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22.05.2020: Ausbruch von Q-Fieber in Bulgarien

In der bulgarischen Stadt Gabrovo wurde bei mehr als 20 Personen das Q-Fieber festgestellt, die auf eine mögliche Infektion mit COVID- 19 getestet worden waren. Das teilte der nationale Gesundheitsinspektor Prof. Todor Kantardzhiev im Zusammenhang seines Corona-Briefings mit.
Bei den betroffenen Personen handelt es sich meist um Tierärzte bzw. Mitarbeiter zweier Rinderbetriebe sowie einer Schaffarm. Um die Ausbreitung des Q-Fiebers, das hauptsächlich von Rindern, Schafen und Ziegen übertragen wird, einzudämmen, wurden Maßnahmen eingeleitet.

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04.06.2020: Fernseh-Tipp: Zur Sache Rheinland-Pfalz!

Am heutigen Donnerstagabend (04.06.2020) beschäftigt sich das Politikmagazin "Zur Sache Rheinland-Pfalz!" im SWR mit dem Thema Videosprechstunde. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die virtuellen Gespräche eingeführt, damit Arzt und Patient sich vor Ansteckung schützen können. Da inzwischen
immer mehr Leute diese Möglichkeit der Diagnosefindung nutzen, wollen jetzt zahlreiche Praxen im Land eine Videosprechstunde einrichten und stellen Anträge, um digital behandeln zu können. Sind die Video- Sprechstunden eine Chance für Westerwald, Hunsrück und Eifel? "Zur Sache"-Reporterin Selina Marx berichtet ab 20.15 Uhr im SWR Fernsehen.

04.06.2020: Tiergesundheitssektor untermauert Position im Green Deal

Die Tiergesundheitsbranche hat ihre Position im vielfach kritisierten europäischen „Green Deal“ bekräftigt. Bei dem Kernvorhaben der Europäischen Union wird unter anderem die gesamte Produktionskette von Lebensmitteln unter die Lupe genommen. Integraler Bestandteil der EU-Strategie ist der Nachhaltigkeitspakt. Nun gilt es, eventuelle Konflikte zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Zielen aufzulösen. Die für den Agrarsektor wichtigen Biodiversitäts- und „From Farm to Fork“-Strategien sowie die Schaffung eines nachhaltigen Lebensmittelsystems kann der Tiergesundheitssektor unterstützen. Im
Fokus der EU-Strategie zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen liegt auch die Reduzierung des CO2-Ausstoßes in der Nutztierhaltung. Doch die Tiergesundheitsbranche appelliert, nicht nur etwaige von der Tierhaltung ausgehende Belastungen zu betrachten, sondern auch deren positive Effekte in Rechnung zu stellen und fordert zudem das Schaffen neuer Anreize, um innovative, schon bereit stehende Methoden in größerem Umfang einsetzen zu können. Denn gesunde Tiere ermöglichen eine ressourcenschonende Produktion von tierischen Lebensmitteln.

04.06.2020: Tote Vögel für Untersuchungen gesucht

Für das Citizen Science Projekt „Vogelmalaria“ sucht das Institut für Pathologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) tote Singvögel wie Meisen, Lerchen, Finken und Spechte. Die Vogelmalaria ist eine Infektionskrankheit, die bei Singvögeln und Spechten vorkommt und durch die Blutparasiten Hämosporidien verursacht wird. Schwere Erkrankungen bis hin zum Tod der Vögel sind die Folge. Damit die ForscherInnen mehr über diese Krankheit herausfinden können, werden
MitbürgerInnen gebeten, tote Vögel über die Projektseite des Instituts zu melden, die in Wien, Niederösterreich und Burgenland gefunden wurden. Besteht seitens der ForscherInnen wissenschaftliches Interesse an dem Vogelkadaver, wird dieser durch einen Transportdienst abgeholt. Für die Erforschung der Vogelmalaria benötigen die WissenschaftlerInnen eine ausreichend große Sammlung an Vogelkadavern, um sie auf die Erregerarten und Gewebsveränderungen genau zu untersuchen.

04.06.2020: Katzen regelmäßig entwurmen

Nicht nur Freigängerkatzen, auch reine Wohnungskatzen sollten in regelmäßigen Abständen entwurmt werden. Laut einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover wurde bei einem Fünftel aller untersuchten Katzen ein Spulwurmbefall festgestellt, obwohl die Tiere ausschließlich in der Wohnung gehalten wurden. Denn Tierhalter können infektiöse Wurmeier über ihre Schuhe in die Wohnung tragen. Speziell für junge und Freigängerkatzen besteht jedoch ein hohes Risiko, sich mit Würmern zu infizieren. Weibliche Katzen können sogar während der
Säugezeit Spulwürmer auf ihre Katzenwelpen übertragen. Zudem können einige Würmer auch auf den Menschen übertragen werden. Eine regelmäßige Wurmkur kann Krankheiten bei der Katze und mögliche Übertragungen der Parasiten auf den Menschen verhindern. Da Flöhe Zwischenwirt für einige Würmer sind, empfiehlt sich neben einer regelmäßigen Entwurmung auch eine entsprechende Flohprophylaxe. Dadurch wird die Ansteckungsgefahr verringert. Außerdem wird das Risiko einer Flohspeichelallergie reduziert.

