Menü ≡

News

Sie können maximal 2 Stichwörter eingeben, die mit einem Leerzeichen getrennt sein müssen. Es werden dann nur Nachrichten angezeigt welche beide Begriffe enthalten.

15.09.2020: Praxisbuch zum Schutz gefährdeter Nutztierrassen überarbeitet

Das von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) herausgegebene Praxisbuch zum Schutz gefährdeter Nutztierrassen ist frisch in einer zweiten, überarbeiteten Auflage erschienen. Das Buch "Gesundheitsmanagement und Seuchenschutz für gefährdete Nutztierrassen" richtet sich in erster Linie an Halter gefährdeter Nutztierrassen sowie Amtsveterinäre. Im Falle eines Seuchenausbruchs soll es Betrieben helfen, von einer Anordnung
zur Tötung des Tierbestandes verschont zu bleiben. Neben Tipps für TierärztInnen und TierhalterInnen hält das Seuchenschutz-Buch auch Checklisten und Musterschreiben sowie einen Notfallplan für den Fall eines akuten Ausbruchs bereit. Gefördert wurde das Projekt von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Das Handbuch kann per Mail an info@g-e-h.de kostenlos bestellt werden oder alternativ mit einzelnen Arbeitsmaterialien als PDF heruntergeladen werden.

Weitere News

21.10.2020: Tierschutzverein warnt vor neuen Pandemie durch Massentierhaltung

Bei Schweinen kann ein von Fledermäusen abstammendes Coronavirus SADS-CoV das Swine Actue Diarrhea Syndrome (SADS) hervorrufen. SADS-CoV kommt vor allem bei Schweinen in China vor. Wie die Tierschutzorganisation Verein gegen Tierfabriken berichtet, verendeten dort allein um den Jahreswechsel 2016/2017 rund 25.000 Schweine an der Infektion mit dem Virus. Vor allem bei Ferkeln ist die Sterblichkeitsrate mit 90% sehr hoch. Inzwischen haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass das SADS-CoV auch menschliche Zellen infizieren kann. Im Test mit Zellkulturen zeigte sich, dass sich das
Virus schnell im menschlichen Lungen- und Verdauungstrakt ausbreitet und vermehrt. Daher werde das Risiko einer weiteren gefährlichen Pandemie als sehr hoch eingestuft. Potenziert werde die Gefahr auch durch die weltweit praktizierte Massentierhaltung von Schweinen, warnt die Tierschutzorganisation und ruft zu einem Umdenken in der Tierhaltung und -nutzung auf. Zudem sei inzwischen auch ein neues Influenza-Virus in Schweinebeständen aufgetreten, das ebenfalls für Menschen infektiös ist, bislang aber noch nicht von Mensch-zu-Mensch übertragen wird.

21.10.2020: Einigung bei GAP-Reform erzielt

Unter Vorsitz der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, haben sich die 27 Mitgliedsstaaten beim EU-Agrarrat in Luxemburg nach zwei Verhandlungstagen auf die Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) geeinigt. Dienstagnacht wurde die so genannte "Allgemeine Ausrichtung" beschlossen. "Die heutige Einigung ist ein Meilenstein für die Gemeinsame Agrarpolitik in Europa - sie ist ein Systemwechsel. […]
Erstmals führen wir für alle Staaten gleichermaßen einen verpflichtenden Standard für den Umwelt- und Klimaschutz ein. Das ist eine fundamentaler Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit, Fairness und Wettbewerbsgerechtigkeit innerhalb der EU", erklärte Klöckner. "Damit schaffen wir die Grundlage für eine wettbewerbsfähige Nahrungsmittelproduktion in der EU." Über die genauen Inhalte der Einigung wird Klöckner am Mittwoch um 12:00 Uhr in einer Pressekonferenz berichten.

21.10.2020: Knapp 300 Fälle von West-Nil bei Menschen in Europa

In der zweiten Oktoberwoche sind mehrere Infektionen mit dem West- Nil-Virus (WNV) bei Menschen in Europa gemeldet worden. Allein in Italien haben sich elf Personen mit dem Virus angesteckt, zwei Infizierte starben. Auch aus Bulgarien wurde ein Todesfall im Zusammenhang mit WNV gemeldet. In den Niederlanden ist nach Aussage der Gesundheitsbehörden eine Person am WNV erkrankt, die nachweislich nicht auf Reisen war. Vermutet wird, dass die Infektion durch eine Stechmücke in der Region Utrecht erfolgte. Hier wurden bereits
im August und September 2020 mehrere Vögel und Mücken entdeckt, die mit WNV infiziert waren. In diesem Jahr haben sich in den EU-Mitgliedsstaaten bereits knapp 300 Personen mit dem West-Nil-Virus angesteckt. Insgesamt wurden 34 Todesfälle gemeldet. Zudem wurden 167 WNV-Ausbrüche bei Equiden nachgewiesen, darunter 18 in Deutschland. Das WNV wird von Stechmücken zwischen wild lebenden Vögeln übertragen. An Vögeln infizierte Mücken können das Virus aber auch auf Säugetiere, vor allem Pferde oder Menschen übertragen.

