpassung an trockene, energiebegrenzte oder hypoxische
Umgebungen. Und der dritte Faktor ist die thermische Empfindlichkeit von Tieren während ihrer Entwicklung und daraus folgende lebenslange Auswirkungen“, beschreibt Autor Sylvain Giroud vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna die drei Hauptaspekte. Darüber hinaus konzentriert sich das Forschungsthema auch auf das Phänomen, dass sich der Klimawandel und extreme Wetterereignisse auch während der Entwicklung von Lebewesen ausgeprägte Auswirkungen haben können. So können sich Tiere an klimatische Bedingungen, denen sie in jungen Jahren ausgesetzt waren, anpassen. „Wir hoffen, dass dieses Forschungsthema eine solide Plattform für multidisziplinäre Forschungsbemühungen bietet, die erforderlich sind, um die Herausforderungen und Kapazitäten für die Anpassung an den Klimawandel im 21. Jahrhundert und darüber hinaus zu verstehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen“, so Giroud.

20.01.2021: SPD fordert zukunftsfähiges Konzept für Landwirtschaft

Mit Beginn der digitalen Version der Internationalen Grünen Woche (IGW) rückt die Zukunft der Landwirtschaft wieder in den Fokus. Die SPD nimmt dies zum Anlass und fordert in einem Positionspapier von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein verlässliches Konzept für die Zukunft der LandwirtInnen. „Wir dürfen uns nicht länger etwas vormachen. Viele landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland und auch in Mecklenburg-Vorpommern stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Erzeugerpreise reichen oftmals nicht mehr aus, Mindestlöhne zu zahlen, geschweige denn, wichtige Zukunftsinvestitionen zu tätigen. Gleichzeitig steigt der Druck, die landwirtschaftlichen Produktionsweisen den geänderten gesellschaftlichen Anforderungen und dem Klimawandel anzupassen“, erklärt
Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus als Mitunterzeichner des Positionspapiers. Der Minister kritisiert die halbherzigen Maßnahmen der Regierung und fordert stattdessen Reformen. „Wer Landwirtschaft betreibt, muss von seiner Arbeit leben können. Wer sich für Umwelt, Klima und Artenschutz einsetzt, muss diese Leistung auch bezahlt bekommen“, mahnt Backhaus. „Ich fordere, dass dem Raubtierkapitalismus in der Nahrungsmittelindustrie Ketten angelegt werden, dass Ungleichgewichte in der Förderpraxis ausgeglichen und konsequent die Pariser Klimaziele verfolgt werden. Das sind wir unseren Kindern schuldig und den Kindern unserer Bäuerinnen und Bauern, die das Erbe ihrer Eltern einmal fortführen können sollen“, sagt der Minister abschließend.

19.01.2021: bpt setzt 2021 bei Kongressen weiter auf digital

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) hat sich entschlossen, die bpt-INTENSIV Kleintiertagung sowie den bpt- Kongress in 2021 als digitale Veranstaltungen durchzuführen. Erst im nächsten Jahr, also 2022, sollen die Kongresse wieder als Präsenzveranstaltungen stattfinden. Grund für die Verlegung der bpt- INTENSIV Kleintiertagung ins Netz ist neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie auch die Tatsache, dass die Ausstellungshalle der Stadthalle Bielefeld derzeit als Corona-Impfzentrum genutzt wird. Tierärztinnen und Tierärzte, aber auch Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) und Studierende der Veterinärmedizin dürfen sich aber vom 29. April bis 2. Mai auf ein umfangreiches Vortragsangebot zum Intensivthema „Die Wunde“ freuen. Das
für eine Präsenzveranstaltung geplante Programm wird in bildschirmverträgliche Lerneinheiten umstrukturiert, um den TeilnehmerInnen den Kongress so angenehm wie möglich zu machen. Anmeldestart für die bpt-INTENSIV Kleintier DIGITAL 2021 ist am 1. April 2021. Alle Informationen zur Tagung können dann auf der Internetseite des bpt eingesehen werden. Vom 28. Oktober bis zum 3. November 2021 wird der bislang für München geplante bpt-Kongress ebenfalls in die digitale Welt verlegt. Die digitale Premiere 2020 fand großen Zuspruch, wie aus der Teilnehmerbefragung hervorgeht. Bleiben die Erfahrungen aus der digitalen Welt weiterhin so positiv wie beim bpt-Kongress DIGITAL 2020, könnten digitale Elemente auch zukünftig den Präsenzkongress grundsätzlich ergänzen.