04.06.2020: Aldi-Label Fair & Gut um Schweinefleisch erweitert

Zu Beginn des Monats hat Aldi Nord seine Eigenmarke „Fair & Gut“ um Schweinehackfleisch erweitert. Damit möchte der Discounter mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung fördern und Landwirte unterstützen. Neben Frischfleischprodukten bietet Aldi Nord unter der Marke „Fair & Gut“ auch Freilandeier, Landkäse, Alpenmilch sowie Weidemilch an. Der Discounter vereint mit seiner Eigenmarke „Fair & Gut“ verschiedene Standards, die über den
gesetzlichen Tierhaltungsbedingungen liegen. Schweine erhalten Stroh zum Wühlen sowie mehr Platz als gesetzlich festgelegt. „Wir Landwirte haben dadurch einen finanziellen und zeitlichen Mehraufwand, den ALDI Nord im Rahmen von ‚Fair & Gut‘ mit mehr Geld und langfristigen Lieferverträgen honoriert. So können wir das Wohl unserer Tiere verbessern und gleichzeitig wirtschaftlich davon leben“, erklärt Landwirt Christian Mertens aus Attendorn.

03.06.2020: Tierärzte stellen Qualzuchtfrage bei Milchleistung

Anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni ist die Diskussion um die Milchleistung von Kühen erneut aufgeflammt. „Die Frage, ob Nutztiere so gezüchtet wurden, dass sie eine Qualzucht darstellen, die ist in höchstem Maße berechtigt", erklärt der Präsident der Landestierärztekammer Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Holger Vogel. Denn die hohe Milchleistung geht demnach auf Kosten der Tiergesundheit. Sie fordern ein Umdenken. Etwa jede zweite Kuh entwickelt Euterentzündungen, Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsstörungen sowie Klauenprobleme, bevor die Tiere nach durchschnittlich drei Kälbern im Alter von nicht ganz fünf Jahren bereits geschlachtet werden. „Wenn man sich die Kreatur,
das Mitgeschöpf mal anschaut, wie sie dann oft aussehen, wenn die Nutzungszeit zu Ende ist, wie sie auf den Schlachthöfen ankommen, ja, geradezu entsorgt werden, das muss doch betroffen machen", klagt Vogel gegenüber dem NDR. Die durchschnittliche Milchleistung der Rasse Holstein liegt bei 10.000 Liter. Auch Landwirte hätten nichts dagegen, weniger Milch pro Tier zu produzieren, nur müsste dann der Milchpreis deutlich steigen, damit der Betrieb auch weiterhin davon leben kann. „Dazu würde auch gehören, dass man eben nicht die billigste Milch kauft. Und da fängt aus meiner Sicht der Tierschutz bei jedem Einzelnen an. Denn wie soll so eine Kuh leben, wenn die Milch verramscht wird", sagt Landwirt Arne Günning.

03.06.2020: Bayern setzt sich für Ausweitung der Weideschlachtung ein

Der Bundesrat wird am kommenden Freitag über eine deutliche Ausweitung der Weideschlachtung diskutieren. Denn Weideschlachtung verknüpft Tierschutz und Nachhaltigkeit. So zumindest die Ansicht Bayerns. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu am Mittwoch in München: „Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Weideschlachtung ausbauen. Zum Wohl von Tieren und Landwirten brauchen wir hier mehr Möglichkeiten. Zum Tierschutz gehört eine tierschonende Schlachtung. Die vertraute Umgebung und der Verzicht auf Transporte in den Schlachtbetrieb führen zu weniger Stress bei den Tieren. Die Weideschlachtung ist dadurch besonders tierschonend und kann sich positiv auf die Fleischqualität auswirken. Von der Weideschlachtung profitieren Tiere und Verbraucher. Denn die Weideschlachtung ist oft mit einer direkten Vermarktung verbunden. Gerade in Zeiten von Corona werden für die Verbraucher kurze Wege und eine
regionale Wertschöpfung vor Ort immer wichtiger." Durch die Weideschlachtung können Tiere selbst in schlecht erreichbarem oder unzugänglichem Gelände wie Alm- und Waldweiden tierschonend vor Ort betäubt und geschlachtet werden. „Wir stärken mit der Weideschlachtung die tiergerechte Haltung in der bäuerlichen Landwirtschaft. Deshalb setzen wir uns auch dafür ein, dass die Fördermöglichkeiten für kleine bäuerliche Betriebe bei der Weideschlachtung bestehen bleiben. Auch die Verbraucher selbst können mit ihrem Kaufverhalten zu mehr Tierwohl beitragen. Dafür wollen wir mit unserer Initiative weitere Möglichkeiten schaffen", so Glauber. Bisher ist die Weideschlachtung außerhalb teil- oder vollmobiler Schlachteinheiten aufgrund einer nationalen Ausnahmevorschrift nur in Betrieben mit ganzjährig im Freien gehaltenen Rindern zulässig – nach Genehmigung durch das zuständige Veterinäramt.

03.06.2020: Experten fordern Umdenken bei Tierversuchen

Ein internationales Expertenteam aus Biologie, Versuchsplanung und Biostatistik fordert einen Paradigmenwechsel bei der Planung von Tierversuchen. Dadurch soll die Reproduzierbarkeit von Versuchsergebnissen verbessert und gleichzeitig die Zahl der Versuchstiere verringert werden. Die ForscherInnen hatten im vergangenen Jahr auf Einladung der Universität Bern an einem gemeinsamen Workshop teilgenommen. „Wissenschaftliche Ergebnisse in unabhängigen Studien zu reproduzieren ist die Nagelprobe, mit der Forschende Fakten von Anekdoten unterscheiden“, sagt Bernhard Völkl, der den Workshop zusammen mit Hanno Würbel, Professor für Tierschutz an der Universität Bern, ausgerichtet hat. „Mangelnde Reproduzierbarkeit verursacht ökonomische Kosten und wissenschaftliche Unsicherheit – und ist ethisch bedenklich, wenn dadurch medizinischer Fortschritt behindert und Tiere in nicht aussagekräftigen Versuchen verwendet
werden“, ergänzt Würgel. Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass eine strikte Standardisierung der Versuchstiere und deren Haltungsbedingungen, die beispielsweise bei der Erforschung eines neuen Medikaments die Norm ist, den Geltungsbereich der Versuchsergebnisse so stark einschränkt, dass ein erhebliches Risiko besteht, Versuchsergebnisse zu erzielen, die nicht reproduzierbar seien. „Es gibt nicht die eine beste Lösung für alle Versuche“, erklärt Völkl weiter. „Deshalb empfehlen wir die Heterogenisierung von Tieren und Umweltbedingungen in allgemeiner Form. Forschende sollten ihre Lösungen mit Blick auf den angestrebten Geltungsbereich der Versuchsergebnisse begründen.“ Mögliche Lösungsansätze sollen in zukünftigen Studien erforscht werden, um Forschenden konkretere Empfehlungen geben zu können. Die Expertinnen und Experten fordern zudem ein Umdenken bei Forschungsförderern und Bewilligungsbehörden.

