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Alterserkrankungen beim Hund

mit freundlicher Unterstützung von

Intervet Deutschland GmbH

Karsivan® - Alter Hund? Na und!

Nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere Hunde werden immer älter. Gleichzeitig gehören Haustiere zunehmend zur Familie. Alterungsprozesse werden so deutlicher spürbar und der optimale Einsatz vorhandener Behandlungsmöglichkeiten immer wichtiger. In diesem Fokusthema finden Sie ausführliche Informationen zu diesem Thema.

Nicht nur beim Menschen, sondern auch in der Hundepopulation haben Fortschritte in der Ernährung und der allgemeinen Gesundheitspflege zu einem Anstieg des Durchschnittsalters geführt. Im gleichen Maße stellen die Hundebesitzer höhere Ansprüche an die Gesundheitsfürsorge und die Lebensqualität ihrer Vierbeiner.
In unserer Gesellschaft werden Haustiere zunehmend als „Familienmitglieder“ angesehen, die in enger Beziehung mit ihren Besitzern zusammenleben. Dadurch werden Alterungsprozesse der Haustiere heute deutlicher spürbar.
Zu diesen Prozessen gehören eine zunehmende Inaktivität, der Verlust der Stubenreinheit, veränderte Schlafgewohnheiten und eine zunehmende Desorientierung. Viele dieser Veränderungen entwickeln sich schleichend oder werden zunächst als „normale“ Alterserscheinungen akzeptiert. Bis sie in einem fortgeschrittenen Stadium das Zusammenleben mit dem Hund zunehmend belasten und unter Umständen auch zum Anlass für eine Euthanasie werden.
Aus diesem Grund wird es immer wichtiger, die zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten älterer Hunde vollständig auszuschöpfen.

Aus der Humanmedizin ist bekannt, dass es mit zunehmendem Alter zu einem Rückgang der Adenosinwirkung kommen kann. Auch bei älteren Hunden kann ein derartiger Rückgang der Adenosinwirkung zu den klinischen Alterungserscheinungen beitragen.
Medikamente, die die Adenosineffekte potenzieren, können daher die Folgen des Alterns beim Hund verlangsamen. Dadurch können die mit dem Alter verbundenen Probleme hinsichtlich der Gesundheit und der Beziehung zwischen Besitzer und Hund reduziert werden.
Ein starker Stimulator von Adenosin ist das Xanthinderivat Propentofyllin, das in Karsivan® enthalten ist. Karsivan® hat nachweislich einen breiten Wirkungsbereich auf die Fließeigenschaften des Blutes, die kardiovaskuläre Funktion, die zerebrale Durchblutung und den Atemwegsdurchmesser. Die zahlreichen positiven pharmakologischen Wirkungen von Propentofyllin ergeben ein Gesamtprofil, durch das dieser Wirkstoff in besonderer Weise für die Therapie von häufig vorkommenden Dysfunktionen bei geriatrischen Patienten geeignet ist.

Die Gabe von Karsivan® ist angezeigt, wenn eine der folgenden Störungen wie

  • chronische, altersbedingte Kreislaufprobleme
  • Senilität und Verhaltensänderungen infolge einer Minderdurchblutung
  • Arrhythmie infolge einer Myokardischämie
  • Bronchokonstriktion
  • des Kreislaufs und der Sauerstoffversorgung, insbesondere im
    Herz, Gehirn und in den Skelettmuskeln,

zu Trägheit, schneller Ermüdung und Apathie, Aufsteh- und Gehbeschwerden, Lethargie sowie verminderter Bewegungsfreude oder Belastungstoleranz führen.

Propentofyllin (Karsivan®) ist in einer Dosierung von 3 mg/kg KG zweimal täglich zu verabreichen. Karsivan® sollte auf nüchternen Magen direkt unter die Zunge oder in einer kleinen Futterkugel mindestens eine halbe Stunde vor der Fütterung gegeben werden. Eine klinische Wirksamkeit kann erst nach einer Behandlungsdauer von 4 Wochen sicher beurteilt werden. Karsivan® ist gut verträglich. Es wurde ohne nachteilige Effekte in einer Dosierung, die um ein fünffaches über der empfohlenen Dosierung lag, verabreicht. Spezifische Organerkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz) sind primär kausal zu behandeln.

Adenosin: Hormon, Neurotransmitter und intrazellulärer Modulator

Adenosin spielt eine wichtige Rolle als Hormon, Neurotransmitter und intrazellulärer Modulator. Lesen Sie hier, wie es aufgebaut ist, wo es vorkommt und welche intrazellulären Wirkungen es besitzt.

Adenosin ist ein Purin-Nukleosid, das aus der Purinbase Adenin und dem Zucker Ribose aufgebaut ist. Es kommt in den meisten Geweben extra- und intrazellulär vor. Adenosin ist Vorläufer anderer ähnlicher Moleküle, kann aber auch selber biologisch aktiv wirken. Der Tagesumsatz von Adenosin im Körper kann pro Tag im Kilogrammbereich liegen.
Als Adenosintriphosphat (ATP) spielt Adenosin eine große Rolle für den Transport und die Speicherung von Energie in den Zellen. Ebenso wichtig ist das zyklische Adenosinmonophosphat (cAMP) als intrazelluläres Signalmolekül für die Produktion einer zellulären Antwort auf extrazelluläre Botschaften.
Zu den wichtigen eigenständigen intrazellulären Wirkungen von Adenosin gehört die Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase, wodurch der cAMP-Spiegel erhöht wird. Da manche Nervenendigungen Adenosin als Neurotransmitter verwenden, kann Adenosin auch als Neurotransmitter für Dopamin und Glutamin fungieren.
Auf Grund dieser vielfältigen Wirkungen und des ubiquitären Vorkommens von Adenosin in der extrazellulären Flüssigkeit der Gewebe, besitzt Adenosin ein hohes Potential, auf einen großen Bereich physiologischer Systeme einzuwirken.
Adenosin wird von Transportproteinen durch die Zellmembran geschleust oder es bindet sich an spezifische Rezeptoren auf der Zellmembran. Typ und Konzentration der vier Adenosin-Rezeptoren unterscheiden sich je nach Spezies und Gewebe. Diese Rezeptoren können auf verschiedene Konzentrationen von Adenosin in unterschiedlicher Weise reagieren. Besonders häufig treten Adenosin-Rezeptoren im Gehirn und im kardiovaskulären System auf. Sie kommen aber auch in den meisten anderen Geweben (Respirationsapparat, Darm, Niere, Muskulatur, Hypophyse, Uterus und Gonaden) vor.
Die Beteiligung an der hormonellen sowie der neuronalen Signalübertragung und die breite Verteilung spezifischer Rezeptoren machen Adenosin zu einem wichtigen homöostatischen Modulator. Es spielt eine wichtige Rolle für den Schutz der Körpergewebe, besonders im Zustand einer Hypoxie oder Ischämie. In den folgenden Texten wird die Bedeutung von Adenosin in den verschiedenen Körpersystemen und Situationen beschrieben.

