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News

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15.09.2020: Praxisbuch zum Schutz gefährdeter Nutztierrassen überarbeitet

Das von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) herausgegebene Praxisbuch zum Schutz gefährdeter Nutztierrassen ist frisch in einer zweiten, überarbeiteten Auflage erschienen. Das Buch "Gesundheitsmanagement und Seuchenschutz für gefährdete Nutztierrassen" richtet sich in erster Linie an Halter gefährdeter Nutztierrassen sowie Amtsveterinäre. Im Falle eines Seuchenausbruchs soll es Betrieben helfen, von einer Anordnung
zur Tötung des Tierbestandes verschont zu bleiben. Neben Tipps für TierärztInnen und TierhalterInnen hält das Seuchenschutz-Buch auch Checklisten und Musterschreiben sowie einen Notfallplan für den Fall eines akuten Ausbruchs bereit. Gefördert wurde das Projekt von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Das Handbuch kann per Mail an info@g-e-h.de kostenlos bestellt werden oder alternativ mit einzelnen Arbeitsmaterialien als PDF heruntergeladen werden.

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18.09.2020: Österreich fördert Digitalisierungsmaßnahmen in Tierarztpraxen

Investitionsprämie für Digitalisierungsmaßnahmen nutzen! Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) hat die Tierärztinnen und Tierärzte im Land aufgerufen, jetzt in die Digitalisierung ihrer Praxen zu investieren und das vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort beschlossenes Förderprogramm zu nutzen. Erst vor gut einem Monat wurde die bisherige Investitionsprämie aufgestockt. Die
COVID-19-Investitionsprämie kann von österreichischen Betriebsstätten bis zum 28. Februar 2021 beispielsweise für Digitalisierungsmaßnahmen der Praxis, wie Neuanschaffungen von Röntgengeräten oder Computersystemen, beantragt werden. Gefördert werden auch Investitionen, die mittels Leasing finanziert werden. Auf der Internetseite der ÖTK stehen Unterlagen zur Antragstellung zum Download bereit.

18.09.2020: Beim Klauenbad auf pH-Wert achten

Als ein Teil der Klauenhygiene kann ein Klauenbad Erkrankungen der Klauen vorbeugen. Um Hautschädigungen der Tiere zu vermeiden, sollte der Landwirt jedoch unbedingt auf den passenden pH-Wert achten, der zwischen 3,5 und 4 liegen sollte. Messstreifen oder digitale pH-Tester helfen bei der pH-Wertbestimmung. Der Landwirt sollte zudem darauf achten, dass jede Gliedmaße der Kuh mindestens zweimal in das Klauenbad eintaucht und dabei bis zu den Afterklauen
von Flüssigkeit umgeben ist. Dafür ist eine Wanne mit einer Mindestlänge von drei Metern notwendig. Vor dem Klauenbad sollte der Landwirt jedoch die für die Stallhygiene erforderlichen Maßnahmen durchgeführt haben. Dazu gehören unter anderem das regelmäßige Abschieben der Laufflächen sowie die Pflege der Liegeboxen. Mehr Informationen zu umfassender Klauenpflege und Klauengesundheit erfahren Sie im Vortrag von Dr. Mag. vet. med. Hubert Reßler oder auf Buiatrik.de

17.09.2020: Zur heutigen Earth Night 2020 die Lichter ausschalten

Ein weiteres Mal sollen am heutigen Donnerstag (17.09.2020) ab 22 Uhr Ortszeit weltweit die Lichter ausgehen. In der diesjährigen Earth Night sollen wenigstens für eine Nacht im Jahr die Lichter so weit wie möglich ausgeschaltet werden. Jeder kann dabei mitwirken und damit auf das Problem der immer weiter wachsenden Anzahl an Kunstlicht in der Nacht aufmerksam zu machen, was enorme Folge für Tiere und Pflanzen hat. Beispielsweise
werden Vögel durch das künstliche Licht auf ihren Zugrouten fehlgelenkt. Zudem werden weltweit Milliarden Insekten durch das Licht in der Nacht getötet und fehlen so den meisten Tieren als Nahrung. Allein in einer dunkeln Nacht könnten viele Millionen Insekten gerettet werden. Die Earth Night soll für die Problematik der Lichtverschmutzung sensibilisieren und zu einem bewussteren und verantwortungsvolleren Umgang mit Licht hinführen.

17.09.2020: Von der Leyen fordert Verschärfung der Klimaziele

In ihrer ersten Rede zur Lage der Europäischen Union hat Ursula von der Leyen eine drastische Senkung der Treibhausgasemissionen gefordert. Bis zum Jahr 2030 sollen die Treibhausgase um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 verringert werden. Bisher lautet das offizielle Ziel minus 40 Prozent. Finanzieren will die Präsidentin der EU-Kommission das Vorhaben mit dem EU-Corona- Wiederaufbauprogramm in Höhe von 750 Milliarden Euro, von denen ca. ein Drittel über grüne Anleihen kommen sollen. Die EU würde so genannte Leuchtturm-Projekte fördern wie die Renovierung von Häusern oder Wasserstoff-Technologie sowie eine Million Ladestationen für Elektrofahrzeuge.
Ein aus Sicht von der Leyens ehrgeiziges, aber machbares Ziel. Denn gemäß der Folgenabschätzung der EU- Kommission könnten Wirtschaft und Industrie die Verschärfung bewältigen. Das neue Ziel muss in den nächsten Wochen noch mit dem EU-Parlament und den EU-Staaten abgestimmt werden. Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland, fordert hingegen mehr Engagement in Sachen Klimaschutz von den EU- Staaten: „Ein EU-Klimaziel von mindestens 65 Prozent ist nötig, um dem Pariser Klimaschutzabkommen gerecht zu werden und die Erderhitzung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen.“

17.09.2020: Futterzusatz für Ziegen soll gegen Würmer helfen

Ziegen, die auf der Weide gehalten werden, sind für einen Parasitenbefall prädestiniert. Neben der Qualität des Futters und Stress kann aber auch eine verringerte Immunität zu einem Wurmbefall des Tieres führen. Symptome eines Wurmbefalls können Husten, Nasen- und Augenfluss oder ein verzögertes
Wachstum der Tiere sein. Die Firma Melior hat nun einen aus zehn Pflanzen bestehenden Futterzusatz entwickelt, der gegen Parasiten wie Magen-Darm-Würmer, Lungenwürmer sowie Leber- und Pansenegel wirksam sein soll. Der Futterzusatz ist auch für Ökobetriebe zugelassen.

