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Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen steigt auf 94

27.10.2020

Die Zahl der in Deutschland bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen wird aktuell mit 94 angegeben (Stand: 27.10.2020). Die infizierten Wildschweine wurden bislang in den Landkreisen
Spree-Neiße, oder-Spree und Märkisch-Oderland gefunden. Eine Übersicht über die bislang in Deutschland aufgetretenen Fälle, sortiert nach Gemeinden und Landkreisen, findet sich bei Topagrar.de.

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28.10.2020: Geflügelpest in Südkorea

Am 25.10.2020 hat das südkoreanische Agrarministerium einen Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) mit einem Virus vom Subtyp H5N8 bestätigt. Das Virus wurde in einer Kotprobe von Wildvögeln in Cheonan, gut 90 Kilometers südlich von Seoul, festgestellt. Dies ist der erste bestätigte Fall von Geflügelpest nach 32 Monaten. Eine Infektion mit HPAI kann bei Geflügel zum Tod führen. Das Ministerium hat eine Restriktionszone mit einem Radius von zehn
Kilometern für 188 Geflügel haltende Betriebe angeordnet. Weiterhin wurde ein Fahrverbot für Personen und Fahrzeuge innerhalb des 500-Meter-Radius um die Fundstelle verkündet. Auch ist der Verkauf von Geflügel auf lokalen Märkten in Cheonan bis zur Aufhebung der Fahrverbots verboten. Boehringer Ingelheim bietet Tierärzten eine kostenfreie englischsprachige Online-Fortbildung zu dem Thema an unter www.vetmedica-elearning.de an.

28.10.2020: Kranke Fledermäuse halten Abstand zu Artgenossen

Neben dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist das Abstandhalten eine weitere unerlässliche Maßnahme in Zeiten von Covid-19. Wie ein internationales Forschungsteam des Museums für Naturkunde Berlin, der Universität von Texas und der Ohio State University nun herausgefunden hat, halten auch Tiere im Falle von Krankheit Abstand zu ihren Artgenossen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Dieses „social distancing“ konnten die ForscherInnen bei Fledermäusen beobachten. Zunächst war dieses
Verhalten im Labor beobachtet worden, bevor ein Feldexperiment mit Hightech- Tiertrackern dieses Verhalten bestätigte. In ihrem Experiment assoziierten kranke Fledermäuse mit weniger Gruppenmitgliedern und verbrachten auch weniger Zeit mit ihnen. Gleichzeitig nahm die Wahrscheinlichkeit ab, dass ein gesundes Tier mit einem Kranken in Kontakt kommt. Auch bei der Vampirfledermaus ist also "social distancing" ein einfacher, aber wirkungsvoller Mechanismus.

28.10.2020: Hunde schon jetzt auf Silvester vorbereiten

Das Jahr neigt sich schon sehr zum Ende und bald wird wieder Silvester mit einem großen Feuerwerk gefeiert. Besonders für Hunde bedeutet der Lärm der Böller und Feuerwerkskörper einen maximalen Stress. Die Vierbeiner reagieren nicht selten mit Panik auf den Trubel. Da Hunde mit sehr viel empfindlicheren Hörorganen ausgestattet als der Mensch, fürchten sich mehr als die Hälfte der Tiere vor diesen extremen Geräuschen. Zudem fehlt den Tieren die Fähigkeit, Lärm als ungefährlich einzuordnen, wie der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) berichtet. Tierhalter können ihre Hunde mit viel Zeit und Geduld auf die Silvesternacht vorbereiten, indem sie unangenehme Geräusche
mit angenehmen Erfahrungen verknüpfen. Hier eignen sich besonders Leckerlis oder besondere Zuwendung. Auch bietet sich ein professionelles Training oder der Besuch eines auf Verhaltenstherapie spezialisierten Tierarzt an. Der kann dann auch angstlösende Produkte wie bestimmte Futtermittel und Pheromone sowie stressmindernde Medikamente verordnen. ExpertInnen empfehlen, Hundewelpen schon früh zu desensibilisieren. Ansonsten könnte sich aus dem ersten Silvesterschreck sogar eine Phobie gegenüber Alltagsgeräuschen entwickeln. Myvetlearn.de bietet das Online-Seminar Verhaltenstherapie an, mit dem Tierärztinnen und Tierärzten die Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie erwerben können.

27.10.2020: Nutztierkontrollen sind wesentlich für die Pandemievermeidung

Aktuell findet der World Health Summit statt. Am zweiten Tag der rein digitalen Veranstaltung vom 25.-27. Oktober 2020 sprach sich der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten für eine Überwachung von Nutztieren aus, um weitere Pandemien zu vermeiden. „Wir müssen uns auf die Nutztierarten fokussieren, um den Ursprung von Viren und Virusvorkommen zu entdecken. Wir brauchen nicht nur ein paar Forschungsstudien, sondern eine richtige Überwachung“, so
Drosten. Der Virologe der Berliner Charité fügte hinzu, dass eine Kontrolle von Wildtieren schwierig sei, hingegen „das Ziel einer Nutztierkontrolle sogar in den Ländern des globalen Südens erreicht werden“ könne. Zudem forderte Drosten eine bessere finanzielle Unterstützung der akademischen Zusammenarbeit: „Eine bessere Finanzierung für diese wichtige Zusammenarbeit gerade auf Arbeitsebene ist absolut notwendig".