21.10.2020: Massenkeulung von Nerzen in Dänemark führt zu Protesten

Nach dem ersten Corona-Ausbruch in einer dänischen Nerzfarm im Juni 2020 breitete sich das Virus rasant aus. Als Maßnahme hatte die Regierung zunächst die Keulung von rund einer Million Nerze angeordnet. Doch inzwischen wurde bekannt, dass das Virus Sars-CoV-2 unterdessen auf weiteren 89 Nerzfarmen nachgewiesen wurde. Dies hat Nottötungen von bis zu 2,5 Millionen Tieren zur Folge. Vermutet werden zudem Coronainfektionen in weiteren 49 Betrieben.
Die Massenkeulungen haben massive Proteste von Tierschützern und Branchenvertretern ausgelöst. Gefordert wird der Verzicht auf Tötungen in Betrieben, in denen das Virus noch nicht nachgewiesen wurde. Pelztierfarmen im besonders betroffenen Jütland sorgen sich vor den wirtschaftlichen Folgen. In einem Brief an Landwirtschaftsminister Mogens Jensen warnten jetzt zehn jütländische Bürgermeister davor, dass die Maßnahmen die dänische Nerzproduktion und damit zahlreiche Arbeitsplätze in Gefahr bringen könnten.

21.10.2020: Ärzteverein stellt Strafanzeige gegen Tierversuchslabor

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche hat gegen das Hamburger Tierversuchslabor Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) Strafanzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei gestellt. Bereits Anfang 2020 mussten zwei Labore des Unternehmens schließen, nachdem die SOKO Tierschutz mit verdeckt erstellten Filmaufnahmen skandalöse Zustände im Labor im niedersächsischen Mienenbüttel an die Öffentlichkeit gebracht hatte. „In dem Video sieht man deutlich die Verhaltensstörungen, die aus der tierschutzwidrigen Haltung resultieren. Affen und Hunde drehen sich unablässig im Kreis“, beschreibt Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche, die Zustände in dem Labor. Das Oberverwaltungsgericht Hamburg erlaubte dem Betreiber jedoch, sein Labor in Hamburg-Neugraben wieder zu öffnen, unter anderem mit der Auflage, dass Personen ausgetauscht würden und die
Sachkunde des Personals verbessert werde. Für den Verein Ärzte gegen Tierversuche eine skandalöse Entscheidung: „Selbst, wenn Personalveränderungen vorgenommen wurden, ändert das nichts an dem verantwortungslosen Handeln des Betreibers“, so Gericke. Der Verein fordert, dass die Verantwortlichen für ihr Handeln bestraft werden. „Bei so eindeutigen filmischen Belegen für den Straftatbestand der Tierquälerei muss die Härte des Gesetzes greifen, sonst verkommt das Tierschutzgesetz immer mehr zu einer Lachnummer“, erklärt Gericke. Der Ärzteverein will mit seiner ausführlichen und fundierten jetzt an die zuständige Staatsanwaltschaft Stade eingereichten Strafanzeige gegen den LPT- Geschäftsführer und namentlich nicht bekannte Mitarbeiter die Dringlichkeit seines Anliegens hervorheben und dazu beitragen, dass die für das Tierleid Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen steigt auf 71

20.10.2020

Die Zahl der in Deutschland bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen wird aktuell mit 71 angegeben (Stand: 20.10.2020). Die infizierten Wildschweine wurden bislang in den Landkreisen Spree-Neiße und Märkisch-Oderland (Gemeinde Bleyen) gefunden. Im Oderbruch waren
auch Drohnen mit Wärmebildkameras im Einsatz. Dadurch wurden auf der Oder-Insel in Küstrin-Kietz 17 scheinbar tote Wildschweine entdeckt, die inzwischen jedoch verschwunden sind. Eine Übersicht über die bislang in Deutschland aufgetretenen Fälle, sortiert nach Gemeinden und Landkreisen, findet sich bei Topagrar.de.

20.10.2020: FU Berlin entwickelt Frühwarnsystem zum Schutz von Bienen

Am 21.10.2020 wird das Forschungsprojekt "Umweltspäher" von Freier Universität (FU) Berlin und der Aurelia Stiftung vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein neues Messverfahren zur Früherkennung von Umweltschäden durch Pestizide. Mit diesem Frühwarnsystem sollen Bienenvölker vor Schädigungen durch die eingesetzten Insektizide geschützt werden. Insbesondere die in Deutschland am häufigsten eingesetzten Neonicotinoide haben einen negativen Einfluss auf die Bienen – sie
schädigen das Nervensystem und verursachen schwerwiegende Verhaltensstörungen. Der „Umweltspäher“ könnte dazu beitragen, Rückschlüsse auf den Einsatz von Pestiziden zu ziehen sowie neue Erkenntnisse über deren Auswirkung auf Bienen zu sammeln. Auf Myvetlearn.de können sich TierärztInnen in dem E-Learning-Aufbaukurs Bienen unter anderem zum Thema Bienenkrankheiten sowie zur Bienenseuchenprophylaxe und - bekämpfung fortbilden.