17.09.2020: Schweiz wappnet sich gegen Afrikanische Schweinepest

Nach dem Ausbruch der Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland sieht auch das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) das Risiko, dass die Tierseuche auch die Schweiz erreicht, als besonders hoch an. Schon seit längerer Zeit bereiten sich die Schweineproduzenten des Landes auf den Ernstfall vor. „Eine Einschleppung ist mit allen Mitteln zu verhindern“, erklärt Adrian Schütz von Suisseporcs, dem Schweizer Schweinezucht- und Schweineproduzentenverband. Erst vor kurzem wurde die ASP-Risikoampel Schweiz, ein kostenloses Online-Tool für Schweine haltende Betriebe, eingeführt. Es soll
den Landwirten helfen, Vorsorgemaßnahmen zur Verringerung des Seucheneintragsrisikos zu treffen. Eine aus einem Multiple-Choice- System resultierende Ampelfarbe gibt Auskunft über die erreichte Risikoklasse. Aus den gegebenen Risikofaktoren wird für den Betrieb eine To-do-Liste mit konkreten Maßnahmen generiert, um das Risiko durch ASP zu senken. Der Verband Suisseporcs arbeitet aktuell daran, sowohl Schweinehalter als auch die Bevölkerung aufzuklären und zu sensibilisieren. Denn ein Ausbruch der ASP unter Hausschweinen wäre auch in dem kleinen Land eine Katastrophe. Daher müsse alles getan werden, um einen Eintrag zu vermeiden.

16.09.2020: Artenschutz-Ziele weitestgehend nicht erreicht

Der am 15.09.2020 veröffentlichte UN-Bericht zum aktuellen Stand der Artenvielfalt „Global Biodiversity Outlook 5“ zeigt leider, dass die im Jahr 2010 gesteckten Ziele fast durchgehend verfehlt worden sind. Bei lediglich sechs Zielen konnte die UN-Artenschutzkonferenz Teilerfolge ausweisen. Während erfreulicherweise ein Drittel weniger Waldrodungen in den vergangenen fünf Jahren stattfanden, sorgen nach wie vor die intensive Land- und Forstwirtschaft, die vielerorts massive Überfischung der Meere sowie die anhaltende Zerstörung von Lebensraum für einen Artenrückgang. „Das Abkommen krankt an seiner Unverbindlichkeit, so ist es leider nicht verwunderlich, dass die Ziele verfehlt wurden“, mahnt Jörg-Andreas Krüger, Präsident des Naturschutzbundes Nabu. Krüger sieht in dem Einsatz naturschädlicher Subventionen durch Regierungen sowie in den fehlenden finanziellen Anreizen ein großes Problem. „Wir müssen radikal umsteuern, um einen ökologischen Kollaps der Erde zu verhindern. Ein radikaler Wandel in der Art, wie wir leben und wirtschaften,
ist dringend erforderlich“, erklärt der Vorsitzende Olaf Bandt, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). UN-Chef António Guterres, der sich für ein stärkeres Engagement hinsichtlich der Erderwärmung einsetzt, forderte: „Ein Teil dieser neuen Agenda muss darin bestehen, die beiden globalen Herausforderungen des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt koordinierter anzugehen und zu verstehen, dass der Klimawandel alle anderen Bemühungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zu untergraben droht.“ Im Jahr 2010 hatten sich die Vertragsstaaten der Convention on Biological Diversity (CBD) in Japan auf 20 konkrete Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt verständigt. Diese sogenannten Aichi-Ziele. sollten bis 2020 erreicht werden, um den dramatischen Verlust der Vielfalt an Arten, Genen und Ökosystemen zu stoppen. Die Teilnehmerstaaten des CBD führen momentan Verhandlungen über neue Ziele, die im Mai 2021 verabschiedet werden sollen.

16.09.2020: Neue West-Nil-Fälle bei Pferden, Vögeln und Menschen in Deutschland

Im Jahr 2020 ist das West-Nil-Virus (WNV) erneut in verschiedenen Regionen Ostdeutschlands festgestellt worden. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilte, sind hier bereits im Vorjahr Fälle der Virusinfektion bei Wildvögeln und Pferden aufgetreten. Seit Anfang Juli 2020 bestätigte das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen die Erkrankung bei 32 Zoo- und Wildvögeln sowie 7 Pferden. Ein Pferd starb bisher an den Folgen der Infektion. Betroffene Bundesländer sind Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und
Thüringen. Hier gab es bereits in den Jahren 2018 und/oder 2019 WNV-Nachweise bei Tieren. Mit weiteren Erkrankungsfällen bei Vögeln und Pferden ist in den nächsten Wochen zu rechnen. Pferdehalter sollten die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) beachten. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete zudem eine Reihe von Humaninfektionen; allein für Leipzig wurden 7 WNV-Nachweise ermittelt, siehe Epidemiologisches Bulletin 37/2020 auf www.rki.de.

