
Herzlich willkommen!
In dieser monatlichen Kolumne gehen wir gemeinsamen mit Dr. Björn Becker und Magnus Kirschstein von Petleo mit klaren Worten, unbequemen Fragen und konkreten Lösungsansätzen für einen gesünderen Praxisalltag auf die Fragen ein, wie Prozesse, Organisation und Kommunikation neu gedacht werden können und müssen und welche Lösungen verfügbar sind. Seien Sie gespannt auf das, was alles schon geht!
Dr. Björn Becker

Tierarzt, Unternehmer und Brückenbauer zwischen Praxis und Zukunft – ich bringe Digitalisierung, KI und Telemedizin dahin, wo sie wirklich wirken: in den Alltag und die Köpfe von Tierärzt:innen.
Mein Antrieb: bessere Medizin, bessere Arbeitsbedingungen und eine Branche, die endlich mutig nach vorne denkt.
Bild mit KI erstellt
Magnus Kirschstein

Kommunikator, Branchen-Quereinsteiger und getrieben vom Wunsch nach Veränderung.
Mit viel Liebe für Tiere und für passionierte Menschen, die keinen Bock mehr auf den Status quo haben.
Diese Menschen auf eine Linie zu bringen und gemeinsam Ziele zu verfolgen – das ist meine Leidenschaft.
Synergien schaden nur dem, der keine hat.
Nehmt die Brille aus dem Schrank. Zur Not mit dem Breitschwert.
Magnus: Ich bin kein Tierarzt. Ich gebe auch nicht vor, einer zu sein. Es sei denn, es ist eine Demo für Petleo und ich tue so, als wüsste ich, was ich tue.
Trotzdem hatte ich mein Leben lang mit Tierärzt:innen zu tun. Als langjähriger Tierhalter war der Besuch beim Tierarzt nie etwas, worauf ich mich gefreut habe. Nicht, weil die Tierärzt:innen schlecht waren. Ganz im Gegenteil. Sondern weil man immer hofft, dass alles in Ordnung ist und man am liebsten gar nicht hinmüsste.
Vor anderthalb Jahren ergab sich dann die Möglichkeit, in der Tiermedizinbranche zu arbeiten. Und relativ schnell wurde mir klar, dass das mehr ist als ein Job. Mehr als eine Beschäftigung. Es ist eine Aufgabe.
Und wenige Monate später kam dann mein Partner in Crime dazu. Dr. Björn Becker. Und ja, wichtig, Doktor Björn Becker. Nicht nur eine Koryphäe in der Branche, sondern Tierarzt durch und durch, Praxisinhaber, Unternehmer und jemand, der wirklich etwas verändern will.
Björn: Was viele nicht sehen: Tierarzt zu sein ist ein großartiger Beruf, aber auch ein sehr harter Beruf. Man arbeitet viel, man trägt jeden Tag Verantwortung, man trifft Entscheidungen, die nicht immer leicht sind, man hat emotionale Gespräche mit Tierhalter:innen, wirtschaftlichen Druck, Personalmangel und gleichzeitig den Anspruch, medizinisch immer besser zu werden. Viele Tierärzt:innen machen diesen Job aus Leidenschaft und genau diese Leidenschaft wird oft ausgenutzt, weil man eben nicht einfach sagt: „Dann mache ich halt um fünf Feierabend“.
Und genau darin liegt das eigentliche Problem: Wir haben ein System gebaut, das davon lebt, dass Menschen dauerhaft über ihre eigenen Grenzen gehen. Das funktioniert eine Zeit lang. Aber nicht auf Dauer.
Wir haben uns daran gewöhnt, Symptome zu behandeln. Mehr arbeiten, noch einen Termin reinquetschen, irgendwie den Tag überstehen. Aber wir gehen viel zu selten an die Ursachen. Und die liegen oft nicht in der Medizin, sondern in der Struktur dahinter.
Magnus: Und genau an der Stelle haben wir relativ schnell gemerkt, dass wir beide aus unterschiedlichen Richtungen kommen, aber eigentlich das Gleiche wollen.
Björn: Ja, das stimmt. Unsere Vergangenheiten passen erstaunlich gut zusammen. Ich komme aus der Praxis, aus dem echten Alltag mit Patient:innen, Mitarbeiter:innen, Notdiensten und wirtschaftlicher Verantwortung. Magnus kommt nicht aus der Tiermedizin, aber aus Marketing, Vertrieb, Aufbau von Strukturen und Unternehmen. Und ziemlich schnell haben wir gemerkt, dass genau diese Kombination gut funktioniert.
Was Magnus an tierärztlichem Know-how fehlt, gleicht er durch Wahnsinn und Antrieb aus. Und das meine ich wirklich positiv. Manchmal braucht eine Branche auch Jemanden von außen, der fragt, warum Dinge eigentlich so gemacht werden, wie sie gemacht werden.
Und manchmal braucht es genau diesen Blick von außen, um zu erkennen, dass wir viele Dinge nicht deshalb so machen, weil sie gut sind, sondern weil wir sie schon immer so gemacht haben.
Magnus: Und genau da ist unser Match. Wir haben beide keine Lust mehr und – ehrlich gesagt – auch keine Zeit mehr, darauf zu warten, dass sich Dinge irgendwann von alleine verändern. Also ziehen wir sinnbildlich das Breitschwert und gehen die Themen an.
Björn: Wobei das Breitschwert nicht bedeutet, dass wir alles kaputt machen wollen. Aber manchmal muss man Dinge klar aussprechen. Die Tiermedizinbranche hat strukturelle Probleme: Personalmangel, zu viel Arbeit, zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten, wirtschaftlicher Druck und gleichzeitig steigende Erwartungen von Tierhalter:innen. Viele Praxen funktionieren nur noch, weil die Menschen darin unglaublich engagiert sind und ständig über ihre Grenzen gehen.