20.10.2020: Stechfliegen als Überträger von Infektionskrankheiten bei Schweinen

Die Stechfliege (Stomoxys calcitrans) kommt überwiegend in Stallungen von Wiederkäuern und Pferden, aber auch in Schweineställen vor, denn sowohl in feuchtem Stroh und Mist, als auch in altem Einstreu fühlt sich der Blutsauger wohl. Ein Forschungsteam um Lukas Schwarz von der Universitätsklinik für Schweine der Vetmeduni Vienna hat sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit die Stechfliegen Infektionskrankheiten auf Schweine übertragen können. Dabei wurde besonders untersucht, ob Schweinepathogene wie PRRSV, PCV2, hämotrophe Mykoplasmen und kultivierbare bakterielle Erreger bei den Stechfliegen zu finden sind. „Insgesamt fanden wir 69 verschiedene Arten von Mikroorganismen auf der Oberfläche von S. calcitransaus in 20 verschiedenen Schweinebetrieben. Escherichia coli war die häufigste Bakterienart
und konnte an Stechfliegen aus sieben Betrieben gefunden werden. Ebenfalls in sieben Betrieben wurden hämotrophe Mykoplasmen nachgewiesen. PRRSV konnte in keiner der Proben gefunden werden, PCV2 wurde jedoch in sechs Betrieben nachgewiesen“, beschreibt Studienleiter Lukas Schwarz die Studienergebnisse. Weiterhin wollten die WissenschaftlerInnen herausfinden, inwiefern sich die Stechfliegen als diagnostische Matrix zum Nachweis von Krankheitserregern im von ihnen aufgenommenen Schweineblut eignen. Zur Validierung sind jedoch weitere Studien nötig, so Schwarz. Grundsätzlich wäre die Verwendung von Stechfliegen zur Überwachung der Herdengesundheit eine kostengünstige und tierschonende Alternative zur Blutentnahme oder anderen invasiven Entnahmetechniken bei Schweinen.

20.10.2020: BRS erweitert APP um ASP-Informationen

Um Landwirte auch über aktuelle Veränderungen hinsichtlich der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf dem Laufenden zu halten, hat der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) seine APP für Android und IOS erweitert. Mit der neuen Funktion werden die Nutzer über neu bestätigte Infektionsfälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland informiert. Auch informiert die erweiterte APP über Bekanntmachungen des Bundes und der Länder in diesem Zusammenhang. Dafür sei jedoch eine Neuinstallierung der APP notwendig, wie der BRS mitteilt. Auf einem ASP-Informationsportal sind zudem Informationen zu Gesetzen, Karten,
Chronik der Infektionen, FAQs sowie Biosicherheitstools einzusehen. Auch im Fokusthema Afrikanische Schweinepest auf Vetion.de finden sich zahlreiche Informationen, unter anderem zur Verbreitung der ASP und Maßnahmen gegen die hoch ansteckende Tierseuche. Hier gibt es auch den Service, die tagesaktuellen News dazu kostenfrei als Email zu abonnieren. TierärztInnen können sich zudem mit dem ATF-anerkannten Online-Seminar Afrikanische Schweinepest fortbilden. Im Oktober erhalten ATF- Mitglieder und im VETS-Bereich von Vetion.de registrierte TierärztInnen aus aktuellem Anlass einen kostenlosen Zugang zum Kurs.

20.10.2020: Häm-Eisen aus rotem Fleisch fördert Darmkrebs

Häm-Eisen aus rotem Fleisch ist für seine Darmkrebs fördernde Wirkung bekannt. In einer Studie der TU Kaiserslautern konnten WissenschaftlerInnen nun zeigen, dass das Protein Hämoxygenase-1 (HO-1) das für den Darm schädliche Häm-Eisen abbauen kann. Das Forscherteam um Professor Jörg Fahrer analysierte zunächst die toxische Wirkung von aus rotem Fleisch stammenden, organischem Häm-Eisen. Diese organische Eisenverbindung schädigt die gesunden Darmzellen, indem die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies gefördert wird, die wiederum Schäden an der DNA verursacht. „Diese Effekte waren bei den anorganischen Eisenverbindungen nur gering ausgeprägt“, erkärt Dr. Nina Seiwert, Erstautorin der Studie und Postdoktorandin in der Arbeitsgruppe Fahrer. So führte Häm-Eisen, aber nicht das anorganische Eisen, zum Absterben der normalen Darmzellen.
Die ForscherInnen fanden heraus, dass das Enzym HO-1 den Abbau von Häm-Eisen zu anorganischem Eisen und weiteren Produkten fördert. Um die Rolle des HO-1 genauer zu ergründen, bedienten sich die WissenschaftlerInnen pharmakologischer und molekulargenetischer Methoden. War die Produktion von HO-1 entsprechend deaktiviert, stieg die Konzentration reaktiver Sauerstoffspezies stark an, was zu vermehrten oxidativen DNA-Schäden und schlussendlich zum Zelltod führte. „Zusammengenommen illustrieren diese Befunde, dass freies Häm-Eisen in Zellen toxisch wirkt und HO-1 eine ganz wichtige Schutzfunktion einnimmt“, so Professor Fahrer. Die Studie liefert so einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der toxischen Wirkung von Häm-Eisen in Darmzellen und zeigt auf, wie es als Bestandteil von rotem Fleisch die Entstehung von Darmkrebs begünstigen kann.

19.10.2020: Zurückblinzeln fördert emotionale Beziehung zur Katze

Ganz im Gegensatz zu uns Menschen drücken Katzen eine freundliche Stimmung nicht mit einem Lächeln, sondern mit einem kurzen Blinzeln mit den Augen aus. ForscherInnen von der University of Sussex haben nun herausgefunden, dass ein Zurückblinzeln des Menschen durchaus eine positive Reaktion der Samtpfoten zur Folge haben kann. Die wissenschaftliche Studie, die im Fachblatt "Scientific Reports" veröffentlicht wurde, belegt damit, dass ein entsprechendes Reagieren auf das Katzenlächeln eine positiv emotionale Beziehung herstellen kann. Auch der Gemütszustand der
Katze lässt sich mit einem Blinzeln ergründen, so Tasmin Humphrey, die die Studie geleitet hat. Wenn sich die Katze wohlfühlt, zeige sie eine Blinzelsequenz, bei dem sie die Augen mehrmals hintereinander halb schließt und diese anschließend für einen längeren Moment zu Schlitzen formt oder ganz schließt, so Humphrey. Jedoch weist die Forscherin darauf hin, dass dies nur im Zusammenhang mit einem insgesamt katzenfreundlichen Auftreten gelänge. Tierärztinnen und Tierärzte können sich auf Myvetlearn.de im Online-Seminar Verhaltenstherapie u.a. zu diesem Thema fortbilden.

