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Dr. House hat jetzt eine App

04.08.2026

Herzlich willkommen!

In dieser monatlichen Kolumne gehen wir gemeinsam mit Dr. Björn Becker und Magnus Kirschstein von Petleo mit klaren Worten, unbequemen Fragen und konkreten Lösungsansätzen für einen gesünderen Praxisalltag auf die Fragen ein, wie Prozesse, Organisation und Kommunikation neu gedacht werden können und müssen, und welche Lösungen verfügbar sind. Seien Sie gespannt auf das, was alles schon geht!


Es gibt diesen Moment in der Praxis, den wahrscheinlich jeder kennt.

Ein Fall, der nicht ganz passt. Eine Diagnose, die stimmt – aber irgendwie auch nicht. Gerne würde man sich kurz dazu mit jemandem austauschen. Mit jemandem, der wirklich Ahnung hat. Nicht, um die Verantwortung abzugeben, sondern um den eigenen Kopf zu sortieren.

Früher hieß das: den Kollegen anrufen. Hoffen, dass er/sie rangeht. Hoffen, dass er/sie Zeit hat. Hoffen, dass er/sie nicht gerade selbst im OP steht.

Heute gibt es andere Möglichkeiten: ChatGPT.

ChatGPT ist in erster Linie kein Schreibwerkzeug, sondern ein Gesprächspartner – einer mit dem kombinierten Wissen eines Internisten, eines Chirurgen, eines Betriebswirts und eines Kommunikationsprofis. Gleichzeitig ist ChatGPT mit einer Geduld ausgestattet, die kein Mensch dieser Welt aufbringen könnte. Des Weiteren ist ChatGPT rund um die Uhr erreichbar, ohne Termin und praktisch beinahe ohne Honorar. Außerdem ist es schonungslos ehrlich. Wenn deine Diagnose Lücken hat, benennt er sie. Wenn dein Businessplan blinde Flecken hat, zeigt er sie dir. Wenn deine Argumentation nicht trägt, hält er dagegen – sachlich, direkt, ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten.

Dr. House, sozusagen. Das Wissen, die Direktheit, die unbequemen Fragen – aber ohne das Ego.

Das klingt dir zu abstrakt? Dann werde ich jetzt konkret.

Du hast einen Hund mit atypischer Symptomatik, alles Offensichtliche hast du ausgeschlossen, und irgendwo im Hinterkopf nagt das Gefühl, dass du etwas übersiehst. Früher hättest du jetzt den Kollegen angerufen – heute tippst du deine Befunde rein und schreibst dazu:

„Welche Differentialdiagnosen übersehe ich möglicherweise? Wo hat meine Diagnose die größten Schwachstellen?“

Kein Kollege der Welt antwortet auf diese Frage so direkt, weil Direktheit im echten Leben immer auch bedeutet, dass jemand sein Gesicht riskiert. ChatGPT hat kein Gesicht zu verlieren.

Oder du planst eine Veränderung in der Praxis – ein neues Abrechnungsmodell, eine neue Stelle, neue Öffnungszeiten – beschreibst die Situation und fragst:

„Welche Argumente sprechen gegen diesen Plan? Was habe ich nicht bedacht?“

Und dann passiert etwas, womit die meisten nicht rechnen: Du bekommst echten Widerspruch. Keinen gemeinen, aber einen konkreten. Und plötzlich merkst du, dass du gar keine Bestätigung wolltest – sondern jemanden, der dein Denken herausfordert.

Worum es eigentlich geht

Genau das ist der Moment, in dem viele zum ersten Mal verstehen, worum es eigentlich geht. Nicht darum, Texte zu generieren. Sondern darum, besser zu denken. Man fängt an zu tippen, formuliert ein Problem – und während man schreibt, sortiert sich der Kopf. Die KI antwortet. Man widerspricht. Sie hält dagegen. Und irgendwann, nach ein paar Runden, ist plötzlich klar, was die eigentliche Frage war.

ChatGPT ist kein Therapeut, kein Mentor und kein Ersatz für das Gespräch mit einem Menschen, dem man vertraut. Aber es ist -richtig eingesetzt- ein Spiegel – einer, der zurückfragt.

Du glaubst mir das nicht? Dann überzeug dich selbst – hier sind drei Prompts, die du heute noch ausprobieren kannst:

Für den klinischen Alltag:
„Ich habe folgenden Fall: [Befunde, Symptome, bisherige Diagnostik]. Welche Differentialdiagnosen übersehe ich möglicherweise?“

Für Praxisentscheidungen:
„Ich plane folgende Veränderung in meiner Praxis: [Beschreibung]. Welche Argumente sprechen dagegen? Was habe ich nicht bedacht?“

Für den eigenen Kopf:
„Ich stecke bei folgendem Problem fest: [Beschreibung]. Stell mir die unbequemen Fragen, die ich mir selbst nicht stelle.“

Der letzte Prompt klingt seltsam. Probier ihn trotzdem aus.