27.10.2020: Verkauf von Antibiotika in der Veterinärmedizin in Europa rückläufig

Der Jahresbericht der Europäischen Überwachung des antimikrobiellen Veterinärkonsums (ESVAC) hat offen gelegt, dass der Einsatz von Antibiotika bei Tieren zurückgegangen ist. Die gerade veröffentlichten Zahlen belegen, dass zwischen den Jahren 2011 und 2018 der Verkauf in Europa um 34 Prozent reduziert wurde. Dieser Verlauf zeige, dass Europa sich auf dem richtigen Weg befinde, Antibiotikaresistenzen zu bekämpfen, so Ivo Claassen, veterinärmedizinischer Leiter der European Medicines Agency (EMA).
Daten zu Antibiotikaverkäufen zu veterinärmedizinischen Zwecken von 31 europäischen Ländern flossen in den aktuellen ESVAC-Bericht ein, der Wissenschaftlern und Veterinären der EU-Mitgliedsstaaten als Leitlinie dient. Die gesammelten Daten legen wertvolle Informationen hinsichtlich der Größe und Trends bei Antibiotikaverkäufen dar und sind wichtig für die Gesundheit von Mensch und Tier. Zahlreiche Länder haben zudem ihre nationalen Maßnahmen im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen offengelegt.

27.10.2020: Umfrage zur Entwicklung der Veterinärmedizin

Die Veterinärmedizin befindet sich gerade in einem starken Wandel. Neben der verstärkten Digitalisierung der Praxen und Kliniken machen sich die VeterinärmedizinerInnen vermehrt Gedanken um ihre Work-Life-Balance und alternative Geschäftsmodelle. Eine Online-Umfrage soll mehr Einblickeüber diesen Wandel in der Tiermedizin geben. Die Umfrage wird im Rahmen einer Masterarbeit an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlint
durchgeführt. Ausschließlich praktizierende TierärztInnen werden gebeten, bis spätestens 31. Oktober 2020 an der Befragung teilzunehmen. Die Ergebnisse werden verwendet, um Hypothesen bzw. Handlungsempfehlungen zur weiteren Entwicklung zu erarbeiten. Die Erhebung und Nutzung der Informationen erfolgt im Einklang mit der aktuellen EU-Datenschutz- Grundverordnung (EU-DSGVO) sowie dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).

27.10.2020: Sinkende Insektenbestände verursachen Artenverschiebung unter Pflanzen

Ein Forscherteam der Universität Jena und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv) hat den Einfluss einer sinkenden Insektendichte auf Pflanzen untersucht. Mit Hilfe des Ecotron, einer Forschungseinrichtung des iDiv, haben die WissenschaftlerInnen ein künstliches Ökosystem geschaffen, um einen reellen Insektenrückgang zu simulieren. Mit Kameras wurden dann die Entwicklungen der verschiedenen Pflanzenarten beobachtet. Ihre Analyse ergaben, dass das Fehlen von Insekten neben der Artenvielfalt auch die Blühphasen von Pflanzen verändern. Das hatte wiederum zur Folge, dass die Lebenszyklen der Insekten und die Blütezeit der Pflanzen nicht mehr übereinstimmen. Weiterhin beobachteten
die ForscherInnen eine Artenverschiebung unter den Pflanzen. Dabei erhöhte sich vor allem die Häufigkeit der dominierenden Pflanzenarten, z. B. des Wiesenklees. „Durch diese Veränderungen kann es zu einer zeitlichen Diskrepanz zwischen Pflanzen- und Tierarten kommen. Daraus resultieren negative Folgen für das Ökosystem“, so Josephine Ulrich, Doktorandin an der Uni Jena und Erstautorin der aktuellen Studie. Diese Verschlechterung der Ökosystemfunktion könnte einen weiteren Artenverlust von Insekten und Pflanzen nach sich ziehen. Eine andere Folge könnte ein zunehmender Schädlingsbefall der Pflanzen sein. Durch die sinkende Zahl der Insekten, die sich u. a. von Läusen ernähren, könnten sich diese ungehindert ausbreiten.

26.10.2020: Buntzecken inzwischen in ganz Deutschland verbreitet

Die Auwald- oder Buntzecke (Dermacentor reticulatus) ist inzwischen in ganz Deutschland verbreitet. Das hat das bundesweite Monitoring der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) herausgefunden. Dazu hatte die TiHo die Bevölkerung aufgefordert, entdeckte Buntzecken unter Angabe des Fundorts einzuschicken. „Die Resonanz auf unseren Aufruf war groß, hierfür möchten wir uns bei allen Einsendern ganz herzlich bedanken!“, erklärte Professorin Dr. Christina Strube, Leiterin des Instituts für Parasitologie der TiHo. Das Monitoring ergab zudem, dass Dermacentor reticulatus auch in den Wintermonaten aktiv ist und nächtlicher Bodenfrost
ihre Aktivität nicht beeinträchtigt. Das bedeutet, dass die Blutsauger auch in den kalten Monaten die Babesiose auf Hunde übertragen können. Daher empfehlen die ExpertInnen Hundehaltern, ihre Vierbeiner auch im Winter effektiv vor Zecken zu schützen. Da das Monitoring weitergeführt wird, wird vor allem um die Zusendung von Auwaldzecken aus Gebieten gebeten, in denen sie bisher nicht gefunden wurden. Außerdem freuen sich die WissenschaftlerInnen, die zudem allgemein auch die Winteraktivität von Zecken untersuchen wollen, über andere Zeckenarten, die zwischen November und Februar gefunden werden.