19.10.2020: Fleischerzeugung in Deutschland weiter rückläufig

Die aktuelle „Thünen-Baseline 2020-2030“ prognostiziert sinkende Erzeugerpreise für Fleisch und eine rückläufige Fleischerzeugung. Während besonders bei der Schweinefleischerzeugung ein Rückgang zu erwarten sei, könnte die Geflügelfleischproduktion laut Analysen der WissenschafterInnen des Thünen-Instituts leicht wachsen. „Nicht nur die Corona-Pandemie stellt den deutschen Agrarsektor aktuell vor große Herausforderungen“, sagt Marlen Haß, Agrarökonomin am Thünen-Institut in Braunschweig. „Auch steigende gesellschaftliche Erwartungen bei Tierwohl und Nachhaltigkeit, veränderte Ernährungsgewohnheiten und die Verschärfung von Umweltauflagen zu Düngung und Pflanzenschutz führen zu hohen
Unsicherheiten für die deutsche Landwirtschaft. Dazu kommen noch die laufenden Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik nach 2020 und der Brexit.“ In ihre Berechnungen flossen Daten und Informationen ein, die bis Februar 2020 vorlagen. Die Projektion des Thünen-Modellverbunds erscheint alle zwei Jahre und beschreibt die zu erwartenen Entwicklungen im deutschen Agrarsektor der nächsten zehn Jahre. Bei der Milchproduktion erwarten die ExpertInnen stabile Preise sowie einen leichten Anstieg der Milchanlieferungen. Während die Berechnungen zeigen, dass die Erzeugerpreise für Fleisch im allgemeinen rückläufig sein werden, könnte die Umwelt jedoch vm Abbau der Tierbestände profitieren, da die Stickstoffüberschüsse und Treibhausgasemissionen sinken.

19.10.2020: In Brandenburg dürfen trotz ASP wieder Schweine geschlachtet werden

Um die Schweinebetriebe im Brandenburg zu entlasten, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit der europäischen Kommission eine Regelung getroffen, welche das Schlachten der Tiere in dem ASP-Restriktionsgebiet ermöglicht. Seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP)
vor knapp sechs Wochen hatte sich die Situation in den über 300 Betrieben verschärft, da eine Schlachtung nicht möglich war. Neben der Entlastung dient diese Maßnahme auch dem Tierschutz. Weiterhin wird das BMEL das betroffene Land auch beim Bau des festen Zauns an der Grenze zu Polen finanziell unterstützen.

19.10.2020: EIA in Texas

Im US-Bundesstaat Texas gibt es einen Fall der Equinen Infektiösen Anämie (EIA). Wie die nationale Tiergesundheitskommission bekannt gab, war ein Quarter Horse betroffen, das sich
in Quarantäne befand. Alle Equiden, bei denen die anzeigepflichtige Erkrankung nachgewiesen wird, müssen euthanasiert werden, damit das Virus nicht weiter verbreitet wird.

16.10.2020: DVG-Vet-Congress in vollem Gange

Seit vergangenem Donnerstag findet der DVG-Vet-Congress statt. Noch bis zum 17.10.2020 können sich Tierärztinnen und Tierärzte hier erstmalig ausschließlich online fortbilden. Zunächst war der DVG-Vet-Congress als Hybridveranstaltung im Estrel-Center in Berlin-Neukölln geplant. Auf Grund der sich zuspitzenden Corona-Situation musste der gesamte Kongress inklusive der Industrieausstellung allerdings kurzfristig auf eine reine Online-Fortbildung umgestellt werden. Die Umsetzung ist trotz der Kürze der Zeit sehr gut gelungen. So ist für die online Teilnahme keine Softwareinstallation notwendig, der Besuch der Kongress-Plattform und der Live-Veranstaltungen kann im Webbrowser erfolgen. Beinahe alle geplanten Vortragsveranstaltungen finden nun online statt, nicht alle mit einem Live-Bild des Redners, aber stets
mit der Möglichkeit, in einem Chat Fragen zu stellen. Ebenso kann Kontakt mit Referenten, Industrievertretern auf der VET-Messe und allen Besuchern des Kongresses mittels Chat-Funktion aufgenommen werden. Dabei wird angezeigt, wer im Moment tatsächlich online ist. So kann zumindest in einem gewissen Rahmen die Atmosphäre von "Flurgesprächen" imitiert werden. Die Navigation zwischen virtueller Posterpräsentation und VET-Messe sowie den Live-Fachvorträgen ist intuitiv und übersichtlich. Wünschenswert wäre eine noch schnellere Auffindbarkeit der aktuell stattfindenden Live-Veranstaltungen. Auch am morgigen Samstag wird es noch ein vielfältiges Programm geben. Eine Registrierung für den Kongress ist noch möglich, sollte aus technischen Gründen allerdings spätestens drei Stunden vor dem gewünschten Vortrag erfolgen.