Und damit das Ganze von Anfang an funktioniert – hier der „Dr. House“ PrePrompt, den du einmal ganz am Anfang einsetzt:

„Du bist mein kritischster Kollege – fachlich brillant, ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten, aber immer konstruktiv. Deine Aufgabe ist nicht, mir zuzustimmen, sondern mein Denken herauszufordern.“

Der beste Sparringspartner ist nicht der, der dir immer recht gibt. Sondern der, der dich besser denken lässt.


Dr. Björn Becker  

Tierarzt, Unternehmer und Brückenbauer zwischen Praxis und Zukunft – ich bringe Digitalisierung, KI und Telemedizin dahin, wo sie wirklich wirken: in den Alltag und die Köpfe von Tierärzt:innen.
Mein Antrieb: bessere Medizin, bessere Arbeitsbedingungen und eine Branche, die endlich mutig nach vorne denkt.

Bild mit KI erstellt


Mit der neuen, monatlichen Kolumne von Vetion.de und Petleo helfen wir Ihnen beim Einsteigen! Ab jetzt jeden Monat exklusiv vorab eine neue Folge für Abonnent:innen des Vetion.de-Newsletters!

Prompt statt PowerPoint

01.07.2026

Herzlich willkommen!

In dieser monatlichen Kolumne gehen wir gemeinsam mit Dr. Björn Becker und Magnus Kirschstein von Petleo mit klaren Worten, unbequemen Fragen und konkreten Lösungsansätzen für einen gesünderen Praxisalltag auf die Fragen ein, wie Prozesse, Organisation und Kommunikation neu gedacht werden können und müssen, und welche Lösungen verfügbar sind. Seien Sie gespannt auf das, was alles schon geht!


10 ChatGPT-Anwendungen, die du morgen in der Praxis nutzen kannst

In der letzten Kolumne ging es darum, warum viele nicht an KI scheitern, sondern die eigenen Prompts das Problem sind. Jetzt wird’s konkreter und wir kommen ins Machen.

Hier kommen zehn Dinge, die du direkt ausprobieren kannst – und solltest.

1. Befunde verständlich erklären

Der Klassiker -und einer der nützlichsten.

„Erkläre einem Tierhalter die Diagnose chronische Niereninsuffizienz bei einer 12-jährigen Katze. Einfache Sprache, keine Fachbegriffe, maximal 200 Wörter.“

Das Ergebnis ersetzt nicht deine Beratung, aber spart dir das dritte Umformulieren beim Verfassen von Merkblättern oder Entlassungsbriefen. In Kombination mit einer nachvollziehbaren Ablage ein serviceorientiertes und zeitsparendes Tool.

2. Nachsorgeanweisungen erstellen

Die meisten Praxen verwenden Standardtexte. Diese sind fünf Jahre alt und wurden siebenmal kopiert.

„Erstelle eine Nachsorgeanweisung nach Zahnbehandlung beim Hund. Freundlicher Ton, klare Handlungsempfehlungen, verständlich für Tierhalter.“

Meist ist der erste Entwurf bereits erstaunlich brauchbar.

3. Schwierige E-Mails formulieren

Es gibt diese Nachrichten, auf die man einfach keine Lust hat: Beschwerden, Kostendiskussionen, Missverständnisse, die sich aufgeschaukelt haben.

„Formuliere eine freundliche, professionelle Antwort auf einen Tierhalter, der sich über die Höhe der Rechnung beschwert. Verständnis zeigen, ohne defensiv zu wirken.“

Spart mehrere Anläufe, verringert den eigenen Ärger und rettet u.U. auch mal einen Abend.

4. Stellenanzeigen schreiben

„Wir suchen Verstärkung für unser Team“ lockt heute niemanden mehr oder motiviert, gar eine Bewerbung abzusetzen.

„Schreibe eine moderne Stellenanzeige für eine TFA in einer digital aufgestellten Kleintierpraxis. Fokus auf Teamkultur, Entwicklungsmöglichkeiten und moderne Arbeitsweise.“

Du wirst sehen, das Ergebnis ist ansprechend, einiges wäre dir selbst nicht in der Formulierung eingefallen und du musst den Entwurf jetzt nur noch auf die eigene Praxis anpassen – fertig.

5. SOPs* strukturieren

Nicht jeder schreibt gerne Prozesse auf. Ich kenne genug Kollegen, die das seit Jahren vor sich herschieben.

„Erstelle eine SOP für die stationäre Aufnahme eines Hundes zur geplanten Operation. Aufgeteilt nach Verantwortlichkeiten von TFA und Tierarzt.“

Das Ergebnis wird nicht perfekt sein. Aber du startest nicht mit einem leeren Blatt Papier, sondern mit den wichtigsten Punkten, die ggf. noch anderes strukturiert und ergänzt werden müssen. Das geht aber viiiiiel schneller.

*SOP = standard operating procedure/standardisierte Arbeitsanweisung, Anm. d. Red.

6. Social-Media-Ideen entwickeln

Die meisten Praxen scheitern nicht am fehlenden Wissen – sondern an fehlenden Ideen.

„Nenne 20 Themen für Facebook und Instagram, die Tierhalter einer Kleintierpraxis interessieren. Saisonale Themen, häufige Fragen aus dem Praxisalltag.“

Daraus entstehen meist gleich mehrere Wochen Content oder Ideen für Content. Hier kommt der Appetit beim Essen.  