16.09.2020: Projekt bündelt Wissen zu Tierversuchsalternativen

Um Lehrenden an unterschiedlichen Hochschulen freien Zugang zu den verschiedenen Lehr- und Lernmaterialien zu ermöglichen, ist die Open Educational Resources (OER) ins Leben gerufen worden. Die Hochschulen bündeln hier die erstellten, digitalen Materialien, die von anderen Lehrenden frei genutzt und angepasst werden können. „Die im Projekt erstellten Materialien sind vor allem für Lehrende der Human-, Tier-, Zahnmedizin und Naturwissenschaften sowie Philosophie und Ethik gedacht“, erklärt Professor Dr. Bernhard Hiebl aus dem Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der TiHo. Das Thema Tierschutz steht sowohl bei Studierenden der Veterinärmedizin als auch der Humanmedizin
auf dem Plan. Jedoch wurde das dazugehörige Thema Alternativen zum Tierversuch bisher ziemlich vernachlässigt. In dem vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Tandemprojekt von TiHo und MHH werden nun freizugängliche Lehrmaterialien zu den Themen Tierschutz und Tierversuchsalternativen, die auch auf die ethischen Aspekte eingehen, erstellt. „Auch an der MHH wird das Thema Tierversuchsalternativen aktuell im Rahmen des Forschungsverbundes R2N – „Replace“ und „Reduce“ aus Niedersachsen, das ebenfalls vom MWK gefördert wird, intensiv beforscht. Nun wollen wir die Kompetenzen beider Arbeitsgruppen zusammenführen“, so Mertz.

Weitere Fälle von ASP bei Wildschweinen in Brandenburg

16.09.2020

Nach dem ersten positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getesteten Wildschweinkadaver ist die Suche nach weiterem Fallwild und die Testung der Tiere auf das Virus intensiviert worden. Inzwischen wurden vier weitere tot aufgefundene Wildschweine positiv auf das Virus getestet. In Brandenburg wurden bei der Falltiersuche jetzt vier weitere Wildschweinkadaver entdeckt. Ein fünftes Wildschwein wurde krank gefunden, getötet und ebenfalls positiv getestet. Alle Fundorte der Tiere
liegen im bereits festgelegten gefährdeten Gebiet in der Gemeinde Neuzelle im Landkreis Oder-Spree. Bereits am vergangenen Wochenende wurde als Reaktion auf den ersten positiven Fall rund um die Kernzone ein 12 Kilometer langer mobiler Elektrozaun aufgestellt. Teile der Landkreise Spree-Neiße und die beiden angrenzenden Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree gelten jetzt als Restriktionszone. In dem Gebiet werden rund 15.000 Hausschweine in 50 Betrieben gehalten.

16.09.2020: Erhöhte Gefahr von Wildunfällen während der Brunftzeit

Mit dem meteorologischen Herbst in Deutschland beginnt auch die Brunftzeit der Hirsche. Das bedeutet, dass die sonst scheuen Tiere anfangen, heftig um die Weibchen zu kämpfen und in dieser mehrwöchigen Zeit jede Vorsicht verlieren. „Bei der Brunft treten Machos gegeneinander an“, sagte DWS-Forst- und Jagdexperte Andreas Kinser. Dies hat leider auch zur Folge, dass trotz Warnreflektoren und Duftzäunen Tausende von Tieren bei einem Zusammenstoß mit Autos verenden. Allein in Schleswig-Holstein registriert
die Polizei jährlich mehr als 16.000 Wildunfälle. Während die Paarungszeit des Rothirsches von Mitte September bis fast Ende Oktober dauert, fängt die Brunftzeit des nur halb so großen Damhirsches erst Mitte Oktober an und dauert ca. zwei Wochen. In diesem Zeitraum müssen Autofahrer besonders auch tagsüber mit einem liebestollen Damhirsch rechnen, denn auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen schaut er weder nach links und rechts, noch achtet er auf Geräusche, wenn er von einem Wäldchen in das andere wechselt.

15.09.2020: Bislang keine weiteren ASP-Nachweise in Brandenburg

Nach dem ersten positiven Untersuchungsergebnis auf Afrikanische Schweinepest (ASP) eines Wildschweinekadavers im Landkreis Spree-Neiße in der vergangenen Woche sind bislang keine weiteren Proben positiv auf das hoch pathogene Virus getestet worden. Da aber intensiv nach weiterem gefallenen Schwarzwild gesucht wird, kann noch lange nicht von Entwarnung gesprochen werden. Es wurde bereits eine spezielle Hundestaffel aus Schleswig-Holstein angefordert, die bei der Suche nach Wildschweinen helfen soll. Außerdem reagieren jetzt auch die benachbarten Landkreise mit Schutzmaßnahmen, die
den Landwirten in der Region Probleme bereiten. So wurde nicht nur im Landkreis Spree-Neiße die landwirtschaftliche Nutzung der Felder untersagt, sondern auch in den benachbarten Landkreisen die Maisernte gestoppt. Das trifft vor allem die Rinderhalter hart. Zudem wurde auch hier die Fallwildsuche intensiviert, und jedes tot aufgefundene Wildschwein muss auf ASP untersucht werden. Das Land Hessen hat ein Video-Film zum Thema Bergen von Kadavern online gestellt. Gleichzeitig wurde jedoch auch vielerorts ein Jagdverbot erlassen, um die Wildschweine nicht zu versprengen.