16.10.2020: Corona: TiHo sucht TeilnehmerInnen für Studie

Um Hunde auf ihren Einsatz zur Identifizierung von Menschen, die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind, zu überprüfen, werden aktuell Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer gesucht. Ein Forschungsteam der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) benötigt für die weiterführenden Untersuchungen verschiedene Proben. Besonders werden Proben benötigt von Personen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Infizierten Symptome gezeigt haben oder nicht. Auch wird um Proben von Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Grippe, Bronchitis etc. gebeten. Das Forschungsteam um Professor Holger Volk will weiter
untersuchen, wie zuverlässig Hunde riechen können, ob Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind. „Das Corona-Virus ist unter anderem so tückisch, weil infizierte Personen bereits Tage vor den ersten Symptomen andere anstecken können. Wenn wissenschaftliche Belege einen Einsatz der Hunde beispielsweise an Flughäfen ermöglichen, können mögliche Verdachtsfälle früh identifiziert und gezielt getestet werden. Das würde Testkapazitäten entlasten und Infektionsketten früh unterbrechen“, erklärt Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann, die sich persönlich über das Projekt informiert hat. Wer die Studie unterstützen möchte, wird gebeten, sich hier zu melden: vae.kleintierklinik@tiho-hannover.de.

16.10.2020: Online-Umfrage zur Überarbeitung der GOT

Mit der Überarbeitung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) sollen Leistungen der praktizierenden TierärztInnen sowie die Gebührensätze angepasst werden. Um sowohl die teils stark gestiegenen Praxis-, Sach- und Personalkosten als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen evaluieren zu können, hat
das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine deutschlandweite Umfrage unter TierärztInnen in Auftrag gegeben. Bis zum 30. November werden TierärztInnen daher gebeten, an der Online-Umfrage teilzunehmen und durch ihre Angaben die Novellierung der GOT mitzugestalten.

16.10.2020: Rötelnvirus könnte ursprünglich von Tieren stammen

Der Ursprung von Rötelnviren könnte in der Tierwelt zu suchen sein. Hinweise darauf fanden ForscherInnen in zwei unabhängigen Studien. Neben einem Forschungsteam aus den USA konnte auch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Viren bei Zootieren und in Gelbhalsmäusen nachweisen, die der Stuktur der Rötelnviren (Rubellavirus) stark ähneln. Bisher war der Ursprung der Viren der weltweit verbreiteten Infektionskrankheit unbekannt. Im Rahmen der Untersuchung von drei verstorbenen Zootieren stellten die WissenschaftlerInnen des FLI das neue „Rustrela-Virus“ fest. Gelbhalsmäuse wurden als der wahrscheinliche Reservoirwirt des neuen Virus identifiziert. Bislang galt der Mensch als der einzige natürliche Wirt für das Rötelnvirus. Ein amerikanisches Forschungsteam der University of Wisconsin-Madison ist während
seiner Suche nach Coronaviren bei Zyklopen-Rundblattfledermäusen auf das Ruhugu-Virus, ebenfalls ein Verwandter des Rötelnvirus, gestoßen. „Mit dieser gemeinsamen Entdeckung ist das Rötelnvirus des Menschen, mehr als 200 Jahre nach der Erstbeschreibung im Jahr 1814, nicht mehr der alleinige Vertreter einer ganzen Virusfamilie. Die umfassende Analyse der beiden neuen Viren, aber auch die Suche nach möglichen weiteren Tierreservoiren und weiteren Rubellavirus-ähnlichen Erregern sind jetzt ein wichtiges Forschungsfeld, um den Ursprung der menschlichen Rötelnviren noch besser zu verstehen“, erklärte Prof. Dr. Martin Beer, Leiter der Studie am FLI. Damit die WHO dem Ziel der weltweiten Ausrottung der Röteln weiter näherkommt, könnte das Wissen über den Ursprung des Rötelnvirus einen wichtigen Beitrag leisten.

16.10.2020: Nahrungsergänzungsmittel haben keinen Einfluss auf kognitive Fähigkeiten von alten Hunden

Nahrungsergänzungsmittel können die kognitiven Fähigkeit eines alten Hundes nicht verbessern. Das hat eine Studie der Vetmeduni Wien jetzt belegen können. Die ForscherInnen um Durga Chapagain konnten auch feststellen, dass ein lebenslanges Training keinen Einfluss auf bestimmte Verhaltensmerkmale und kognitive Fähigkeiten eines alten Hundes haben. Für ihre Untersuchungen haben die Wiener ForscherInnen 119 Hunde ab einem Alter von sechs Jahren ein Jahr lang beobachtet. Dabei erhielt eine Hälfte der Hunde spezielle Nahrungsergänzungsmittel zu dem Futter. Dem Futter der anderen Hunde wurden keine Nahrungsergänzungsmittel hinzugefügt. Zudem flossen frühere Trainingserfahrungen der Hunde mit in das Untersuchungsergebnis ein. „Unsere Analysen zeigen, dass mit zunehmendem Alter
der Hunde vier von sechs im Rahmen des MVCCB untersuchte Faktoren zurückgehen: Problemlösung, Geselligkeit, Kühnheit und Abhängigkeit. Die beiden anderen Faktoren, Trainierbarkeit und Aktivitätsunabhängigkeit, zeigen keine Veränderung aufgrund des Alterns. Frühere Trainingserfahrungen haben keinen signifikanten Zusammenhang mit einem der sechs Faktoren“, erklärt Chapagain die Studienergebnisse. Die Expertin weist jedoch auch darauf hin, dass weiterführende und umfangreichere Untersuchungen notwendig seien, um festzustellen, ob und wie das Training sowie angereicherte Nahrung den Alterungsprozess bei Hunden beeinflussen können. Chapagain empfiehlt HundebesitzerInnen, sich vor dem Kauf eines bestimmten Diätfutters für ältere Hunde vorab umfassend zu informieren.