7. Mitarbeitergespräche vorbereiten

Führung gehört zum Praxisalltag. Auch wenn das vor zwanzig Jahren im Studium niemand erwähnt hat.

„Erstelle einen Gesprächsleitfaden für ein Mitarbeitergespräch mit einer fachlich starken Mitarbeiterin, die regelmäßig zu spät kommt.“

Hilft, das Gespräch strukturiert zu führen – und nicht mittendrin den Faden zu verlieren. Zudem sind die KI-Formulierungen meist freundlicher und damit auch zugänglicher formuliert, da die KI über das ständige Zuspätkommen nicht verärgert ist .

8. Vorträge strukturieren

Zwar hast Du das Wissen und wenn es gut läuft auch die Folien, aber damit noch keinen roten Faden.

„Erstelle die Struktur für einen 30-minütigen Vortrag über Zahngesundheit beim Hund für Tierhalter. Verständliche Dramaturgie, Einleitung, Hauptteil, Fazit.“

Hier ist die KI ein erstaunlich guter Sparringspartner – auch für Keynotes.

9. Praxisinterne Schulungen entwickeln

„Erstelle ein 15-minütiges Schulungskonzept für TFA zum Thema Telefonkommunikation bei Notfällen.“

Gerade für wiederkehrende Themen praktisch, weil man nicht jedes Mal von vorne anfangen muss.

10. Denken lassen, nicht nur schreiben lassen

Im Ernst: das ist wahrscheinlich die unterschätzteste Anwendung überhaupt, denn viele nutzen ChatGPT wie eine bessere Schreibmaschine, obgleich seine Qualitäten als Gesprächspartner häufig sogar wertvoller sind.

„Welche Schwachstellen erkennst du in unserem Terminbuchungsprozess?“ „Welche zusätzlichen Leistungen könnte eine moderne Kleintierpraxis anbieten, um Tierhalter stärker zu binden?“ „Welche Argumente sprechen gegen diesen Ansatz?“

Plötzlich bekommt man Widerspruch, Perspektiven und Ideen, auf die man selbst nicht gekommen wäre. Zugegeben, nicht alle sind richtig oder gleich umsetzbar, aber sehr häufig hilfreich und liefern Ideen. Überzeug dich selbst!

Die meisten Tierärzte haben kein Wissensproblem. Sie haben ein Zeitproblem. Zu viele Themen, zu viele Entscheidungen, zu wenig Raum zum Nachdenken. Wenn KI dabei hilft, genau diesen Raum zurückzugewinnen – dann ist das ihr eigentlicher Mehrwert. Nicht das Schreiben von Texten, sondern vielmehr das Anstoßen von Gedanken.

Darauf werden wir in einer der nächsten Kolumnen noch tiefer eingehen. Genauso wie auf ein Thema, das wir heute bewusst ausgespart haben: Was darf ich eigentlich eingeben? Wo beginnt der Datenschutz? Was bedeutet der EU AI Act für Tierarztpraxen?

Bis dahin gilt: Nicht alles auf einmal. Einen Bereich raussuchen und anfangen.

Eine E-Mail. Eine SOP. Eine Stellenanzeige. Wichtig dabei: Für jede Anfrage immer einen neuen Chat öffnen!

Die meisten Kollegen merken nach wenigen Tagen, dass die Frage gar nicht mehr lautet, ob KI im Praxisalltag sinnvoll ist – sondern nur noch, wo sie einem jeden Tag ein paar Minuten zurückgibt.

Und manchmal sind genau diese paar Minuten Gold wert!


Dr. Björn Becker  

Tierarzt, Unternehmer und Brückenbauer zwischen Praxis und Zukunft – ich bringe Digitalisierung, KI und Telemedizin dahin, wo sie wirklich wirken: in den Alltag und die Köpfe von Tierärzt:innen.
Mein Antrieb: bessere Medizin, bessere Arbeitsbedingungen und eine Branche, die endlich mutig nach vorne denkt.

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„Mach mal was mit KI“ – warum viele an ChatGPT scheitern, bevor es überhaupt losgeht

02.06.2026

Herzlich willkommen!

In dieser monatlichen Kolumne gehen wir gemeinsamen mit Dr. Björn Becker und Magnus Kirschstein von Petleo mit klaren Worten, unbequemen Fragen und konkreten Lösungsansätzen für einen gesünderen Praxisalltag auf die Fragen ein, wie Prozesse, Organisation und Kommunikation neu gedacht werden können und müssen und welche Lösungen verfügbar sind. Seien Sie gespannt auf das, was alles schon geht!


„Mach mal was mit KI“ – warum viele an ChatGPT scheitern, bevor es überhaupt losgeht

Nach der letzten Kolumne kamen erstaunlich viele Reaktionen. Von „nutze ich täglich“ bis „hab’s probiert, war nur generischer Quatsch“.

Beides stimmt. Und der Unterschied liegt fast immer an derselben Stelle.

Die meisten steigen bei ChatGPT ein wie bei Google. Kurze Frage rein, Antwort erwartet. Oder sie behandeln den Chatbot wie einen Mitarbeiter, der Gedanken lesen kann.