02.06.2020: Wenn Hunde und Katzen an Diabetes erkranken

Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch als Zuckerkrankheit bezeichnet, ist auch bei Hunden und Katzen weit verbreitet. Wegen des erhöhten Blutzuckerspiegels im Urin entwickeln sie starken Durst und Heißhunger. Weitere Symptome für das Vorliegen dieser Stoffwechselkrankheit sind Gewichtsverlust, Fellveränderungen, Haarausfall und möglicherweise getrübte Augenlinsen. Bei Katzen wird zudem ein veränderter Gang beobachtet, wie Tierarzt Fabian von Manteuffel zu berichten weiß: „Bei Diabetes wird ihr Gang plumper. Statt nur die Zehen, setzen sie den ganzen Fuß auf und knicken hinten etwas ein." Der Tierarzt kann mit einem Blut- und Urintest feststellen, ob der Blutzuckerwert tatsächlich erhöht ist. Neben einer speziellen Diät muss auch sonst bei der Fütterung einiges beachtet werden: die Mahlzeiten sollten ausschließlich zu festen Zeiten gegeben werden und auf Leckerlies sollten die Tierbesitzer ausnahmslos verzichten.
Wie beim Menschen muss der Mehrzahl der betroffenen Tiere nach dem Fressen Insulin verabreicht werden, welche in der Regel vom Tierhalter selbst unter die Haut gespritzt werden kann. Die Höhe der Hormongabe wird vom Tierarzt ermittelt. Sie ist abhängig von der Schwere des Falls sowie Größe und Gewicht des Tieres. Besonders in der Zeit nach der Diagnose sollte regelmäßig medizinisch kontrolliert werden, wie erfolgreich die Therapie anschlägt. Bei Unterzuckerung, der sogenannten Hypoglykämie, die sich als Schwäche, Schwanken und Zittern bis hin zur Bewusstlosigkeit zeigt, sollte der Tierhalter Traubenzucker als Soforthilfe parat haben. Der Drops sollte dem Tier unter die Zunge gelegt oder, wenn es nicht mehr schlucken kann, ins Zahnfleisch einmassiert werden. Um Diabetes bei Haustieren vorzubeugen, empfiehlt es sich, Übergewicht zu vermeiden.

02.06.2020: Geflügelbranche erklärt freiwilligen Verzicht auf Colistin

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) hat mitgeteilt, dass in Zukunft das Reserveantibiotikum Colistin in der Masthähnchen- und Putenhaltung nicht mehr eingesetzt werden soll. Zudem soll auch der Einsatz von Fluorchinolen stark reduziert werden. Die deutsche Geflügelbranche hat sich trotz erheblicher Kraftanstrengungen freiwillig dazu verpflichtet. „Der Komplettverzicht auf Colistin ist ein bedeutender Schritt auf dem gemeinsam zu beschreitenden Weg, Antibiotikaresistenzen bestmöglich zu verringern“, erklärte ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke und forderte gleichzeitig einen
klaren Rechtsrahmen im Sinne eines gesetzlichen Verbots von Colistin. Auch die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, sieht in der Freiwilligkeit keinen Weg, sondern mahnte die Bundesregierung zu mehr Ehrgeiz bei der Antibiotikaminimierung an. „Der Antibiotikaeinsatz muss auch in der Tierhaltung nicht nur reduziert, sondern minimiert werden". Die anstehende nationale Umsetzung der EU-Tierarzneimittelverordnung bis 2022 müsse für deutlichere Schritte in Richtung Risikominimierung genutzt werden, so Tackmann abschließend.

02.06.2020: Niedersachsen: Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt

Ein Bündnis aus 115 Organisationen hat Anfang Mai 2020 das Volksbegehren „Artenvielfalt. Jetzt!“ gestartet, um Änderungen des niedersächsischen Naturschutzgesetzes durchzusetzen. Für den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten sollen mit der Aktion innerhalb von sechs Monaten 25.000 Unterschriften gesammelt werden, damit das Volksbegehren zugelassen werden kann. Im nächsten Schritt müssen innerhalb eines weiteren halben Jahren gültige Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten bei der letzten Landtagswahl zusammenkommen. „Wir brauchen circa 610 .000 Stimmen“, erklärt Hartmut Drebing, NABU-Vorsitzender der Bezirksgruppe Oldenburger Land,
und fügt hinzu: „Ich habe wenig Zweifel, dass wir diese Stimmen zusammenbekommen werden.“ Ziel des Volksbegehrens sind die Änderungen von drei Gesetzen. Der Großteil der Änderungen betrifft das niedersächsische Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz, einige betreffen auch das Niedersächsische Wasser- und Waldgesetz. Die Initiatoren fordern unter anderem mehr Vielfalt in der Landschaft, weniger Pestizide und mehr Ökolandbau, Wiesen und Weiden als artenreichen Lebensraum zu erhalten sowie mehr naturnahe Wälder. Denn in Niedersachsen ist bereits die Hälfte der rund 11.000 heimischen Tier- und Pflanzenarten gefährdet und 62 Prozent aller Bienenarten sind bedroht.