19.01.2021: Auwaldzecke immer weiter verbreitet

Die Auwaldzecke breitet sich in Deutschland und den Nachbarländern immer weiter aus. Zudem verlängert sich die sogenannte Zeckenzeit immer mehr, so dass Zeckenbisse praktisch das ganze Jahr über gefürchtet werden müssen. Die Auwaldzecke ist nämlich bereits ab 4°C aktiv und u.a. Überträger von Babesien, die vor allem Hunde und Pferde zum Teil schwer erkranken lassen. Deshalb sollten Tierhalter ihre Tiere inzwischen auch das ganze Jahr vor
Zeckenbissen schützen. Aber auch für den Menschen könnte die Auwaldzecke gefährlich sein, ist doch das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) inzwischen auch in der Auwaldzecke nachgewiesen worden. „Wir sehen, dass die Auwaldzecke vor allem im Norden eine sehr invasive Art ist", sagt Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (München). Ursprünglich kommt sie aus dem Osten, aus Sachsen und Sachsen-Anhalt.

19.01.2021: Forschungsprojekt soll Tierwohl messbar machen

Ein Forschungsprojekt dreier Studentinnen der Christian-Albrecht- Universität Kiel hat die Emotionen von Mastschweinen beleuchtet. Im Rahmen einer Seminararbeit haben Rieke Ehlers, Ina Stellwag und Antje Tiedemann über einen längeren Zeitraum Mastschweine in drei verschiedenen Haltungsformen -im konventionellen Spaltenstall, im Strohstall sowie im Outdoorstall- beobachtet. Mit physiologischen und verhaltenstechnischen
Tests haben die Studentinnen versucht, positive Emotionen der Schweine zu erfassen. Das Forschungsprojekt "FeelGood- Erfassung positiver Emotionen beim Schwein" ist eine der ersten Studien überhaupt auf diesem Gebiet. Ziel war, das Thema Tierwohl auf eine sachgerechte Ebene zu bringen und es messbar zu machen. In dem Film der drei Studentinnen werden die Studie, der Versuchsaufbau und die Ergebnisse vorgestellt.

19.01.2021: Igel bleiben auch in der Stadt genetisch verbunden

Immer mehr Igel verlassen das Land und wandern in die Stadt ab, so auch nach Berlin. Hier haben sich die Tiere trotz zahlreicher natürlicher Barrieren eine gemeinsame genetische Population erhalten, wie eine Studie des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) ergeben hat. Dazu wurde das Genom von 143 Berliner Igeln untersucht. Die WissenschaftlerInnen fanden heraus, dass es trotz Zäunen, Straßen, Gewässer oder Bahntrassen in der Hauptstadt keine genetisch isolierten Bestände bei den Kleinsäugern gibt. Grünkorridore, aber auch Translokationen durch den Menschen sorgen für den regelmäßigen Genfluss innerhalb der Igelpopulation. „Im jetzigen Erdzeitalter, dem Anthropozän, ist die Welt wesentlich durch den Menschen und seine Aktivitäten geprägt und die Existenz so gut wie jeder Wildtierart hängt davon ab, inwieweit sich die Individuen dieser Art
mit den menschgemachten Bedingungen arrangieren können und inwieweit der Mensch genug Willen und Wissen hat, um dieser Wildtierart einen Lebensraum zu gewähren, der dessen Lebensansprüchen genügt“, sagt Koautorin Dr. Anne Berger. Die Untersuchungen der Forschenden ergaben weiterhin, dass sich die nachtaktiven Igel bevorzugt durch dunkle Areale bewegen und das nächtliche künstliche Licht meiden, wie Berger berichtet. „Dieses Wissen könnte genutzt werden, um isolierte Populationen durch igelsichere und dunkle Korridore wieder miteinander zu verbinden“, erklärt die Wissenschaftlerin. Diese und weitere Studienergebnisse sind offen im Internet zugänglich. Auch in einer Online-Fortbildung für TierärztInnen auf Myvetlearn.de geht es um Igel. In diesem Fall um Igel als Patienten in der Tierarztpraxis. Diese Fortbildung ist mit 5 ATF-Stunden anerkennat.

