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Sechs neue Funde der Hyalomma-Zecke lassen auf Überwinterung in Deutschland schließen

11.06.2019
Im letzten Jahr war die Hyalomma-Zecke erstmalig in größerer Zahl in Deutschland nachgewiesen worden. Die gefundenen Exemplare der tropischen Insekts waren mit großer Wahrscheinlichkeit mit Zugvögeln eingeschleppt worden. In den vergangenen Tagen wurden wieder die ersten Hyalomma-Zecken gesichtet: fünf Pferde in Nordrhein-Westfalen und ein Pferd in Niedersachsen trugen die Blutsauger mit sich. Zeckenforscher der Universität Hohenheim in Stuttgart und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr vermuten, dass die gerade gesichteten Tiere in Deutschland überwintert haben müssen. „Die Jugendstadien der Zecken, die Larven und Nymphen, sind oft an Zugvögeln zu finden“, erläutert Prof. Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. „Sie lassen sich dann einfach abfallen.“ Die gerade gefundenen Tiere seien relativ früh im Jahr aufgetaucht. „Wenn man den Entwicklungszyklus zurückrechnet, hätten sie also zu einem Zeitpunkt eingeschleppt werden müssen, als die Zugvögel noch gar nicht da waren.“ Damit wäre die Hyalomma-Zecke einen Schritt weiter in Richtung Ansiedelung in Deutschland. „Damit sich eine Population entwickeln kann, müssten sich Männchen und Weibchen finden“, erklärt die Expertin weiter „Das ist bei geringer Populationsgröße schwierig. Zudem müssten sich Larven und Nymphen entwickeln, die Vögel oder auch Hasen als Wirt benötigen. Ob und wie das hier funktioniert, wissen wir noch nicht. Das müssen wir weiter beobachten.“
Uni Hohenheim
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