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Mehr als die Hälfte des Discounter-Geflügelfleisches mit resistenten Keimen belastet

17.04.2019
Die Verbraucherschutzorganisation Germanwatch hat stichprobenartig Geflügelfleisch, das in Lebensmittel-Discountern angeboten wurde, auf resistente Krankheitserreger getestet. Das Ergebnis ist erschreckend: mehr als die Hälfte (56%) der Hähnchen ist mit solchen zum Teil multiresistenten Keimen (ca. 20%) belastet. Bei jeder dritten Probe etwa konnten Resistenzen gegen sogenannte Reserveantibiotika nachgewiesen werden. In den sechs getesteten Öko-Hähnchenfleischproben konnten hingegen keine antibiotikaresistenten Keime nachgewiesen werden. Untersucht wurden insgesamt 59 Proben der Marktführer von Lidl, Aldi (Nord und Süd), Penny, Netto und Real. Bereits im Jahr 2016 lieferte eine repräsentative Stichprobenuntersuchung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ähnliche Ergebnisse. Auch dort waren konventionell erzeugte Hähnchen wesentlich häufiger kontaminiert als Bioprodukte. Aber damit noch nicht genug. Hähnchenfleisch aus Deutschland ist mit knapp doppelt so vielen Keimen belastet wie Fleisch aus anderen EU-Ländern wie Dänemark, Großbritannien und Österreich. Gerd Ludwig Meyer, Facharzt für Innere Medizin in Nienburg/Weser, warnte anlässlich dieser Untersuchungsergebnisse vor den Folgen der zunehmenden Resistenzen. Denn allein in Deutschland sterben bereits jedes Jahr etwa 4.000 Menschen an Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen. Global sind es bereits 700.000.
Germanwatch
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