02.06.2020: Faltohrkatzen gehören zu den Qualzuchten!

Österreichische Tierschützer des TierQuarTiers und der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) warnen vor dem Kauf einer Faltohrkatze der Rasse Scottish Fold Cat. Das charakteristische Merkmal der Tiere sind die Faltohren, die wie zusammengefaltet aussehen und bereits ab der 3. Lebenswoche sichtbar werden. Für Tierhalter mag das niedlich sein, doch dahinter verstecken sich deformierte und verkrüppelte Ohrmuscheln, die durch die schmerzhafte und unheilbare Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD) hervorgerufen werden. Diese Erbkrankheit wird den Katzen absichtlich angezüchtet und führt zur Zerstörung des körpereigenen Knorpelgewebes. „Die nach vorn gekippten Ohren sind sichtbares Zeichen einer schmerzhaften und unheilbaren Erbkrankheit, welche das Knorpelgewebe und damit die Gelenke des gesamten Körpers betrifft“, erklärt Eva Persy, Leiterin
der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW). „Bei der Rasse 'Scottish Fold' handelt es sich um eine sogenannte Qualzucht.“ Die Folge sind Gelenksschwellungen, verdickte und missgestaltete Gliedmaßen, abnorme Körperhaltung und Gangart. Die Tiere leiden sehr und müssen nicht selten bereits im Alter von zwei Jahren eingeschläfert werden. „Das Tier durchlebt höllische Schmerzen, je weiter die Krankheit voranschreitet“, so Persy. In Österreich sind Zucht und Handel mit den Faltohrkatzen verboten. Wer Qualzüchtungen vornimmt oder Tiere mit Qualzuchtmerkmalen importiert, erwirbt, vermittelt, weitergibt oder ausstellt, riskiert eine hohe Geldstrafe. „Wir warnen alle Katzenliebhaberinnen und -liebhaber davor, das Geschäft mit dem Leid dieser Tiere zu unterstützen – und sich selbst strafbar zu machen“, appelliert Persy.

29.05.2020: Deutschland erlaubt weiterhin die Einfuhr von Jagdtrophäen

Trotz massiver Proteste von Tierschutzorganisationen erlaubt die Bundesregierung weiterhin die Einfuhr von Jagdtrophäen. Wie das Nachrichtenmagazin Frontal21 berichtet, wurden im vergangenen Jahr mehr als 750 Trophäen von erlegten Nashörnern, Elefanten, Eisbären, Löwen, Leoparden und weiteren bedrohten Wildtieren als Urlaubssouvenir nach Deutschland mitgebracht. Der Deutsche Jagdverband verteidigt die Trophäenjagd, da dadurch die Tiere vor Wilderei geschützt seien und den Menschen vor Ort sichere Jobs garantiert würden. Namibia, das beliebteste Reiseziel für die Wildtierjagd scheint nicht in großem Maße von den Geldern aus Zahlungen für die Trophäenjagd profitiert zu
haben, wie ZDF- Reporter auf ihrer Reise noch vor der Corona-Pandemie feststellten. Romeo Muyunda vom verantwortlichen namibischem Umweltministerium berichtete von Problemen bei der Vergabe der Gelder: „Wir kontrollieren alles. Man kann das nicht alles auf einmal richtig machen - es wird weiter Herausforderungen geben, wir brauchen Rechenschaftsberichte, es gibt Betrügereien - aber das sind Dinge, an denen wir arbeiten." Heike Henderson von "Future for Elephants" fordert seit Jahren ein Verbot der Trophäenjagd: „Es wäre ein starkes Zeichen international, wenn Deutschland als drittgrößte Trophäen-Jagdnation - nach USA und Spanien - das verbieten würde." Doch ein Verbot ist momentan nicht in Sicht.

29.05.2020: Schweiz erlaubt Hof- und Weideschlachtung

In der Schweiz ist ab dem 1. Juli 2020 die Hof- und Weideschlachtung erlaubt. Das hat der Bundesrat am 28.05.2020 entschieden. Damit ist der Weg frei für eine respektvolle und schonende Tötung der Nutztiere- erlaubt sind laut überarbeiteter Verordnung auch die Betäubung und Entblutung eines Tieres auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Im Vergleich zur herkömmlichen Schlachtung bleiben den Tieren die Lebendtransporte und Wartezeiten in den Schlachthöfen erspart, was einen positiven Einfluss auf die Stressbelastung der Tiere
und somit auch auf die Fleischqualität hat. Vorerst ist die Hof- und Weideschlachtung nur für Rinder zugelassen, doch in Zukunft sollen diese mobilen Systeme auch auf weitere Tiergattungen ausgeweitet werden. Die Verfahren bedürfen auch zukünftig einer Bewilligung, die jeweils vom zuständigen kantonalen Veterinäramt ausgestellt wird. In einem Merkblatt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) erhalten interessierte Betrieben Informationen zu den verschiedenen Hofschlachtungsmethoden und praktische Tipps.

29.05.2020: VdZ veröffentlicht Studien seiner Mitglieder

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) hat erstmals in einer Broschüre die Forschungsprojekte seiner Mitglieder vorgestellt. Seit 2008 wurden seitens der VdZ-Mitglieder über 1.000 wissenschaftliche Publikationen zum besseren Verständnis von Wildtieren erstellt. „Durch die Studien an unseren Zootieren kann Forschung gelingen, die ansonsten unmöglich wäre“, sagt Dr. Julia Kögler, stellvertretende Geschäftsführerin des Verbandes.
„Letztlich haben alle Beteiligten in unseren gemeinsamen Artenschutzbemühungen bessere Chancen, die bedrohte Biodiversität zu erhalten, weil die Zoos seit vielen Jahren relevante wissenschaftliche Daten sammeln.“ Ein Download der Broschüre „Forschungsort Zoo“ steht auf der Seite des VdZ bereit. Hier finden sich neben Informationen über die Beiträge auch zahlreiche Beispiele zur praktischen Anwendbarkeit.