19.01.2021: Umfrage zum Umgang mit invasiven Arten

Immer häufiger stehen invasive Tierarten im Fokus von Diskussionen. Denn nicht selten sorgen die ursprünglich mal vom Menschen eingeschleppten Tiere für Probleme, da sie unter Umständen heimische Tierarten dezimieren und Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen verursachen. Wie mit den sogenannten Neozoen, die sich erstaunlich gut an die hiesigen Verhältnisse angepasst haben, zukünftig umgegangen werden soll, beschäftigt Natur-, Arten- sowie Tierschützer
gleichermaßen. Mit einer Umfrage möchten Dr. Friederike Gethöffer und Franziska Schöttes vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) nun herausfinden, wie die Öffentlichkeit und verschiedene Interessengruppen zum Umgang mit invasiven Arten, im Speziellen den Nutrias, stehen. Die WissenschaftlerInnen hoffen auf eine große Teilnahme an der Umfrage, deren Ergebnisse in ihre Forschungsarbeit fließen.

18.01.2021: Jagdprämie soll Afrikanische Schweinepest eindämmen

Um einen Eintrag der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Thüringen zu vermeiden, sollen JägerInnen auch in 2021 für den Abschuss von Schwarzwild entlohnt werden. „Tiere kennen keine Abstands- und Hygieneregeln und Viren kennen keine Grenzen. Um den Einfall und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Thüringen zu verhindern, werden wir auch in diesem Jahr eine Prämie für die Jagd auf Schwarzwild zahlen. Rund eine Million Euro stehen für die Seuchenprävention ab sofort bereit“, erklärt Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, anlässlich des Inkrafttretens einer entsprechenden Förderrichtlinie. Man wolle unbedingt „brandenburgische Verhältnisse vermeiden“, so der Minister.
Daher müsse der Schwarzwildbestand dringendst verringert werden. Eine hohe Bestandsdichte erhöht das Risiko, dass die ASP auch nach Thüringen kommt. Bislang wurde im Freistaat kein Fall nachgewiesen. Die „Förderrichtlinie zur Unterstützung der Jagdausübungsberechtigten und Jagdhundeführer bei der Durchführung vorbeugender Jagdmaßnahmen gegen den Eintrag der Afrikanischen Schweinepest nach Thüringen (FR-ASP-Jagd)“ sieht eine Aufwandspauschale in Höhe von 25 Euro vor. Diese wird Jägern und Jagdhundeführern sowohl für die Erlegung von Schwarzwild als auch für Treib- oder Drückjagden mit Hunden gewährt. Die entsprechenden Antragsformulare stehen auf der Internetseite ThüringenForst zum Download zur Verfügung.

18.01.2021: Zahl der Versuchstiere in Deutschland erneut gestiegen

In Deutschland ist im Jahr 2019 die Zahl der Versuchstiere um mehr als 77.000 angestiegen. Insgesamt wurden in dem Jahr bundesweit mehr als 2,9 Millionen Tiere für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt. Die nach Bundesländern aufgeschlüsselten Zahlen ergaben, dass allein in Bayern über 570.000 Versuchstiere verwendet wurden. Dicht dahinter liegt Baden-Württemberg (498.471 Tiere), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (430.162 Tiere). Niedersachsen sorgt für eine besonders traurige Statistik 2019: in dem Land stieg die Zahl der Primaten von 864 auf 1.347 Tiere stark an. Daneben wurden auch 45 Prozent aller in Deutschland eingesetzten Katzen für Versuchszwecke in Niedersachsen verwendet. „Bund und Länder scheitern erneut krachend
an dem Ziel, die Zahl der Versuchstiere zu verringern. Obwohl von den Verantwortlichen in Politik und Forschung öffentlich vielfach darauf verwiesen wird, dass ausreichend Anstrengungen unternommen würden, um Tierversuche zu reduzieren und zu ersetzen, spiegelt sich dies in kaum einem Bundesland in den Statistiken wider. Ein Armutszeugnis“, beklagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die Statistik. Der Tierschützer fordert ein stärkeres Engagement von Bund und Ländern bei der Förderung und Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden. Bei Myvetlearn.de können Tierärzte und Tierärztinnen eine Online-Fortbildung zur Qualifikation als Tierschutzbeauftragte belegen.