26.10.2020: Backhaus ruft Geflügelhalter zu erhöhter Wachsamkeit auf

Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, warnt Geflügelhalter im Land vor der näher kommenden Geflügelpest: „Die aktuellen Fälle bei Wildvögeln in den Niederlanden zeigen, dass auch in Mecklenburg-Vorpommern mit Fällen gerechnet werden muss. Insofern sollten Überwachungsmaßnahmen bei toten oder kranken Wildvögeln unverzüglich intensiviert sowie die Biosicherheit in den Geflügelbetrieben überprüft werden.“ Auch appelliert der Minister an die Bevölkerung, wachsam zu sein und Funde mehrerer toter Wildvögel, vor allem gehäufte Funde, unverzüglich zu melden, um einer Ausbreitung der Aviären Influenza (AI) entgegenzuwirken. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte bereits Anfang Oktober 2020 das Risiko eines Eintrags von hochpathogenen Influenzaviren (HPAIV) nach
Deutschland in der Herbst- oder Winterzeit als hoch eingeschätzt. Ein plötzlicher Kälteeinbruch könnte dazu führen, dass der südwestlich gerichtete Vogelzug aus dem westsibirischen Tiefland beschleunigt wird und so das Geflügelpestvirus nach Deutschland eingeschleppt werden könnte, wo zahlreiche Vögel rasten bzw. überwintern. Backhaus weist darauf hin, dass insbesondere Geflügelhalter, die ihre Tiere nicht ausschließlich in Ställen halten, unbedingt zur Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen angehalten sind. Hierzu gehört vor allem die Pflicht, das zuständige Veterinäramt über unklare Krankheits- bzw. Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Online-Fortbildungen zu HPAI und LPAI finden TierärztInnen unter www.vetmedica-elearning.de.

26.10.2020: Weniger Hantavirus-Infektionen als im Vorjahr

Die Zahl der Infektionen mit dem Hantavirus ist im laufenden Jahr in Deutschland deutlich zurückgegangen. Während sich im vergangenen Jahr noch gut 1.500 Menschen mit dem hauptsächlich durch Rötelmäuse (Myodes glareolus) übertragenen Virus infiziert haben, zählte das Robert Koch Institut (RKI) im laufenden Jahr bisher erst knapp 160 Fälle. Die stark differierenden Fallzahlen werden auf das sogenannte Mastjahr zurückgeführt, in dem es durch einen milden Winter 2018 zu einer großen Fruchtproduktion an Eicheln und Bucheckern kam, der Hauptnahrung der Rötelmäuse. Aufgrund der guten Nahrungsbedingungen ist die Population der Rötelmäuse im Jahr 2019 dann stark angestiegen. Eine Infektion mit Hantaviren kann beim Menschen
teils schwerwiegende Erkrankungen, einhergehend mit plötzlich einsetzendem Fieber sowie unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen, auslösen. Bei der Inhalation von aufgewirbeltem, virushaltigem Staub werden die Viren auf den Menschen übertragen. Besonders in der Land- und Forstwirtschaft tätige Personen sind gefährdet, aber das Virus kann auch beim Aufräumen und Fegen von Schuppen und Garagen, Joggen im Wald sowie der Nutzung von Unterständen auf Waldgrillplätzen übertragen werden. Eine direkte Infektion ist aber auch durch Bisse oder nach dem Kontakt mit lebenden oder toten Nagetieren bzw. deren Ausscheidungen (Speichel, Urin und Kot) möglich. Einen Impfstoff gibt es aktuell nicht.

23.10.2020: Milchviehhaltung in Neuseeland soll noch nachhaltiger werden

Im globalen Vergleich liegt die neuseeländische Milchwirtschaft hinsichtlich der Nachhaltigkeit ganz vorn. Um die Emissionen in der Lebensmittelproduktion noch weiter zu senken, hat der Molkereikonzern Fonterra die Milchbauern des Landes mit Treibhausgasemissionsprofilen für ihre Farmen versorgt. Mit diesem zusätzlichen Instrument soll die Nachhaltigkeit weiter voran getrieben werden. Die Profile liefern den Bauern Indikatoren wie den geschätzten Gehalt an biologischen Methan- und Lachgasemissionen pro Hektar und die Menge die Emissionen pro Kilogramm Milchfeststoffe. „Einer der wichtigsten Schritte zur Verbesserung
des Emissionsprofils ist das Verständnis, woher die Emissionen stammen, und genau das tut dieser Bericht“, erklärte Fonterra-Betriebsberaterin Charlotte Rutherford. Bei der Umsetzung der praktischen und vernünftigen Lösungen zur Emissionsreduzierung wird der Molkereikonzern die Milchbauern unterstützen. Dafür wurde erst kürzlich eine Partnerschaft mit Sea Forest in Australien geschlossen, um zu testen, ob sich eine bestimmte Algenart als Ergänzungsfuttermittel geeignet ist, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Zudem laufen aktuell Untersuchungen, um herauszufinden, inwieweit neue Fermentationen Emissionen reduzieren können.