28.05.2020: Mehl aus Insekten mit verbesserten Backeigenschaften

Um dem weltweit stark wachsenden Bedarf an tierischen Proteinen entgegenzuwirken, arbeiten WissenschaftlerInnen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) derzeit an der Herstellung neuer alternativer Proteinquellen. Die ForscherInnen verfolgen das Ziel, die Backeigenschaften von Mehlen aus Insektenpulver für die Brotherstellung zu verbessern. „Weizenmehl mit Insektenanteilen kann das Grundnahrungsmittel mit Proteinen anreichern und so auch eventuelle Defizite aus anderen Proteinquellen ausgleichen“, erklärt Dr. Azad Emin vom KIT. Noch ist die Akzeptanz für Mehlwürmer in europäischen Ländern sehr gering. Doch ersten Studien zufolge lehnen Verbraucher verarbeitete Produkte aus Insekten weniger stark ab. Zu Pulver verarbeitet sei eine Einführung in den deutschen Markt über traditionelle Lebensmittel wie Brot denkbar, das nach wie vor zu den Hauptenergiequellen
gehört, erläutert Emin. Zudem produzieren Mehlwürmer, deren Larven einen hohen Proteingehalt aufweisen, weniger CO2 als Rinder, was eine geringere Umweltbelastung mit sich bringen würde, wie der Forscher weiter ausführt. Um eine hohe Verbraucherakzeptanz zu erreichen, sollen sich die neuen Mehle in Geschmack, Backeigenschaft und Textur kaum von herkömmlichen Backmehlen unterscheiden. „In unserer weiteren Forschung wollen wir die Anwendbarkeit der produzierten Mehle im handwerklichen Maßstab überprüfen. Dazu sollen bei externen Brotprüfungen neben Form und Aussehen auch die Textureigenschaften untersucht werden. Zusätzlich wollen wir Personenbefragungen durchführen“, berichtet Emin und betont, dass die gewonnenen Ergebnisse wichtig für die nachhaltig alternative Erschließung von Lebensmitteln aus Insekten seien.

28.05.2020: Sozial-ökologische Transformation der Agrarpolitik gefordert

Anlässlich der heute stattfindenden Videokonferenz der Bundesländer mit den für die Agrar- und Umweltpolitik zuständigen EU-Kommissaren hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemahnt, die Zukunft der EU-Agrarpolitik als gesamtgesellschaftliches Anliegen zu betrachten. Nicht die Agrar- Lobbyorganisationen sollten bestimmen, an wen die Agrarmilliarden der EU ausgezahlt werden. Wie wichtig dabei die Verbindung von Umwelt- und Agrarpolitik ist, hat die EU-Kommission in ihrer Farm-to- Fork-Strategie sowie im Green Deal erst in der vergangenen Woche deutlich gemacht. „Wir müssen die Bäuerinnen und Bauern dabei unterstützen, umweltfreundlicher und klimaschonender zu wirtschaften und ihre Tiere artgerechter zu halten. Anstatt Agrarrohstoffe für den Weltmarkt zu produzieren, muss die regionale Herstellung im Vordergrund stehen. Dafür brauchen die Bauernhöfe
gezielte Förderprämien und eine Umkehr vom bisherigen System. Die Milliarden-Subventionen aus Brüssel dürfen nicht weiter mit der Gießkanne verteilt werden", erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. Die pauschale Flächenprämie von rund 280 Euro pro Hektar und Jahr, die in Deutschland weitestgehend ohne höhere Auflagen oder Anforderungen an die Bewirtschaftenden von Äckern und Grünland ausgezahlt wird, müsse schrittweise sinken. Das dadurch eingesparte Geld könne dann in die neuen Öko-Regelungen fließen. „So können wir die Landwirtschaft dabei unterstützen, Pestizide einzusparen, auf umweltfreundlichen Anbau umzustellen oder Kohlenstoff im Boden zu binden. Dadurch begleiten wir die sozial- ökologische Transformation, die die EU-Kommission in der Farm-to- Fork-Strategie zu Recht einfordert", sagt Bandt und fordert von der Bundesregierung „Mut zum Gestalten“.

28.05.2020: Ursache für Waldtrachtkrankheit bei Bienen gefunden

Laut einer Studie der Universität Hohenheim ist Melezitose-Zucker als Ursache für die sogenannte Waldtrachtkrankheit bei Bienen verantwortlich. Starke Ertragsverluste und die Gefährdung ganzer Bienenvölker sind die Folge der Bienenkrankheit. Laborexperimente der ForscherInnen haben ergeben, dass der spezielle Zucker, den die Bienen über Waldhonig aufnehmen, die Darmbakterien der Insekten schädigen und so ihre Lebensdauer reduzieren. Betroffene Bienen weisen Krankheitssymptome wie geschwollene Hinterbeine oder massiven Haarausfall auf. Zudem zeigen erkrankte Bienen auch ein verändertes Verhalten: sie bleiben am Eingang des Bienenstocks, anstatt auszufliegen. Bisher hatten Bienenforscher vermutet, dass der hohe Mineralstoffgehalt im Waldhonig die Ursache für die Waldtrachtkrankheit ist. Nun konnte erstmals Melezitose-Zucker als Ursache bestätigt werden. „Wir gehen deshalb davon aus,
dass Melezitose von den Bienen nicht gut verdaut werden kann und sich im Darm ansammelt“, sagt Victoria Seeburger von der Landesanstalt für Bienenkunde. Die Bienen sind offenbar mangelhaft ernährt, obwohl sie eigentlich ausreichend fressen. „Die geschwächten Tiere sind zudem auch anfälliger für Krankheitserreger, was die Sache noch verschlimmert.“ Den Imkern empfiehlt Seeburger, Honigtau mit einem hohen Gehalt an Melezitose zu vermeiden: „Sie sollten ihre Kolonien aus den Wäldern entfernen, wenn die Umweltbedingungen die Melezitoseproduktion begünstigen.“ Dies sei beispielsweise bei Honigtau der von Imkern gefürchteten großen schwarzen Fichtenrindenlaus der Fall. Eine Gefahr für Menschen bestehe nicht, wie die Wissenschaftlerin betont: „Flüssiger Waldhonig hat nur einen niedrigen Melezitosegehalt und mit diesen geringen Mengen sollte das menschliche Verdauungssystem gut klarkommen.“

