Nachrichten: bpt stellt Forderungen an die Politik in den Fokus des diesjährigen bpt-Neujahrsempfangs

28.01.2019

Jedes Jahr findet traditionell einen Tag vor Beginn der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin der bpt-Neujahrsempfang statt. In diesem Jahr war der Gastgeber die österreichische Botschaft in Berlin. Geladen waren neben der zehnköpfigen Delegation der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK) rund 100 weitere Gäste aus Bundestag, Bundes- und Landesregierungen, Wissenschaft, Verbänden, Wirtschaft, Presse und Tierärzteschaft. bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder nahm den Empfang zum Anlass, auf aktuelle berufspolitische Themen einzugehen. Er forderte die Politik auf, sich endlich um die tierärztliche Versorgung auf dem Lande, im Notdienst und im Notfall zu kümmern, um dem um sich greifenden Flächenbrand entgegenzuwirken. Notwendig seien klare Signale und schnelle Lösungen, z. B. durch eine Anpassung der Gebührenordnung (Notdienstgebühr ontop) und die Flexibilisierung beim Arbeitszeitgesetz. Eine effektive ASP-Bekämpfung funktioniere ganz sicherlich nicht, wenn angestellte Tierärztinnen und Tierärzte bei punktgenauer Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes nach maximal 10 Stunden nach Hause gehen müssten, so der bpt-Präsident. Moder stellte klar, dass seiner Meinung nach das Arbeitszeitgesetz nicht über dem Tierseuchengesetz, dem Tierschutzgesetz oder den Heilberufsgesetzen stehen darf. Hier müsse die Politik nachjustieren. Diese Themen standen auch auf der Podiumsdiskussion auf der Grünen Woche am 24. Januar 2019 im Fokus. Als Gastredner war der renommierte Berliner Politikberater Prof. Dr. Karl Jurka eingeladen, der in seinem Vortrag „Wohin steuert Europa?“ auf den Brexit und seine Folgen für die Tierarztbranche einging. Problem sei, so Jurka, dass viele Politiker u. a. in Großbritannien das noch nicht begriffen hätten. Ein harter Brexit würde z. B. dazu führen, dass ein Großteil der in der britischen Schlachttier- und Fleischuntersuchung beschäftigten EU-Tierärzte Ende März 2019 ihren Aufenthaltsstatus verlieren. Auch würde Großbritannien über Nacht seinen Tierseuchenstatus verlieren, was dazu führt, dass Tiere (auch Heimtiere!) nicht mehr in andere EU-Länder verbracht werden könnten. Angesichts einer einheitlichen Haltung der EU-27 gehe er auch nicht davon aus, dass es zu Nachverhandlungen des Brexit-Vertrages kommt. Seine Prognose: Letztendlich wird die Verschiebung der Frist für den EU-Austritt Großbritanniens die einzige Lösung sein.
bpt
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