Und das Gefährliche ist: Von außen sieht das oft noch wie ein funktionierendes System aus. Termine werden abgearbeitet, Tiere werden behandelt, der Laden läuft. Aber innen drin brennt es an vielen Stellen längst.
Wenn wir ehrlich sind, dann stehen wir nicht vor kleinen Optimierungen. Wir stehen vor der Frage, wie wir diesen Beruf langfristig gesund halten. Für die Tiere. Aber vor allem für die Menschen, die ihn jeden Tag ausüben.
Magnus: Und genau das hat mich von Anfang an beeindruckt. Diese Branche funktioniert, weil dort Menschen arbeiten, die ihren Job nicht nur als Job sehen. Tierärzt:innen und ihre Mitarbeiter:innen, die länger bleiben, die noch einen Termin dazwischen schieben, die ans Telefon gehen, obwohl der Tag eigentlich schon vorbei ist.
Aber hinter dieser Strahlkraft steckt eben auch eine andere Seite: Burnout, psychischer Druck, unterbezahlte Mitarbeitende, Frust im Alltag.
Was viele außerhalb der Branche nicht wissen: Der tierärztliche Beruf gehört zu den Berufen mit besonders hoher psychischer Belastung. In vielen Veröffentlichungen wird seit Jahren darauf hingewiesen, dass Burnout und auch Suizid in dieser Berufsgruppe ein ernstes Thema sind. Das sind keine Einzelfälle. Das sind strukturelle Probleme.
Björn: Und viele Tierärzt:innen glauben, dass das einfach dazugehört. Dass man halt viel arbeitet, dass man immer unter Druck ist, dass man wirtschaftlich kämpfen muss. Aber so muss es nicht sein. Viele Probleme entstehen nicht, weil Tierärzt:innen schlecht arbeiten, sondern weil Organisation, Prozesse und Kommunikation nicht mehr zu dem passen, was heute in Praxen passiert.
Wir arbeiten in einem hochmodernen medizinischen Umfeld, aber oft mit Strukturen, die aus einer anderen Zeit stammen. Und genau diese Lücke sorgt dafür, dass so viel Energie verloren geht.
Magnus: Und genau deswegen stellen wir uns immer wieder die gleiche Frage: Wie können wir diese Branche gesund machen. Nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen, die in dieser Branche arbeiten.
Wir möchten, dass Tierärzt:innen das sein können, was sie eigentlich sein wollen. Helfende für Tiere in Not. Und wir wollen, dass Tiergesundheit im Vordergrund steht und nicht erst das kranke Tier, das in die Praxis kommt.
Björn und ich werden von außen manchmal als Wikinger bezeichnet, die mit dem Breitschwert durch die Branche laufen und alte Konstrukte einreißen. Und vielleicht passt dieses Bild tatsächlich ganz gut.
Björn: Wenn man die Wikinger-Analogie weiterführt, dann passt eigentlich etwas anderes noch besser: Wir stehen nicht mehr am Anfang. Wir haben lange genug analysiert, diskutiert und erklärt. Jetzt geht es ums Umsetzen.
Das Boot liegt nicht mehr irgendwo am Horizont. Es liegt direkt vor uns. Bereit.
Und wir werden losfahren.
Nicht, weil alles perfekt ist, sondern weil es nie perfekt sein wird, wenn man immer nur wartet.
Wir haben Platz auf diesem Boot. Für alle, die nicht länger zuschauen wollen. Für alle, die bereit sind, Dinge anders zu machen: Klarer. Strukturierter. Gesünder.
Magnus: Und damit sind wir bei der Brille.
Die Brille liegt im Schrank.
Sehr viele Menschen brauchen eine Brille. Sehr viele Menschen besitzen eine Brille. Aber die beste Lesebrille bringt nichts, wenn sie im Schrank liegt. Und auch das Argument, dass man sich nicht an eine Brille gewöhnen kann, lässt sich nur durch Eines lösen: Man setzt sie auf und trägt sie.
Und genau so ist es in unserer Branche.
Die Lösungen für viele Probleme sind längst da.
Die Brille liegt im Schrank.
Die Software liegt im Schrank.
Die Unternehmen, die Tierarztpraxen bei Organisation, Kommunikation, Terminmanagement und vielen anderen Dingen unterstützen können, sind da und warten nur darauf, eingesetzt zu werden.
Björn: Digitalisierung, bessere Organisation, klare Prozesse, Kommunikation mit Tierhalter:innen, Terminmanagement. Das sind keine Zukunftsthemen mehr. Das sind Themen von heute. Und sie entscheiden am Ende darüber, ob eine Praxis dauerhaft gesund arbeiten kann oder nicht.
Die Brille ist da. Man muss sie nur aufsetzen. Und wenn ihr nicht wisst, wo sie liegt, sprecht uns an. Das sage ich als Tierarzt und als CEO von Petleo.
Und wenn wir wieder bei den Wikingern sind: Wir sind unterwegs mit dem Breitschwert und den lauten Hörnern, die Veränderung verheißen: Es gibt nicht noch eine weitere Diskussion am Strand, sondern jetzt den Moment, in dem man einsteigt und loslegt.
Mit der neuen, monatlichen Kolumne von Vetion.de und Petleo helfen wir Ihnen beim Einsteigen! Ab jetzt jeden Monat exklusiv vorab eine neue Folge für Abonnent:innen des Vetion.de-Newsletters!