28.05.2020: Hunde sollen Corona-Infizierte erschnüffeln

Hunde können bis zu einer Million Mal besser riechen als Menschen. Diese Fähigkeit wurde bisher genutzt, um geeignete Hunde so zu trainieren, dass sie beispielsweise bei Menschen Epilepsie, Diabetes oder Krebs erschnüffeln können. Nun arbeiten ForscherInnen daran, dass die Vierbeiner mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn auch Personen erkennen, die mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert sind, wie n-tv berichtet. In zahlreichen Ländern laufen derzeit Tests dazu. Erste Erfolge wurden bereits aus den USA, Großbritannien und Finnland gemeldet. Experten gehen davon aus, dass Krankheiten ihren eigenen Geruch haben und von trainierten Hundenasen erkannt werden können. Ob die Viren selbst spezifische Gerüche absondern oder die virenbefallenen Organismen diese für Hunde wahrnehmbar ausströmen, wie genau diese Veränderung riecht und wie lange sie bei einer Infektion für den Hund wahrnehmbar ist, können die
Forscher bisher nicht sagen. Das Ziel der WissenschaftlerInnen ist, das die Tiere auch symptomfreie Infizierte erschnüffeln können. In Finnland wurden die Spürhunde mit uringetränkten Pads trainiert, sodass die Tiere keinen Kontakt mit infizierten Personen haben mussten, um Ansteckungsrisiken für die tierischen Helfer und ihre Besitzer zu vermeiden. Die Organisation Medical Detection Dogs wollen durch ihr spezielles Training erreichen, dass die Hunde Veränderungen aus der Atemluft von Menschen mit einer Corona- Infektion erkennen. Läuft die Ausbildung der Vierbeiner so, wie die Forscher sich das erhoffen, dann könnte jeder Hund in einer Stunde bis zu 250 Menschen auf eine Infektion überprüfen. Das wäre unschlagbar effektiv. Da die Kosten für die Ausbildung medizinischer Geruchsspürhunde jedoch sehr teuer und aufwändig ist, wird es sicherlich noch einige Zeit dauern, bis die Tiere maßgebend bei der Bewältigung der Pandemie helfen können.

28.05.2020: Im Streit um die Kastenstandhaltung scheint Einigung in Sicht

Obwohl die Haltung von Sauen in Kastenständen vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Magdeburg bereits Ende 2016 aus Tierschutzgründen untersagt worden ist, werden vielerorts Sauen immer noch in Kastenständen gehalten, in denen sie ihre Gliedmaßen nicht ausstrecken können. Seitdem ist die Kastenstandhaltung von Sauen ein großes Streitthema, und zwar nicht nur zwischen Tierschützern und Landwirten, sonndern auch unter den Parteien und Bundesländern. Nach einer Einigung wird seitdem gesucht. Nun scheint sich überraschend eine Lösung abzuzeichnen. So verständigten sich die in dieser Frage besonders zerstrittenen Länder Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein auf einen Kompromissvorschlag zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Geplant ist die noch ausstehende Abstimmung durch das Plenum des Bundesrates bereits für die kommende Woche.
Das Kompromisspapier sieht vor, dass Sauen im Kastenstand ausgestreckt in Seitenlage liegen können, ohne dass sie an ein bauliches Hinderniss stoßen. Andere Artgenossen fallen hier jedoch nicht unter die Rubrik "Bauliches Hindernis". Weiterhin sind Sauenhalter angehalten, innerhalb von drei Jahren ein Umbaukonzept vorzulegen. Nach weiteren zwei Jahren müssen sie einen Bauantrag stellen und die Baumaßnahmen spätestens nach drei Jahren abschließen. Dadurch sollen die Übergangsfristen auf ein vertretbares Maß gekürzt werden. Für Härtefälle sind weitere zwei Jahre vorgesehen. Das bedeutet für die Sauen weitere acht oder gar zehn Jahre Kastenstand ohne Streckung der Gliedmaßen. Möglicherweise ein Glück für die Tiere, dass ihre Nutzungsdauer um ein Vielfaches kürzer ist, sodass sie die aktuellen Haltungsbedingungen nicht noch weitere Jahre ertragen müssen.

27.05.2020: BSE-Fall in Irland

Am 22. Mai 2020 ist in Irland ein atypischer Fall der Bovinen Spongiformen Enzephalophatie (BSE) nachgewiesen worden. Dies meldet die Weltorganisation für Tiergesundheit, OIE. Das Tier
war zuvor klinisch auffällig geworden. Die anschließende Laboruntersuchung bestätigte den Verdacht. Weitere acht Tiere wurden deswegen getötet, jedoch schließlich negativ auf BSE getestet.

