Nachrichten: Ausstieg aus der Anbindehaltung muss durch Fördermaßnahmen flankiert werden

19.12.2018

Da sich u.a. der Bundesrat für ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung von Milchkühen in Deutschland ausgesprochen hat, untersuchte das Thünen-Institut, wie sich ein solches Verbot auf landwirtschaftliche Betriebe auswirken würde. Dabei wurde der Umfang der in Deutschland praktizierten ganzjährigen Anbindehaltung mit Hilfe von Daten aus der Landwirtschaftszählung 2010 geschätzt. Demnach wurden 2010 auf ca. 31.500 Betrieben rund 650.000 Kühe in ganzjähriger Anbindehaltung gehalten. Das entspricht einem Anteil von rund 35 Prozent der Milchviehbetriebe und 15 Prozent aller Milchkühe. Die Wissenschaftler führten unter Berücksichtigung des Strukturwandels eine Hochrechnung durch. Diese ergab, dass bei der vom BMEL vorgeschlagenen Übergangsfrist von zehn Jahren im Jahr 2027 schätzungsweise noch 13.500 Betriebe mit rund 270.000 Milchkühen von einem Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung betroffen wären. Desweiteren haben die Wissenschaftler auf Basis von Literaturangaben die anpassungsbedingten Kostenänderungen in Cent pro Kilogramm (ct/kg) Milch berechnet, wenn die Betriebe die Anbindehaltung abschafften. Demnach würde ein Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung die betroffenen Betriebe zwischen 0,26 und 13,42 ct/kg Milch kosten. Bei einem durchschnittlichen Auszahlungspreis der Molkereien von 27,2 ct/kg Milch im Jahr 2016 und 36,6 ct/kg im Jahr 2017 kann sich ein Verbot somit erheblich auf die Rentabilität der betroffenen Betriebe auswirken. Solche negativen Effekte könnten jedoch durch verschiedene Fördermaßnahmen wie z.B. tierbezogene Weideprämien und eine angepasste Investitionsförderung reduziert werden. Bei einem Übergangszeitraum von zehn Jahren müssten dafür schätzungsweise 222 bis 287 Millionen Euro öffentliche Gelder bereitgestellt werden. "Diese Ausgaben ließen sich grundsätzlich mit Mitteln finanzieren, die im Rahmen der zweiten Säule der EU-Agrarpolitik bereits zur Verfügung stehen“, sagt Angela Bergschmidt, Erstautorin der Thünen-Studie. Es ist allerdings zu erwarten, dass ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung selbst mit einer flankierenden Förderung den Strukturwandel beschleunigen wird. Um das Verbot möglichst sozialverträglich zu gestalten, sollte den Betrieben eine ausreichend lange Übergangsfrist gewährt und das Verbot mit attraktiven Fördermaßnahmen flankiert werden. Gegebenenfalls sind Härtefallregelungen für auslaufende Betriebe zu erwägen, raten die Wissenschaftler aufgrund ihrer Berechnungen.
Thünen-Institut
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