15.09.2020: Tierfachhändler fördert Engagement im Tierschutz mit 20.000 Euro

Am 4. Oktober wird der Welttierschutztag begangen. Aus diesem Anlass wird der Tierfachhändler „Das Futterhaus“ ein weiteres Mal gemeinnützige Projekte fördern, die sich dem Schutz von Natur und Tier widmen oder einen sozialen Ansatz verfolgen. Gemeinnützige Organisationen, Vereine und Privatpersonen mit Sitz in Deutschland sind aufgerufen, sich im Laufe des Oktobers mit ihren Tier- und Naturschutzprojekten online zu bewerben. Die Bewerbungsfrist endet
am 1. November 2020. „Wir möchten mit unserer Initiative auch kleinen oder weniger bekannten Vereinen und Projekten die Chance auf Förderung geben", erklärt Geschäftsführer Kristof Eggerstedt, der wieder auf eine Vielzahl großartiger Projekte hofft. „Bei der Auswahl unserer Gewinnerprojekte legen wir großen Wert auf die Langfristigkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz in der Arbeit der Organisationen", erklärt Eggerstedt abschließend. Die Fördersumme beträgt 20.000 Euro.

15.09.2020: Niedersachsen sagt illegalem Tierhandel den Kampf an

Die niedersächsischen Regierungsfraktionen CDU und SPD wollen dem illegalen Handel mit Wild- und Heimtieren über Internetplattformen nun endlich ein Ende bereiten. Sie fordern neben einer Identitätsprüfung des Anbieters auch eine Registrierungs- und Chip- Pflicht in der EU für Hunde und Katzen. Am heutigen Montag (14.09.2020) soll bereits über Maßnahmen beraten werden. Meist sind es Hundewelpen, die
illegal über das Netz angeboten werden und aus sogenannten Vermehrerstationen kommen. Die Tiere sind häufig in einem sehr schlechten Zustand und leiden unter Krankheiten. Meist wurden die Tiere nicht geimpft oder medizinisch versorgt. Schon im Februar hatten sich EU-Abgeordnete in einer Resolution für härtere Strafen für am illegalen Handel Beteiligte ausgesprochen.

15.09.2020: Verheerende Mückenplage in Louisiana

Nachdem der Hurrikan „Laura“ über den Südwesten Louisianas hinweggefegt ist, sorgen nun riesige Mückenschwärme für die nächste Katastrophe. Die Mosquitos fallen in großen Schwärmen über Pferde und andere Tiere her und verursachen mit ihren zahlreichen Bissen Blutungen unter der Haut. Tierärztin Dr. Christine Navarre empfiehlt den Haltern, die Tiere mit Antimückenmitteln in Form von Sprays oder Cremes zu schützen, weist aber darauf hin, dass nicht jeder Mückenschutz beim
Tier verwendet werden darf. Mindestens 300 Tiere starben jedoch bereits an Blutarmut (Anämie). Als einzige wirksame Maßnahme wurde nun damit begonnen, die Insekten aus der Luft zu bekämpfen. „Das Sprühen aus der Luft hat die Populationen deutlich verringert. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht“, sagen Bewohner der Region. In der Vergangenheit kam es bereits häufig nach Hurrikans zu gewaltigen Mückenplagen und einem daraus resultierenden Viehsterben.

14.09.2020: Clickertraining für Hunde - gewusst wie

Das sogenannte Clickertraining, das auf positiver Verstärkung beruht, ist bei Hundehaltern beliebt. Die genaue Art und Weise, wie diese Trainingstechnik eingesetzt wird, unterscheidet sich jedoch je nach Trainerin und Trainer. Ein Forschungsteam der Vetmeduni Vienna untersuchte nun, ob diese Unterschiede eine Auswirkung auf den Gemütszustand der Hunde haben. Dabei fanden sie heraus, dass sich ein nur teilweise an Belohnungen geknüpftes Clickertraining negativ auf die Hunde auswirkt.
Das Forschungsteam untersuchte die Auswirkung einer teilweisen Belohnung auf die Trainingseffizienz (Lerngeschwindigkeit) als auch auf den affektiven Zustand von Hunden. Laut Studienleiterin Giulia Cimarelli vom Clever Dog Lab der Vetmeduni Vienna zeigen die Ergebnisse deutlich, dass z. B. Futterbelohnungen nach jedem Klick empfehlenswert sind: „Eine teilweise Belohnung verbessert nicht nur nicht die Wirksamkeit des Trainings, sondern ist auch mit einem negativ zu bewertenden affektiven Zustand verbunden.“

14.09.2020: Zoos setzen sich für Erhalt bedrohter Nutztierrassen ein

Bedrohte einheimische Nutztierarten sollen vor dem Aussterben bewahrt werden. Dafür schließen sich die Zoologischen Gärten unter Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zusammen. Dadurch soll die wissenschaftliche Erhaltungszucht optimiert und die bedrohten Tiere stärker als bisher nachgezüchtet werden. Außerdem soll das Thema des Aussterbens einheimischer Nutztiere fest in den Unterrichtsangeboten der Zooschulen verankert und ein jährliches Fachsymposium etabliert werden. „Viele Menschen denken beim Artenschutz zuerst an Wildtiere, dabei sind auch 64 Prozent aller einheimischen Haustierrassen gefährdet", sagt Andreas M. Casdorff, Vorstandsmitglied des Zooverbandes und Geschäftsführer des Erlebnis-Zoos Hannover. Denn alte Nutztierrassen sind
genügsam, wetterhart und habe eine bessere Immunabwehr als klassische Hochleistungsrassen. Deswegen sind sie in der Lage, bei der extensiven Weidehaltung, also einer nachhaltigen und schonenden Form der Bewirtschaftung, eine Schlüsselposition einzunehmen, erklärt Prof. Dr. Dr Kai Frölich, Direktor von Europas größtem Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen, dem Tierpark Arche Warder, sein Engegement. "Fast alle Experten sind sich einig, dass eine Transformation der derzeitigen Produktionsverfahren in der Landwirtschaft notwendig ist. Nur wie diese verlaufen soll und in welcher Geschwindigkeit sie vollzogen werden muss, wird kontrovers diskutiert. Die Nutzung alter Rassen auf Teilflächen kann dabei durch extensive Bewirtschaftung zum Erhalt der Biodiversität und Ökosystemleistung beitragen."

