Zielsetzung des antibiotischen Trockenstellens ist es, eine Wirkstoffkonzentration des Antibiotikums im Eutergewebe zu erreichen, die möglichst lange über der minimalen Hemmkonzentrationen (MHK-Werte) der wichtigen Mastitiserreger liegt. Diese Zeit hängt vom Wirkstoff und der Formulierung ab. Es ist naheliegend, dass nach der Abkalbung die Wartezeit für Milch möglichst kurz sein sollte. Der zeitliche Verlauf der Wirkstoffkonzentration (Kinetik) ist für jeden Trockensteller spezifisch und geht von einer bestimmten minimalen Trockenstehphase (40 bis 50 Tage) aus. Nach Ablauf der jeweils angegeben Trockenstehzeit (z.B. 49 Tage beim Cefquinom) ist nur eine recht kurze Wartezeit für die Milch einzuhalten (nur 1 Tag beim Cefquinom). Steht ein Tier jedoch eine kürzere als die angegebene Zeit trocken, ist eine längere Wartezeit einzuhalten. Diese bezieht sich dann auf den Zeitpunkt des Trockenstellens.
Wird eine in Laktation befindliche Kuh versehentlich mit einem Trockensteller behandelt, darf die Milch für lange Zeit nicht abgeliefert werden. Auch nach einem sofortigen Ausmelken müssen die oben beschriebenen Sperrfristen eingehalten werden. Trockensteller sind deutlich für die Indikation des Trockenstellens gekennzeichnet