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Wissenschaftler streiten über Ansteckungsrisiko mit der Chronic Wasting Disease

14.03.2019
Fast in jedem zweiten US-amerikanischen Bundesstaat ist die Chronic Wasting Disease (CWD) bei Hirschen oder Elchen inzwischen nachgewiesen worden. Die Erkrankung gehört ebenso wie die BSE und die Jakob-Creutzfeldt-Krankheit zu den Prionenkrankheiten. Obwohl bisher noch keine Übertragung der Hirnkrankheit auf den Menschen nachgewiesen werden konnte, warnt der amerikanische Experte Michael Osterholm, dass eine Ansteckung nicht vollkommen ausgeschlossen werden könne. „Es ist wahrscheinlich, dass Fälle von CWD beim Menschen in den kommenden Jahren dokumentiert werden, die mit dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch in Verbindung stehen“, so der Direktor des Zentrums für Infektionskrankheiten an der Universität von Minnesota. Auf die ersten Erkrankungen könne nicht gewartet werden, denn das Problem sei das sehr verzögerte Auftreten der Infektion, beispielsweise nach dem Verzehr von mit Prionen kontaminiertem Fleisch. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zweifelt diese Befürchtung dagegen an, da Studien eine erhebliche Speziesbarriere bei der Übertragung von CWD auf den Menschen gezeigt hätten. „Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand kann eine Übertragung von CWD auf den Menschen zwar nicht mit allerletzter Sicherheit ausgeschlossen werden, das Risiko dafür kann aber als äußerst gering angenommen werden“, so die Einschätzung der FLI-Experten. Auch der Deutsche Jagdverband teilt keineswegs Osterholms Meinung. „Es ist unwahrscheinlich, dass das über den natürlichen Weg, über Tiere, eingeschleppt wird. Es ist auch unwahrscheinlich, dass Skandinavien- oder Nordamerikaurlauber oder Jäger diese Prionen über verunreinigte Klamotten einschleppen“, erklärte Sprecher Torsten Reinwald. In Norwegen wurden im letzten Jahr in der Region Nordfjella mehr als 1.400 wildlebende Rentiere erschossen, nachdem bei 17 der Tiere die Krankheit nachgewiesen worden war. Bis heute wurden mehr als 70.000 Tiere untersucht. Karen Lone von der norwegischen Umweltbehörde erklärt: „Ein Expertengremium hat das Risiko für Menschen geprüft. Das Risiko ist sehr gering, kann aber nicht ausgeschlossen werden.“
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