Ein Beispiel:

„Schreib einen Instagram-Post über Zahngesundheit beim Hund.“

Ergebnis: Facebook 2014.

Natürlich.

Das Werkzeug, in dem Fall ChatGPT, ist nicht schlecht. Aber das Ergebnis hängt vor allem von der Aufgabenstellung ab!

Ich vergleiche das gerne mit dem ersten Arbeitstag einer neuen TFA. Wenn ich sage: „Mach mal den Raum fertig“ – bekomme ich irgendetwas. Vielleicht brauchbar. Vielleicht nicht.

Wenn ich sage: „Raum 2 für Zahnpatient vorbereiten. Dentalröntgen starten, kleine Tuben legen, Inhalationsnarkose checken, Besitzerunterlagen bereithalten“ – dann weiß ich, was mich erwartet.

Genau so funktioniert auch das Prompting.

Was ein guter Prompt braucht die Angaben auf folgende Fragen:

  • Was willst du?
  • Für wen ist es gedacht?
  • In welchem Ton?
  • Wie lang?
  • Was soll vermieden werden?

Und jetzt nochmal derselbe Post:

Schlecht: „Schreib einen Post über Zahngesundheit beim Hund.“

Besser: „Schreibe einen kurzen Facebook-Post für Hundehalter über Zahnstein beim älteren Hund. Ton locker, keine Panikmache, max. 120 Wörter. Ziel: Tierhalter sollen verstehen, dass Mundgeruch oft unterschätzt wird.“

Das Ergebnis ist ein völlig anderes. Versprochen!

Was kannst Du noch machen, um gute Ergebnisse zu erzielen? ChatGPT eine Rolle geben – und zwar die richtige.

Stell dir vor, du schickst eine neue TFA alleine ins Aufklärungsgespräch. Ohne Briefing. Ohne zu wissen, mit wem sie spricht oder worum es geht. Was du zurückbekommst, ist irgendwas zwischen möglicherweise hilfreich und Chaos.

Sagst du ihr jedoch vorher: „Du sprichst gleich mit einer älteren Dame, deren Hund zum ersten Mal eine Narkose bekommt. Bleib ruhig, erkläre einfach, nimm die Sorgen ernst.“

Daraus ergibt sich ein völlig anderes Gespräch. Sofort.

Genau das passiert, wenn du ChatGPT eine gute/richtige Rolle gibst.

Und trotzdem läuft es auch dann oft schief, da viele bei der Rolle dann sowas eingeben wie: „Du bist der beste Tierarzt der Welt.“ Gut gemeint – aber für ChatGPT so hilfreich wie „sei einfach gut.“ Kein Rahmen, keine Zielgruppe, kein „Ton“. Die KI weiß schlicht nicht, für wen sie gerade spricht bzw. wen sie anspricht und wie.

Hilfreicher ist: „Du bist Praxismanagerin einer modernen Kleintierpraxis und erklärst Tierhaltern komplexe Themen verständlich, möglichst anschaulich und empathisch.“

Jetzt hat ChatGPT eine Haltung, eine Zielgruppe und einen Rahmen. Und plötzlich klingen Texte weniger nach Bedienungsanleitung, sondern nach echtem Gespräch.

Wichtig: nacharbeiten lassen.

ChatGPT ist keine Einmal-Antwort-Maschine. Viele nutzen es so – rein, raus, fertig. Dabei wird das Ergebnis oft erst im Dialog wirklich gut.

„Kürzer.“ „Weniger werblich.“ „Mehr wie ein Gespräch.“ – Das dauert Sekunden und verändert das Ergebnis enorm.

Im Praxisalltag entstehen so viele, sehr praktische und aufgrund der Geschwindigkeit von ChatGPT zeitsparende Anwendungen: E-Mails an Tierhalter, Befunderklärungen, SOP-Entwürfe, Stellenanzeigen, Antworten auf Google-Bewertungen, Gesprächsleitfäden für Mitarbeitergespräche.

Natürlich wird nicht alles gleich brillant, mit ein wenig Übung und Nachbearbeitung sind viele Ergebnisse aber durchaus zufriedenstellend oder gar gut! Hinzu kommt die Geschwindigkeit. Und was vorher auf der Liste unter „irgendwann mal“ lag, passiert auf einmal tatsächlich.

Natürlich bleibt fachliche Verantwortung fachliche Verantwortung. Kein Prompt verhindert Fehler. Aber die meisten Frustmomente entstehen gar nicht durch die KI selbst – sondern durch falsche Erwartungen ans Werkzeug.

Wer mit „mach mal irgendwas“ startet, bekommt meistens auch genau das: irgendwas. Und ärgert sich danach über die KI.

Wer vorher kurz denkt: Kontext, Rolle, Zielgruppe – bekommt Ergebnisse, die wirklich funktionieren und das schneller als erwartet und sogar richtig gut.

Du glaubst mir das nicht? Dann versuch es einfach mal selbst. Kostet dich fünf Minuten. Höchstens:

Hausaufgabe für diese Woche:

Öffne ChatGPT und tippe:

„Schreib eine E-Mail an eine Hundebesitzerin über Diabetes.“

Schau, was rauskommt.