15.10.2020: Thüringen bereitet sich mit Übung auf ASP-Ausbruch vor

Mit einer dreitägigen Tierseuchenübung hat Thüringen begonnen, sich auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubereiten. Unter Beteiligung nahezu aller Veterinärämter des Landes beinhaltet die Übung neben der Simulation eines ASP- Ausbruchs auch die Suche nach weiteren Tierkadavern in einem 20 Kilometer großen Radius um jeden Fundort, wie die Süddeutsche berichtet. Auf diese
Weise sollen die Ämter unter anderem die Organisation spezieller Transporte für die Kadaver üben sowie Reinigungskonzepte erproben. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten wurden bereits die ersten Lageberichte an die Organisatoren übermittelt, so Verena Meyer, Leiterin des Präsidialstabs des Landesamtes für Verbraucherschutz. Anhand der Ergebnisse wird in Kürze ein Krisenstab ein zentrales Lagebild erstellen.

15.10.2020: ForscherInnen fordern Richtungswechsel hinsichtlich Antibiotikaresistenzen

Trotz einer stetig steigender Zahl von Krankenhausinfektionen aufgrund von antibiotikaresistenten Bakterien hat sich die Politik bislang nicht intensiv mit dem Thema befasst. ForscherInnen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) fordern daher in einem aktuellen Aufruf, dass die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie genutzt werden sollten, das Management und die Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten in Zukunft zu überdenken. „Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, dass durch unzureichende Hygiene, zu geringes Wissen über die Ausbreitungswege der Erreger, mangelnde ärztliche Ausbildung und fehlendes Interesse der Pharmaindustrie an Antibiotikaforschung viele unserer
Risikopatienten schwer erkranken und sterben“, mahnen die WissenschaftlerInnen um Prof. Maria Vehreschild (Köln) in ihrem Beitrag in der Fachzeitschrift Lancet Infectious Diseases. „Die Corona-Pandemie hat die Infektionskrankheiten zu einem Thema der Politik gemacht. Wir sollten nach Corona nicht wieder zur Tagesordnung zurückkehren, sondern auch bei anderen schweren, aber vermeidbaren Infektionserkrankungen eine neue Richtung einschlagen“, erklärt Vehreschild, die den Aufruf mit verfasst hat. Denn es sei kein großer Aufwand erforderlich, Krankenhausinfektionen zu verringern, so die Forscherin, die von den PolitikerInnen mehr Aufmerksamkeit für das Thema Antibiotikaresistenzen fordert.

15.10.2020: Zaunbau um ASP-Kerngebiet nahezu abgeschlossen

Fünf Wochen nach dem ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Brandenburg, ist die Suche nach Fallwild im Kerngebiet annähernd abgeschlossen. Fortgesetzt wird die Suche noch mit vier Spezialhunden. Um eine weitere Ausbreitung der Tierseuche zu vermeiden, wird aktuell ein fester Zaun am äußeren Ring des Kerngebietes in den Landkreisen Spree-Neiße und Oder-Spree gebaut. Das Knotengeflecht, das eine Fläche von
rund 285 Quadratkilometern umschließt, soll Schwarzwild abhalten. Auch die unbewohnte Oderinsel Küstrin-Kietz im Landkreis Märkisch-Oderland, auf der mit Hilfe von Drohnen 17 verendete und 30 schwer erkrankte Wildschweine entdeckt worden waren, soll bis Ende dieser Woche von einem stromführenden Zaun umschlossen sein. Zudem wird die dort entdeckte Rotte mit acht, scheinbar nicht erkrankten Tieren, aktuell gefüttert, damit die Wildschweine nicht zum deutschen "Festland" schwimmen, um dort auf Nahrungssuche zu gehen.

14.10.2020: TV-Tipp: Wegwerfkälber in ZDFzoom - Mittwoch, 22:45 Uhr

Am Mittwoch um 22:45 Uhr strahlt der Fernsehsender ZDF die "ZDFzoom"-Doku "Wegwerfkälber - Das Schnitzel und seine Schattenseiten" aus. Darin geht es um die Stallhaltung und Mast von Kälbern. Denn diese ist hierzulande meist ein Verlustgeschäft. Der Preis für ein Bullenkalb einer Milchkuh bringt meist keine 50 Euro. Die Aufzucht bis zum Weiterverkauf kostet den Landwirt jedoch einiges mehr. Zudem wird die Haltung von Bullenkälbern auf Milchviehbetrieben allgemein hinterfragt, die in den ersten Tagen oft in Einzelabteilen und im Großteil ihrer
Ernährung mit Hilfe von Milchaustauscher erfolgt. Eine ausschließliche Milchmast sei nicht artgerecht, so die Meinung von Prof. Thomas Wittek von der Uniklinik Wien. Wittek hat bei seinen Untersuchungen auf Schlachthöfen festgestellt, dass viele Tiere unter Eisenmangel litten. Gras, Heu oder Stroh wären eisenreicher, würden das Fleisch aber rot färben. Das wolle der Verbraucher nicht: „Diesen Eisenmangel muss ich in der Fütterung auslösen, um weißes Fleisch zu erzeugen. Wenn der Verbraucher ein dunkles Kalbfleisch akzeptiert, wären wir das Problem mehr oder minder los."

