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Zeckenmonitoring - Mithilfe von Hundehaltern gefragt

Mit Beginn der Zeckensaison sollten Hunde bereits geschützt sein. Aber wann beginnt die Zeckensaison? Meist setzt sie schlagartig ein, sobald die Temperaturen milder werden. In diesem Jahr kann der Beginn der Zeckensaison an verschiedenen Orten im Internet auf dem Tierhalterportal DeineTierwelt.de verfolgt werden. Dort ist ein Zeckenmelder installiert, der zum einen Daten eines wissenschaftlichen Zeckenprojektes im Raum Berlin/Brandenburg abbildet und zum anderen mit Daten von Tierhaltern aus ganz Deutschland gespeist wird (http://profile.deine-tierwelt.de/bayer).

Seit April 2010 sammeln Wissenschaftler des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin an vier definierten Standorten im Raum Berlin/Brandenburg alle zwei Wochen Zecken. Ziel des Projektes ist es, das Vorkommen und die jahreszeitliche Aktivität der an den ausgewählten Standorten vorwiegend auftretenden Zeckenart Dermacentor reticulatus (Auwald- oder Buntzecke) und, sofern vorhanden, des Holzbocks Ixodes ricinus sowie ihr jeweiliges Potenzial als Überträger von Krankheitserregern zu ermitteln. Aus der Anzahl der gesammelten Zecken schätzt Bayer das Risikopotenzial am Standort mit der jeweils höchsten Zeckenaktivität ein und stellt dieses mit dem sogenannten Zeckenbarometer in einem Farbcode dar. Werden 0 bis 10 Zecken pro Stunde und Standort gesammelt, steht der Zeiger des Zeckenbarometers auf Grün; bei 11 bis 30 Zecken auf Gelb; bei 31 bis 50 Zecken auf Orange und bei über 50 Zecken auf Rot.

Die maximale Zeckenzahl, die 2010 an einem dieser Standorte in einer Stunde gesammelt wurde, lag nach Auskunft der betreuenden Tierärztin und Doktorandin, Mareen Kohn, bei 270! Anfang November waren es immer noch circa 100, Ende November – bei Minustemperaturen – nur noch eine einzige.

So detailliert lässt sich die Zeckensituation in anderen Teilen Deutschlands nicht abbilden. Das auf DeineTierwelt.de eingerichtete Tool erlaubt es jedoch Hunde- und Katzenhaltern, eigene Zeckenfunde zu melden. Im Jahr 2010 haben sich rund 1.000 Tierhalter aus ganz Deutschland daran beteiligt. Diese Meldungen werden auf Google-Maps abgebildet - ab Anfang 2011 zusätzlich mit dem Datum des Fundes. So kann jeder Hunde- und Katzenbesitzer die Suchfunktion nutzen, um für seinen Wohnort oder einen bestimmten Postleitzahlbereich zu schauen, ob und wann dort Zeckenaktivität festgestellt worden ist. Zusammen mit den Befunden aus Berlin gibt das einen guten Anhaltspunkt hinsichtlich des Saisonbeginns und -verlaufs.

Spätestens mit der ersten Zecke am eigenen Hund sollte der routinemäßige Schutz des Vierbeiners wieder beginnen. Tierärzte empfehlen die Anwendung von Mitteln, die Zecken abschrecken und töten, bevor sie stechen können, um so das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern zu minimieren. Vorteilhaft ist es auch, wenn das Mittel nicht nur gegen Zecken, sondern gegen alle relevanten Blutsauger, wie Mücken, Flöhe und Stechfliegen wirkt.

Weitere Informationen für Tierhalter zum Thema Parasiten von Hund und Katze gibt es unter www.parasitenfrei.de.