27.05.2020: Neonikotinoide verzögern Entwicklung der Honigbiene

Durch eine neu entwickelte Videotechnik ist erstmals die komplette Entwicklung einer Honigbiene im Bienenstock aufgezeichnet worden. Dabei konnten die Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Institut für Bienenkunde der Polytechnischen Gesellschaft feststellten, dass bestimmte zum Schutz von Nutzpflanzen eingesetzte Neonikotinoide das Verhalten der Ammenbienen verändern. So fütterten die Ammenbienen die Larven unter dem Einfluss der Neonikotinoide seltener. Dadurch benötigten Larven bis zu 10 Stunden länger in ihrer Entwicklung, wodurch wiederum ein Befall mit Bienenschädlingen wie der Varroa-Milbe begünstigt wird. „Neonikotinoide wirken auf das Nervensystem der Bienen, indem sie den Rezeptor für den Nerven-Botenstoff Acetylcholin
blockieren“, erklärt Dr. Paul Siefert, der in der Arbeitsgruppe von Prof. Bernd Grünewald am Institut für Bienenkunde Oberursel die Experimente durchgeführt hat. Siefert: „Wir konnten erstmals zeigen, dass Neonikotinoide auch das Sozialverhalten der Bienen verändern. Das könnte ein Hinweis auf die von anderen Wissenschaftlern beschriebenen Störungen der Brutentwicklung durch Neonikotinoide sein.“ Es sei allerdings noch zu klären, so der Wissenschaftler, ob die Verzögerung der Larvenentwicklung auch auf die Verhaltensstörung der brutpflegenden Bienen zurückzuführen sei oder ob sich die Larven durch veränderten Futtersaft langsamer entwickeln. Solchen Futtersaft produzieren die Ammenbienen und füttern die Larven damit.

27.05.2020: Schimpansen und Menschen entwickeln sich ähnlich langsam

Schimpansen entwickeln sich in einem ähnlichen Zeitrahmen wie Menschen. Das haben WissenschaftlerInnen des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig durch mehrjährige Beobachtungen von freilebenden Schimpansen im Taï-Nationalpark (Elfenbeinküste) herausgefunden. So konnten die Forscher feststellen, dass die Tiere, ähnlich wie beim Menschen, die grobmotorischen Fähigkeiten mit etwa vier Monaten, kommunikative Eigenschaften mit 12 Monaten, die Fähigkeiten zur sozialen Interaktion mit 14 Monaten und die feinmotorischen Fähigkeiten mit 15 Monaten entwickeln. „Nicht nur der zeitliche Rahmen, sondern auch die Erwerbsreihenfolge ähneln sich bei Schimpansen und Menschen, was unsere gemeinsame
Evolutionsgeschichte widerspiegelt", sagt Erstautorin Aisha Bründl. „Unsere Ergebnisse stimmen mit der Hypothese des verzögerten Nutzens überein, die besagt, dass eine längere Entwicklungsdauer für den Erwerb von Erwachsenen- Fähigkeiten notwendig ist.“ Schimpansen entwickeln zudem komplexere Fähigkeiten, wie etwa der Gebrauch von Werkzeugen und soziale Interaktionen, erst viel später und von Tier zu Tier unterschiedlich. „Diese Variation kann durch grundlegende Unterschiede im sozialen Umfeld, in dem ein Schimpanse aufwächst, aber auch durch andere Faktoren wie zum Beispiel die Ernährung verursacht werden und muss noch weiter untersucht werden“, erklärt Co-Autor Patrick Tkaczynski.

26.05.2020: Anspruch von hessischen TierärztInnen auf Kindernotbetreuung

Hessische Tierärztinnen und Tierärzte sowie Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) im Nutztierbereich, in der Lebensmittelproduktion und -überwachung sind systemrelevant und haben so einen Anspruch auf Kindernotbetreuung. Das geht aus einem Schreiben des Hessischen Ministeriums an den Präsidenten der Landestierärztekammer (LTK) Hessen, Dr. Ingo Stammberger, hervor. Diese Regelung
gilt zunächst bis zum 1. Juni. Ein eingeschränkter Regelbetrieb soll ab dem 2. Juni wieder aufgenommen werden, so dass weiteren Personengruppen eine Betreuung ihrer Kinder ermöglicht werden kann. Auf formlose schriftliche Anforderung per E-Mail an info@ltk-hessen.de stellt die LTK entsprechende Bestätigungen für Tierärzte aus. Für entsprechende Bescheinigungen für TFAs ist der Arbeitgeber zuständig.

26.05.2020: BMEL fördert energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) plant, die Forschung und Entwicklung praxisorientierter Technologien und Konzepte, die zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen aus Wirtschaftsdüngern durch Biogaserzeugung und andere energetische Nutzungspfade beitragen, zu fördern. Bis zum 30. November 2020 können Skizzen eingereicht werden, die innovative und praxistaugliche Vorhaben
zur Entwicklung und Weiterentwicklung von wirtschaftlichen Anlagenkonzepten und zur Aktivierung des nutzbaren Potenzials an Wirtschaftsdüngern umfassen. Zudem sollen FuE-Vorhaben, die alternative Behandlungen und Verwertungen der entstehenden Lagergase vorsehen, sowie Vorhaben mit einem anteiligen Einsatz von Reststoffen, aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ der Bundesregierung unterstützt werden.