Und dann versuch es nochmal – diesmal so:

„Schreib eine empathische, verständliche E-Mail an eine ältere Hundebesitzerin, die heute in der Praxis sehr aufgeregt wirkte. Bei ihrem Hund wurde gerade Diabetes diagnostiziert. Die E-Mail soll die Erkrankung einfach erklären, die nächsten Behandlungsschritte nennen und ihr das Gefühl geben, dass sie das hinkriegt.“

Und dann vergleich beide Ergebnisse.

Ich verspreche: Du wirst den Unterschied sofort sehen.

Danach überlege Dir, was Du noch anders haben möchtest und wie der entsprechende Prompt dafür aussehen könnte, damit der Emailtext von Dir, in Deiner Sprache und mit Deiner Empathie und „Handschrift“ versehen ist.

Am besten bearbeitest Du dazu einmal die Email weiter. Danach öffnest einen neuen Chat und gibst dann den anhand deiner jetzt gemachten Erfahrung formulierten Prompt ein und vergleichst die Ergebnisse.

Das Ergebnis wird dich überraschen!


Dr. Björn Becker  

Tierarzt, Unternehmer und Brückenbauer zwischen Praxis und Zukunft – ich bringe Digitalisierung, KI und Telemedizin dahin, wo sie wirklich wirken: in den Alltag und die Köpfe von Tierärzt:innen.
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ChatGPT in der Tierarztpraxis oder: Warum ich aufgehört habe, jede Nachsorge-E-Mail neu zu erfinden

30.04.2026

Herzlich willkommen!

In dieser monatlichen Kolumne gehen wir gemeinsamen mit Dr. Björn Becker und Magnus Kirschstein von Petleo mit klaren Worten, unbequemen Fragen und konkreten Lösungsansätzen für einen gesünderen Praxisalltag auf die Fragen ein, wie Prozesse, Organisation und Kommunikation neu gedacht werden können und müssen und welche Lösungen verfügbar sind. Seien Sie gespannt auf das, was alles schon geht!


ChatGPT in der Tierarztpraxis oder: Warum ich aufgehört habe, jede Nachsorge-E-Mail neu zu erfinden

Ich war früh dabei – noch bevor der große Hype losging und ChatGPT plötzlich in jeder Talkshow auftauchte. Was ich hiermit offiziell als Kompliment an mich selbst verstehe 😉.

Hab’s ausprobiert, fand’s interessant und hab’s dann erstmal wieder beiseitegelegt. Nicht weil es schlecht war, sondern weil mir der konkrete Nutzen für den Praxisalltag fehlte. Und was keinen direkten Nutzen hat, überlebt zwischen Sprechstunde und OP-Vorbereitung eben nicht lange.

Doch dann kam ein langer Dienstag…

Dritte Nachsorge-Nachricht an eine Hundemama nach Pyometra-OP. Drittes Mal, dass ich die gleichen Sätze tippte, nur leicht umformuliert, weil sich Copy-Paste irgendwie faul anfühlte. In diesem Moment dachte ich: Da muss doch anders gehen, effizienter.

Und siehe da, es ging besser – und zwar deutlich. Ich durfte nur nicht mehr das Tool bitten, etwas zu tun, was es nicht kann, sondern musste mich seiner für die Dinge im Praxisalltag bedienen, die es kann: ChatGPT ist eben kein Tiermediziner, dafür aber ein sehr fleißiger und gefälliger Texter.

Genau das ist der Knackpunkt. Wer erwartet, dass ChatGPT medizinisch denkt, wird enttäuscht. Wer es als Formulierungsassistenten einsetzt, wird überrascht.

Der Unterschied liegt im Prompt

Ein schlechter Prompt (Handlungsaufforderung für KI-Sprachmodelle, Anm. d. Red.) klingt so: „Schreib was zu Durchfall beim Hund.“ Das Ergebnis liest sich wie ein Wikipedia-Artikel, den niemand braucht und auch nicht lesen möchte.

Ein guter Prompt hingegen klingt beispielsweise so:

„Formuliere eine kurze, verständliche Nachricht an eine Hundehalterin nach Pyometra-OP. Die Hündin ist noch etwas schlapp, die Besitzerin ist verunsichert. Ton ruhig, keine Fachbegriffe, maximal 150 Wörter.“

Zwar ist auch das, was dabei herauskommt, selten druckreif, aber es ist in aller Regel ein guter Entwurf – und zwar nach wenigen Sekunden. Und dieser Entwurf lässt sich dann in kurzer Zeit überarbeiten, denn Überarbeiten ist zehnmal schneller als bei null anfangen.

Überschlägt man nur mal kurz, wie viele Emails dieser und ähnlicher Art zum täglichen Praxisalltag gehören, summiert sich eine Menge Arbeitszeit; aber auch die Zeit, die man dank des Formulierungsassistenten einspart. Danke dafür!

