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Rückgang der Artenvielfalt schneller als bisher vermutet

09.08.2019
Ein Forscherteam unter der Mitwirkung der Universität Hamburg hat herausgefunden, dass die Artenvielfalt viel schneller als zunächst angenommen zurückgeht. Die Lage sei viel ernster und das Ausmaß viel größer als bisher befürchtet, so Prof. Jan Christian Habel von der Universität Salzburg, einer der Hauptautoren der Studie. In ihren Untersuchungen haben die WissenschaftlerInnen Prognosen für 33 artenreiche und gleichzeitig besonders bedrohte Gebiete weltweit, sogenannte „Hotspots“, erstellt. „Alle Hotspots zusammen entsprechen nur 2,5 Prozent der Erdoberfläche, beherbergen aber über 50 Prozent aller Pflanzen- und Wirbeltierarten der Erde“, erläutert Livia Rasche vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) an der Universität Hamburg. „Unsere Studie zeigt für die kommenden 30 Jahre, dass die Folgen der Ausbreitung landwirtschaftlicher Fläche gravierend sind, weil sie die natürlichen Lebensräume unmittelbar zerstören“, so die Wissenschaftlerin weiter. Besonders gefährdet seien Gebiete, in denen die Bevölkerung rasant wachse wie bestimmte Regionen auf den Philippinen, den Karibischen Inseln, Madagaskar, im tropischen Afrika und im Amazonas-Regenwald, wo besonders viele Pflanzenarten heimisch sind. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass gerade jene Hotspots besonders unter Druck stehen, in denen ohnehin nur noch wenig intakte Pflanzenwelt vorhanden ist. „In mindestens neun Hotspots sind alle der nur dort vorkommenden Arten vom Aussterben bedroht“, so Rasche. Die WissenschaftlerInnen sehen die Regierungen in der Pflicht, sich für ein nachhaltiges Landmanagement zu verpflichten.
Universität Hamburg
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