26.05.2020: Junge Tiere reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen

Auf Basis von Forschungsarbeiten haben ForscherInnen der Vetmeduni Wien unter Mitarbeit der schwedischen Lund Universität untersucht, inwiefern sich klimatische Herausforderungen während des Heranwachsens von Vögeln und Säugetieren auf deren späteres Leben auswirken. Sie fanden heraus, dass sich die Fähigkeit der Tiere zur Temperaturanpassung einerseits verbessern, andererseits aber auch verschlechtern kann. Grundsätzlich reagieren alle Tiere während des Heranwachsens ähnlich empfindlich auf Temperaturschwankungen, vor und nach der Geburt. „In einigen Fällen führen Änderungen der Temperatur vor und nach der Geburt dazu, dass Organismen in
der Lage sind, sich im Erwachsenenalter besser an die thermische Umgebung anzupassen. In anderen Fällen scheint die Entwicklungstemperatur jedoch die Temperaturtoleranz später im Leben zu beschränken“, erklärt Sylvain Giroud von der Vetmeduni Wien. „Das richtige Verständnis der Ontogenese und Akklimatisierungskapazität sowie der Temperaturtoleranz ist der Schlüssel zur Vorhersage, wie Individuen und Populationen auf die Herausforderung des Klimawandels und der damit verbundenen zunehmend extremen Wetterbedingungen reagieren werden“, sagt die Forscherin weiter und erklärt, dass weitere Studien nötig sind, um gerade für die postnatale Periode Daten zu sammeln.

26.05.2020: Österreichische Tierärztekammer gegen Telemedizin

Ferndiagnosen verstoßen gegen das österreichische Tierärztegesetz. Daher prüft die Österreichische Tierärztekammer die Entwicklung und Anwendung von Telemedizin in der Veterinärmedizin genau. „Aufgrund der derzeit in der Veterinärmedizin geltenden Rechtslage und der aktuell noch fehlenden gesetzlichen (Sonder-) Regelungen für telemedizinische Anwendungen - vergleichbar mit der Humanmedizin -, sehen wir uns veranlasst derartige Entwicklungen zu prüfen“, so Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer. So hat COVID-19 im Humanbereich eine Sonderregelung zur Telemedizin bewirkt. Diese gilt aber nicht automatisch auch für die Veterinärmedizin. Denn in der Tiermedizin ist die Untersuchung durch den Tierarzt/Tierärztin noch schwerer zu ersetzen, da die Tiere nicht über ihre Beschwerden sprechen können. Auch Videos, Bilder und Schilderungen, die von
BesitzerInnen übermittelt werden, können eine solche nicht substituieren, meint Frühwirth. Die physische unmittelbare Beurteilung, und damit auch die Untersuchung, seien essentieller Bestandteil einer dem veterinärmedizinischen Standard entsprechenden tierärztlichen Handlung, bekräftigt Frühwirth. „Eine Ferndiagnose, die ausschließlich auf fernmündlichem Wege, wie beispielsweise mittels Videochat erstellt wird, fällt zudem unter das Ferndiagnose- und Behandlungsverbot und verstößt auch gegen §24 Abs 1 Tierärztegesetz, der die persönliche und unmittelbare Berufsausübung definiert.“ Somit sei das derzeit marktschreierisch angekündigte und intensiv beworbene Geschäftsmodell einer tierärztlichen Online-Sprechstunde, das zudem von nichttierärztlichen Gesellschaften und Futtermittelanbietern betrieben wird, aufgrund zahlreicher Rechtswidrigkeiten unzulässig“, urteilt Frühwirth.

25.05.2020: Kuhbad gegen Milchfieber

Ein ehemaliger Milchviehhalter aus den Niederlanden hilft Kühen mit Milchfieber durch ein Kugbad wieder auf die Beine. Das Kuhbad des Niederländers besteht aus einem Tank, den er samt vorgewärmtem Wasser zum Betrieb liefert. Das Kuhbad ist für Kühe nach
einer schweren Geburt gedacht, die wegen einer Verletzung oder aufgrund von Milchfieber festliegen. Die Gelenke und Muskeln der Kühe werden beim Baden entlastet. Frank Timmerman vermietet seine zehn Kuhbäder-Tanks bereits seit zwei Jahren an Landwirte im Umkreis.

25.05.2020: Praxismaßnahmen zur Vermeidung von Rinderherpes

Trotzdem Deutschland seit 2017 offiziell als frei von dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) gilt, appelliert der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) an Rinderhalter, wachsam zu sein und die hygienischen Praxismaßnahmen unbedingt einzuhalten. Denn die Sorge vor einer Wiederausbreitung der Krankheit ist groß, nachdem Fälle von BHV1 im vergangenen Jahr auf zwei Milchviehbetrieben in Aachen nachgewiesen worden waren. Im Falle der Einschleppung des Herpesvirus müssen alle infizierten
Tiere getötet werden. Bei starker Durchseuchung kann die Tötung des gesamten Bestandes angeordnet werden. Zudem empfiehlt der RLV Rinderhaltern, einem Zukauf unerkannt infizierter Tiere durch möglichst aktuelle Blutergebnisse vorzubeugen. Auch sollte unbedingt eine mögliche Einschleppung des Virus über Personen, die vorher direkten Tierkontakt in anderen Beständen hatten, vermieden werden. Es ist zu beachten, dass der Erreger auch über kontaminierte Gerätschaften verbreitet werden kann.

25.05.2020: Mensch durch Nerz mit Covid-19 infiziert

Das niederländische Landwirtschaftsministerium hat mitgeteilt, dass sich erstmals offenbar ein Mitarbeiter einer Pelzfarm durch einen Nerz mit dem Corona-Virus SarsCoV-2 infiziert hat. Laut Landwirtschaftsministerin Carola Schouten haben Untersuchungen dies ergeben, nachdem sich Ende April 2020 in zwei Zuchtbetrieben in der niederländischen Provinz Noord-Brabant
Nerze durch Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert haben. Die Regierung plant nun, die bis zum Jahr 2024 beschlossenen Schließungen von Zuchtfarmen früher zu realisieren. Subventionsangebote sollen die Betreiber überzeugen, die Farmen zeitnah zu schließen. Zudem wurden weitergehende Untersuchungen aller Tiere in den Nerzfarmen angeordnet.

Corona-Auswirkungen auf die Tierarztpraxis

Die Corona-Pandemie hat Deutschland noch fest im Griff: Merken Sie in der Tierarztpraxis bereits die Auswirkungen der Pandemie?