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Haftungsausschluss
Saugferkelkastration mittels Schmerzmittel  
mit freundlicher Unterstützung von Intervet Deutschland GmbH

Copyright Intervet
In der EU werden jedes Jahr rund 100 Millionen (> 80 %) männliche Ferkel chirurgisch kastriert, um die Ausbildung des so genannten Ebergeruchs zu verhindern. Allein in Deutschland sind derzeit jedes Jahr mehr als 20 Millionen Ferkel betroffen. Obwohl die chirurgische Kastration einen äußerst schmerzhaften Eingriff darstellt, geschah dies bislang ohne Betäubung oder die Gabe von schmerzlindernden Arzneimitteln. Zwar ist die betäubungslose Kastration in der ersten Lebenswoche gemäß der EU-Richtlinie 2001/93/EG und dem Tierschutzgesetz § 5 LINK in Deutschland und den übrigen EU-Mitgliedsländern zulässig und üblich, doch nehmen gerade in letzter Zeit die Proteste von Seiten der Tierschützer und Verbraucher dagegen zu. Derzeit existieren jedoch keine praxistauglichen Alternativen. Daher haben sich jetzt die Schweineproduzenten und der Einzelhandel in Deutschland freiwillig darauf geeinigt, Ferkel fortan nicht mehr ohne die Gabe von schmerzlindernden Mitteln zu kastrieren. Hiernach sollen Landwirte mit Beginn des 2. Quartals 2009 die Kastration nur noch in Verbindung mit der routinemäßigen Anwendung eines Schmerzmittels durchführen dürfen. Die Umsetzung dieser Vereinbarung soll umgehend über die QS Qualität und Sicherheit GmbH erfolgen, da in Deutschland mittlerweile gut 80% der Sauen "QS-Sauen" sind.

Behörden, Verwaltung und Pharmaindustrie haben bereits begonnen, die Rahmenbedingungen für die Umsetzung zu schaffen. Dazu zählt auch die Zulassung eines für diese Indikation geeigneten Schmerzmittels, um die zum gegenwärtigen Zeitpunkt notwendige Arzneimittelumwidmung und die damit beim Tierarzt verbleibende Haftung aufzuheben (Details siehe Kapitel "Saugferkelkastration in Deutschland"). Als schmerzlindernde Arzneimittel sollen so genannten nicht-steroidale Antiphlogistika ( NSAID) wie Flunixin eingesetzt werden (Details siehe Kapitel "Prae- und postoperatives Schmerzmanagement mit Flunixin").

Schweineproduzenten und Einzelhandel in den Niederlanden und Belgien haben sich dagegen geeinigt, Ferkel in 2009 nur noch unter einer CO2/O2-Narkose zu kastrieren. Die Schweiz setzt dagegen fortan auf die Kastration unter Isofluran. Ziel ist es jedoch sowohl in Deutschland wie auch in anderen Ländern der EU, künftig vollkommen auf die chirurgische Kastration zu verzichten, so bald es praxistaugliche Alternativen gibt (Details siehe Kapitel "Status Quo in der EU & mögliche künftige Alternativen").

Um dieses Anliegen voran zu bringen, wurde das internationale Projekt PIGCAS in Leben gerufen. Aufgabe war es, sowohl den derzeit praktizierten Status quo bei der Ferkelkastration bzw. der Ferkelaufzucht in den einzelnen EU-Mitgliedsländern zu erfassen, als auch den derzeitigen Wissensstand über die Alternativen zusammen zu tragen. Anschließend sollen Empfehlungen für das künftige Vorgehen ausgesprochen werden.

In diesem Fokusthema finden Sie Informationen zum Status quo in der EU und speziell in Deutschland hinsichtlich der chirurgischen Ferkelkastration. Es wird darin sowohl ausführlich auf die derzeitige Zwischenlösung der chirurgischen Ferkelkastration unter schmerzstillenden Mitteln als auch auf andere mögliche Alternativen der Gegenwart und der Zukunft eingegangen.
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