ChatGPT kann auch Checklisten

Wir alle haben diese Liste im Kopf. Die, die mal jemand aufschreiben sollte. Für die Aufnahme eines Hundes mit akutem Abdomen, den Standardablauf bei Kastrationen, die To-dos vor und nach einer OP oder die einzelnen Schritte, die nach der Diagnose einer anzeigepflichtigen Erkrankung erfolgen müssen. Die Liste ist beliebig erweiterbar.

Irgendwann hab ich gedacht: Ok, jetzt probiere ich das mal aus – und zwar mit ChatGPT. Mein Prompt lautete: „Erstelle eine strukturierte Checkliste für die Aufnahme eines Hundes mit akutem Durchfall. Mit Anamnese, Diagnostik, Erstmaßnahmen.“

Zwei Minuten später hatte ich ein Gerüst, das ich in weiteren acht Minuten praxistauglich gemacht habe. Diese Checkliste existiert jetzt tatsächlich in meiner Praxis und wird auch verwendet – und sie hat mir ein Lob meiner Mitarbeiter eingebracht. Aber auch ich freu‘ mich über „fertig“, anstatt über Jahre „fast fertig“.

ChatGPT unterstützt beim Marketing

Marketing –  ein Thema, bei dem alle innerlich die Augen verdrehen.
Ich versteh‘ das. Nicht, weil ich selbst keinen Plan hätte – aber ich weiß aus vielen Gesprächen mit Praxisinhabenden: Nach einem 10-Stunden-Tag mit drei Notfällen, zwei schwierigen Gesprächen und einer Katze, die sich mit allen Krallen gegen die Eingabe einer Tablette gewehrt hat, ist „jetzt noch schnell den Instagram-Post schreiben“ ungefähr so realistisch wie ein freier Parkplatz am Montagmorgen vor dem Gebäude der Stadtverwaltung – zumindest hier bei uns in Bad Bentheim.

Aber auch hier hilft ChatGPT erstaunlich gut. Ein kurzer Prompt, zwei Minuten, und es gibt einen soliden Entwurf für den Zeckenschutz-Post, den Praxis-Newsletter oder den Text, der seit Wochen auf der To-do-Liste steht. Drüberlesen, zwei Sätze anpassen, fertig. Nicht perfekt – aber draußen. Und „regelmäßig draußen“ schlägt „perfekt-aber-nie“ fast immer –  zumal „perfekt“ ja auch immer ein wenig Ansichtssache ist.

Es gibt aber auch Dinge, die man nicht tun sollte…

…Inhalte blind und unreflektiert übernehmen, zum Beispiel. ChatGPT schreibt überzeugend, auch wenn’s medizinisch „daneben“ ist. Daher ist Gegenlesen ein unbedingtes Muss. Und zwar IMMER! Und mindestens ebenso wichtig: keine echten Patientendaten verwenden. Aus „Labrador Bruno von Familie Schröder“ wird einfach „ein fünfjähriger Rüde post-OP“. Reicht völlig. Alles andere ist ein grober Verstoß gegen den Datenschutz!

Und jetzt kommst Du

Such Dir einen Bereich. Kommunikation mit Tierhaltenden, interne Abläufe, oder dieser eine Post, der seit Wochen nicht geschrieben wurde. Teste einen Prompt. Schau, was rauskommt. Mach einen neuen Chat auf. Prompte das gleiche Ziel, aber eben anders. Vergleiche die Ergebnisse. So lernst Du effektives und zielführendes prompten.

Und achte nebenbei auf die Zeit, die Du für ein gutes Ergebnis inkl. Überarbeitung benötigst und mach Dir bewusst, wie viel Zeit Du jetzt schon gespart hast – denn es wird noch mehr mit ein wenig Übung!

Also, worauf wartest Du noch? Mein Tipp: Ins Machen kommen. Mein Startschuss war die dritte Nachsorge-Nachricht an eine Hundemama nach Pyometra-OP an einem langen Dienstag.

Für Dich ist es möglicherweise die Lektüre meiner Kolumne


Dr. Björn Becker  

Tierarzt, Unternehmer und Brückenbauer zwischen Praxis und Zukunft – ich bringe Digitalisierung, KI und Telemedizin dahin, wo sie wirklich wirken: in den Alltag und die Köpfe von Tierärzt:innen.
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Nehmt die Brille aus dem Schrank. Zur Not mit dem Breitschwert.

01.04.2026

Herzlich willkommen!

In dieser monatlichen Kolumne gehen wir gemeinsamen mit Dr. Björn Becker und Magnus Kirschstein von Petleo mit klaren Worten, unbequemen Fragen und konkreten Lösungsansätzen für einen gesünderen Praxisalltag auf die Fragen ein, wie Prozesse, Organisation und Kommunikation neu gedacht werden können und müssen und welche Lösungen verfügbar sind. Seien Sie gespannt auf das, was alles schon geht!


Dr. Björn Becker  

Tierarzt, Unternehmer und Brückenbauer zwischen Praxis und Zukunft – ich bringe Digitalisierung, KI und Telemedizin dahin, wo sie wirklich wirken: in den Alltag und die Köpfe von Tierärzt:innen.
Mein Antrieb: bessere Medizin, bessere Arbeitsbedingungen und eine Branche, die endlich mutig nach vorne denkt.