Die Bedeutung von Adenosin in den verschiedenen Körpersystemen

In diesem Text werden die vielfältigen Wirkungen von Adenosin im zentralen Nervensystem, auf das Herz, die Muskulatur und andere Organsysteme sowie das Immunsystem und Entzündungsvorgänge beschrieben.

Adenosin zeigt vielfältige Wirkungen auf das Herz und die Blutgefäße. Durch die Modulation der adrenergen und noradrenergen kardialen Stimulation verhindert Adenosin eine sympathische Überstimulierung des Herzens. Durch seine inhibitorische Wirkung auf den Sinus- und den AV-Knoten besitzt Adenosin außerdem antiarrhythmische Eigenschaften.
Einer der wichtigsten Effekte von Adenosin ist die vasodilatatorische Wirkung, die durch Rezeptoren in der glatten Gefäßmuskulatur vermittelt wird. Adenosin führt so zu einer verbesserten Koronardurchblutung, zu einem verminderten peripheren Widerstand und damit zu einer geringeren Nachlast. Bei einer Hypoxie steigt der Adenosinspiegel, weil vermehrt ATP abgebaut wird. Die daraufhin eintretende vasodilatatorische Wirkung des Adenosins verbessert die Durchblutung und schützt das Herz und andere Gewebe vor ischämischen Schädigungen. Unterstützt wird diese positive Wirkung auf die Durchblutung durch die verbesserten Fließeigenschaften der Erythrozyten und durch eine verringerte Aggregationsneigung der Thrombozyten.
Außerdem wurde nachgewiesen, dass Adenosin an der kardialen Präkonditionierung beteiligt ist. Während einer Ischämie könnte daher durch die Potenzierung von Adenosin eine schützende Wirkung auf das Herz erzielt werden.
Auch im gesamten zentralen Nervensystem sind Adenosin und die dazugehörigen Rezeptoren nachweisbar. Adenosin scheint im zentralen Nervensystem ebenfalls eine protektive Wirkung zu haben, die Ischämie- und Reperfusionsschäden verhindert. Ebenso konnte eine Beteiligung an präkonditionierenden Mechanismen im Gehirn gezeigt werden. Als potenter Vasodilatator steigert Adenosin auch die zerebrale Durchblutung und damit die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Zusätzlich zeigt Adenosin eine neuromodulatorische Wirkung im Gehirn, die die neuronale Erregung hemmt und somit eine antikonvulsive Wirkung hat.
In der Skelettmuskulatur verbessert Adenosin auf Grund seiner vasodilatatorischen Wirkung ebenfalls die Durchblutung. Darüber hinaus moduliert es die neuromuskuläre Übertragung, wobei der Nettoeffekt von dem Verhältnis zwischen inhibitorischen und aktivierenden Adenosin-Rezeptoren abhängt.
Im zellulären Energiestoffwechsel wird bei steigendem Energiebedarf zunehmend ATP abgebaut, was zu einem Anstieg der Adenosin-Konzentration führt. Dieser Anstieg stimuliert wiederum die Glykolyse. Auf diese Weise wird die Energieverfügbarkeit erhöht und der Energiebedarf über ein komplexes System gesenkt. Auf die Lipolyse hat Adenosin dagegen eine hemmende Wirkung. Außerdem schützt Adenosin nachweislich vor freien Sauerstoffradikalen, wie sie bei normalen oxidativen Stoffwechselvorgängen und besonders im Zustand einer Hypoxie bzw. Ischämie gebildet werden.
Auch in der Leber zeigt Adenosin über die Vasodilatation eine schützende Wirkung vor Ischämie- und Reperfusionsschäden. In der Lunge bewirkt Adenosin eine Bronchodilatation.
Des Weiteren fungiert Adenosin als endogener Regulator von Immun- und Entzündungsvorgängen. Es hemmt die Aktivierung der neutrophilen Granulozyten, die Phagozytose und die Produktion einiger toxischer Nebenprodukte des Entzündungsprozesses, wodurch exzessive Schädigungen verhindert werden.
Auch in den Hoden und in den Lutein- und Granulosazellen wurden Adenosin-Rezeptoren gefunden. Außerdem beeinflusst Adenosin die Wirkung von Östradiol und Progesteron auf das Myometrium. Trotz dieses bekannten Potentials zur Modifizierung der Fortpflanzungsfunktion, ist die genaue Bedeutung von Adenosin für das Fortpflanzungssystem noch nicht geklärt.
Auch die spezifischen Funktionen von Adenosin-Rezeptoren in anderen Geweben (z.B. Niere, Respirationstrakt, Darm, Blase) sind noch nicht geklärt. Vermutlich handelt es sich auch hier um homöostatische oder protektive Effekte.
Auch im Tumorgewebe ist Adenosin in hohen Konzentrationen nachgewiesen worden. Es konnte gezeigt werden, dass Adenosin-potenzierende Medikamente beim Menschen die Tumorsensitivität gegen manche Chemotherapeutika erhöhen. Die Gründe dafür sind allerdings noch nicht bekannt.