14.09.2020: Im Landkreis gilt Tierseuchenallgemeinverfügung wegen ASP

Auf Grund des amtlich festgestellten Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen im Landkreis Spree-Neiße/ Wokrejs Sprjewja-Nysa in Brandenburg tritt gemäß § 14 d Abs. 2 der Verordnung zum Schutz gegen die Schweinepest und die Afrikanische Schweinepest (Schweinepest-Verordnung) eine Tierseuchenallgemeinverfügung in Kraft. Darin ist das gefährdete Gebiet festgelegt mit den betroffenen Gemeinden. Innerhalb des gefährdeten Gebietes wird ein Kerngebiet ausgewiesen, um das ein elektrischer Wildschweinabwehrzaun errichtet wird. Für das gefährdete sowie das Kerngebiet besteht ein Jagdverbot für alle Tierarten und es wird eine verstärkte Fallwildsuche durchgeführt. Jedes verendet aufgefundene Wildschwein ist unverzüglich unter Angabe des Fundortes (GPS-Daten) dem zuständigen Veterinäramt anzuzeigen. Die Kennzeichnung, Probenahme, Bergung und unschädliche Beseitigung ist ausschließlich durch geschultes und autorisiertes Personal durchzuführen. Hunde und Gegenstände
(auch Fahrzeuge), die bei Maßnahmen der Seuchenbekämpfung (z.B. der Fallwildsuche) verwendet werden, sind zu reinigen und mit einem gegen das ASP-Virus wirksamen Desinfektionsmittel gründlich zu behandeln. Personen, die mit Wildschweinen oder mit Teilen von Wildschweinen in Berührung gekommen sind, haben sich ebenfalls gründlich zu reinigen und mit einem wirksamen Mittel zu desinfizieren. Für alle Hunde gilt Leinenzwang. Außerdem ist die Nutzung von land- und forstwirtschaftlicher Flächen gegenwärtig untersagt. Es ist demnach auch keine Ernte oder Aussaat möglich. Veranstaltungen mit Schweinen sind grundsätzlich bis auf Weiteres verboten. Außerdem dürfen keine lebenden Wildschweine aus dem gefährdeten Gebiet verbracht werden. Die Verbringung von Hausschweinen muss vorher behördlich genehmigt werden. Weitere Einzelheiten entnehmen Schweinehalter den genannten Verordnungen. Zum Schutz vor der ASP sollten unbedingt die Biosicherheitsmaßnahmen laut Schweinehaltungshygieneverordnung eingehalten werden.

14.09.2020: Mit UV-Licht und Bakteriophagen gegen Geflügelfleischkeime

Durch eine Keimbelastung von Geflügelfleisch kann es zu sogenannten Lebensmittelvergiftungen kommen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) plant zur "Entkeimung" von Geflügelfleisch den Einsatz einer Ultraviolett (UV)-Laserbehandlung in Kombination mit Bakteriophagen, denn auf nahezu der Hälfte aller Masthähnchen finden sich Campylobacter und jeder fünfte Schlachtkörper weist eine Konatmination mit Salmonellen auf. Um die Bakterienlast zu
reduzieren, setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des LZH im Forschungsvorhaben ODLAB auf UV-Strahlung. Diese wirkt desinfizierend. Weiterhin werden auf Campylobacter spezialisierte Phagen eingesetzt, die die Bakterienzellen zerstören können. Durch die Kombination der beiden Technologien soll eine möglichst große Keimzahl unschädlich gemacht werden. Gleichzeitig darf aber die Qualität des Fleischs durch die Dekontamination nicht beeinträchtigt werden.

11.09.2020: Bessere Hygiene kann Resistenzen eindämmen

Global wächst die Bedrohung durch eine zunehmende Zahl von Antibiotikaresistenzen. Schätzungen gehen davon aus, dass die Resistenzraten gegen häufig verwendete Antibiotika in einigen Ländern bis 2030 40-60% übersteigen könnten. Wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, kann die antimikrobielle Resistenz (AMR) bis 2050 das Leben von 10 Millionen Menschen fordern. Daher rufen die Experten des Global Hygiene Council (GHC) zu einer Überprüfung der Hygienepraktiken im Haushalt und im täglichen Leben auf. Dadurch soll sichergestellt werden, dass diese wirksam und angemessen für die aktuellen, dringenden Probleme der öffentlichen
Gesundheit sind. Denn eine bessere Hygiene im häuslichen Umfeld sowie im Alltag tragen wesentlich zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenz bei, und zwar auf zweierlei Art und Weise: Erstens verhindert sie Infektionen und verringert dadurch die Notwendigkeit der Verschreibung von Antibiotika und sie verhindert zweitens die Ausbreitung von antibiotikaresistenten Infektionen von Mensch zu Mensch. Entsprechend wichtig sei es, die während der Corona-Pandemie eingeführten Hygieneregeln auch nach der Pandemie weitestgehend beizubehalten. Mehr Informationen zur Antibiotikaminimierung im Stall finden Tierärztinnen und Tierärzte unter VetMAB.de

11.09.2020: Katzenhalter sind für Operation aufgeschlossen

Einer Forsa-Umfrage zufolge würden knapp 80 Prozent aller Katzenhalter in Deutschland ihre Tiere operieren lassen, sofern durch den Eingriff die Lebensqualität verbessert wird. 17 Prozent der Befragten würden diesen Schritt nur gehen, wenn der Eingriff lebensnotwendig ist. „Das Ergebnis der Umfrage bestätigt, was wir in unserer täglichen Arbeit zunehmend feststellen können: Katzen werden auch in Fragen der Gesundheit immer mehr als vollwertige Familienmitglieder angesehen. Die Bereitschaft der Katzenhalter, dafür auch eine Operation des Tieres in Kauf zu nehmen, hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen“, sagt Monika
Freitag, Pressesprecherin der Uelzener Versicherungen, die die Umfrage in Auftrag gegeben hatte. „Daher ist es für uns nicht überraschend, dass diese Bereitschaft über lebensnotwendige Eingriffe hinausgeht. Wir glauben, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird.“ Auffällig viele junge Katzenbesitzer (88 Prozent) sagten in der Umfrage aus, dass sie auch einer nicht lebensnotwendigen Operation zustimmen würden. Auf Myvetlearn.de können sich Tierärzte und Tierärztinnen online mit der E-Learningkursreihe Operationen beim Kleintier fortbilden oder auch das Digitale OP-Buch abonnieren.