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Magnus Kirschstein

Kommunikator, Branchen-Quereinsteiger und getrieben vom Wunsch nach Veränderung.
Mit viel Liebe für Tiere und für passionierte Menschen, die keinen Bock mehr auf den Status quo haben.
Diese Menschen auf eine Linie zu bringen und gemeinsam Ziele zu verfolgen – das ist meine Leidenschaft.
Synergien schaden nur dem, der keine hat.


Nehmt die Brille aus dem Schrank. Zur Not mit dem Breitschwert.

Magnus: Ich bin kein Tierarzt. Ich gebe auch nicht vor, einer zu sein. Es sei denn, es ist eine Demo für Petleo und ich tue so, als wüsste ich, was ich tue.

Trotzdem hatte ich mein Leben lang mit Tierärzt:innen zu tun. Als langjähriger Tierhalter war der Besuch beim Tierarzt nie etwas, worauf ich mich gefreut habe. Nicht, weil die Tierärzt:innen schlecht waren. Ganz im Gegenteil. Sondern weil man immer hofft, dass alles in Ordnung ist und man am liebsten gar nicht hinmüsste.

Vor anderthalb Jahren ergab sich dann die Möglichkeit, in der Tiermedizinbranche zu arbeiten. Und relativ schnell wurde mir klar, dass das mehr ist als ein Job. Mehr als eine Beschäftigung. Es ist eine Aufgabe.

Und wenige Monate später kam dann mein Partner in Crime dazu. Dr. Björn Becker. Und ja, wichtig, Doktor Björn Becker. Nicht nur eine Koryphäe in der Branche, sondern Tierarzt durch und durch, Praxisinhaber, Unternehmer und jemand, der wirklich etwas verändern will.

Björn: Was viele nicht sehen: Tierarzt zu sein ist ein großartiger Beruf, aber auch ein sehr harter Beruf. Man arbeitet viel, man trägt jeden Tag Verantwortung, man trifft Entscheidungen, die nicht immer leicht sind, man hat emotionale Gespräche mit Tierhalter:innen, wirtschaftlichen Druck, Personalmangel und gleichzeitig den Anspruch, medizinisch immer besser zu werden. Viele Tierärzt:innen machen diesen Job aus Leidenschaft und genau diese Leidenschaft wird oft ausgenutzt, weil man eben nicht einfach sagt: „Dann mache ich halt um fünf Feierabend“.

Und genau darin liegt das eigentliche Problem: Wir haben ein System gebaut, das davon lebt, dass Menschen dauerhaft über ihre eigenen Grenzen gehen. Das funktioniert eine Zeit lang. Aber nicht auf Dauer.

Wir haben uns daran gewöhnt, Symptome zu behandeln. Mehr arbeiten, noch einen Termin reinquetschen, irgendwie den Tag überstehen. Aber wir gehen viel zu selten an die Ursachen. Und die liegen oft nicht in der Medizin, sondern in der Struktur dahinter.

Magnus: Und genau an der Stelle haben wir relativ schnell gemerkt, dass wir beide aus unterschiedlichen Richtungen kommen, aber eigentlich das Gleiche wollen.

Björn: Ja, das stimmt. Unsere Vergangenheiten passen erstaunlich gut zusammen. Ich komme aus der Praxis, aus dem echten Alltag mit Patient:innen, Mitarbeiter:innen, Notdiensten und wirtschaftlicher Verantwortung. Magnus kommt nicht aus der Tiermedizin, aber aus Marketing, Vertrieb, Aufbau von Strukturen und Unternehmen. Und ziemlich schnell haben wir gemerkt, dass genau diese Kombination gut funktioniert.

Was Magnus an tierärztlichem Know-how fehlt, gleicht er durch Wahnsinn und Antrieb aus. Und das meine ich wirklich positiv. Manchmal braucht eine Branche auch Jemanden von außen, der fragt, warum Dinge eigentlich so gemacht werden, wie sie gemacht werden.

Und manchmal braucht es genau diesen Blick von außen, um zu erkennen, dass wir viele Dinge nicht deshalb so machen, weil sie gut sind, sondern weil wir sie schon immer so gemacht haben.

Magnus: Und genau da ist unser Match. Wir haben beide keine Lust mehr und – ehrlich gesagt – auch keine Zeit mehr, darauf zu warten, dass sich Dinge irgendwann von alleine verändern. Also ziehen wir sinnbildlich das Breitschwert und gehen die Themen an.

Björn: Wobei das Breitschwert nicht bedeutet, dass wir alles kaputt machen wollen. Aber manchmal muss man Dinge klar aussprechen. Die Tiermedizinbranche hat strukturelle Probleme: Personalmangel, zu viel Arbeit, zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten, wirtschaftlicher Druck und gleichzeitig steigende Erwartungen von Tierhalter:innen. Viele Praxen funktionieren nur noch, weil die Menschen darin unglaublich engagiert sind und ständig über ihre Grenzen gehen.

Und das Gefährliche ist: Von außen sieht das oft noch wie ein funktionierendes System aus. Termine werden abgearbeitet, Tiere werden behandelt, der Laden läuft. Aber innen drin brennt es an vielen Stellen längst.