14.10.2020: ZZF gibt Empfehlungen zur Haltung von Kleinsäugern

Die Beliebtheit von Kleinsäugern wie Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen, aber auch von Ratten und Degus, nimmt in deutschen Haushalten zu. Doch sind die Nager alles andere als anspruchslos, wie der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) betont. Um den Tieren gerecht zu werden, bedarf es der Einhaltung einiger Regeln, wie ZZF-Präsident Norbert Holthenrich erklärt: „Vor allem die Zahnpflege und Ernährung, Auslauf und Beschäftigung sowie die richtige Vergesellschaftung haben einen wichtigen Einfluss auf das Tierwohl.“ Zu beachten sei, dass alle Nager neben der regelmäßigen Gabe von Raufutter wie Heu, Stroh und getrocknetes Laub auch zusätzlich Nagematerial benötigen, um ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen zu können. Zudem sorgen Äste, Zweige und Rinde auch dafür, dass sie stetig wachsenden Zähne nicht zu lang werden und schmerzhafte
Mundhöhlenerkrankungen verursachen. Der ZZF rät außerdem zu regelmäßigen Kontrollen der Zähne, da es durch Knochenfehlstellungen auch zu Zahnfehlstellungen kommen kann. Da Kleinsäuger viel Auslauf benötigen, sollten die Halter unbedingt für einen genügend großen Käfig und eventuell ein zusätzliches Auslaufgehege sorgen. Neben ausreichend Kletter- und Versteckmöglichkeiten brauchen die Kleinsäuger aber auch verschiedene Spielmöglichkeiten wie Papprollen oder Hindernisse zum Überspringen. Bei der Haltung sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Tiere Artgenossen brauchen, die im gleichen Gehege wohnen. Nur Goldhamster und der chinesische Streifenhamster sollten einzeln gehalten werden. Der ZZF rät dringend, sich vor der Anschaffung eines neuen Heimtieres umfassend über die Haltungsansprüche der Tierart zu informieren.

14.10.2020: Blühstreifen haben positive Effekte auf Bestäubungsleistungen

Blühstreifen sehen nicht nur gut aus, sie wirken sich auch positiv auf die Bestäubung sowie die Bekämpfung von Schädlingen aus. Das fanden Agroscope-Forscher anhand der Analyse von 35 Studien an nordamerikanischen, europäischen und neuseeländischen Agrarökosystemen heraus.
Demnach fördern vor allem mehrjährige Blühstreifen mit hoher Artenvielfalt die Bestäubungsleistungen der Insekten, inbesondere wenn viele kleine Streifen miteinander vernetzt sind. Aber auch die Schädlingsbekämpfung konnte durchschnittlich um 16% durch Blühstreifen verbessert werden.

14.10.2020: Streunerkatzen brauchen Hilfe

Nicht nur in der kalten Jahreszeit, auch sonst haben Streunerkatzen kein leichtes Leben. Die oft kranken Tiere sind unterernährt, voller Parasiten und meist unkastriert. Da die Geschlechtsreife bereits in einem Alter von vier bis fünf Monaten einsetzt und weibliche Tiere zweimal im Jahr durchschnittlich drei Kätzchen werfen, kann die Population der Streunerkatzen schnell explodieren. Doch nicht jede frei laufende Katze ist auch herrenlos. Um zu erkennen, ob eine Katze Hilfe benötigt, sollte das Tier zunächst über einen gewissen Zeitraum beobachtet werden, wie Sarah Ross, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN, weiß. „Manchmal ist es schwer zu erkennen, ob eine Katze, die draußen herumläuft, Hilfe braucht oder nur einen Ausflug macht. Bevor man handelt, sollte man das Tier ein wenig beobachten. Viele Streunerkatzen sehen ungepflegt aus, sie haben schmutziges Fell, verklebte Augen, sind mager und oft scheu. Erst wenn man sich sicher ist, dass die Katze keinen Besitzer hat, kann man erste Schritte tun, um dem Tier zu helfen.“ Fundkatzen müssen zunächst dem nächsten Tierheim gemeldet werden. Entweder bringt der Finder die Streunerkatze in einer Transportbox dorthin oder meldet den Fundort. Das Tierheim koordiniert dann das Einfangen und die medizinische Untersuchung des Tieres.
„Auch wenn das Melden ein bisschen Arbeit macht, ist die Hilfe nicht nur für die eine gefundene Streunerkatze relevant“, erklärt Ross. Der Tierarzt wird die Fundkatze dann umgehend kastrieren, um dem Tier weiteres Leid zu ersparen. „Weibchen werden nicht mehr trächtig und müssen sich nicht mehr um Junge kümmern, Kater geraten in weniger Revierkämpfe. Insgesamt bleibt kastrierten Tieren so mehr Kraft und Energie für das harte Leben auf der Straße“, weiß die Expertin. Auch eine regelmäßige Bereitstellung von Futter hilft den Streunerkatzen. „Eine Futterstelle und Wasser sind für Streunerkatzen eine immense Lebenserleichterung, gerade in der kalten Jahreszeit. Gut genährte Tiere werden weniger krank. Aber die Katzen stellen sich schnell auf eine regelmäßige Nahrungsquelle ein. Wer sich entschließt, Streuner zu füttern, sollte dies dauerhaft tun. Überlegen Sie gut, ob Sie dazu die nötige Zeit und das nötige Geld haben, bevor Sie beginnen, eine Streunerkatze zu füttern“, so Ross. Die Heimtierexpertin empfiehlt zudem das Aufstellen einer winterfesten Katzenhütte, damit die Tiere gerade in den kalten Monaten Schutz und Wärme finden. Diese kann sehr einfach gestaltet sein, wie eine Styroporbox mit einem Eingangsloch und vielleicht etwas Stroh im Innenraum.