23.10.2020: TierschützerInnen mit dem Deutschen Tierschutzpreis ausgezeichnet

Am vergangenen Wochenende sind die diesjährigen Preisträger des Deutschen Tierschutzpreises ausgezeichnet worden. Vor dem Verein Eichhörnchen Notruf e.V. aus Dresden sowie der Greifvogelauffangstation Fürth belegte das Projekt „Düsseldorfer Streetdogs“ den ersten Platz. Zudem erhielt die Tierschützerin Andrea Rücker aus dem thüringischen Altenburg einen Sonderpreis für ihren über 30-jährigen Einsatz im Tierschutz. Der Leserpreis der Kooperationspartner FUNK UHR und Super TV ging in diesem Jahr an Merwel Otto-Link und ihren Verein Igelpflege Rotenburg / Wümme e.V.. Die Ehrung der Preisträger fand digital statt. „Die Preisträgerinnen und Preisträger leisten herausragende, vorbildliche Tierschutzarbeit. Es macht jedes Jahr aufs Neue Mut und Hoffnung, zu sehen, wie sich Menschen voller Herzblut und mit Verstand für die Tiere
einsetzen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir hoffen, dass andere sich davon inspiriert fühlen – auch als Einzelner oder mit einem kleinen Team kann man so viel Gutes für unzählige Mitgeschöpfe bewirken.“ Das Unternehmen Heel Vet präsentierte darüber hinaus in der vergangenen Woche die Gewinner der diesjährigen Helping Vets Initiative. Mit diesem Preis werden jährlich gesellschaftliches Engagement für den Tierschutz ausgezeichnet. Bei dieser Runde gab es 30 Bewerbungen, von denen die drei Gewinner-Projekte sich nun über eine finanzielle Unterstützung des Unternehmens freuen können. Gewonnen haben 2020 die Tierhilfe Fünfseenland e.V. aus München, die Fürther Greifvogelauffang- und Pflegestation des Tierarztes Dr. Rainer Hussong und seines Vaters Hans Kurt Hussong sowie der Tierschutzverein Speyer und Umgebung e.V..

23.10.2020: Geflügelpest bei zwei Schwänen in den Niederlanden

Nachdem im Juli 2020 die Geflügelpest in Russland und Kasachstan nachgewiesen worden waren, sind nun auch zwei Fälle in den Niederlanden bestätigt worden. Hier wurde das Virus des Subtyps H5N8 in Kockengen in Utrecht bei zwei wilden Höckerschwänen festgestellt. Schon Anfang Oktober 2020 hatte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zu erhöhter Wachsamkeit
aufgerufen, da mit Beginn des Vogelzugs das Risiko einer Einschleppung des Geflügelpestvirus steigt. Das FLI appellierte an die Geflügelhalter, die Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und zwingend umzusetzen. „Vorbeugen ist immer besser, als später Tierseuchenbekämpfung durchführen zu müssen“, so FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleiter.

23.10.2020: Positive Effekte einer guten Mensch-Tier-Beziehung auch bei Nutztieren nachgewiesen

Kühe mögen Zärtlichkeiten sowie eine liebevolle Ansprache. Das fanden Wissenschaftlerinnen der Vetmeduni Wien heraus. Dabei werteten sie in einer Untersuchung das Strecken des Halses, geringeres Zucken der Ohren und einen verlangsamtem Herzschlag als Zustimmung bzw. Wohlbefinden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Reden mit den Tieren auch positive Auswirkungen auf Gesundheit und
Leistung der Tiere hat. Allerdings dürfen Streicheleinheiten und nette Worte in Deutschlands landwirtschaftlichen Betrieben eher die Ausnahme sein, obgleich die Wissenschaftlerinnen den Landwirten empfehlen, eine Wertschätzung gegenüber einem positiven Umgang und einer guten Beziehung zwischen Mensch und Kuh zu entwickeln. Es zahle sich aus, schrieben sie in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“.

22.10.2020: Kriminelle Machenschaften von Viehhändlern im Fernsehen

Das Politmagazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ im SWR Fernsehen beschäftigt sich am heutigen Donnerstagabend (22.10.2020) um 20:15 Uhr mit illegalen Tiertransporten in sogenannte Drittländer und der Verschleierung der Transportwege. Neben anderen Bundesländern hat auch Rheinland-Pfalz im Sommer 2020 ein Verbot von langen Rindertransporten in Drittstaaten auf den Weg gebracht. Doch Recherchen von SWR-Filmemacher Edgar Verheyen hatten ergeben, dass die Erlasse umgangen werden, indem Kälber von deutschen Höfen über Belgien, Frankreich und Spanien letztendlich doch im Libanon landeten, wo die Tiere brutal geschächtet wurden. Bekannt
ist, dass in dem arabischen Staat der Umgang mit Schlachttieren gesetzlich kaum geregelt ist. Der Tierrechtsgruppe Animal International gelang es bereits im vergangenen Jahr, auf einem Schlachthof zu filmen, als Tiere, die aus Europa in den Libanon kamen, qualvoll getötet wurden. Die Tierschützer konnten darunter anhand der sichtbaren Ohrenmarken auch Tiere identifizieren, die aus dem Südwesten Deutschlands stammten. Die rheinland-pfälzische Landesregierung sieht die EU in der Pflicht und kritisiert das Vorgehen von Viehhändlern scharf: „Damit werden alle Bemühungen zur Verbesserung des Tierschutzes beim Transport umgangen.“

