Nachrichten: Niedersachsen will Situation an Schlachthöfen verbessern

15.01.2019

Nachdem es in Niedersachsen im vergangenen Jahr zu Tierschutzverstößen auf Schlachthöfen gekommen war, will man die Situation dort deutlich verbessern. Seit Anfang November wurden 17 Schlachtbetriebe einer unangemeldeten Kontrolle unterzogen. Dabei wurden in zwei Fällen gravierende, zulassungsrelevante Mängel bei der Betäubung festgestellt, die nach Angaben des zuständigen Ministeriums umgehend abgestellt wurden. Auf Initiative des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) und des Niedersächsischen Landkreistages (NLT) wurde eine AD-hoc-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich zu Beginn der Woche erstmalig traf. Die Gruppe setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern des federführenden Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML), des LAVES, des NLT, des Niedersächsischen Städtetages (NST) und Experten aus kommunalen Veterinärämtern. Die Teilnehmer der Sitzung waren sich einig, dass tierschutzrelevante Missstände in Schlachtbetrieben konsequent geahndet werden müssen und unverzügliche Maßnahmen erfordern. Bereits in den vergangenen Wochen fanden verpflichtende Schulungen und Dienstbesprechungen für amtliche Tierärzte sowie für nebenberuflich tätige praktizierende Tierärzte in Niedersachsen statt. Die Teilnehmer der Ad-hoc-Arbeitsgruppe diskutierten gestern erste Ergebnisse der Evaluierung des bisherigen Kontrollsystems. Dazu sagt Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Wir brauchen einen Neustart in unseren Schlachthöfen – das haben die jüngsten Vorfälle gezeigt. Die Hauptverantwortung tragen hier die Schlachtbetriebe, von denen ich noch stärkere Anstrengungen erwarte, ein Höchstmaß an Tierschutz zu gewährleisten. Außerordentlich wichtig ist aber auch, dass die laufenden amtlichen Kontrollen durch die Kommunen bei der Anlieferung, dem Zutrieb, der Betäubung und der Schlachtung langfristig verstärkt werden. Einen wichtigen Baustein bilden dabei auch die gemeinsamen Schwerpunktkontrollen mit dem LAVES als Zulassungsbehörde. Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe hat genau diese Ziele im Blick und ist ein wichtiger Partner in diesem Prozess.“
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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