18.01.2021: Thüringen zahlt weiter die Schaf-Ziegen-Prämie

In Thüringen wird die Schaf-Ziegen-Prämie zur finanziellen Unterstützung der SchäferInnen im Land fortgeführt. Die HalterInnen können ab sofort 25 Euro pro Tier beantragen. „Die Beweidung ist ein wichtiger Bestandteil für Landschaftspflege und den Erhalt von Biotopen und Arten", sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne). Eine Prämie dieser Art gibt es auf Bundesebene noch nicht, daher halte das Umweltministerium Thüringen weiter an der
Unterstützung der BerufsschäferInnen fest. „Die Schäferinnen und Schäfer sind mit ihrer Arbeit wichtig für uns alle und brauchen unsere Unterstützung, damit nicht immer mehr Betriebe die Schaf- und Ziegenhaltung aufgeben oder ihre Tierbestände reduzieren", verteidigt Siegesmund die Zahlung der Prämie, die im Jahr 2019 im Land eingeführt worden war. Andere Bundesländer hätten das Modell inzwischen übernommen, erklärte die Ministerin abschließend.

18.01.2021: Weitere Geflügelpestausbrüche in Cloppenburg und Konstanz

Am Wochenende sind weitere Fälle der Geflügelpest bestätigt worden. In Konstanz wurde eine Infektion mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus (HPAIV) bei einem Schwan amtlich festgestellt. Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL wies darauf hin, dass das Risiko weiterer Geflügelpestausbrüche bei Wildvögeln im ganzen Land als hoch eingestuft wird. Der Minister appelliert an alle Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter, alles Notwendige zu tun, um ein Übergreifen der Infektionskrankheit auf Hausgeflügel zu vermeiden. „Insbesondere müssen bei Auslauf- und Freilandhaltungen Kontakte des Geflügels und sonstiger gehaltener
Vögel mit Wildvögeln sowie eine Viruseinschleppung über Einstreu, Futter und Tränkwasser in die Haustierbestände in jedem Fall verhindert werden. Soweit möglich, sollen die Tiere aufgestallt oder unter Schutzeinrichtungen gehalten werden", so Hauk. Eine weitere Putenhaltung im Landkreis Cloppenburg ist von einem Geflügelpestausbruch mit dem Erreger H5N8 betroffen. Bereits am vergangenen Samstag (16.01.2021) wurden alle 7.400 Puten des Betriebs in der Gemeinde Lastrup aus Seuchenschutzgründen getötet. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt betroffenen Tiere allein in diesem Landkreis auf 216.000 Tiere (199.000 Puten sowie 17.000 Enten).

18.01.2021: Praxisleitfäden für betriebliche Eigenkontrolle für mehr Tierwohl

Das Tierwohl ist aktuell ein viel diskutiertes Thema. Aber wie und anhand welcher Kriterien kann es beurteilt werden? Für die betriebliche Eigenkontrolle stehen Tierhaltern jetzt überarbeitetete Praxisleitfäden des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) zur Verfügung, mit denen eigenständig die innerbetriebliche Tierwohlsituation von Schweinen und Geflügel
gecheckt werden kann. Diese wurden in einem mehrstufigen Prozess von 2017 bis 2020 im Rahmen des vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanzierten Projekts „Eigenkontrolle Tiergerechtheit“ (EiKoTiGer) vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und der Universität Kassel jeweils zusammen mit dem KTBL erarbeitet. Sie stehen zum Download zur Verfügung.

15.01.2021: Drohende Einkommensverluste durch Farm-to-Fork-Strategie

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) fordert die EU-Kommission auf, endlich fundierte Folgenabschätzungen hinsichtlich ihrer Farm- to-Fork-Strategie vorzulegen, die im Mai 2020 vorgestellt worden war und das Kernstück des Grünen Deals der EU darstellt. Ein Überdenken der Strategie sowie die vorgeschlagenen Maßnahmen schlägt DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers vor. „Das auch in der Biodiversitätsstrategie der EU festgelegte Ziel einer nachhaltigeren Landbewirtschaftung unterstützen wir. Aber bei den vorgeschlagenen Maßnahmen befürchten wir Produktionsrückgänge, Kostensteigerungen
und Einkommensverluste für die Landwirte. Außerdem Einschränkungen des internationalen Handels sowie steigende Preise für Verbraucher und eine Gefährdung der Ernährungssicherung insbesondere in Entwicklungsländern", lautet die Kritik des DRV. Ehlers warnt vor allem vor steigenden Kosten sowie Einkommensverlusten in der EU. „Entscheidungen müssen auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden. Pauschale, rein politisch festgelegte Ziele bringen die Märkte ins Ungleichgewicht. Dies ist in der Vergangenheit noch immer schiefgegangen", so der DRV-Geschäftsführer abschließend.