ASP in Brandenburg durch FLI bestätigt

10.09.2020

Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems hat bei einem in Brandenburg nahe der deutsch-polnischen Grenze tot aufgefundenen Wildschwein den Verdacht einer Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bestätigt. Damit gibt es in Deutschland den 1. Fall der hoch ansteckenden Tierseuche. Beprobt wurden aufgefundene Knochen des weitgehend verwesten Kadavers. Es ist also davon auszugehen, dass der Eintrag bereits vor einigen Wochen stattgefunden hat. Das Risiko einer Einschleppung des Erregers nach Deutschland wurde nach Einschätzung des FLI als hoch eingestuft. Die räumliche Entfernung zum letzten bestätigten Fall von ASP in Polen beträgt nur 30 km. Die Nähe zur deutsch-polnischen Grenze von etwa 6 km macht einen Eintrag durch ein migrierendes Wildschwein wahrscheinlich. Oberste Priorität muss für die Landwirte jetzt die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen haben, um ein Übergreifen des Virus auf Hausschweine zu verhindern. Hierzu dient die Schweinehaltungshygieneverordnung als gesetzliche Grundlage. Außerdem müssen bundesweit weiterhin verendete Wildschweine intensiv auf das Vorhandensein der ASP untersucht werden.
Tot aufgefundene Wildschweine müssen umgehend der zuständigen Behörde gemeldet werden. Eine Markierung und Georeferenzierung der Fundstelle erleichtert das weitere Vorgehen. Wünschenswert wäre auch ein Foto der Fundstelle und des Tierkörpers. Die Tierfund-APP bzw. das Tierfund-Kataster (https://www.tierfund-kataster.de/tfk/tfk_erfassung.php) erlauben eine bequeme Übermittlung. Bedeutsam bleibt, möglicherweise kontaminierte Schweineprodukte wie Wurst und Fleisch so zu entsorgen, dass Wild- und Hausschweine keinen Zugang haben. Fahrzeuge, Bekleidung, Schuhwerk und Ausrüstungsgegenstände, die z.B. bei der Jagd kontaminiert worden sein könnten, sollten unbedingt gereinigt und desinfiziert werden. Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzte eine Online-Fortbildung zum Thema ASP mit Dr. Sandra Blome vom FLI. In diesem Kurs geht sie außer auf die Erkrankung genau auf die Verbreitung, die gesetzlichen Regelungen und die Bekämpfungs- bzw. Prophylaxemaßnahmen ein. Außerdem wird unter Myvetlearn.de ein Grundkurs für Tierärzte zur Erlangung des besonderen Fachwissens gemäß § 7 (2) SchHaltHygV angeboten.

10.09.2020: Klimawandel und Konflikte bedrohen Lebensraum von einer Miliarde Menschen

Auf der einen Seite Stürme und Überschwemmungen, auf der anderen Seite Wasserknappheit und eine daraus folgende Nahrungsmittelknappheit – der Klimawandel beeinflusst schon jetzt Millionen Menschen weltweit. Das hat zur Folge, dass viele Menschen ihre Heimatländer verlassen müssen. Doch auch Konflikte wie Bürgerkriege und Unruhen sind Gründe, aus der Heimat zu fliehen. ExpertInnen des Institute for Economics and Peace haben in einer Studie prognostiziert, dass bereits in 30 Jahren der Lebensraum von einer Milliarde Menschen bedroht sein wird. Während der afrikanische Kontinent sowie Länder des
Nahen Ostens als besonders problematisch angesehen werden, werden europäische Länder als krisensicherer eingestuft. Doch werden Millionen von Migranten auf der Suche nach einer neuen oder vorübergehenden Heimat sein. Die Forscher warnen vor massenhaften Migrationsbewegungen, die auch nach Europa führen werden. „Wir haben seit dem Jahr 2015 gesehen, wie selbst eine relativ kleine Zahl an Migranten massive politische Unruhen und Entwicklungen auslösen können“, erklärt Autor Steve Killelea der Deutschen Presse-Agentur. Damals kamen mehr als eine Million Flüchtlinge nach Europa, viele aus Syrien oder dem Irak.

10.09.2020: Bundesweiter Warntag: Tiere unbedingt in Sicherheit bringen

Am heutigen Donnerstag wird zwischen 10 und 11 Uhr in ganz Deutschland ein Probealarm stattfinden. Mit den Sirenen soll vor Naturkatastrophen, Reaktorunfällen und unvorhergesehenen lebensbedrohlichen Ereignisse gewarnt werden. Für Tiere bedeutet das schrille Heulen der Sirenen u. U. enormen Stress. „Die Töne sind sehr laut und anhaltend, Tiere können sie nicht einordnen und verstehen. Einige Tiere können in Panik verfallen,
weglaufen, von der Weide ausbrechen, Hunde sich losreißen und weglaufen oder ausdauernd bellen und jaulen", erklärt Michaela Dämmrich, Landesbeauftragte für Tierschutz. Daher sollten Halter ihre Zwei- und Vierbeiner besser im Stall oder einem sicheren Ort unterbringen. Es wird empfohlen, in der Nähe der Tiere zu bleiben, um sie gegebenenfalls zu beruhigen und Panikattacken zu verhindern, so Michaela Dämmrich.

