bpt feiert 100 Jahre Tierärzteverband in Frankfurt

bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder Dr. Moder begrüsst Bundeslandwirtschaftsministerin 
Julia Klöckner Gäste beim Jubiläum des bpt

Am Mittwoch, 27.3.2019,  hat der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) sein 100-jähriges Bestehen in Frankfurt gefeiert.  Dazu waren rund 300 nationale und internationale Gästen aus Tierärzteschaft, Politik und Wirtschaft sowie Pressevertreter in den historischen Kaisersaal des Frankfurter Römers eingeladen, u.a. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner,  Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz und der Bürgermeister von Frankfurt Uwe Becker. Dieser hieß die Gäste dann gemeinsam mit bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder dann auch willkommen. „Schwierige Zeiten waren das damals 1919 für unsere Praktikerkollegen, aber ich glaube, Felix Train, der Gründungsvater des Reichsverbands Praktischer Tierärzte (RPT), wäre auf seinen Nachfolgerverband, unseren heutigen Bundesverband, stolz“, hob Moder in seiner Ansprache hervor. „Lebensmittel in Deutschland sind heute so sicher und Tiere so gesund wie niemals zuvor. Auch der Tierschutz hatte noch nie einen so hohen Stellenwert wie heute. Das ist zu großen Teilen der Arbeit der praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte und damit auch den Bemühungen unseres Verbands zu verdanken“, so Moder weiter.

Gleichzeitig verwies er mit kummervoller Miene auf den aktuellen Strukturwandel in der Tiermedizin hin. Auf dem Land gebe es immer weniger Praxen und auch die flächendeckende tierärztliche Notdienstversorgung von Nutz- und Kleintieren sei gefährdet. Schuld daran ist in Moders Augen u.a. das starre Arbeitszeitgesetz, dass massenhaft tierärztliche Kliniken den 24/7-Notdienst aufgäben. Mit rasender Geschwindigkeit werde gerade eine über einhundert Jahre gewachsene und bewährte Struktur zerstört. Dagegen müsse dringend etwas unternommen werden, appellierte er an die Anwesenden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner ging in ihrer Festrede ebenfalls auf die Veränderungen des Berufsbildes Tierarzt in den vergangenen Jahrzehnten ein. So habe die intensive tiermedizinische Betreuung in der Vergangenheit stark an Bedeutung gewonnen und sei heute eine der wichtigsten Säulen des Berufsstandes. Mit der zunehmenden Digitalisierung im Stall wird es künftig weitere gravierende Auswirkungen auf den tierärztlichen Beruf geben. Neue Diagnostikmethoden zur Erfassung von Gesundheitsparametern als frühzeitiger Indikator von Krankheiten werden zur Verfügung stehen und damit wird ein frühes tiermedizinisches Eingreifen wahrscheinlicher. Prophylaxe statt Therapie könnte Wirklichkeit werden, fasste Klöckner ihre Visionen in Worte.  

Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz dankte den Verbandsmitgliedern für ihren Einsatz und ihr Engagement zur Gesunderhaltung und zum Wohlergehen der Tiere.

„Dinosaurier sind nie zum Tierarzt gegangen. Und was war die Folge? Tatsächlich musste das Tierreich mehrere hundert Millionen Jahre ohne Ihre Fürsorge zurechtkommen – mit teilweise verheerenden Konsequenzen“, erklärte der Schauspieler und Kabarettist Michael Quast, der in seinem Festbeitrag auf 100 Jahre tierärztliche Tätigkeit zurück schaute. Im Gewand des Prof. Dr. J. Ruffus war Quast zweifelsfrei das Highlight der Veranstaltung, was nicht zuletzt der tosende Applaus der Veranstalter und Gäste bewies.

Dr. Julia Henning
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Zulassungspflicht für Betäubungsgeräte

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Ich unterstütze die Forderung uneingeschränkt.
Unglaublich, dass solche Geräte bislang nicht zugelassen werden müssen.
Eine Überprüfung von Seiten des Schlachthofs reicht aus.
Das ist nur wieder eine neue Schikane und ein Wettbewerbsnachteil.