Adenosin im Alterungsprozess und die potenzierende Wirkung von Propentofyllin

Wie beim Menschen kann auch beim Hund ein Rückgang der Adenosinwirkung im Alter mit zu den Alterungserscheinungen beitragen. Kann dieser Vorgang genutzt werden, um die Auswirkungen des Alterungsprozesses zu lindern?

Aus der Humanmedizin ist bekannt, dass es im Alter zu einer Verminderung der Adenosin-Rezeptorfunktion und der Adenosinwirkung kommen kann. Ein derartiger Rückgang der Adenosinwirkung kann auch bei älteren Hunden zu den typischen klinischen Alterungserscheinungen beitragen. Zu diesen Erscheinungen gehören Kreislaufverschlechterung, schlechte neuromuskuläre Übertragung mit Muskelschwäche und verminderter Belastungstoleranz sowie vermehrte Thrombozyten-Aggregation mit Thrombusbildung ebenso wie neurodegenerative Veränderungen.
Eine Potenzierung der Adenosineffekte erscheint daher geeignet, die Auswirkungen des Alterungsprozesses auf die Gesundheit älterer Hunde zu lindern oder gar aufzuhalten. Der Einsatz von Adenosin-potenzierenden Produkten führt unter anderem zu einer Verbesserung der peripheren und zentralen Durchblutung bei älteren Hunden.
Das Xanthinderivat Propentofyllin ist ein starker Stimulator von Adenosin und ein Inhibitor der cAMP-Phosphodiesterase. Es hat zahlreiche vaskuläre und nicht-vaskuläre Effekte. Propentofyllin führt über eine Hemmung der Adenosin-Wiederaufnahme in die Nervenendigungen und andere Zellen zu einer erhöhten extrazellulären Verfügbarkeit von Adenosin. Auf diese Weise können die unterschiedlichen positiven Effekte von Adenosin gesteigert werden.
Über die Hemmung der cAMP-Phosphodiesterase wird der Abbau von cAMP gehemmt. Gleichzeitig wird die intrazelluläre cAMP-Konzentration erhöht und der ATP-Spiegel stabilisiert. Auf diesem Mechanismus beruht die positive Wirkung von Propentofyllin auf die Verformbarkeit der Erythrozyten und die Hemmung der Thrombozyten-Aggregation sowie die Bronchodilatation. Zusätzlich führt Propentofyllin über die stimulierende Wirkung von Adenosin auf das Enzym Adenylatzyklase zu einer vermehrten Bildung von cAMP und cGMP.

Vaskuläre und nicht-vaskuläre Effekte von Propentofyllin beim alternden Hund

Propentofyllin hat als starker Stimulator von Adenosin zahlreiche vaskuläre und nicht-vaskuläre Effekte. Mehr dazu können Sie hier lesen:

Die vaskulären Effekte von Propentofyllin sind gut belegt. Die verbesserte Rheologie des Blutes und die Vasodilation bewirken eine bessere Durchblutung des Herzmuskels, der Skelettmuskulatur, des Gehirns und anderer Gewebe. Zusätzlich senkt die periphere Vasodilatation die kardiale Nachlast und erhöht so das Herzzeitvolumen.
Zu den nicht-vaskulären Effekten von Propentofyllin gehört die durch cAMP vermittelte bronchodilatatorische Wirkung. Im Bereich des Zellstoffwechsels steuert Propentofyllin den Energiebedarf und die Energieversorgung. Auf diese Weise wird die Sauerstoffversorgung der Gewebe ohne einen erhöhten Energiebedarf verbessert.
Auch im Gehirn verbessert Propentofyllin die Durchblutung und schützt es so im Alter vor ischämischen Schädigungen. Außerdem könnte durch die Adenosinpotenzierung eine antikonvulsive Wirkung eintreten und eine Neurodegeneration verhindert werden.
Am Herzen zeigt Propentofyllin neben der positiven Wirkung auf die koronare und myokardiale Durchblutung, eine antiarrhythmische Wirkung. Darüber hinaus schützt es nachweislich vor ischämischen Schädigungen und senkt damit das Infarktrisiko.
Des Weiteren könnte Propentofyllin neben der Verbesserung der Muskeldurchblutung dazu beitragen, die neuromuskuläre Übertragung zu fördern.
Ebenso ist durch die Adenosinpotenzierung eine Modulation der Immun- und Entzündungsreaktion in Richtung einer besseren Wundheilung denkbar.

Erfolgreicher Einsatz von Propentofyllin in verschiedenen klinischen Studien

Die Wirksamkeit von Karsivan®wurde in vielen Studien untersucht, einige davon werden hier kurz vorgestellt.

Bei verschiedenen Multicenterstudien in Deutschland zeigte Karsivan® eine deutlich positive Wirkung auf die Symptome: Trägheit, Müdigkeit, Apathie (TMA) sowie steifer Gang, Aufsteh- und Gehbeschwerden (SAG). In einer Studie wurde ohne Berücksichtigung der einzelnen Prüfkriterien bei 85 % der teilnehmenden Patienten ein Therapieerfolg erzielt. Eine besonders hohe Erfolgsquote (84,2 %) wurde bei dem TMA-Komplex erzielt. Auch bei den Symptomen Haarverlust, steifer Gang, mangelnder Appetit und Abmagerung wurde in 70-77% eine Besserung festgestellt. In einer italienischen Multicenterstudie zeigte sich bei der Altersklasse über 12 Jahre bei 83 % der untersuchten Hunde eine leichte und bei 17 % eine deutliche Besserung. Bei einer norwegischen Multicenterstudie zur Untersuchung der Wirkung von Propentofyllin auf chronische Bewegungsstörungen (v.a. steifer Gang, Probleme beim Aufstehen) wurde bei 73 % der untersuchten Hunde eine Verbesserung der Symptome erzielt.