22.10.2020: Juristin zeigt Weg für nationale Verbote von Lebendtierexporten auf

Für ihre Forschungsarbeit zum Tierschutz über die Landesgrenzen hinaus ist die Juristin Charlotte Blattner mit dem diesjährigen Marie Heim-Vögtlin-Preis des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) ausgezeichnet worden. In ihrer Dissertation widmete sich Blattner dem grenzüberschreitenden Schutz von Tieren in einer globalisierten Welt. „Staaten befinden sich in einem Standortwettbewerb", erklärt die Juristin. „Sie passen ihre Gesetze den Interessen von Investoren und Produzenten an und weigern sich, wirksame Normen zum Schutz der Tiere zu erlassen oder bestehendes Recht durchzusetzen." Durch die Abwanderung der Industrie wird meist der nationale Tierschutz
umgangen, weil die Tiere wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden. Die Basis ihrer Arbeit ist das völkerrechtliche Konzept der extraterritorialen Jurisdiktion, welches Staaten erlaubt, ihr Recht auf Sachverhalte im Ausland anzuwenden. So konnte Blattner mit ihrer Dissertation dazu beitragen, dass eine Regelungshoheit indirekt genutzt werden kann, etwa durch Investmentstandards oder Import- und Exportverbote. Zudem könnte Blattners Ansatz das internationale Tierrecht revolutionieren, da dadurch die systematische Umgehung von nationalem Tierschutzrecht und damit die globale Deregulierung verhindert werden könnte.

22.10.2020: Neuer Versuchsaufbau kann Tierversuche deutlich reduzieren

VerhaltensbiologInnen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) sind der Möglichkeit, Tierversuche zu reduzieren, einen großen Schritt näher gekommen. Die ForscherInnen konnten durch die Entwicklung eines neuen Versuchsaufbaus die Reproduzierbarkeit und Aussagekraft von Ergebnissen aus der tierexperimentellen Forschung deutlich verbessern. In ihrer empirischen Studie haben die WissenschaftlerInnen die bisher strikten Standardisierungen umgangen, indem sie ein großes Experiment in kleinere, unabhängige Experimente, sogenannte Mini-Experimente, aufgeteilt haben. Dies hatte nur einen geringfügigen Unterschied der laborspezifischen Bedingungen wie beispielsweise der Geräuschpegel oder der Temperatur zur Folge. „Es ist wichtig, die biologische Variation aus dem echten Leben auch im Labor abzubilden. Wir konnten nachweisen, dass eine leichte Änderung
des Versuchsdesigns enorme Konsequenzen für den Erkenntnisgewinn hat“, erläutert Vanessa von Kortzfleisch, Doktorandin am Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie der WWU und Erstautorin der Studie. Bisher ließen sich häufig Studienergebnisse in der Forschung trotz präziser Wiederholungen nicht immer reproduzieren. Besonders wenn Tiere für Forschungszwecke eingesetzt werden und die Originalstudie nicht wiederholbar ist, wirft dies jedoch ethische Fragen auf. Die WissenschaftlerInnen testeten den neuen Versuchsaufbau mit mehreren Wochen Abstand an Mäusen verschiedener Zuchtlinien. „Die Ergebnisse aus dem Mini-Experiment-Design sind reproduzierbarer und aussagekräftiger als die Ergebnisse aus dem bisher genutzten standardisierten Versuchsdesign“, erklärt von Kortzfleisch. Der neue Versuchsaufbau ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung und zur Reduktion von Tierversuchen.

22.10.2020: Fall von Blauzungenkrankheit in Rheinland-Pfalz

Zum ersten Mal im laufenden Jahr ist in Rheinland-Pfalz die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 nachgewiesen worden. Die Krankheit wurde bei einem Kalb aus einem Bestand im Kreis Trier-Saarburg festgestellt. Nachdem im Land fast ein ganzes Jahr lang keine neuen Blauzungenfälle aufgetreten waren, bedeutet dies einen herben Rückschlag, denn damit gelten weiterhin landesweit die bisherigen Restriktionen für den Handel mit empfänglichen Tieren wie Rindern, Schafen, Ziegen, Lamas,
Alpakas und Wildwiederkäuern. Auch auf Samen, Eizellen oder Embryonen finden die Restriktionen Anwendung. Empfohlen wird eine Impfung gegen die anzeigepflichtige Tierseuche. Nur wenn der Nachweis einer Impfung vorgelegt werden kann, dürfen Tiere auch in restriktionsfreie Gebiete verbracht werden. Das Land Rheinland-Pfalz und die rheinland- pfälzische Tierseuchenkasse unterstützen die Impfung finanziell. Allerdings können Impfungen nicht im Nachhinein bezuschusst werden.