Wenn wir ehrlich sind, dann stehen wir nicht vor kleinen Optimierungen. Wir stehen vor der Frage, wie wir diesen Beruf langfristig gesund halten. Für die Tiere. Aber vor allem für die Menschen, die ihn jeden Tag ausüben.

Magnus: Und genau das hat mich von Anfang an beeindruckt. Diese Branche funktioniert, weil dort Menschen arbeiten, die ihren Job nicht nur als Job sehen. Tierärzt:innen und ihre Mitarbeiter:innen, die länger bleiben, die noch einen Termin dazwischen schieben, die ans Telefon gehen, obwohl der Tag eigentlich schon vorbei ist.

Aber hinter dieser Strahlkraft steckt eben auch eine andere Seite: Burnout, psychischer Druck, unterbezahlte Mitarbeitende, Frust im Alltag.

Was viele außerhalb der Branche nicht wissen: Der tierärztliche Beruf gehört zu den Berufen mit besonders hoher psychischer Belastung. In vielen Veröffentlichungen wird seit Jahren darauf hingewiesen, dass Burnout und auch Suizid in dieser Berufsgruppe ein ernstes Thema sind. Das sind keine Einzelfälle. Das sind strukturelle Probleme.

Björn: Und viele Tierärzt:innen glauben, dass das einfach dazugehört. Dass man halt viel arbeitet, dass man immer unter Druck ist, dass man wirtschaftlich kämpfen muss. Aber so muss es nicht sein. Viele Probleme entstehen nicht, weil Tierärzt:innen schlecht arbeiten, sondern weil Organisation, Prozesse und Kommunikation nicht mehr zu dem passen, was heute in Praxen passiert.

Wir arbeiten in einem hochmodernen medizinischen Umfeld, aber oft mit Strukturen, die aus einer anderen Zeit stammen. Und genau diese Lücke sorgt dafür, dass so viel Energie verloren geht.

Magnus: Und genau deswegen stellen wir uns immer wieder die gleiche Frage: Wie können wir diese Branche gesund machen. Nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen, die in dieser Branche arbeiten.

Wir möchten, dass Tierärzt:innen das sein können, was sie eigentlich sein wollen. Helfende für Tiere in Not. Und wir wollen, dass Tiergesundheit im Vordergrund steht und nicht erst das kranke Tier, das in die Praxis kommt.

Björn und ich werden von außen manchmal als Wikinger bezeichnet, die mit dem Breitschwert durch die Branche laufen und alte Konstrukte einreißen. Und vielleicht passt dieses Bild tatsächlich ganz gut.

Björn: Wenn man die Wikinger-Analogie weiterführt, dann passt eigentlich etwas anderes noch besser: Wir stehen nicht mehr am Anfang. Wir haben lange genug analysiert, diskutiert und erklärt. Jetzt geht es ums Umsetzen.

Das Boot liegt nicht mehr irgendwo am Horizont. Es liegt direkt vor uns. Bereit.

Und wir werden losfahren.

Nicht, weil alles perfekt ist, sondern weil es nie perfekt sein wird, wenn man immer nur wartet.

Wir haben Platz auf diesem Boot. Für alle, die nicht länger zuschauen wollen. Für alle, die bereit sind, Dinge anders zu machen: Klarer. Strukturierter. Gesünder.

Magnus: Und damit sind wir bei der Brille.
Die Brille liegt im Schrank.

Sehr viele Menschen brauchen eine Brille. Sehr viele Menschen besitzen eine Brille. Aber die beste Lesebrille bringt nichts, wenn sie im Schrank liegt. Und auch das Argument, dass man sich nicht an eine Brille gewöhnen kann, lässt sich nur durch Eines lösen: Man setzt sie auf und trägt sie.

Und genau so ist es in unserer Branche.
Die Lösungen für viele Probleme sind längst da.

Die Brille liegt im Schrank.
Die Software liegt im Schrank.

Die Unternehmen, die Tierarztpraxen bei Organisation, Kommunikation, Terminmanagement und vielen anderen Dingen unterstützen können, sind da und warten nur darauf, eingesetzt zu werden.

Björn: Digitalisierung, bessere Organisation, klare Prozesse, Kommunikation mit Tierhalter:innen, Terminmanagement. Das sind keine Zukunftsthemen mehr. Das sind Themen von heute. Und sie entscheiden am Ende darüber, ob eine Praxis dauerhaft gesund arbeiten kann oder nicht.

Die Brille ist da. Man muss sie nur aufsetzen. Und wenn ihr nicht wisst, wo sie liegt, sprecht uns an. Das sage ich als Tierarzt und als CEO von Petleo.

Und wenn wir wieder bei den Wikingern sind: Wir sind unterwegs mit dem Breitschwert und den lauten Hörnern, die Veränderung verheißen: Es gibt nicht noch eine weitere Diskussion am Strand, sondern jetzt den Moment, in dem man einsteigt und loslegt.

Mit der neuen, monatlichen Kolumne von Vetion.de und Petleo helfen wir Ihnen beim Einsteigen! Ab jetzt jeden Monat exklusiv vorab eine neue Folge für Abonnent:innen des Vetion.de-Newsletters!