Quelle: Adenosin: Beeinflussung des Alterungsprozesses bei Hunden – Klinisches Update 2002, Produktinformation: Karsivan®, MSD Tiergesundheit.

Publikationen

Vorhersagbarkeit von in Zusammenhang mit altersbedingten, kognitiven Störungen stehenden Verhaltensänderungen bei Hunden

Autor: Dr. Barbara Gooß

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Im Rahmen dieser Studie wurde das Fortschreiten altersbedingter Verhaltensänderungen bei Hunden untersucht. Ziel der Studie war, zu ermitteln, ob die Anzeichen einer kognitiven Dysfunktion geeignet sind, um weitere Verschlechterungen oder Störungen vorhersagen zu können.

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Vorhersagbarkeit von in Zusammenhang mit altersbedingten, kognitiven Störungen stehenden Verhaltensänderungen bei Hunden

Quelle: Bain, M.J.; Cliff, K.D.; Ruehl, W.W. (2001) The Journal of the American Veterinary Medical Association (218), 1792-1795

Ziel der hier vorgestellten Studie war es, das Fortschreiten altersbedingter Verhaltensänderungen bei Hunden über einen Zeitraum von 6 bis 18 Monaten zu beobachten. Außerdem sollte ermittelt werden, ob Anzeichen einer kognitiven Dysfunktion in vier verschiedenen Verhaltens-Kategorien geeignet sind, um weitere Verschlechterungen oder Störungen vorhersagen zu können. In dieser Querschnittsstudie wurden zufällig ausgewählte Besitzer von 110 Hunden im Alter von 11 bis 16 Jahren anhand eines strukturierten Protokolls telefonisch befragt. Zwei identische Befragungen wurden im Abstand von 12 bis 18 Monaten durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Befragungen gingen in die Studie ein, wenn der Hund mindestens 6 Monate nach der ersten Befragung noch lebte.
Der inhaltliche Schwerpunkt der Befragung lag auf Anzeichen einer oder mehrerer Verhaltens-Kategorien:

  • Orientierung in Haus und Garten
  • Soziale Interaktion mit den Familienmitgliedern
  • Stubenreinheit
  • Schlaf-Wach-Zyklus

Diese Verhaltens-Kategorien beinhalten Faktoren wie Lernen und Gedächtnis. Sie werden deshalb auch als Indikatoren für kognitive Dysfunktionen oder Störungen angesehen, die degenerative Veränderungen im Gehirn widerspiegeln. Zu jeder Verhaltens-Kategorie wurden drei bis vier Fragen gestellt, die sich gezielt auf die Anzeichen einer Dysfunktion in dieser Kategorie richteten. Eine Störung in einer Kategorie bestand, wenn ein Hund in der entsprechenden Kategorie zwei oder mehr Anzeichen zeigte, die zum Zeitpunkt der ersten Befragung noch nicht auftraten. Für eine eindeutige Störung mussten diese Anzeichen mindestens einmal pro Woche über den Zeitraum von einem Monat auftreten. Als Anzeichen für eine Dysfunktion wurden die folgenden Erscheinungen gewertet.

Orientierungsstörung:

  • ins Leere starren
  • verlaufen im Haus oder im Garten
  • aus Ecken nicht herausfinden
  • in der falschen Tür oder an einer falschen Stelle der Tür stehen, um heraus zu kommen
  • ein anderes deutliches Zeichen für Desorientierung

Störung der sozialen Interaktion:

  • abnehmende Tendenz den Besitzer zu begrüßen
  • abnehmendes Verlangen nach Aufmerksamkeit des Besitzers
  • Veränderung im Bedürfnis, dem Besitzer im Haus hinterher zu laufen

Störungen der Stubenreinheit:

  • Harn- und Kotabsatz im Haus (ohne andere Erkrankung oder Verhaltensstörung)
  • Abnahme in der Tendenz des Tieres sich bemerkbar zu machen, wenn es nach draußen muss oder nachlassende Nutzung der Hundetür bzw. Hundeklappe

Störungen des Schlaf-Wach-Zyklus:

  • regelmäßiges Aufwachen des Besitzers durch anhaltendes Hin- und Herlaufen des Hundes oder durch Lautäußerungen
  • kürzere nächtliche Schlafdauer
  • deutlich vermehrtes Schlafen tagsüber

Hunde mit organischen Störungen, die zu einem Anzeichen einer Dysfunktion beitragen könnten, wurden von der Studie ausgeschlossen. Zusätzlich wurde das Ausmaß der Übereinstimmung einer Desorientierung mit dem eventuellen Auftreten von Seh- und Hörstörungen zwischen den beiden Befragungen ermittelt. Um eine Sensibilisierung der Besitzer bei der zweiten Befragung zu vermeiden, wurde bereits vor der ersten Befragung Informationsmaterial über altersbedingte Verhaltensänderungen beim Hund an die Besitzer verschickt. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Besitzer nicht, dass man sie einer zweiten Befragung unterziehen würde.

73 Hunde wiesen bei der ersten Befragung in keiner der Kategorien eine Störung auf. Von diesen 73 Hunden entwickelten 16 (22%) bis zur zweiten Befragung eine Störung in einer Kategorie, 8 (11%) Hunde entwickelten Störungen in zwei oder mehr Kategorien.
Eine Störung in einer der Kategorien zeigten laut der ersten Befragung 27 Hunde. Von diesen entwickelten 13 (48%) Hunde eine Störungen in zwei oder mehr Kategorien.