15.01.2021: Tierseuchenkasse NRW ruft zur jährlichen Meldung der Tierzahlen auf

HalterInnen von Pferden, Schweinen, Schafen, Ziegen, Gehegewild, Geflügel und Bienen in Nordrhein-Westfalen sind aufgerufen, der Tierseuchenkasse bis spätestens 31.01.2021 ihre Tierzahlen zu melden. Dazu wurden am 08.01.2021 an alle registrierten TierbesitzerInnen der diesjährige Meldebogen versendet. Auch HobbyhalterInnen sind zur Meldung ihrer Tierzahlen verpflichtet. Die Meldung kann online oder schriftlich per Post erfolgen. Ausgenommen sind RinderhalterInnen, da die Tierseuchenkasse die entsprechenden Bestandszahlen der HIT-Datenbank entnimmt. Die Nachmeldung beim Zukauf von Rindern zwischen dem 02.01. und 15.02.2021 ist hiervon allerdings ausgenommen. Der Zugang für die Online-Meldung ist ab 08.01.2021 über die Seite www.tierzahlenmeldung-nrw.de möglich. Die Anmeldung erfolgt mit der Tierseuchenkassennummer und dem Kennwort
aus dem Anschreiben zum Meldebogen. Zudem ermöglicht ein QR-Code auf dem Meldebogen eine einfache und schnelle Tierzahlmeldung mit dem Handy. Wer seiner Meldepflicht nicht rechtzeitig und vollständig nachkommt, muss damit rechnen, dass im Falle eines Tierseuchenausbruchs keine Entschädigungszahlung erfolgt. Bei einer Versagung der Entschädigung werden auch die Kosten der Tötung und Tierkörperbeseitigung sowie die oft erheblichen Kosten der Reinigung und Desinfektion des Betriebes nicht von der Tierseuchenkasse übernommen. Zudem erhält der Tierbesitzer während des gesamten Beitragsjahres keine Beihilfen für Blutprobenentnahmen, Impfungen, Untersuchungen usw. Diese Regelungen gelten so oder in sehr ähnlicher Weise auch in den anderen Bundesländern und zugehörigen Tierseuchenkassen.

15.01.2021: Klage gegen angeordnete Tötung von Vögeln abgewiesen

Nachdem in der vergangenen Woche bei einer Vogelhaltung im mittelhessischen Vogelsbergkreis die Geflügelpest festgestellt worden war, wurde die Tötung der meisten dort gehaltenen Tiere, darunter seltene Eulen, Nandus und Gänse, behördlich angeordnet. Gegen diese Verfügung hatte der Halter per Eilantrag geklagt mit der Begründung, dass die von der Geflügelpest betroffenen und bereits verendeten Pfauen nicht mit den anderen Vögeln zusammen
gehalten worden waren. Die Klage wurde nun zurückgewiesen mit der Erklärung, dass mögliche mildere Mittel wie Quarantäne nur für enge Ausnahmen vorgesehen seien. Die Behörde habe die sofortige Tötung der anderen Tiere aus Seuchenschutzgründen angeordnet. Der Beschluss des Gießener Verwaltungsgerichts ist jedoch noch nicht rechtskräftig, eine Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel ist möglich.

15.01.2021: Start der Digitalen Grünen Woche in der nächsten Woche

Am kommenden Montag (18.01.2021) startet die Internationale Grüne Woche (IGW). Aufgrund der Corona-Pandemie wird diese Veranstaltung ausschließlich digital stattfinden. Mit einem Fachpodium wird auch die Tiergesundheit vertreten sein. Gemeinsam mit dem europäischen
sowie Weltverband wird der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) am 21.01.2021 von 13-14 Uhr im Rahmen des 13. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) eine Podiumsdiskussion ausrichten. Dort werden ExpertInnen über eine Ernährungssicherheit trotz Pandemien und Klimawandel diskutieren.

Masterstudiengang Tiergesundheitsmanagement

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