21.10.2020: Tierschutzverein warnt vor neuen Pandemie durch Massentierhaltung

Bei Schweinen kann ein von Fledermäusen abstammendes Coronavirus SADS-CoV das Swine Actue Diarrhea Syndrome (SADS) hervorrufen. SADS-CoV kommt vor allem bei Schweinen in China vor. Wie die Tierschutzorganisation Verein gegen Tierfabriken berichtet, verendeten dort allein um den Jahreswechsel 2016/2017 rund 25.000 Schweine an der Infektion mit dem Virus. Vor allem bei Ferkeln ist die Sterblichkeitsrate mit 90% sehr hoch. Inzwischen haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass das SADS-CoV auch menschliche Zellen infizieren kann. Im Test mit Zellkulturen
zeigte sich, dass sich das Virus schnell im menschlichen Lungen- und Verdauungstrakt ausbreitet und vermehrt. Daher werde das Risiko einer weiteren gefährlichen Pandemie als sehr hoch eingestuft. Potenziert werde die Gefahr auch durch die weltweit praktizierte Massentierhaltung von Schweinen, warnt die Tierschutzorganisation und ruft zu einem Umdenken in der Tierhaltung und -nutzung auf. Zudem sei inzwischen auch ein neues Influenza-Virus in Schweinebeständen aufgetreten, das ebenfalls für Menschen infektiös ist, bislang aber noch nicht von Mensch-zu-Mensch übertragen wird.

21.10.2020: Einigung bei GAP-Reform erzielt

Unter Vorsitz der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, haben sich die 27 Mitgliedsstaaten beim EU-Agrarrat in Luxemburg nach zwei Verhandlungstagen auf die Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) geeinigt. Dienstagnacht wurde die so genannte "Allgemeine Ausrichtung" beschlossen. „Die heutige Einigung ist ein Meilenstein für die Gemeinsame Agrarpolitik in Europa - sie ist ein Systemwechsel. […] Erstmals
führen wir für alle Staaten gleichermaßen einen verpflichtenden Standard für den Umwelt- und Klimaschutz ein. Das ist eine fundamentaler Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit, Fairness und Wettbewerbsgerechtigkeit innerhalb der EU", erklärte Klöckner. „Damit schaffen wir die Grundlage für eine wettbewerbsfähige Nahrungsmittelproduktion in der EU." Über die genauen Inhalte der Einigung wird Klöckner am Mittwoch um 12:00 Uhr in einer Pressekonferenz berichten.

21.10.2020: Knapp 300 Fälle von West-Nil bei Menschen in Europa

In der zweiten Oktoberwoche sind mehrere Infektionen mit dem West- Nil-Virus (WNV) bei Menschen in Europa gemeldet worden. Allein in Italien haben sich elf Personen mit dem Virus angesteckt, zwei Infizierte starben. Auch aus Bulgarien wurde ein Todesfall im Zusammenhang mit WNV gemeldet. In den Niederlanden ist nach Aussage der Gesundheitsbehörden eine Person am WNV erkrankt, die nachweislich nicht auf Reisen war. Vermutet wird, dass die Infektion durch eine Stechmücke in der Region Utrecht erfolgte. Hier wurden bereits
im August und September 2020 mehrere Vögel und Mücken entdeckt, die mit WNV infiziert waren. In diesem Jahr haben sich in den EU-Mitgliedsstaaten bereits knapp 300 Personen mit dem West-Nil-Virus angesteckt. Insgesamt wurden 34 Todesfälle gemeldet. Zudem wurden 167 WNV-Ausbrüche bei Equiden nachgewiesen, darunter 18 in Deutschland. Das WNV wird von Stechmücken zwischen wild lebenden Vögeln übertragen. An Vögeln infizierte Mücken können das Virus aber auch auf Säugetiere, vor allem Pferde oder Menschen übertragen.

21.10.2020: Massenkeulung von Nerzen in Dänemark führt zu Protesten

Nach dem ersten Corona-Ausbruch in einer dänischen Nerzfarm im Juni 2020 breitete sich das Virus rasant aus. Als Maßnahme hatte die Regierung zunächst die Keulung von rund einer Million Nerze angeordnet. Doch inzwischen wurde bekannt, dass das Virus Sars-CoV-2 unterdessen auf weiteren 89 Nerzfarmen nachgewiesen wurde. Dies hat Nottötungen von bis zu 2,5 Millionen Tieren zur Folge. Vermutet werden zudem Coronainfektionen in weiteren 49 Betrieben. Die Massenkeulungen
haben massive Proteste von Tierschützern und Branchenvertretern ausgelöst. Gefordert wird der Verzicht auf Tötungen in Betrieben, in denen das Virus noch nicht nachgewiesen wurde. Pelztierfarmen im besonders betroffenen Jütland sorgen sich vor den wirtschaftlichen Folgen. In einem Brief an Landwirtschaftsminister Mogens Jensen warnten jetzt zehn jütländische Bürgermeister davor, dass die Maßnahmen die dänische Nerzproduktion und damit zahlreiche Arbeitsplätze in Gefahr bringen könnten.