Die Ergebnisse dieser Studie können für prognostische Aussagen genutzt werden, welche Hunde mit welcher Wahrscheinlichkeit eine kognitive Störung entwickeln werden. Die Wahrscheinlichkeit 6 bis 18 Monate später von einer Verschlechterung betroffen zu sein, ist für Hunde mit mehreren Anzeichen einer Dysfunktion wesentlich höher, als bei Hunden mit nur wenigen oder gar keinen entsprechenden Anzeichen.
Hunde mit einem Anzeichen einer Dysfunktion in der Kategorie Orientierung wiesen eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit auf, eine entsprechende Störung zu entwickeln, als Hunde, die in dieser Kategorie keine Anzeichen einer Dysfunktion zeigten.
In den Kategorien soziale Interaktion und Stubenreinheit entwickelten Hunde, die in der ersten Befragung ein Anzeichen für eine Dysfunktion zeigten, häufig eine Störung in der entsprechenden Kategorie bis zur zweiten Befragung. Im Vergleich zu den Hunden ohne entsprechende Anzeichen einer Dysfunktion bei der ersten Befragung, war dieser Unterschied jedoch nicht signifikant.
Keine voraussagende Bedeutung für eine progressive Störung hat ein Anzeichen einer Dysfunktion in der Kategorie Schlaf-Wach-Zyklus. Die Übereinstimmung zwischen dem Auftreten einer Desorientierung und dem Auftreten einer Seh- oder Hörstörung zwischen den beiden Befragungen war nur gering. Dies deutet darauf hin, dass eine Desorientierung in den meisten Fällen vermutlich eher auf eine Verschlechterung der Gehirnfunktion als auf eine Seh- oder Hörstörung zurückzuführen ist. Seh- und Hörstörungen können allerdings einen Einfluss auf den Schweregrad oder die Häufigkeit von Orientierungsstörungen haben.

Es ist jedoch äußerst wichtig, durch eine gründliche Allgemeinuntersuchung abzuklären, ob die vorhandenen Anzeichen einer kognitiven Dysfunktion tatsächlich durch die Verschlechterung der Gehirnfunktion und nicht durch die Verschlechterung anderer Organsysteme verursacht werden.


Neue pharmakologische Aspekte zum neurologischen Profil von Propentofyllin (Karsivan® ad us. vet.)

Autor: Dr. Barbara Gooß

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Propentofyllin wird seit mehreren Jahren erfolgreich in der geriatrischen Therapie bei Hunden angewendet. Es bewirkt vor allem eine Verbesserung der Hämodynamik im zerebralen und peripheren Bereich. Diese Publikation gibt eine Übersicht über verschiedene Studien, die zur Erstellung eines neurologischen Profils der pharmakologischen Aktivitäten von Propentofyllin durchgeführt wurden.

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Neue pharmakologische Aspekte zum neurologischen Profil von Propentofyllin (Karsivan® ad us. vet.)

Quelle: Kapl, D.; Rudolphi, K.A. (1998) Tierärztl Prax (26) (K), 317-321

Die im folgenden vorgestellte Publikation gibt eine Übersicht über die Ergebnisse von verschiedenen experimentellen Tierstudien. Diese Studien wurden durchgeführt, um ein neurologisches Profil der pharmakologischen Aktivitäten des Wirkstoffes Propentofyllin zu erstellen.

Propentofyllin ist ein selektiver Hemmstoff des Adenosintransportes und der Phosphodiesterase. Er wird seit mehreren Jahren erfolgreich in der geriatrischen Therapie beim Hund angewendet. Propentofyllin zeichnet sich vor allem durch eine Verbesserung der Hämodynamik im zerebralen und peripheren Bereich aus.

Die neuropathologischen Veränderungen im Gehirn eines senilen Hundes ähneln weitgehend denen im Gehirn eines an Alzheimer erkrankten Menschen. Insbesondere zeigt sich dies in der großen Ähnlichkeit der Ausprägung von senilen Plaques und einer vaskulären Amyloidose. Eine Untersuchung an senilen Beageln zeigt eine deutliche Korrelation zwischen der Menge an abgelagertem ß-Amyloid in verschiedenen Gehirnarealen und dem Ausmaß der Demenzerscheinungen. Das wichtigste kognitive Symptom der Demenz ist der progressive Verlust der Gedächtnisfunktion und des Erinnerungsvermögens. Kognitive Funktionsstörungen bei Hunden können sich in verringerter Lernfähigkeit, scheinbar grundloser Aggressivität, Desorientierung, Angstverhalten und Verlust der „Stubenreinheit“ äußern. Diese Veränderungen stellen für den Hundebesitzer häufig ernst zu nehmende Probleme dar.

Das Xanthinderivat Propentofyllin ist ein neuroprotektiver Wirkstoff, der direkt in den neurodegenerativen Prozess eingreift und die Schädigung von Hirngewebe reduziert. Propentofyllin hat in unterschiedlichen Versuchsmodellen eine positive Wirkung auf die kognitive Funktion gezeigt. Es hemmt verschiedene Entzündungsprozesse wie die exzessive Mikrogliaaktivierung, die Bildung von freien Radikalen, Zytokinen und anormalen Amyloid-Vorläufer-Proteinen (APP). Außerdem stimuliert es die Synthese und die Freisetzung eines Nervenwachstumsfaktors (NFG) und reduziert die ischämische Schädigung des Gehirns.

Die Anti-Demenz-Wirkung von Propentofyllin wurde unter anderem in zwei experimentellen Tiermodellen an Ratten untersucht. Dabei handelte es sich zum einen um ältere, spontan hypertensive Ratten. Zum anderen um Ratten mit einer Schädigung des Basalkerngebietes durch die lokale Injektion von Ibotensäure. Die Tiere zeigten in beiden Versuchen schwere Defizite des Lernvermögens und der Gedächtnisleistung. Diese Defizite konnten durch die langfristige orale Gabe von Propentofyllin in einer Dosierung von 10-25 mg/kg einmal täglich deutlich verbessert werden. Diese Untersuchungen zeigen, dass Propentofyllin zur Verbesserung experimentell induzierter Veränderungen des cholinergen Nervensystems beitragen kann, die denen ähneln, wie sie im Gehirn von Alzheimer-Patienten festgestellt werden.