10.09.2020: Die Afrikanische Schweinepest erreicht Deutschland

Was schon lange von Expertinnen prognostiziert wurde, ist jetzt eingetroffen: die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist zum ersten Mal in Deutschland festgestellt worden. Ein infiziertes Wildschwein wurde in einem Ortsteil der Gemeinde Schenkendöbern im Kreis Spree- Neiße gefunden. Wie die Beigeordnete im Landkreis Oder-Spree, Gundula Teltewskaja, mitgeteilt hat, befindet sich der Fundort in unmittelbarer Nähe zu Schweinebeständen in Oder-Spree. Für den morgigen Donnerstag (10.09.2020) sei eine Sitzung des kreislichen ASP-Katastrophenstabes angesetzt, so Teltewskaja. Als wichtigste Maßnahme
bezeichnet die Beigeordnete nun die Abgrenzung des Fundortes und die Sicherung der Schweinebestände. Ein Zaun soll in einem Vier-Kilometer-Umkreis um den Fundort gezogen werden, in dem nach ihren Angaben keine Hausschweinbestände sind. Alle weiteren, dringend notwendigen Maßnahmen sollen bis spätestens gegen 8.30 Uhr festgelegt werden. Der Wildschweinkadaver wurde unmittelbar nach dem Fund zur virologischen Untersuchung an das Friedrich-Loeffler-Institut geschickt. Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzten eine Online-Fortbildung zur Afrikanischen Schweinepest an.

10.09.2020: Hohe Prävalenz von Hepatitis-E-Viren in Leberwurst

In Deutschland sind die gemeldeten Fälle von Hepatitis E in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegen. Wurden im Jahr 2011 nur 238 Fälle gemeldet, waren es 2019 mit 3.727 fast 16-mal so viele. Im August 2020 lag die Zahl für das laufende Jahr bereits bei 2.280 bekannten Fällen. Aus diesem Grund haben Wissenschaftler des tropenmedizinischen Instituts des Universitätsklinikums Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut, dem Bundesinstitut für Risikobewertung Berlin und der Medizinischen Hochschule Hannover eine Studie zum Nachweis des Hepatitis-E-Virus (HEV) in handelsüblicher Schweineleber und Schweinefleischprodukten in Deutschland durchgeführt. Für die Studie wurden Schweinelebern und Schweinefleischprodukte aus verschiedenen Supermärkten und Metzgereien in Tübingen, Reutlingen, Stuttgart und Dortmund auf das Hepatitis-E-Virus untersucht, um anschließend das Infektionsrisiko abschätzen zu können. „Das Ergebnis der Studie zeigt nun, dass mehr als zehn Prozent aller getesteten
Proben mit dem HEV kontaminiert sind“, erklärt Professor Dr. Thirumalaisamy P. Velavan vom Institut für Tropenmedizin. Der Nachweis von HEV-Genom ist in Schweinefleischprodukten viel höher als in Schweineleber; die Proben der Schweinelebern weisen einen Anteil von fünf Prozent nach, bei Leberwürsten sind es 13 Prozent. Unter Berücksichtigung der Herkunft HEV-positiver Fleischerzeugnisse konnte keine regionale Prävalenz festgestellt werden. „Nach Vergleichen mit früheren Studien deuten die Ergebnisse darauf hin, dass in Deutschland die Prävalenz von Hepatitis-E-Viren in Lebensmitteln mit Schweineleber seit zehn Jahren relativ unverändert und sehr hoch ist“, so Velavan weiter. Nicht untersucht wurde die Infektiosität des Virus, nachgewiesene Viren können daher bereits durch etwa entsprechende Erhitzung bei der Lebensmittelherstellung inaktiv sein. Das Hepatitis-E-Virus kann bei bestimmten Patientengruppen Leberversagen auslösen. In den Entwicklungsländern ist HEV für etwa 20 Millionen Infektionen und 70.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich.