21.10.2020: Ärzteverein stellt Strafanzeige gegen Tierversuchslabor

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche hat gegen das Hamburger Tierversuchslabor Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) Strafanzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei gestellt. Bereits Anfang 2020 mussten zwei Labore des Unternehmens schließen, nachdem die SOKO Tierschutz mit verdeckt erstellten Filmaufnahmen skandalöse Zustände im Labor im niedersächsischen Mienenbüttel an die Öffentlichkeit gebracht hatte. „In dem Video sieht man deutlich die Verhaltensstörungen, die aus der tierschutzwidrigen Haltung resultieren. Affen und Hunde drehen sich unablässig im Kreis“, beschreibt Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche, die Zustände in dem Labor. Das Oberverwaltungsgericht Hamburg erlaubte dem Betreiber jedoch, sein Labor in Hamburg-Neugraben wieder zu öffnen, unter anderem mit der Auflage, dass Personen ausgetauscht würden und die
Sachkunde des Personals verbessert werde. Für den Verein Ärzte gegen Tierversuche eine skandalöse Entscheidung: „Selbst, wenn Personalveränderungen vorgenommen wurden, ändert das nichts an dem verantwortungslosen Handeln des Betreibers“, so Gericke. Der Verein fordert, dass die Verantwortlichen für ihr Handeln bestraft werden. „Bei so eindeutigen filmischen Belegen für den Straftatbestand der Tierquälerei muss die Härte des Gesetzes greifen, sonst verkommt das Tierschutzgesetz immer mehr zu einer Lachnummer“, erklärt Gericke. Der Ärzteverein will mit seiner ausführlichen und fundierten jetzt an die zuständige Staatsanwaltschaft Stade eingereichten Strafanzeige gegen den LPT- Geschäftsführer und namentlich nicht bekannte Mitarbeiter die Dringlichkeit seines Anliegens hervorheben und dazu beitragen, dass die für das Tierleid Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

20.10.2020: FU Berlin entwickelt Frühwarnsystem zum Schutz von Bienen

Am 21.10.2020 wird das Forschungsprojekt "Umweltspäher" von Freier Universität (FU) Berlin und der Aurelia Stiftung vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein neues Messverfahren zur Früherkennung von Umweltschäden durch Pestizide. Mit diesem Frühwarnsystem sollen Bienenvölker vor Schädigungen durch die eingesetzten Insektizide geschützt werden. Insbesondere die in Deutschland am häufigsten eingesetzten Neonicotinoide haben einen negativen Einfluss auf die Bienen – sie
schädigen das Nervensystem und verursachen schwerwiegende Verhaltensstörungen. Der „Umweltspäher“ könnte dazu beitragen, Rückschlüsse auf den Einsatz von Pestiziden zu ziehen sowie neue Erkenntnisse über deren Auswirkung auf Bienen zu sammeln. Auf Myvetlearn.de können sich TierärztInnen in dem E-Learning-Aufbaukurs Bienen unter anderem zum Thema Bienenkrankheiten sowie zur Bienenseuchenprophylaxe und - bekämpfung fortbilden.

20.10.2020: Stechfliegen als Überträger von Infektionskrankheiten bei Schweinen

Die Stechfliege (Stomoxys calcitrans) kommt überwiegend in Stallungen von Wiederkäuern und Pferden, aber auch in Schweineställen vor, denn sowohl in feuchtem Stroh und Mist, als auch in altem Einstreu fühlt sich der Blutsauger wohl. Ein Forschungsteam um Lukas Schwarz von der Universitätsklinik für Schweine der Vetmeduni Vienna hat sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit die Stechfliegen Infektionskrankheiten auf Schweine übertragen können. Dabei wurde besonders untersucht, ob Schweinepathogene wie PRRSV, PCV2, hämotrophe Mykoplasmen und kultivierbare bakterielle Erreger bei den Stechfliegen zu finden sind. „Insgesamt fanden wir 69 verschiedene Arten von Mikroorganismen auf der Oberfläche von S. calcitransaus in 20 verschiedenen Schweinebetrieben. Escherichia coli war die häufigste Bakterienart
und konnte an Stechfliegen aus sieben Betrieben gefunden werden. Ebenfalls in sieben Betrieben wurden hämotrophe Mykoplasmen nachgewiesen. PRRSV konnte in keiner der Proben gefunden werden, PCV2 wurde jedoch in sechs Betrieben nachgewiesen“, beschreibt Studienleiter Lukas Schwarz die Studienergebnisse. Weiterhin wollten die WissenschaftlerInnen herausfinden, inwiefern sich die Stechfliegen als diagnostische Matrix zum Nachweis von Krankheitserregern im von ihnen aufgenommenen Schweineblut eignen. Zur Validierung sind jedoch weitere Studien nötig, so Schwarz. Grundsätzlich wäre die Verwendung von Stechfliegen zur Überwachung der Herdengesundheit eine kostengünstige und tierschonende Alternative zur Blutentnahme oder anderen invasiven Entnahmetechniken bei Schweinen.

20.10.2020: BRS erweitert APP um ASP-Informationen

Um Landwirte auch über aktuelle Veränderungen hinsichtlich der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf dem Laufenden zu halten, hat der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) seine APP für Android und IOS erweitert. Mit der neuen Funktion werden die Nutzer über neu bestätigte Infektionsfälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland informiert. Auch informiert die erweiterte APP über Bekanntmachungen des Bundes und der Länder in diesem Zusammenhang. Dafür sei jedoch eine Neuinstallierung der APP notwendig, wie der BRS mitteilt. Auf einem ASP-Informationsportal sind zudem Informationen zu Gesetzen, Karten,
Chronik der Infektionen, FAQs sowie Biosicherheitstools einzusehen. Auch im Fokusthema Afrikanische Schweinepest auf Vetion.de finden sich zahlreiche Informationen, unter anderem zur Verbreitung der ASP und Maßnahmen gegen die hoch ansteckende Tierseuche. Hier gibt es auch den Service, die tagesaktuellen News dazu kostenfrei als Email zu abonnieren. TierärztInnen können sich zudem mit dem ATF-anerkannten Online-Seminar Afrikanische Schweinepest fortbilden. Im Oktober erhalten ATF- Mitglieder und im VETS-Bereich von Vetion.de registrierte TierärztInnen aus aktuellem Anlass einen kostenlosen Zugang zum Kurs.