Des Weiteren wird dem Propentofyllin eine hemmende Wirkung auf die potentiell neurotoxische Funktion pathologisch aktivierter Mikrogliazellen zugeschrieben. Mit In-vitro-Versuchen an Mikrogliazellen aus dem Rattenhirn konnte eine hemmende Wirkung von Propentofyllin auf die Bildung von freien Sauerstoffradikalen sowie dem Tumornekrosefaktor alpha und auf die Mikrogliaproliferation nachgewiesen werden.

Auch in einer weiteren Studie an Wüstenspringmäusen mit Vorderhirnischämie zeigte sich, dass Propentofyllin den potentiell neurotoxischen Prozess der Mikrogliaaktivierung im postischämischen Gehirn hemmen kann. In verschiedenen weiteren Versuchsmodellen der Hirnischämie konnte für Propentofyllin eine gewebeerhaltende, neuroprotektive Wirkung mit einer signifikanten Verbesserung des neurologischen Status und einer Verringerung der Mortalität festgestellt werden.

Obwohl Propentofyllin eine ähnliche Struktur wie die klassischen Methylxanthine besitzt, weist der Wirkmechanismus erhebliche Unterschiede auf. Propentofyllin blockiert den natriumunabhängigen Adenosintransport und hemmt die zyklischen Nukleotid-Phosphodiesterase-Isoenzyme I, II und IV. Dadurch wird die extrazelluläre Konzentration von Adenosin und die intrazelluläre Konzentration der „second messenger“ zyklisches AMP (cAMP) und GMP (cGMP) an deren Wirkorten erhöht. Dies verstärkt die neuroprotektive Wirkung von Adenosin, cAMP und cGMP. Zahlreiche pathophysiologische Schlüsselprozesse wie Mikrogliaaktivierung, exzessive Glutamatfreisetzung, Bildung freier Radikale, Kumulierung von freiem intrazellulären Kalzium und gestörte Expression der ß-Amyloid-Vorläufer-Proteine werden gehemmt.

Propentofyllin ist außerdem geeignet, die endogenen Reparaturmechanismen im Gehirn zu unterstützen. In Studien an Astrozytenkulturen von Mäusen und alten Ratten zeigte sich eine vermehrte Bildung und eine verminderte altersbedingte Abnahme von Nervenwachstumsfaktoren. Diese Nervenwachstumsfaktoren sind für den Erhalt der neuronalen Struktur und deren Funktion erforderlich und fördern die Reparaturmechanismen nach Hirnläsionen.

Diese präklinischen Daten zeigen bereits den Wert von Propentofyllin als Anti-Demenz-Wirkstoff. Propentofyllin moduliert die Glia- und Neuronenfunktionen durch eine Verstärkung der vielfältigen Wirkungen von Adenosin, cAMP und cGMP. Klinische Studien am Menschen haben gezeigt, dass Propentofyllin eine sichere und wirksame Therapie der Demenz ermöglichen kann.
Für den Einsatz in der Tiermedizin wird angenommen, dass beim Hund ähnliche pharmakodynamische Prozesse zu einer derartigen Neuromodulation und Neuroprotektion führen.

Eine weitere Intensivierung des interdisziplinären Austausches zwischen Human- und Veterinärmedizin erscheint sinnvoll, um die Kenntnisse über Genese und Therapie von Demenzerscheinungen weiter zu intensivieren. Denn auf diese Weise kann zu einer Verbesserung der Lebensqualität von Mensch und Hund im Alter beigetragen werden.


Ernährung des alten Hundes und der alten Katze -Spezielle Diäten für den gerlatrischen Patienten

Autor: Prof. Dr. Ellen Kienzle
Institut f. Physiologie, Physiol. Chemieu. Tierernährung
Tierärztliche Fakultät
LMU München
Schönleutnerstraße 8
85764 Oberschleißheim

Am effektivsten kann durch die Ernährung auf die Lebensdauer des Hundes Einfluss genommen werden, wenn von Jugend an knapp gefüttert wird. Im Mittel verlängert dies die Lebenszeit um zwei Jahre. Bei älteren Hunden geht der Energiebedarf zurück, daher sollte der Altersadipositas durch kontrollierte Fütterung vorgebeugt werden. Alte Katzen neigen hingegen nicht zu Übergewicht. Bei beiden Spezies sollte hochwertiges Protein in bedarfsdeckenden Mengen (berechnet pro Tier und Tag!) zugeführt werden, und zwar auch dann, wenn die benötigte Futtermenge relativ gering ist. Phosphor sollte nicht erheblich über den Bedarf hinaus aufgenommen werden. Eine reichliche aber nicht exzessive Zufuhr von Zink, Selen sowie Antioxidanzien (Vitamin E, C, β -Carotin, Lutein etc.) kann sinnvoll sein.

Weitere Informationen

Quelle: Grosstierpraxis 7 / 2004

Tierarten Spezial

Geriatrie bei Hund und Katze >>>
von Dr. Barbara Gooß

Das Thema Alter und Altern gewinnt in der Kleintierpraxis, mit der zunehmenden Lebensdauer unsere Haustiere durch die bessere Fütterung und medizinische Versorgung, immer mehr an Bedeutung. Mittlerweile steigt auch die Bereitschaft der Tierbesitzer, ihr Haustier im Alter regelmäßig vorsorglich untersuchen zu lassen. Das Buch Geriatrie bei Hund und Katze wird dieser Entwicklung gerecht und geht ausführlich auf dieses Thema ein. Der Herausgeber Prof. W. Kraft betont schon in der Einleitung, das Alter dürfe nicht als Grund für irgendwelche Gesundheitsstörungen angesehen werden, vielmehr könnten bei rechtzeitiger Vorstellung und Untersuchung häufig Krankheiten erkannt und erfolgreich behandelt werden.

