Bericht vom 26.06.2006 vom 28.06.2006
Hallo, einmal wieder ein paar Zeilen aus Cornell:
Ich hatte versprochen ein paar Zeilen zu meinem Projekt zu schreiben. Ich arbeite im Labor von Colin Parrish, der sich mit Parvo in jeglicher Hinsicht beschäftigt. Ich versuche nun am den C Terminus des VP2 (bildet mit 60 Kopien das Capsid und ist allein und an sich zum self assembly befaehigt) die Sequenz eines Proteins einzufuegen, das als Enzym fungiert. Dieses Protein, so es dann gebildet wuerde, sollte dann Stoffe, die durch die Poren eindringen koennen, umsetzen koennen. Somit koennte das Viruscapsid nanobiotechnologisch benutzt werden. Des weiteren wollen wir auch eher in der Nterminalen Gegend ein anderes Protein (auch nanobiotechnologisch nutzbar) einbauen, die Stelle liegt im Loop zwei und ist im Gegensatz zur Cterminalen Stelle bekannt dafuer, dass Insertionen moeglich sind. Allerdings wuerde dieses Protein dann aussen am Capsid liegen, das erst genannte dagegen eben innen. Falls das alles klappen sollte, werde ich mich nicht mehr jeden Tag mit dem guseligen Walmart-Fahrrad den Monsterberg zum Baker Institut hochquaelen muessen, denn dann duerfte ich hier auf dem Campus im Nanobiotechnologiezentrum per EM usw. auswerten, ob das alles so klappt, wie gedacht. Aber wie ihr merkt ist das alles im Konjunktiv geschrieben, es ist sehr fraglich, ob das alles so schnell geht. Schon sind drei Wochen vorbei und die Primer sind noch nicht mal alle da. Derweil arbeite ich noch am Projekt meines Supervisors (Antikoerper-Affinitaeten) mit und morgen gibt es eine Besprechung, denn Onno und ich sollen zusammen an einem Projekt ueber den Transferrin Rezeptor arbeiten. Die Planung fuer die Workshops geht nebenbei auch voran, meine Gruppen betreffend wird es zum Thema West Nile im Emerging defense workshop eine Gerichtsverhandlung einer Frau, die ihr Kind evtl. durch das Virus verloren hat, geben (ich darf mich als Epidemiologe blamieren) und im Biodefense Workshop wird es zu einer Krisenkonferenz wegen eines fiktiven avian Flu Ausbruches in einem Lifebirdmarket in NY kommen, ich darf unter den befragten Experten den Virologen spielen. Bis auf eine verirrte Fledermaus im Haus gestern abend (ein paar von uns sind nicht gegen Tollwut geimpft und so war die Aufregung gross) sind keine Katastrophen passiert, Samstag haben wir schoen am Lake Cayuga und den Taughannock-Wasserfaellen zugebracht und so endlich mal ein wenig von der Umgebung erkundet. Aber jetzt reicht es erstmal wieder fuer heute, anbei noch Bilder vom Leadership Dinner (die ganze Gruppe) und vor der NIH in Washington.
Viele Gruesse nach Hause und geniesst den Sommer und die WM!
Swaantje
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