09.09.2020: Klöckner legt Gesetzentwurf für Verbot der Kükentötung vor

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat endlich den lange angekündigten Gesetzentwurf zum Ausstieg aus dem Kükentöten vorgelegt. Noch werden jährlich alleine in Deutschland rund 45 Millionen männliche Nachkommen von Legehennen kurz nach dem Schlüpfen getötet, denn nur die weiblichen Küken eignen sich zum Eier legen. Der vorgelegte Entwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes zielt auf ein flächendeckendes Verbot des Kükentötens in Deutschland ab Ende 2021 ab. Da ein Verbot des Kükentötens nur Sinn macht, wenn Betriebe nicht mangels Alternativen ins Ausland abwandern, hat das BMEL seit 2008 mit mehreren Millionen Euro verschiedene Verfahren und Initiativen unterstützt, die das Töten männlicher Küken überflüssig machen. So lässt sich mit der Geschlechtsbestimmung im Brutei ("In-ovo-Geschlechtsbestimmung") frühzeitig vor dem Schlupf der Küken prüfen, ob aus dem Ei ein weibliches oder männliches Küken schlüpft. Eier, in denen sich weibliche Küken entwickeln, werden weiter bebrütet; das Bebrüten der Bruteier mit männlichen Embryonen wird abgebrochen. Die aussortierten Eier können dann beispielsweise als Futtermittel genutzt werden. Diese In-ovo-Mehode wird einmal auf durch ein endokrinologisches Verfahren umgesetzt, bei dem die Eier etwa neun Tage lang bebrütet werden. Beim zweiten Verfahren handelt es sich um ein spektroskopisches, bei dem die Eier etwa vier Tage lang bebrütet werden. Dann wird ein spezieller Lichtstrahl in das Ei-Innere geschickt und das Geschlecht kann durch eine Analyse des reflektierten Lichts bestimmt werden. Wöchentlich werden bereits 60.000 Bruteier, in denen
sich weibliche Küken entwickeln, identifiziert. Bis Ende 2021 sollen die Verfahren breitflächig einsetzbar sein, so dass die Geschlechtsbestimmung in großer Stückzahl und zuverlässig erfolgen kann. Neben der Geschlechtsbestimmung im Brutei hat das BMEL als weitere Alternative zum Kükentöten die Züchtung von Zweinutzungshühnern gefördert. Bei Zweinutzungshühnern wachsen die weiblichen Küken zu Legehennen heran und die männlichen Küken werden zur Mast aufgezogen. Bisher ist der wirtschaftliche Output für die Landwirte jedoch nicht rentabel. Eine weitere Alternative zum bislang praktizierten Kükentöten ist die Aufzucht der sogenannten "Bruderhähne". Sie sind die männlichen Geschwister der Legehennen. Einige Betriebe haben mit der "Bruderhahn"-Aufzucht begonnen und halten die männlichen Tiere zur Erzeugung von Fleisch. Für die Aufzucht dieser männlichen Tiere, die nach einer deutlich längeren und teureren Mast zu qulitativ schlechterem Fleisch führt, müssen höhere Produktionskosten angesetzt werden, die häufig durch einen Preisaufschlag auf Eier der Schwestern von Bruderhähnen ausgeglichen werden. Der vorgelegte Entwurf ist bereits bei Tierschützern sowie auch bei der Geflügelbranche jeweils auf unterschiedliche Kritik gestoßen. Während es der einen Seite nicht weit und schnell genug geht, ist den anderen erwartungsgemäß das Tempo zu rasant und es werden Wettbewerbsnachteile befürchtet. Allerdings wird das Theme Kükentötung und der Wunsch der Verbraucher nach einem Verbot dieser Praxis seit Jahren diskutiert, so dass ein konkreter Gesetzesentwurf so oder so nur begrüßt werden kann, da nun Fahrt in die Angelegenheit zu kommen scheint. Endlich!

09.09.2020: Entwicklung der Milchverträglichkeit brauchte 3.000 Jahre

Innerhalb von nur etwas mehr als 3.200 Jahren hat sich die Milchverträglichkeit in Mitteleuropa entwickelt. Noch ca. 1200 Jahre v. Chr. hatte nur etwa jeder achte die Genvariante für die Laktosespaltung und damit für dee Milchverdauung. Das hat eine Studie unter Leitung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ergeben. Für ihre Untersuchungen hatten die beteiligten ForscherInnen die Knochen von Kriegern analysiert, die in der Schlacht an der Tollense, einem Fluss im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, gefallen waren. Innerhalb der heutigen Bevölkerung der gleichen Region verfügen 90 Prozent über dieses Merkmal, die sogenannte Laktasepersistenz. „Die einzige Möglichkeit, den Unterschied zwischen Bronzezeit und heute zu erklären, ist starke
darwinische Selektion", erklärt Prof. Dr. Daniel Wegmann, Biologe an der Universität Freiburg in der Schweiz, der ebenfalls federführend an der Studie beteiligt war. „Wir schließen daraus, dass laktasepersistente Individuen im Verlauf der letzten 3.000 Jahre mehr Kinder bekommen haben beziehungsweise dass diese Kinder bessere Überlebenschancen hatten als jene ohne dieses Merkmal." Erstaunlich sei, dass die Milchverträglichkeit auch ca. 4.000 Jahre nach Einführung der Landwirtschaft so selten war. Noch beschäftigen sich die WissenschaftlerInnen mit der Frage, welchen evolutiven Vorteil es hatte, auch nach dem Säuglingsalter Milch trinken zu können. Sie vermuten, dass verseuchtes Trinkwasser oder Nahrungsmangel der Grund für das Trinken von Milch war.

09.09.2020: Streit um Immunokastration von Bioebern geht weiter

Die Einstufung der Immunokastration von Ebern aus Biobetrieben durch die EU als nicht rechtskonform, hat in mehreren Bundesländern dazu geführt, dass die bereits etablierte Impfung mit Improvac im Ökolandbau nicht mehr erlaubt ist. Auch die Länderarbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (LÖK) hatte sofort einen Ausstieg aus der Immunokastration erklärt. Der Anbauverband Naturland, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) und die Tierschutzorganisation Provieh kritisieren diese Entscheidung weiterhin und fordern die Bundesländer auf, bis zur endgültigen Klärung mit der EU-Kommission die Improvac-Impfung wieder zuzulassen. „Die Politik soll anfangen,
ihre eigenen Beschlüsse ernst zu nehmen“, forderte der stellvertretende TVT-Vorsitzende Prof. Thomas Blaha. Gerade die Eberimpfung sei die tierschonendste und stressärmste Methode der Kastration, erklärte Provieh-Referent Patrick Müller. Stattdessen seien die Betriebe nun gezwungen, zurück zur chirurgischen Kastration zu gehen. „Ein Verbot der Impfung, ausgerechnet im Ökolandbau, ist komplett absurd und würde darüber hinaus auch die Akzeptanz der Impfung im konventionellen Sektor auf Jahre hinaus gefährden“, warnte Müller. Damit stehe ein reibungsloser Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration auf dem Spiel und Deutschland könne im Tierschutz massiv zurückfallen.

100 Prozent Online-Fortbildung für Tierärzte

Wie stehen Sie zu dieser Aussage:

Die Corona-Regelung vieler Tierärztekammern, dass in diesem Jahr die Zahl der vorgeschriebenen Fortbildungsstunden zu 100% durch Online-Fortbildungen abgeleistet werden können, sollte beibehalten werden.