Das Buch Geriatrie bei Hund und Katze ist bereits in der zweiten überarbeiteten und deutlich erweiterten Auflage erschienen. Neu hinzu gekommen sind u.a. die Kapitel über die Krankheiten des Gehörgangs, die Gynäkologie und die physikalische Therapie. Die neue Auflage ist mit zahlreichen Farbbildern, übersichtlichen Tabellen und Diagrammen versehen und sehr straff gegliedert. Sie berücksichtigt die aktuellsten Erkenntnisse und geht neben den Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten auch intensiv auf die Besonderheiten der Haltung und Ernährung von Haustieren im Alter ein.

ln der Einleitung werden zunächst ausführlich grundlegende Fragen über das Altern, wie „Was ist Alter?“ und „Wann beginnt Alter?“ beantwortet, um dann auf physiologische Alterungsvorgänge und die Altersentwicklung einzugehen. Nach diesen eher theoretischen Grundlagen, wird bereits in der Einführung sehr praxisnah die Diagnostik und Therapie von Symptomen und Krankheiten im Alter umrissen. Auf die bei alten Tieren häufiger vorkommenden Allgemeinsymptome von Adipositas bis Verhaltensänderungen wird im zweiten Kapitel ausführlich eingegangen. Im Dritten Kapitel wird der Leser über die Grundsätze der Therapie von Krankheiten im Alter informiert. Die folgenden 11 Kapitel sind von Auge bis ZNS nach Organsystemen gegliedert. Besonders umfangreich sind die Kapitel Magen-Darm-Trakt und Nervensystem. Im Anschluss finden sich weitere Kapitel über den Einfluss des Alters auf Laborbefunde, die Anästhesie beim alten Patienten, Tumorkrankheiten und Gynäkologie. Aber auch der Krankheitsprophylaxe, der Ernährung alter Hunde und der Massage als Metaphylaxe beim geriatrischen Patienten werden jeweils ein Kapitel gewidmet.

Die einzelnen Kapitel sind konsequent übersichtlich strukturiert. Sie bieten sowohl ausführliche Hintergrundinformationen über das jeweilige Thema unter Berücksichtigung spezieller Veränderungen bei Hunden und Katzen im Alter, als auch praxisnahe Informationen zur Untersuchung, Diagnostik und Therapie. Sehr angenehm für den Gebrauch in der Praxis sind die in der neuen Auflage hinzu gekommenen Abschnitte „Zusammenfassung und Fazit für die Praxis“, in denen die wichtigsten Inhalte eines Kapitels noch einmal kurz zusammengefasst werden.

Das Buch Geriatrie bei Hund und Katze stellt eine gelungene Kombination aus Hintergrundinformationen und Praxiswissen dar und ist nicht nur für die Untersuchung und Behandlung von alten Hunden und Katzen interessant. Es ist ein rundes, gelungenes Buch, das sich angenehm liest und sehr übersichtlich, informativ und praxisnah gestaltet ist.


Links / Literatur

Parey Verlag
Buch bestellen bei vetbook

Bearbeitet von:
Dr. Barbara Gooß
Tierärztin, spezialisiert auf Kleintiere und freie Mitarbeiterin bei Vetion.de
Email

Frequently Asked Questions

Wenn der Hund langsam älter wird. Was muss der Hundehalter beachten?

Wenn Hunde älter werden, stellen sie höhere Ansprüche an die Fürsorge und Ernährung. Es sollten vermehrt auf eine ausgewogene, altersgemäße Ernährung, intensive Körperpflege und regelmäßige, gleichmäßige Bewegung geachten werden. Außerdem sind regelmäßige Tierarztbesuche zur Altersvorsorgeuntersuchung einmal im Jahr wichtig.


Warum ist eine jährliche Vorsorgeuntersuchung für alte Hunde wichtig?

Damit altersbedingte Krankheiten rechtzeitig erkannt und behandelt werden können, sollten Hundebesitzer mit Ihrem Hund regelmäßig zum Tierarzt zur Altersvorsorgeuntersuchung gehen. Ziel dieser Vorsorgeuntersuchungen ist es, den Hund vor Krankheiten zu schützen und Leiden im Vorfeld zu verhindern.


Ab welchem Alter und wie oft sollte ein Hund zur Altersvorsorgeuntersuchung beim Tierarzt vorgestellt werden?

Wann ein Hund das kritische Alter für Altersbeschwerden erreicht, ist von der Größe bzw. Rasse des Hundes abhängig. Diese kritische Phase beginnt für Hunde von Riesenrassen ab einem Alter von 6 Jahren, für große bis mittlere Rassen ab einem Alter von 7 und für kleine Rassen ab einem Alter von 9 Jahren. Es ist empfehlenswert, 1-2 Jahre vor Erreichen des rassespezifischen kritischen Alters mit den Vorsorgeuntersuchungen zu beginnen. In der Regel reicht eine regelmäßige Untersuchung einmal pro Jahr aus, in einigen speziellen Fällen sollte jedoch zweimal jährlich untersucht werden.


Gibt es ein Präparat, das einem alten Hund das Leben erleichtern kann?

Ja, MSD Tiergesundheit hat mit Karsivan® ein Präparat entwickelt, das den Alterungsprozess verlangsamen, sowie die Vitalität und die Lebensqualität von alten Hundes verbessern kann.


Welche Anzeichen können darauf hinweisen, dass Karsivan® einem Hund helfen könnte?

Folgende Beschwerden können Anzeichen für Durchblutungsstörungen sein: Trägheit, Müdigkeit, Apathie, steifer Gang, Aufsteh- und Gehbeschwerden, Appetitmangel, Abmagerung, Haarausfall und glanzloses Fell. Zeigt ein Hundesenior einige dieser Altersbeschwerden, ist die Behandlung mit Karsivan® empfehlenswert.


Wie wirkt Karsivan® ?

Karsivan® verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und entlastet das Herz. Durch die Verbesserung der Durchblutung werden Gehirn, Herz, Muskulatur und andere lebenswichtige Organe besser mit Sauerstoff versorgt. Zusätzlich erleichtert Karsivan® durch eine Erweiterung der Bronchien die Atmung. Die Sauerstoffaufnahme über die Atemluft wird erhöht - der Hund kann wieder besser durchatmen.


