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Weiterbildung zur/m PraxismanagerIn

Bericht: Was macht ein/e Praxismanagerin und wie wird man eine/r?

„Je mehr Personen in der Praxis arbeiten, umso wichtiger wird es, Struktur und Überblick zu haben“, sagt Marina Poppinga. Sie ist Praxismanagerin in der niedersächsischen Tierarztpraxis Link, die sie zusammen mit ihrem Partner, Dr. Matthias Link, führt. Die Expertise dafür hat sie sich vor mehr als zehn Jahren mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung zur Geschäftsführerin über die Dauer eines Jahres angeeignet.

Sie kümmert sich seitdem um die Ausbildung der Tiermedizinischen Fachangestellten (TFAs), die Terminkoordination, Arbeitszeitabrechnung, Buchhaltung und zahlreiche weitere administrative Aufgaben. In vielen Praxen werden solche Aufgaben zunehmend an motivierte TFAs delegiert. „Die Schaffung einer Zwischenposition der Praxismanagerin ist besondere in größeren Praxen sinnvoll, und dahin geht ja die Entwicklung.“ Dafür gibt es mittlerweile auch im veterinärmedizinischen Bereich spezielle Fortbildungen für Fachangestellte.

In zumeist einwöchigen Intensivkursen, die im Preis zwischen 1000 und 2000 Euro liegen, werden die Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Praxisorganisation und Abrechnung vermittelt. Hinzu kommen Qualitäts-, Personal- und Hygienemanagement sowie Tipps zur besseren Kommunikation, wichtigen Rechtsvorschriften, Praxis-EDV-Anwendungen und gutem Praxismarketing.

„Zum Einstieg ist das sicherlich nützlich“, meint Poppinga, die sich mit dem Kursprogramm der Praxismanagementfortbildungen für die Tierarztpraxis mit der Intention, ihr eigenes Wissen in diesem Bereich aufzufrischen, beschäftigt hat. Sie findet, dass die Qualität der Fortbildung der Tiermedizinischen Fachangestellten seit der Bildung der „AG zur Anerkennung von Fort- und Weiterbildungen für TFA“ des Verbandes medizinischer Fachberufe (VMF) und des Bundesverbandes praktischer Tierärzte (bpt) zwar insgesamt deutlich zugenommen hat, „aber im Bereich Praxismanagement ist das Angebot noch sehr gering.“

Da der Begriff, „Praxismanagerin“ nicht geschützt ist, ist es auch möglich, sich die Inhalte, die einen interessieren, modulweise zusammenzusuchen, so dass die erworbene Spezialkenntnis zu den praxisindividuellen Bedürfnissen passt. Für diesen Zweck sind auch Online-Seminare – etwa als Ergänzung zur klassischen Präsenzschulung – hilfreich, findet Poppinga.

Eine Fortbildung im Bereich Praxismanagement, insbesondere eine, die vom VMF anerkannt wurde, befähigt zur Eingruppierung in eine höhere Tarifstufe, „sie ist jedoch keine automatische Garantie für eine bessere Bezahlung“, so Poppinga, „der Chef muss eine solche Stelle auch schaffen wollen.“

Für Poppinga war die wichtigste Erkenntnis aus ihrer damaligen Weiterbildung, dass man im Praxisteam eine Ordnung braucht, auf die sich alle festlegen können. Daraufhin wurden in der Tierarztpraxis Link beginnend mit der ersten Auszubildenden schriftliche Arbeitsanleitungen etabliert. So gibt es Listen für die Bestückung der Instrumentenkästen, Anleitungen für die Standardbehandlungen, aber auch für das Vorgehen bei Stromausfall. „Das schafft Einheitlichkeit, spart Zeit und ist besonders toll für das Anlernen von neuen Mitarbeitern. Aufgaben, die man nicht so oft macht, kann man schnell nachschauen.“

Sophia Neukirchner

Fazit: Tiermedizin-spezifische Angebote zum Erwerb der Zusatzqualifikation sind rar

Mit der Zunahme von Praxisgemeinschaften steigt der Bedarf nach Praxismanagern. Eine Fortbildung in diesem Bereich kann neue Karrierewege abseits vom Behandlungstisch und mit besseren Verdienstmöglichkeiten eröffnen. Der Begriff ist nicht geschützt, eine zertifizierte Fortbildung ist deshalb angeraten. Tiermedizinische Fachangestellte, die sich in diesem Bereich qualifizieren wollen, sollten Entscheidungsfreude, Führungsqualität und Organisationstalent mitbringen. Eine Fortbildung im Bereich „Praxismanagement“ kann auch für mitarbeitende LebenspartnerInnen und TierärztInnen interessant sein, um die Praxis voranzubringen.

Die Aufgaben einer PraxismanagerIn im tiermedizinischen Bereich unterscheiden sich von denen in der normalen Arztpraxis. Apothekenführung und Preiskalkulation etwa sind nur für die Tierarztpraxis relevant. Branchenübergreifende Angebote sind deshalb nicht ausreichend.

 

TFA-Kalender: Zusatzmaterial

Dieser Text entstammt dem TFA-Praxisplaner 2021. Zusatzmaterial finden Sie unter Links.

Der Kalender für Tiermedizinische Fachangestellte mit vielen nützlichen Informationen für den Praxisalltag kann hier bestellt werden.

 

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Praxis

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