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Die angekündigte Einführung von Studiengebühren von 500-1000 Euro pro Semester hat auch im Bankwesen zur Einführung eines neuen Kredits geführt: dem Studienkredit. Jedoch sind die Rahmenbedingungen für einen solchen Kredit von Bank zu Bank sehr unterschiedlich. Die Zeitschrift „Finanztest“ verrät, worauf Sie vor Abschluss eines Studienkredits unbedingt achten sollten.
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Die Einführung von Studiengebühren ist beschlossene Sache. Wie hoch die Studiengebühr im einzelnen ausfallen wird, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In der Diskussion sind Studiengebühren zwischen 500 und 1000 Euro pro Semester. Für Studenten viel Geld! Für die Länder auch. Diese rechtfertigen ihren Beschluss dadurch, dass die Einnahmen den Universitäten und damit den Studierenden zu Gute kommen sollen. Wäre dies tatsächlich der Fall und würden sich dadurch die Lehrbedingungen und die Qualität der Lehre verbessern, wäre die Zahl der Studiengebührengegener vermutlich kleiner.
Dennoch stellt sich für die Studierenden durch die Einführung der Studiengebühren vordringlich die Frage, wie und wo sie das Geld für die geforderten Gebühren alle halbe Jahre aufbringen sollen. Wohl den Kindern reicher Eltern. Mitleid für die Übrigen?
Ungerecht zumindest, sagen die Banken und Sparkassen und haben sich ein Finanzierungskonzept überlegt, wodurch sich Studenten auch weiterhin das Studium leisten können sollen, den Studienkredit. Die Bedingungen und Leistungen eines solchen Kredits variieren jedoch von Bank zu Bank erheblich.
Die Zeitschrift „Finanztest“ (11/2005) hat die Konditionen von acht Banken verglichen, die bereits seit 1. Oktober 2005 solche so genannten Studienkredite anbieten. Die meisten konnten sich jedoch bislang nur zu einem regionalen oder einem hochschulbezogenen Angebot durchringen. Eine Ausnahme ist hier die Deutsche Bank, die auch für die neuen Bundesländer Studienkredite vergibt. Insgesamt sind die Konditionen für Studienkredite jedoch günstiger als für Ratenkredite.
Angebote Vier der getesteten Banken verknüpften ihr Finanzierungsangebot mit einem Studium an bestimmten Hochschulen. Die anderen Banken machten die Höhe des monatlichen Studienkredits von der Studieneinrichtung abhängig. Der monatliche Maximalbetrag beträgt in jedem nicht mehr als 800 Euro. Das beste Angebot bietet in den Augen von „Finanztest“ die Deutsche Kreditbank. Sie zahlt bis zu 500 Euro im Monat mit einem über die Laufzeit garantierten Effektivzins von 5,12 bis 5,17 Prozent. Dieses Angebot ist jedoch auf die neuen Länder und Berlin beschränkt und gilt nur für das Hauptstudium. Einzig die Deutsche Bank zahlt bundesweit und unabhängig vom Studienfach und Einkommen der Eltern, und zwar bis zu 800 Euro im Monat. Mehr als 30. 000 Euro darf sich der Kreditnehmer aber nicht verschulden. Das ist zur Zeit der höchste Studienkredit. Doch Achtung: Der Zins ist bei diesem Angebot variabel. Kreditnehmer müssen damit rechnen, dass er in den folgenden Jahren steigt.
Rückzahlung Die Rückzahlung des Kedits und der Zinsen ist von Bank zu Bank unterschiedlich geregelt. Manche Banken verlangen von dem Studierenden, dass sie bereits während des Studiums mit der Rückzahlung beginnen. Am Anfang handelt es sich zwar nur um Cent-Beträge, zum Studienende hin kann die Rückzahlung jedoch bereits eine ziemliche Belastung für den Studenten darstellen. Bei der SEB etwa fallen im ersten Monat für 100 Euro Darlehen 72 Cent Zins an. Doch zum Ende der Auszahlphase bekommt der Student aus seinem fünfjährigen Kredit nur noch 57,05 Euro ausgezahlt. Dabei benötigen Studenten gerade gegen Ende des Studiums viel Zeit und genügend Geld, um ihr Examen machen zu können. In jeden Fall aber muss der Studienkredit bereits sechs bis zwölf Monate nach Studienende an die Bank zurückgezahlt werden, egal ob man in Lohn und Brot steht oder nicht. Hier ein Beispiel der Deutsche Bank: Der Student erhält fünf Jahre lang 100 Euro monatlich, bekommt also insgesamt 6.000 Euro ausgezahlt. Nachdem er sein Studium beendet hat, kann er mit dem Beginn der Rückzahlung höchstens zwölf Monate warten. Zahlt er den Kredit im Laufe von fünf Jahren zurück, muss er monatlich knapp 150 Euro überweisen. Die Deutsche Bank bekommt bei den derzeitigen Konditionen insgesamt rund 8.924 Euro zurück. Daher sollten Studierende unbedingt als erstes mögliche Alternativen wie Bafög, Stipendien oder Bildungskredite vom Staat checken.
Tipps Ziehen Sie den Studienkredit jedoch in Betracht, beachten Sie bevor Sie unterschreiben, unbedingt die folgenden Tipps:
Alternativen. Prüfen Sie vorher unbedingt finanzielle Alternativen wie Bafög, Stipendien oder den Bildungskredit vom Staat. Sie sind deutlich günstiger. Abwarten. Auf Grund der momentan noch recht kleinen Auswahl an Studienkrediten, überstürzen Sie die Entscheidung nicht. Weitere Angebote werden folgen. Auswahlkriterien. Der beste Kredit ist der mit dem niedrigsten Effektivzins. Er sollte über die gesamte Laufzeit garantiert sein. Sie wissen so genau, welche Belastung auf Sie zukommt. Achtung bei variablem Zinssatz. Kreditvolumen. Schätzen Sie Ihren Bedarf kritisch ein. Nehmen Sie nur so viel Geld auf, wie Sie brauchen. Finanzieren Sie Ihr Studium nur zum Teil mit einem Kredit. Sie müssen ihn zu einem festgelegten Zeitpunkt zurückzahlen, egal ob Sie einen Job haben oder nicht. Flexibilität. Studienkredite sind bei der Rückzahlung meist flexibel. Das heißt, Sie können über die festgelegte Rate hinaus jederzeit Sondertilgungen leisten und so Ihren Kredit schneller tilgen. Fragen Sie danach. Sprechen Sie mit Ihrer Bank auch über Sondersituationen. Fragen Sie, was passiert, wenn Sie das Studium abbrechen oder in Elternzeit gehen. Die Kreditinstitute wollen in solchen Fällen „individuelle Vereinbarungen“ finden.
Quelle: Finanztest 11/2005
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