Ab welchem Alter ist die Gabe von Karsivan® sinnvoll?

Einen großen Teil der typischen altersbedingten Beschwerden können gelindert werden, wenn man sie rechtzeitig behandelt . Eine Behandlung mit Propentofyllin ist für Hunde von Riesenrassen ab einem Alter von 6 Jahren, für große bis mittlere Rassen ab einem Alter von 7 und für kleine Rassen ab einem Alter von 9 Jahren empfehlenswert.


In welcher Dosierung und wie oft muss ein Hund Karsivan ® bekommen?

Karsivan® wird in einer Dosierung von 3 mg/kg zweimal täglich verabreicht.

Körpergewicht des Hundes in kg Anzahl der Tabletten Karsivan® 50 pro Gabe Anzahl der Tabletten Karsivan® 100 pro Gabe
bis 4 ¼ -
5 - 8 ½ ¼
9 - 15 1 ½
16 - 25 1
26 - 33 2 1
34 - 50 3


Kann man einem Hund Karsivan® mit dem Fressen verabreichen?

Karsivan® sollte nicht zusammen mit dem Fressen verabreicht werden, sondern mindestens eine Stunde davor gegeben werden. Karsivan® kann aber problemlos in ein wenig Futter oder in einem Leckerlie versteckt verabreicht werden.


Wie lange muss einem Hund Karsivan® verabreicht werden?

In der Regel wird Karsivan® lebenslang verabreicht. Nach dem Absetzen von Karsivan® muss mit einer Wiederkehr der altersbedingten Beschwerden gerechnet werden. Die Behandlung mit Karsivan® sollte zunächst mindestens 4 Wochen dauern, da frühestens dann die klinische Wirksamkeit von Karsivan® sicher beurteilt werden kann.


Ist Karsivan® für Hunde gut verträglich?

Mit Karsivan® wurden umfangreiche Erfahrungen zur Wirksamkeit und Verträglichkeit gesammelt. Alle Untersuchungen und Berichte bestätigen, dass Karsivan® auch bei Langzeitbehandlung ausgezeichnet verträglich ist.


Für was wird Karsivan® angewendet?

Karsivan® mit dem Wirkstoff Propentofyllin wird bei Hunden eingesetzt, die eine verminderte Durchblutung im Gehirn u./o. Herz- u./o. Skelettmuskel aufweisen.


Kann Karsivan® bei Epileptikern anwendet werden?

Ja, denn Propentofyllin ist im Gegensatz zum Theophyllin nicht zentral erregend


Wo fördert Karsivan® die Durchblutung?

Nachweislich im Gehirn, im Skelettmuskel sowie im Herzmuskel


Was heißt Verbesserung der Durchblutung durch Karsivan®?

Durch Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes (rote Blutkörperchen werden elastischer), durch Gefäßerweiterung sowie Adenosin-Agonismus (ATP) werden letztlich mehr Sauerstoff und mehr Energie zur Verfügung gestellt


Wie verbessert Propentofyllin die Muskelfunktion?

Durch mehr Sauerstoff (rote Blutkörperchen werden elastischer), mehr Energie (Adenosin-Agonismus: ATP) sowie bessere Signalübertragung von Nerv auf Muskel (Adenosin-Agonismus: cAMP)


Theophyllin, ebenfalls ein Methylxantin, erweitert die Bronchien. Zeigt Propentophyllin diese Eigenschaft auch?

Ja

Medien

Geriatrie bei Hund und Katze
von Wilfried Kraft,
Parey, 2. Auflage 2003

Ladenpreis: 59,95 Euro, 345 Seiten mit 102 Abbildungen 24,5 cm, Best-Nr. 100 721
Durch die verbesserte Fütterung und die bessere medizinische Versorgung werden auch unsere Haustiere immer älter. Daher gewinnt in den letzten Jahren das Thema Alter und Altern auch in der Tierarztpraxis immer mehr an Bedeutung. In diesem Buch werden die wissenschaftlichen Kenntnisse über die Physiologie des Alters sowie die medizinisch relevanten Veränderungen und die mit dem Alter assoziierten Erkrankungen beschrieben. Ebenso werden die spezielle Behandlung und Medikation geriatrischer Hunde und Katzen in diesem Buch detailliert und übersichtlich zusammengefasst.

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Auf gute alte Tage – Fitness für Hunde in den besten Jahren
von Thekla Vennebusch,
Cadmos Hundebücher, Cadmos Verlag GmbH Lüneburg, 2001

Ladenpreis: 10,00 Euro, 96 Seiten farbige Abbildungen, Paperback, 170x240 mm, ISBN 3-86127-718-2
Dieses Buch zeigt Hundebesitzern, wie sie ihren Hund optimal durch die „besten Jahre“ begleiten können. Es bietet Informationen über das Älterwerden und die richtige Pflege und Ernährung im Alter des Hundes. Tipps zur Unterstützung des Hundes helfen, diesen möglichst lange agil und mobil zu erhalten. Außerdem wird erläutert, warum eine medizinische Altersvorsorge so wichtig ist und welche sanften Methoden bei Gesundheitsproblemen helfen können.

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So bleibt Ihr Hund gesund - Das große Praxisbuch
von Bruce Fogle,
Dorling Kindersley, 2003

Ladenpreis: 29,90 Euro, 448 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen, 24 cm, ISBN 3-8310-0445-5
In diesem Buch werden alle Krankheiten und Störungen, die im Laufe eines Hundelebens - von der Geburt bis ins hohe Alter - auftreten können, ausführlich behandelt. Dieses Buch ermöglicht es Hundebesitzern, Krankheitssymptome zu erkennen und besser zu entscheiden, ob der Tierarzt eingeschaltet werden muss. Mit großer fachlicher Kompetenz werden Krankheiten, aber auch Pflege, Ernährung, Training, Vorsorgemaßnahmen, Routineuntersuchungen und Körperfunktionen veranschaulicht.

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