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19.09.2019: Ferkelkastration: DBV wirbt für Sachkundeverordnung

Am morgigen Freitag (20.9.2019) findet die Sitzung des Bundesrats zur Ferkelbetäubungs-Sachkundeverordnung statt. Aus diesem Anlass werben sowohl das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) als auch der Deutsche Bauernverband (DBV) bei den Ländern um Zustimmung zu der Verordnung. Sollte die Verordnung wegen fehlender Mehrheit scheitern, seien weitere Strukturbrüche in der Sauenhaltung zu erwarten, wie Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens und der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling in einem Schreiben an die Landesregierung Sachsen-Anhalts erklären. „Wir sollten den Landwirten die Durchführung der Betäubung nicht verwehren“, sagt Aeikens. Andernfalls werde dieser Weg für die meisten Betriebe nicht wirtschaftlich umsetzbar sein. Die Ferkelbetäubungs- Sachkundeverordnung schafft die rechtliche Voraussetzung für eine breite Anwendung der Kastration unter Isoflurannarkose. Dafür soll der bislang geltende Tierarztvorbehalt aufgehoben werden, damit künftig auch Landwirte zur Durchführung der Narkose berechtigt sind. Zudem gäbe es nicht genügend Tierärzte, die für die Durchführung der Betäubung unter Isoflurannarkose als eine „flächendeckende, zeitintensive und zusätzliche
Dienstleistung“ zur Verfügung stünden, wie Hemmerling weiter erklärte. Der stellvertretende DBV- Generalsekretär appellierte zudem an die Länder, bereits jetzt mit der Vorbereitung der Schulungen zu beginnen. Mit diesen könnten Landwirte die geforderte Sachkunde für die Durchführung der Betäubung erwerben. Ziel müsse es sein, möglichst zum Jahresbeginn die ersten Lehrgänge anzubieten. Von Seiten der Tierärzteschaft wird hingegen starke Kritik an der Verordnung geübt. So gebe es noch viele ungeklärte Fragen bei der Umsetzung tierarzneimittelrechtlicher und arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben. Zudem ist die ordnungsgemäße Anwendung nicht überprüfbar. Aus Sicht der Bundestierärztekammer (BTK) erfüllt diese Verordnung somit in keiner Weise das Ziel, den Tierschutz bei der Ferkelkastration zu verbessern. Dieser Ansicht sind auch die meisten Tierschutzorganisationen. Sie kritisieren zudem, dass die Verwendung alter Narkosegeräte ohne digitale Aufzeichnungskontrolle erlaubt sein soll. Das bedeute, so die Tierschutzorganisation Vier Pfoten, dass die Landwirte in diesem Fall den Betäubungsnachweis selbst durch ihre eigenen handschriftlichen Aufzeichnungen lieferten. Von einer Kontrolle könnte keine Rede sein!

Zulassungspflicht für Betäubungsgeräte

Was halten Sie von der geforderten Zulassungspflicht für Betäubungsgeräte?

Ich unterstütze die Forderung uneingeschränkt.
Unglaublich, dass solche Geräte bislang nicht zugelassen werden müssen.
Eine Überprüfung von Seiten des Schlachthofs reicht aus.
Das ist nur wieder eine neue Schikane und ein Wettbewerbsnachteil.