14.10.2020: Bauernverband fordert Erhöhung der Schachtkapazitäten

Die Corona-Pandemie hat in zahlreichen Schlachthöfen zu Ausbrüchen und Schließungen geführt. Zusätzlich hat der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland vor etwas mehr als vier Wochen zu einem Schweinestau in den Betrieben beigetragen, der einige Schweinehalter an den Rand ihrer Existenz bringen könnte. Darauf hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bei einem Branchengespräch Fleisch mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowie den Landwirtschaftsministerinnen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Otte-Kinast und Heinen-Esser, mit Nachdruck hingewiesen und seine Forderung nach mehr Schlachtkapazitäten deutlich gemacht. „Die
Tiere müssen schnellstmöglich geschlachtet werden. Diese gefährliche Mischung aus Corona-Pandemie und Afrikanischer Schweinepest ist eine Gefahr für unsere Schweinehalter. Coronabedingte Sperrzeiten bei Schlachthöfen müssen verkürzt werden. Es gibt mittlerweile gute Konzepte aus den bisherigen Coronafällen in der Fleischwirtschaft. Diese müssen genutzt werden, um sich ressortübergreifend auf bundesweit einheitliche Vorgehensweisen bzw. Managementkonzepte bei zukünftigen Corona-Ausbrüchen zu verständigen. Ziel muss sein, bei Beachtung des notwendigen Gesundheitsschutzes für die Mitarbeiter und die Bevölkerung die vorhandenen Schlachtkapazitäten möglichst auszulasten“, erklärte der Präsident.

13.10.2020: Anbindehaltung von Rindern in Dänemark ab 2027 verboten

Die dänische Regierung geht einen weiteren Schritt für mehr Tierwohl und verbietet generell ab 2027 die Anbindehaltung von Rindern. Landwirtschaftsminister Mogens Jensen hat einen entsprechenden Plan vorgelegt, der den Ausstieg für alle Betriebsformen regeln soll. Während ökologische Rinderhaltungen in dem skandinavischen Land bereits ab 2024 vollständig auf die Anbindehaltung verzichten müssen, gilt das Verbot für Neubauten schon ab Beginn des Jahres
2022, für konventionelle Betriebe dann ab 2027. Eine zweijährige Übergangsfrist wird Ökobetrieben mit einer Herde bis zu 50 Rindern zugestanden, sofern ein ansonsten „ausreichendes Tierschutzniveau“ belegt werden kann. Diese Ausnahme dürfte allerdings maximal noch zehn Biobetriebe betreffen. Minister Jensen möchte den Tierschutz in Dänemark mit dieser Kompromisslösung vorantreiben. Gleichzeitig müssten den Betrieben jedoch genügend Zeit für die Anpassungen bleiben.

13.10.2020: Störche bleiben den Winter über immer häufiger in der Schweiz

Statt im Herbst nach Nordafrika zu ziehen, bleiben immer mehr Störche in der Schweiz bzw. überwintern in Spanien. Innerhalb eines Jahres ist die Storchenpopulation in der Alpenrepublik um 18 Prozent gewachsen, wie Schweizerbauer berichtet. Mehr als 1.000 Jungtiere konnten im laufenden Jahr gezählt werden. Nachdem der Storch in den 50er Jahren zu den ausgerotteten Tierarten zählte, begann man vor 60 Jahren mit der Auswilderung von jungen Störchen. Seit 2010 ist die Population jährlich um ca. zehn Prozent angewachsen. Dass die Vögel immer häufiger auch in der
Schweiz überwintern, trägt sehr zur Fortpflanzung bei, wie Peter Enggist, Geschäftsführer von Storch Schweiz erklärt. Im Januar 2020 konnten fast 670 Brutpaare gezählt werden, was ein Zuwachs um mehr als 100 Paare im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Um das Verhalten der Störche zu untersuchen, seien über 60 Tiere mit Sendern ausgerüstet worden. Während Störche der Westpopulation vermehrt auf Mülldeponien in Spanien überwintern, fliegen Störche der Ostpopulation jedoch zum Überwintern noch immer in die Sahelzone, wo sie zu verhungern drohen oder gejagt werden.

13.10.2020: bpt sucht Mehrheit für berufspolitisches Thema - jetzt abstimmen

TierärztInnen können noch bis zum 15. Oktober 2020 abstimmen, welches berufspolitische Thema zum Abschluss des bpt-Kongresses 2020 DIGITAL live diskutiert werden soll. Die vier Themen "Neues EU- Tierarzneimittelrecht ab 2022, Fachkräftemangel in der Tierarztpraxis,
Spezialist oder Allrounder - was ein Praxisinhaber/in in Zukunft können muss und Notdienstpflicht vs. Unwirtschaftlichkeit" stehen zur Auswahl. Berufspolitik ist eines der Kernthemen des bpt- Kongresses, der in diesem Jahr vom 19.-25. November 2020 vollständig virtuell stattfinden wird.

Neue Produkte

Sind Sie interessiert an neuen Produkten und Produktinformationen?