20.10.2020: Häm-Eisen aus rotem Fleisch fördert Darmkrebs

Häm-Eisen aus rotem Fleisch ist für seine Darmkrebs fördernde Wirkung bekannt. In einer Studie der TU Kaiserslautern konnten WissenschaftlerInnen nun zeigen, dass das Protein Hämoxygenase-1 (HO-1) das für den Darm schädliche Häm-Eisen abbauen kann. Das Forscherteam um Professor Jörg Fahrer analysierte zunächst die toxische Wirkung von aus rotem Fleisch stammenden, organischem Häm-Eisen. Diese organische Eisenverbindung schädigt die gesunden Darmzellen, indem die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies gefördert wird, die wiederum Schäden an der DNA verursacht. „Diese Effekte waren bei den anorganischen Eisenverbindungen nur gering ausgeprägt“, erkärt Dr. Nina Seiwert, Erstautorin der Studie und Postdoktorandin in der Arbeitsgruppe Fahrer. So führte Häm-Eisen, aber nicht das anorganische Eisen, zum Absterben der normalen Darmzellen.
Die ForscherInnen fanden heraus, dass das Enzym HO-1 den Abbau von Häm-Eisen zu anorganischem Eisen und weiteren Produkten fördert. Um die Rolle des HO-1 genauer zu ergründen, bedienten sich die WissenschaftlerInnen pharmakologischer und molekulargenetischer Methoden. War die Produktion von HO-1 entsprechend deaktiviert, stieg die Konzentration reaktiver Sauerstoffspezies stark an, was zu vermehrten oxidativen DNA-Schäden und schlussendlich zum Zelltod führte. „Zusammengenommen illustrieren diese Befunde, dass freies Häm-Eisen in Zellen toxisch wirkt und HO-1 eine ganz wichtige Schutzfunktion einnimmt“, so Professor Fahrer. Die Studie liefert so einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der toxischen Wirkung von Häm-Eisen in Darmzellen und zeigt auf, wie es als Bestandteil von rotem Fleisch die Entstehung von Darmkrebs begünstigen kann.

19.10.2020: Zurückblinzeln fördert emotionale Beziehung zur Katze

Ganz im Gegensatz zu uns Menschen drücken Katzen eine freundliche Stimmung nicht mit einem Lächeln, sondern mit einem kurzen Blinzeln mit den Augen aus. ForscherInnen von der University of Sussex haben nun herausgefunden, dass ein Zurückblinzeln des Menschen durchaus eine positive Reaktion der Samtpfoten zur Folge haben kann. Die wissenschaftliche Studie, die im Fachblatt "Scientific Reports" veröffentlicht wurde, belegt damit, dass ein entsprechendes Reagieren auf das Katzenlächeln eine positiv emotionale Beziehung herstellen kann. Auch der Gemütszustand der
Katze lässt sich mit einem Blinzeln ergründen, so Tasmin Humphrey, die die Studie geleitet hat. Wenn sich die Katze wohlfühlt, zeige sie eine Blinzelsequenz, bei dem sie die Augen mehrmals hintereinander halb schließt und diese anschließend für einen längeren Moment zu Schlitzen formt oder ganz schließt, so Humphrey. Jedoch weist die Forscherin darauf hin, dass dies nur im Zusammenhang mit einem insgesamt katzenfreundlichen Auftreten gelänge. Tierärztinnen und Tierärzte können sich auf Myvetlearn.de im Online-Seminar Verhaltenstherapie u.a. zu diesem Thema fortbilden.

19.10.2020: Fleischerzeugung in Deutschland weiter rückläufig

Die aktuelle „Thünen-Baseline 2020-2030“ prognostiziert sinkende Erzeugerpreise für Fleisch und eine rückläufige Fleischerzeugung. Während besonders bei der Schweinefleischerzeugung ein Rückgang zu erwarten sei, könnte die Geflügelfleischproduktion laut Analysen der WissenschafterInnen des Thünen-Instituts leicht wachsen. „Nicht nur die Corona-Pandemie stellt den deutschen Agrarsektor aktuell vor große Herausforderungen“, sagt Marlen Haß, Agrarökonomin am Thünen-Institut in Braunschweig. „Auch steigende gesellschaftliche Erwartungen bei Tierwohl und Nachhaltigkeit, veränderte Ernährungsgewohnheiten und die Verschärfung von Umweltauflagen zu Düngung und Pflanzenschutz führen zu hohen
Unsicherheiten für die deutsche Landwirtschaft. Dazu kommen noch die laufenden Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik nach 2020 und der Brexit.“ In ihre Berechnungen flossen Daten und Informationen ein, die bis Februar 2020 vorlagen. Die Projektion des Thünen-Modellverbunds erscheint alle zwei Jahre und beschreibt die zu erwartenen Entwicklungen im deutschen Agrarsektor der nächsten zehn Jahre. Bei der Milchproduktion erwarten die ExpertInnen stabile Preise sowie einen leichten Anstieg der Milchanlieferungen. Während die Berechnungen zeigen, dass die Erzeugerpreise für Fleisch im allgemeinen rückläufig sein werden, könnte die Umwelt jedoch vm Abbau der Tierbestände profitieren, da die Stickstoffüberschüsse und Treibhausgasemissionen sinken.

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